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Reisen rund um die Welt

Abschied von Colva und Goa

Pina Colada mit richtigem Kokossaft

Pina Colada mit richtigem Kokossaft

Die letzten beiden Tage in Goa verbrachten wir am Colva-Beach. Frühstücken im Hotel, Abendessen im Strandrestaurant, zwischendurch einen Cocktail oder ein Eis. Unter den Sonnenschirmen lässt sich die Hitze am Strand gut aushalten. Die Sonne ist sehr intensiv. Eins, zwei, fix hat man einen Sonnenbrand.

Colva Beach von Meer aus

Colva Beach von Meer aus

Am letzten Tag unseres Aufenthaltes fuhren wir mit einem Boot auf das Meer hinaus, um Delfine zu beobachten. Tatsächlich zeigten sich dann auch ein paar Delfine, allerdings jeweils viel zu kurz, um ein Foto machen zu können. Irgendwann stoppte das Boot und die Delfine waren weg. Fuhr das Boot wieder, konnten wir wieder Delfine sehen.

direkt vom Boot in den LKW

direkt vom Boot in den LKW

Ab und zu kommen die kleinen Fischerboote vom Fang zurück. Wir sahen hier zum ersten Mal, dass die Boote mit dem Heck zuerst anlanden. Die kleinen gefangenen Fische, zumeist Sardinen, werden in kleinen Körben an Land gebracht und entweder sofort auf einen LKW verladen oder vor Ort gesalzen und in der Sonne getrocknet. Jeden Morgen kommen dann weitere LKW´s, die die getrockneten Fische abholen.
Mit Hilfe von meterlangen, mit ganz vielen Haken und Ködern versehenen Angelschnüren werden kleine Welse gefangen. Einmal beobachteten wir zwei Männer, die ein Netz durch die Brandung führten und auch Fische gefangen hatten. Zum Einholen werden dann einfach neugierige Urlauber dazu geholt.

Auf einem unserer Strandspaziergänge lag eine frische, aber tote Seeschlange im Sand. Als ich die Schlange auf dem Rückweg mitnehmen wollte, um sie vielleicht in einem Restaurant zubereiten zu lassen, hatte sie gerade jemand anders ihrer bemächtigt. In Indien muss man sofort zugreifen, sonst hat es ein anderer.

Sonnenuntergang am Colva Beach

Sonnenuntergang am Colva Beach

Auf einem anderen Spaziergang wollten wir eine neue Straße erkunden. Nach ein paar hundert Metern wurde sie immer enger, dann war sie nicht mehr asphaltiert und später landeten wir mitten in einer Ansiedlung, durch die nur noch kleine Wege führen. Als wir uns nicht mehr sicher waren, dass es überhaupt weiter geht, meinte eine Frau, dass wir gerne weitergehen können. Wir würden dann schon wieder in die Stadt kommen. Viele Ecken später kamen wir tatsächlich an der Hauptstraße heraus.

Unsere knapp fünf Wochen Urlaub sind nun fast vorbei. Noch zwei Tage in Mumbai und wir müssen wieder nach Hause.

Bondla Wildlife Sanctuary

eine Art großes Eichhörnchen

eine Art großes Eichhörnchen

Ein Ausflug ins Landesinnere von Goa, in die Provinz Ponda, führte uns in den Bondla Zoo. Der liegt etwa eine Autostunde von Colva entfernt. Nach der obigen Bezeichnung hatte ich auf einen Park gehofft, in dem die Tiere mehr oder weniger frei zu sehen sind, aber es ist ein Zoo. In Käfigen oder Gehegen sind verschiedene exotische Tiere zu sehen, wie Stachelschweine, Krokodile oder ein Tiger. In den Baumwipfeln fanden wir eine Art großes Eichhörnchen, ein Malabar-Riesenhörnchen. Diese Art haben wir noch nie gesehen.

große Spinne

große Spinne

Zwischen den Bäumen sind große Spinnennetze zu finden. In manchen dieser Netze auch große Spinnen, die aussehen, wie die Golden Silk Spider, die wir in den USA kennengelernt haben. Diese Spinnen hier sind genauso groß, haben den gleichen Körperbau, sind aber schwarz mit gelben Rückenstreifen. Ob sie goldene Seide spinnen, konnten wir so nicht erkennen.
Zum Zoo gehört auch ein großer Garten. Schnell zu übersehen ist das Gehege mit dem viel zu kleinen Wasserbassin für die Flusspferde.
Wer Spaß am Elefantenreiten hat, bekommt die Gelegenheit ein Stück weiter vom Park entfernt.

Sahakari Spice Farm

Sahakari Spice Farm

Da wir gerade auf dem Weg waren, besichtigten wir gleich noch die Sahakari Spice Farm. Zur Begrüßung gehört ein heißer Lemongrastee und Knabberzeug. Wenn genug Gäste zusammengekommen sind, übernimmt ein Guide die Führung durch die gut fünfzig Hektar große Plantage. Wie schon in Kerala stehen auch in dieser Plantage alle möglichen Pflanzen durcheinander, so wie die Natur sie eben wachsen ließ. Alles ist Bio. Hier wachsen neben den schon bekannten Gewürzen auch Cashewnüsse, Rambutan und Ananas. Aus den Cashewnüssen, gerade ist keine Saison, wird der berühmte Goanische Fenny hergestellt. Die Cashewäpfel, die Teile, an denen die Nuß hängt, werden geerntet, geschält, mit den Füßen kleingestampft und dreimal gebrannt. Daraus entsteht ein sehr aromatischer likörähnlicher Schnaps.
Zum Abschluss der Führung durch den Gewürzgarten werden die Gäste mit einem Glas Cashew-Fenny und einem Lunch verwöhnt. Für jeden Gast gibt es auch noch eine Tüte mit verschiedenen Gewürzen.

Ein weniger populärer Fenny ist der Kokos-Fenny. Auf der Spice Farm verkauft man jedoch auch einen Masala-Fenny. Wir hielten uns natürlich an das Nationalgetränk Cashew-Fenny. Den hatten wir am Palolem-Beach schon probiert, aber der war soweit verdünnt, dass man so gut wie nichts mehr von dem Schnaps schmeckte. Wir wussten es bis dato jedoch nicht besser und beschwerten uns nicht. Jetzt wissen wir, wie er schmecken muss.
Alkohol ist in Goa an jeder Ecke und in jedem Restaurant zu haben. Es gibt in diesem Bereich keine Beschränkung.

Backsteine aus roter Erde

Backsteine aus roter Erde

Uns fällt auf, dass es den Leuten im Vergleich zum restlichen Indien, welches wir bis jetzt besucht haben, sehr viel besser geht. Man sieht viele schöne Häuser, sogar Villen. Es ist größtenteils sehr viel sauberer, und Goas Farbe ist rot. Nein, nicht das sozialistische Rot wie in Kerala, sondern die Erde ist rot. Aus dieser grobkörnigen Erde werden große Backsteine geformt, die zum Bauen von Häusern, Mauern, Treppen usw. verwendet werden. Der rote Staub legt sich auf alles, was in der Nähe ist. Manchmal wird aus der Erde auch Farbe gemacht. Überall wird die rote Erde abgebaut.
Und noch eins: die Frauen gehen in Goa oft mit Hosen und Shirt oder nur einem einfachen Kleid, ohne Hosen darunter. Sie sind hier anscheinend emanzipierter als anderswo in Indien. Man sieht auch einmal, wenn auch nicht oft, gemischte Grüppchen, während man sonst entweder Männer- oder Frauengruppen sieht.

Nuwem

Oldtimermuseum

Oldtimermuseum

Auf einer Touristenkarte von Goa ist ein Automuseum in Nuvem verzeichnet. Auf unsere Frage, ob sich der Besuch des Museums lohnt, wusste uns niemand etwas zu antworten. Niemand hatte je von diesem Museum gehört. Da Klaus das Museum gerne sehen wollte, bestellten wir ein Taxi, welches uns dort hin bringen sollte. In der Karte wird das „Ashvek Vintage World“, wie das Museum hochtrabend heißt, als das erste und einzige Oldtimer Museum in Goa bezeichnet. Nach mehrmaligem Erfragen des Weges, auf die angegebene Telefonnummer meldete sich niemand, fanden wir dann endlich das Museum in einer Nebenstraße. Kein einziges Schild weist den Weg zum Museum. Ein kleines, graues Gebäude mit zwei hohen Garagentoren und einem uralten Schild daran, beherbergt das private Museum.

stylischer Käfer

stylischer Käfer

Nach dem Bezahlen des Eintritts besichtigten wir in einem kleinen Showroom an die zwölf Oldtimer, vom Ford über einen Morris bis hin zu einem Stretch-Käfer mit handaufgemalten Comicszenen. Mehrere Motorräder sind ebenfalls zu bewundern. In den Vitrinen liegen verschiedene Gürtelschnallen mit Autologos, Modellautos und Souvenirs. Viele Bilder, vor allem von VW Bullis, zieren die Wände. Unter bestimmten Umständen darf man diese Oldtimer auch selbst fahren, soweit sie noch fahrbereit sind.

Colva Beach

Fütterung einer heiligen Kuh

Fütterung einer heiligen Kuh

Wir haben das Paradies von Indien, den Palolem Beach, verlassen. Als wir unsere neue Unterkunft am Colva Beach sahen, mit zwei weinenden Augen, denn das wahre Indien hat uns wieder. Die Gegend um den Palolem Beach ist für indische Verhältnisse ungewöhnlich sauber, der Bungalow im Grünen ist einmalig. In Goa laufen wieder überall Kühe durch die Gegend, die wir in Kerala schon vermisst hatten.

Fischerdorf am Strand

Fischerdorf am Strand

Unser neues Hotel im Lucky Star entspricht nicht der Beschreibung bei booking.com. Die Bilder stimmen zwar alle, aber die sind durch die Bank geschönt. Das Hotel ist ziemlich runtergekommen. Dazu steht es direkt neben einem uralten Fischerdorf mit Hütten, vor denen die kleinen gefangenen Fische und kleine Garnelen in der Sonne getrocknet werden. Wenn man in Indien Urlaub macht und nicht unbedingt in einem 5-Sterne Hotel wohnt, der muss immer irgendwo Abstriche machen, sowohl bei den Zimmern als auch beim Service. Die Inder haben eben ein anderes Verständnis von Hotels. Auch, wenn man ein 5-Sterne-Hotel gebucht hat, steht es wie allen anderen Hotels und Unterkünfte im gleichen Umfeld.

Hier am Colva Beach, den wir wegen der besseren Ausflugsmöglichkeiten ausgesucht haben, kommen wir uns wie in einer russischen Enklave vor. Bisher war alles in Indisch und Englisch geschrieben, hier steht alles in Englisch und Russisch. Dazu hört man fast nur die russische Sprache. In Antonios Café am Strand ist man von den russischen Urlaubern nicht begeistert, obwohl sie den Großteil des Umsatzes bringen.

am Colva Beach

am Colva Beach

Zum Strand haben wir nur ein paar Schritte zu laufen. Der liegt gleich hinter unserem Hotel. Liegen und Schirme sind kostenlos. Nachdem wir den ersten Nachmittag zu Fuß die Umgebung erkundet haben und den Tag mit einem Bad im Meer und einem Abendbrot bei Antonio´s beendeten, verbrachten wir den zweiten Tag am Strand und beobachteten das Treiben. Ein paar hundert Meter südlich werden verschiedene Arten des Wassersports angeboten, wie Parasailing, Banane oder Jetski fahren. Da kann man vor Leuten kaum treten.

Palolem Beach

Diesen Tag hatten wir uns für die Planung von eventuellen Ausflügen vorbehalten. Nach dem Studieren verschiedener Unterlagen kamen wir zu dem Schluss, dass wir unsere Unterkunft ein weiteres Mal wechseln müssen, weil jedes Ziel, dass wir anfahren würden, mindestens zwei Stunden Fahrtzeit erfordert. So setzte ich mich vor den Computer und suchte in booking.com etwas mehr nördlich, in der Mitte Goas, eine neue Unterkunft. Fündig wurden wir am Colva Beach, ein Hotelzimmer im Lucky Star am Strand. Einen Tag mehr, wir sind dann fünf Nächte im Shawnel´s Beach Resort, gönnten wir uns jedoch zum relaxen.

ausgediente Boote

ausgediente Boote

Nachdem wir gestern die Südrichtung abgelaufen sind, wollten wir heute Richtung Norden, wo die kleine Insel ist, die wir sehen können. Dazu spazierten wir gemütlich den Palolem Beach hinauf. Kurz vor Ende stießen wir auf alte, nicht mehr genutzte Fischerboote. Ganz unauffällig hatten wir da schon wieder einen Begleiter, der uns dann erklärte, dass diese alten Holzboote von den Fluten hier hoch gespült wurden und nicht mehr genutzt werden. Heute werden Fischerboote aus Glasfaser mit einer Holzreling gebaut. Die sind fast wartungsfrei.

kleiner Eisvogel

kleiner Eisvogel

Dann bot uns der Einheimische an, eine Bootstour mit ihm in den Flusslauf zu machen, vor dem wir unerwartet standen. Eigentlich wollten wir ja die Insel erreichen, aber diese Flussmündung versperrte uns den Weg. Nachdem der Einheimische uns erklärt hat, was wir alles sehen könnten, sagten wir zu und stiegen in sein Boot, das „Parents´s Gift“ („Das Geschenk der Eltern“) heißt. Es hat ein kleines Dach als Sonnenschutz. Der Mann stakte uns durch ruhige Wasserwege, die von Mangroven gesäumt sind. Zu sehen bekamen wir neben jeder Menge Fischadler auch Kormorane, zwei Affen, mehrere große, blau schillernde Eisvögel und Rotlappenkiebitze. Krokodile und Schildkröten gibt es hier in Meeresnähe nicht. Auch unsere Frage nach großen Haien in Küstennähe wurde verneint. Das war eine unverhoffte und schöne Fahrt und wir verabredeten uns für den nächsten Morgen zum Krabbenfischen. 100 Rupien Anzahlung leisteten wir, damit der Mann vorab Fische als Köder kaufen kann.

Sundowner Bar

Sundowner Bar

Das Wasser war inzwischen so weit gefallen, dass wir das gegenüberliegende Ufer doch noch zu Fuß erreichen konnten. Das Wasser stand uns bei der Überquerung des Flusses zwar bis fast zur Hüfte, aber es lohnte sich. Auf der anderen Seite erwartete uns die Sundowner-Bar, eine wunderschöne Anlage, die abends von den Booten angefahren wird. Neben drei oder vier Bungalows ist sie das Einzige, was an dieser Stelle steht. Verschiedene gemütliche Ecken sorgen für die Verteilung der Gäste. Uns blieb nichts weiter übrig, als genau an diesem Ort einen Cocktail zu trinken, so schön ist dieser Flecken Erde. Die Cocktails kosten hier um die zwei Euro.

Nach einem erfrischenden Bad im Meer relaxten wir am Nachmittag vor unserem Bungalow mit einem großen Stück Yak-Käse, den wir bei den nepalesischen Betreibern der deutschen Bäckerei gekauft haben, und einem oder zwei Old Monk-Rum. Das Leben kann so schön sein. Das war ein wirklich gelungener Tag. Für den Yak-Käse, von dem wir nach dem Probieren noch einmal ein Stück nachgeholt hatten, bezahlten wir für 100g gerade einmal 2,- Euro, und der ist wirklich lecker.

Vorbereitung zum Krabbenfischen

Vorbereitung zum Krabbenfischen

Am nächsten Morgen trafen wir, wie verabredet um 8 Uhr, den Einheimischen zum Krabbenfischen. Er bereitete gerade die Köder vor. Um diese frühe Zeit ist es noch nicht so warm und die Chancen auf Krabben stehen besser als in der Hitze. Die Luftfeuchtigkeit, die in Kerala noch bei 67% lag, ist hier auf ein erträgliches Maß geschrumpft. Die Temperaturen liegen hier wie da bei um die 30°C.
Nach dem wir ins Boot gestiegen sind und die mit Köderfisch bestückten Krabbennetze an Bord verstaut waren, ging es los.

Storchschnabelliest

Storchschnabelliest

Die Fischadler schliefen noch, aber ein großes Stimmengewirr der Vögel war zu vernehmen. Kleine Schwalben, Kormorane und die Rotlappenkiebitze, die wir gestern schon gesehen hatten, waren auch wieder da. Dazu sahen wir mehrere kleine, blau schillernde Eisvögel und zwei Storchschnabellieste, eine zimelich große Eisvogelart. Da hat uns doch wieder die Vogelleidenschaft eingeholt, die uns in den USA gepackt hatte.

Krabben sortieren

Krabben sortieren

Auf der Fahrt in den Flusslauf hinein, legte unser Bootsführer die Köderkörbe für die Krabben aus. Dann fuhren wir langsam wieder zurück, um nachzusehen, ob wir etwas gefangen haben. Nach fast eineinhalb Stunden betrug unsere Bilanz mehrere leere Körbe, viele kleine Krabben, von denen es zwei Arten gibt, und drei schöne große Krabben. Nach dem Anlegen nahmen wir uns zwei der großen Krabben, den Rest gaben wir dem Bootsführer. Das Umsortieren der gefangenen Krabben auf zwei Säcke gestaltete sich ziemlich schwierig, denn die Krabben versuchten zu entwischen. Anfassen geht nicht, aber mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln gelang es uns doch, die Krabben zu trennen. Inzwischen standen ein paar Touristen um uns herum und sahen zu. Ein Deutscher machte dann auch gleich einen Krabbenfischtermin für den nächsten Tag, ein englisches Paar ließ sich zu einer Bootstour überreden. So hatte unser Bootsführer erst einmal alle Hände voll zu tun, bevor er uns zu dem Restaurant begleitete, welches uns die Krabben als Frühstück zubereiten sollte.

leckere Krabben

leckere Krabben

Nach einer Tasse Kaffee kamen dann unsere beiden Krabben, frisch gekocht und schon geöffnet und gesäubert. Hmmm, waren die ein Gedicht, so zart und schmackhaft und vor allem billig. Für solch eine große Krabbe werden vom Restaurant 1000,- Rupies verlangt. Wir hätten also 2000,- Rupies (27,- Euro) bezahlen müssen. Wir haben für den Bootstrip mit all dem Spaß ganze 800,- Rupies bezahlt. Das war ein wunderschöner Abschluss unseres Aufenthaltes am Palolem Beach.

Zum Nachmittag holten wir uns noch einmal ein großes Stück Yak-Käse zum Rum, den wir noch haben. Für solch ein Essen geben andere Leute hunderte von Euro´s aus. Was will man mehr?

Gast im Badezimmer

Gast im Badezimmer

Übrigens, als ich gestern abend ins Bad kam, erschrak ich. Da saß doch tatsächlich ein Frosch auf meinem Fön? Klaus versuchte ihn nach draußen zu befördern, aber der war so glitschig, dass er immer wieder entkam. Irgendwann setzte Klaus ihn dann doch wieder nach draußen. Ein Gecko hatte auch einmal einen kurzen Besuch des Badezimmers ins Auge gefasst. Da wir eine Hütte mit Ventilator und nicht mit Klimaanlage haben, ist unsere Hütte ziemlich offen gebaut.

Hallo Goa

JetKonnect-Flugzeug

JetKonnect-Flugzeug

Wer steht im Urlaub um 4.20 Uhr auf? Eigentlich niemand, aber am 02. Januar 2015 hatten wir zu 5 Uhr das Taxi zum Flughafen bestellt. Knapp eine Stunde brauchten wir für den Weg. Um 7.55 Uhr startete das erste Flugzeug auf unserem Weg nach Goa. Es gibt so gut wie keine Direktflüge zwischen Kerala und Goa. So haben wir uns die kürzest mögliche Verbindung mit dreieinhalb Stunden Aufenthalt in Bangalore herausgesucht. Es ist die einzige Verbindung, die wir nicht mit Air India fliegen konnten, sondern auf JetKonnect zurückgreifen mussten. Die erste Maschine war sogar noch eine kleinere Turboprop-Maschine. Ich glaube, unsere erste und letzte Propellermaschine war 1984 oder 85 eine Interflugmaschine. Seitdem hatten wir bis jetzt nie mehr das Vergnügen, und wir sind schon viel geflogen.

Bungalow im Shawnel´s Beach Resort

Bungalow im Shawnel´s Beach Resort

Na ja, jedenfalls hatte der Anschlussflug eine Stunde Verspätung. Unser Taxifahrer wartete aber noch auf uns am Flughafen in Goa, empfing uns und fuhr uns eineinhalb Stunden durch eine bergige Landschaft ich weiß nicht wohin. Unser Bekannter hatte uns nur den Namen der Unterkunft aufgeschrieben, nicht den Ort. Ich kam zu Hause nicht mehr dazu nachzusehen, wo die Unterkunft liegt. Wir wussten nur, es ist eine Bungalowanlage direkt am Meer.
Bei unserer Ankunft zeigte man uns dann auf der Karte, wo wir gerade angekommen waren. Der Strand heißt Palolem Beach und liegt nicht weit vor der südlichen Landesgrenze von Goa. Die Anlage, in der wir wohnen, heißt Shawnel´s Beach Resort und ist ganz hübsch in einen sehr grünen und blühenden Garten eingebettet. Die sehr einfach gebauten Bungalows, mit Frischluftzufuhr nach allen Seiten, sind noch bunter. Es ist aber sehr hübsch hier.

Palolem Beach

Palolem Beach

Zum Palolem-Strand sind es nur ein paar Schritte durch einen grünen Gürtel, in dem über die gesamte Länge des Strandes Häuschen und Hütten in jeder Form stehen. Die meisten davon bieten Zimmer oder Hütten für Gäste an.
Am Rande des grünen Gürtels zum Strand stehen Kneipen, eine nach der anderen. Tagsüber bieten sie Liegen und Sonnenschirme an. Sobald die Sonne untergegangen ist, werden diese durch Tische und Stühle ersetzt. Da kann man dann die leckersten Gerichte essen. Gestern abend ließen wir uns einen kleineren Barakuda grillen, dazu gab es Folienkartoffeln und Salat. Die meisten Restaurants bieten den frischen Fang des Tages an, vom kleinen Fisch über Snapper und Hai bis zum Lobster.

Deutsche Bäckerei und Restaurant

Deutsche Bäckerei und Restaurant

Unser Frühstück nehmen wir, eine Gehminute von Resort entfernt, in einem schön im Grünen gelegenen Restaurant mit angeschlossener deutscher Bäckerei ein. Somit sind wir bestens versorgt.

Rajbag Beach

Rajbag Beach

Bei einem weiteren Ausflug heute lernten wir die noch weiter südlich angrenzenden Strände Pathnam Beach und den zu einem Golf- und Spa Hotel gehörenden Rajbag Beach kennen. Dabei muss ich sagen, das unser Strand der schönere ist. Die einzelnen Strände werden durch große Felsen oder Landzungen voneinander getrennt. Zu erreichen sind die Strände über kleine Wege durch die Siedlungen.
Hier, wie überall in Indien, stehen kleine Verkaufsstände an den Wegen, mögen sie auch noch so abgelegen sein. Überall wird man freundlichst gebeten, doch hereinzusehen.

Nachtrag zu Goa:
1510 – 1961 hatten die Portugiesen die Oberherrschaft über Goa, bis sich indische Truppen erhoben. Nach langem Kampf wurde Goa 1987 als 25. Bundessaat der Indischen Republik ausgerufen.

Abschied von Kerala und Kochi

Silvester feierten wir in Kerala. Seit Weihnachten schmückten die Menschen in Fort Kochi ihre Stadt und ihre Häuser jeden Tag ein Stück mehr. Zu Silvester wurden sogar noch die Straßen gefegt und der meiste Müll beiseite geschafft. Man sieht also, es geht, wenn die Leute nur wollen.

Aufruf zum Umweltschutz, aufwändig gebaut

Aufruf zum Umweltschutz, aufwändig gebaut

So langsam wächst auch hier das Verständnis, dass man die Erde nicht unendlich verschmutzen kann. Plakate werben auf dem großen Vasco-da-Gama-Platz für eine saubere Umwelt und eine Erde, die noch lange so bleiben soll, wie sie ist. Das viele Laub, welches das ganze Jahr über von den zahlreichen Bäumen auf die Wege fällt, wird nicht von Zeit zu Zeit entsorgt, sonst zusammengefegt und an Ort und Stelle verbrannt, besser gesagt, flämmt vor sich hin. Oft erfährt der Müll die gleiche Behandlung und die Gegend ist verräuchert und stinkt.

Am Morgen des Silvestertages fand Klaus, der alleine unterwegs war, weil ich diese Nacht nicht geschlafen habe und nicht so früh aufstehen wollte, einen Aushang mit der Einladung zu einem Galadinner im Spice Fort Hotel in der Princess Street. Der Preis war vernünftig und das Angebot stand am Nachmittag immer noch. So reservierten wir zwei Plätze für 21 Uhr. Als Einleitung des Abends zeigte eine einheimische Gruppe Trommler ihr Können. Diese Gruppe spielt normalerweise in Kali-Klöstern im Süden Keralas. So hört sich die Musik auch an. Irgendwann wiederholte sich der Rhythmus immer und immer wieder, ganze vierzig Minuten lang. Die Gäste, ausnahmslos Europäer, reagierten mit der Zeit immer genervter.
Nach dieser Einführung eröffnete die nette Dame, die durch den Abend führte, das Buffet. Dieses war sehr reichhaltig und bot für jeden Geschmack etwas, bis hin zum Dessert. Alles, was wir probierten, schmeckte sehr gut. Es war allerdings unser allererstes alkoholfreies Silvester jemals, denn dieses Hotel schenkt keinerlei Alkohol aus. Es gibt überhaupt nur wenige Kneipen in Kerala, die Alkohol ausschenken dürfen. Nicht einmal ein Bierchen ist dann zu haben.
Gegen 23 Uhr trat die Trommelgruppe ein weiteres Mal auf. Die Gäste bekamen einen Zettel mit der Erläuterung, was sie nun zu sehen bekämen. Danach sollten zwei Tänzer in traditionellen und bunten Kostümen, die verschiedene Götter, in dem Fall Kali und Ganadu oder so darstellen sollen, zu sehen sein. Ganadu, ich weiß nicht mehr, wie der Gott richtig heißt, soll Kali geopfert werden. Was bekamen wir zu hören und zu sehen? Richtig. Vierzig Minuten lang das gleiche Trommeln, wie schon vorher, dazu zwei Tänzer in identischen Kostümen mit identischen, nichtssagenden Bewegungen. Es waren einfach nur Hin-und Herlaufen, Bück- oder Hampelmannbewegungen, hin und wieder schnelle Drehbewegungen, sonst nichts. Das Einzige, was man bewundern konnte, war die Ausdauer aller. Vor allem den „Tänzern“ mussten wir Respekt zollen, denn bei den Temperaturen, der Luftfeuchtigkeit und den Kostümen wären wir wahrscheinlich bald umgefallen.
Nachdem wir auch diese Darbietung ertragen hatten, kündigte die Ansagedame die Trommlergruppe für die nächsten zehn Minuten ein weiteres Mal an. Der Innenhof, in dem wir saßen, leerte sich. Als ich auf´s Örtchen verschwinden wollte, sprach mich eine englische Frau an und meinte, dass das jetzt genug Trommelei gewesen wäre, für immer, betonte sie und ging. Wir schlossen uns an. Ich weiß nicht, aber viele Gäste sind nach den zehn Minuten wahrscheinlich dort nicht mehr aufgetaucht. Es war inzwischen schon zwanzig vor Zwölf. So schlossen wir uns den Massen draußen an und richteten unsere Schritte zum Strand, um darauf zu warten, was dann käme. Eine geschätzte halbe Million Menschen trafen sich dort unten. Gegen 24 Uhr setzte an vier Stellen ein kleineres Feuerwerk ein, um das Neue Jahr zu begrüßen.
Die ganze Gegend wurde über die letzten Tage videoüberwacht und überall stand Polizei. Alles verlief friedlich und ruhig.
Irgendwann gingen wir zum Hotel zurück, aber an Schlafen war die halbe Nacht nicht zu denken, denn die Leute feierten noch lange. Schallschutz gibt es in indischen Hotels nicht.

altes chinesisches Fischernetz

altes chinesisches Fischernetz

Am Neujahrstag besuchten wir den Cherai Beach auf der Insel Vipin. Dazu setzten wir mit der Autofähre über und fuhren dann mit dem öffentlichen Bus nach Cherai. Inzwischen sind wir soweit, so etwas zu tun. Um den Strand zu erreichen, mussten wir noch zwei Kilometer laufen und dabei eine breite Wasserstraße überqueren, in der ebenfalls chinesische Fischernetze stehen. Gleich danach standen wir am kilometerlangen Strand.

Cherai Beach

Cherai Beach

Leider ist dies nicht, wie wir uns das vorgestellt hatten, ein Palmenstrand. Keine Sonnenschirme, nichts schützt vor der Sonne. Wir spazierten eine Weile den Strand entlang nach Süden. Später liefen wir im Schutze einiger Palmen und Bäume, die hinter dem Strand stehen, die Uferstraße entlang.

Skulpturen hinterm Strand

Skulpturen hinterm Strand

An einem kleinen Kiosk tranken wir einen Tee mit Milch, hier die normale Ausführung von Tee, ruhten uns eine Weile aus und setzten dann unseren Weg zurück fort. Gleich gegenüber dem Kiosk stehen ein paar künstlerische Skulpturen.

ein schönes  Häuschen

ein schönes
Häuschen

Über einen Damm, der in mehreren 90°-Winkeln angelegt ist, und auf dem hier und da kleinste Fischerhütten stehen, überquerten wir den Wasserweg wieder und kamen irgendwann auf der Straße heraus, auf der wir mit dem Bus gekommen waren.
In diesem Bereich bis zum Strand stehen überall kleine Häuschen, mal sehr schön, mal weniger schön, im Schatten der Vegetation. Das erinnerte uns wieder an das geruhsame Leben auf den Philippinen. Hier lässt es sich aushalten, fernab vom Trubel.

Dann liefen wir noch ein Stück die Hauptstraße entlang, bis wir uns an einer Haltestelle vom Bus aufnehmen ließen, der uns zurück zur Fähre brachte. Das war noch mal ein schöner Abschluss.
Kurz nachdem wir in Fort Kochi angekommen waren, sollte eine Neujahrsparade stattfinden. Die Leute standen schon erwartungsvoll an den Straßenrändern, aber wir waren für den Tag genug gelaufen und wollten uns ausruhen. Am Abend gingen wir noch einmal essen. An verschiedenen Stellen gab es Disco oder anderweitige Unterhaltung und noch einen kleinen Umzug.

Nachtrag zu Kerala:

sozialistisches Plakat

sozialistisches Plakat

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass Kerala heute ein Sozialistischer Staat ist, konnte diese Behauptung jedoch nicht mehr finden. Nachdem wir fast überall, in Munnar ganz besonders, viele rote Plakate und rote Fahnen mit Hammer und Sichel gesehen haben, sind wir sicher, dass dies so ist. Ab uns zu prangten uns sogar die Gesichter Marx´, Engels´, Lenin´s und sogar Castro´s entgegen.

Munnar

Glück muss der Mensch haben. Gerade haben wir einen freundlichen walisischen Herren getroffen, den wir zur Zeit als Bungalownachbarn haben. Der hat unseren Laptop wieder gerichtet. Wunderbar und vielen Dank. Jetzt können wir unsere Berichtreihe fortsetzen:

Eine 2-Tagestour führte uns ins 130 Kilometer östlich von Kochi gelegene Munnar. Die Stadt liegt hoch in den Cardamom-Hills inmitten von weiten Teefeldern. Ab 1500 Metern Höhe gedeiht die Teepflanze, die in diesem Gebiet in großem Maßstab angebaut wird.

Elefantenbad

Elefantenbad

Der erste Stopp auf der Fahrt nach Munnar war das Kodanadu-Elefantencamp. Leider war an diesem Tag immer noch oder schon wieder Feiertag und das Camp hatte seine Pforten geschlossen. Wir konnten jedoch dem täglichen Elefantenbad zusehen. Dazu warteten wir an einem breiten Gebirgsfluss. Gebirgsflüsse verbinden wir immer mit eiskaltem Wasser. Dieses ist jedoch schön warm.
Nach einer kurzen Wartezeit kamen vier Elefanten mit ihren Mahuts. Im Wasser warteten weitere vier Männer. Nach einer kurzen und hautnahen Besichtigung der Elefanten wurden diese ins Wasser geführt. Irgendwann kam dann das Signal, dass sich die Elefanten, die Ketten um die Fußgelenke haben, hinlegen sollen. Das war für die Tiere, in dem Maße eingeschränkt, nicht so ganz einfach. Wahrscheinlich ist das Flussbett auch mit Steinen übersät. Als sie dann endlich im Wasser lagen, fingen jeweils zwei Männer an, einen Elefanten mit Bürsten zu schrubben. Das dauerte eine ganze Weile, dann begann das Ganze auf der anderen Seite: Elefant aufstehen, Elefant auf die andere Seite legen und wieder schrubben.
Nachdem wir von diesem Schauspiel genug hatten, setzten wir unsere Fahrt fort. Diesmal waren wir nicht alleine, sondern teilten die Fahrt mit einem französischen Pärchen, Caroline und Pierre aus Südfrankreich Nähe Marseille.

Cheeyappara-Wasserfall

Cheeyappara-Wasserfall

Als nächstes kamen wir an mehreren Wasserfällen vorbei. Bei zwei von Ihnen, z.B. dem Cheeyappara-Wasserfall hielten wir an, um Fotos zu machen. Auf der Tour überwogen, neben der immer üppiger werdenden tropischen Vegetation mit viel Bambus, Zimtbäume und Pfefferpflanzen.

British Couny Homestead

British Couny Homestead

Nachdem wir um 5.50 Uhr aufgestanden sind, um 6.30 Uhr abgeholt werden sollten und um 6.50 Uhr endlich losfuhren, kamen wir gegen 13 Uhr im British County Homestead an. Das ist ein kleines Haus mit drei privat vermieteten Zimmern und Terrasse mitten in den Bergen. Vom Tee war bis dahin noch nichts zu sehen.
Wir bezogen unsere Zimmer und bekamen ein indisches Mittagessen.

View Point

View Point

Um 14 Uhr wurden wir 40 Kilometer weit zum View Point gefahren. Auf der ganzen Strecke gibt es keine fünfzig Meter gerade Straße. Eine Kurve folgt auf die nächste. Kurz nach dem Losfahren begannen die ersten Teefelder, die uns fast die ganze Strecke begleiteten. Dann nehmen sehr hohe und schlanke Eukalyptusbäume das Zepter in die Hand.
Nach endlos scheinendem Kurvenfahren und zwei Talsperren später erreichten wir endlich den View Point. Unser Verständnis von einem Aussichtspunkt ist, dass man von dort weit ins Land sehen kann. Hier ist der Aussichtspunkt an einer Stelle, wo anscheinend eher das Aufsteigen von Nebelwolken aus den Tälern die Attraktion ist. Von den umliegenden Bergen ist dort kaum etwas zu sehen, nur weißer, dichter, aufsteigender Nebel. Das hat natürlich auch seinen Reiz, nur dass wir darauf nicht gefasst waren.

Danach fuhren wir wieder zum British County zurück, wo wir müde und ausgelaugt von den langen Fahrten ankamen. Das Abendbrot wartete schon auf uns. Was wir auch zu essen bekamen, es schmeckte alles lecker. Nur das Huhn zum Abendessen hatte mehr Knochen als Fleisch.
Nach dem Essen genossen wir noch ein wenig den Abend auf der Terrasse.

Tee-Museum Munnar

Tee-Museum Munnar

Nach dem Frühstück am zweiten Tag, der mit zwei Schauern begann, besuchten wir in Munnar selbst das Tee-Museum. Zuerst werden Bilder aus alten Zeiten der Teeplantage gezeigt, sowie Einrichtungsgegenstände aus den Häusern der Plantagenbesitzer, die über einhundert Jahre alt sind. Dann geht es zur Verarbeitung, die von einem Angestellten erläutert wird. Von dem Vortrag konnte ich kaum etwas verstehen, denn der wurde zwar englisch gehalten, aber in einem den Indern typischen Tempo und mit einem ganz schlimmen indischen Akzent. Ich habe nur mitbekommen, das die Teepflanzen keine Büsche sind, auch wenn sie eine angenehme Pflückhöhe haben. Es sind eigentlich Bäume, von denen die meisten mehrere hundert Jahre alt sind. Die Teepflanzen werden wohl bis zu vierhundertfünfzig Jahre alt. Wir haben aber auch neuere Pflanzungen gesehen.
Im Verarbeitungsraum stehen Schneide- und Trocknungsmaschinen. Die frisch gepflückten Blätter werden bis zu vier mal geschnitten, je nach Qualität und Anforderung. Dann werden die geschnittenen Blätter bei 104°C getrocknet. Dabei verklumpen die Blätter zum Teil oder es sind immer noch gröbere Bestandteile drin. Nach dem Durchlaufen einer Filtermaschine erhält man dann die verschiedenen Teequalitäten von grob bis fast gemahlen.
Will man schwarzen Tee, dann werden die grünen Blätter fermentiert, ansonsten läuft alles genauso ab.
In einem Verkaufsraum ist dann frischer grüner, schwarzer und aromatisierter Tee zu kaufen, sowie Gewürze aus der Gegend, wie Kardamom, Pfeffer und andere.

Rhesusaffen beim Spielen

Rhesusaffen beim Spielen

Gegen 16 Uhr waren wir zurück in Kochi. Auf der Rückfahrt hielten wir noch einmal an einem Aussichtspunkt. Die Aussicht war zwar nicht so toll, dafür sorgten die Rhesusaffen für Aufsehen. Sie fraßen die Nüsse, die ihnen von den Leuten zugeworfen wurden oder trieben miteinander ihre Spiele. Das erinnerte mich an die Anlage mit den Rhesusaffen im Dresdner Zoo, vor dem ich als Kind ewig stand und den Affen zusah.

 

Verschiedenes in Fort Kochi

Wir wissen nicht, ob es in Fort Kochi immer so ist, aber seit wir hier sind, leben fast so viele Nebelkrähen in dem Ort wie Menschen. Vom Hellwerden, wo es ein besonders kräftiges Krächzkonzert gibt, über den ganzen Tag, den man ohne Unterlass die Krähen hört, bis die Vögel zum Sonnenuntergang ihre Schlafbäume am Strand aufsuchen, ständig sind sie lautstark gegenwärtig. Es gibt aber auch Anzeichen, dass die Krähen jetzt hier Brutsaison haben. Vielleicht ist es den Rest des Jahres dann ruhiger?
Ab und zu hört man auch einmal andere Vögel zwitschern oder rufen, doch nicht jedes Rufen ist ein Vogel. Wie schon in den USA oder Kanada geben auch hier kleine Hörnchen helle Rufe ab, die einem Vogel zum Verwechseln ähnlich sind. Dazwischen sind Rufe wie von Brüllaffen zu hören. Noch wissen wir nicht, was es ist. Neben den fremden Vogelarten haben wir sogar schon ein paar ganz gewöhnliche Spatzen gesichtet.

ehemaliges Gefängnis

ehemaliges Gefängnis

Östlich des Vasco-da-Gama-Platzes fanden wir gestern das ehemalige Gefängnis des Ortes. Es ist ein kleines Gefängnis mit nur bis zu zehn Zellen und einem Brunnen im Hof. Es ist frei zu besichtigen.

Apropos frei zu besichtigen: Bei unserem Bummel im Judenviertel stießen wir auf die kleine Polizeistation, die ein kleines Museum zur freien Besichtigung eingerichtet hat. Einer der Polizisten sagte uns, dass es ein großes Polizeimuseum in Ernakulam gibt.

Rest des alten Forts

Rest des alten Forts

Nachdem wir nun schon mehrfach die Promenade hoch und runter gelaufen sind, entdeckten wir erst jetzt, dass tatsächlich noch Überreste des alten portugiesischen Forts existieren. Sie sind meist über- oder umbaut und von riesigen Bäumen verdeckt, so dass sie kaum zu sehen sind. Sogar eine Kanone steht noch auf einem übriggebliebenen Geschützstand.

Bei unserem ersten Rundgang entgegen dem Touristenviertel, vor ein paar Tagen, sahen wir einen Campingladen. Jetzt wollten wir den Laden wiederfinden, aber bei dem Straßengewirr haben wir es trotz zweimaligem Anlauf nicht geschafft. Bei einem der Versuche hatten wir uns wieder dermaßen verlaufen, dass uns erst ein Tuk-tuk wieder auf den rechten Weg bringen musste. Wir haben zwar einen Stadtplan, aber der ist nicht zu gebrauchen.

Endlich hatten wir ein Restaurant gefunden, welches Ente, Rind und Schwein auf seiner Speisekarte stehen hat. Auf unsere Bestellung für ein Entengericht wurden wir mal wieder enttäuscht. Ente ist nicht verfügbar.
Heute sind wir schon außerhalb frühstücken gewesen, weil es in unserem Hotel immer das gleiche Angebot gibt: Toast und Ei, Ei und Toast und wieder von vorne.

Zum ersten Mal probierten wir frisch gepressten Zuckerrohrsaft, allerdings mit Limonensaft versetzt. Der schmeckt sehr lecker und ist nicht so süß wie der Kokosnusssaft. Den Zuckerrohrsaft werden wir wohl noch öfters trinken.

Neuerdings preisen die Tuk-tuk-fahrer ihre Gefährte als Ferrari oder Bugatti an. Als uns mal wieder einer fragte, meinte Klaus, er würde nur mit einem Porsche mitfahren. Kurzerhand fuhr der Fahrer sein Gefährt ein Stück vor und zeigte uns die Rückseite. Größer kann der Zufall nicht sein, da prangte ganz groß ein Porschezeichen auf der Plane, zusammen mit dem Audi-Logo und einem sehr kleinen Ferrari-Logo. Tja, manchmal bekommt man ganz unverhofft Kontra. Wir amüsierten uns köstlich.

Aquarienfisch

Aquarienfisch

Seit vor Weihnachten bis Anfang Januar läuft eine mobile Blumen- und Haustierausstellung, die wir besuchten. In der Blumenabteilung kam es uns so vor, als würde man die europäischen Pflanzen wie Studentenblume, Aster oder Dahlie in Indien bekannt machen wollen. Dafür staunten wir in der Haustierabteilung nicht schlecht. Sowohl bei den Fischen als auch bei den Tauben und Hühnern werden Typen und Rassen gezeigt, die wir weder in der Natur noch im Fernsehen jemals gesehen haben. Da gibt es schon verrückt aussehende Tiere.

Zum Abendessen waren wir wieder in dem sehr schönen, kleinen Restaurant „Oceanos Seafood Ahoy“. Man muss nur zu den ersten Gästen gehören, wenn abends wieder geöffnet wird, sonst steht man lange an.

Die nächsten zwei Tage sind wir auf Tour nach Munnar im Landesinneren.

Weihnachten in Fort Kochi

Ich hatte ja im vorletzten Bericht geschrieben, dass fast überall für Weihnachten geschmückt wurde. Gestern und heute, an den Weihnachtsfeiertagen, waren viele Leute auf den Beinen. Sie waren fein angezogen und promenierten vor allem abends am Strand oder durch die Gassen rund um den Vasco-da-Gama-Platz. Öffentliche Veranstaltungen gab es nicht. Wir sahen aber auch ein paar Leute arbeiten, z.B. die Müllabfuhr oder beim Pflastern von neuen Fußwegen. Die Händler arbeiten sowieso jeden Tag.

Synagoge

Synagoge

Mit Hilfe eines Tuk-tuks besuchten wir das Judenviertel am Ostrand von Fort Kochi. Die sehr versteckt liegende und unscheinbare Synagoge hat freitags geschlossen, so dass wir sie nicht von innen besichtigen konnten. Im Reiseführer steht, dass in den 1950er Jahren die meisten Juden dieses Gebiet, welches sie schon seit frühester Zeit bewohnten, verlassen haben. Trotzdem konnten wir einigen Händlern in der Nähe der Synagoge das Jüdische ansehen, vor allem die typische Bartform.

Ginger House & Restaurant

Ginger House & Restaurant

Es gibt sehr viele Antikgeschäfte in dem Viertel. Das größte ist wohl das Ginger-House, dem das Ginger-Restaurant direkt am Wasser angeschlossen ist. Der Laden verkauft sehr schöne Stücke aus alter Zeit und restauriert zugleich die alten Kunstwerke, wie Türen, Säulen, Ornamente, Figuren usw., die ganze Palette.
Im Ginger-Restaurant werden viele Speisen mit Ingwer zubereitet, wie der Name auch sagt. Die Ausstattung des Restaurants besteht aus zusammengewürfelten alten Tischen und Stühlen, die zusammen doch eine Einheit bilden. Dazwischen stehen Skulpturen von Tieren oder Fabelwesen. Über das Wasser hinweg sieht man zur Insel Willingdon. Das Essen ist zwar teurer, aber auch jede Rupie wert.

Haus im Judenviertel

Haus im Judenviertel

Außerhalb der Touristengassen ist das Judenviertel sehr vernachlässigt und ruhig. Hier und da hängen noch Schilder mit den Namen der ehemaligen Besitzer an den Hauswänden.

Fort Kochi Jain-Tempel

Fort Kochi Jain-Tempel

Eine andere Station unserer selbst zusammengestellten Stadtrundfahrt mit Tuk-tuks war der Jain-Tempel, in dem gerade eine Gebetsstunde abgehalten wurde. Zutritt ist für Nichthindu´s absolut untersagt. So konnten wir nur von außen gucken. Zu dem großen Tempel gehört auch noch ein kleiner Wassertempel.

Der Dutch-Palace oder auch Mattancherry-Palace, so nach dem Stadtviertel benannt, ist von außen wenig sehenswert, soll jedoch im Inneren sehr prachtvoll sein. Leider ist auch dieser Palast freitags geschlossen.
Noch ein Wort zum äußeren Zustand der Häuser. Jedes Jahr fegen drei Monate lang im Sommer heftige Monsune über Indien hinweg. Die hinterlassen Spuren und kaum ein Inder kann es sich leisten, sein Haus alle paar Jahre neu herzurichten.

Am Abend des 26. Dezember fand am Strand eine Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Tsunamis im Indischen Ozean statt. Zudem mahnte man, mit unserer Erde vernünftig umzugehen. Es wurden Kerzen angezündet, Lampions auf dem Wasser ausgesetzt oder Glücksballons steigen gelassen. Eine kleine Musikeinlage brachte die nötige Aufmerksamkeit.

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