A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Freilichtmuseum Trovanten

Was zur Hölle … sind Trovanten? Das Wort haben wir noch nie gehört. Kurz hinter Horezu, rechts von der Straße, direkt in einer Kurve, liegen diese seltsamen Gebilde. Es ist ein 2004 unter Schutz gestellter Bereich.
TROVANT ist ein rumänisches Wort für diese Art von geologischen Vorkommen. Vor 6,5 Millionen Jahren bildete sich in diesem Gebiet Sediment. In einer dieser Schichten verdichteten sich einige Sandklumpen und zementierten auf natürliche Weise, mit Hilfe von Wasser und Mineralien, bevor sich weitere Sedimentschichten darüberlegten. Manche von diesen „Lebenden Steinen“, wie sie von den Einheimischen genannt werden, sind sehr hart. Es gibt mehrere solcher Vorkommen in Rumänien, aber diese hier bei Horezu sind wegen ihrer Diversität in Form und Größe, bis zu 5m, die Schönsten.

Die Einheimischen nennen sie, wie gesagt, „Lebende Steine“. Sie berichten davon, dass die Trovanten vor allem nach Regen ihre Lage gewechselt haben oder sogar gewachsen sind. Sie sollen quasi ein Eigenleben haben. Bei manchen Steinen meint man, dass sie ihre Enden abgesprengt haben, sie liegen jetzt daneben. Es ist wirklich ein seltsamer Ort.

Da wir nun nach Bran wollten, hieß das, wieder zurück über einen Karpatenpass. Wir fuhren über Curtea de Arges und Cimbulung weiter auf ca. 1290m Passhöhe. Wieder zeigte kein Schild an, wo sich die höchste Stelle befindet. Die Landschaft ist wieder traumhaft. Auf den höchsten Gipfeln liegt immer noch eine dünne Schneedecke, ab 2000m.

Kurz vor Dragoslavele, an der E574, trafen wir auf einen gewaltigen Sandsteinbau. Wir hielten an, um uns das anzusehen. Wie sich herausstellte, ist es ein Mausoleum für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten, die gegen die österreichisch-ungarischen auf der einen und der russischen Besatzer auf der anderen Seite, gefallen sind.

Es gibt zwei Etagen in dem Bau. Im unteren Bereich sind die Soldaten alle namentlich aufgeführt. Beide Räume sind über und über mit Mosaiken, gestaltet. Das Glas der Mosaiksteine stammt aus Murano, erzählte uns der Mann am Einlass, also sehr teuer.Von der Plattform vor dem Mausoleum aus schweift der Blick weit hinaus in die Hügellandschaft. Leider zerstört eine Zementfabrik den Zauber.
Erst später fügte man die riesengroße Außentreppe hinzu, um den Bau noch imposanter zu machen.

Wir wollten noch vor Bran einen Campingplatz finden, aber Park- und Campingplätze sind selten. Wenn dann einer ist, dann ist die Zufahrt viel zu steil oder die Kritiken sind zu schlecht. Also fuhren wir einen privaten Platz an, an der Ortseinfahrt nach Bran gelegen. Gegen eine Spende nimmt der Eigentümer gerne Camper auf. Seine Frau hat die alte Mühle geerbt. Er hat sie um- und ausgebaut und plant nun, einen offiziellen Campingplatz einzurichten. Jedenfalls wurden wir sehr nett aufgenommen und wir suchten uns ein Plätzchen auf einer großen Wiese.

Eisernes Tor

Eine ganz besondere Empfehlung ist einer der schönsten Abschnitte der Donau, das „Eiserne Tor“, im äußersten Südwesten Rumäniens. Die Siedlungsgeschichte des Donaudurchbruches ist mindestens 9000 Jahre alt. Die eines Seite des Durchbruches gehört zu Rumänien, die andere Seite zu Serbien. Überquert werden kann der Durchbruch nur am Stauwerk „Eisernes Tor 1“, westlich von Droberta-Turnu Severin. Zu dem komme ich etwas später.

Nach einigem Fragen fanden wir die Skulptur im Felsen, die auf vielen Bildern der Gegend zu sehen ist. Das „Eiserne Tor“ erstreckt sich zwischen Orsova und Dragova. Die Straße windet sich entlang den senkrechten Felsen, die das Donauufer begrenzen. Von Osten kommend führt kurz vor dem Kloster Mraconia eine Brücke über den Golf Mraconia. Von genau dort ist die Skulptur des letztes Daker-Königs zu sehen. Es ist laut Wikipedia die höchste Steinskulptur Europas und die zweitgrößte der Welt. Das Flachrelief ist 55m hoch.

Skulptur des letzten dakischen Königs

Von hier aus, wie von vielen anderen Stellen am Ufer der Donau, starten Ausflugsboote, mit denen man das „EiserneTor“ vom Wasser aus erleben kann.
Wir fuhren bis nach Dragova. Der Ort schmiegt sich an eine große Ausbuchtung in der Donau. Irgendwann biegt die Straße ins Landesinnere ab. Dort drehten wir um und legten eine Kaffeepause auf dem Parkplatz vor der Kurve, also am Beginn der Einbuchtung, ein. Ist das ein herrlicher Platz. Das Wetter ist sonnig und warm, die Landschaft grandios, was will man mehr.

Donaudurchbruch bei Dragova

Nachdem wir nun genug vom „EisernenTor“ gesehen hatten, setzten wir unsere Fahrt zum Stauwerk „Eisernes Tor 1“ fort. In der Mitte des Staudammes befindet sich die Grenze zwischen Rumänien und Serbien. Wer rüber will, muss durch die Zollstation.
Im Damm befindet sich ein Museum. Es vermittelt die Geschichte der Region, von der Frühzeit, über die Römer bis zum Mittelalter. Auch der Natur ist ein Kapitel gewidmet. Leider ist das Fotografieren verboten. Die Arbeiten eines Künstlers, der aus Altholz die phantasievollsten Skulpturen, ohne viel Bearbeitung des Holzes, geschaffen hat. Seine Vorstellungskraft muss grenzenlos sein.
Im hinteren Ausstellungsraum sind Fotos zu bestaunen, die vom Bau des Staudammes berichten. Vor dem Aufstauen der Donau lag eine große Insel im Fluss, Ada Kaleh. Sie war komplett bebaut und hatte viele historische Bauten und Gärten aus der Zeit der Osmanenbesatzung und später zu bieten. Sie wurde komplett geflutet.
Zum Schluss durften wir uns auch den Turbinenraum ansehen. Dafür brachte uns ein Fahrstuhl 20 Meter in die Tiefe. Von einer Empore aus und hinter Glas lag der Turbinenraum vor uns. Sechs Turbinen erzeugen Strom. Die ganze Anlage vibriert, obwohl nicht alle Turbinen laufen.
Wenn das aufgestaute Wasser ca. 62m tief ist, müssten die Turbinen ziemlich tief reichen. Auf den Fotos in der Ausstellung ist zu erkennen, dass sie mindestens 20 Meter messen.

Blick auf des Stauwerk „Eisernes Tor 1“

Das war interessant. Verlässt man das Museum, kann man noch guten regionalen Wein und Souvenirs kaufen.

Der Tag war noch jung und so fuhren wir weiter. Unser nächstes Ziel sollte auf halbem Wege zwischen dem „Eisernen Tor“ und Bran bei Brasov liegen. Kurz vor Horezu, östlich von Targu Jiu fanden wir den Campingplatz Horezu. Für 10,-€ kann man mit dem Womo übernachten, Duschen und Strom inklusive. Dem Campingplatz ist ein Restaurant angeschlossen.

Baile Herculane (Herkulesbad)

Nach einem kurzen Abstecher in die Region Walachei, der größte Teil der Transalpina bis westlich von Targu Jiu gehören dazu, sind wir nun in der Region Banat angelangt. Um nach Herkulesbad zu gelangen, fuhren wir auf der 67D über Tismana und Baia de Arama in das Tal des Flusses Cerna. Wir hatten auf eine entspannte Fahrt ohne große Berge gehofft, aber es kam wieder anders. Bevor man in das Cerna-Tal fährt, muss man erst einmal wieder auf Serpentinen über Berge klettern. Die Landschaft und die Aussichten sind ein weiteres Mal großartig.
Am Ufer der Cerna sind laut Google mehrere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen, wie Wasserfälle und Höhlen, aber das meiste ist nicht mit dem Auto erreichbar. Die erfordern lange Wanderungen.

Langsam näherten wir uns Herkulesbad. Das Tal wird schmaler und ist waldreich. Alles ist nass, da es jede Nacht regnet. Wenigstens ist das Wetter tagsüber in Ordnung und es sind immer noch 17 Grad, ohne Sonne.
Zuerst kommt man am „öffentlichen Bad“ vorbei. Autos parken am Straßenrand, Leute in Bademänteln laufen über die Straße. Holzbuden mit Werbung für Massagen stehen zwischen Straße und Fluss. Wenn man diese passiert hat, sieht man die Leute in zwei Bassins baden, für einen Obolus. Wie es aussieht, muss man sich die Becken mit vielen Leuten teilen. Das ist nicht unser Ding.

Laut Reiseführer soll dieser Kurort auch in Deutschland bekannt sein, aber seine besten Tage sind lange vorbei. Schade um die schönen alten Kurhotels, in denen sich im 19. Jahrhundert die feine Österreichisch-Ungarische Gesellschaft tummelte.
Der Ort ist jedoch schon mehr als 2000 Jahre als Heilgebiet bekannt. Die Römer zogen die Badekultur in Herkulesbad richtig groß auf. Sie fanden zuerst heraus, dass das schwefel- und jodhaltige Wasser gut für die Gesundheit ist und schickten ihre Verwundeten dort hin. Sie bauten die ersten Badetempel.
Die Nutzung setzte sich in den folgenden Jahrhunderten fort, bis die Osmanen vom 16.-18. Jahrhundert kamen. Sie hatten kein Interesse an der römischen Badekultur, denn sie steigen nicht komplett ins Wasser.

Erst seit 1718 kam der Badebetrieb in Herkulesbad wieder in Betrieb. Die Österreicher bauten die verfallenen Anlagen wieder auf, nach altem römischem Vorbild. 1806 kamen im Apollo-Bad die kleinen Badezimmer, 28 Stück sollten es sein, dazu. Diese waren jedoch wohl an die königliche Familie, die hohen Herrschaften und Generäle vermietet. Sogar Sissi soll hier gebadet haben. Irgendwann war das römische Apollo-Bad dann ca. 1km lang.

Um 1972 herum sorgte Nicolae Ceausescu für das Vorankommen von Herkulesbad, in dem er mehrere Hotels bauen ließ, die so überhaupt nicht in das alte Bild passen wollen. Die meisten von ihnen sind heute ebenfalls verlassen.
Einen Teil des Apollo-Bades kann man heute als Museum besichtigen, für ein kleines Eintrittsgeld von 2,-€ Seniorenticket. Im Inneren wird laut Wiener-Walzer Musik gespielt, die zum Tanzen animiert. Sie soll über den erbärmlichen Zustand des Bades hinwegtäuschen, denken wir.
Das Apollo-Bad befindet sich im alten Teil des Herkulesbades weiter Tal auf. Hier stehen auch Hotels und eine Kirche. Auf dem heutigen langgestreckten Platz erhebt sich eine Herkulesstatue.

Zentrum des alten Herkulesbad

Wenn man weiter talaufwärts geht, stößt man auf das Hotel Roman. Es stammt offensichtlich ebenfalls aus den 70er Jahren, wie die meisten Bausünden hier. Das Hotel Roman wurde direkt auf ein römisches Bad gebaut, welches vom Hotel bis heute genutzt wird. Hinter dem Hotel stehen Badebecken mit Thermalwasser für die Hotelgäste zur Verfügung, direkt an der Cerna gelegen.

Hotel Roman in Herkulesbad

Kurz dahinter führt ein schmaler Weg den Berghang hinauf. In 5 Minuten erreicht man zu Fuß die Grotte Haiducilor (Gesetzlosen-Höhle), die aus mehreren Räumen besteht, und einer Terrasse mit Blick in den Wald. Schon zu Römerzeiten versteckten die Diebe wohl ihre Schätze hier drinnen.

Grotte Haiducilor

Nun waren wir am nördlichen Ende von Herkulesbad angelangt und spazierten wieder zurück, auf der anderen Seite des Flusses. Nun konnten wir uns den Prachtbau des Imperialen Österreichischen Neptun-Bades aus der Nähe ansehen, zumindest, was davon noch übrig ist. Es scheint jedoch, als ob jemand dabei ist, das alte Bauwerk wieder instand zu setzen. Es tut weh, solch eine ehemalige Pracht in solch schlechtem Zustand zu sehen. So geht es allen alten Hotels vom alten Herkulesbad. Manche werden jetzt wieder in mühevoller Kleinarbeit hergerichtet, manche verfallen weiter, weil einfach das Geld fehlt.

Neptun-Bad in Herkulesbad

Zum Neptun-Hotel führt eine historische, gusseiserne, aber inzwischen baufällige Brücke über die Cerna.
Noch ein Stück südwärts, Richtung neues Herkulesbad sind die beiden Neptun-Quellen umbaut worden. Hier kann man das Wasser kosten, das ziemlich heißt aus der Wand kommt, aber es ist eigentlich nicht trinkbar. Zu viel Schwefel verdirbt den Genuss.

Eine der beiden Neptun-Quellen

Überhaupt liegt über dem ganzen Tal ein leicht schwefeliger Geruch.
Das südliche, neue Herkulesbad ist heute der Dreh- und Angelpunkt des Kurbetriebes. Es wurden neue Hotels hochgezogen, in die das Thermalwasser über dicke Schläuche gepumpt wird. Restaurants und Souvenirbuden vervollständigen das Bild der Neuzeit.

Das neue Herkulesbad

Das Womo haben wir im Camping Herkules abgestellt, an der E70 nach Temeschwar.

Transalpinastraße Rumänien


Nun steht das Highlight Rumäniens auf dem Programm, der Pass durch die Karpaten, die Transalpina-Straße. Ausgangspunkt ist Sebes, etwas südlich von Alba Iulia. Dieser Abschnitt, der nun kommt, ist nur für Fahrzeuge bis 7,5t befahrbar, und das auch nur von 7-21 Uhr. Nachts ist die Transalpina geschlossen. Der Grund dafür liegt auf der Hand. Sollte jemand verunfallen, kommt keine Hilfe. Wie auch, bei der Straßenführung und der Dunkelheit.
Die Straße ist insgesamt, von Sebes bis Novaci, 130km lang. Sie steigt erst stetig leicht an, später mehren sich die Kurven und Serpentinen. Gegenüber den Pässen in Maramures, die wir gefahren sind, ist die Transalpina direkt eine Erholung.

Das erste Sehenswerte auf dieser Strecke ist die Talsperre Oase. Hier wollten wir eigentlich eine Kaffeepause einlegen, aber es gibt keine vernünftigen Parkplätze. Man kann das Auto nur irgendwo am Straßenrand abstellen, einen Blick über die Talsperre schweifen lassen oder sich die Stände mit Essen, Trinken und Souvenirs ansehen.

Talsperre Oase

Dann fährt man über die Staumauer weiter in Richtung Süden. Baumlücken geben immer wieder einen Blick auf die Talsperre frei. Bei Sonnenschein sieht das toll aus.
Kurz vor der Mitte geht es wieder etwas nach unten, die Asphaltdecke verschwindet für ein Stück und dann ist man in Obarsia Lotrului. Hier fanden wir einen Stellplatz beim Forellen-Restaurant, mit allem, was wir brauchten. Die Übernachtung kostet 8,-€. Auch hier stehen die touristischen Stände und viele Transalpina-Fahrer legen eine Rast ein.

Forellenrestaurant in Obarsia Lotrului

Am nächsten Morgen frühstückten wir im Restaurant und setzten unsere Fahrt auf der Transalpina fort. Ab hier ist es allerdings nur noch Fahrzeugen bis 3,5t gestattet, die Straße zu befahren.
Nun wird es endlich ernst. Bisher war noch nichts von alpin zu merken. Das soll sich bald ändern. Die Straße führt wieder nach oben, immer weiter nach oben. Langsam verhüllen Wolken die Aussichten und der Wind legt zu. Langsam verschwinden die Laubbäume und die Nadelbäume übernehmen die Herrschaft, bis auch diese kleiner werden und ganz verschwinden.
An Fotomotiven mangelt es nicht. Das Gras ist inzwischen vom Herbst braun geworden, es sind jetzt Ende September nur noch wenige Weidetiere unterwegs.

Irgendwann waren die Wolken so dicht, dass man stellenweise kaum 30m weit sehen konnte. In dieser Wolkensuppe soll sich ein Restaurant befinden, in das wir einkehren wollten. Erst ganz kurz vorher konnten wir es erkennen. Wir stiegen aus, der Wind war zum Sturm geworden. Die Pension ist schon länger geschlossen, aber das kleine Restaurant war gerade geöffnet worden. Es war kurz nach 10 Uhr. Man feuerte den Ofen an, wir waren die ersten Gäste. Mit Tee wärmten wir uns auf und hofften auf Aufklarung, um die tollen Aussichten genießen zu können. Die Restaurantbesitzerin nahm uns aber alle Illusionen. Die nächsten vier Tage würde sich das nicht ändern.
So kauften wir eine Flasche Palinka, den rumänischen Selbstgebrannten. Dieser war aus Quitten gemacht. Man hatte aber auch die Wahl zwischen Pflaume, Birne und Mehlbeere sowie Kognak.

Pension, Restaurant und Grill auf Passhöhe

Der Wind war jetzt so stark geworden, dass er sogar die Dixie-Klo´s umwarf. Einen kleinen Spaziergang machen war nicht mehr drin. So setzten wir uns ins Womo und fuhren weiter, in der Annahme, dass es jetzt wieder nach unten gehen würde. Im Gegenteil, es ging noch weiter nach oben. Leider fehlt das Schild, auf dem steht, dass der Pass erreicht ist und auf welcher Höhe man sich dort befindet. Die höchste Stelle soll sich auf über 2200m über Null befinden.
Etwas weiter kommt man an einer Quelle vorbei. Wir hielten dort, weil kurz vorher ein schönes Fotomotiv lockte. Die Wolken hatten sich aufgelockert und gaben den Blick in ein schönes Tal frei. Keine Minute später war wieder alles wolkenverhangen und kein Foto mehr möglich. Das ging sehr schnell, leider.

Halt an einer Quelle

Nun hatten wir den Pass überquert und die Transalpina richtet sich bergab, wieder sachte und in Serpentinen. Die nächste Ortschaft an der Transalpina ist Ranca, ein Skiort. Zahlreiche Skilifte und unzählige Hotels und Pensionen zeugen von der Beliebtheit bei den Skifahrern. Überall wird neu gebaut.
Die Wolkendecke hatten wir hinter uns gelassen. Sie lag jetzt wie ein dickes Tuch über den Berggipfeln, über die wir gerade gekommen sind. Am Aussichtsplateau von Ranca stehen wieder die touristischen Stände. Dazu werden Fleisch, Schinken, Käse und verschiedene Konserven von den hiesigen Bauern angeboten.

Rückblick von Ranca aus

Kurz vor Ranca wollten wir auf einem Parkplatz an den Serpentinen aussteigen, um Fotos von der umwerfenden Umgebung zu machen. Der Sturm war aber gerade so stark, dass wir nicht einmal aus dem Womo kamen und dieses wie verrückt durchgeschüttelt wurde. Das hatten wir nicht erwartet.
Vom Aussichtsplateau ist schon Novaci zu sehen. Hier hat man es geschafft. Es ist nicht übertrieben, wenn behauptet wird, dass das Befahren der Transalpina ein Abenteuer ist, bei schönem Wetter, aber auch im Herbst.
Noch anzumerken ist, dass der Pass nur 3-4 Monate (Juni/Juli bis September), je nach Wetterlage, befahren werden darf.
Leider fanden wir keinen Camping- oder Stellplatz. So übernachteten wir auf einem Parkplatz im Osten Targu Jiu´s.

Alba Iulia

Gut 60km südwärts von Turda liegt Alba Iulia (Karlsburg). Mitten in der Stadt erhebt sich die mächtige Karlsburg. Unser Reiseführer spricht dabei von einer Stadt in der Stadt und wir waren gespannt. Das Wohnmobil stellten wir auf einem der zahlreichen Parkplätze rund um die Burg ab. Dort ist zwar gleich ein Eingang in der mächtigen Mauer mit den Kasematten, aber dann gelangten wir in eine Art Außenring, an den eine weitere Mauer anschließt.

Aussenring der Karlsburg

Wir waren schon um die halbe Burg gegangen, nur ein Stadttor konnten wir nicht finden. Eine riesengroße Holztreppe führt zu einem Restaurant. Wir sahen uns das an und bemerkten, dass das Restaurant zur anderen Seite offen ist. Jetzt standen wir wirklich in der Stadt Karlsburg. Nur eine Stadt in der Stadt konnten wir nicht erkennen. In unserer Vorstellung sahen wir Häuserzeilen, Läden und Kneipen. Stattdessen stehen mindestens zwei große Kirchen dort, eine Universität, ein Ministerium und solche Sachen. Irgendwann trafen wir auf das Historische Museum, vor dem alte Uniformen präsentiert wurden. Ein Herr im schwarzen Anzug stellte die Uniformen vor und erzählte einiges dazu. Dabei waren auch zwei Krankenschwestern und ein Kriegsberichterstatter. Leider verstanden wir nichts von dem, was der Mann erzählte.

Vorführung alter Uniformen auf der Karlsburg

Wir setzten unseren Spaziergang fort, Nun trafen wir auf die horizontale Achse von Karlsburg und sahen die zwei sich gegenüberstehenden Stadttore. Es soll einmal sechs davon gegeben haben. Wir hielten auf das Dritte Stadttor zu, welches als Triumphbogen gestaltet wurde. Durch dies hindurch sieht man die Stele, die die Geburtsstunde Rumäniens symbolisiert. Man erreicht sie, indem man Karlsburg über eine Zugbrücke verlässt.

Das Dritte Stadttor der Karlsburg

Von der Terrasse der Stele aus hat man einen schönen Blick auf Alba Iulia. Um 12 Uhr soll dort auch jeden Tag eine Wachablösung stattfinden.

Wir hatten uns von der Festung Karlsburg mehr versprochen. Was jedoch sehenswert ist, sind die Bronze-Statuen, die überall in der Festung verteilt stehen. Die Frauen und Männer Tragen Kleider aus dem 18. Jahrhundert. Es sind aber auch Soldaten dabei.

Kurz vor dem Dritten Stadttor wurde ein Stück der alten Römerstraße, die einmal im 90°-Winkel zur heutigen Achse verlief, ausgegraben und konserviert. Sehr fortschrittlich war die unter der Straßendecke verlaufende Entwässerung.

Rest der alten Römerstraße mit unterirdischer Entwässerung

 

 

 

Turda

Endlich konnten wir Kilometer machen, denn wir haben diesmal nicht unbegrenzt Zeit. Auf dieser Tour überquerten wir die Grenze zwischen der Region Maramures und der Region Siebenbürgen.
Unser nächstes Ziel war Turda (Thorenburg), besser gesagt das Salzbergwerk. Im Reiseführer, gleich auf der ersten Seite steht: Riesenrad unter Tage. Das wollten wir unbedingt sehen.
Stellt man sich auf den etwas entfernteren Parkplatz, kostet das nichts. Der Weg ist nicht weit bis zum neuen Eingang in die ehemalige Mine.

Neuer Eingang zum Salzbergwerk Turda

Schon 1075 erwähnte man die Salzvorkommen urkundlich. Bis 1832 wurde das Salz hier abgebaut. Für 30,-Lei (Seniorenticket) betritt man die stattliche Salzmine, die inzwischen zum touristischen Spektakel umgebaut ist.
Zuerst führen gut 100 Stufen in die Tiefe. Daran schließt sich der Franz-Josef Tunnel an, über den damals das abgebaute Salz nach draußen befördert wurde. Nach einer späteren Verlängerung ist er heute 917m lang. Seit 1910 gibt es elektrischen Strom.

Das Salz wurde in verschiedenen Stollen abgebaut. Heute gibt es zwei große Hallen. Der Boden der einen Halle liegt bei 90m unter der Erde, die tiefere Halle, die Terezia-Mine endet in 112m Tiefe. In dieser Tiefe füllte sich die Mine dann mit Wasser, welches heute bis zu 8m hoch steht. In der Mitte der Halle erhebt sich eine Salzinsel, die heute als Anleger für Ruderboote dient. Es ist recht dunkel dort unten.

Was die beiden Salzhallen auszeichnet ist die Maserung an den Wänden. Helle und dunkle Salzschichten wechseln sich ab, liegen manchmal gerade und manchmal vollziehen sie wunderschöne Wellenzeichnungen. Das allein lohnt schon den Besuch in der Salzmine von Turda. Aber es geht noch besser. Fahrstühle bringen die Besucher in die Tiefe und auch wieder hinauf. Das Ganze geht auch per Treppe. Man muss sich dann allerdings 13 Etagen hinauf- oder herunter bemühen.

In der oberen Halle steht dann das Riesenrad. Wo kann man schon Riesenrad unter der Erde fahren? Die staunenden Gäste können auch Mini-Golf, Tischtennis und Billard spielen oder die Kinder an Spielgeräten turnen. Es gibt ein kleines Amphitheater oder einen Verkaufsstand mit Dingen, die aus Salz hergestellt wurden.
Immer wieder schweifen die Blicke zu den phantastischen Salzschichten und den kleinen Stalagmiten.

Fährt man dann mit den Fahrstuhl wieder in die Höhe, in der der Franz-Josef-Tunnel liegt, erreicht man auch über eine kleine Treppe noch den Teil des Bergwerkes, der den Salzarbeitern und der Technik im Bergwerk gewidmet ist. Früher gelangten das abgebaute Salz, die Menschen und die Technik durch einen Schacht in die Tiefe, gehalten von dicken Seilen. Pferde trieben den Aufzug, der aus Büffellederkörben bestand, über eine komplizierte Technik an. Das Salzbergwerk in Turda ist die einzige Mine, in der diese Technik noch original erhalten ist.

Modell des alten Aufzugl-Antriebes

Der Besuch der Mine hat auch noch einen positiven Effekt. Die Luft ist nicht zu knapp mit Salz angereichert. Die Salzkristalle legen sich auf alles, was sich in der Mine befindet. Dort unten jahrelang zu arbeiten, war dann wahrscheinlich das Gegenteil von gesund.
Es ist jedenfalls auch für Leute ohne Kinder ein Erlebnis, sich das Salzbergwerk von Turda anzusehen.

Surdesti

Von Sighetu Marmatiei aus wollten wir nach Surdesti. Wir hatten die Wahl zwischen zwei Routen: einmal über Ocna Sugatac, wo ein schöner See liegt, oder aber die Fernstraße 18 über Sat Sugatag, Desesti und Mara nach Mittelstadt. Diese Straße ist bekannt für ihre Holzhäuser und Holzkirchen. Wir besuchten die Holzkirche in Sat Sagutag, da wir dort am Besten einen Zugang fanden. Die Optik der Kirche ist sehr schön, aber die Zimmermannskunst dahinter ist schon beeindruckend. Die Kirche stammt aus dem Jahre 1642 und ist offensichtlich mehrmals rekonstruiert worden. Die Kirche selbst war geschlossen, aber der Friedhof ist auch recht interessant. Manche Gräber sind sehr prunkvoll, anderen sieht man schon die Jahre an. Zu den Kirchhöfen und auch zu den privaten Wohnhäusern gelangt man oftmals durch prächtige Holztore mit zum Teil kostbaren Schnitzereien.

In den alten Holzwohnhäusern wohnt meist niemand mehr, denn die meisten Eigentümer bauten sich moderne Häuser daneben.

In Surdesti lockt die prächtige Eichenholzkirche. Ihr Kirchturm ist 54m hoch und somit eine der höchsten Holzkonstruktionen in Europa. Das Innere soll ebenfalls sehenswert sein, aber auch sie war geschlossen. Zu beiden Kirchen gibt es ein neues Holzhaus mit Informationen, aber die sind wohl nur im Sommer geöffnet. Schade.

Auf der Wiese vor der Kirche von Surdesti wachsen gerade viele Herbstzeitlose. Sie bringen ein wenig Farbe in die triste Herbstwelt, in der wir stecken.

In Mara stießen wir auf einen Forellen-Hof namens Alex, alles vom Feinsten: Holztor, Holzbrücken, Holzhäuser, Teiche. Wir kamen uns vor, wie in einem japanischen Garten. Die Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen und wir bekamen die beste Forelle, die wir je gegessen haben. Für eine Portion mit zwei gegrillten Forellen, Grillgemüse, Salat und Knobi-Soße bezahlten wir beide zusammen 30,-€, dazu das großartige Ambiente.

Gut einen Kilometer weiter kann man sich an einer Quelle erfrischen, bevor ein großer Berganstieg in Richtung Turda folgt.

Sapanta

Auf dem Weg nach Sapanta kamen wir durch Sighetu Marmatiei. Diese Kleinstadt liegt direkt an der ukrainischen Grenze. Das wollten wir uns ansehen. Wir parkten das Wohnmobil bei Jysk und folgten dem Weg zum Fluss Theiß hinunter. Leider ist vom Weg aus nichts zu sehen, aber ein kleiner Trampelpfad gab uns Gelegenheit, zum Flussufer zu gelangen. Die Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine verläuft mitten in der Theiß. Deshalb sind keine Grenzpfähle zu sehen, aber ein Stück weiter links steht ein Beobachtungsturm. Der Weg dient wahrscheinlich der rumänischen Grenzpolizei, die wir unterwegs schon gesehen haben.

Bis nach Sapanta sind es dann noch ca. 15km. Unser Ziel: Cimitirul Vesel, der Fröhliche Friedhof. Schon die Kirche ist beeindruckend. Sie strahlt mit den weißen Wolken und dem blauen Himmel um die Wette. Der Kirchturm ist wunderschön und eine Kombination aus Wehrturm und Kirchturmspitze, die noch zusätzlich mit kleinen Türmchen verziert ist.

Der Eintritt kostet 5,-Lei pro Person, also 1,-€. Die meisten Grabkreuze sind in blau und weiß gestaltet. Auf jeder Vorderseite ist eine Alltagsszene der verstorbenen Person eingeschnitzt, auf der Rückseite wird meistens das Lebensende beschrieben. Unter den Bildern wird in heiteren Geschichten das Leben, aber auch die Tragik des Sterbens erzählt. Ein lokaler Schreinermeister hat hier sein Lebenswerk 1935 begonnen. Sein Nachfolger führt sein Werk fort, aber ich glaube, nicht jeder Rumäne kann sich solch ein Kreuz leisten. Es gibt in Sapanta noch einen zweiten Friedhof.

Ich hätte gerne eine dieser Geschichten als Beispiel hier präsentiert, aber der Google-Übersetzer hat nur Kauderwelsch preisgegeben.

Rund um den Fröhlichen Friedhof säumen Stände die Straße, in denen Volkskunst und Souvenirs verkauft werden.

Übernachtet haben auf dem neuen Campingplatz Pastravul, ca. 3,5km weiter. Für 14,-€ steht man auf einer schönen großen Wiese, mit Strom und einem neuen Sanitärgebäude. Im dazugehörigen Restaurant werden frische Forellen angeboten, die auf dem Nachbargrundstück gezüchtet werden. Forelle heißt auf Rumänisch: Pastrav.

Viseu de Sus

Unser erstes Ziel in Rumänien befindet sich Richtung Norden, im Bezirk Maramures, nahe der ukrainischen Grenze. Die einzig noch existierende Waldbahn, Mocanita Maramures, mit holzbefeuerten Dampflokomotiven lädt zu einer Fahrt durch das wildromantische Wassertal ein. Wer mit dem Wohnmobil da ist, kann direkt auf dem Parkplatz des Bahnhofes übernachten. Es ist gratis, mit Nutzung der öffentlichen Toiletten.

Auf dem Bahnhofsgelände stehen alte Dampfloks verschiedener Fabrikationen. Ein kleines Museum mit traditionellen Wohnhäusern zeigt das Leben in vergangenen Zeiten. Die Gegend Maramures ist die Hochburg des Holzhandels in Rumänien. 1932 baute man deshalb ein Netz von Waldbahnen, um die Flößerei abzulösen, was ein enormer wirtschaftlicher Fortschritt war. Um dem Flusslauf mit manchmal engen Kurven folgen zu können, baute man die Bahnen in Schmalspur (760mm).
In den 1950/60er Jahren kam der Straßentransport auf und die Waldbahnen verloren an Bedeutung. Nur in Rumänien, wo der Fortschritt sehr lange brauchte, um anzukommen, fuhren die Bahnen noch bis mindestens 1986. Bis dahin wurden immer noch neue Dampflokomotiven gebaut.

Heute existiert wie gesagt nur noch diese eine Bahn in Viseu de Sus. Sie fährt fast täglich auf einer Strecke von 21,6km, bis nach Paltin, mitten im Naturpark Muntii Maramuresului. Die gesamte Fahrt dauert 5 Stunden, mit mehreren Pausen. Für 65 Lei Seniorenticket (13,-€) inkl. Verpflegung ruckelt man dann auf ziemlich maroden Schienen durch das Wassertal. Viele Furten durch den Fluss, abenteuerliche Hängebrücken und die Brücken für die Bahn sorgen für Abwechslung. Hohe Berge rechts und links, vor allem jetzt mit der Herbstfärbung, Holzlagerplätze und die Rastplätze für die Bahn machen die Fahrt noch interessanter. Nach zwei Stunden Fahrt ist Paltin erreicht. Während die Fahrgäste mit leckerem Essen und Getränken sowie traditioneller Musik und Tanz zum Mitmachen ihre Pause an der Vaser genießen, verschwindet die Bahn und kehrt erst nach 1,25 Stunden zurück. Die Dampflok hat die Position gewechselt, aber die Fahrgäste steigen wieder dort ein, wo sie auch auf der Hinfahrt saßen. Wir saßen auf der Hinfahrt im ersten Wagon, wo die Dampflok sehr laut zu hören ist. Auf der Rückfahrt war dies dann der letzte Wagon und die Fahrt war wesentlich entspannter.

Gegen 15 Uhr fuhr die Bahn wieder in Viseu de Sus ein. Während der Start um 10 Uhr noch verrregnet war, wie die ganz Nacht, klarte das Wetter mit Beginn der Fahrt auf und die Sonne begleitete uns auf der Fahrt. Es wurde sogar noch recht angenehm von der Temperatur her.

Da wir noch Besorgungen zu machen hatten, übernachteten wir ein weiteres Mal, um am nächsten Morgen die zweite Station unserer Rumänien-Rundfahrt anzugehen.

Bistrita (Bistritz)

Ein guter Zufall verhalf uns zu einer Rumänienreise. Wie ihr wisst, fährt unser eigenes Womo nirgends mehr hin. Dadurch mussten wir auch die geplante nächste Tour auf Eis legen, die uns nach Südost-Europa gebracht hätte.

Nun haben wir das Glück, mit dem Wohnmobil eines ganz netten Bekannten dieses Land zu erkunden, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Wir konnten es gleich in Bistrita (Bistritz), in der Region Siebenbürgen, übernehmen. Nach Rumänien sind wir mit einem WizzAir-Flug gelangt, mit dem wir in Cluj-Napoca gelandet sind. Unser Bekannter holte uns vom Flughafen ab und brachte uns nach Bistrita, wo er uns eine Wohnung in seinem gemieteten Haus überließ. Wir hatten nun zwei Tage Zeit, uns auf das Land einzulassen. Er fuhr uns in der näheren Umgebung von Bistritz durch die Hügellandschaft. Oft findet man dort Hirten mit ihren Tierherden, zumeist Schafen, aber auch Pferde und Rinder sind zu finden. Kleine Dörfer und Ortschaften schmiegen sich in die Landschaft.

Siebenbürgen beherbergte in den letzten Jahrhunderten viele Deutsche, die sich hier niedergelassen hatten. Nach und nach verließen die meisten jedoch aus politischen Gründen diese Gegend wieder, aber ihr bauliches Erbe ist immer noch zu sehen. Viele der Häuser zeigen sich in deutscher Architektur, an manchen Kirchen stehen noch deutsche Texte. Aber auch Neubauten sehen deutsch aus. Wir gehen einmal davon aus, dass viele Rumänen lange in Deutschland leben, bevor sie wieder nach Hause kommen und sich ein Haus bauen, eben nach deutschem Vorbild.
Viele der alten Häuser erscheinen aber auch in traditioneller Bauweise, in Holz, mit kleinen Fenstern und Verzierungen. Fast überall befindet sich ein kleiner Garten am Haus, damit die Menschen sich ein bisschen Gemüse anbauen können, oder sich eine Kuh, ein Pferd, Hühner oder andere Tiere für ihren Unterhalt halten können. Es gibt jedenfalls eine Menge neues für uns zu sehen.

Ein Ausflug führte uns nach Colobita. Die Stadt liegt am Ufer der gleichnamigen Talsperre. Vor wenigen Jahren war dies noch eine verschlafene Gegend. Heute hat der Tourismus Einzug gehalten. Überall wird gebaut, vor allem Hotels und Pensionen. Die gegenüberliegenden Berge sind nun, Ende September, schon leicht verschneit.

Unser Bekannter hatte uns dort mit einem seiner Freunde zusammengebracht. Er betreibt am Ufer der Talsperre eine kleine Pension, einen Wohnmobil-Stellplatz, verleiht Boote und schnitzt und gestaltet in seinem Atelier nebenbei wunderschöne Dinge aus Holz, welches er in der Gegend findet.

Außerdem wurden wir zu einem Hirtenessen eingeladen. Die Gastgeber bewirteten uns überreich mit verschiedenen Gerichten wie Brot, gefüllte Paprika in Sahnesoße, Schweinegulasch und Kuchen. Dazu gab es selbstgemachten Wein und Palinka, den rumänischen Selbstgebrannten.

In der Stadt fand dann auch noch ein Zigeuner-Festival statt. An vielen Ständen wurden regionale Produkte, frisch vom Feld oder in verschiedener Weise konserviert, angeboten. Für das leibliche Wohl war ebenfalls gesorgt. Die kulturelle Umrahmung gestalteten mehrere Volksensemble.

Das waren für zwei Tage viele Erlebnisse, die wir dankend in uns aufsogen. Nun waren wir gerüstet, uns selbst auf Tour zu begeben und möglichst viel von Rumänien zu erkunden.

Eines bekamen wir eindringlich noch mit auf den Weg, die Kreisverkehre betreffend: Wenn man den Kreisverkehr nach links verlassen will, muss man bei der Einfahrt auch links blinken, sonst kommt es unweigerlich zum Unfall. Das wir bloß daran denken!

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