A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Alles Gute

Wir wünschen Euch, unseren treuen Lesern, ein tolles und friedliches Weihnachtsfest sowie einen Guten Rutsch ins Neue Jahr 2019.

Das vergangene Jahr 2018 brachte uns einen schönen Sommer im Baltikum. Seit Oktober sind wir in Italien bzw. Sizilien unterwegs, wo wir wohl bis zum Februar bleiben werden, um dann langsam die Heimreise nach Deutschland anzutreten. Weihnachten auf Sizilien bedeutet warmes Wetter, viel Sonnenschein und Orangen/Zitronen bis zum Abwinken. Schnee? Was ist das? Wenn wir Schnee wollen, fahren wir einfach den Ätna hinauf. Wenn nicht, lassen wir es bleiben. So stellen wir uns einen Winter vor.

Wir hoffen, dass Ihr ein schönes Jahr 2019 habt, mit vielen schönen Erlebnissen, gleich welcher Art diese für Euch auch sein sollen. Alles liebe und gute für Euch.

Weihnachtsbaum aus Kaktusblättern und Orangen

 

 

Catania

Zuerst wollten wir eine Zwischenstation auf dem Weg in den Süden Siziliens einlegen und von dort aus mit dem Smart nach Catania fahren. Man riet uns jedoch dazu, mit dem Bus nach Catania zu fahren, was dann doch die bessere Entscheidung war. Für nur 8,60 € pro Person Hin- und Rückfahrt von Recanati (Giardini-Naxos) aus fährt der Bus nur wenige Schritte vom Stellplatz entfernt ab. Ohne Zwischenstopp fuhr der Bus, nicht ganz pünktlich abgefahren und mit fast einer halben Stunde Verspätung in Catania angekommen, ins das Zentrum der Stadt. Vom Busbahnhof steuert man am besten zuerst den berühmten Fischmarkt von Catania an, denn der ist nur bis zum Vormittag besuchenswert. Das ist ein Fußweg von 1,3km.

Fischmarkt in Catania

Am Domplatz steht ein grau-weißes Gebäude. Passiert man dieses an der rechten Seite, steht man auf dem Fischmarkt, welcher sich ein paar Stufen tiefer befindet. So hat man gleich einen schönen Blick über alles. Das Handeln, die Fischer, die ihre Ware anpreisen, das ganze Ambiente erinnert an einen orientalischen Markt. Die Preise sind niedrig, die Fische und Meerestiere frisch. Hier kauft man gerne ein. Leider standen wir am Anfang unseres Stadtrundganges, so dass wir keinen Fisch mitnehmen konnten. Auf der Empore bietet ein kleiner Laden in Zitronensud gegarten Baby-Oktopus an, den wir unbedingt probieren mussten. So zarten Tintenfisch hatten wir noch nie gegessen, der war einfach lecker.

Baby-Oktopus in Zitronensud

Egal, welche Gasse wir weiter gingen, überall stehen Marktstände, an denen Obst, Gemüse und Fleisch angeboten werden. Sogar Zicklein bekommt man, für nur 8,-€ das Kilo. Einer der Stände bot einen Salat aus verschiedenen Wurst- und Käsesorten an, auch davon probierten wir. Frischer als hier bekommt man die Sachen nicht.

Markt in allen Gassen rund um den Fischmarkt

Irgendwann kamen wir an die Via Emanuele II. Nur ein paar Meter nach links kommt man zum Teatro Antico und das Odeon. Beide Theater liegen nebeneinander und sind ein Museum. Anfang des 8. Jahrhunderts vor Christus gründeten Griechen die Kolonie Catania. Möglicherweise errichteten schon die Griechen ein Theater an dieser Stelle, welches die Römer später übernahmen und ausbauten. Wenn man um den Block läuft, kann man auch die Rückseite mit den Eingängen der Theater sehen.
Etwas weiter oberhalb der Theater ist die Römische Therme zu finden.

Eingangstor zum Teatro Antico

Spaziert man die Via Emanuele II wieder zurück zum Domplatz, steht man vor der berühmten Elefantensäule. Der Elefant ist das Symbol von Catania. Dieser aus Lava gefertigte Elefant auf dem Domplatz stammt aus römischer Zeit. Er wurde nach der Zerstörung durch ein verheerendes Erdbeben 1693 aus den Trümmern geborgen. 1669 wurde Catania schon einmal durch eine Ätna-Eruption dem Erdboden gleichgemacht. Der auf dem Elefanten stehende Obelisk stammt aus Ägypten und wurde wohl im alten Amphitheater als Zielsäule verwendet. Ein Künstler aus Catania kam dann auf die Idee, aus diesen beiden Teilen die Elefantensäule zu kreieren.

Elefantensäule

Der Palazzo degli Elefanti ist heute das Rathaus. Er stammt aus der Zeit nach dem großen Erdbeben von 1693. Ebenfalls am Domplatz steht die beeindruckende Kathedrale Sant`Agata. Fast alle großen Gebäude Catanias sind im prunkvollen Barockstil erbaut, was mich an meine Heimatstadt Dresden erinnert. Geschwungene Formen, pralle Figuren, prachtvolle Verzierungen, der Barock macht einfach Spaß.

Domplatz mit der Kathedrale Sant`Agata

Leider ist die Bausubstanz Catanias ansonsten unter aller Kanone. In ganz Italien sind sehr viele Bauten dem Verfall preisgegeben, weil das Geld für die Renovierung fehlt. In Catania ist dieser Zustand sehr erdrückend.

Die Flaniermeile Catanias ist die Via Etnea, die sich vom Domplatz in Richtung Ätna ausdehnt, den man in einiger Entfernung sieht. Mehrere große Plätze lockern die Straße auf, die von vielen Geschäften und mancher Kirche gesäumt wird. Schon bald kommt man am Gymnasium links und der gegenüberliegenden Universität rechts vorbei.

Via Etnea

Folgt man der Via Etnea weiter, liegt irgendwann auf der linken Seite die Ausgrabungsstätte des Amphitheaters. Es wurde beim großen Erdbeben verschüttet und nur zum Teil wieder freigelegt. Dieses Amphitheater war eines der größten auf Sizilien, fasste 15.000 Zuschauer, die in 32 Sitzreihen Platz nahmen. Es hatte eine elliptische Form und maß 125×105 Meter. Es wurde im 2. Jahrhundert erbaut und Ende des 5. Jahrhunderts aufgegeben. Die Normannen nutzten beim Bau der Kathedrale im 11. Jahrhundert teilweise Steine und Säulen des Theaters.

Ausgrabungsstätte Amphitheater

Unser letztes Ziel in Catania war der Hafen der Stadt. Von hier aus fahren Fähren z.B. nach Neapel, Genua oder Malta. Es herrscht Ruhe im Hafen, die wir für eine Kaffeepause nutzten. Von hier aus blickt man über die Stadt hinweg zum Ätna, der der Stadt schon so manches Leid bescherte.

Fontana di Proserpina

Am Busbahnhof steht ein sehr schöner barocker Brunnen, der „Fontana di Proserpina“. Der Bus zurück nach Recanati fährt im Busbahnhof des Interbus (blaue Busse) ab, direkt hinter der Mauer, vor der wir abgesetzt wurden. Der Eingang befindet sich in der Via Archimede. Sollte jemand kein Rückfahrticket haben: das Ticketbüro von Interbus ist in der Parallelstraße Via D´Amico schräg gegenüber zu finden. Man bekommt allerdings auch direkt im Busbahnhof Tickets. Auf Verspätungen sollte man sich jedoch einstellen.

Tischdeko aus Treibholz

Ein Beispiel, um Treibgut zu verarbeiten, sind Tischdekos. Auf dem ersten Bild dient eine Schilfwurzel als Träger. Darauf habe ich einfach einen flachen Stein befestigt, auf welchem man z.B. Schmuckgläser für Teelichte stellen kann. Ein kleiner Stapel aus flachen Steinen sowie eine vom Wasser rundgeschliffene Fliesenscherbe sind weiterer Schmuck.

Eine zweite Möglichkeit zeigt das nächste Bild. Auf ein schönes Stück Treibholz habe ich Strandglas, einzeln oder als Stapel, platziert. Als Teelichtträger dient eine vom Wasser rundgeschliffene Fliesenscherbe.

Tischdeko aus Schilfwurzel

Tischdeko aus Treibholz

Eine andere Möglichkeit ist, Muscheln oder Schnecken als Dekoelemente auf Treibholz zu verwenden.

Giardini-Naxos

Antike Quellen berichten, dass Naxos 734 v.Chr. als erste griechische Kolonie auf sizilianischem Boden gegründet wurde. Schon 403 v.Chr. zerstörte der Tyrann Dionysius I. aus Syracus diese Kolonie. Heute nimmt das Archäologische Museum von Naxos einen großen Teil dieser alten Siedlung ein. Für 4,-€ Eintritt kann man sich über die Geschichte von Naxos informieren und über die alten Grundmauern, die allerdings zumeist unter Erde und Vegetation liegen, spazieren gehen.

Verteidigungsmauer von Naxos

Im 12. Jahrhundert war Naxos ein bedeutender Handelshafen, in dem die Schiffe aus und nach Messina kommend Zwischenstopps einlegten. Hier wurden auch Waren aus dem fruchtbaren Hinterland von Giardini-Naxos umgeschlagen.
Seit dem 13./14. Jahrhundert diente eine Festung am Kap Schisó in Naxos mit Beobachtungstürmen dem Schutz der Küste Siziliens, um sich gegen die Angriffe von Mittelmeerpiraten, aus Nordafrika kommend, zu schützen. 1566 wurde diese Festung zerstört und musste wieder aufgebaut werden. Die Festung am Kap Schisó arbeitete z.B. mit der Festung im benachbarten San Marco zusammen. Die Verbindung zwischen den beiden Festungen hielten mehrere Beobachtungstürme, wie der Vignazza-Turm am Kap Schisó. Die Verständigung erfolgte durch Rauch oder Feuer, so dass sich die Festungen über drohende Überfälle gegenseitig informieren konnten. Der Vignazza-Turm gehört heute gemeinsam mit dem alten Fort und der Verteidigungsmauer ebenfalls zum Archäologischen Museum von Naxos. Als die Franzosen 1830 Algier eroberten, hörten die Überfälle der Mittelmeerpiraten auf Sizilien auf.

Vignazza-Turm

Das Wohnhaus der Festung, direkt auf einem Lavafluss errichtet, befindet sich am Rand der Schisó-Bucht. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Seite zur Promenade herausgeputzt und mit Balkonen versehen. Leider ist von der einstigen Pracht kaum noch etwas übrig. Reiche Familien aus verschiedenen Gegenden waren über die Jahrhunderte Besitzer des Wohnhauses.

ehemaliges Wohnhaus der Festung Naxos

Auf der Piazza Apollo Archegeta in Naxos, in der Nähe des Flusses Venera, befand sich ein großes antikes Heiligtum. Sehr viel konnte bei den Ausgrabungen in der Neuzeit nicht mehr zutage gefördert werden, weil die wilden Fluten der Venera das noch zerstört hatten, was die Zeit übrig gelassen hatte. Es erinnert nur eine Tafel mit Lageplan an die antike Stätte. Eckige grüne Anlagen, wahrscheinlich die Lage der religiösen Gebäude kennzeichnend, werden von Freiflächen mit Gehwegplatten umgrenzt. Das Heiligtum widmete man der blutdurstigen Göttin Enyó, die als böser Geist von den Menschen Besitz ergreifen konnte. Sie hielt in der griechischen Mythologie eine enge Verbindung zum Kriegsgott Ares. Wir hatten bisher noch keinen griechischen Tempel für böse Götter kennengelernt.

Das ist in etwa die Geschichte von Naxos. Heutzutage bildet Naxos einen Teil von Giardini-Naxos an der Schisó-Bucht. Der lange Sandstrand, durchsetzt mit Lavabrocken, ist ein beliebtes Ziel für Sommertouristen. Die Stadt hat sich zum Badeort schlechthin gemausert, mit Hotelvierteln wie Recanati. In der warmen Jahreszeit werden viele Aktivitäten wie Ausflüge zum Ätna, Bootsausflüge oder Wassersportmöglichkeiten angeboten. Im Winter ist es da sehr ruhig. Jetzt kann man in Ruhe durch die Gassen oder am Strand entlang spazieren. Von vielen Stellen aus ist der Ätna zu sehen. Mehrere Kunstwerke schmücken den Uferbereich. Am südlichen Ende des Kap Schisó befindet sich der Hafen, dahinter eine Aussichtsplattform, die sich auf dem Ende eines 8000 Jahre alten Lavaflusses ausbreitet. Am nördlichen Ende wird die Bucht vom Kap Taormina abgeschlossen.

Kap Schisó

Zum Überwintern ist Giardini-Naxos ideal, denn es wird von den Bergen Siziliens vor Wetterunbilden geschützt. Es herrscht weniger Wind, so dass das Klima ruhiger und wärmer als auf dem Rest der Insel ist. Die Landschaft ist interessant. Es gibt die Berge, den Vulkan, das Meer und viele interessante Orte, die es zu erkunden gilt.

Gruß an das alte Naxos

Wir stehen auf dem Womo-Stellplatz Aurora. In fast unmittelbarer Umgebung existieren noch ein Campingplatz und der Womo-Stellplatz Eden-Parking. Die Winter-Gebühren liegen zwischen 7,-€ und 10,-€. Nach den Rabattstaffelungen muss man bei der Ankunft beim Betreiber fragen.

 

Windspiele aus Schilf

An manchen Mittelmeerstränden liegen jede Menge abgestorbene und angeschwemmte Schilfstängel herum. Viel zu schade, aus diesen nicht etwas zu basteln. Wir haben daraus ein Windspiel gemacht, nach dem Vorbild derer aus Bambus. Schilf funktioniert genauso gut und es ist einfach zu bearbeiten.

Schilfstängel, am besten die dicksten, also auf Länge schneiden. Ob alle gleich lang sind, oder unterschiedliche Länge haben, ist egal. Wir haben sieben Stangen in Längen von 35cm bis 70cm geschnitten. Als nächstes jede Stange etwa in der Mitte unter 45 Grad bis auf die Hälfte des Durchmessers einsägen, dann beidseitig bis zum Ende der Stange mit einem Messer aufschneiden. So erhält man eine Art Orgelpfeife. Ganz oben zwei kleine Löcher bohren, um die „Orgelpfeifen“ aufzuhängen.
Jetzt benötigt man ein rundes Brett, oder irgendetwas anderes, was greifbar ist und passt, etwa 12-15cm im Durchmesser. Darin bohrt man sieben gleichmäßig verteilte kleine Löcher am Rand entlang. Jetzt kann man die „Orgelpfeifen“ daran befestigen.
Nun fehlt noch ein runder flacher Stein in der Mitte, etwa 8-9cm im Durchmesser, und ein beliebiger Stein darunter. Beide Steine werden in der Mitte des Windspieles mit einem wetterfesten Faden, Angelsehne o.ä., am oberen Brett festgemacht (siehe Foto). Dafür ist ein weiteres kleines Loch in der Mitte des Brettes nötig. Wir haben ein am Strand gefundenes Plastikteil verwendet, welches mit Sprühkleber und Sand beschichtet wurde. Leider war nur grauer Sand verfügbar.
Mit einem Tragfaden kann das selbstgemachte Windspiel dann aufgehängt werden. Der Klang ist angenehm holzig.

Windspiel aus Schilf

Durch Zufall entdeckte ich, dass sich aus den Samenkapseln einer Mimosenart (wahrscheinlich Jacaranda), die direkt vor unserem Stellplatz in Giardini-Naxos (Sizilien) herumliegen, ein Windspiel basteln lässt. Schilf hatten wir noch genug übrig, welches wir am Strand gesammelt hatten. Daraus schnitten wir eine 44cm lange Stange und schrägten die beiden Enden nach unten hin ab. Nun bohrten wir sieben kleine Löcher durch die Stange hindurch. Als nächstes bindet man die Samenkapseln mit einem dünnen Faden am Stiel fest, fädelt den Faden durch die Schilfstange und befestigt diesen oben. Dann noch einen Aufhänger basteln und schon ist das außergewöhnliche Windspiel fertig. Es hat in etwa den selben Klang wie das vorher beschriebene Windspiel, nur dass es viel einfacher herzustellen ist.

Windspiel aus Jakaranda-Samenkapseln und Schilf

 

 

Ätna Nordhang

Als wir die Südseite des Ätna besuchten waren wir schon begeistert. Die Nordseite ist noch viel schöner, weil interessanter. Die Auffahrt nach Piano Provenzana beginnt in Linguaglossa. In vielen Serpentinen und oft großen Steigungen windet sich die Straße den Hang des Vulkans hinauf. Den ersten Stopp legten wir bei Rifugio Ragabo ein. Fünfzig Meter vor dem Parkplatz führt ein Fußweg rechts in den Wald, zur Grotta di Corruccio. Der Weg ist nur 250m weit. Am Ende steht man auf einem Lavatunnel. An zwei Stellen ist die Decke nur ein kleines Stück eingebrochen, so dass es aussieht, als wären das Eingänge zu Höhlen. Am Ende des Tunnels ist die Decke komplett verschwunden und eine Art Kanal führt talwärts. Die Aussicht von hier in Richtung Taormina und das Meer ist wunderschön.

Lavatunnel

Immer weiter geht es nach oben, bis sich der Kiefernwald, der den Hang bedeckt, endet. Einige Picknick-Plätze wurden bis dorthin angelegt, von denen Wanderwege ausgehen. Der lichte, jetzt herbstliche Kiefernwald ist von Eichen und Buchen durchsetzt.
Hat man den Wald hinter sich gelassen, ist der Blick auf die nördlichen Gipfel des Ätna frei. Außerdem durchquert man gleich einen breiten schwarzen Lavafluss. Schwarze Bröckellava, einzelne grüne Bäume und der Schnee des Ätna bilden zusammen eine fantastische Kulisse. Kommt am frühen Vormittag dort an und die Sonne spielt mit, ist die Beleuchtung optimal und setzt das Bild bestens in Szene.

hinter dem Kiefernwald

Das nächste Ziel ist Piano Provenzana auf ca. 1800m Höhe. Diese Anlage wurde auf dem Lavastrom von 2002 errichtet. Die Souvenirbuden sind geschlossen, Parkgebühren will keiner haben und man ist fast alleine mit dem Vulkan. Von hier starten mehrere Wanderwege, z.B. zum Monte Nero. Die Schranke kann man ignorieren, außer bei akuten Ausbrüchen. Mit festen Schuhen ist der Weg nach oben gut zu bewältigen. Immer wieder führt der Weg über Lava. Links vom Weg kommt man bald an einem verschütteten Haus vorbei, gegenüber ist der Rest eines Mastes noch zu sehen, den die Lava seinerzeit umgestoßen und teilweise begraben hat. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll, denn man ist von einer Fülle von schönen Motiven umgeben. Nach etwa der Hälfte des Weges drehten wir um und gingen zum Parkplatz zurück.

Fotomotive überall auf dem Weg

Ein Stück weiter hinten startet der Skilift und der Wanderweg zum Hauptkrater des Ätna. Der Weg zum Monte Conca lohnt sich nicht. Das war wohl vor Urzeiten ein Krater, aber der Berg ist nicht mehr als solcher zu erkennen und vollkommen bewaldet.
Dann ist die Straße zu Ende und man muss wieder zurück auf die Ringstraße, um nach Sant Alfio weiter zu fahren. Auf der zweiten Abfahrt nach rechts kommt man zum Rifugio Citelli, das auf 1741 Metern Höhe liegt. Das Restaurant hat wohl über den Winter geschlossen und auch sonst ist nicht viel los auf diesem Platz, aber von hier aus hörten wir, wie der Vulkan arbeitet. Dumpfe, kurze und fauchende Geräusche drangen von den Hauptkratern herunter. Die Rauchwolken, die am Vormittag noch ganz weiß waren, nahmen jetzt eine schmutzige Farbe an. Werden wir heute Abend wieder kleine Eruptionen sehen?

dieser nördliche Krater spukt seit ein paar Abenden Feuer und Lava

Vom Rifugio Citelli geht es fast immer abwärts. Die Serpentinenstraße verbindet weiter unten viele kleine Siedlungen miteinander, so wie am ganzen unteren Hang rund um den Vulkan. Immer wieder wurden alte Lavaströme durchstochen, die inzwischen mit Flechten bewachsen sind, um die Straße bauen zu können. Während viele dieser Ströme irgendwo am Hang enden, floss einer von ihnen bis nach Giarre. Das sieht man sehr gut vom Parkplatz in Höhe des Ortseingangsschildes von Sant Alfio aus.

Lavafluss nach Giarre

In Sant Alfio selbst gibt es eine Sehenswürdigkeit anderer Art. Sie ist nicht bei Google zu finden, aber Hinweisschilder im Ort führen dorthin. Es ist ein Baum, der sich „Kastanie der 100 Pferde“ nennt. Der Hinweis kam gerade gestern von einem österreichischen Paar, die mit ihrem Wohnmobil auch eine Zeit auf dem AuroraParking in Naxos verbringen wollen.
Die gewaltige Kastanie schätzt man auf 3600-4000 Jahre alt. Sie ist so alt, dass von dem ursprünglichen Baum kaum noch etwas übrig ist. Was heute zu sehen ist, sind Seitentriebe aus dem Urbaum. Der Umfang des Stammes, der eigentlich keiner mehr ist, misst 22 Meter, die Höhe beträgt ebenfalls 22m. Es ist somit der älteste Baum in Europa und der größte Baum Italiens. 1965 wurde die Kastanie als Nationales Monument deklariert und 2006 in das UNESCO-Erbe aufgenommen. Woher kommt der Name des Baumes? Eine Legende erzählt, das die mysteriöse Königin Gióvanna I de`Angio, die mitsamt ihren 100 Rittern und genauso vielen Pferden unterwegs war, unter dieser Kastanie Schutz vor einem plötzlich ankommenden Sturm Schutz fand. Das muss sich in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts zugetragen haben. Ein Besuch des uralten Baumes ist in jedem Fall interessant.

wahrscheinlich 4000 Jahre alte Kastanie

Bisher habe ich noch nicht erwähnt, dass das gesamte Vulkanmassiv des Ätna ein Naturpark ist, der von einer Ringstraße umschlossen wird. Auch eine Bahnlinie führt am Fuße des Berges entlang, die man für eine entspannte Rundfahrt nutzen kann.

1. Advent 2018

Jetzt ist doch tatsächlich schon wieder ein Jahr vergangen und Weihnachten 2018 steht vor der Türe. Für uns war es ein gutes Jahr. Den Sommer durften wir im Baltikum verbringen und jetzt sind wir über den Winter in Sizilien. Hier freuen wir uns über den italienischen Winter, der eigentlich ein Frühling ist. Nur wenige Bäume verlieren ihre Blätter und frisches Grün spießt jetzt überall. Es regnet nur alle paar Tage einmal. Wenn die Sonne scheint, ist es gleich wieder warm. Jeden Tag richten wir unseren Blick auf den nahen Ätna, der nie langweilig wird. Wir haben einen guten Platz in Giardini-Naxos und werden nach den bisherigen drei Wochen noch bis nach Weihnachten hier bleiben. Dann werden wir die Insel-Rundfahrt starten und langsam ans nach-Hause-fahren denken.

Wir wünschen Euch Allen eine wundervolle und ruhige Weihnachtszeit mit den Lieben. Wer noch ein Geschenk sucht, für den seien unsere Reiseberichte empfohlen, um ein bisschen Fernweh zu Hause zu versprühen.

Verbringt einen schönen 1. Advent und seid gegrüßt von uns A+K Weltenbummler
Angela und Klaus

 

Ätna Südhang

Seit eineinhalb Wochen blicken wir jeden Tag auf den Ätna und warten darauf, seine Südflanke zu erobern. Eine Woche lang hatte sich der Vulkan jetzt in Wolken gehüllt, aber für unseren Ausflug wollten wir makelloses Wetter haben. Gestern klappte es. Man muss sich allerdings relativ früh auf die Socken machen, denn gegen Mittag kommen die ersten Wolken, die sich im Laufe des Tages weiter verdichten. Äußerst selten ist der Ätna den ganzen Tag wolkenlos.

Blick auf den Ätna von unserem Stellplatz in Giardini-Naxos aus

Der größte Vulkan Europas, der dazu bis heute tätig ist, stand schon seit Jahrzehnten auf meiner To-Do-Liste. Jetzt durfte ich endlich den Berg der Berge, wie die Sizilianer ihn nennen, erklimmen. Sein höchster Krater liegt auf einer Höhe von ca. 3300m. Das ändert sich bei jedem Ausbruch. Ein Erlebnis ist der Besuch des Ätna in jedem Fall. Es stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, zum Gipfel des Ätna zu gelangen. Je komfortabler, umso teurer. Die Betreiber der einzelnen Angebote sind bei ihren Preisen keineswegs zimperlich. Jeder will eben den Ätna sehen oder gar dem Gipfel möglichst nahe sein.
Wir fuhren von Giardini-Naxos aus nach Giarre, um dort in Richtung Zafferana Etnea abzubiegen. Von dort aus führt eine Straße in vielen Serpentinen zur Liftstation Rifugio Sapienza. Immer höher klettert die Straße, so dass im Dunst kaum noch Meer und Land auseinander gehalten werden können. Es ist Herbst am Ätna, was man sonst in Sizilien kaum mitbekommt. Das Laub der Bäume färbt in der Sonne die Hänge des Vulkans herrlich bunt. Immer wieder zweigen Zufahrten zu Gästehäusern und Hotels von der Straße ab, von denen aber jetzt viele geschlossen sind.

auf dem Weg zu Europas höchstem Vulkan

Kurz vor Rifugio Sapienza erhält man die Möglichkeit, den Silvestri-Krater zu Fuß zu umrunden, was kostenlos ist. Dieser liegt auf über 1900m Höhe. Der Krater ist nicht tief und nicht groß, schon gar nicht mehr aktiv, aber die Kulisse rundherum ist wunderschön. Die Lava und der Bimsstein auf den sichtbaren Hängen leuchten in verschiedenen Farben. Das erinnerte uns sofort an die Vulkanlandschaften Lanzarotes.

am Silvestri-Krater

An der gegenüberliegenden Straßenseite erhebt sich ein weiterer Krater. Der Krater Silvestri Superiore ist um einiges höher, aber ebenfalls kostenlos zu besteigen. Von dort oben soll man einen tollen Ausblick haben. Unser Ziel war jedoch der Gipfel des Ätna.

Was für alle Wege am Vulkanhang gilt, ist, dass man festes Schuhwerk dabei haben muss, denn die Lava und der Bimsstein sind scharfkantig. Sehr zu empfehlen ist warme Kleidung, da der Wind um den Vulkan kalt und schneidend weht.

Insgesamt besteht für ganz harte Wanderer die Möglichkeit, den Aufstieg vom Rifugio Sapienza über die ganze Länge zu Fuß zu bestreiten. Damit geht man den horrenden Preisen der Beförderungsmittel aus dem Weg. Der Aufstieg ist durch das lose Material sehr anstrengend und dauert mind. 5 Stunden. Dazu kommt die Höhe von 2000 bis über 3300m. Es ist kein Spaziergang.

Rifugio Sapienza

Wir entschieden uns für die Liftfahrt (30,-€ hin und zurück) zum Terminal Funivia auf 2500m Höhe. Dabei überquert man den Lavastrom vom Ausbruch 2002/03, der später links von Weg liegt. Auf den älteren Lavaflüssen wachsen schon Flechten und niedrige Pflanzen. Weite Teile der Lava- und Bimssteinfelder liegen jedoch immer noch blank. Auf der rechten Seite befinden sich sieben Krater, fast wie an einer Kette aufgereiht. Das sind die, die man vom Lift aus sieht. Dahinter befinden sich anscheinend weitere Krater.

Lift zum Terminal Funivia

In Funivia angekommen verließen wir das Gebäude und waren froh über unsere warme Kleidung. Wer es versäumt diese mitzunehmen, der hat die Möglichkeit sich eine warme Jacke für 6,50€ auszuleihen.
Von der Station aus starten nun Geländebusse, die die Gäste für 25,-€ zur nächsten Station Torre del Filosofo auf 2920m bringen. Wer möchte, kann die Strecke aber auch wandern. Wer dann noch bis zum Rand des Kraters will, muss sich einen Guide für 9,-€ nehmen und ist noch einmal 1,5 Stunden dorthin unterwegs. In verschiedenen Blogs habe ich gelesen, dass es auch möglich ist den Krater ohne Guide zu erreichen. Es wird wohl nicht kontrolliert, obwohl man eine Sperrzone betritt. Der Spaziergang geht allerdings voll auf eigenes Risiko, sollte irgendetwas passieren.
Für uns war am Terminal Funivia Schluss. Von dort aus ist der Krater zu sehen, der für den Ausbruch 2002/03 verantwortlich war und auf den mehrere Wanderwege führen. Von dort oben sieht man ganz sicher die Hauptkrater des Ätna. Richtig, davon gibt es mehrere.

Blick vom Terminal Funivia nach oben


Wir begnügten uns mit einer kurzen Wanderung weiter den Hang hinauf, um wenigstens einen kleinen Blick auf die Hauptkrater zu erhaschen, aus denen es fast immer dampft, manchmal auch qualmt. Reste der nächtlichen dünnen Schneedecke lagen noch auf den schmalen Wegen und glänzten in der Sonne. Im Winter fallen auf dem Ätna mehrere Meter Schnee. Dann fahren wohl auch die Geländebusse nicht mehr. Der Lift funktioniert auch nur, wenn es das Wetter zulässt.
Es ist ein großartiges Erlebnis, dem Berg der Berge, dem Vulkan Ätna, so nahe zu sein. Man kann sich dort oben frei bewegen und seiner Neugier freien Lauf lassen. Es gibt keine festgelegten Wege, jeder kann laufen wo immer er auch möchte und die Vulkanlandschaft genießen.

Hauptkrater des Ätna

Beeindruckt und mit tollen Bildern im Kopf fuhren wir mit dem Lift wieder nach unten, wo die Auslagen etlicher Souvenirbuden auf Käufer warten. Neben jeder Menge Nippes werden auch Schmuck und Skulpturen aus Lava angeboten.
Der Parkplatz kostet übrigens 1,20€ die Stunde oder 3,50€ einen halben Tag. Den Rückweg nahmen wir auf der Straße nach Nicolosi, die sich in Serpentinen nach unten schlängelt. Jetzt bekommt man erst den richtigen Eindruck, was es heißt, wenn der Ätna ausbricht. Die Hauptrichtung der Lavaströme liegt genau in dieser Richtung, an deren Ende sich Catania befindet. Die Farbe der einzelnen Lavaströme lässt erkennen, in welcher Reihenfolge sie geflossen sind. Die jüngsten von ihnen sind noch ganz schwarz. Der gesamte Hangabschnitt ist von Lava bedeckt. Hin und wieder sieht man Teile von Häusern aus der Lava ragen, die unter ihr begraben wurden. Die Stimmung wird nachdenklich. Wie müssen sich die Menschen fühlen, wenn sich solch ein manchmal mehrere Meter hoher Lavastrom auf sie und ihr Haus zubewegt. Um manche Häuser hat die Lava scheinbar einen Bogen gemacht, wie immer die Leute das auch geschafft haben. In jeden Fall lehrt der Ätna dann das Fürchten.

dieses Haus wurde vom Lavastrom begraben

Der Ätna ist normalerweise kein explosiver Vulkan mehr, der bei seinen Ausbrüchen mit Lavabrocken um sich schmeißt und große Ascheregen verursacht. Es bleibt nur bei den Lavaströmen, die relativ zäh sind und sich nicht rasend schnell vorwärts bewegen. Es gibt natürlich den seltenen Fall, dass sich ein neuer Krater öffnet. Dann kann es allerdings schon einmal sein, dass es Lavabomben regnet. Nach jedem Ausbruch heißt es aber, Lifte und Straßen freizulegen und zu erneuern. Wahrscheinlich ist diese Tatsache für die hohen Preise am Vulkan verantwortlich.

Alcantara-Schlucht

Eine grandiose Szenerie bietet der Naturpark „Gole Alcantara“ (Eintritt im Winter pro Person: 6,-€), zwischen Giardini-Naxos und Francavilla di Sicilia gelegen. Der Fluss Alcantara hat sich an dieser Stelle in drei übereinanderliegende Lavaflüsse gegraben, deren Entstehung vor 8000 Jahren begann. Die Aussichtsplattform am Hafen von Naxos, am Capo Schisó, wurde auf dem Ausläufer des ältesten Lavastromes gebaut.
Die Schlucht ist bis zu 30 Meter tief und sehr sehenswert. Den oberen Eingang zur Schlucht bildet die Quelle der Venus. In diesen Pools soll die Göttin Venus gebadet haben. Ihr Geliebter, der Vulkangott, hatte extra für sie das Wasser erwärmt, damit das Bad recht angenehm ist. Irgendwann betrog Venus ihren Geliebten, der dann das Wasser des Alcanara-Flusses wieder erkalten ließ.

„Pool der Venus“, Eingang zur Alcantara-Schlucht

Am Balkon „Quelle der Venus“ beginnt der schmalste und höchste Teil der Schlucht, der sehr kurvenreich ist. Basaltsäulen in vielen Formen, die da Namen wie „Holzstapel“, „Harfen“, „Rosetten“ und „Orgelpfeifen“ tragen, säumen den Weg des wilden Wassers. Das allerbeste Bild der Schlucht findet man am Aussichtspunkt „Der Aufruhr von Vulkano“.

„Der Aufruhr des Vulkano“

Da es vor ein paar Tagen heftig und anhaltend geregnet hat, fließt jetzt entsprechend viel Wasser durch die Schlucht. Das heißt auch, dass sämtliche Zugänge nach unten, an den Strand und zum Eingang der Schlucht, geschlossen sind. Im Sommer starten dort unten Touren durch den Grund der Schlucht. Von oben sieht das alles schon gigantisch aus, aber von unten muss das unfassbar sein.
Es gibt noch weitere Balkone, von denen aus man in die Schlucht sehen kann und man immer wieder andere Einblicke erhält. Ich will jetzt nicht weiter darüber schreiben, da ich sowieso kaum ausdrücken kann, was die Natur hier in der Alcantara-Schlucht geschaffen hat, ich lasse einfach mal die Bilder sprechen.

Ausgang der Alcantara-Schlucht

Der Park „Gole Alcantara“ bietet jedoch noch einiges mehr. Es ist gleichzeitig ein Botanischer Garten. Im Multimediasaal und in Ausstellungsräumen wird gezeigt, wie die Schlucht entstand. Ob diese jetzt im Winter geöffnet hat, wissen wir nicht, da wir sie nicht besucht haben. Ein Glamping-Platz gehört auch zum Park, im Winter geschlossen.
Nach Berichten von Mitreisenden ist der Zugang „Comunale“ ein paar hundert Meter weiter in Richtung Francavilla kostenlos. Wir wissen es nicht, da wir es dort nicht versucht haben.

Eigentlich wollten wir noch ein Stück am nördlichen Hang des Ätna hochfahren. Deshalb nahmen wir den Rückweg nach Naxos über Francavilla und der auf einem Berg gelegenen Stadt Castiglione di Sicilia. In Castiglione lohnen einige Stopps, denn die Aussicht auf das sizilianische Hinterland ist wunderschön. Obst und Wein gedeihen auf den Lavahängen prächtig. Überall stehen kleine Händler mit ihren kleinen Lastwägelchen, zumeist Piaggios AP 50, und verkaufen, was sie geerntet haben. Die Preise liegen um 1,-€ pro Kilo, egal was.

Castiglione di Sicilia

Von Rovitello aus sind es noch 19 Kilometer bis nach Etna-Nord. Da sich der Vulkan heute mehr oder weniger in Wolken hüllte, lohnte die Auffahrt nicht. Trotzdem fuhren wir wenigstens noch die 1,5km den Hang hinauf, wo es eine weitere Straße gibt, die wenig später wieder zurück nach Linguaglossa führt. Allein dieser kurze Weg entführt in die Lavawelt, die der Ätna vor langer Zeit hinterlassen hat. Bäume, die ums Überleben kämpfen, und Gestrüpp sind in den Lavaflüssen noch zu finden. Die Lava sieht aus, als lägen Millionen kleiner Steinbälle in der Gegend herum, die große Berge bilden. In den USA lernten wir diese Lava als AA-Lava kennen, ich nenne sie Bröckellava. Wenn man einen der kantigen Bälle anhebt, stellt man fest, das die Lava sehr schwer ist.

Lava am Nordhang des Ätna

Jetzt haben wir einen kleinen Eindruck bekommen, wie es am Ätna aussieht. Wir werden bei sonnigem Wetter auf jeden Fall noch einmal den Südhang hinauffahren, der allerdings der Hauptweg für die Touristenbusse ist. Wir sind sehr gespannt.

Zyklopenküste

Die Küste um Acireale nennt man auch die Zyklopenküste. Einstige Lavaströme gelangten bis an das Meer heran und bilden heute eine bizarre Küste, mit vielen spitzen Felsen, die einzeln oder in Gruppen vor der Küste stehen. Der Sage nach, wobei wir wieder bei der Odyssee wären, lebte der einäugige Riese Polyphem an den Hängen des Ätna. Er hielt Odysseus und seine Gefährten gefangen. Mit List gelang es Odysseus, Polyphem zu blenden und zu fliehen. Aus lauter Wut schleuderte der Riese große Felsen Odysseus hinterher. So liegen sie heute immer noch dort, wo sie niedergefallen waren.

Lavabrocken bestimmen die Zyklopenküste

Das Zentrum der Zyklopenküste ist Aci Trezzo. Dort liegen gleich hinter der Hafenausfahrt die Isole die Ciclopi, die Zyklopeninseln. Die meisten von ihnen ragen als spitze, schwarze Lavabrocken aus dem Meer. Nur die größte der Inseln ist bewohnt. Die Inseln und das Wasser drumherum sind als Meeresschutzgebiet ausgewiesen. Die auf einer Halbinsel liegende Altstadt ist von einer breiten Promenade eingerahmt. Von dort aus lässt sich die Aussicht auf die Lavaküste gut genießen. Selbst die Häuser an der Wasserkante sind in einem guten Zustand, was in Sizilien nicht eben selbstverständlich ist.

Zyklopeninseln vor Aci Trezzo

Gleich südlich von Aci Trezzo schließt sich das schön gestaltete Kap von Aci Castello an. Die kleine normannische Festung, die auf dem Ende einer Lavazunge aus dem Jahre 1169 steht, ist über das Winterhalbjahr geschlossen. Sie beherbergt ein kleines Museum. Auch hier lässt es sich trefflich an der Promenade, die über einer schwarzen Steilküste liegt, bummeln. Wenn man an der Festung vorbeischaut, sieht man in einiger Entfernung Aci Trezzo mit den Zyklopeninseln.

Piazzo Castello mit dem Castello Svevo in Aci Castello

Ein wahres Kleinod ist der Hafen von Santa Maria la Scala. In die kleine Bucht laufen unverhältnismäßig große Wellen ein, und das im Zeitlupentempo und sehr geräuschvoll. Die hohe Steilwand hinter der Bucht bricht das Geräusch der Wellen und wirft es zurück. Es gibt kaum Touristen, die nicht begeistert von diesem Szenario sind.

Santa Maria la Scala

Links von der Bucht liegt der kleine Fischerort, der sich den Hang hinaufzieht. Rechts baute man eine Aussichtsplattform. Hier ist die Straße zu Ende und man blickt nach Süden, entlang der rauen, schwarzen Steilküste.
Als letztes Haus steht eine alte Mühle. Etwas links davon kommt man zu einem Wasserfall, der die Mühle einst antrieb. Heute wird das herabstürzende Wasser durch Rohre geführt. Nur ein Teil des Wasser erreicht rauschend das Meer. Umgeben ist der Wasserfall, wie der gesamte Hang, von dichtem südländischen Urwald.

die Gischt kriecht an der Steilküste aus Lava nach oben

Es ist ein grandioser Anblick nach beiden Seiten der Aussichtsplattform. Anschließend spaziert man durch die Gassen von Santa Maria la Scala, bis hin zur Mole. Aus diesem Winkel stellt sich der Ort, mit den vielen kleinen Booten davor, noch einmal anders dar. Es hat uns ausnehmend gut dort gefallen und es ist ein echter Geheimtipp. Es führt nur eine kleine kurvige Straße hinunter zu den Parkplätzen.

der kleine Hafen von Santa Maria la Scala

Auf der Hintour fuhren wir auf der ss114 entlang. Man darf keine zwei Sekunden woanders hinsehen, denn ständig muss man ausweichen, anhalten oder sonst wie reagieren. Deshalb folgten wir auf der Rücktour nach Giardini-Naxos der kleinen Küstenstraße. Hier geht es ruhiger zu. Teilweise ist die kleine Straße geräumiger als die Fernstraße. Man hat also Zeit, sich die Gegend anzusehen und die Aussichten zu genießen. Zitrusplantagen, Baumschulen und Gewächshäuser sind die Hauptzutaten auf der Strecke.

Hafen von Stazzo

Bei Santa Tecla und Stazzo bogen wir noch einmal ans Meer und zu den kleinen Häfen ab. Überall zeigt sich die schwarze Lava. Bei Santa Tecla zeigt sich weit oben im Hang das Ende einer Lavazunge, in der mehrere Höhlen, besser gesagt: Lavablasen, zu sehen sind.

das Ende einer Lavazunge

In Riposto mit dem „Hafen am Ätna“ legten wir eine letzte Pause ein. Der Hafen ist gleichzeitig der Hafen der großen Stadt Giarre. Entsprechend groß ist der Hafen und zahlreich sind die Boote in allen Klassen.

Uferstraße von Riposto

Langsam ziehen wieder dunkle Wolken über dem Ätna auf und wir müssen sehen, dass wir zum Stellplatz in Naxos zurückkommen. Von Riposto in Richtung Giardini-Naxos zieht sich ein endloser Strand an der Küste entlang. Nach der Zyklopenküste ist das richtig langweilig.

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