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Acoma – New Mexico

Bevor wir unserem nächsten Ziel entgegenfuhren, besuchten wir das Dancing Eagle Casino in Laguna. Es gehört mit jeder Menge anderer Casinos in den Reservationen, von denen es hier viele gibt, den Einheimischen. Das Casino ist sehr neu und mit den neuesten Spielautomaten ausgestattet. Wir hätten erst einmal jemanden gebraucht, der uns die Automaten erklärt. Wir standen jedenfalls davor, wie Außerirdische. Black Jack gibt es auch nur noch elektronisch. Ich glaube, dass das jedoch keinen Spaß macht.

Auf dem Weg nach Acoma wurde die Landschaft immer aufregender. Ein großer Sandsteinfelsen erregte unsere Aufmerksamkeit. Wie wir erfuhren, begeisterte der Felsen auch schon die Acoma, die ihn Enchanted Mesa, den entzückenden Felsen, nannten. Ein kleiner Rundgang sollte uns den Felsen erschließen, aber er ist zu groß für den kurzen Rundgang, bei dem wir im Sandboden viele Spuren von Käfern, einem Skorpion und anderen kleinen Tieren fanden. Deer (Reh)-Spuren und welche von Hundeartigen waren auch hier zu finden. Eine große exotische Heuschrecke war unser interessantester Fund. In der Dämmerung und nachts muss hier ganz schön die Post abgehen.

Unser Ziel war die Acoma Sky City, die am längsten ununterbrochen bewohnte Siedlung in Nordamerika, nämlich seit mindestens 2000 Jahren. Die Spanier zerstörten Acoma Sky City 1599 fast vollständig. Was zu besichtigen ist, ist also eigentlich eine neue Stadt. Acoma Sky City steht auf einem mehr als 100 Meter über dem Gelände liegenden Plateaufelsen, zählt über 300 Gebäude aus Sandstein und Adobe und ist für die Fertigung hochwertiger Keramik bekannt. Die Besichtigung ist nur mit einer Führung möglich. Ein Video verkündete uns, dass bei dieser eineinhalbstündigen Führung neben der Besichtigung der Stadt auch „Verkaufsveranstaltungen“ und ein Casinobesuch auf dem Programm stehen.
Vom Aussichtspunkt Guumi gegenüber, hoch über dem Tal, konnten wir die Stadt gut mit dem Fernglas sehen. Zwei Acomas saßen dort und verkauften unter anderem selbstgemachten Schmuck, Töpfereien und Pfeilspitzen aus Stein. Der Mann, er hieß Conran, stellte die Pfeilspitzen und andere Werkzeuge selbst aus dem vulkanischen, sehr harten Glas Obsidian, Jaspis und anderen Steinen her. Er erzählte, dass er selbst noch mit Pfeil und Bogen in der Dämmerung auf Jagd nach Rehen und Hirschen geht, um seine Familie zu versorgen.

Nach Grants fuhren wir die Interstate 40 weiter, die mitten über einen schwarzen Lavastrom führt, obwohl rechts und links nur Sandsteinfelsen zu sehen sind. Wie kann das denn sein? Das war jedenfalls sehr merkwürdig.
Hat jemand von Euch schon einmal Chips aus Schweinehaut gegessen? Wir jetzt ja, sogar mit BBQ-Geschmack, sehr lecker.

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Albuquerque, die Dritte – New Mexico

Nach knapp 2 Wochen Aufenthalt in Albuquerque ist uns die Stadt fast ans Herz gewachsen. Sie ist flächenmäßig sehr groß, so um die 20 Meilen im Durchmesser, trotzdem liegt sie unauffällig in der Landschaft, rundum von Bergen umschlossen. Die Bewohner sind bunt gemischt. Den Hauptteil machen Mexikaner, Schwarze und auch Indianer aus. Der Verkehr fließt auf großen, übersichtlichen Magistralen. Die Fahrweise ist etwas zügiger als auf unserem bisherigen Weg.

Jetzt sind wir endlich wieder on Tour. Was hat uns aufgehalten? Wir haben unseren Truck und den Wohnhänger gegen ein Motorhome (Bus) eingetauscht. Vielleicht haben wir damit mehr Glück und es warten nicht so viele Schwierigkeiten auf uns. Mit dem Gespann standen schon wieder Reparaturen auf dem Plan, die uns abermals sehr teuer gekommen wären. Außerdem ist das Motorhome um einiges kürzer und wendiger. Sollten wir doch irgendwo nicht damit hinkommen, werden wir mit dem Fahrrad fahren müssen. Außerdem sitzen wir jetzt höher, so dass uns nicht ständig irgendwelche Leitplanken und Zäune die Sicht versperren. Wir hoffen jedenfalls das Beste.
Zu guter Letzt haben wir bei der Abfahrt aus Albuquerque einen Roadrunner gesehen. Das ist der Nationalvogel von New Mexico. Er steht bei den Einheimischen für Mut und Schnelligkeit. Mut, weil seine Lieblingsspeise Klapperschlangen sind. Schnelligkeit, weil er bis zu 15 Meilen in der Stunde schnell laufen kann. Wir haben uns gefreut, doch noch einen dieser relativ großen Vögel zu sehen. Sie sind jedoch nur zu entdecken, wenn sie sich bewegen, weil sie absolut gut getarnt sind.

Zuerst folgten wir der Interstate 40 weiter Richtung Westen. Überreste der alten Route 66 wie die Stahlbogenbrücke über den Rio Puerco und eine alte Straßenbrücke ohne Straße sind auf der Nordseite der Interstate zu entdecken. Auf der Südseite liegt der Ort Correo. Bei Mesita bogen wir auf die alte Route 66 ab, wo sie durch eine aufregende Landschaft führt. Felsformationen wie der Turtle Rock, Lavaströme und Plateaus, die aus bunten Gesteinsschichten bestehen, und viele weitere Besonderheiten ließen uns nur staunen. In Laguna fanden wir einen RV-Park zum Übernachten. Wir waren noch gar nicht ganz angekommen, als uns schon ein alter Mann ansprach und ein Gespräch anfing. Sein indianischer Name war Kíwiksawé (gesprochen). Allerdings ist er nur ein halber Pueblo-Indianer aus dem Süden, denn seine Mutter war Thailänderin. Sein Onkel hatte eine Deutsche geheiratet. Das sind nur zwei ausländische Familienmitglieder, von denen er gesprochen hat. Die ganze Familie ist sehr international, denn auch aus der Ukraine kam jemand. Er erzählte uns, was wir uns in Laguna ansehen sollten und viele andere Dinge, und nach einer ganzen Weile verabschiedete er sich. Übrigens sind wir wieder einmal mitten im Indianergebiet. In New Mexico leben 24 Stämme, von den Pueblo-Indianern über die bekannteren Navajos und Apachen. Diese Stämme lebten jedoch schon immer hier. Der Mann an der Rezeption des RV-Parks stellte sich als Anasazi vor. Dieses Volk lebte vor sehr langer Zeit nordwestlich von hier und galt schon vor der Ankunft der Spanier als verschwunden, aber anscheinend ist es mit den Anasazi wie mit den Maya. Einige haben überlebt und leben mitten unter den anderen Menschen. Beide Einheimischen kennen die Geschichte ihres Volkes bis in die Anfänge sehr genau: dass sie zur Eiszeit über die Beringstraße kamen und die Kämpfe mit den spanischen Eroberern. Alles ist ihnen überliefert worden. Ich war einfach nur fasziniert von Ihnen.

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