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Route 66 Shamrock-McClellan – Texas

Die Route 66 führt  geradewegs von West nach Ost, oder natürlich umgekehrt, durch den Panhandle (Pfannenstiel) von Texas, auf Grund der Form des Gebietes so genannt. Der Panhandle ist eine Hochebene, die einer Halbwüste gleicht und die von Canyons durchschnitten wird. Die Bäume sind erst kleiner, dann weniger geworden. Bei Alanreed herrschen Grasland, wenige Büsche und jede Menge Gestrüpp vor. Im Sommer werden es gerne mal 40°C und es gibt manchmal verheerende Sandstürme. Was wir uns bei dem Anblick der Landschaft und den Temperaturen nicht vorstellen können ist, dass es im Winter, ja Winter, auch Blizzards gibt. Das mit den Stürmen haben wir im Museum von McLean erfahren. Aber eines nach dem anderen.

Von Texola sind wir nach Shamrock gefahren. Ich muss dazu sagen, dass wir uns der Einfachheit halber fast nur auf der Interstate bewegt haben, da die Route 66 sowieso parallel dazu verläuft. Der Route 66 sind wir nur in den Orten gefolgt. In Shamrock ist sie, wie so oft schon, sehr verlassen. Sehenswert ist hier das berühmte, neu restaurierte U-Drop-Inn mit der Tower Service Station. Das Gebäude wurde 1936 gebaut, besitzt eine einzigartige Architektur mit grün glasierten Ziegeln und diente als das Tor zur Stadt. Auf der einen Seite des Gebäudes befand sich die Tankstelle, auf der anderen Seite ein gutes Restaurant.  2003-2004 wurde es aufwändig renoviert und einer neuen Nutzung übergeben. Das Büro ist jedoch leer, aber das Besucherzentrum hält Prospekte und Informationen für die Reisenden bereit.

Das Museum in McLean habe ich ja schon erwähnt. Es sind eigentlich mehrere Museen in einem: das Route 66 Museum, das sehr interessante und umfangreiche Stacheldraht-Museum, in dem es um den anscheinend hier erfundenen Stacheldraht und Zäune im Allgemeinen geht, das Mercantile-Museum, das eigentlich der Shop ist und eine Ecke mit Infos zur Region. Das Alles gibt es gegen eine kleine Spende zu besichtigen. Nebenbei ist es die Heimat der Old Route 66 Association of Texas. Wie der Stacheldraht erfunden wurde, weiß übrigens niemand mehr genau. Da gibt es mehrere Geschichten.
 Etwas weiter auf der Route 66 Richtung Westen, aber noch in McLean, finden sich die erste Phillips 66 Gas Station, die in Texas gebaut wurde, eine Texaco Station und das anscheinend schon lange geschlossene Avalon Theater. Am Ende des Ortes liegt das Cactus Inn Motel.

In Alanreed hielten wir nach einer großen Attraktion Ausschau, der Super 66 Service Station. Fast wären wir daran vorbei gefahren, denn die gar nicht so große Station ist fast zugewachsen und steht einsam an einer kaum bewohnten Kreuzung. Dahinter hat sich einmal ein Futter- und Saatmarkt befunden, auch nur noch eine Ruine. Die älteste Baptistenkirche an der Route 66 in Texas ist jedoch nicht zu übersehen.

Die Landschaft an der Raststätte „Texas Stars over Route 66“ an der Ausfahrt 129 ist atemberaubend und gigantisch.

Route 66 – Oklahoma

Bei Tulsa sind wir wieder auf die Route 66 gestoßen und ihr bis nach Oklahoma City gefolgt, immer parallel zur hier zollpflichtigen Interstate 44. Dabei kamen wir durch eines der Cherokee Reservate, später bei Bristow durch ein Creek Reservat, und Stroud liegt im Sac & Fox Reservat. Von den Sac & Fox habe ich noch nie etwas gehört. Dieses Volk wurde aus Kansas hierher gebracht, lasen wir auf einem Schild. Am Straßenrand sind immer noch Zeugen wie Shops, Autowerkstätten, Tankstellen und so weiter aus der Zeit der Route 66 zu finden, teilweise dem Verfall preisgegeben, teilweise restauriert. Die Landschaft wird von Farmen und noch mal Farmen bestimmt, die keinen Platz mehr für die wahre Natur lassen. Pferdekopfpumpen fördern Wasser für Feld und Vieh. Rote Erde bestimmt das Bild.

In Strout hielten wir an, weil wir am Rock Café vorbeikamen, das offensichtlich aus der Zeit der Route 66 stammt. Es wurde 2003 restauriert. Daneben findet sich Mamie´s General Store, in dem heute Route 66 Souvenirs verkauft werden. Der Bummel durch die historische Hauptstraße des Ortes war allerdings recht deprimierend. In den meisten Häusern lebt niemand mehr, die meisten Geschäfte sind schon lange geschlossen.

Das Route 66 Museum in Chandler, Interpretive Center genannt, ist eines der besonderen Art. Da kann man sich in 6 Sektionen, bequem und weich in Hotelbetten liegend oder auch in Ford Mustang oder Willys Jeep Sitzen sitzend, Videos zu verschiedenen Themen der Route 66 ansehen und eine nostalgische Reise machen. Fotos und Tafeln zeigen ebenfalls das Leben mit und an der Route 66.

Beim Durchfahren des Ortes Yukon kamen wir an einer großen, modernen Getreidemühle vorbei, die, so verspricht ihre Werbung, das beste Mehl von Amerika liefert. Das kleine Eisenbahnmuseum war leider geschlossen.

Nach einem heftigen Gewittersturm, der uns einige Zeit zum Anhalten gezwungen hatte, erreichten wir den Cherokee Trading Post an der Ausfahrt 108 der Interstate 40, den es seit 1958 gibt. Neben einer Tankstelle und einem Restaurant gibt es den großen „Handelsposten“, in dem authentische indianische Kunst aus dem ganzen Land angeboten wird. Hochwertige Decken, Töpferwaren, Schmuck, Kunstwerke und vieles mehr suchen interessierte Käufer. In einem Gatter werden für die Besucher ein paar Büffel, die als Wahrzeichen dieser Station dienen, gehalten.

In Clinton sind wir noch einmal von der Interstate abgebogen, um der historischen Route 66 in die Stadt zu folgen. Der historische Straßenzug wirkte genauso ausgestorben. Vielleicht liegt es daran, dass wir an einem Sonntag durch die Straßen spaziert sind. Ein bisschen mehr Leben als in Strout vermuten wir dort dann doch noch. Der Mohawk Lodge Indian Store und das Oklahoma Route 66 Museum sind weitere Sehenswürdigkeiten in Clinton.

14 Meilen vor der texanischen Grenze sind wir überraschend an Baumwollfeldern vorbei gefahren. Anscheinend sind wir im Süden angekommen. Die Bäume sind nicht mehr so bunt, die Temperaturen liegen im Moment bei 27°C. Da können wir unsere warmen Sachen wohl wieder wegpacken. Dafür ist es im Norden und Osten der USA ungemütlich mit viel Regen, manchmal auch schon Schnee. In den Bergen von Colorado hat es auch geschneit, was die Wintersportler freut.

Kurz vor der texanischen Grenze lässt sich noch einiges von der alten Route 66 aus den 50er Jahren entdecken, die durch Erick und Texola führt. Erick soll gut 1000 Einwohner haben, wo die leben, keine Ahnung. Dafür haben wir ein schräges Pärchen kennengelernt, die seit 1987 in alten City Meat Market in Erick den inzwischen angesagten Sandhills Curiousity Shop betreiben. Die beiden heißen Harley und Annabelle Russell. Harley ist Gitarrist und reiste lange Zeit als Musiker durch die USA. Seit 1980 versuchte er es mit mehreren Geschäften, die alle nicht funktionierten. Annabelle lernte Harley in einem der Geschäfte kennen. Zusammen versuchten sie, ihre Hobbys unter einen Hut zu bringen und so ist der Sandhills Curiousity Shop, der eine Mischung aus Antikladen und Musikshow ist, Lunch inbegriffen, entstanden. Für das alles verlangen die Beiden kein Geld. Annabelle meint, wenn sie den Laden als Geschäft betreiben würden, würde dies auch nicht funktionieren. Spenden sind jedoch gern gesehen, von irgendetwas müssen sie ja leben. Ganze Busladungen besuchen inzwischen den Laden. Gerade, als wir kamen, fuhr ein Bus wieder weg. Harley und Annabelle haben ihren Spaß und die Besucher aus aller Welt auch. Motels, Tankstellen und Schilder aus der Zeit der Route 66 finden sich fast an jeder Ecke.

Wie viele Leute auf ihrer Route 66 Reise durch Texola kommen, weiß ich nicht. Es können aber nicht viele sein. Der Ort ist kaum noch als Ort zu erkennen. Ein zufällig entdecktes, fast schon zugewachsenes, am Boden liegendes Schild wies uns den Weg zum 1-Raum-Gefängnis. Alte Zeitungsartikel über Jessy James und Butch Cassidy sowie einigen makabren Fotos sind neben dem Ofen das einzige Interior.
Zwischen Erick und Texola hat ein Sammler alter Landmaschinen und Autos, die eigentlich alle nur noch Schrottwert haben, sein Refugium. So manchem Oldtimer-Fan würden die Tränen kommen.

Bei einer kurzen Rundfahrt auf der anderen Seite der Interstate 40 entdeckten wir Teile der alten Route 66 aus den 20er Jahren, die offensichtlich damals die beiden Orte Sayre und Erick direkt verband. Das war reiner Zufall. Diese Straße kennen nur die Einheimischen. Die Landschaft, so nah bei Texas, ist jetzt fast wüstenartig geworden. Es ist trocken und die Pflanzen sind wehrhaft. Barfuß in leichten Sandalen ist da nicht angebracht, wie wir erfahren mussten.

 

Route 66 St.Louis-Joplin – Missouri

Die Old Chain of Rocks Bridge bei Granite City ist ein Relikt der Route 66. Sie ist eine Fachwerkbrücke aus Stahl, über 1 Meile lang und führte den Verkehr über den großen Mississippi. Heute ist sie Teil verschiedener Trails und die längste Fußgänger- und Radfahrerbrücke der Welt. Auf der Illinois-Seite überspannt die Brücke einen breiten Auwald, aus dem Geräusche wie aus dem Dschungel zu hören waren. Die Mitte des Mississippi ist zugleich die Grenze zwischen Illinois und Missouri.
Mitten im Fluss stehen zwei schmucke Häuschen auf hohen Fundamenten, deren Bedeutung ich nicht herausfinden konnte. So hübsch sie auch sind, ich weiß nicht, ob ich mitten in den Fluten des Mississippi wohnen möchte.

Bis Stanton sind wir die Interstate 44 gefahren, denn es ist schwierig herauszufinden, wo die wirkliche Route 66 verläuft. In Stanton ist das wohl schönste Höhlensystem in Amerika zu finden. Die Meramec Caverns waren die erste Attraktion an der Route 66 und der berühmte Jessie James mit seiner Gang soll sich hier nach seinem spektakulären Zugüberfall 1874 in Gadshill versteckt haben. Im Bürgerkrieg in den 1870ern unterhielten die Konföderierten, zu denen auch Jesse James gehörte, eine Pulvermühle. Das einzige Jesse James Wachs Museum steht an der I44 nahe der Höhlen. Da werden Fragen rund um die Legende Jesse James beantwortet und da sind Waffen und persönliche Dinge von ihm und seiner Gang ausgestellt.

Jetzt muss ich doch erst einmal eine Anmerkung machen: solange wir jetzt auf der Route 66 unterwegs sind, waren fast alle Sehenswürdigkeiten kostenlos oder gegen eine kleine Spende zu besichtigen, was wir als sehr angenehm empfanden. Nur wenige Museen verlangen ein Eintrittsgeld. Die Meramec Caverns sind gleich mit 19,95$ dabei. Wir haben diesen Besuch ausgelassen, da wir schon viele wunderschöne und aufregende Höhlen gesehen haben.

Kurz vor Cuba fanden wir endlich die Historische Route 66. Gegenüber liegt der Campingplatz „Meramec Valley Resort“, riesengroß mit ganz viel Natur. Cuba ist als die „Route 66 Gemäldestadt“ bekannt und das Tor zu den Ozark-Bergen. 12 große Wandgemälde an historischen Gebäuden entlang der Route 66 verschönern die Stadt. 4 Meilen westlich von Cuba steht der mit knapp 13 Metern Höhe größte Schaukelstuhl der Welt. Er wurde 2008 in das Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen.

In der Elbow Inn Bar & BBQ in Devil´s Elbow wollten wir endlich einmal die großartige Atmosphäre für die Route 66-Reisenden erleben. Die Kneipe hat nur noch montags geöffnet und das auch nur nachmittags. Schade. Der Ort Devil´s Elbow, der hinter einer Brücke der ersten Route 66 aus den 1920ern liegt, ist kaum noch ein Ort. Drei Häuser, eine Post, eingewachsene alte Autos und ein großes Schild, was es in dem Ort gegeben hat, das ist alles. Parallel zur Interstate 44 führt die zweite Route 66 aus den 1950ern, die sogar vierspurig ist. Das mit der 1. und 2. Route 66 hat uns ein alter Mann erzählt, der uns ansprach, als wir etwas in der Gegend herum liefen.

Das Munger Moss Motel in Lebanon ist wohl eine neuere Ausgabe, aber das Neon-Werbeschild davor ist noch original. Wir wollten auch noch Mr. C´s Route Post besichtigen, wo schöne alte, restaurierte Autos stehen sollen, aber die haben wir leider nicht gefunden. Ebenso die Replik des Hubble Teleskops in Marshfield. Auf meine Frage an einer Tankstelle beschrieb man mir zwar den Weg, aber mit dem Hänger hinten dran war das nicht machbar. Der Astronom und Konstrukteur des Teleskops Edwin P. Hubble wurde in Marshfield geboren.

Springfield ist für uns nicht unbedingt interessant, deshalb umfuhren wir die Stadt. Sie hat aber eine abwechslungsreiche Geschichte. Sie wurde 1833 gegründet und 1838 führte der Trail der Tränen die aus dem Osten vertriebenen Cherokee, es waren Zehntausende, von denen mehrere Tausend starben, durch das Gebiet der Stadt. 1870 wurde Springfield an die Zugverbindung St. Louis – San Francisco angeschlossen und am 30. April 1926 wurde in Springfield die Route 66 geboren. 1938 bekam die Route 66 den Namen „Mutterstraße“ und war der erste komplett gepflasterte transkontinentale Highway, der sich von den großen Seen bis zum Pazifik erstreckte. Ein Teil der Bonnie & Clyde Story spielte sich ebenfalls in Springfield ab. 1953 hatte die Stadt mit mehreren Kobras zu kämpfen, die irgendjemand ausgesetzt hatte. Natürlich gibt es noch viel mehr Geschichte, aber diese Tatsachen waren für uns die Interessantesten. Nördlich von Springfield befinden sich die Fantastic Caverns, das einzige Höhlensystem in Nordamerika, das mit einem Jeep mit Anhänger befahren werden kann. Die Führung durch die Kalksteinhöhle dauert eine knappe Stunde.
Der Rest der Route 66 bis an die Grenze zu Kansas führt durch Farmland und vor allem die Gegend um Joplin ist Rinderland.

Route 66 Chicago-Lincoln – Illinois

Die legendäre Route 66, betitelt auch als „Mutterstraße“ der Straßen in den USA, „Traumstraße“, die 8 Bundesstaaten miteinander verbindet, oder auch als „Nostalgiestraße“, die das alte, aufstrebende Amerika wieder aufleben lässt. Wie auch immer, unser schon sehr lang gehegter Traum, einmal die Route 66 entlang zu fahren, ist nun in Erfüllung gegangen. An deren Anfang in Chicago haben wir ja schon gestanden. 1926 begann der Bau, an dem die 8 Bundesländer gleichzeitig beteiligt waren. In Abständen von mehreren Jahrzehnten wurde die Strecke mehrfach umgestaltet oder bekam eine neue Streckenführung. Dadurch kommt es oft vor, dass es mehrere „Route 66“ nebeneinander gibt. Dazu kommt die „Historic Route 66“, die Originalstraße, die noch an vielen Stellen neben der neuen Streckenführung liegt. Nur manchmal kann die Originalstraße, so sie noch erhalten ist, befahren werden.

In Joliet führt das Besucherzentrum für die Route 66, mit angeschlossenem Historischem Museum, die angehenden Entdecker dieser Straße in alles Wissenswerte ein, allerdings nur bis St. Louis, wo sie Illinois verlässt. Von Joliet aus starteten wir dann auch unsere Reise auf der Straße aller Straßen. Die Chicago Street und die Ottawa Street in Joliet sind Teile der Route 66, wo man alte, aufgemöbelte Tanksäulen und die braun-weißen Schilder mit der Aufschrift „ Historic Route 66“ findet.

In Dwight besuchten wir die „Amber-Becker Texaco Gas Station“, im Jahre 1932 gebaut. Diese Tankstelle gilt als die am längsten operierende Tankstelle entlang der Route 66.  66 Jahre, von 1933 – 1999. Nach allgemeinen Restaurationsarbeiten wurde sie 2007 als Besucherzentrum wiedereröffnet.

Pontiac glänzt mit seiner Downtown und seiner interessanten Hall of Fame und Museum. Vor dem Museum liegt ein Stück des Klinkerplasters, mit dem die Historic Route 66 streckenweise ausgestattet war, bevor es mit einer Betondecke überzogen wurde. Ein als Besucherzentrum umgestalteter alter Schulbus, total crazy, lässt die Besucher staunen. Rund um das Museum stehen noch die kleinen alten Häuser. Aber auch die großen Bauten, wie das Gerichtsgebäude aus dem Jahre 1875, beeindrucken.

In Towanda haben Studenten und Lehrer der dortigen High School auf einem 1,6 Meilen langen Originalstück der Route 66 eine „Geographische Reise“ durch die acht Route 66-Staaten aufgebaut. Jeder Bundesstaat hat eine eigene Tafel mit entsprechenden Informationen.

Atlanta ist ein kleiner Ort mit vielen Sehenswürdigkeiten, wie den Atlanta´s Bunyon Giant, den J.H. Howes Grain Elevator (Getreidespeicher mit Aufzug) & Museum und wieder historische Bauten wie den Glockenturm und die Bücherei von 1908. In der  Gunnar Mast Trading Post, einem kleinen Laden mit sehr interessanten alten Dingen zur Route 66, trafen wir Gene Martin, einen absoluten Liebhaber von Marianne Rosenberg. Er gab uns eine Ansichtskarte mit einer Botschaft für Marianne mit, die wir ihr übergeben sollten. Seine Vorfahren waren vor langer Zeit aus Deutschland über die Schweiz in die USA ausgewandert. 

Lincoln ist der einzige Ort, in dem Abraham Lincoln gelebt und gearbeitet hat, bevor er Präsident wurde. Am 27. August 1853 taufte Lincoln, der wohl in den USA einen sehr guten Ruf hat, beim Verkauf des ersten Stückes Land in der Nähe der heutigen Amtrak-Station, die Stadt mit dem Saft einer Wassermelone. Sehenswert ist der Logan-County Courthouse Square mit dem beeindruckenden Gerichtsgebäude in der Mitte. In mancher Straße stehen noch viele alte Gebäude.

Das Postville Courthouse, die Stadt Lincoln hieß vorher Postville, ist eine Reproduktion des ersten Logan-County Courthouse, das von 1840-1847 benutzt wurde. Abraham Lincoln diente dort als Anwalt.

 

Das Mühlen-Restaurant eröffnete 1929 unter dem Namen „Blue Mill“ und servierte gegrillte Sandwiches. 1945 wurde die Mühle verkauft, bekam eine Bar und eine Tanzhalle und wurde zudem Scheunen-Rot angemalt. Berühmt wurde sie dann durch die gebratenen Schnitzel. 1996 wurde sie geschlossen und seit 2007 restauriert.

Der weltgrößte Planwagen mit seinem Fahrer Abraham Lincoln ist im Guinness-Buch der Rekorde eingetragen und von Reader´s Digest zur Nr. 1 der zahlreichen Roadside Attractions entlang der Route 66 gewählt. Der Planwagen wurde 2001 gebaut. Nach zweimaligem Umsetzen bekam er im Dezember 2009 seinen heutigen Standort. Er ist 12,2 m lang und 7,6 m hoch, wirklich gigantisch.

Alle wirklichen Fans der Route 66 lesen diesen Absatz bitte nicht. Südlich von Lincoln findet man die „Lincoln Ghost Bridge“, die einmal den Salt Creek überspannte. Schon der Weg dorthin, zwischen den Holy Cross und Old Union Friedhöfen hindurch, ist deprimierend. Während die Cobblestone Avenue noch das originale Klinkerpflaster zeigt, ist die alte Route 66 am Ende der Straße mit Beton überzogen und führt mitten in einen Urwald. Kein Mensch kümmert sich mehr um die alte Straße, der Wald nimmt sie langsam in Beschlag. Irgendwann erreicht man die Überreste der alten Brücke. Die Fahrbahn ist komplett verschwunden, wahrscheinlich abmontiert. Stattdessen wachsen Bäume zwischen den Pfeilern. Dem Salt Creek ist das wohl egal. Wir kamen uns wirklich wie in einem Urwald vor. Am Boden liegende Brotfrüchte und Johannisbrote zeigen an, dass wir uns jetzt doch schon einige Kilometer weit Richtung Süden bewegt haben.

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