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Reisen rund um die Welt

Bordeaux

Gegend um Bordeaux

Auf der Suche nach einem Stellplatz in der Nähe von Bordeaux, wenn möglich schon in Richtung Deutschland, kamen wir in das Dorf St. Romain la Virvée nordöstlich von Bordeaux. Der Platz ist sehr ruhig gelegen. Drumherum wird überall Wein angebaut. Vögel zwitschern, Grillen zirpen, die Kirschen warten schon darauf, dass sie rot werden, und der Wein wächst. Es ist schön um diese Jahreszeit rund um Bordeaux.

Geburtshaus von Cousteau

In der benachbarten kleinen Stadt St. André de Cubzac kann man in den Zug nach Bordeaux steigen. Die Fahrt dauert eine halbe Stunde und kostet knapp 9,-€ pro Person hin und zurück. Während eines Bummels durch St. André de Cubzac fanden wir zufällig heraus, dass in dieser Stadt 1910 Jacques-Yves Cousteaux, der Pionier der Tauchtechnik, geboren wurde. An dem Haus in der Rue de National 82 hängt eine Gedenktafel. Später zog eine Apotheke in das Haus ein. Heute ist es ein Platz für Kinder. Cousteau wurde hier in seiner Heimatstadt auch begraben, obwohl er in Paris starb. Eigentlich hatten wir ein tolles Grab erwartet. Es ist zwar groß, aber sehr schlicht.

Bordeaux ist eine tolle Stadt. Wir hatten keine Vorstellung davon, wie Bordeaux aussieht. Wir begannen den Stadtbummel vom Bahnhof Gare de Bordeaux St. Jean aus am Fluss La Garonne entlang. Die gesamte Front zum Fluss hin bietet ein einheitliches Gesicht. Die Häuser, Stadttore und Paläste bilden eine Einheit. Am attraktivsten und Weltkulturerbe ist der Place de la Bourse mit seinem Bautenensemble. Dieses Ensemble spiegelt sich im größten Wasserspiegel der Welt wider. Die 3450m² große Fläche ist mit nur wenig Wasser bedeckt und es ist eine Freude für Groß und Klein, bei diesen Temperaturen barfuß darin umher zu tollen. Auf einem Bild sahen wir, dass der Brunnen auch eine breite Nebelwand versprühen kann.

Place de la Bourse

Brunnen an der Girondiner-Säule

Am Anleger für Flusskreuzfahrten lag gerade ein großes Kreuzfahrtschiff von den Bahamas. Es wirkte viel zu groß für die Stadt. Ansonsten liegen nur flache Flusskreuzfahrtschiffe am Kai.
Auf dem größten Platz Europas, Esplanade des Quinconces, breitet sich ein gigantischer Antikmarkt mit Imbissständen durchsetzt aus. Am Ende des Parks steht das Monument der Girondiner, eine Siegessäule mit zwei großen Figurenbrunnen am Fuße.

Straße in Bordeaux

Nun setzten wir unseren Stadtbummel durch die Gassen der Altstadt fort. Bisher sahen wir nur einmal solch eine fast gleichförmige Einheit der Gebäude, die alle aus gelbem Sandstein bestehen. Die Häuser sind hoch, nicht sehr breit und viele besitzen geschmiedete Geländer vor den Balkonen. Dieser Anblick erinnert uns stark an die englische Stadt Bath. Am äußeren Rand der Altstadt sind die meisten Häuser nur noch zweigeschossig. Die Leute, die dort wohnten, hatten wohl nicht so viel Geld, um sich höhere Häuser zu leisten.

Allées de Tourney

Gleich in der Nähe der Siegessäule befindet sich die Allées de Tourney. Sie erinnert mit dem vielen Grün und dem Karussell an die Champs Élysèes in Paris.
In der Fußgängerzone Rue Sainte-Catherine lässt es sich vortrefflich bummeln und günstig einkaufen. Am Ende der Straße geht man durch das Porte d
´Aquitaine und gelangt so auf den ziemlich runden Place de la Victoire, von dem mehrere Straßen nach allen Richtungen abgehen. Dies erinnert wiederum an Paris. Überhaupt spürt man hier und da in Bordeaux auch das Pariser Flair.

Kathedrale von Bordeaux

Einmal mehr ist auch in Bordeaux die Kathedrale das beeindruckendste Bauwerk der Stadt. Besonders ist hier, dass der Hauptturm ein paar Meter entfernt von der Kathedrale steht. Er wird von einer großen goldenen Marienstatue gekrönt.
Natürlich hat auch Bordeaux viel mehr zu bieten, als man zu Fuß an einem Tag erreichen kann. Aufgefallen sind uns dabei die in der Ferne zu sehende moderne Hubbrücke Pont Jacques Chabon-Delmas über den Fluss La Garonne oder das futuristisch anmutende La Cité de Vin
, eine Anlage rund um das große Thema Wein.

In der ersten Nacht in St. Romain la Virvée hörten wir, als es stockdunkel draußen war, Vogelgesang. Normalerweise sind nachts keine Singvögel zu hören. Was war das? Bei meinen Nachforschungen erfuhr ich, dass es sich bei den nächtlichen Sängern um Ziegenmelker handelt. Von der Vogelart Ziegenmelker erfuhren wir zum ersten Mal an der Trafalgarküste in Südspanien. Tagsüber sind diese ungewöhnlichen Vögel nicht zu hören oder gar zu sehen. Sobald es dunkel ist, stimmen sie ihr Konzert an. Dieses hielt die ganze Nacht an, bis zum frühen Morgen. Leider gelangen mir keine Stimmenaufnahmen. Das wollte ich in der nächsten Nacht besser machen, aber diese Nacht war absolut still. Kein einziger Ziegenmelker war mehr da.

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