A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Schlammvulkane von Berca

Neben der Transfagarasan waren die Schlammvulkane das Ziel, auf das wir uns am meisten gefreut haben. Im letzten Jahr nicht geschafft, diesmal schon. Und es hat sich gelohnt. Aber eines nach dem anderen.

Eine Nacht verbrachten wir auf dem Hof der Pension Casa Matei in Berca, direkt am Fluss Buzau. Ganz in der Nähe fand gerade ein Wurstfestival statt, welches wir uns ansehen wollten. Die musikalische Umrahmung bot rumänische Folkloremusik, bei der auch die Gäste zum Mittanzen angehalten waren. Rund um den Platz standen Verkaufsstände, aus denen es überall lecker roch. Schaschlik, Bratwurst, Gulasch, was das Herz begehrte, mit verschiedenen Beilagen. Dazu wurden Fleischerzeugnisse, meist frisch geräuchert, angeboten. Hier kam jeder Fleisch- und Grillliebhaber auf seine Kosten. Aber auch die berühmten und sehr leckeres Kürtos (das süße Brot mit Loch) konnte man bekommen, in vielen Geschmacksvariationen. Abgerundet wurde das Angebot auf dem Festival, welches 11 Tage läuft, mit verschiedenem Kunsthandwerk.

Erst zu spät haben wir bemerkt, dass ganz in der Nähe auch ein kleines Schlammvulkanfeld zu finden ist. Sehr schön ist aber ein Spaziergang am Flussufer entlang, nur für Fußgänger und Radfahrer gedacht, sowie mit verschiedenen aufgemalten Straßenspielen für Kinder.

Am nächsten Morgen fuhren wir in die Hügellandschaft ca. 14 km oberhalb von Berca, auf den Naturcampingplatz „Muddyland“. Der ist zwar noch im Aufbau begriffen, aber schon jetzt ein echtes Juwel. Genug Platz für Wohnmobile und Zelte, mehreren verschiedenen Unterkünften, die meisten noch im Bau, einem Restaurant mit leckerer Küche, und was man sonst noch so braucht. Der Chef ist sehr nett und kümmert sich liebevoll um seine Gäste.

Was den Campingplatz so besonders macht, ist die Tatsache, dass von hier aus beide großen Schlammvulkanfelder zu Fuß zu erreichen sind. Das kleine Feld liegt nur etwa 400m einen Hügel hinauf. Der Eintritt kosten 4,-Lei, nicht einmal 1,-€. Dann liegt das graue Schlammvulkanfeld vor dem Besucher. Es ist unspektakulär, aber sehr interessant. Hier bilden viele kleine Schlammlöcher ein großes Feld. Aus jedem dieser Schlammlöcher, oder schon Schlammvulkankegeln, blubbert das Gas, auf einer Infotafel als Petroleum mit ganz viel Gas bezeichnet, an die Luft. Rauchen oder Feuer sind natürlich strengstens verboten.

Jedes Schlammloch ist interessant und will besucht werden. Auch die Randgebiete, wo die Tätigkeit schon eingestellt ist, sind sehenswert. Große Rinnen, die nun vom Regen ausgespült werden, wechseln sich mit hohen Schlammzungen ab. Es ist einfach nur großartig.

Das zweite Feld, genau entgegengesetzt vom ersten, stellt sich anders dar. Es ist ein einziger großer Schlammvulkan, mit mehreren Kratern, wie wir sie vom Ätna kennen. Die Nebenkrater sind kaum noch aktiv, dafür ist der Hauptkrater umso attraktiver. Wie eine nicht ganz so alte Schlammzunge zeigt, kann dieser Schlammvulkan auch anders. Es muss eine große Eruption gewesen sein, die sehr viel Schlamm aus der Tiefe geholt hat.

Am Eingang zum großen Schlammvulkan stehen Tafeln, die Überlebensregeln beim Besuch der Schlammvulkane darstellen. Da heißt es z.B.:
– Nicht jeder Schlamm ist gut für die Haut, dieser hier definitiv nicht.
– Wenn Sie hineinfallen, werden sie nie mehr gefunden. Die Schlote sind ca. 3km tief.
– Eine Legende erzählt, dass unter dieser Erde ein Drache lebt. Auf dem Weg zum kleinen Vulkanfeld wird die Geschichte von einem Helden erzählt, der nach 7 Tagen und 7 Nächten Unwetter, welches ein siebenköpfiger Drache über das bisher sehr friedliche Land gebracht hat, dem Treiben ein Ende setzte. Er schlug dem Drachen einen Kopf ab, der sich daraufhin unter die Erde zurückzog. Das Blubbern der Schlammlöcher kommt vom Atmen des Drachen.
– Man soll keinen Müll zurück lassen. Der Drache frisst ihn und will dann mehr. Irgendwann sind dann auch die Menschen dran.
– Man soll keine Blumen pflücken, denn der Drache passt auf seinen Garten auf.
Diese Darstellung der Verhaltensregeln sind auf ihre Weise einprägsam.

Wie entstehen Schlammvulkane. Dazu gehören als unterste Schicht undurchlässiges Gestein. Darüber sehr durchlässiges Gestein, für Gase. Dann braucht es eine große Salzkammer und sehr viel Wasser. Das Wasser löst das Salz und wird durch das Gas über Schlote, wie bei echten Vulkanen, an die Oberfläche gedrückt.

In Europa gibt es noch mehr Schlammvulkane, z.B. in Bulgarien, Italien und in der Urkraine. Der größte von ihnen ist jedoch der große Schlammvulkan von Berca.

Umgeben werden die Schlammvulkanfelder von einer herrlichen, offenen Hügellandschaft. Es ist hier sehr einsam und sehr ruhig. Es ist der ruhigste Flecken Erde, den wir in Rumänien bisher gesehen haben.

Curtea de Argeş

In Curtea de Arges hielten wir, um uns das Kloster von 1521 anzusehen. Es ist architektonisch sehr interessant. Die Fassade weist sehr filigrane Verzierungen auf und die Fenster zweier Türme sind sehr lang und schräg eingebaut. Der Innenraum ist zwar dunkel, aber reich an Gold an den Wänden und mit zahlreichen religiösen Darstellungen gestaltet.

Das schöne Kloster steht in einem französisch angelegten Park. Der Besuch ist kostenfrei, natürlich sollte man sich entsprechend kleiden.

Curtea de Arges war im 14. Jahrhundert, bis zu Anfang des 15. Jahrhunderts die Hauptstadt der Walachei.

Das nächste Ziel sollte Targovişte sein, aber wir fanden keinen Parkplatz mit unserem Wohnmobil in der Nähe der Sehenswürdigkeiten. In dieser Kleinstadt, von einer hügeligen Landschaft umgeben, wirkte einst Vlad Tepeş, der Pfähler. Er wird mit Dracula in Verbindung gebracht, weil er als Mitglied des mittelalterlichen Drachenordens den Beinamen „Dracul“ trug. Wir alle wissen jedoch, dass Dracula eine rein fiktive Gestalt ist. Trotzdem hatte Vlad Tepeş seine Feinde gerne aufspießen, also pfählen lassen. Das ist wohl erwiesen.

Targovişte wurde im 14. Jahrhundert Hauptstadt der Walachei und blieb es bis ins 16. Jahrhundert.

So suchten wir uns nun einen Platz zum Übernachten, was auf dieser Strecke, von Curtea de Arges bis nach Buzau ziemlich schwierig ist. Dank park4night fanden wir zwischen Targovişte und Ploieşti an einem großen Fluss ein sehr einsames und ruhiges Fleckchen, jedenfalls solange die Kies-LKW´s nicht fahren.

Transfăgărăşan

Unser nächstes Ziel sollte Sibiu, Hermannstadt, sein. Wir wollten diese Stadt besuchen, weil sie als UNESCO-Weltkulturerbe sehr sehenswert sein soll. Wir fuhren also den Stellplatz Nomad Caravan im Westen von Sibiu an. Den ersten Tag dort verbrachten wir mit kleineren Reparaturarbeiten, die Dachluke war z.B. undicht, und nutzten ihn zudem zum Ausruhen. Die Tagesabschnitte waren bis hierher alle sehr lang, so dass uns eine Pause gut tat.

Vom Stellplatz aus liegt die Altstadt noch ca. 5km entfernt, an der Europastraße E68. Das heißt permanenter Lärm 24 Stunden am Tag, Abgase und Autos ohne Ende, nicht zum Aushalten.

Per Bus oder Taxi kann man auch in die Altstadt gelangen. Aber wir wollten keine dritte Nacht auf dem Platz bleiben, sondern auf einem großen Parkplatz in der Nähe der Altstadt parken und einen Besuch dieser zu Fuß in Angriff nehmen, Leider sind auch die großen Parkplätze zu klein für ein 8m-Wohnmobil. So verließen wir Sibiu und steuerten die Transfagarasan-Passstraße an, die über die Karpaten nach Süden führt.

Von unserem Bekannten, mit dessen Hilfe wir im letzten Jahr schon einmal Rumänien erkunden durften, wussten wir, dass am Südende der Straße Bären zu finden sind. Die sollen sich fast immer am Straßenrand sehen lassen. Auf die freuten wir uns besonders.

Wie schon bei der Transalpina beginnt die Anfahrt relativ behutsam. Es ist schon ein tolles Bild wie sich der Gebirgszug der Karpaten vor uns aufbaut. Zuerst ist alles dicht bewaldet, die Kurven nehmen zu und Meter um Meter steigt die Straße an.

Kurz vor dem Pass, an dem sich die Bergstation einer Kabinenbahn befindet, gibt es Parkmöglichkeiten. Von dort aus hat man einen phantastischen Blick auf die Serpentinen, die unter einem liegen. Bäume gibt es auf über 2000 Meter Höhe keine mehr. Hier und da rinnen kleine Bäche in Wasserfällen den Hang hinunter. Heute hatten wir Glück und wir konnten die Bergwelt genießen. Der Transalpina-Pass lag im letzten Jahr in Wolken.

Um den Balea-See zu sehen, muss man sich einen Platz auf den Parkplätzen suchen, Für uns war leider keiner mehr übrig.

Kurz hinter der Kabinenbahn führt die Straße durch einen Tunnel, unter den höchsten Bergen hindurch. Auf der anderen Seite geht alles wieder bergab, wieder in unzähligen Serpentinen. Die Vegetation nimmt zu, hier und da ein Wasserfall, und oft fährt man an der Argeş entlang.

Irgendwann kommt man dann am Vidraru-See vorbei. Der ist sehr lang, aber man hat fast nirgendwo einen schönen Blick auf den See. Die Parkplätze sind spärlich und der Wald dicht. Aber: hier sind die Bären zu finden. Ganz unvermittelt staute es sich auf der Straße. Jeder wollte die Bären sehen. Eine Bärenmutter mit zwei Jungen, die im Wald hinter ihr spielten, begeisterten die Leute. Die Bärenmutter lehnte in der selben Art auf der Mauer wie wir Menschen aus einem Fenster, um auf die Straße zu sehen. Wir konnten uns gar nicht satt sehen, aber andere wollten auch mal einen Blick auf die Bärenfamilie werfen. Einfach nur toll. Auf dem weiteren Weg nach unten trafen wir auf weitere Bären. Jedes einzelne Mal war aufregend, den Tieren so nahe zu kommen.

Nach dem südlichen Ende des Sees ist es nicht mehr weit bis zur Burgruine von Poenari. Diese Burgruine ist immer zu sehen, wenn es um das Dracula-Schloss geht, hoch oben auf einem Bergkamm. Hier sind wir richtig, nachdem man uns im letzten Jahr das Schloss in Bran als Dracula-Schloss verkaufte.

Wir waren sehr gespannt auf die Burg Poenari. Leider wird sie seit 2021 rekonstruiert und erst Ende Oktober 2023 fertiggestellt sein. Deshalb ist die Burg nicht zu besichtigen. Aber es gibt noch einen zweiten Grund, warum der Zugang gerade gesperrt ist: die Bären. Man sollte sich zu Fuß nicht zu weit von den kleinen Ansiedlungen entfernen, es könnte gefährlich werden.

So mussten wir uns mit dem entfernten Anblick begnügen, der sich allerdings inzwischen auch anders als auf alten Fotos darstellt. Die Ruine wurde zumindest von der Ansichtsseite aufgemauert, so dass jetzt alles ordentlich aussieht.

Übernachtet haben wir auf dem Dracula-Campingplatz unterhalb der Burg Poenari. Hier werden wir endlich wieder eine ruhige Nacht genießen können.

Übernachtet haben wir auf dem Dracula-Campingplatz unterhalb der Burg Poenari. Hier genossen wir endlich wieder eine ruhige Nacht. Aber, ich will mal so sagen: Es ist eine Sache, tagsüber durch eine Gegend zu fahren, in der sich Bären am Straßenrand aufhalten, eine andere, in solch einer Gegend zu übernachten. Umso mehr, als vor Aufenthalten zu Fuß draußen gewarnt wird, und in der Straßenhunde nach der Dämmerung mit langem, lauten Gebell wohl einen Bären vertrieben haben, der der Ansiedlung zu nahe kam. Sonst hört man sie nie. Da guckt man sich auch schon zweimal um, sogar wenn man sich auf einem durch einen Zaun gesicherten Campingplatz aufhält. Stark duftende Lebensmittel, wie die geräucherte Wurst oder leckerer Käse, die wir an einem Straßenstand gekauft haben, packt man automatisch in einen Schrank. Sicher ist sicher.

 

Hunedoara (Eisenmarkt)

Die Puszta begleitete uns bis zur ungarisch-rumänischen Grenze, und weit darüber hinaus. Hier lebt wohl nur ein Einwohner auf mehrere Quadratkilometer. Die berühmten Ziehbrunnen von früher wurden von Pferdekopfpumpen abgelöst. Alles ist flach und geht im Rumänischen in Steppe über.

Im letzten Jahr fuhren wir schon einmal mit einem Wohnmobil durch Rumänien und waren begeistert von dem Land und seinen Sehenswürdigkeiten. Das erste Ziel in diesem Jahr war die Burg von Hunedoara, das Castelul Corvinilor. Diese Burg stammt aus dem 14. Jahrhundert und sieht mit ihren vielen Erkern und Türmchen so verwunschen aus, dass es in Reiseführern als „Siebenbürgisches Hogwarts“ bezeichnet wird.

Der Eintritt kostet 10,-€, für Rentner die Hälfte. In die Burg, oder auch Schloss, gelangt man über eine alte lange Brücke, die den Burggraben überspannt. Die Burg wird rekonstruiert und es laufen überall noch Bauarbeiten. Daher ist ein Teil der Burg für Besucher nicht zugänglich. Ein Besuch lohnt sich trotzdem. Neben dem Architektonischen, zum Teil sind noch alte Fresken erhalten, ist die verwinkelte Bauweise interessant. Wenn alle Bereiche zugänglich wären, würde man sich sicher wie in einem Labyrinth verlaufen. Überall gehen kleine Gänge und Treppen ab, hoch und runter, wie im Hogwarts der Harry Potter-Filme. Viele Fenster sind bleiverglast.

Es gibt eine Kapelle, eine Küche, einen Versammlungsraum, Wohnräume und Türme, auf die man steigen kann. Von dort oben hat man schöne Blicke auf das Umland und die Dächer der Burg.

In einem Lapidarium werden alte architektonische Details wie Fenster- und Türrahmen oder Kapitelle aufbewahrt.

Wer es gruseliger mag, der kann das Folter- und Exekutionsmuseum besuchen. Schon wenn man nur einen Schritt hinein geht, schallen Schreie aus dem Dunkel. Eine echte und offensichtlich oft gebrauchte Guillotine steht über dem Eingang.

Puszta

Vor fast 40 Jahren fuhren wir schon einmal durch die Puszta. Wir hatten sie als einen flachen, von Weideland und Ziehbrunnen geprägten Landstrich in Erinnerung. Davon ist nun nichts mehr übrig. Die Puszta sieht aus, wie jeder andere Landstrich auch. Viele Bäume und Wälder, viele Getreide- und Maisfelder, keine Ziehbrunnen mehr, kein Puszta-Feeling mehr. Sehr schade.

Man hat es gerade einmal geschafft, ein sehr kleines Stück echte Puszta zu erhalten, und zwar in Form eines Museums bei Bugac. Dort ist auch ein Womo-Stellplatz, ca. 12,-€ pro Nacht, direkt am Restaurant Karikás Csarda.

Gleich als wir ankamen, es war ein Samstag, lud uns die nette Dame an der Kasse ein, am nächsten Tag eine Kutschfahrt mit Besuch des Puszta-Museums und einer Reiterdarbietung mitzumachen. Da wir die echte Puszta noch einmal erleben wollten, sagten wir zu. Die Kutschfahrt kostet für Rentner knapp 10,-€ pro Person.

In der Nacht hatte es viel geregnet und auch am Morgen war das Wetter nicht so toll. Egal, sonst hätten wir 3 Tage warten müssen, um an der nächsten Kutschfahrt teilzunehmen. Gegen 10.30 Uhr sollten wir uns treffen. Irgendwann kam dann auch die Kutsche, die sich als Transportwagen mit 2 PS entpuppte. Der Kutscher, in echter Puszta-Tracht, lud uns alle ein und schon ging die Fahrt in einer entschleunigten Geschwindigkeit durch die Landschaft los. So kurz vor dem Herbst ist das Meiste schon braun und verblüht, der Himmel dazu grau, aber kaum ein Baum, fast nur Grasland und Überreste von alten Hirteneinrichtungen. Sogar ein Ziehbrunnen steht noch in der Landschaft.

Nach 1,7km setzte uns der Kutscher am Hirtenmuseum ab. Eine nette alte Dame begrüßte uns und gab jedem ein Blatt in deutscher Sprache in die Hand, damit wir das Gezeigte im Museum auch verstehen. Hier werden alte Werkzeuge, Kleidung und Einrichtungen gezeigt. Selbst die Tierwelt der Puszta, die wohl auch heute noch reichhaltig ist, bis hin zu Dachs, Ziesel und Goldschakal, ist dargestellt. Das Museum ist sehr eindrucksvoll und lebendig gestaltet, auch wenn es nicht groß ist.

Die Eichen vor dem runden Gebäude, welches 1975 erreichtet wurde, sollen 170 Jahre alt sein.

Nun richteten wir unsere Schritte auf die Farm, die in der Nähe des Museums liegt. Die alten Gebäude werden als Ferienwohnungen und Stallgebäude genutzt. Auf dem Gelände werden alte Haustierrassen wie Pferde, Esel, Mangali-Schweine, Graurinder und Zackelschafe, die gedrehte Hörner haben, gezeigt. Dazu einige Hühner, auch das transsilvanische Nackthals-Huhn, welches aussieht, als wäre es von seinen Artgenossen gerupft worden. Oder eine Gänseart, deren Federn wie ein Hochzeitskleid aussehen, sehr dekorativ. Auf der offenen Weide werden eine große Graurindherde und Pferde gehalten, manchmal von den Hirten mit ihrem Hunden zur Demonstration in verschiedene Richtungen gelenkt. Für uns sieht das heute sehr idyllisch aus, aber früher war das Hirtenleben entbehrungsreich und hart.

Nach einem Kaffee begann die Reitervorführung. Ein paar Männer in traditioneller Kleidung zeigten, wie früher gearbeitet wurde und wie sie sich die Zeit mit Reiterspielen vertrieben. Das Knallen mit der Peitsche haben sie zur Perfektion gebracht. Es machte Spaß ihnen zuzusehen.

Nach der Vorstellung entschieden wir uns, den Rückweg zu Fuß anzutreten und die Landschaft hautnah zu erleben. Dabei rechneten wir nicht mit so vielen Entdeckungen, an denen wir mit der Kutsche einfach vorbeigefahren sind. Eigentlich wollten wir uns die alten, rekonstruierten Bauwerke aus Holz und Schilfrohr genauer ansehen, wie die Hütten und Verschläge für Mensch und Tier, oder den Ziehbrunnen, aber wir entdeckten weit mehr. An einer Hütte hängen Tafeln mit dem Wildleben der Puszta, darunter mehreren Giftschlangen, und verschiedenen Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten.

Die Fauna ist ebenso beeindruckend. Wir entdeckten Papageienstauden, deren große und dekorative Samenkapseln gerade reifen, wilde Schwarzwurzeln, kleinblütige Königskerzen, Wacholder und sogar griechischen Bergtee. Das meiste haben wir mit Hilfe von Google bestimmt, für uns völlig unbekannt. Zum Schluss stolperten wir auch noch über eine relativ große Raubspinne, die gerade ihre Jungen mit sich herumtrug. Dieser Trip hat sich echt gelohnt. Unglaublich, was solch ein ödes Grasland für Überraschungen bereit hält.

Vor 10 Jahren hatten wir noch nichts von Robinien gehört, den schönen Bäumen mit gefiederten Blättern und den sagenhaft duftenden Blütentrauben im Frühjahr. Hier in der Puszta sind diese Bäume, zusammen mit Pappeln, Kiefern und Eichen landschaftsbestimmend. Auch in Deutschland sind die Robinien zunehmend auf dem Vormarsch.

Zum Abschluss kehrten wir ins Restaurant ein. Die Platte mit mehreren Fleischsorten (Mangali-Schwein, Ente und Huhn), sowie Salat, Gemüse, gebratene Kartoffelspalten und Reis, schmeckt hervorragend. Dazu wird eine Tatarensoße, super lecker, gereicht.

Die Sonne kam zwar immer noch nicht raus, aber wir hatten trotzdem einen erlebnisreichen Tag.

Transit nach Ungarn und Maut

In Vorbereitung auf die Reise nach Süden, zuerst Ungarn, musste ich mich mit dem Thema Maut beschäftigen. Bei den Forschungen kramte ich im Internet und fand allerlei verwirrende, zum Teil gegensätzliche Aussagen. Wo braucht man mit einem Wohnmobil über 3,5t eine GoBox, oder wo reicht eine Vignette. Die Karten mit den angeblichen Mautstrecken sind fast immer unvollständig. Am Ende war ich so verzweifelt, dass ich alles hinschmiss und wir einfach losfuhren.

Nach Zwischenstopps in Bad Lausick, Calau in der Nähe des Spreewaldes, und Dresden, fuhren wir die tschechische Grenze an, auf der Autobahn in Richtung Prag. Auf deutscher Seite gibt es keine Möglichkeit zum Erwerb einer GoBox oder Vignette. Man fährt also ohne Beides in die Tschechei hinein.

In unserer Verzweiflung und angesichts der hohen Gebühren bei Verstoß, verließen wir die Autobahn und fuhren die erste Tankstelle in Petrovice an. Dort erfuhren wir, dass es kein Problem ist, die ersten 40km ohne Vignette zu fahren, aber in etwa 3km kommt eine Autobahn-Tankstelle, wo wir alles bekommen würden.

Gesagt, getan. Tatsächlich bekommt man an der ersten Autobahn-Tankstelle nach der Grenze die GoBox oder Vignette. Die GoBox kostet 100,-€ Kaution plus 50,-€ Guthaben. Abgeben könnten wir die GoBox vor der tschechischen Grenze, bevor es in die Slowakei geht.

So war es dann auch. Problemlos wurden wir die GoBox wieder los und das Geld minus knapp 50,-€, die die Maut über Prag und Brno in Richtung Slowakei gekostet hat, wurde auf das Konto zurück überwiesen.

Nun ging es über die tschechisch-slowakische Grenze zur nächsten ersten Tankstelle, wo wir abermals hielten. Nachdem wir eine halbe Stunde an dem Schalter für die GoBoxen gestanden hatten, erklärte man uns, dass wir auch für ein Wohnmobil über 3,5t nur eine Vignette brauchten. Na klasse. Der Vignettenschalter befindet sich an der anderen Seite des Gebäudes. Wenigstens waren wir dort die Einzigen und Ruck-Zuck im Besitz einer Vignette.

Eigentlich wollten wir dem Vignettenkram aus dem Weg gehen und durch die Slowakei und Ungarn nur Landstraßen fahren, aber schon die ersten Kilometer sind mautpflichtig, was auf keiner Karte ersichtlich ist.

Also, wer allem Ärger aus dem Weg gehen und seine Nerven schonen möchte, der legt sich eine Vignette zu.

Die kostet für die Slowakei für 12 Tage 12,-€ und für Ungarn für 10 Tage 24,-€. Für Ungarn haben wir uns eine e-Vignette zugelegt. Das ging sehr schnell und einfach, kaum zu glauben.

Durch die Slowakei benutzten wir die Autobahn von Brno kommend nach Bratislawa. Von dort aus wollten wir an die Donau, um ihrem Verlauf zu folgen. Unser erstes Ziel war die Danubiana. Dort hat man ein riesengroßes Stauwerk errichtet. Die schiffbare Donau fließt ungehindert, das Stauwerk entlässt das Wasser in einen zweiten, naturbelassenen Donauarm.

Von dort fuhren wir ein Stück weiter, weil wir die Nacht am Donauufer verbringen wollten. Die ist jedoch durch einen Damm von der Straße getrennt, so dass von dem Fluss nichts zu sehen ist. Irgendwo fanden wir einen kleinen Platz im Grünen, wo wir das Wohnmobil abstellten. Beim Verlassen hörten wir ein lautes Rauschen auf der anderen Seite. Wir folgten diesem und landeten an einer Stromschnelle der naturbelassenen Donau, an der ein Angler sein Glück versuchte. Wir fanden beim Erkunden ein schönes sonniges Plätzchen zum Sonnen und Ausruhen vom Stress der letzten Tage. Klaus traf auf dem Weg dorthin sogar auf zwei unbekannte Schlangen, die sich sonnten.

Die Nacht war ruhig, vom lauten Rauschen der Stromschnelle abgesehen. Der Tag empfing uns mit Regen. Eigentlich war unser nächstes Ziel das Donauknie, aber bei dem Wetter entschieden wir uns zum Weiterfahren in die Puszta.

Mal wieder auf dem Hunsrück

Salinental Bad Kreuznach

Rotenfels

Mittelpunkt Rheinland-Pfalz bei Bärenbach

Bismarckturm und Nunkriche Sargenroth

Teufelsfels Schneppenbach

Pfalzfelder Obelisk (Das Original stammt aus der Eisenzeit)

Ausoniusweg (alter Römerweg von Mainz nach Trier)

Burgruine Dill bei Niedersohren

Alter Erzstollen bei Tiefenbach

Hahnenbachtal mit alter Blei-Zinkerzgrube

Gruft der Familie Puricelli bei Rheinböllen

Kirchberg

Natur im Übergang vom Winter in den Frühling

Funchal, die Zweite

Ich hatte in dem Beitrag Funchal schon angedeutet, dass es unmöglich ist, die Stadt an einem Tag zu besuchen. Deshalb fuhren wir mit dem Bus ein zweites Mal hin. Am Hafen ausgestiegen steuerten wir zuerst den auf der linken Seite des Hafengeländes liegenden Parque de Santa Catarina an. Wir wollten wenigstens einen der zahlreichen Parks von Funchal gesehen haben, außerdem erhofften wir uns einen schönen Blick über den Kreuzfahrthafen. Schon die Stützmauer des Gartens an der Straße ist sehenswert. Die kunstvoll gestaltete Ecke der Mauer lädt in ein Restaurant ein.

Über mehrere Treppen an verschiedenen Stellen erreicht man den höher gelegenen Park. Wir entschieden uns, zuerst am Fuße der Mauer, die sehr üppig bepflanzt ist, zum anderen Ende des Parks zu laufen und dort über eine Treppe hinein zu gelangen. Die ganze Treppe ist mit kleinen Kieseln belegt und führt durch eine wundervolle Farbenpracht exotischer Gewächse. In der Bewunderung darüber merkt man gar nicht, wie lang die Treppe ist.

Oben angekommen, ist der Park Santa Catarina in verschiedene Bereiche aufgeteilt, so dass jeder sein gemütliches Fleckchen zum Ausspannen finden kann. Sogar einen Teich mit Enten darauf gibt es. Über den Bäumen des Parks sind die Hügel und Berge auszumachen, die sich um Funchal erheben.
Mit der Aussicht über den Kreuzfahrthafen war es leider nichts, denn der oberste Bereich mit dem Aussichtspunkt ist abgesperrt. Der gehört zu einem Hotel, welches sich an den Park anschließt.

Durch ein Hintertor verließen wir den Park Santa Catarina und tauchten in den älteren Teil Funchals ein, den wir bei unserem ersten Besuch nicht gesehen hatten. Da hatten wir uns auf den hafennahen Bereich konzentriert, wie die meisten Touristen, die die Stadt besuchen.
Der Vorteil des älteren Teils: es ist nicht so viel los und man kann den ursprünglichen Charakter Funchals erleben. Die meisten Bauten stammen aus dem 18. Jahrhundert. Manche sind verfallen, bei vielen stehen nur noch die Außenwände, und andere wurden erhalten oder aufwändig rekonstruiert. Die Rekonstruktionsmaßnahmen werden immer noch fortgeführt.

So schlenderten wir von der Westseite des Stadtzentrums zur Ostseite. Dabei kamen wir an der englischen Kirche vorbei, und an der Kirche Sao Pedro, die gerade vor uns das Tor schloss. Wir stöberten in einem Antikladen, erfreuten uns an den alten Fassaden und stießen ganz zufällig auf die Madeiraweinhandlung D`Oliviera.
Nachdem wir auf der ersten Tour durch Funchal der ältesten Weinkellerei Madeiras, dem Blandy´s einen Besuch abgestattet hatten, wollten wir uns nun noch D´Oliviera ansehen. Während man im Blandy´s für eine Weinprobe bezahlen muss, bekommt man mindestens drei verschiedene Madeiraweine gratis zum Testen. Dazu reichte man uns ein Stück des Honigkuchens, den es überall auf Madeira gibt.

Wir sind Fans des Madeiraweines. Er wird genauso hergestellt wie der Sherry aus Jerez de la Frontera in Spanien, der Portwein aus Portugal und der Marsala auf Sizilien. Durch den Schuss Cognac werden diese Weine zu höher prozentigen Spezialitäten, die man unbedingt genießen muss. Allerdings lernten wir, dass der Madeirawein wenigstens fünf Jahre alt sein sollte, damit er schmeckt. Der 10 Jahre alte Madeirawein ist auch noch gut zu trinken, aber der 15jährige Wein ist dann schon wieder zu speziell für unseren Gaumen. Der Preis ist entsprechend. Jedes 5. Jahr wird ca. 10,-€ teurer, wenigstens bei den gängigsten Jahrgängen.

Neben Wein werden im D´Oliviera auch Liköre aus den Früchten Madeiras angeboten, sowie Zubehör für den Weingenuss, wie Geschenkpackungen, Korkuntersetzer und vieles andere.
Nach diesem Besuch spazierten wir weiter durch Funchal und kamen, nur ein Stück weiter, zum Rathausplatz, dem Praca do Municipio. Neben dem Rathaus findet man dort auch den alten Bischofspalast und die Jesuitenkirche.

Das Rathaus ist einem Palast aus dem 18. Jahrhundert untergebracht. Gäste haben die Möglichkeit, sich den Eingangsbereich und den hübschen Innenhof anzusehen. Die Eingangshalle ist im unteren Bereich rundum mit den berühmten portugiesischen Azulejos, blau-weiße Keramikfliesen, ausgestattet. Das sieht superschön aus.

Jetzt steuerten wir den ältesten Teil der Altstadt an. Dieser liegt oberhalb des Mercado dos Lavradores, der alten Markthalle Funchals. Hier sind die Gassen noch enger, aber auch hier reihen sich Restaurants und Bars aneinander.

Wir wollten unbedingt noch einmal Lapas, die gegrillten Napfschnecken essen, die es in fast allen Küstenorten Madeiras gibt. Da es in den engen Gassen zu dieser Jahreszeit doch empfindlich kalt im Schatten ist, suchten wir ein Restaurant mit etwas mehr Sonne. Direkt an der Promenade fanden wir eines. Vom Außenbereich aus konnten wir das Treiben dort und bei der Seilbahn beobachten.

Napfschnecken hatten wir vor Jahren in Schottland selbst gesammelt und gekocht. Sie wachsen auf den wasserumspülten Felsen des Atlantiks. Trotzdem waren wir überrascht, sie soweit im Süden zu finden.

Dieser Tag war wieder lang, aber ereignisreich. Müde stiegen wir in den Bus, der uns zum Hotel in Ribeira Brava zurück brachte.

Ponta do Sol

Wir hatten von verschiedenen Leuten gehört, dass ein Ausflug nach Ponta do Sol, etwas weiter an der Südküste nach Osten gelegen, sehr schön sein soll. Den Ort kann man von Ribeira Brava mit dem Bus erreichen. Es ist nicht weit. Den Rückweg nach Ribeira Brava wollten wir zu Fuß zurück legen, um ein weiteres Stück Küste kennenzulernen.
Tatsächlich ist Ponta do Sol einen Besuch wert, denn der Ort besitzt einen eigenen Charme. Der Bus hält direkt hinter dem Tunnel an einem Kreisverkehr, etwas oberhalb der Küste. Die Felswände lassen dem Ort nicht viel Platz sich auszubreiten, dazu fließt ein Bach durch das Tal ins Meer. Eigentlich kommen durch alle Täler, in denen sich Orte auf Madeira ausgebreitet haben, Flüsse oder Bäche aus den Bergen, die ins Meer münden.

Auffallend sich gleich die vielen Gemälde an der Häuserfassaden oder Wänden. Sie erzählen vom traditionellen Leben auf der Insel.

Eine Fassade ist ganz besonders gestaltet. Eine Heerschar von Köpfen, es sollen über 3000 sein, recken aus der Wand. Die Künstlerin Patricia Sumares verwendete dafür 250 Gesichtsabgüsse von Einheimischen und Touristen, die an diesem Projekt teilhaben wollten. Es sind aber mehr als nur Gesichter. Sie sollen die Eindrücke und Gefühle dieser Gemeinschaft widerspiegeln. Dazwischen sind Silhouetten von verschiedenen fliegenden Vögeln, die aus Spiegelglas geschnitten wurden, eingebettet. Ein großartiges Kunstwerk.

Gleich gegenüber, auf der anderen Bachseite steht ein öffentliches Toilettenhaus. Im Grün davor steht ein weiteres Kunstwerk. Es bezieht sich auf den Bibelspruch: Du bist Staub und wirst als Staub zurückkehren.

Nun folgt man der Straße weiter hinunter, am Kulturzentrum vorbei, durch eine geschäftige Gasse und der Kirche vorbei, bis man am Strand angekommen ist. Dort steht das Gerichtsgebäude, mündet ein alter Tunnel, und oberhalb ist das alte Kino zu sehen. Am Strand entlang reihen sich prächtige Häuser und ein Hotel. Die ganze Architektur Ponta do Sols ist einzigartig auf Madeira. Sie erinnert an eine europäische Kurstadt, nur kann ich keine Informationen dazu finden. Am östlichen Rand des Strandes baute man einen großen Anlegekai, der zum Kurstadtimage passt. Eine Bogenbrücke wurde darin integriert, die sogar von Ribeira Brava aus zu sehen ist. Würde nicht das allgegenwärtige Vulkangestein daran erinnern, würde man sich nach Europa versetzt fühlen.

Am steinigen Strand steht das Sun Spot Café, wo wir für einen Kaffee und ein Stück Zitronenkuchen einkehrten und die Seele baumeln ließen.
Anschließend nahmen wir den Rückweg an der Küste zurück nach Ribeira Brava in Angriff. Leider muss man durch zwei Tunnel, 750 und 640 Meter lang, was nicht so angenehm ist. Dafür muss man zum Kreisverkehr hinauf, wo der Tunnel nach Ponta do Sol mündet. Die Tunnel der alten Küstenstraße, einer davon mündete bei der ehemaligen Marina, sind gesperrt und wurden zu Parkhäusern umfunktioniert.
Zwischen den zwei Tunneln liegt der Ort Lugar de Baixo. In Richtung Ponto do Sol sind noch Reste der alten Marina und eines Hotels zu sehen. Spuren einer großen Zerstörung sind überall dort festzustellen. Was ist bloß passiert?

Die Bucht von Lugar de Baixo entstand durch einen großen Felssturz, der eine kleine Plattform schuf, auf der der Ort erreichtet werden konnte. Bei dem Felssturz bildete sich eine kleine Lagune, die heute geschützt ist und einigen Seevögeln ein Rückzugsgebiet bietet. Gleich hinter dem Strand beginnt der zweite Tunnel, der in Tabua endet. Von dort sind wir schon einmal auf dem Küstenweg nach Ribeira Brava gelaufen.

Der ganze Weg von Ponta do Sol bis Ribeira Brava dauerte 2 Stunden, mit kleinen Aufenthalten.

Levada Nova von Tabua aus

An einem ruhigen Tag suchten wir nach einer Beschäftigung. Da uns die Levada Nova so gefallen hat, könnte man sie in einen anderen Spaziergang mit einbinden. Vom Scheitelpunkt im oberen Ortsteil von Tabua führt eine Straße das Tal hinunter an die Küste von Tabua. Wir entschieden uns, diese Straße auch kennenzulernen und spazierten vom Hotel nach Tabua und dann die besagte Straße hinauf. Da sie nicht sehr viel Steigung hat, ist sie umso länger und der Spaziergang zieht sich. Es gibt nicht viel Verkehr und die Häuser und Gärten bieten etwas Abwechslung. Die Levada Nova führt an beiden Berghängen entlang, aber es ist von der Straße aus nicht auszumachen wo. Es ist nichts zu sehen.

Im oberen Tabua angekommen, war es inzwischen Mittag und wir holten uns einen Kaffee in der dortigen Bar. Direkt über dem Tresen hängen hunderte Kugelschreiber, fein säuberlich nach Farben sortiert.

Unterhalb der Bar lädt eine schön gelegene Terrasse Besucher zum Verweilen ein und der Kaffee schmeckt noch einmal so gut. Der Blick schweift vom Meer durch das Tal, welches hier scheinbar endet. Gegenüber klebt eine kleine Kapelle am Berghang. Wunderschöne Strelitzien rahmen die Terrasse ein.

Nach dieser Stärkung bogen wir in den östlichen Teil der Levada Nova ein, um auf die Straße zurück zum Hotel do Campo zu kommen. Die Aussichten sind ganz andere, als wenn man die Levada in entgegen gesetzter Richtung läuft. Da man gegen die tiefstehende Sonne geht, macht die Sache auf dem schmalen, oft steil abfallenden Pfad jedoch etwas komplizierter. Die Ruhe um einen herum und die üppige Natur machen einfach Spaß.

Auf der Straße angekommen, kehrten wir ein Stück weiter unten in die namenlose Bar für einen Poncha ein. Der Barmann ist sehr nett, auch wenn man sich nicht versteht. Bei ihm gibt es zum Poncha immer eine Kleinigkeit. Beim ersten Besuch waren es kleine Kekse, heute brachte er uns ein paar Oliven. Diesmal beobachteten wir den Barmann bei der Zubereitung des Poncha. Für zwei Personen braucht er eine Orange, eine Zitrone, soviel Honig, wie nötig ist, das Saure der Zitrusfrüchte wieder aufzuheben, dann wird mit mindestens 50%igem Zuckerrohrschnaps aufgefüllt. Ein Stück Zitronenschale dazu, fertig und so was von lecker.

Im Hotel angekommen, waren wir vier Stunden unterwegs.

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