A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “Mai, 2013”

San Francisco – Kalifornien

Durch Zufall fragte ich in der Touristinformation in Santa Rosa nach der Höhe des Brückenzolles für die Golden Gate. Der würde automatisch abgebucht bzw. man bekommt eine Rechnung nach Hause. Eine Katastrophe, da wir nie bei der angegebenen Adresse zu erreichen sind. Es gibt da eine Alternative. Wir bezahlen den Zoll an einer Tankstelle in Novato im Voraus, was wir dann auch so machten.

Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge

In San Francisco fanden wir zwei wunderbare Parkplätze für uns. Den einen am Fuße der Golden Gate und des Fort Baker, wo wir auch übernachteten. Die Brücke verschwand teilweise immer wieder im Nebel, der wohl sehr häufig hier auftritt. Zu diesem Zeitpunkt lief die Norwegian Pearl aus San Francisco aus und unterquerte die Golden Gate. Kurz vorher verschwand sie jedoch im von der Sonne angestrahlten Nebel. Zum Abend sahen wir, dass wir nichts mehr sahen, da war die Brücke ganz verschwunden mitsamt der halben Bucht. Kein San Francisco, kein Alcatraz, das man von dort aus ebenso sieht, keine Golden Gate. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Cable Car Wendepunkt

Cable Car Wendepunkt

Am nächsten Morgen überquerten wir die berühmte Golden Gate Bridge und parkten ganz ohne Gebühren auf dem großen Parkplatz Marina Green bei Fort Mason. Von hier aus hatten wir einen guten Ausgangspunkt für unseren Stadtbummel. Am Fort Mason und am Aquatic Park vorbei erreichten wir die Wendestation der Cable Car Powell-Hyde Linie. Diese Linie fährt am Stadtzentrum vorbei, durch Chinatown durch bis zur Market Street.

Cable Car Strecke

Cable Car Strecke

Nach einer abenteuerlichen Fahrt, der Bremser direkt bei uns hatte Schwerstarbeit zu leisten, stiegen wir am Union Square aus. San Francisco ist auf 43 Hügeln gebaut und die Straßen, es geht ständig steil bis sehr steil bergauf und bergab, geben dieses Bild recht eindrucksvoll wider. Vom Union Square spazierten wir durch das Geschäftsviertel mit seinen Hochhäusern wieder zurück zu den zahlreichen Pieren am Wasser.

Chinatown in San Francisco

Chinatown in San Francisco

In Chinatown sahen wir uns etwas genauer um. Der ganze Stadtteil ist chinesisch. Für die Touristen ist die Grant gemacht. Runde, rote Ballons hängen über der Straße, die voll von Kitschgeschäften und Kneipen ist. Das wirkliche chinesische Leben kann man dagegen auf der Stockton besichtigen. Da finden sich Supermärkte, asiatische Apothekenläden, in denen alles, was man essen und auch nicht essen kann, in getrocknetem Zustand angeboten wird. Irgendetwas muss ja an der chinesischen Medizin dran sein, sonst gäbe es nicht so viele sehr alte und dazu noch gesunde Chinesen.
Hier fanden wir auch Abalonemuscheln in allen Größen sortiert, auch getrocknet. Die Chinesen müssen eine große Abalonezucht haben, so dass man Abalone auch in den Restaurants bekommt. Das war eine einmalige Gelegenheit für mich, Abalone zu kosten. Da ich nicht wusste, was ich bestellte, außer dass da Abalone drin war, ließ ich mich überraschen. Man servierte mir eine große Schüssel weiße Suppe mit Abalonestücken und Hühnerfleisch. Der Geschmack war etwas eigenartig, aber die Suppe war gut zu essen. Das Abalonefleisch ist mit Kalmaren vergleichbar, festes weißes Fleisch mit in etwa demselben Geschmack wie Kalmar. So aßen wir einmal authentisch Chinesisch.

Lombard Street

Lombard Street

Der nächste Höhepunkt in San Francisco ist die Lombard Street . Dort gibt es einen Teil, der viel zu steil für eine Straße ist. Man hat dort einfach Serpentinen zwischen den Häuserzeilen eingebaut, die reich begrünt sind. Die meisten Autos, die dort herunterkommen, fahren wohl nur zum Spaß diese Serpentinen. Vom unteren Ende aus hat man einen schönen Blick auf den gegenüber liegenden Hügel mit dem Coit Tower.

Fisherman´s Wharf Pier 39

Fisherman´s Wharf Pier 39

Das letzte Stück unserer Tour durch San Francisco führte uns an den Pieren vorbei. Von hier aus kann man verschiedene Rundfahrten durch die Bucht von San Francisco unternehmen. Am Kreuzfahrtpier lag die Norwegian Sun, die wie ihr Schwesterschiff gestern gegen Abend den Hafen verließ. Auf dem Pier 39 ist die Hölle los. Hier findet der Tourist alles, was er meint, zu brauchen. Auf der Westseite sonnen sich die Seelöwen, die dort ständig ansässig sind.

Mechanisches Museum Pier 45

Mechanisches Museum Pier 45

Am Pier 45 liegt die SS Jeremiah O`Brien, ein Marineschiff, welches am D-Day teilnahm, und das U-Boot USS Pampanito, das zur U-Boot-Flotte des 2. Weltkrieges gehörte. Das U-Boot kann man auch von innen besichtigen. An diesem Pier kann man außerdem in einer der größten Privatsammlungen an alten, mechanischen Spiel- und Musikautomaten seinen Spieltrieb ausleben, wie in alten Zeiten. Alle Automaten, und es gibt viele davon, sind noch funktionsfähig.

Alcatraz

Alcatraz

Ein Stückchen weiter an der Fisherman´s Wharf entlang werden frischer Fisch und Krabben angeboten. Das Waxmuseum und andere Museen befinden sich in der Nähe.
Da haben wir ganz schön viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Ohne die Fahrt mit der Cable Car, die 6,-$ pro Person und Fahrt kostet und eigentlich ein Muss für jeden San Fancisco-Besucher ist, hätten wir die Tour kaum geschafft.

Sonoma County – Kalifornien

Weiter auf dem Highway Nr. 1 in Richtung Süden, der seit der Countygrenze Mendocino-Sonoma eigentlich nur noch anstrengend ist. Die Landschaft ist immer noch wunderschön, aber die Straße besteht fast nur noch aus engen Kurven. Das Wetter spielt in diesen Tagen auch nicht mehr mit. Die Häuser haben keine Farbe mehr, sind nur noch grau oder braun. In den Gärten gibt es keine Blumen mehr. Was wohnen hier für Menschen, die keinen Sinn für Schönheit haben. Diese krasse Wandlung ist sehr auffallend.
Eigentlich wollten wir bei Stewarts Point zum Highway 101 abbiegen, aber es gibt dort keine Straße, jedenfalls haben wir keine gefunden.

Am Fort Ross, das eine russisch-amerikanische Gründung ist und seit 1812 dreißig Jahre lang seinen Dienst tat, fuhren wir vorbei, weil wir die Einfahrt verpassten und es die nächsten 2 Meilen Kurvenstraße keine Möglichkeit zum Umdrehen gab. Vom Fort Ross ist nur noch ein Originalbau übrig, die russisch-orthodoxe Kapelle wurde beim großen Erdbeben 1906 zerstört, der Rest verfiel. Heute zeigt sich das Fort den Besuchern rekonstruiert. Gebaut wurde das Fort aus Redwoodbäumen. Immer wieder fuhren wir durch Redwoodbestände, jedoch gibt es keine alten Bäume mehr. Die meisten Wälder wurden komplett abgeholzt, bis der Staat Kalifornien und die USA im 20. Jahrhundert die letzten Bestände übernahmen. Große Teile wurden wieder aufgeforstet, so dass wir heute wieder unsere Freude an den großen Bäumen haben. Immer, wenn wir durch einen Redwoodwald fahren, kommen wir uns wie in einer anderen Welt vor. Diese Bäume sind einfach anders und aufsehenerregend.

In Jenner konnten wir dann endlich dem anstrengenden Highway Nr. 1 den Rücken kehren und am Russian River entlangfahren. Im Russian River Tal befinden sich zwei der bekanntesten Weingüter Amerikas: Korbel, die sich auf Sekt nach Champagnerart spezialisiert haben, und Martinelli. Auf weiten Flächen stehen Rebstöcke.
Das kleine Städtchen Guerneville hat noch sein altes Gesicht. Hinter den typischen Fassaden finden sich verschiedene Geschäfte, die alte Brücke kann nur noch zu Fuß oder per Fahrrad überquert werden.

Bunya Bunya - eine Araukarie

Bunya Bunya – eine Araukarie

Santa Rosa

Santa Rosa

In Santa Rosa sind der Railroad Square und die Altstadt sehenswert. Restaurants, Kneipen und verschiedene Geschäfte reihen sich aneinander. Vor dem alten Bahnhof aus den 1880ern, der 1904 restauriert wurde und heute die Touristinformation beherbergt, steht ein eigenartiger großer Baum. Der Stamm sieht aus wie der einer Palme, die Blätter sind hart wie die einer Palme, aber es ist keine Palme. Auf unser erstauntes Fragen bekamen wir einen Zettel ausgehändigt, anscheinend haben schon mehr Leute nachgefragt. Es ist eine Araucaria Bidwillii, oder wie die Amerikaner sagen, eine Bunya Bunya und kommt aus Queensland, Australien. Die Zapfen dieser Araukarie sind so groß und schwer, dass sie vor dem Herunterfallen abgenommen werden, denn sie können Menschen verletzen und verursachen Schäden an Autos.
Ansonsten ist Santa Rosa die Stadt der Redwoodbäume, die überall zur Stadtbegrünung angepflanzt wurden. Das sieht schon interessant aus.

Mendocino County – Kalifornien

Küste am Highway Nr. 1

Küste am Highway Nr. 1

In endlosen Kurven, bergauf, bergab, jedoch keine mehrere tausend Fuß mehr, erreichten wir die Pazifische Küste erneut. Wir sind auf den Highway Nr. 1 abgebogen und werden ihm nun an der Küste entlang folgen. An jeder Ecke eröffnen sich dem Reisenden neue Ansichten, so dass man an fast jedem Aussichtspunkt halten muss, um die grandiosen Kulissen zu bestaunen.

merkwürdiger Krebs

merkwürdiger Krebs

Bucht am Pazifik

Bucht am Pazifik

Entgegen unseren Erwartungen, was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, fanden wir doch eine kleinere Bucht, in der wir über Nacht stehen bleiben konnten. Ich glaube, dass war das erste Mal in den USA überhaupt, dass wir keinen Campingplatz oder Parkplatz angefahren haben, sondern so stehen konnten, wie sich ein Camper das wünscht. Unsere Nachbarn waren ein paar „Freigeister“ mit einem schön bunt bemalten VW Bully T3 und ein kanadisches Pärchen aus British Columbia mit einem Pickup-Camper, das auf einer 3-wöchigen Urlaubsreise entlang der Küste ist. Im Sand des Strandes fanden wir auch wieder diese merkwürdigen, urzeitlich anmutenden Krebse, auf die wir schon an der Ostküste in Myrtle Beach gestoßen waren.

Grauwal

Grauwal

Glas Beach in Fort Bragg

Glas Beach in Fort Bragg

In Fort Bragg gibt es einen Strand, der mehr rundgeschliffene, bunte Glassteine aufweist als Sand. Der Glasstrand wurde von 1949 an viele Jahre lang als Müllplatz benutzt, worunter sich auch sehr viel Glas befand. Später wurde der Strand gesäubert. Diese Aktion war 1967 abgeschlossen, aber nicht alles Glas konnte entfernt werden, so dass die Zeit und die Wellen die Glasüberreste weiter zerkleinert und rundgeschliffen haben. Heute ist dieser Strand eine Attraktion, auch deshalb, weil kein Glassteinchen bei Strafe vom Strand entfernt werden darf. Auf einem vorgelagerten Felsen lagen Hafenrobben mit ein paar Jungen.

Skunk Train in Fort Bragg

Skunk Train in Fort Bragg

Fort Bragg wurde als militärischer Außenposten für das Mendocino Indianer Reservat in den 1850ern gegründet und ist heute die größte Stadt an der Mendocino Küste. Von Fort Bragg gab es eine Bahnverbindung nach Willits am Highway 101. Der Skunk Train fährt heute seine Gäste in verschiedenen Touren durch die Redwoodwälder und zu anderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Noyo Harbour

Noyo Harbour

Noyo Harbour ist ein noch aktives Hafengelände mit kleinen Werften und Fischereien. Von hier aus starten in der Saison, Dezember bis April, Walbeobachtungstouren. Hochseefischerei kann gebucht werden oder man kann Abalones suchen, wenn man sich die entsprechende Lizenz besorgt hat. Die auch als Seeohren bekannten Muscheln müssen schon eine stattliche Größe aufweisen, um „geerntet“ werden zu dürfen. Aus den bunt schillernden Schalen wird der begehrte Schmuck hergestellt und das Fleisch soll delikat sein. Auf meine Frage, warum ich noch nie Abalone auf irgendeiner Speisekarte gesehen habe, sagte uns jemand, dass es gesetzlich verboten ist, die Muscheln zu verkaufen. Man kann sie an jeden anderen Menschen weitergeben, darf sie aber nicht verkaufen. Deshalb dürfen diese Muscheln nicht in Restaurants angeboten werden. Es gibt jetzt zwar in Südkalifornien eine Abalone Zucht, die dann auch verkaufen darf, dass ist jedoch noch viel zu wenig. Abalone Muscheln findet man besonders an dem Küstenabschnitt um Fort Bragg und jede Menge Leute fahren mit Schnorchelausrüstung aufs Meer, um sich die Muscheln zu holen. Tauchausrüstung ist verboten, damit die Bestände geschont werden.

lecker Abendessen

lecker Abendessen

Zum Angebot in Noyo Harbour gehören frisch gefangene, große Felsenkrabben. Jetzt mussten wir einfach eine von denen probieren. Nachdem wir gefragt haben, wie und was man von diesen Krabben essen kann, bezahlten wir 15,-$ und nahmen eine Krabbe zum Abendbrot mit, gekocht selbstverständlich. Der Krabbenpanzer hatte einen Durchmesser von 19 cm und das Fleisch schmeckt wie Hummer, genauso zart und aromatisch, wenn nur diese Puhlerei nicht wäre.

Mendocino

Mendocino

Rhododendren und Azaleen in den schönsten Farben, bunte und exotische Gartenblumen und -pflanzen, kleine Eukalyptuswäldchen, sattes Grün und das Blau des Meeres, hier muss das Paradies sein. Mendocino ist dann der Garten Eden, weil es wohl das idyllischste kleine Städtchen auf der Welt ist. Kaum haben wir etwas Schöneres gesehen. Zwei Grauwale hielten sich in der Bucht auf, immer wieder treffen wir auf Seelöwen und Hafenrobben.

St. Orres

St. Orres

Zwischen Anchor Bay und Gualala liegt ziemlich einsam ein ganz schmuckes Hotel. Das St. Orres sieht aus wie eine Außenresidenz des russischen Zaren, alles aus Redwoodholz und mit Zwiebeltürmchen. Die ganze Gegend um Fort Ross herum war im frühen 19. Jahrhundert russisches Siedlungsgebiet. Vor allem russische Seeotterjäger hatten hier ihr Revier. Zu dieser Zeit kam ein anscheinend wohlhabender Russe namens George St. Ores und ließ sich dieses Anwesen bauen. 1929 wurde es zum Hotel mit einem Dinerraum, einem Laden und einer angeschlossenen Tankstelle umfunktionert. 1971 fanden sich drei alte Freunde zusammen, die dann all ihre Kraft und ihr Geld in das Anwesen steckten und 1977 das Nobelhotel St. Orres Inn eröffneten.

Avenue of the Giants – Kalifornien

Blitzaustritt am Redwoodbaum

Blitzaustritt am Redwoodbaum

Die 31 Meilen lange Avenue of the Giants durch den Humboldt Redwood State Park, fast immer entlang des südlichen Eel River, führt durch mehrere große Waldabschnitte, in denen fast zu 100% die Giganten der Küste wachsen. Es sind unangetastete Wälder, in denen Bäume jeden Alters, jeder Größe und jeden Zustandes zu finden sind. Große Flächen tragen noch Spuren von Waldbränden, sehr viele Bäume sind vom Blitzschlag gezeichnet. Na ja, wer so groß ist und so hoch hinaus will, der wird schon einmal vom Blitz getroffen. Anscheinend sind die Gewitter hier an der Küste nicht so ganz ohne.

Babay Redwoods

Babay Redwoods

An anderen Stellen wurde vor dreißig Jahren aufgeforstet. Die Redwoodbäume müssen sehr schnell wachsen, denn sie haben nach dreißig Jahren schon um die dreißig Meter Höhe erreicht. In den Souvenirläden werden überall sogenannte lebende Burls verkauft, aus denen neue Redwoodschößlinge treiben. Diese Burls findet man an den Stämmen mancher Riesen. Niemand weiß, wieso es sie gibt, aber mit Hilfe dieser Burls entstehen die Familienbäume, von denen ich schon berichtet habe. Es ist ebenso eine Möglichkeit, die Redwoodbäume zu vermehren.

Miranda

Miranda

Die Avenue of the Giants ist so schmal wie möglich gehalten, damit möglichst wenig Schaden in diesem Wald angerichtet wird. Die Bäume stehen dadurch sehr oft so nah an der Straße, dass man schon mal einen Bogen fahren muss. In den kleinen Orten entlang der Straße, wie Myers Flat, Miranda oder Phillipsville, ist die Zeit stehen geblieben. Die alten Häuserzeilen stehen noch, in denen Souvenirgeschäfte, Cafés, Lebensmittelgeschäfte oder Kunsthandwerksstätten untergebracht sind. Allerorten kann man wunderschöne Stücke erstehen, die fleißige und kunstvolle Hände aus Redwoodholz geschaffen haben. Es ist jedenfalls jedesmal wieder beeindruckend, sich zwischen den Giganten, den höchsten Bäumen der Erde mit beeindruckenden Stammumfängen, aufzuhalten. Dagegen sind die europäischen Bäume nur Streichhölzer.

One-Log-House

One-Log-House

In Richardson Grove ist ein One-Log-House zu besichtigen. 1946 wurde ein 2100 Jahre alter Redwoodbaum gefällt, ein etwa 10 Meter langes Stück herausgeschnitten, dass etwa 42 Tonnen wog, und in 8 Monaten harter Arbeit auf der ganzen Länge ein 7 Fuß hoher Hohlraum herausgearbeitet, in dem eine „3-Zimmer-Wohnung“ mit Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer eingerichtet wurde. Damit zog man durch die USA, bis die Baumstammwohnung 1999 ihr bleibendes zu Hause in Richardson Grove fand und restauriert wurde. Das originale Fahrgestell befindet sich immer noch darunter.

Arcata/Eureka – Kalifornien

Herrenhaus in Eureka

Herrenhaus in Eureka

Herrenhaus in Arcata

Herrenhaus in Arcata

In Arcata legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein. Die kleine Stadt ist gespickt mit Häusern verschiedener Architekturrichtungen, die zwischen 1850 und 1930 gebaut wurden. Wir sind nicht alle 91 Bauwerke abgelaufen, aber ein wahres Wunderwerk an der 13th Street Ecke I Street, haben wir zumindest von außen bewundert. Es ist das Bair House und wurde 1888 im Victorianischen Stil errichtet. Die beiden Architekten Samuel und Joseph C. Newsom müssen wahre Künstler ihres Handwerks gewesen sein. Ist man von diesem herrschaftlichen Haus schon sehr angetan, dann ist man vom Carson Mansion in Eureka direkt hingerissen, das von den gleichen Architekten entworfen wurde. Man kann kaum etwas Schöneres finden.

Wattvögel

Wattvögel

Im Arcata Marsh and Wildlife Sanctuary verbrachten wir dagegen eine ganze Weile. Das, bei uns würde man Wattenmeer sagen, ist Teil der großen Arcata Bucht. Bei Ebbe liegt die Bucht fast trocken und Heerscharen von Wattvögeln bevölkern die Bucht, wie die Strandläufer. In den nebenan liegenden Teichen halten sich Gänse, Kormorane und Reiher auf. Bis das Wasser dann wiederkommt, fliegen die Vögel in großen Gruppen über die Wasserfläche oder ruhen sich in Ufernähe im Gras aus. Im 19. Jahrhundert gab es in dieser Bucht eine große Werft, die ganze 1,6 Meilen lang war. Die Überreste der damaligen Bahnstrecke stehen noch im Wasser und führen durch die Bucht. Auf ihnen drängeln sich die Wattvögel, bis auch die letzten Stümpfe im Wasser verschwunden sind.

In Eurekas Altstadt lebt die viktorianische Vergangenheit. Eureka wurde im Frühjahr 1850 als Seehafen gegründet, nachdem in der Nähe Gold gefunden wurde. Glückritter, Holzarbeiter und Fischer suchten hier nach einer neuen Zukunft für sich. 1885 ließ dann der Holzmagnat William Carson das oben erwähnte Carson Herrenhaus für sich bauen.

Samoa Dunes

Samoa Dunes

Die Humboldt Bay trennt die große Halbinsel Samoa Dunes vom Festland ab. Samoa Dunes besteht fast ausschließlich aus Sanddünen. An der Westseite brandet der Pazifische Ozean an den Strand. In den Dünen finden sich noch die perfekt getarnten Bunker, die nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour zur Verteidigung Amerikas gebaut wurden. Am Strand findet man Sanddollar, eine Seesternart, die jedoch keine Arme hat, sondern komplett rund und sehr flach ist. Die meisten Exemplare werden von den Buggyfahrern kaputtgefahren, da die Sanddollar flach im Sand eingegraben leben, aber zwei lebende Exemplare fanden wir doch noch. Bei den lebenden Exemplaren ist die flache Unterseite ganz mit kleinen Füßchen besetzt, die etwas erhabene Oberseite hat ein sehr kurzes Haarkleid. Bei den „Skeletten“ zeichnet sich auf der Oberseite ein Seestern ab, die Unterseite zeigt starke Adern. Diese eigenartigen Sanddollar haben wir hier zum ersten Mal gesehen.
Auf einigen trocken gefallenen  Stellen an der Humboldt Bay sammeln die Anwohner Clams und andere Muscheln für ihre eigenen Mahlzeiten oder die Restaurants in der Nähe. Reiher, Gänse und andere Vögel suchen auf den gleichen Abschnitten ebenfalls nach Nahrung.

Klamath/Trinidad – Kalifornien

Bevor wir den Klamath River verließen, nahmen wir noch einmal einen kurzen, aber anstrengenden Ausflug auf einen Berghang am Meer auf uns. Auf Anraten der Einheimischen standen wir gegen 7 Uhr auf und fuhren gleich mit dem Fahrrad los, um Wale zu beobachten. Das soll früh morgens am Besten sein, bevor der Wind auffrischt. Langsam lichtete sich der Nebel über dem Wasser. Nach einer ganzen Weile konnte ich drei Walrücken aus dem Wasser und wieder zurück gleiten sehen. Die Grauwale ziehen hier um diese Jahreszeit nach Norden bis nach Alaska, nachdem sie den Winter an der warmen Baja California verbracht und ihre Jungen zur Welt gebracht haben. Atemfontänen der Wale kann man dagegen ab und zu einmal sehen.

im Redwoodwald

im Redwoodwald

Solch einen Wald wie am Newton B. Drury Scenic Parkway zwischen Klamath und Orick gibt es nur einmal auf der Welt. Vor allem am Big Tree Wayside mutet der Wald so geheimnisvoll an, dass man wunderbar gruselige Märchenfilme darin drehen könnte. Hier stehen die Redwoodbäume in einer noch größeren Dichte als bisher. Zudem gibt es auf Schritt und Tritt andere Erscheinungsformen: dick, dünn, gewaltig, umgefallen, übereinander wachsend, vom Blitz getroffen, Kathedralen und vieles mehr. Man kann den Fotoapparat gar nicht aus der Hand legen. An jeder Ecke stößt man auf eine andere Überraschung. Das muss man gesehen haben, es ist ein verwunschener Wald.

Vorbei an einer Süßwasser- und zwei Salzwasserlagunen erreichten wir Patrick´s Point State Park. Ihr könnt mich jetzt lauthals auslachen, aber ich habe dort, nur ein Stück weiter, einen Bigfoot gesehen. Eine ziemlich große, dunkle Gestalt lief mit nach vorn hängenden Schultern und Armen und mit großen, wohl gesetzten Schritten über die Straße. Die Figur sah genauso aus, wie man Bigfoots immer darstellt. Es waren auch keine Ecken und Kanten an der Figur, die Kleidung immer verursacht. Ich hatte nur fünf seiner Schritte Zeit, ihn mir anzusehen, bevor er im Wald verschwand. Weder rechts noch links gab es auch nur einen Pfad in den Wald. Diese fünf Schritte Zeit waren zu kurz, um zum Fotoapparat zu greifen, aber lang genug, um zu erkennen, dass es kein Mensch war. Anscheinend war ich die Einzige, die ihn gesehen hat, denn Klaus war gerade damit beschäftigt, in den State Park abzubiegen. Jetzt werde ich wahrscheinlich für verrückt gehalten, aber ich weiß, was ich gesehen habe.

südliche Bucht von Trinidad

südliche Bucht von Trinidad

Trinidad ist ein schöner, kleiner Ort an der felsigen Küste. Gepflegte Häuser und Gärten, zwei Buchten mit Felsen im Wasser, dazwischen ein Berg, auf den man steigen kann. Im Marinen Laboratorium erfährt man Einiges über die nordamerikanischen und kalifornischen Meeres- und Küstenbewohner. Ein Gedenk-Leuchtturm und eine hierher geholte originale Nebelglocke wachen über die südliche Bucht, in der sich Hafenrobben aufhalten. Tafeln erinnern an die auf See Gebliebenen und auf See bestatteten Einwohner, eine Stiftung des ansässigen Civic Clubs.

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