A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Tournon-sur-Rhône

In Saint-Claude befanden wir uns nahe der Schweizer Alpen und es wurde für fünf Tage Regenwetter angekündigt. Wie wir erfuhren betrifft das komplett Südostfrankreich. Also, egal wo wir hinfahren, wir werden nass. Die beste Möglichkeit, der Schlechtwetterfront so weit wie möglich auszuweichen: sich nach Westen wenden. Die Besichtigung von Annecy, des „Venedig der Alpen“, war damit abgehakt.

Also beschlossen wir nach Lyon zu fahren. Dort wollten wir uns die beeindruckenden Überreste der alten und bedeutenden römischen Stadt Lungdunum ansehen. Lungdunum wurde 43 v.Chr. gegründet und ist der direkte Vorläufer von Lyon. Zu besichtigen sind das große Amphitheater, das Odeon und viele weitere archäologische Ausgrabungen. Leider konnten wir keinen Parkplatz finden, auch außerhalb von Lyon nicht. So fuhren wir in Richtung Süden weiter, nun immer an der Rhône entlang.

Dabei kamen wir nach Wien. Nein, nicht die österreichische Hauptstadt, sondern Vienne an der Rhône. Auch hier keine Parkmöglichkeit, um sich die ebenfalls interessanten römischen Ausgrabungen, inklusive dem komplett erhaltenen Amphitheater, anzusehen.

Erst in Tournon-sur-Rhône fanden wir einen Wohnmobilstellplatz. Die Stadt liegt im Departement Ardèche. Hier mündet der aus dem Zentralmassiv kommende Fluss Doux in die Rhône.

Seit wir die Rhône entlang fahren, wähnen wir uns fast wie an der Mosel: Weinanbau, Steillagen, Weinkeller und der Fluss. Die Bilder gleichen sich stark. Leider ist das Wetter grau, wodurch die Farben fehlen.

Die Erkundung von Tournon begannen wir im Park Quai Farconnet, wo gerade ein Flohmarkt unter den Platanen stattfand. Das Angebot ist französisch, ganz anders, als wir es gewohnt sind. Zudem ist alles großzügig aufgebaut, so dass sich die Besucher nicht tot treten. Man kann also in aller Ruhe stöbern.

Am Kai liegen Flusskreuzfahrtschiffe und ein Restaurantschiff. Der Anblick des Ufers gegenüber erinnert wieder an die Mosel-Weinberge.

Jetzt haben wir die Fußgängerbrücke erreicht, die 1849 von Marc Seguin als Hängebrücke konstruiert und gebaut wurde. Sie ersetzte die 1825 entstandene ursprüngliche Brücke, die für die Dampfschifffahrt zu niedrig geworden war.

Nun lenkten wir unsere Schritte in die Gassen der Altstadt, bis zur Stiftskirche zum Heiligen Julien. Die erste romanische Kirche wurde im 11. Jahrhundert gebaut, die heutige Kirche gibt es seit dem 14. Jahrhundert.

Am Ufer der Rhône steht das Schloss von Tournon, heute ein Museum.

Wer etwas Natur erleben will kann sich auf den Weg über die Doux-Brücke machen und durch den Auwald, wo sich auch ein großes Sportareal befindet, spazieren. An der Spitze steht man an der Mündung des naturbelassenen Doux in die Rhône.

Inzwischen ist auch leicht der mediterrane Einfluss in Natur und Kultur auszumachen. Es wachsen Oleander und Kugelpinien in der Landschaft. Auch in der Architektur ist dieser Einfluss hier und da zu spüren. Wir kommen dem Mittelmeer näher.

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