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Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Spanien/Portugal”

Figueres

Dali Museum

Dali Museum

Der erste Anlaufpunkt in Spanien war die Stadt Figueres. Hier lockte vor allem das Dalí Museum, welches man von Bildern kennt. Die außergewöhnliche und verspielte Architektur des Gebäudes ruft verschiedenste Gefühle hervor. Was bedeuten die riesengroßen Eier auf dem Rand des Daches? Was bedeuten die immer gleichen kleinen Reliefs, die die gesamte Fassade zieren? Da wir nur entfernt Dalí´s künstlerischen Stil kennen, setzten wir uns nicht weiter damit auseinander. Das Gebäude lädt jedenfalls zu Diskussionen ein. Der Eintritt ins Museum ist nicht gering. Figueres ist die Geburtsstadt Dalí´s.
Die Altstadt von Figueres mit den vielen Gassen ist abwechslungsreich. Die Preise in den Läden sind bezahlbar. Es macht Spaß, die Altstadt zu entdecken.
Da die Stadt für Fahrzeuge über 5t gesperrt ist, stellten wir das Motorhome an einer Tankstelle außerhalb von Figueres ab und fuhren mit dem Smart ins Zentrum. Für fast gut eine Stunde im Parkhaus am Dalí Museum bezahlten wir 2,45€. Am Straßenrand besteht so gut wie keine Chance, einen Parkplatz zu finden.

Côte Vermeille

Strandzugang Argeles-Plage

Strandzugang Argeles-Plage

Der allersüdlichste Küstenabschnitt Südfrankreichs ist die Côte Vermeille, die Zinnober- oder Purpurküste. Felsige Landzungen strecken sich ins Meer, nicht weniger felsige Buchten liegen dazwischen.
Argeles-Plage ist eine Stadt der Neuzeit und hat fast nur Hotelzimmer, Ferienwohnungen sowie Campingplätze zu bieten, natürlich inklusive der unvermeidlichen Kneipen- und Ladenmeilen. Der lange und breite Strand ist durch eine grüne Promenade von der Stadt getrennt. Um diese Jahreszeit haben nur ungefähr fünf Prozent der Kneipen und Läden geöffnet, alles wirkt wie ausgestorben. Im Sommer möchten wir dagegen nicht hier sein, da sieht man sicher vor lauter Menschen sonst nichts mehr.

Collioure

Collioure

Wesentlich attraktiver ist dagegen der Ort Collioure mit seiner farbenfrohen, gewachsenen Altstadt, die sich um eine Bucht schmiegt. Auch hier finden sich wieder enge Gassen, schmale Häuser und gemütliche Eckchen.
Blickpunkte an der Bucht sind das Ch
âteau Royal und die Notre-Dame-des-Anges. Die Burg dient seit jeher den französischen Kommandotruppen als Ausbildungsstätte. Gerade wurden wir Zeuge, als Kampfschwimmer mit Kajaks von einer Übung zurückkamen.
Die Kirche kann von innen besichtigt werden. Deren Seiten beherbergen, ebenso wie die Kathedrale in Perpignan, verschiedene geschnitzte Altäre und Wandmalereien. Allerdings gibt es keine Orgel. Der runde Turm der Kirche war im 17. Jahrhundert ein Leuchtturm, der die Einfahrt nach Collioure markierte.
Vom Leuchtfeuer auf der Mole aus hat man einen schönen Blick über das gesamte Ensemble Stadt, Burg und Kirche. Auf dem felsigen Kap, alles hier ist Schiefer, steht eine kleine Seefahrerkirche. Von dort aus blickt man auf die Rückseite einer Häuserzeile, die direkt am Abhang steht.
Über Collioure thronen zwei weitere Burgruinen sowie eine Windmühle.

le Cap Béar

le Cap Béar

Port Vendres sieht wieder etwas neuer aus. Die Stadt gruppiert sich um einen großen kommerziellen Hafen, der einzige Fischereihafen, der an der Küste noch übrigblieb.
Gleich hinter dem Hafen biegt man zum le Cap Béar ab. Zufällig fanden wir dieses Ziel auf einem Touristinfo-Plan in St.-Cyprien-Plage. Oben auf dem höchsten Punkt des Caps sitzt wieder die Armee. Die schmale Straße, die um den Stützpunkt und um den Berg herum führt, endet am Leuchtturm des Cap Béar. Gern wird der Weg, immer am Wasser entlang, auch gewandert.
Auf der Capspitze stehen noch Ruinen einer ehemaligen Verteidigungsanlage der Deutschen. 120 Mann waren hier von 1942 bis 1944 stationiert. Beim Abzug der Deutschen zerstörten sie diese Anlage genauso, wie den Hafen und die Schiffe, die heute vor dem Hafen auf dem Meeresboden liegen. Das erinnert uns an Narvik in Norwegen, wo das Gleiche geschah.

Côte Vermeille

Côte Vermeille

Von der äußersten Capspitze lässt sich die gesamte Côte Vermeille überblicken. Im Frühjahr und im Herbst sollen hier zehntausende Meeresvögel wie der Mittelmeer-Basstölpel oder Papageientaucher Station machen.

Teufelsbrücke in Céret

Teufelsbrücke in Céret

An der Côte Vermeille reichen die Berge der Albéreskette bis ans Meer. Die D115 führt direkt an den Bergen entlang, bis an die spanische Grenze. Da wir nicht nur Küste, sondern auch Berge sehen wollten, unternahmen wir eine Rundfahrt ins Hinterland. In Céret, dem Ort direkt am Eingang zum Vallespir, wie sich das Tal nach Spanien nennt, lenken gleich drei nebeneinander liegende Brücken die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die Brücken überspannen den Fluss Tech, der aus den Bergen kommt. Die südliche Bogenbrücke, die Teufelsbrücke aus dem 14. Jahrhundert, ist die älteste der drei Bauwerke. Als diese wohl für den modernen Verkehr nicht mehr ausreichte, baute man direkt daneben die neue Autobrücke. Im Norden, nur ein wenig weiter, steht eine Eisenbahnbrücke, wahrscheinlich aus der gleichen Zeit wie die Autobrücke. Der Bahnverkehr ist jedoch schon vor langer Zeit eingestellt worden, denn die Natur erobert sich das Gleisbett zurück.
Über die Eisenbahnbrücke hinweg prangen die schneebedeckten Berge, der Pic du Canigou (2784m) und der Pic des Très Vents (2731m) vor dem blauen Himmel in nicht allzu weiter Ferne.

Der D118 weiter folgend, kommt man durch Amelie-les-Bains. Die heißen Quellen, die hier zutage treten, werden von einem Hotel genutzt. Der Ort streckt sich entlang des Tech-Tales zu beiden Seiten. Viele der Häuser klettern dabei die Berghänge hinauf.

Corsavy

Corsavy

Bei Arles-sur-Tech biegt eine Straße nach Corsavy ab. Mit teilweise 14% Steigung führt die Straße zu diesem Bergort, der auf 780m liegt. Die Straße führt dann noch knapp zehn Kilometer weiter den Berg hinauf, zum Pic de l´Estelle (1778m). Dieser Gipfel liegt gleich neben den beiden vorher erwähnten schneebedeckten Berggipfeln, die man von dort aus ganz bestimmt zum Greifen nah hat.
Corsavy ist ein altes Bergdorf, durch dessen Gassen man bergauf und bergab unbedingt einmal schlendern sollte. Die meisten Gassen sind nicht befahrbar, so eng sind sie. Andere Gassen sind mit Stufen ausgestattet, um die Höhenunterschiede zu bewältigen. Hier scheint das Leben stillzustehen. Es herrscht eine himmlische Ruhe und an vielen Orten eröffnet sich ein Blick über die bergige Landschaft bis hin zum Meer.

Bergwelt der Pyrenäen

Bergwelt der Pyrenäen

Um noch mehr von der Pyrenäen-Bergwelt mitzubekommen, nahmen wir den Weg von Amelie-les-Bains aus über die D618. Diese Straße sollte jedoch nur befahren, wer genug Zeit und Ausdauer hat, denn die 40 Kilometer bestehen nur aus Kurven. Unzählige Berghänge müssen umfahren werden, die unendlich weit scheinen und zum größten Teil mit Korkeichen bestanden sind.

St. Marsal

St. Marsal

Nur wenige Dörfer und ein paar Einzelgehöfte liegen an der Straße. St. Marsal liegt als einziges Dorf auf einer Bergspitze, ziemlich in der Mitte der Strecke. Hier parkten wir noch einmal das Auto, um durch die Gassen zu spazieren. Auf dem Place de Republique, an dem das Restaurant und die Schule stehen, tranken wir einen Café.
Man soll es nicht glauben, aber an vielen Stellen sind Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet. Man sollte sich allerdings schlau machen, bis zu welcher Größe die Stellplätze angefahren werden können, denn manche Zufahrten sind abenteuerlich.
Ab St. Marsal führt die Straße abwärts, bis man bei Bouleternère auf das Flachland stößt. Durch unendliche Weinfelder, jetzt im Herbst in vielen Farben leuchtend, erreicht man wieder die Küste.
Durch diese kleine Tour lernten wir wenigstens ein wenig die Bergwelt der Pyrenäen kennen, die sich von der Mittelmeerküste entlang der spanischen Grenze bis
zur
Biskaya im Norden erstrecken.

Perpignan

im Roussillon

im Roussillon

Inzwischen ist der Herbst auch hier angekommen. Es ist kalt, nachts um die 8-10°, tagsüber 11-15°, also nicht unbedingt etwas für Camper. Allerdings scheint oft die Sonne, die wenigstens die Gemütsstimmung oben hält. Auf den höchsten Bergen hat es inzwischen geschneit. Die weißen Kuppen strahlen gegen den blauen Himmel.
Die Gegend um Perpignan bis zur spanischen Grenze ist ein sehr schönes Gebiet, zwischen dem Mittelmeer und den Bergen des Roussillon sowie der Albéres-Kette. Um diese Jahreszeit bewegt man sich überall fast allein. Die allermeisten Touristen haben diese Gegend bis Ende Oktober verlassen. Jetzt sind eigentlich nur noch Durchreisende nach Spanien unterwegs, die hier einen kurzen Stopp einlegen.
Die Provinz Roussillon ist zum großen Teil zweisprachig, einmal französisch, zum anderen katalanisch. Bis gegen Ende des Mittelalters gehörte die Gegend zu Katalonien. Seit 1659 ist sie französisches Territorium. Die Menschen hier blieben in ihren Herzen jedoch immer Katalanen, was die allerorten wehenden katalanischen Flaggen, und wie gesagt, die zweisprachigen Schilder beweisen.

Le Castillet

Le Castillet

Perpignan ist die wärmste Stadt Frankreichs. Sie liegt am Fluss Tet, der aus den Bergen kommt und sehr klares Wasser bei Canet ins Mittelmeer führt. Die Altstadt weist zumeist enge Gassen auf, in die durch die relativ hohen Bauten kaum Sonne scheint. Im Sommer mag das bei den heißen Temperaturen recht schön sein, aber im Winter ist es nur kalt und dunkel.
Auffallende Bauten sind Le Castillet und die Kathedrale St-Jean. Le Castillet, am Fluss gelegen, war einmal ein Stadttor. Als die Franzosen kamen, nutzten sie es als Gefängnis, noch bis 1963. Heute ist es ein Museum. Louis XVI baute seinerzeit noch das Portal an.

Place de Cathedrale

Place de Cathedrale

Die Kathedrale ist etwas ganz besonderes, wie wir es bisher so noch nicht gesehen haben. Eigentlich als dreischiffiges Bauwerk konzipiert, wurde es dann doch nur einschiffig. Auf beiden Seiten sind jedoch zwischen jeder Säulenreihe Kapellen eingelassen. In jeder Kapelle thront ein mehr oder weniger prunkvoller Altar. Der Kirchturm ist einzigartig. Er ist nicht massiv, sondern ein filigranes Gebilde aus Stahl, welches eine große Glocke trägt.

Am südlichen Rand der Altstadt breitet sich die Zitadelle aus, die die älteste Residenz Frankreichs samt Kapelle beherbergt. Der Palast und die Kapelle stammen aus dem 13. Jahrhundert, als Perpignan noch Hauptstadt des Königreiches von Mallorca war, die Zitadelle baute man im 17. Jahrhundert drumherum.

St-Cyprien-Plage

St-Cyprien-Plage

Endlich bekamen wir nun hier das Mittelmeer zu Gesicht, und zwar bei St-Cyprien-Plage. Der kleine Ort St. Cyprien ist zwar schön anzusehen, mit den alten, teilweise engen Gassen, dann wieder offenen und modernen Teilen, aber ein Highlight ist er nicht. Dafür wachsen überall im Ort verschiedene Zitrusfrüchte. Sogar einen Gummibaum mit Fruchtständen sahen wir.
St-Cyprien-Plage ist ein Touristenort, relativ neu dazu. In der gesamten Küstenregion von Narbonne bis zur spanischen Grenze gab es bis Mitte der 1960er Jahre nur ein paar verschlafene Fischerdörfer. Dann erklärte die französische Regierung den Bereich zur Urlaubsregion und es wurde gebaut, was das Zeug hielt, Hotels, Restaurants, Geschäfte, Ferienhäuser usw. Dementsprechend wenig attraktiv sind die großen Urlaubsorte des Roussillon. Die Strände sind dafür umso länger, das Wasser sehr sauber. Der Blick in die angrenzenden Berge ist fast überall gegeben. Der Yachthafen von St-Cyprien-Plage ist riesengroß und jetzt im Winter vollgestopft mit allen Arten von Booten. Nur sehr vereinzelt trifft man jetzt auf andere Menschen, während im Sommer offensichtlich hier die Hölle los ist.

Elne

Elne

Einen Besuch wert ist dagegen Elne. Die Altstadt breitet sich auf einem Hügel aus. Am höchsten Punkt steht die Touristinfo. Ganz in der Nähe wurde nach zwei Seiten eine Art Balkon gebaut, von dem aus man über die ganze Stadt sehen kann, die von den Bergen des Roussillon umrahmt wird.
Während die Hautstraße der Altstadt relativ stark frequentiert wird, waren wir in den Gassen rund um die Kirche als Touristen ganz allein unterwegs. Elne ist die Stadt der Kunst, deshalb trifft man überall auf Galerien und Werkstätten verschiedener Art. Wer sich also für Kunst interessiert, der ist in Elne richtig.

Fischerdorf bei Canet

Fischerdorf bei Canet

Ein letzter Ausflug im Roussillon, beim schönsten Wetter seit unserer Ankunft vor 14 Tagen hier, 27°, blauer Himmel und so gut wie kein Wind, brachte uns nach Canet. Zwischen St. Cyprien-Plage und Canet trennt ein schmaler Landstreifen eine Lagune vom Meer. Sie nennt sich Etang de Canet et de St. Nazeire. Im Frühjahr und im Herbst treffen sich hier viele Vogelarten zur Rast. Jetzt ist die Lagune fast verwaist, bis auf ein paar Schmuckreiher und Möwen. Auf dem Marschland trifft man auf Lerchen und Stieglitze. Am Auslass der Lagune, die von vier Flüssen aus den Bergen gespeist wird, steht ein altes Fischerdorf. Die Hütten werden noch heute von den Fischern genutzt, die mit ihren kleinen Booten in der Lagune auf Fischfang gehen. Die haben sich ein wirklich idyllisches Plätzchen ausgesucht.

Promenade von Canet

Promenade von Canet

Canet an sich ist zwar auch ein neuer Badeort, aber er ist wesentlich einladender als Argeles-Plage. An der Promenade, direkt hinter dem breiten Strand, gibt es ein paar Restaurants und Geschäfte, aber alles hält sich noch im Rahmen. Bei einem Spaziergang auf der Mole hat man einen schönen Blick auf die Wasserfront von Canet, den langen Strand und die Berge im Hintergrund. Die Mole ist eine der Begrenzungen für die Hafeneinfahrt in den Yachthafen, der ziemlich groß ist. Im Sommer starten, wie von vielen großen Urlaubsorten aus, Bootsfahrten entlang der Küste.

Fahrt nach Spanien

Fahrt durch´s Zentralmassiv

Fahrt durch´s Zentralmassiv

250 km auf französischem Gebiet fuhren wir auf einen Parkplatz, um Kaffeepause zu machen. Als wir weiterfahren wollten, meldete die Motorelektronik einen Fehler. Das Motorhome wollte nicht mehr starten. Alle Versuche blieben ergebnislos. Na prima, das jetzt auch noch. Hätte das nicht noch in Deutschland passieren können? Dort statteten wir noch einen kurzen Besuch der Firma ICF US Motorhomes ab. Nur die können uns nun helfen. Ein Anruf dort, Überprüfung einiger Bauteile sowie etwas Starterspray und siehe da, der Motor erweckte wieder zum Leben. Gott sei Dank, uns fiel ein Stein vom Herzen.

Bergdorf im Zentralmassiv

Bergdorf im Zentralmassiv

Über Mulhouse fuhren wir zwangsläufig auf der Autobahn nach Besancon. Die Maut für die paar Kilometer kostete uns gut 42,- €. Das kann nicht so weitergehen. Also schwenkten wir auf die Landstraße um, quer nach Westen bis zur Autobahn 71. Bis zum Anschluss an die A75 kostete die noch einmal 14,40 € Maut. Die A75 ist dann mautfrei. Dafür führt sie über das Zentralmassiv. Mehrere Spitzenhöhen um die 1110 m über Null sind dabei zu überwinden. Das heißt, Kilometer weit nur bergauf und kilometerweit wieder runter. Bloß gut, dass gerade Feiertag war, so dass wir uns nicht auch noch um die LKWs kümmern mussten. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft mit Bergen, dem Vulkangebiet der Auvergne und Tälern. Mal ist der Blick von Bergen eingezwängt, mal kann er sehr weit schweifen.

Garabit-Viadukt bei Nacht

Garabit-Viadukt bei Nacht

Südlich von St. Flour übernachteten wir auf dem Parkplatz am Garabit-Viadukt, der vom berühmten Gustav Eiffel konstruiert wurde. Es ist eine 564 m lange Fachwerkkonstruktion aus Stahl, mit 5 Bögen. 400 Männer bauten vier Jahre lang an der Brücke, von 1880 bis 1884, eine Meisterleistung. Im Besucherzentrum am Parkplatz sind Bilder und Dokumentationen vom Bau der Brücke ausgestellt. Nachts ist die Brücke beleuchtet.

Millau-Viadukt

Millau-Viadukt

Der Viadukt von Millau, dessen Bau wir vor Jahren im Fernsehen verfolgten, liegt auf dem Weg weiter nach Süden. Die Autobahn A75 ist zwar mautfrei, dafür schlägt die Maut für unser Motorhome mit 34,80 € zu buche. Lange überlegten wir, wie wir es anstellen sollen. Über die Brücke fahren und Maut bezahlen, oder nach Millau ins Tal fahren und auf der anderen Seite wieder hochkraxeln? Dann kam uns die richtige Idee: auf einen Parkplatz fahren und mit dem Smart nach Millau hinunterfahren, sowie von dort aus die Brücke gucken. Später mit dem Motorhome über die Brücke fahren, wenn es sein müsste. Gesagt, getan. Der Parkplatz kurz hinter der Ausfahrt 44.1 ist ein prima Ausgangspunkt.
Der erste Weg im Tal der Tarn führte natürlich zum Millau-Viadukt, der gleich mit zwei Superlativen aufwarten kann. Es ist die längste Schrägseilbrücke der Welt (2460m), zudem ist sie im Moment die höchste Brücke der Welt. Die Fahrbahn liegt 270m über dem Fluss, der höchste Pylon misst 343 m. 55 Arbeiter bauten 3 Jahre lang jeden Tag an dem Bauwerk. 2004 wurde sie fertiggestellt und soll ihren Betrieb 75 Jahre lang aufrechterhalten. Unter der Brücke befindet sich ein Besucherzentrum, in dem man sich über den Millau-Viadukt informieren kann. Gleichzeitig kann man die Höhe der Brücke dort unten auf sich wirken lassen. Wenn ein Auto über die Brücke fährt, hört sich das an, als flöge ein Flugzeug am Himmel, Wahnsinn. Die Grundfläche des höchsten Pylons ist so groß wie ein Tennisfeld.

Millau-Viadukt von oben

Millau-Viadukt von oben

An der Ausfahrt 45, kurz vor der Mautstelle, führt eine Straße zu einem Aussichtspunkt, von dem aus einem die Brücke und das Tal zu Füßen liegen. Wenn man jedoch sowieso Maut bezahlt, dann erreicht man den Aussichtspunkt auch kurz vor der Brücke von der Autobahn aus. Es ist dann nur noch ein kurzer Fußweg. Von dort oben ist der Viadukt ein wahres Kunstwerk.

Einkaufsstraße in Millau

Einkaufsstraße in Millau

Millau selbst liegt in einem schönen Tal, welches von schroffen Kalksteinfelsen umrahmt ist. In den engen Gassen der Altstadt kommt man sich ins Mittelalter zurückversetzt vor, vor allem in den ruhigen Gassen. Im Stadtpark und an der Tarn kann man gut bummeln.

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Immer weiter geht es durch das Zentralmassiv, welches aus Kalkstein und Vulkanspots besteht, von 500m bis auf über 1000m, abermals kilometerweit hoch und kilometerweit runter. Hier kommen das Volvic-Mineralwasser und der Roquefort-Käse her. Das Gebirge ist sehr wohl einen längeren Besuch wert, um es wenigstens teilweise zu erkunden und zu erleben.
Der allerschönste Abschnitt ist jedoch dort, wo man das Zentralmassiv verlässt. Dort muss man ein Gefälle von 7,5% auf 7,5 km bewältigen. Die Autobahn, anscheinend im Zug der Erstellung des Millau-Viadukts gebaut, führt hier an hohen Felswänden entlang, an die sich tiefe Schluchten anschließen. Mediterrane Bergdörfer, Weinberge und Olivenbäume zeigen an, dass das Mittelmeer nicht mehr weit ist. Der Rest des Weges ist flach.

Flamingos

Flamingos

An der Küste bei Agde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Campingplätze inzwischen geschlossen sind. So fuhren wir einen Stellplatz in Peyriac-de-Mer bei Narbonne an. Um den zu erreichen, ohne Navi kaum zu schaffen, muss man sich durch die sehr engen Gassen und 90°-Kurven zwängen, inkl. Gegenverkehr. Der Platz selbst ist groß genug, direkt am Rugby-Platz. Es ist ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend um den Ort und die alten Salinenfelder zu unternehmen. Sie sind nicht mehr in Betrieb, sondern ein Naturschutzgebiet, in dem sich unter anderen Vogelarten auch Pelikane und Flamingos tummeln. Alles, die Wasserflächen, die Kalksteinfelsen und die Vegetation, erinnert uns hier an Kroatien und die Kornaten dort.

Nun mussten wir doch endlich einen Campingplatz anfahren. Der nächste Platz, der ganzjährig geöffnet hat, ist „Le Florida“ in Elne, südlich von Perpignan. Mit der ACSI-Card kostet der Platz nur 17,-€ inkl. allem. Die Stellplätze sind sehr groß und durch Hecken zum Nachbarn abgetrennt. Der Pool ist allerdings jetzt geschlossen. Hier werden wir eine Weile bleiben und noch verschiedene Dinge erledigen, für die in Deutschland durch das Wetter nun keine Zeit mehr blieb.
Die Landschaft hier im äußersten Süden Frankreichs gleicht der Wüstenlandschaft in Arizona: trockene Erde, vertrocknetes Gras und trockenes Gebüsch. Es muss jedoch kurz vor unserer Ankunft einen sehr kräftigen Guss gegeben haben, denn vielerorts stehen noch große Pfützen.
Die Winterstiefel und langen Klamotten haben wir inzwischen gegen Schlappen und kurze Sachen ausgetauscht.

 

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