A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Gulf Shores – Alabama

Gulf Shores Beach

Gulf Shores Beach

Die reinweißen Sandstrände von der Küste Mississippi´s setzen sich in Alabama fort, jedoch ist der Küstenabschnitt von Gulf Shores über Orange Beach bis zum Perdido Pass rein touristisch. In Gulf Shores locken neben dem herrlichen Strand und dem endlich sauberen Wasser auch große Shop´s für Strand und Meer. In einem der fünf Meeresfrüchte-Restaurants wollten wir überbackene Austern probieren, aber das war nicht möglich. Bis zum Abend lagen wir am Strand und als wir dann essen gehen wollten, gingen alle anderen Leute auch essen. Stundenlang warteten Menschentrauben vor allen fünf Restaurants und warteten auf einen freien Tisch. Man trägt sich in eine Warteliste ein und wird dann irgendwann einmal aufgerufen. Die Menschentrauben waren so groß, dass es Stunden dauern musste, bis sie an der Reihe waren. Da wollten wir uns nicht auch noch einreihen.
 Im „Hangout“ am Strand vergnügten sich die Leute nach dem Strandtag. Dort gibt es mehrere Bühnen mit Liveauftritten, man kann essen und trinken oder gemütlich in Holzstühlen sitzen, die im Sand stehen. Für die Kinder hat man einen Sandhügel aufgeschüttet und Souvenirbuden dürfen auch nicht fehlen.

Fertig für den Marlinfang

Fertig für den Marlinfang

In Orange Beach stehen dagegen Hotels und Apartmenthäuser hinter der Strandlinie, auf der anderen Straßenseite gibt es die normalen Einkaufsmöglichkeiten. In der „Wharf“ startete gerade das große Blue Marlin Fest. Am Sonntag wird der größte Fang prämiert. Unzählige Boote werden mit ihren Crews zum Hochseeangeln rausfahren und Ihr Glück versuchen. Leider fällt das Festival jetzt ins Wasser, so dass wir auch nicht solange in Orange Beach bleiben wollten.Eigentlich wollten wir uns noch die Ostseite des Perdido Pass mit der eleganten Brücke ansehen, doch leider gab es für uns wieder einmal keine Parkmöglichkeit.

Mobile Bay – Alabama

Rat Rod

Rat Rod

Im Besucherzentrum von Alabama erfuhren wir vom Wassermelonen Festival in Grand Bay, was direkt auf unserem Weg lag. Da mussten wir doch einmal gucken fahren. Für 5,-$ Eintritt kann man am Festival teilnehmen. Neben verschiedenen Kunsthandwerken und Imbissbuden luden auch ein Streichelzoo und Ponyreiten für die Kinder ein. Eine kleine Autoausstellung mit Schätzchen der Straße waren etwas für Klaus. Vor allem der Rat Rod zog alle Blicke auf sich. Ein Rat Rod ist ein Hot Rod, der jedoch aus Teilen fremder Autos sowie selbstgebauter Teile zusammengebaut ist. Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. In Deutschland würde man so etwas im Leben nicht zugelassen bekommen.

Grand Bay - Wassermelonenfestival

Grand Bay – Wassermelonenfestival

Das Highlight des Wassermelonen Festivals sind jedoch die Wassermelonen, von denen man soviel essen darf, wie man kann, ohne Zuzahlung. Das machte Allen am meisten Spaß und ist doch so erfrischend.
Gerade erreichten wir den Chickasaboque Park, um dort ein paar Tage zu bleiben, als ein riesengroßes Regengebiet, aus der Karibik kommend, über einen Großteil Alabamas bis nach Kansas zog. Hochwasserwarnungen für das gesamte Gebiet wurden ständig ausgegeben. Fünf Tage fast ununterbrochener Regen/Regengüsse zwangen uns zur Ruhe. Es ist kaum möglich, irgendetwas zu unternehmen, dabei hat der Park einiges zu bieten. Ausgerechnet so ein Wetter am 4. Juli-Feiertagswochenende, wenn die meisten Amerikaner Urlaub haben.

große Spinne ohne Namen

große Spinne ohne Namen

Vor Kurzem hatten wir Gelegenheit, unseren Blutdruck zu überprüfen. Die lange und große Hitze hat doch Spuren bei uns hinterlassen. Unser Blutdruck ist arg im Keller, da kommt die Abkühlung mit um die 25°C jetzt gerade recht, um unseren Körpern die Möglichkeit zur Erholung zu geben.
Trotz des ewigen Regens, inzwischen ist auch im Motorhome alles feucht, haben wir uns aufgerafft, ein bisschen was zu unternehmen. Bei Spaziergängen durch den Wald, 100% Luftfeuchtigkeit, trafen wir auf eine große, „schöne“ gelb-schwarze Spinne, eine Schlange, die es sich auf Zweigen zusammengerollt bequem gemacht hat und viele verschiedene Vogelarten. Pilze wachsen jetzt auch wieder, z.B. Pfifferlinge.

Fleischfressende Pflanze, bei Kanufahrt entdeckt

Fleischfressende Pflanze, bei Kanufahrt entdeckt

Am letzten Tag im Chickasaboque Park machten wir noch eine Kanufahrt auf dem gleichnamigen Fluss. Vor unserer Abfahrt gab es nur kleine Schauer, hinterher regnete es kaum noch, aber auf unserer gesamten vier Stunden langen Kanufahrt wurden wir komplett eingeweicht, trotz unserer Regenausrüstung. Das Wasser lief überall in die Regenmäntel hinein, was dann mit der Zeit auch zu einem leichten Kältegefühl führte. Eigentlich wollten wir Vögel und andere Tiere beobachten, aber es ließ sich nichts blicken. Alles versteckte sich vorm Regen. Nach der Tour schmeckte endlich der heiße Kaffee wieder.Zum Geburtstag von Klaus bereitete ich das Alligatorfleisch zu, welches wir bei Champagne´s Cajun Swamp Tours am Lake Martin gekauft hatten. Ich hatte es von beiden Seiten gewürzt und kurz angebraten, dazu eine Soße aus Frühlingszwiebeln, Rosmarin und Schmand. Das war ganz lecker. Leider war es nur gefroren zu bekommen, wodurch es wahrscheinlich einiges an Geschmack verloren hat. Es ist aber ein Fleisch, das man gut und gerne des Öfteren essen könnte.

Gulf Coast – Mississippi

Tatsächlich besteht die gesamte Küste von Mississippi aus feinem, reinweißem Sand. Das Wasser ist so flach, dass man bei knietiefem Wasser baden muss, schwimmen ist erst ganz weit draußen möglich. Ein kurzes Bad im warmen Nass ist trotzdem eine kleine Erholung.
 Der größte Teil der Golfküste von Mississippi ist auf Tourismus ausgerichtet. Von Long Beach bis nach Ocean Springs sieht man meist Hotels und Casinos, aber auch öl- und gasverarbeitende Anlagen. An den Stränden werden verschiedene Wassersportarten angeboten. Im auffallenden Sharkheads in Biloxi Beach wird alles verkauft, was das Strandleben leichter, angenehmer oder anders macht. So bunt, wie seine Fassade ist auch das Angebot, welches auf einer riesigen Fläche verkauft wird.
In Pascagoula versuchte Klaus noch einmal sein Glück beim Angeln, fing aber nur Blaue Krabben. An der Mündung des Pascagoula River steht die Ingalls Werft. Wird sie von Nachfahren der Ingalls von der kleinen Farm in Wisconsin und Kansas geführt? So oft kommt der Name Ingalls ja nicht vor. Jedenfalls liegt dort gerade ein kleiner Flugzeugträger, an dem gearbeitet wird.

Pascagoula - Ingalls Werft

Pascagoula – Ingalls Werft

Blaue Krabben findet man überall

Blaue Krabben findet
man überall

 

 

 

 

 

 

 

Bay St. Louis – Mississippi

Gerade haben wir von einem großen Flächenbrand in Arizona gehört, bei dem 19 Feuerwehrmänner starben und 200 Häuser zerstört wurden. Der Brand wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst und die Feuerwehrmänner starben, als das Feuer die Richtung wechselte und sie einschloss. Da halfen auch die Schutzdecken nichts mehr, die eine 50/50 Überlebenschance bieten. Es ist schrecklich, denn inzwischen wissen wir, was das heißt, gegen solche Feuer anzukämpfen.

am Strand von  Bay St. Louis

am Strand von
Bay St. Louis

Mit der Überquerung des Mississippi River gibt es anscheinend auch keine Sümpfe mehr, sondern nur noch grellweiße, feine Sandstrände und halbwegs sauberes Wasser. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist wie weggeblasen. Hier lässt es sich aushalten.
Am Anglerpier in Bay St. Louis holen die Angler richtig dicke Fische aus dem Meer, wie Redfish, Segelflossenwelse oder kleine Haie verschiedener Arten. Klaus hat sich auch eine Angellizens gekauft und wird jetzt selbst versuchen, etwas an den Haken zu bekommen.

Magnolia Money

Magnolia Money

Bay St. Louis ist für seine Besucher ein Wunderland. Im Antique Maison machten uns zwei äußerst freundliche Damen auf das Magnolia Money aufmerksam, welches man im Train Depot (Touristinformation) bekommt. Jeder Besucher, der sich dort anmeldet, bekommt 20 Dollar geschenkt. Ja, das können wir wirklich glauben, versicherten uns die Damen. Mit dem Geld, welches in Coupons ausgezahlt wird, könnten wir dann in Bay St. Louis shoppen oder essen gehen. In den Casinos wird das Magnolia Geld ebenfalls akzeptiert. Während wir uns im Laden umsahen, versorgten uns die Damen mit allerlei Informationen und dann bekamen wir auch noch ein paar Bananen geschenkt. Unglaublich, aber das ist ein Werbegeschenk der in Gulfport ansässigen Firma Dole sagte man uns.

Bay St. Louis -  Train Depot

Bay St. Louis –
Train Depot

Sogleich machten wir uns zum Train Depot auf. Der Originalbahnhof wurde 1876 gebaut, später zerstörte ein großes Feuer die Stadt und den Bahnhof. 1929 erfolgte die Neueröffnung. Der verheerende Hurrican Katrina konnte dem Gebäude selbst nichts anhaben, das im spanischen Missionsstil erbaut ist, jedoch waren Erneuerungsarbeiten notwendig. Immer wieder treffen wir, nach acht Jahren, auf Hinterlassenschaften von Katrina. Noch immer sind viele Stege und Piers nicht repariert, Häuser wurden abgerissen usw. Die Menschen an der Golfküste haben immer noch mit den Folgen des Sturms zu kämpfen.

North Beach Restaurant

North Beach Restaurant

Unser Magnolia Money setzten wir im North Beach Restaurant um, einer fast so alten Einrichtung wie die Stadt selbst. Das Essen war sehr lecker. Für ganze 3,-$, der Rest des Trinkgeldes, das wir noch drauflegten, aßen wir gut, tranken dazu und danach ließen wir uns noch einen Cocktail „Eye of the Storm“ von der Hurricane Hunter Bar schmecken. Dort erfuhren wir, das Hurricanjäger keine neumodische Erfindung für Nervenkitzelsuchende sind, sondern Mitte des 2. Weltkrieges aus reiner Notwendigkeit von einem Flieger-Geschwader begonnen wurde.

Segelflossenwels

Segelflossenwels

Nun noch zu Klaus´ Angelerfolgen: Jeder andere Angler zog Fische ohne Ende, wie oben beschrieben, aus dem Wasser. Bei Klaus waren es Babyfische der Arten Knurrhahn, Segelflossenwels und Stachelrochen sowie ein paar Köderfische, um die großen Fische zu fangen. Klaus hatte die gleiche Ausrüstung, die gleiche Größe der Haken und die gleichen Köder, trotzdem hatte er keinen Erfolg. Immerhin konnten wir uns dann doch noch eine schöne Flunder teilen.

New Orleans – Lousiana

New Orleans -  Canal Street

New Orleans –
Canal Street

Nach vielen Sendungen im Fernsehen über das bunte Treiben auf den Straßen, dem Mardi Gras und den Zerstörungen 2005 durch den Hurrican Katrina waren wir gespannt, was uns erwartete. In der Nacht vor unserem Besuch New Orleans´ und noch am Morgen danach warteten wir zwischen zwei heftigen Gewitterfronten, eine über New Orleans und eine westlich davon über Lafayette, halbwegs ungeschoren ab. Gegen 11 Uhr beruhigte sich das Wetter und wir konnten losfahren. Wie schon befürchtet, fanden wir in der Nähe des French Quarters keinen Parkplatz. Eigentlich wollten wir am gegenüberliegenden Ufer des Mississippi parken und mit der Fähre übersetzen, aber wir verpassten die Abfahrt. Noch außerhalb des Warehouse/Arts Districts fanden wir ein Plätzchen für unser Wohnmobil. Von dort hatten wir ein ganzes Stück zum French Quarter, unserem eigentlichen Ziel, zu laufen. Den Gewittern sei Dank befanden sich die Temperaturen auf einem erträglichen Level, sonst hätten wir das alles gar nicht geschafft.

French Quarter

French Quarter

Also, das French Quarter ist das älteste Stadtviertel und das Kulturzentrum von New Orleans. Von den Zerstörungen durch Katrina, der drittschlimmsten Katastrophe in der US Geschichte, ist dort nichts mehr zu sehen. Wunderschöne Häuser mit den hübschen schmiedeeisernen Balkonen und Verzierungen, die schönen Innenräume, alles lädt zum Bummeln, Stöbern und Probieren ein. Bourbon, Austern und Po Boys, keine smarten Jungs, sondern eine Art Sandwich, sind hier die Renner. Was uns gefehlt hat, waren die Jazzmusikanten. Die kommen wohl erst abends und sorgen für Stimmung. Mehrere Kochschulen lehren die Besucher, wie man in der Cajun Küche leckere Dinge zubereitet.

French Market

French Market

Im French Market wird alles angeboten, was Louisiana zu bieten hat: Kulinarisches, Klamotten und Kunstwerk. Hier bekamen wir Gelegenheit, Schildkrötenfleisch zu probieren, in der Hoffnung, dass die Tiere vernünftig getötet werden. Das Fleisch erinnert stark an Schweinefleisch. Eigentlich konnten wir in der sehr würzigen Louisianasoße keinen Unterschied feststellen.  Alligatorfleisch gibt es an jeder Ecke und in allen Variationen, meist kommt das Fleisch von Farmen.

Mississippi-Schaufelraddampfer Natchez

Mississippi-Schaufelraddampfer Natchez

Am Mississippi liegt die Natchez, ein Schaufelraddampfer, der verschiedene Ausflüge anbietet. Auf dem Riverwalk spaziert man gemütlich und außerhalb des Treibens am Mississippi entlang. Dort befindet sich auch das Aquarium.

Jackson Square

Jackson Square

Am Jacksonsquare fahren die Kutschen Los, die man für eine Stadtrundfahrt buchen kann. Als wir dort ankamen, zeigte gerade eine schwarze Breakdancegruppe ihr Können. Das war nicht von schlechten Eltern. Vor allem hatten sie Humor, mit dem sie alles ein wenig auflockerten. Es machte Spaß, ihnen zuzusehen.

Lafourche – Louisiana

Wir hatten arge Schwierigkeiten, den richtigen Weg zu finden, denn auf jeder Karte und auf jedem Schild sind die Straßennummern für die gleichen Straßen verschieden. Zweimal mussten wir uns durchfragen, weil wir nicht mehr wussten, wo wir waren. So sind wir an einigen Dingen, wie das Houma House, einem Plantagenhaus, vorbeigefahren.

ehemaliges Plantagenhaus?

ehemaliges Plantagenhaus?

Der Lafourche Bayou wird viel beworben, ein kleiner Fluss, an dessen Ufern Plantagenhäuser stehen und Restaurants Louisianakrebse anbieten sollen. Nichts von dem haben wir gefunden, davon abgesehen, dass es wirklich schöne Häuschen dort gibt. An den Bayou selbst kommt man kaum heran, alles Privatgelände. Nur manchmal kann man einen Blick erhaschen. Zuckerrohrfelder dehnen sich hinter den Häusern aus. Die Friedhöfe sind vollkommen anders als im ganzen Rest der Staaten. Zumeist bestehen die Gräber aus großen Sarkophargen, die sich dicht an dicht reihen. Zwar haben wir schon dreimal Frankreich besucht, aber solche Grabausstattungen kennen wir bisher nicht. Die Leute hier müssen ein Menge Geld haben, um sich so etwas leisten zu können.

Louisianakrebsessen

Louisianakrebsessen

Bei Des Allemands fanden wir einen kleinen Laden, der lebende und gekochte Krebse mit der typischen Louisianagewürzmischung anbietet. Der Laden heißt Les Crabes des Allemands, sieht nicht sehr einladend aus, aber er hat hervorragende Krebse und einen sehr netten Geschäftsmann. Der Preis für seine Krebse war sehr niedrig, für uns mehr als überraschend. Für 1 Pfund nahm er gerade einmal 2,50$. Drei Pfund frisch gekochte, noch heiße Krebse ließen wir uns bringen, die wir gleich vor seiner Tür aßen. Etwas später kam er mit Getränken, die er uns schenkte. Auf unsere Frage hin, wie er die Krebse zubereitet, brachte er uns dann auch noch eine Probe Zwiebel und Knoblauch aus dem Kochsud. Da hatten wir ein herrliches Mahl, wenn auch nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Alles in allem war das Ambiente sogar besser. Der Geschäftsmann war von uns begeistert und wir von ihm. Außer Krebsen bietet er auch Fisch an, ebenfalls zu sehr angenehmen Preisen. Wir können den Laden nur allerwärmstens empfehlen.

Airboat Tours  by Arthur

Airboat Tours
by Arthur

Nur ein Stück weiter erlebten wir das wohl Allerbeste unserer bisherigen Tour überhaupt. Zwar hatten wir gerade eine Swamp Tour hinter uns, aber in Des Allemands ist Airboat Tours by Arthur zu finden. Praktischerweise liegt gleich daneben ein RV Park, so dass für die Übernachtung gesorgt war. Neugierig gingen wir zu Airboat Tours, um zu sehen, ob das etwas für uns wäre. Normalerweise kosten die Airboattouren das zweieinhalbfach der Tourbootsausflüge, wie wir am Lake Martin einen hatten. Arthur wollte nur 50,-$ für eine Stunde Fahrt mit dem 6-Personen-Airboat haben und schon hatten wir gebucht. Diesmal nahmen wir eine Frühabendtour und waren hellauf begeistert. Jay, unser junger Kapitän und Arthur´s Sohn, war ein brillanter Bootsführer, der viele Erklärungen über das, was wir sahen, auf Lager hatte. Teilweise in ruhiger Fahrt, teilweise rasanter, 750 PS leisten bei solch einem kleinen Boot etwas, reisten wir durch die Sümpfe.

Sumpftour bei  Des Allemands

Sumpftour bei
Des Allemands

Die durchschnittliche Tiefe der Sümpfe und des See´s liegt bei 60-90cm. Außer den Bäumen, die fest verankert sind, schwimmt alles andere. Schilf, Wasserpflanzen, selbst der Schlamm, alles schwimmt. Unter den Pflanzenteppichen halten sich dann die Alligatoren auf, vor allem im Winter. Dann stellen sie auf Sparflamme um und können so sehr lange unter Wasser bleiben. Normalerweise müssen sie nach eineinhalb Stunden zum Luft holen an die Oberfläche.

Big Al

Big Al

Wir trafen drei große Gators an: ein recht aggressives Weibchen, dass gerade sein Nest verteidigt, den 14 Fuß langen Big Al und den 12 Fuß langen Big Dad. Alligatoren sind, anders als die Krokodile,  sehr gemütlich und man kann einiges mit ihnen anstellen, wenn man vorsichtig ist.
Dieser Sumpf ist anders als der am Lake Martin, auch was die Vogelwelt betrifft. Es gibt längst nicht so viele Vögel, Reiher sahen wir kaum, dafür ist er ein Paradies für Libellen, die hier fast so zahlreich sind, wie woanders die Mücken. Sogar die essbaren Früchte der Lotusblumen konnten wir probieren.
Alles in allem war diese Sumpftour ein unvergessliches Erlebnis, es hat alles gestimmt. Die Beleuchtung ist abends auch intensiver als am Tag, so dass wir bessere Bilder von der Sumpflandschaft bekommen haben. Vielen Dank an Airboat Tours.

Baton Rouge – Louisiana

Interstate 10 über Atchafalaya

Interstate 10 über Atchafalaya

Zwischen Lafayette und Baton Rouge liegt der größte Sumpf, den Louisiana zu bieten hat, das Atchafalaya Becken. Die Überquerung erfolgt über eine viele Meilen lange Brücke in die eine Richtung und eine zweite Brücke in der anderen Richtung. Da stecken Arbeit und Beton ohne Ende drin.

Blick vom Louisiana Regierungsgebäude

Blick vom Louisiana Regierungsgebäude

Baton Rouge ist die Hauptstadt Louisianas, durch die der Mississippi fließt. Das hieß für uns, dass wir den Mississippi noch einmal treffen durften. Die erste Begegnung erfolgte in St. Louis, dem Tor zum Westen. In Baton Rouge ist der Mississippi auch nicht spektakulärer, aber schmutziger. Auffallend in Baton Rouge ist das 1932 vollendete Regierungsgebäude mit seiner Höhe, seinem monumentalen Eingang und der großen Freitreppe. Es ist mit 34 Stockwerken das höchste Regierungsgebäude der USA. Im 27. Stockwerk ist eine Aussichtsplattform, von der man aus einer Höhe von 350 Fuß einen umwerfenden Blick über die grüne Stadt, den Fluss und das Umland hat. Beim Betreten des Gebäudes muss man durch eine Kontrolle, dann darf man sich die beiden Tagungsräume ansehen. Das Gebäude wurde 1910 gebaut und hat noch heute die altehrwürdige und prächtige Optik im Inneren wie damals. Das Regierungsviertel ist weitläufig mit viel Grün, schön angelegten Gärten und einem großen See.Auf der Weiterfahrt zum Lafourche Bayou wollten wir eigentlich am Ufer des Mississippi entlang fahren und die Aussichten auf den Vater aller Flüsse, den Ol´ Man River, werfen. Leider ist die Sicht auf den Fluss durch Deiche versperrt, so dass wir uns für die schnellere Variante, den Highway 30 entschieden.

Cajun Country – Louisiana

Port Arthur - Rainbow und Veteran´s Bridge

Port Arthur – Rainbow und Veteran´s Bridge

Über Port Arthur, noch in Texas, sind eigentlich nur das Lamar State College und die beiden Brücken im Norden erwähnenswert. Die Rainbow Bridge hat eine Durchfahrtshöhe von 176 Fuß. Diese Höhe war 1938, als die Brücke gebaut wurde, notwendig, damit auch die größten U.S. Navy Schiffe unter der Brücke durchpassten. Die Veteran´s Bridge ist nur 143 Fuß hoch, 1991 als erste Hängebrücke für einen texanischen Highway gebaut. 

Am Welcome Center Louisiana

Am Welcome Center Louisiana

Mit der Überquerung des Sabine River erreichten wir Louisiana, wo uns unsere Tour durch das Cajun Country führen wird, das berühmt für seine besonders leckere, abgewandelte creolische Küche ist, aber auch für seine Krebse und Sümpfe. Zwei Überraschungen standen uns zum Thema Louisiana ins Haus: die Krebse fängt man auf Feldern und es wird neben Zuckerrohr hauptsächlich Reis angebaut. Auf den brachliegenden Reisfeldern, die mit Wasser überflutet werden, stellt man kleine Fangkörbe für die leckeren Krustentierchen auf, die es zu Millionen geben muss. Der Reis und das Zuckerrohr sind noch nicht reif, die brauchen noch Zeit. Wasser ist in Louisiana kein Thema, das gibt es zur Genüge. Die Einen haben zu wenig Wasser, die Anderen haben zuviel davon, so ist das.

in Louisianas Sümpfen

in Louisianas Sümpfen

Die Sümpfe kennen wir aus Florida, mit ihrer typischen Vegetation wie die Zypressen, die mit Bartflechten vollhängen, und ihren Geräuschen. Alligatoren sind obligatorisch, die man jedoch auch in jedem Wasserloch oder Graben antreffen kann. Meistens sind es Jungtiere. Fast an jeder Ecke findet man Anbieter für Bootstouren durch die Sümpfe. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen. Gleich beim ersten Anbieter auf unserer Tour, Champagne´s Cajun Swamp Tours am Lake Martin bei St. Martinsville, hatten wir Glück. Dorthin gekommen sind wir über Lake Charles, dann den Highway 14 über Abbeville und New Iberia. Die Temperaturen liegen nahe 40 Grad, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 87%, eine wunderbare Mischung, ha, ha. So schnell, wie wir erst wollten, können wir Louisiana dann doch nicht verlassen. Es gibt einfach zu viel zu sehen.

Abbeville - Steen´s  Cane Syrup Mill

Abbeville – Steen´s
Cane Syrup Mill

Abbeville wurde 1843 von einem Pater Megret gegründet, der dieser Stadt den Namen seiner Heimatstadt in Frankreich gab. Die große St. Mary Magdalen Kirche dominiert die kleine Altstadt, die direkt am Vermillion Bayou liegt. Alle Flüsse heißen hier Bayou. Für uns am interessantesten war die  Steen´s Cane Syrup Mill, eine traditionsreiche Zuckerrohrsirup Mühle. Der Produktionsablauf ist modernisiert, aber nicht öffentlich. Man kann jedoch die Produkte der Mühle käuflich erwerben, die dazu sehr günstig sind. An einem Glas Zuckerrohrsirup kamen wir nicht vorbei. Zu spät merkten wir, dass ein Glas viel zu wenig ist.

Lake Martin - Lotus

Lake Martin – Lotus

Zurück zu unserer Sumpftour am Lake Martin. Nachmittags um 16 Uhr waren noch Plätze frei und wir könnten uns eintragen. Bryan Champagne führt diese Bootstouren. Er ist am Teche Bayou, der durch den Lake Martin fließt, geboren, aufgewachsen und lebt noch immer dort. Er ist sehr freundlich und kennt die Sümpfe wie seine Westentasche. Wie jedoch immer in solchen Fällen, ist die Natur der Choreograph und nicht immer läuft alles optimal. Gerade jetzt in der warmen Jahreszeit ist das Leben nicht so vielfältig wie in den kühleren Jahreszeiten. Trotzdem war diese fast 2-stündige Tour ein Erlebnis, denn wir konnten den Sumpf hautnah erleben. Jahrhundertealte Zypressen stehen im Wasser, verschiedene Wasserpflanzen bedecken teilweise die Wasseroberfläche, alte Zweige und Stämme liegen unter Wasser. Die alles dominierende Wasserpflanze ist der Lotus, wieder eine Überraschung für uns. Reis und Lotus gehören für uns nach Asien.

Lake Martin -  Alligator

Lake Martin –
Alligator

Hier und da lassen sich kleine Schildkröten sehen, einige verschiedene Reiher und auch hin und wieder ein kleinerer Alligator. Sogar ein Alligatornest besichtigten wir, das sich direkt am Ufer des Sees befindet. Es ist unbewacht. Die Mutter kommt erst zurück, wenn die Minialligatoren schlüpfen, um sie ins Wasser zu tragen und die erste Zeit zu beschützen.
Was die Bootstour sehr angenehm gemacht hat, ist die Tatsache, dass es tagsüber keine Mücken gibt, wie es uns Bryan prophezeit hat. Tatsächlich hat mich nicht eine Mücke erwischt, ein wahres Wunder.

Abendstimmung am Lake Martin

Abendstimmung am Lake Martin

Am Abend wollte Klaus auf Fischfang gehen, aber jedesmal waren die kleinen Alligatoren schneller. Zwei von Ihnen zog Klaus an Land, danach folgte gegenseitiges Betrachten und überlegen, wie es weitergeht. Die kleinen Gators, wie die Tiere hier liebevoll genannt werden, erlangten ihre Freiheit wieder. Das ist kein Anglerlatein. Leider gibt es kein Foto davon, da ich gerade das Abendessen zubereitete. Apropos Abendessen. Bryan verkauft Alligatorfleisch. 1 Pfund Schwanzfleisch, das Beste am Gator, kostet 13,-$. Natürlich nahmen wir ein Pfund mit, das Fleisch ist einfach zu lecker.

Galveston – Texas

Surfside Beach

Surfside Beach

Der nächste Abstecher zur Golfküste führte uns nach Surfside Beach mit einem kilometerlangen Sandstrand, kaum sauberer als in Matagorda. Für ein entsprechendes Entgeld kann man mit dem Auto an seinen Strandplatz fahren. Wir waren gerade an einem Sonntag dort und die Autos reihten sich soweit das Auge reicht am Strand. Richtig baden ging auch hier niemand, alles spielt sich direkt am Strand ab.

Stelzenhäuser an  der Golfküste

Stelzenhäuser an
der Golfküste

An der ganzen Küste, die noch dazu von Hurricans gebeutelt wird, die immer mit entsprechendem Hochwasser einhergehen, stehen die Häuser alle auf „Stelzen“. An Hand angefangener Häuser konnten wir erkennen, dass die Stützen so hoch sind, wie das Haus werden soll. Ein Erdgeschoss gibt es praktisch nicht, das Haus fängt mit dem 1. Obergeschoss an. Das Erdgeschoss wird als Carport genutzt. Mancher Bauherr hat trotzdem eine Garage eingebaut, die bei einem Hurrican mit höchster Wahrscheinlichkeit unter Wasser steht. Jedenfalls sehen diese Stelzenhäuser schon komisch aus, wie sie in der Landschaft stehen. 

Galveston

Galveston

Galveston Island hat dann kaum noch etwas Romantisches. Unschöne Stromleitungen rechts und links der Straße verschandeln das Bild. Das Golfufer ist gepflastert mit Häusern und Hotels, die in der gleichen vorher beschriebenen Bauweise errichtet sind. Da gibt es wohl keine Flächenbegrenzungen.  Je näher man der Stadt Galveston kommt, umso höher die Hotel- und Verkehrsdichte. Nee, das ist nichts für uns.
Ein Versuch, einen schönen Übernachtungsplatz an der Galveston Bay zu finden schlug ebenfalls fehl. Häuser, Marinas, zu kleine Plätze, kein Platz für uns.In Seabrook fanden wir wenigstens noch einen Parkplatz bei den Fischmärkten. Wir freuten uns schon auf einen schönen frischen Fisch. Sechs große Fischmärkte, alle von Asiaten geführt, haben zwar jede Menge Fisch, aber frisch ist anders. Vom Flusswels über kleine Haie bis hin zu Zackenbarschen und Barakudas, nichts hatte auch nur den Anschein von Frische. Trotzdem kauften die Leute wie verrückt. Die Läden selbst ließen einen deutschen Lebensmittelkontrolleur alle Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Hier konnten wir beim besten Willen nichts kaufen, so sehr wir auch Appetit hatten. Bei dem Anblick fragten wir uns, was denn wohl die gegenüberliegenden Restaurants für Fisch anbieten. Ein Caterer kaufte jedenfalls seinen Bedarf von eben diesem Angebot.

Johnson Space Center Houston

Johnson Space Center Houston

Die Luftfeuchtigkeit von 65-77% macht uns zu schaffen. Das macht keinen Spaß, wenn Einem immer nur das Wasser vom Laib läuft. Wir müssen hier irgendwie schnellstmöglich raus, so gern wir uns noch eingehender an der Küste umsehen wollen. Das war der Grund, warum wir eigentlich diese Tour im Winter machen wollten. Leider hatten die Einreisebeamten kein Pardon mit uns.
Um Houston machten wir einen Bogen, nur am NASA/Johnson Space Center kamen wir vorbei, dem Ort, als damals bei der Apollo 11-Mission zum Mond der legendäre Notruf „Houston, wir haben ein Problem“ eintraf. Das Space Center ist wohl im gleichen Stil wie das Kennedy Space Center in Florida aufgezogen, halb Business, halb Freizeitpark.

Matagorda Bay – Texas

Überall findet  man solche  Anlagen

Überall findet
man solche
Anlagen

Von San Antonio fuhren wir voller Erwartungen auf frischere Luft über Goliad und Victoria an die Küste. Das ganze Gebiet muss auf einem Ölsee liegen, denn überall finden sich Stationen mit Armaturen und manchmal auch Tanks oder größere Bohranlagen.Unser erster Kontakt mit dem Golf von Mexico fand in Port Lavaca an der Matagorda Bay statt. Das etwas südlicher gelegene Corpus Christi wird zwar als sehr schön beschrieben, aber in Anbetracht des langen Weges, den wir noch vor uns haben, lag uns der Ort zu weit südlich. Port Lavaca war eigentlich eine Enttäuschung für uns. Das Wasser der Bucht ist braun, aber es ist warm, fast zu warm. Ansonsten hat Port Lavaca kaum etwas zu bieten, außer frische Shrimps aus dem Golf. Davon kauften wir uns ein Pfund für 3,50$, aber der Aufwand mit dem Puhlen und was dann noch übrigbleibt, lohnt sich kaum.

Schmuckstück  in Palacios

Schmuckstück
in Palacios

In der Hoffnung etwas besseres Wasser zu finden, fuhren wir nach Palacios weiter. Spanische Schiffbrüchige sahen auf ihrem verzweifelten Weg an Land drei Paläste am Ufer stehen. Daher hat der Ort seinen Namen. In Palacios ist die größte Fischereiflotte an Texas´ Golfküste stationiert, dazu gibt es eine Marina, einen Pier und einen 1,5 Meilen langen Fußweg mit Badestränden am Ufer entlang.
 Am Ufer der Matagorda Bay stapeln sich Austernschalen. Der Grund der Bucht ist anscheinend mit Austern übersät. Shrimps und Austern sind hier deshalb das Hauptgeschäft. Das Wasser ist immer noch nicht besser.

Mündung des  Colorado River

Mündung des
Colorado River

Nächster Versuch: Matagorda selbst. Hier mündet der Colorado River in den Golf von Mexico. Eine große, moderne Brücke spannt sich über die Bucht, über die man die vorgelagerte schmale und lange Insel sowie das offene Meer erreicht. Das Wasser ist immer noch braun. Das hängt vielleicht damit zusammen, dass der Regen, den es seit einiger Zeit im Landesinneren gibt, die Flüsse gerade gefüllt hat und diese umso mehr Sedimente mitbringen und ins Meer spülen. Weiter draußen zeichnet sich eine scharfe Grenze zum Blauwasser ab. Am Horizont sind viele Bohrinseln zu erkennen, wovon es vor der texanischen Küste Hunderte gibt, wie uns eine Karte zeigte.

Matagorda Beach

Matagorda Beach

Der Strand von Matagorda ist lang und von zartem Tang, der hier ständig angespült wird, bedeckt. Das Wasser des Golfs hat eine angenehme Badetemperatur, woran auch so mancher Hai gefallen findet. Deshalb halten sich die Badenden sehr nah am Ufer auf. Erst kürzlich hat es ein Stück weiter nördlich in Surfside Beach einen kleinen Jungen erwischt, der allerdings wieder in Ordnung kommt. Das trübe Wasser, in dem man nicht sieht, was um einen herum passiert, lässt bei uns keine unbeschwerte Badefreude aufkommen. Die Surfer hält das nicht von ihrem Vergnügen ab. Ich wollte jetzt keine Angst machen. Haiangriffe sind äußerst selten, außerdem setzen die Haie erst einen sogenannten Probebiss an, nach dem man jedoch schleunigst aus dem Wasser sein sollte. Also, keine Angst, wir werden aufpassen.

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