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Reisen rund um die Welt

Sagres

Steilküste bei Sagres

Eine andere, karge Landschaft bietet sich dem Besucher zwischen dem Ponta de Sagres und dem Cabo de São Vicente. Das Klima ist hier so rau, dass die Gegend baum- und strauchlos ist. Es bestehen nur kleine und geduckte Pflanzen auf dem steinigen Boden. Die Steilküste in diesem Gebiet ist grandios und erinnert uns an die Cliffs of Moher, nur dass die Felsen hier nicht so hoch sind. Zwischen dem Meeresspiegel und der oberen Felskante liegen zwischen 60 und 100 Meter. Die verschiedenen Formationen und Farben des Löß- und Kalksteins, eingebettet zwischen dem Blau des Himmels und des Meeres, lassen immer wieder staunen. Kleine ruhige Strände laden zum Baden ein, zumindest im Sommer. Manche davon sind nur mit einem Boot zu erreichen. Das Wasser des Atlantiks ist ziemlich kalt.

nautischer Kompass (?) im Fort Sagres

Am Ponta de Sagres steht eine Festung, die der Portugiese Heinrich der Seefahrer, bauen ließ. Er erneuerte und erweiterte das bestehende Fort aus dem Jahre 1573, nachdem es 1587 von dem englischen Freibeuter Francis Drake angegriffen worden war. Heinrich der Seefahrer, vom Stande eines Prinzen, fuhr selbst nie zur See, aber er hatte sich die Entdeckung eines Seeweges nach Indien und zu den Gewürzinseln auf dem Ostweg auf die Fahne geschrieben. Er wollte damit Portugal zu einer Handelsmacht aufsteigen lassen. Ganz schaffte er dies nicht, aber mit Hilfe seines Vermögens initiierte und bezahlte er viele Entdeckungsfahrten, die zu den Azoren und an der Westküste Afrikas entlang führten. Erst knapp 40 Jahre nach dem Tod Heinrichs schaffte es Vasco da Gama bis nach Indien und erfüllte somit das Vermächtnis von Heinrich.
Auf dem Gelände des Forts von Sagres ist eine Art nautischer Kompass zu sehen. Er misst 50 Meter im Durchmesser. Es ist jedoch nicht geklärt, was diese kreisrunde, in Segmente geteilte Einrichtung wirklich sein soll und wer sie geschaffen hat. Das sich im Fort eine von Heinrich dem Seefahrer gegründete Seefahrerschule befunden haben soll, ist Legende. Trotzdem starteten von Sagres aus die meisten portugiesischen Seefahrten.
Gegen ein geringes Eintrittsgeld kann man sich das rekonstruierte Fort mit einer kleinen Kirche ansehen. Ein schweres Erdbeben 1755 zerstörte die meisten ursprünglichen Gebäude.

Löcher im Felsplateau

In dem Eintrittsgeld ist nicht nur das Fort enthalten, sondern das ganze Kap, über das ein Rundweg an den Klippen entlang führt. Das Kap gehört zum Naturpark Alentejo und Costa Vicentina. Informationstafeln klären über die Felsen, Pflanzen und Vögel auf, die hier entdeckt werden können. Löcher im Kap, welche von der Oberfläche bis zur Wasserlinie reichen, in denen man das Tosen des Meeres hört, erinnerten uns an die kleine Stadt Mendocino an der Küste Kaliforniens.
Unbedingt besuchen sollte man die „Kammer des Klanges“, an der die meisten Besucher vorbeilaufen. Hohe kreisrunde Wände, die labyrinthähnlich ins Innere führen, bringen den Besucher zu einem kleinen, sehr tiefen Loch im Felsen. Die Wellen drücken die Luft über eine Grotte am Boden durch einen sehr schmalen Schacht an die Oberfläche. Das Geräusch, welches dabei entsteht, ist direkt beängstigend, zumal man in dem kleinen runden Raum fast eingeschlossen ist. Unglaubliche Kräfte sind da am Werk, dabei hatten wir nur etwa Windstärke 4.

Cabo de São Vicente

Eher unspektakulär ist dagegen das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Kontinentaleuropas. Eine Stichstraße führt zum Leuchtturm, wo Europa zu Ende ist. Der Eintritt ist frei. Der Leuchtturm ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber es gibt ein kleines Museum, einen Souvenirladen und einen kleinen Shop mit regionalen Produkten.
Vom Leuchtturm aus nach Norden kann man noch einmal auf ein wunderschönes Stück Küste blicken. Die Natur hat sich auch hier alle Mühe gegeben, ein kunstvolles Objekt zu gestalten.
Irgendwo hatten wir erfahren, dass es vor dem Leuchtturm die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ geben soll. Leider kamen wir nicht in diesen Genuss, denn es wurde nirgendwo Bratwurst verkauft.

Fischerhafen Sagres

Die Stadt Sagres ist sehr locker angelegt, wie viele portugiesische Städte, die wir bis jetzt besuchten. In dem gemütlichen Fischerhafen fahren und kommen nicht nur Fischerboote, sondern er ist auch Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten auf das Meer, um die Küste zu sehen oder Delfine und andere Meeresbewohner zu beobachten. Zwei Tauchbasen bieten ihre Dienste an. Ein Trockentauchanzug ist allerdings Voraussetzung.

Der Wohnmobilstellplatz befindet sich direkt am Fort Sagres.

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