A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “Oktober, 2022”

Alba Iulia

Gut 60km südwärts von Turda liegt Alba Iulia (Karlsburg). Mitten in der Stadt erhebt sich die mächtige Karlsburg. Unser Reiseführer spricht dabei von einer Stadt in der Stadt und wir waren gespannt. Das Wohnmobil stellten wir auf einem der zahlreichen Parkplätze rund um die Burg ab. Dort ist zwar gleich ein Eingang in der mächtigen Mauer mit den Kasematten, aber dann gelangten wir in eine Art Außenring, an den eine weitere Mauer anschließt.

Aussenring der Karlsburg

Wir waren schon um die halbe Burg gegangen, nur ein Stadttor konnten wir nicht finden. Eine riesengroße Holztreppe führt zu einem Restaurant. Wir sahen uns das an und bemerkten, dass das Restaurant zur anderen Seite offen ist. Jetzt standen wir wirklich in der Stadt Karlsburg. Nur eine Stadt in der Stadt konnten wir nicht erkennen. In unserer Vorstellung sahen wir Häuserzeilen, Läden und Kneipen. Stattdessen stehen mindestens zwei große Kirchen dort, eine Universität, ein Ministerium und solche Sachen. Irgendwann trafen wir auf das Historische Museum, vor dem alte Uniformen präsentiert wurden. Ein Herr im schwarzen Anzug stellte die Uniformen vor und erzählte einiges dazu. Dabei waren auch zwei Krankenschwestern und ein Kriegsberichterstatter. Leider verstanden wir nichts von dem, was der Mann erzählte.

Vorführung alter Uniformen auf der Karlsburg

Wir setzten unseren Spaziergang fort, Nun trafen wir auf die horizontale Achse von Karlsburg und sahen die zwei sich gegenüberstehenden Stadttore. Es soll einmal sechs davon gegeben haben. Wir hielten auf das Dritte Stadttor zu, welches als Triumphbogen gestaltet wurde. Durch dies hindurch sieht man die Stele, die die Geburtsstunde Rumäniens symbolisiert. Man erreicht sie, indem man Karlsburg über eine Zugbrücke verlässt.

Das Dritte Stadttor der Karlsburg

Von der Terrasse der Stele aus hat man einen schönen Blick auf Alba Iulia. Um 12 Uhr soll dort auch jeden Tag eine Wachablösung stattfinden.

Wir hatten uns von der Festung Karlsburg mehr versprochen. Was jedoch sehenswert ist, sind die Bronze-Statuen, die überall in der Festung verteilt stehen. Die Frauen und Männer Tragen Kleider aus dem 18. Jahrhundert. Es sind aber auch Soldaten dabei.

Kurz vor dem Dritten Stadttor wurde ein Stück der alten Römerstraße, die einmal im 90°-Winkel zur heutigen Achse verlief, ausgegraben und konserviert. Sehr fortschrittlich war die unter der Straßendecke verlaufende Entwässerung.

Rest der alten Römerstraße mit unterirdischer Entwässerung

 

 

 

Turda

Endlich konnten wir Kilometer machen, denn wir haben diesmal nicht unbegrenzt Zeit. Auf dieser Tour überquerten wir die Grenze zwischen der Region Maramures und der Region Siebenbürgen.
Unser nächstes Ziel war Turda (Thorenburg), besser gesagt das Salzbergwerk. Im Reiseführer, gleich auf der ersten Seite steht: Riesenrad unter Tage. Das wollten wir unbedingt sehen.
Stellt man sich auf den etwas entfernteren Parkplatz, kostet das nichts. Der Weg ist nicht weit bis zum neuen Eingang in die ehemalige Mine.

Neuer Eingang zum Salzbergwerk Turda

Schon 1075 erwähnte man die Salzvorkommen urkundlich. Bis 1832 wurde das Salz hier abgebaut. Für 30,-Lei (Seniorenticket) betritt man die stattliche Salzmine, die inzwischen zum touristischen Spektakel umgebaut ist.
Zuerst führen gut 100 Stufen in die Tiefe. Daran schließt sich der Franz-Josef Tunnel an, über den damals das abgebaute Salz nach draußen befördert wurde. Nach einer späteren Verlängerung ist er heute 917m lang. Seit 1910 gibt es elektrischen Strom.

Das Salz wurde in verschiedenen Stollen abgebaut. Heute gibt es zwei große Hallen. Der Boden der einen Halle liegt bei 90m unter der Erde, die tiefere Halle, die Terezia-Mine endet in 112m Tiefe. In dieser Tiefe füllte sich die Mine dann mit Wasser, welches heute bis zu 8m hoch steht. In der Mitte der Halle erhebt sich eine Salzinsel, die heute als Anleger für Ruderboote dient. Es ist recht dunkel dort unten.

Was die beiden Salzhallen auszeichnet ist die Maserung an den Wänden. Helle und dunkle Salzschichten wechseln sich ab, liegen manchmal gerade und manchmal vollziehen sie wunderschöne Wellenzeichnungen. Das allein lohnt schon den Besuch in der Salzmine von Turda. Aber es geht noch besser. Fahrstühle bringen die Besucher in die Tiefe und auch wieder hinauf. Das Ganze geht auch per Treppe. Man muss sich dann allerdings 13 Etagen hinauf- oder herunter bemühen.

In der oberen Halle steht dann das Riesenrad. Wo kann man schon Riesenrad unter der Erde fahren? Die staunenden Gäste können auch Mini-Golf, Tischtennis und Billard spielen oder die Kinder an Spielgeräten turnen. Es gibt ein kleines Amphitheater oder einen Verkaufsstand mit Dingen, die aus Salz hergestellt wurden.
Immer wieder schweifen die Blicke zu den phantastischen Salzschichten und den kleinen Stalagmiten.

Fährt man dann mit den Fahrstuhl wieder in die Höhe, in der der Franz-Josef-Tunnel liegt, erreicht man auch über eine kleine Treppe noch den Teil des Bergwerkes, der den Salzarbeitern und der Technik im Bergwerk gewidmet ist. Früher gelangten das abgebaute Salz, die Menschen und die Technik durch einen Schacht in die Tiefe, gehalten von dicken Seilen. Pferde trieben den Aufzug, der aus Büffellederkörben bestand, über eine komplizierte Technik an. Das Salzbergwerk in Turda ist die einzige Mine, in der diese Technik noch original erhalten ist.

Modell des alten Aufzugl-Antriebes

Der Besuch der Mine hat auch noch einen positiven Effekt. Die Luft ist nicht zu knapp mit Salz angereichert. Die Salzkristalle legen sich auf alles, was sich in der Mine befindet. Dort unten jahrelang zu arbeiten, war dann wahrscheinlich das Gegenteil von gesund.
Es ist jedenfalls auch für Leute ohne Kinder ein Erlebnis, sich das Salzbergwerk von Turda anzusehen.

Surdesti

Von Sighetu Marmatiei aus wollten wir nach Surdesti. Wir hatten die Wahl zwischen zwei Routen: einmal über Ocna Sugatac, wo ein schöner See liegt, oder aber die Fernstraße 18 über Sat Sugatag, Desesti und Mara nach Mittelstadt. Diese Straße ist bekannt für ihre Holzhäuser und Holzkirchen. Wir besuchten die Holzkirche in Sat Sagutag, da wir dort am Besten einen Zugang fanden. Die Optik der Kirche ist sehr schön, aber die Zimmermannskunst dahinter ist schon beeindruckend. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1642 und ist offensichtlich mehrmals rekonstruiert worden. Die Kirche selbst war geschlossen, aber der Friedhof ist auch recht interessant. Manche Gräber sind sehr prunkvoll, anderen sieht man schon die Jahre an. Zu den Kirchhöfen und auch zu den privaten Wohnhäusern gelangt man oftmals durch prächtige Holztore mit zum Teil kostbaren Schnitzereien.

In den alten Holzwohnhäusern wohnt meist niemand mehr, denn die meisten Eigentümer bauten sich moderne Häuser daneben.

In Surdesti lockt die prächtige Eichenholzkirche. Ihr Kirchturm ist 54m hoch und somit eine der höchsten Holzkonstruktionen in Europa. Das Innere soll ebenfalls sehenswert sein, aber auch sie war geschlossen. Zu beiden Kirchen gibt es ein neues Holzhaus mit Informationen, aber die sind wohl nur im Sommer geöffnet. Schade.

Auf der Wiese vor der Kirche von Surdesti wachsen gerade viele Herbstzeitlose. Sie bringen ein wenig Farbe in die triste Herbstwelt, in der wir stecken.

In Mara stießen wir auf einen Forellen-Hof namens Alex, alles vom Feinsten: Holztor, Holzbrücken, Holzhäuser, Teiche. Wir kamen uns vor, wie in einem japanischen Garten. Die Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen und wir bekamen die beste Forelle, die wir je gegessen haben. Für eine Portion mit zwei gegrillten Forellen, Grillgemüse, Salat und Knobi-Soße bezahlten wir beide zusammen 30,-€, dazu das großartige Ambiente.

Gut einen Kilometer weiter kann man sich an einer Quelle erfrischen, bevor ein großer Berganstieg in Richtung Turda folgt.

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