A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “Juni, 2013”

Guadalupe Mountains – Texas

unterwegs in der Chihuahuawüste

unterwegs in der
Chihuahuawüste

Langsam, aber stetig an Höhe gewinnend, durchquerten wir auf dem Texas Mountain Trail die Sierra Diablo in Richtung Osten. Ungefähr seit Willcox, Arizona, befinden wir uns in der Chihuahua Wüste. Diese Wüste ist weit, einsam und in den meisten Fällen trostlos. Dagegen ist die Sonora Wüste ein grünes Land.
In den nächsten Tagen hielten wir uns im ehemaligen Gebiet der Mescalero Apachen, die sich selbst Nde nennen, auf. Nach dreißigjährigem Kampf gegen die amerikanische Armee verließ auch der letzte Nde seine Heimat um die Guadalupe Mountains. Die Mescalero Apachen bewohnen seitdem ein winziges Reservat östlich von Tularosa.

Gipsablagerungen nach Regen

Gipsablagerungen
nach Regen

Westlich des Guadalupe Mountain National Parks liegen die Alkali Lakes. Gipsablagerungen wie im White Sands National Monument, nur nicht so imposant, und Salzfelder markieren einen der tiefsten Punkte eines urzeitlichen Meeres aus der Permzeit. Das ganze großräumige Gebiet um die Guadalupe Mountains, einschließlich der Bergketten, war Meeresgrund. Irgendwann in grauer Vorzeit hoben sich die Bergketten vom Meeresgrund in die Höhe, das Meer trocknete aus. Gewaltige Sedimentablagerungen entlocken uns heute ein Erstaunen, Forscher suchen nach Fossilien und Wanderer haben ihr Paradies.

schmuckes Eidechsenmännchen

schmuckes
Eidechsenmännchen

Nur aus der Nähe entdeckt man grüne Oasen, Quellen und jede Menge Tiere. Bei Spaziergängen in die Wildnis zum Sonnenuntergang begegneten wir Mule Deers (Maultier Rehe, deren Namen von den riesigen Ohren stammt), die in Familien unterwegs waren. An einem der Abende entdeckten wir Gemsen auf einem der Berggrate, Tausendfüßer kreuzten unseren Weg. Wenn die Sonne untergegangen war, schwirrten die Fledermäuse um uns herum und tranken Wasser aus einem nahen Bachlauf. Tagsüber sieht man eigentlich nur Eidechsen, wobei uns mindestens drei verschiedene Arten erfreuten. Dazu begleiteten uns immer neue Vogelarten auf unseren Wegen.

Devil´s Hall

Devil´s Hall

Eine 4-stündige Wander- und Beobachtungstour, der Wettergott hatte uns gerade den „kühlsten“ Tag der letzten Zeit geschickt, führte uns zur Devil´s Hall, einem Nadelöhr mit hohen Felswänden und natürlichen Treppen im Gestein, durch das das Wasser fließt, wenn denn einmal welches da ist. Die Sedimente sind wie in eine Art Mauerwerk zerfallen, was sehr außergewöhnlich aussieht. Ein Teil des Wanderwegs liegt dann auch direkt im Flussbett, was teilweise aus großen weißen Kalksteinen besteht, über die man klettern muss. Schon lange hatten wir nicht mehr solche Wanderwege.

Farmhaus der Frijole Ranch

Farmhaus der
Frijole Ranch

Ein anderer Wanderweg führte uns zur alten Frijole Ranch, die eine der wenigen sehr gut erhaltenen Ranches in Texas überhaupt ist. Sie hat eine eigene Quelle, die 6 Gallonen Wasser pro Minute liefert. Dazu gehören das Farmhaus, ein Lagerhaus, ein Schulhaus und später bauten die neuen Besitzer noch ein doppeltes Klohaus und ein Gästehaus an, in dem auch der Lehrer der sieben Schüler wohnte. Der Lehrer erhielt 30,-$ im Monat plus Unterkunft, Verpflegung und ein Pferd. Mit ein bisschen Vieh und Garten hielten sie sich über Wasser. Der nächste Laden befand sich 60 Meilen entfernt, was eine fast 24 Stundenreise mit dem Pferdewagen bedeutete.
Eine Tafel fragt den Besucher, wie er in dieser unwirtlichen Gegend überleben könnte. Meine Antwort wäre: neben der eigenen Farm liefert die Natur genügend Kakteen, deren Blätter und Früchte man in der Küche verwenden kann, Wacholderbeeren gibt es allerorten, aus den Stämmen und Wurzeln der Soaptree Yuccas kann man Shampoo und Seife herstellen, wenn man weiß, wie es geht, jagdbares Wild gibt es genug und die Quellen liefern das nötige Wasser. Das dürfte vielleicht für den Anfang genügen, der Rest ergibt sich mit der Zeit. Damals wussten die Menschen auch noch, wie man die Dinge nutzt, die die Natur liefert.

Smith Springs

Smith Springs

In der Nähe befinden sich zwei weitere Quellen, die Manzanita Quelle nicht weit von der Farm, und die Smith Quelle am Fuße der Berge. Beide Quellen kann man sich durch eine Rundwanderung erschließen. Um die Smith Quelle wachsen Bäume und Sträucher, alles ist grün. Die Quelle selbst liefert aber nicht genug Wasser, um wenigstens die Oase zu verlassen. Schon ein paar Meter weiter versickert das Wasser wieder. Für die Nde war es eine Quelle des Lebens.
An einem der Berghänge entdeckten wir einen langen Felsüberhang, unter dem anscheinend genug Platz für mehrere Menschen zum Leben ist. Mit ein paar großen Steinen sorgte man für Sichtschutz, hatte jedoch von drinnen einen fast 180°-Blick über die Ebene bis zum Horizont. Vor allem in Kriegszeiten ein beachtlicher Vorteil, denn man konnte unschwer erkennen, ob sich jemand nähert.Ein paar wenige Ruinen der Poststation der Butterfield Linie an den Guadalupe Mountains liegen ebenfalls in Straßennähe.

El Paso – Texas

El Paso - Rio Grande

El Paso – Rio Grande

Durch den südlichen Teil der White Sands Missile Range und später die Fort Bliss Range erreichten wir El Paso. Nach Überwindung der Franklin Mountains, die El Paso teilen, lag der westliche Teil der Stadt zu unseren Füßen. Der grüne Streifen des Rio Grande war gut auszumachen und mittendrin? Wasser, richtiges Wasser. Seit Tagen regnet es östlich von Albuquerque, nun hat das Wasser endlich den Weg den Rio Grande hinunter geschafft und das leere Flussbett in El Paso gefüllt. Es kann aber noch nicht länger als einen Tag hier sein, denn das Wasser befördert noch sehr viele Schwemmteile.  Es ist heiß und es wird immer noch heißer und – unsere Klimaanlage ist kaputt. Ein erster Werkstattcheck ergab, dass es eine Platine der Klimaanlagensteuerung ist, die uns 280,-$ plus Steuern plus Versand kosten würde und die uns erst in sieben Werktagen nach der Bestellung erreichen würde. Da Klaus nicht sicher ist, dass dies der Fehler ist, wollen wir noch irgendwo einen zweiten Check machen lassen. Bis dahin heißt es – schwitzen.

Sandsturm überm Rastplatz

Sandsturm überm Rastplatz

Am ersten Abend in El Paso zog ein heftiger Sturm auf, der wieder Sand in Massen über die Landschaft bewegte. Am zweiten Abend zog dann endlich ein Gewitter auf und brachte etwas Abkühlung. Der Regen hatte jedoch kein nennenswertes Wasser mitgebracht, aber den Sand gebunden, der schon wieder durch die Luft getrieben wurde. Wenn man die Fenster nicht sofort schließt, hat man sofort überall eine Sandschicht auf der Einrichtung liegen. Sind das die Vorboten des jährlichen Monsuns, der im Juli und August die Wüsten heimsucht?

Downtown El Paso

Downtown El Paso

Unser Besuch El Paso´s erstreckte sich neben der Werkstatt auch auf die Altstadt direkt an der Grenze zu Mexiko, die vollkommen mexikanisch geprägt ist. Manche Bedienungen in den Läden sprechen nicht einmal englisch. Dafür kann man vor allem Klamotten und Schuhe gut und sehr günstig einkaufen. Da gibt es so viele wunderschöne Dinge, gerade für Frauen. Ich würde immer nur einkaufen, wenn ich dort wohnen würde.

amerikanischer Grenzzaun zu Mexiko

amerikanischer Grenzzaun zu
Mexiko

Wir erkundigten uns, ob es auf mexikanischer Seite auch Läden gäbe. Da antwortete man uns, dass es dort nur sehr wenige Läden gibt und es zudem sehr unsicher ist. Uns wurde rundweg von einem Besuch der mexikanischen Seite abgeraten. Bis vor Kurzem waren ein Bummel oder ein kurzer Trip in Mexiko kein Problem, inzwischen muss wohl irgendetwas passiert sein. Die Border Patrol ist in einer ungewohnten Dichte an der Grenze entlang unterwegs, die der Rio Grande darstellt. Der ist in El Paso anscheinend Niemandsland, da an beiden Ufern Zäune stehen.

das Geschäftsviertel El Pasos

das Geschäftsviertel
El Pasos

Hinter der Altstadt erheben sich ein paar zarte Hochhäuser, das Geschäftsviertel von El Paso.
Im El Paso Saddleblanket bummelten wir noch eine Weile durch die riesigen Verkaufsräume mit Teppichen, Reitzubehör, Klamotten, Schmuck, Haus- und Gartenverschönerungsdingen, sehr ausgefallenen Möbeln und vielem mehr. Die Preise in diesem Laden sind recht günstig.

White Sands – New Mexico

am Rande des Tularosabeckens

am Rande des
Tularosabeckens

White Sands bezeichnet viele Dinge, die zwischen den San Andres und Sacramento Mountains im Tularosa Becken liegen. Fast alles davon gehört zur White Sands Missile Range, einem aktiven Testgelände für Raketen, Bomben und Lasertechnik, das seit 1949 besteht und das größte militärische Testgelände Amerikas ist. Zwei mal in der Woche wird die Straße ein bis zwei Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt, immer dann, wenn Tests durchgeführt werden.Überhaupt dreht sich in dem Gebiet zwischen Las Cruces und Alamogordo alles um Weltraum- und Raketentechnik. Den neuen Weltraumbahnhof für Touristen nördlich von Las Cruces kann man allerdings nur nach Absprache besuchen. Wir hatten im Fernsehen einmal einen Bericht über den Spaceport America gesehen. Von hier aus sollen Flüge in den Orbit mit einer neuen Generation von Flugzeugen für jedermann möglich sein, der so um die 250.000,-Euro übrig hat. Das ist doch glatt ein Schnäppchen.
Das Testgelände für die erste Atombombe, Trinity Site, liegt im Norden der Range.

White Sands Missile Museum

White Sands
Missile Museum

Das Missile Museum der White Sands Missile Range war sogar für uns als Ausländer zugänglich. Von der A4 (V2) Wernher von Brauns über viele andere Exponate wird hier die Weiterentwicklung der militärischen Raketentechnik dargestellt. So ist auch die Fat Man Atombombe, die auf Nagasaki abgeworfen wurde, zu besichtigen. Sie war nach Little Boy, die auf Hiroshima niederging, die zweite Atombombe, die in der Kriegsführung eingesetzt wurde.
1945 wurden im Rahmen der Operation Paperclip deutsche Wissenschaftler und Techniker, die mit der Entwicklung der Raketentechnik zu tun hatten, hierher gebracht. Sie waren unter der Führung von Wernher von Braun maßgeblich an der Weiterentwicklung der zivilen und militärischen Raketentechnik der USA beteiligt. Wir durften sogar fotografieren, jedoch keine Anlagen und Gebäude.

White Sands National Monument

White Sands
National Monument

Weswegen wir jedoch hauptsächlich in diese Gegend kamen, ist das White Sands National Monument. Auf 275 Quadratmeilen breiten sich gleißend weiße Gipsdünen aus. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt. Nur wenige Pflanzenarten wie die Soaptree Yuccas oder das Reisgras wachsen schnell genug, um gegen die ständige Bewegung der Dünen, die die starken Winde der Region verursachen, zu bestehen. Die wenigen kleinen Tiere, die in den Dünen leben können wie Füchse, Kaninchen oder Eidechsen, haben sich der Farbe der Dünen angepasst. Sie alle kommen meist nur nachts hervor, wenn die Sonne nicht mehr so brennt.

wir mittendrin

wir mittendrin

Gips ist nur sehr selten in Form von Sand zu finden. Regen und Schnee spülen seit etwa zehntausend Jahren die Gipspartikel aus den umliegenden Bergen in das Tularosa Basin. Damals senkte sich das Gebiet des Beckens und legte die in Millionen von Jahren abgelagerten Gipsschichten frei. Einen anderen Zufluss gibt es nicht. Wenn die Nässe verdunstet ist, bleibt der Sand übrig. In den ganz tief gelegenen Gebieten wie dem Lake Luzero und in den Alkali Flats entstehen durch die länger vorhandene Feuchtigkeit Selenitkristalle, die bis zu 90cm lang werden können. Diese zerfallen dann irgendwann ebenfalls zu Sand. So bauen sich die Dünen auf. Warum der Gipssand nicht weggeweht wird? Durch die Eigenschaften des Gips kann sich das Grundwasser bis knapp unter die Oberfläche halten. So ist die Konsistenz der Dünen recht fest. Nur die ausgedörrte Oberfläche kann dann von den Winden weggetragen werden, die dann schon 17 Meilen in der Stunde erreichen müssen. Wenn es regnet, ist auch die Oberfläche vor den Winden geschützt.
Es ist jedenfalls ein unglaubliches Erlebnis, sich mitten in den schneeweißen Dünen zu befinden und den Trails zu folgen oder Picknick zu machen.

Pistanzienranch

Pistanzienranch

Nördlich von Alamogordo befinden sich zwei Pistazienfarmen. Diese gehören zu den drei Gebieten, in denen in ganz Amerika überhaupt Pistazienbäume kultiviert werden. Eines liegt im Sacramento Valley, ein Winziges bei Tuscon und das dritte Anbaugebiet befindet sich im Großraum El Paso, zu dem auch Alamogordo gehört. Das PistachioLand wirbt mit der größten Pistazie der Welt, zu der zwei Farmen gehören: die McGinn´s Pistachio Tree Ranch und die Eagle Ranch, die zweimal am Tag kostenlose Führungen durch den Betrieb anbietet. Jedenfalls findet man hier Pistazien in vielen Geschmacksrichtungen. Neben Pistazien wird auch Wein aus der Umgebung angeboten, Gratisverkostungen inklusive.

Hummingbird

Hummingbird

Der Edgington RV Park hat einen schönen Teich angelegt, in dem einige große Fische leben, was Klaus freute. Mich begeisterten die zwei Hummingbirds, die sich den ganzen Tag schwirrend über dem Teich und seiner Umgebung aufhalten. Ihr Flug gleicht dem des Taubenschwänzchens, jene auffälligen Falter, die sich in sehr warmen Sommern inzwischen auch in Deutschland aufhalten. Die Hummingbirds kennen kaum Ruhe, deshalb ist es äußerst schwer, sie vor die Linse zu bekommen. Geduld wird aber belohnt, meistens jedenfalls. Woher nehmen sie nur all diese Energie?

Entschuldigung für die Form der Artikel

Liebe Leser unseres Blogs,

Ihr habt sicher schon mitbekommen, dass an der Form unserer Artikel einiges nicht stimmt. Soviel Mühe ich mir auch gebe, ein vernünftiges Bild hinzubekommen, es funktioniert einfach nicht. Das liegt aber nicht an uns, sondern an dem WordPressformat, welches immer wieder Schwierigkeiten hat, die Texte und Bilder so zu übernehmen, wie wir sie eingestellt haben. Ich hoffe trotzdem, dass Ihr uns treu bleibt und dass Wordpress die Probleme irgendwann in den Griff bekommt.
Seid alle ganz lieb gegrüßt von uns A+K Weltenbummler

Las Cruces – New Mexico

Am Rio Grande

Am Rio Grande

In Las Cruces trafen wir den Rio Grande wieder. In Albuquerque führte er noch etwas Wasser, in Las Cruces ist er trocken, nur Sand. Schwalben brüten gerade an der Brücke, die sich über den Rio Grande spannt. Die Trockenheit wird immer schlimmer, bestätigen uns immer wieder Leute, die wir treffen.

Unterkonstruktion der alten Holzbrücke

Unterkonstruktion der
alten Holzbrücke

Da wir Zeit haben und auf der Karte einen Hinweis zu einem Damm bei Radium Springs fanden, fuhren wir die zehn Meilen kurzerhand dorthin. Einen Damm fanden wir nicht, aber eine alte Holzbrücke über den Rio Grande, in dessen Bett sich stellenweise doch noch Wasser befindet. Da die Holzbrücke nicht mehr befahren werden kann, baute man einfach eine neue Brücke daneben. Die Straße nach Radium Springs säumen in vollem Grün stehende Pecan Nussbäume, die im Winter ein sehr trauriges Bild abgeben.

in Mesilla

in Mesilla

In Las Cruces selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber ein Abstecher nach Mesilla wird sehr empfohlen, wenn man authentisch mexikanisch essen gehen möchte. Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen und fuhren nach Mesilla. Uns erwartete ein mexikanisch geprägter Ortskern mit den typischen Adobebauten, die in ganz New Mexico zu finden sind und wirklich das Auge erfreuen. Um einen Platz herum, an dessen einem Ende die Kirche steht, reihen sich kleine Boutiquen, Süßigkeitenläden und Souvenirshops. Zwei Restaurants bieten beste mexikanische Küche. Von außen sehen die Häuser winzig und nichtssagend aus, doch wenn man hineingeht, wird man von einer Pracht und Farbigkeit überrascht, die man nicht erwartet.

La Posta de Mesilla

La Posta de Mesilla

Wir entschieden uns für das La Posta de Mesilla. Mesilla war einst die größte Stadt zwischen San Diego, Kalifornien und San Antonio, Texas. Die alte Post war 150 Jahre lang ein beliebter Stop auf der berühmten Butterfield Stagecoach Line. 1939 machte eine junge, dynamische Lady ein Restaurant und Kantine daraus, welches mit vier Tischen, einem schmutzigen Boden und ohne fließendem Wasser begann. Die Dame sammelte Rezepte von den ansässigen Familien, nach denen heute noch die Speisen zubereitet werden. Authentischer geht es nicht mehr. Da wir an diesem Tag unseren 18. Hochzeitstag feierten, bestellten wir uns La Posta´s berühmte Fajitas mit gegrilltem Rind- und Geflügelfleisch, Tortillas und verschiedenen Beilagen. Zum Dessert ließen wir uns einen Cocktail bringen, den man nur im La Posta bekommt. Der Cocktail heißt Smoked Agave und ist ganz ´was Besonderes. Zutaten sind 100%iger Tequila aus der Blauen Agave, Agavennektar und Limonensaft mit einem Schuss Mescal. Der Rand des Glases wird leicht in eine Mischung aus rauchiger Grillsoße und Salz getaucht. Das Ganze ergibt dann einen mehr als außergewöhnlichen Cocktail.

Wiedersehen mit New Mexico

kurz vor Lordsburg

kurz vor Lordsburg

Das Gebiet direkt an der Grenze zu Arizona ist sehr trocken, stellenweise gibt es nur noch trockenes Gestrüpp. Ein großer ausgetrockneter See liegt bei Lordsburg in der Landschaft. Auf weiten Strecken der Interstate 10 wird vor Sandstürmen und Null Sicht gewarnt. Die Sandteufel sind hier sehr zahlreich und unvergleichlich höher. Unser erstes Ziel sollte die Geisterstadt Shakespeare sein. Wir erfuhren, dass die Stadt auf dem Gelände einer bewirtschafteten Ranch liegt, die nur an manchen Wochenenden Führungen durch das Gelände und Shakespeare durchführt. An diesem Wochenende gab es gerade keine Führung, schade.

Gerichtsgebäude in Deming

Gerichtsgebäude in Deming

Deming, früher Mimbres Junction genannt, lag an der Kreuzung der Santa Fe Railway und der Southern Pacific Railway. Später war die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für die Land- und Viehwirtschaft sowie der Minenindustrie. Noch heute spielen Handel und Gewerbe eine wichtige Rolle. Zum ziemlich weit von der Hauptstraße entfernt stehenden Gerichtsgebäude, welches 1910 gebaut wurde, führt eine zwischen zwei Fahrstreifen gelegene Baumreihe. Rechts und links säumen kleine Häuschen die Straßen.

Deming Luna Mimbres Museum

Deming Luna
Mimbres Museum

In der gleichen Straße befindet sich auch das Deming Luna Mimbres Museum. Früher einmal Wohnhaus einer reichen Familie zeigt es den Besuchern eine sehr umfangreiche Sammlung. Ausstellungsstücke vieler Bereiche füllen fast zwei Etagen, angefangen von Töpfer-, Web- und weiteren Handarbeiten der Ureinwohner, über die Ausrüstung der alten Westmänner und -frauen bis hin zu viktorianischen Esszimmereinrichtungen. Steinesammlungen, Oldtimer, Gemälde eines Kriegsgefangenen in Japan, Militaria, die Liste ist endlos. Um sich alles anzusehen, muss man schon einen ganzen Tag einplanen. Eintritt wird nicht verlangt, über eine Spende freut man sich allerdings.

Weitere historische Gebäude wie das Hotel Baker lohnen einen Spaziergang. Im August jeden Jahres kommen tausende Besucher zum größten Entenrennen der Nation mit entsprechendem Rahmenprogramm.

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Painted Rock Petroglyph Park – Arizona

 

blühender Saguaro

blühender Saguaro

Da wir uns Südarizona schon im Winter angesehen haben, gibt es jetzt nicht mehr viel, was wir besichtigen können. Bei den Temperaturen machen Besichtigungen auch nicht wirklich Spaß. Wenn man aufsteht, zeigt das Thermometer schon 27 Grad an, aus denen dann zum Nachmittag knapp 40°C werden. Abends kühlt es nur unwesentlich ab. Hilfreich ist der zum Nachmittag einsetzende Wind, der uns die Hitze noch halbwegs ertragen lässt. Touristen gibt es jetzt kaum noch in dieser Gegend. Die Wüste scheint gegenüber dem Winter noch ein wenig trockener, es gibt nicht mehr so viele Vögel und die Nächte sind sehr still. Dafür können wir jetzt die Saguarokakteen blühen sehen, was sehr hübsch ist.

Sandteufel

Sandteufel

Die auch bei uns bekannten Sandteufel, von Windhosen aufgewirbelte trockene Erde oder Sand, haben hier eine enorme Kraft. Einer dieser Wirbel hatte uns auf einer Nebenstraße erwischt und den großen Bus ganz schön durchgeschüttelt. Wenn so eine Windhose direkt neben Dir vorbeizieht, dann hört man die tobende Luft darin. Das hatten wir nicht erwartet.

Painted Rock Petroglyph Site

Painted Rock Petroglyph Site

Am Painted Rock Petroglyph Site findet man auf den Lavabrocken, die den Rest eines Vulkanes darstellen, alte Petroglyphen, die die O´odham dort hinterlassen haben. Heute kann man jedoch kaum noch erkennen, was Original ist und was die ersten Entdecker und ihre Nachfolger dort in die Lava geritzt haben. Auf vielen Brocken ist so viel eingeritzt, dass man kaum noch etwas Einzelnes erkennen kann. Mit dem Petroglyphenpark in Albuquerque ist das nicht zu vergleichen.

Jedenfalls haben wir dort gleich noch unsere letzte Nacht in der Wildnis Arizonas verbracht. Außer ein paar Tauben, kleinen Vögeln, Echsen und einem leisen Grunzen in der Nähe bei der Dämmerung war überhaupt nichts los. Das kennen wir vom Winter her anders.

Wächter über die Petroglyphen

Wächter über die Petroglyphen

verwaister Campingplatz

verwaister Campingplatz

 

 

 
 

Rinnenpaneele für solarthermisches Kraftwerk

Rinnenpaneele für
solarthermisches
Kraftwerk

Auf dem Weg zu diesem Platz steht ein großes solarthermisches Kraftwerk mit Parabolrinnen, eine sehr interessante Sache. In Marana, nordwestlich von Tuscon, standen wir vor einer Firma, die Raumfahrtlösungen anbietet und in deren Nachbarschaft Flugzeuge abgestellt sind, ähnlich dem Platz am Pima Air & Space Museum im Süden von Tuscon.

Übrigens: Während wir in Kalifornien für die Gallone Benzin um die 4,-$ hinblättern mussten, bezahlten wir in Yuma um die 3,50$ und in Tuscon 3,17$. Das ist ein ganz schöner Unterschied. Der Sprit ist allerdings nur in Kalifornien so immens teuer.

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