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El Malpais – New Mexico

Das Wort muss noch erfunden werden, um zu beschreiben, was wir in den beiden National Monuments (El Malpais und El Morro) gesehen haben. Was uns zuerst auffiel war, dass es wieder Bäume gibt, fast schon kleine Wälder. Es sind zwar nur Nadelbäume, aber immerhin. Seit wir in Texas eingereist sind, gab es kaum noch einen Baum zu sehen.

El Malpais ist Vulkanland, das in der höchsten Wüste südlich der Interstate 40 zwischen Albuquerque und Gallup liegt. 29 Vulkane haben hier vor 10000 Jahren ihre Lava verströmen lassen, die weite Teile des Landes bedecken. Unsere erste Entdeckung am westlichen Ende des Zuni-Acoma-Trails, in der Nähe des Parkplatzes, liegt ein kleiner Lavastrom mit tiefen Schluchten. Da drauf zu stehen war schon aufregend genug, aber es kommt noch besser.

Für das El Calderon Area nahmen wir uns etwas mehr Zeit, die wirklich sehr gut angelegt war. Der ganze Rundweg von 7 Meilen war dann doch zu lang für uns, denn wir hatten noch viel vor an diesem Tag. Gleich vornan liegt die Junction Cave. Eine Höhle, die entstanden ist, als die Decke des Lavatunnels irgendwann einbrach und den Weg in den Tunnel freigab. Nur ein paar Schritte weiter noch ein Loch in der Landschaft, das gleiche Szenario. Klaus ließ sich nicht zurückhalten, in die Höhle zu steigen. Als er drinnen war, entdeckte er am anderen Ende Licht. Die beiden Höhlen hängen also zusammen, deshalb Junction Cave, Kreuzungshöhle. Allerdings ist ein Zugang nicht zu empfehlen, da die Lava weiter instabil ist.

Jetzt hatte uns die Entdeckerlust gepackt und wir wollten noch zur Bat Cave, der Fledermaushöhle. Der Weg dorthin führt über offenes, hügeliges Gelände mit herrlichen Aussichten auf die Sandsteinberge in der einen Richtung und Vulkane in der anderen Richtung. Plötzlich standen wir vor zwei riesigen Löchern in der Erde. Keine Absperrung, nichts. Das sind ebenfalls eingebrochene Lavatunnel, nur um vieles größer und tiefer als die bisher gesehenen. Zwischen den Beiden steht nur noch eine schmale Wand, über die der Wanderweg führt. Wie lange noch? Wer weiß es schon.

Dann erreichten wir die Fledermaushöhle. Der Zugang ist nur mit Genehmigung erlaubt, um die Tiere nicht zu stören. 3 Fledermausarten sollen in der Höhle wohnen. Nachdem wir diese ganzen Löcher in der Landschaft gesehen haben, fragten wir uns, wie viele dieser Lavatunnel es wohl geben mag. Über wie viele Hohlräume, vielleicht instabile, sind wir gelaufen? Aber wir waren so hingerissen von dem, was sich uns bot, dass wir darüber nicht weiter nachdachten.

Jetzt sind wir schon so oft durch die Wildnis gelaufen und überall wird vor Klapperschlangen gewarnt, aber begegnet sind wir leider noch nicht einer. Ich würde auch gerne einmal Klapperschlange auf dem Teller haben, um selbst zu probieren.  Die Meinungen über deren Geschmack, die ich bisher gehört habe, gehen ja sehr auseinander.

Das dritte Ziel im El Malpais National Monument war das Land aus Feuer und Eis, dem Bandera Vulkan und einer Eishöhle. Die Wanderwege starten am historischen Handelsposten direkt am Fuße des Vulkans. Im Handelsposten erhält man die Tickets für den Zugang der Gegend, die obligatorische indianische Kunst und echte, antike Keramik und andere Fundstücke aus der Frühzeit der Besiedelung der Gegend. Diese Fundstücke sind 800 bis 1200 Jahre alt und wurden in den 1940er und 50er Jahren in den Lavahöhlen gefunden. Es sind sogar noch Ruinen der Anasazi-Indianer zu sehen, die sich Behausungen aus Lavabrocken gebaut haben oder in die Lavahöhlen eingezogen sind. Die scharfkantige Lava ist wahrscheinlich nicht gerade bequem gewesen, aber sie hat sehr gut isolierende Eigenschaften. Laufen lässt es sich auch nicht wirklich gut auf der krümeligen, Aa-Lava genannten, Oberfläche. Dafür ist die Gegend reich an Wild und Vögeln. Manchmal soll sogar ein Schwarzbär oder ein Puma vorbeikommen.

Der Weg den Hang des Bandera Vulkans hinauf, vorbei am Spielplatz des Teufels, einem Nebenkrater,  eröffnet unglaubliche Aussichten auf das El Malpais-Gebiet mit seinen vielen Vulkankegeln und die genauso unglaubliche Natur. Auffallend sind vor allem die gedrehten, knorrigen Bäume, viele von ihnen mit Blitzschäden. Die Erklärung ist einfach: auf der Lava lässt es sich als Baum schlecht wachsen. Die Wurzeln sind nicht tief und ein starker Wind bringt die Bäume zu Fall. Dazu ist die Lava sehr eisenhaltig und zieht die Blitze magisch an, die dann sehr oft in die Bäume einschlagen. Ich kann das Szenerio wirklich nicht beschreiben, das muss man wirklich mit eigenen Augen sehen.

 

 

 

Irgendwann steht man dann im Vulkan selbst, auf etwa halber Höhe des 243 Meter hohen und 425 Meter im Durchmesser messenden Kraters. Da kommt man sich ganz klein vor und wie in einer anderen Welt. Der Gipfel des Vulkans liegt auf 2550 Meter über dem Meeresspiegel. Es war unser erster Vulkanbesuch dieser Art.

Das unglaublichste ist jedoch die Eishöhle in der Nähe des Vulkans. Feuer und Eis. Die Eishöhle ist, wie alle anderen Höhlen auch, ein eingebrochener Lavatunnel. Das Wasser stammt vom Regen oder geschmolzenem Schnee. Das Eis bildet sich durch natürliche Gegebenheiten und ist zur Zeit 6 Meter dick. Das älteste Eis wird auf 3400 Jahre geschätzt. Arktische Algen sorgen für eine giftgrüne Färbung. In der Höhle sind es nie mehr als 0 °C.
Die ganze Landschaft ist übersät mit Spritzkegeln, quasi Überdruckventilen für die Lavagase, Senken und anderen vulkantypischen Hinterlassenschaften. Lanzarote hatte uns ja vor einigen Jahren schon begeistert, aber das hier setzt noch Einen drauf.

Ein kleines Stück weiter westlich zieht sich die Kontinentale Wasserscheide durch das Land. Wären wir die Route 66 gefahren, wäre das zwischen Thoreau und Coolidge mit 2214 Metern, der höchste Punkt gewesen, den wir auf dieser Straße erreichen konnten. Wer Landschaft mag, nimmt auf jeden Fall die südlich gelegene Nebenstraße 53.

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Albuquerque, die Dritte – New Mexico

Nach knapp 2 Wochen Aufenthalt in Albuquerque ist uns die Stadt fast ans Herz gewachsen. Sie ist flächenmäßig sehr groß, so um die 20 Meilen im Durchmesser, trotzdem liegt sie unauffällig in der Landschaft, rundum von Bergen umschlossen. Die Bewohner sind bunt gemischt. Den Hauptteil machen Mexikaner, Schwarze und auch Indianer aus. Der Verkehr fließt auf großen, übersichtlichen Magistralen. Die Fahrweise ist etwas zügiger als auf unserem bisherigen Weg.

Jetzt sind wir endlich wieder on Tour. Was hat uns aufgehalten? Wir haben unseren Truck und den Wohnhänger gegen ein Motorhome (Bus) eingetauscht. Vielleicht haben wir damit mehr Glück und es warten nicht so viele Schwierigkeiten auf uns. Mit dem Gespann standen schon wieder Reparaturen auf dem Plan, die uns abermals sehr teuer gekommen wären. Außerdem ist das Motorhome um einiges kürzer und wendiger. Sollten wir doch irgendwo nicht damit hinkommen, werden wir mit dem Fahrrad fahren müssen. Außerdem sitzen wir jetzt höher, so dass uns nicht ständig irgendwelche Leitplanken und Zäune die Sicht versperren. Wir hoffen jedenfalls das Beste.
Zu guter Letzt haben wir bei der Abfahrt aus Albuquerque einen Roadrunner gesehen. Das ist der Nationalvogel von New Mexico. Er steht bei den Einheimischen für Mut und Schnelligkeit. Mut, weil seine Lieblingsspeise Klapperschlangen sind. Schnelligkeit, weil er bis zu 15 Meilen in der Stunde schnell laufen kann. Wir haben uns gefreut, doch noch einen dieser relativ großen Vögel zu sehen. Sie sind jedoch nur zu entdecken, wenn sie sich bewegen, weil sie absolut gut getarnt sind.

Zuerst folgten wir der Interstate 40 weiter Richtung Westen. Überreste der alten Route 66 wie die Stahlbogenbrücke über den Rio Puerco und eine alte Straßenbrücke ohne Straße sind auf der Nordseite der Interstate zu entdecken. Auf der Südseite liegt der Ort Correo. Bei Mesita bogen wir auf die alte Route 66 ab, wo sie durch eine aufregende Landschaft führt. Felsformationen wie der Turtle Rock, Lavaströme und Plateaus, die aus bunten Gesteinsschichten bestehen, und viele weitere Besonderheiten ließen uns nur staunen. In Laguna fanden wir einen RV-Park zum Übernachten. Wir waren noch gar nicht ganz angekommen, als uns schon ein alter Mann ansprach und ein Gespräch anfing. Sein indianischer Name war Kíwiksawé (gesprochen). Allerdings ist er nur ein halber Pueblo-Indianer aus dem Süden, denn seine Mutter war Thailänderin. Sein Onkel hatte eine Deutsche geheiratet. Das sind nur zwei ausländische Familienmitglieder, von denen er gesprochen hat. Die ganze Familie ist sehr international, denn auch aus der Ukraine kam jemand. Er erzählte uns, was wir uns in Laguna ansehen sollten und viele andere Dinge, und nach einer ganzen Weile verabschiedete er sich. Übrigens sind wir wieder einmal mitten im Indianergebiet. In New Mexico leben 24 Stämme, von den Pueblo-Indianern über die bekannteren Navajos und Apachen. Diese Stämme lebten jedoch schon immer hier. Der Mann an der Rezeption des RV-Parks stellte sich als Anasazi vor. Dieses Volk lebte vor sehr langer Zeit nordwestlich von hier und galt schon vor der Ankunft der Spanier als verschwunden, aber anscheinend ist es mit den Anasazi wie mit den Maya. Einige haben überlebt und leben mitten unter den anderen Menschen. Beide Einheimischen kennen die Geschichte ihres Volkes bis in die Anfänge sehr genau: dass sie zur Eiszeit über die Beringstraße kamen und die Kämpfe mit den spanischen Eroberern. Alles ist ihnen überliefert worden. Ich war einfach nur fasziniert von Ihnen.

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