A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “März, 2019”

Golf von Neapel

Kein Pompei, kein Herculaneum, kein Vesuv, keine Phlegräischen Felder und auch kein Sorrent. Mit einem großen Wohnmobil kann man nur um den ganzen Moloch herumfahren. Es gibt keine Plätze, die groß genug wären. Auf Empfehlung steuerten wir den Campingplatz Zeus in Pompei an. Die Anfahrt war zwar leicht, aber die Parzellen sind klein. Dafür, dass wir uns dann irgendwo hineingequetscht haben, Toilettenpapier muss man auch noch selber mitbringen, mussten wir 28,-€ pro Nacht bezahlen. Das ist doppelt soviel, wie wir auf der ganzen Rundreise jemals bezahlt haben. Es gibt zwar noch zwei einfache Parkplätze, aber für große Wohnmobile zahlt man auch 25,-€, für gar nix, nur für´s Stehen.

erster Blick auf den Vesuv

Die ganze Gegend ist Touristen-Abzock-Bereich. Überall werden organisierte Fahrten angeboten, bei denen man einiges investieren muss. Es geht aber auch anders, haben wir mitbekommen. Man geht zum Bahnhof und kann von dort zu Billigpreisen überall hinfahren. Eine Busfahrt zum Vesuv kostet pro Fahrt 3,10€. Allerdings kostet die Wandertour zum Krater hinauf 10,-€, was noch in Ordnung ist. Ohne Führer geht da gar nichts.

Die Zugfahrkarte nach Herculaneum kostet um die 2,80€. Der Eintritt ist zwar etwas günstiger, aber das Areal in Herculaneum ist klein. Dafür soll es viel schöner als Pompeii sein, weil der Erhaltungszustand wesentlich besser ist.

Na ja, jedenfalls hatten wir gerade genug Gelegenheit, um die Ausgrabungsstätte Pompeii ein Stück herumzulaufen und ein paar Bilder zu machen.

eines der Stadttore von Pompei mit Vesuv

Das Zentrum den neuen Pompeii ist sehr hübsch und hell. Vor allem die Kathedrale mit dem separaten Uhrturm ist beeindruckend. Innen ist sie eine der prunkvollsten Kirchen, die wir auf der Reise gesehen haben. Ein Hingucker sind die schmalen Vertäfelungen aus grünem Marmor mit einzigartigen Mustern. Die Leute müssen echt lange gesucht haben, um solche Strukturen im Marmor zu finden.

Kathedrale des neuen Pompeii

Frustriert verließen wir am nächsten Morgen Pompeii und fanden erst wieder kurz hinter Sperlonga, ca. 20km vor Terracina, einen Parkplatz, auf dem wir Platz hatten und übernachten konnten. Bis dahin ist nichts zu wollen. Die Via Domiziana, wie die Küstenstraße entlang der Riviera Di Ulisse heißt, verläuft entlang einer wunderschönen Küste mit steilen Abhängen und Stränden dazwischen.

Riviera di Ulisse

Die Altstadt Sperlongas thront wieder auf einer Felsnase hoch über dem kleinen Hafen. Auf der Spitze steht der Torre Truglia, der durch eine Brücke mit der Altstadt verbunden ist.

Torre Truglia

Die Gassen bestehen fast alle nur aus Treppen und werden oft von Bögen überspannt. Nette kleine Ecken findet man überall. Von der halb umlaufenden Terrasse kann man die Küste entlang und über Hafen und Strände blicken.

Gasse in der Altstadt von Sperlonga

Salerno und Amalfi

Salerno wollten wir als Ausgangspunkt für einen Ausflug entlang der Amalfiküste nehmen. Als wir Salerno besuchten, spielte das Wetter nicht mit, es regnete. Einen kurzen Stadtbummel ließen wir uns durch die Hauptstadt der Provinz Salerno in Kampanien nicht nehmen. Es ist zwar nur eine von vielen italienischen Städten, aber die Altstadt und die Promenade laden zum Bummeln und Shoppen ein.

Shoppingmeile von Salerno

Gerade ist Faschingszeit und am Faschingsdienstag kamen wir zu einem kleinen Umzug durch den Vorort Pontecagnano zurecht. Es waren nicht viele Wagen und keine extra Fußgruppen, aber es ging echt italienisch sehr laut und bunt her.

Faschingsumzug

An der Küstenstraße etwas weiter nach Süden, in Battipaglia, fiel uns ein schickes Gutshaus auf, dass ziemlich alleine inmitten von Wiesen steht. Es ist die Mozarella-Farm „Tenuta Doria“, die schon seit dem Jahre 1927 existiert. Die Büffel sind im Winter irgendwo im Stall. Sie werden erst im April wieder auf die Wiese gelassen, wo sie von den Besuchern gesehen werden können. Käse wird aber das ganze Jahr über verkauft. Es sind verschiedene Käsesorten aus Büffelmilch, vom Frischkäse über Mozarella und Schnittkäse bis hin zu geräuchertem Käse.

Mozarella-Farm „Tenuta Doria“

Das Hauptziel blieb jedoch die Amalfiküste (UNESCO-Weltkulturerbe), der wir schon lange entgegengefiebert haben. Wir hatten gerade einen sehr schönen Frühlingstag erwischt, und die meisten Leute hatten wegen Aschermittwoch frei. Deshalb war der Betrieb in den Straßen groß. Die Küstenstraße an der Amalfiküste gehört zu den schönsten Straßen der Welt. Das können wir nur bestätigen. Man kann sie aber nur genießen, wenn man gefahren wird. Selbst zu fahren ist sehr anstrengend, denn es geht keine zehn Meter geradeaus. Eine Kurve oder Biegung folgt auf die nächste und viele Italiener fahren, als wären sie alleine unterwegs. Ständig kommt einem jemand auf der eigenen Spur um die Ecke entgegen. Zudem ist es sehr eng.

Küstenstraße nach Amalfi

Dafür sind die Ortschaften, die an der Straße liegen und sich in größeren Buchten mit Sandstränden die Berghänge hinauf ziehen, sehr schön. Dazwischen sind viele Abschnitte felsige Steilküste mit kleinen Buchten und Stränden, die tief unterhalb der Küstenstraße liegen. Immer wieder bieten sich unterwegs schöne Ausblicke auf die Küste und das blaue Wasser, die man eher auf der Fahrt zurück nach Salerno genießen sollte. Die Parkbuchten sind klein und immer auf der Wasserseite zu finden.

viele Orte säumen die Straße

Leider ist man als Tourist mit eigenem Auto nicht so gern gesehen, denn Parkplätze sind echt Mangelware, was dem naturgegebenen Platzmangel zu schulden ist. Die allermeisten Parkplätze am Straßenrand sind für Anwohner oder Hotelgäste reserviert. Alle anderen Parkplätze sind hoffnungslos überfüllt. So konnten wir uns die Orte wie Maiori und andere nicht weiter ansehen.

In Amalfi angekommen, wird man zum Parkplatz am Hafen dirigiert. Dumm nur, wenn man mittwochs kommt und Markttag ist. Dann ist der einzige Parkplatz der Stadt mit Marktständen belegt. Also wieder zurück durch das Gewühl zum Parkhaus „Lunarossa“ am Ortseingang von Amalfi. Dort wird man vor der Schranke angehalten und alle Passagiere müssen aussteigen. Nur der Fahrer darf das Auto im Parkhaus abstellen. Also wartete ich, bis Klaus irgendwann aus den Tiefen des Parkhauses wieder auftauchte. Ein großer und langer Tunnel führt nach unten irgendwohin, den immer wieder Leute herauf kamen. Klaus kam dann aber doch aus der nahegelegenen Tür in der Wand. Parkgebühr sind 2,-€ pro Stunde.

Ortseingang Amalfi

Nun spazierten wir ca. hundert Meter an der Küste zurück nach Amalfi, das wunderschön liegt und mit verschiedenen baulichen Details für Neugier bei den Besuchern sorgt. Der Stadtstrand liegt jetzt verlassen, daran schließt sich ein kleiner Hafen an, von dem Boote starten, entweder an der Amalfiküste entlang oder gleich zur berühmten Insel Capri. Zu dieser Jahreszeit gibt es nur drei Abfahrtszeiten zur Insel.

Blick auf Amalfi

Wir bogen in die Gassen der Altstadt ab und verloren uns teilweise in der waschechten arabischen Medina. So enge und verschlungene Gassen, fast alle treppenförmig, haben wir auf all unseren Reisen in arabische Städte jedoch nicht gesehen. Die erste Gasse, der wir folgten, führte uns zur Kathedrale. Der schmale Gewölbegang führt um mehrere Ecken und durch mehrere Tore, bis sich der große Platz vor der Kathedrale öffnet.

hier geht´s zur Kathedrale

Die Kathedrale von Amalfi ist wunderschön. Sie wurde im 10. Jahrhundert errichtet und seither mehrfach erweitert und umgestaltet. Eine große Freitreppe führt zum Haupteingang.

Kathedrale Amalfi

Auf dem Weg zur Kathedrale fanden wir dann den Ausgang des langen Tunnels vom Parkhaus. Er ist der Verbindungsweg in die Stadt. So muss man nicht außen herum laufen.

Entlang der verkehrsberuhigten Hauptstraße Via Lorenzo D´Amalfi reihen sich Geschäfte und Kneipen. Die vielen Bögen, die die Häuser miteinander verbinden, sind auffallend. Manche von denen tragen selbst Häuser. Das haben wir schon in vielen italienischen Städten gesehen. Dienen sie der Stabilität bei Erdbeben?

verkehrsberuhigte Zone

Ständig zweigen enge Gassen rechts und links ab, Treppen, die zu Hotels, Geschäften oder nur zu Wohnungen führen. Die Gassen sind oft kaum breiter als die Schultern eines Menschen.

eine nette breitere Gasse

An vielen Stellen sind an den Häuserfassaden Fliesenbilder angebracht, die von der Geschichte Amalfis erzählen. Die meisten Häuser sind weiß, auch ungewöhnlich für italienische Verhältnisse.
Man mag sich gar nicht wieder lösen und in die Wirklichkeit zurückkehren. Amalfi nimmt seine Besucher quasi gefangen.

Panorama von Amalfi

Der Ursprung Amalfis ist nicht belegt, aber im 9. Jahrhundert stieg die Stadt zur ersten Seerepublik auf dem heutigen italienischen Gebiet auf, so wie später z.B. Genua oder Venedig. Sarazenen und Normannen hinterließen ihre Spuren, z.B. in Form von Beobachtungstürmen. Der Handel erlebte mehrere Höhen und Tiefen, bis ein Tsunami Ende November 1343 einen Teil Amalfis im Meer versinken ließ. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war die Stadt nur per Seeweg zu erreichen. Erst ab dieser Zeit erwachte Amalfi aus seinem Dornröschenschlaf, dank einzelner Künstler, die die Schönheit der Amalfiküste für sich entdeckten. Seit der Mitte des 20. Jahrhunderts legte der Tourismus massiv zu, der bis heute boomt.

Sarazenen-Turm

Ein Tag ist definitiv zu wenig, um die Amalfiküste kennenzulernen, dafür braucht man einfach zu lange, um vorwärts zu kommen. So haben wir es auch nicht mehr bis zur Künstlerstadt Positano geschafft, die ebenfalls sehr schön sein soll.

Die Amalfiküste ist Zitronenland, Limoncelloland. In fast jeder kleinen Ecke wurden Terrassen angelegt, auf denen Zitronenbäume wachsen. Um diese Jahreszeit sind sie mit Gewebeplanen abgedeckt, um sie vor den kalten Winden zu schützen. Wo doch ein paar Bäume frei stehen, leuchten die gelben Früchte mit der Sonne um die Wette. Jetzt sind sie erst richtig reif. Als wir im Dezember ankamen, begannen die Zitronen gerade zu reifen, waren meist noch grün. Da bekommt man Appetit, die sind richtig lecker.

Auf dem Rückweg nach Salerno ist die Bergkette der Apenninen zu sehen, die sich hinter der Küste in einigem Abstand erhebt. Einige der Berggipfel sind immer noch schneebedeckt, so ab 1900 Metern Höhe.

Da wir in Salerno keinen Stellplatz gefunden haben, verbringen wir die Nächte auf dem Camping „Lido di Salerno“, ca. 10km südlich der Stadt. Der ACSI-Platz liegt direkt am Strand von Pontecagnano Faiano. Jeden Morgen kommen einige Sulki-Fahrer den Strand entlang, um ihre Pferde zu trainieren. Die Amalfiküste ist zwar in Sichtweite, aber meist im Dunst verschwunden. Dafür sind die Sonnenuntergänge super.

tägliches Pferdetraining am Strand

Lampascioni

Wie schlecht muss es uns gehen, wenn wir schon Blumenzwiebeln essen? So, wie die Dinger im Supermarkt liegen, zwar in der Gemüseabteilung, waren wir der Meinung, die gehören in die Erde.

So liegen die Blumenzwiebelsn im Supermarkt.

Jetzt, am Ende unserer Italien/Sizilien-Rundreise ließen diese Zwiebeln Klaus doch keine Ruhe mehr und er machte sich im Internet schlau. Fast hätten wir die Spezialität Süditaliens verpasst, kam dabei heraus.

Aus diesen unscheinbaren Zwiebeln wachsen normalerweise Schopfige Traubenhyazinthen, sehr schön anzusehen. In Süditalien werden sie jedoch gegessen. Es bedarf einiger Vorarbeit, um sie für die Küche zu verwenden. Die gekauften Zwiebeln abwaschen und eine Nacht lang wässern, um einen Teil der Bitterstoffe abzubauen. Am nächsten Morgen die Wurzeln und Triebe der Zwiebeln abschneiden, Schale entfernen, ½ Stunde köcheln. Nun sind sie küchenfertig und haben eine leicht rosa Farbe. Nach dem Abkühlen oben kreuzweise einschneiden, das gibt nach der Zubereitung ein schönes Bild auf dem Teller.

Lampascioni im Ofen gebacken, mit viel Olivenöl

Nun können sie nach Belieben zubereitet werden: wie normales Gemüse als Beilage, frittieren oder überbacken, beides evtl. mit Panade. Eine andere Möglichkeit ist das Einlegen. Dafür gibt man die küchenfertigen Zwiebeln in ein sauberes Glas, zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch, Salz, Paprika, Minze, Essig und/oder Kräutern. Zuletzt mit Olivenöl auffüllen.

in Olivenöl eingelegt

Keine Ahnung, wie lange das dann stehen kann. Am besten alsbald verbrauchen, denn ist viel zu schade zum Aufheben. Die Zwiebeln sind mit ihrem feinen Geschmack und einer etwas bitteren Note sehr lecker und eine unerwartete Bereicherung.

Scalea

Zuerst dieses: Wir hatten vom Ausbruch des Ätna an Weihnachten 2018 berichtet. Inzwischen haben wir erfahren, dass dieser Ausbruch mehr oder weniger intensiv immer noch andauert. Leichte Ascheregen, Erdbeben rund um den Vulkan und die zeitweilige Schließung des Flughafens in Catania sind die Folge. Schade, dass wir den Ätna von Norden aus nicht noch einmal sehen konnten. Ich hatte es gehofft, aber die Gebirge nördlich des Ätna lassen keine Blicke auf den Vulkan zu.

Nun sind wir aber schon wieder auf dem Weg nach Norden, an der Westküste Italiens entlang. Auf Sizilien ist die Natur definitv grüner und bunter, nur mal nebenbei bemerkt.
Immer wieder sind Ruinen alter Städte oder Kastells auf den Bergspitzen nahe der ss18, die wir an der Küste entlang fahren, zu sehen.

Ruinen irgendwo zwischen Falerna und Scalea

Die nächsten paar Nächte verbringen wir auf dem Womo-Stellplatz Zio Tom in Scalea. Wir sind zusammen mit einem schwedischen Paar allein auf dem großen Platz direkt am Strand. Die Gegend ist flach, aber die Berge sind in greifbarer Nähe. Auf den Bergspitzen ab 1500m liegt Schnee. Endlich hatten wir einen richtig schönen Frühlingstag mit einer warmen leichten Brise und blauem Himmel.

Womo-Stellplatz Zio Tom in Scalea

Wie wir erfuhren, war hier am 24. Februar, als wir gerade am Strand von Milazzo standen, wettermäßig die Hölle los. Zu diesem Zeitpunkt hatte es in Griechenland und sogar auf den Ägäischen Inseln zwei Meter Schnee gegeben. In Milazzo lag morgens bis auf 200m herunter Schnee und es hatte ein starker Wind mit Stärke 7 geweht. In Scalea gab es Sturm mit Böen über 100km/h und das Meer trat über den Strand und überschwemmte die angrenzenden Gebiete. Ein deutscher Dauercamper auf dem Zio Tom Platz berichtete, dass sein Wohnwagen einen halben Meter unter Wasser stand und später vom Sturm auch noch umgekippt wurde. Auf dem Nachbarplatz liegen zwei weitere umgewehte Wohnwagen, die Openair-Waschbecken wurden mitsamt der Holzwand aus der Verankerung gerissen. Einen Kilometer die Straße nach Süden liegt die Überdachungskonstruktion eines Schwimmbeckens zusammengefallen da. Das sind so die offensichtlichsten Schäden in Scalea. Im Internet las ich, dass es in Malta bei diesem Mittelmeertief sogar lebende Fische vom Himmel regnete. Da hat es wohl irgendwo eine Wasserhose gegeben. Als wir das hörten, mussten wir an den letzten Herbst denken, als in Norditalien das große Unwetter tobte und z.B. den Hafen von Genua verwüstete sowie vielerorts für Überschwemmungen sorgte. Damals waren wir an der Ostküste nach Süden unterwegs und bekamen nur die Ausläufer wie starken Wind und Regen zu spüren, so wie dieses Mal. Drei Kreuze, da sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen.

Sturmschaden vom 24.02.2019

Ein Besuch der kleinen Stadt Diamante, auf einem Felsvorsprung gelegen, ist lohnenswert. Schon auf der Herfahrt aus Süden sahen wir das schöne Bild mit der Bogenbrücke und der hoch aufragenden Stadtkulisse. Auffällig sind die vielen gemalten Bilder an den Häuserfassaden der Stadt. Sie entstanden im Jahre 1981. Viele lokale Künstler beteiligten sich an der Aktion. Später kamen die Texte auf den Bildern dazu. Die meisten der Bilder werden in Schuss gehalten, manche verblassen langsam.

eines der Hauswand-Bilder in Diamante

Die zweite Auffälligkeit sind die Chilischoten, die überall als Werbung aufgestellt sind. Es wird sogar seit 1992 jedes Jahr Anfang September ein Chili-Festival veranstaltet, welches an die Einführung der scharfen Schote in Europa und Kalabrien erinnert. Am Straßenrand stand ein Kleinbauer, der getrocknete Chilis im Zopf verkaufte. Es war das erste Mal, das wir auf solch ein Angebot auf dieser Reise stießen. Für 3,-€ kauften wir ihm einen großen Chili-Zopf ab, dazu schenkte er uns einen kleineren zweiten.

Mitbringsel aus Diamante – Chilizopf

Man sollte also ganz in Ruhe einmal durch die engen Gassen der Altstadt, die sich einen kleinen Berg hinaufzieht, schlendern. Wie überall, in solchen alten Städten, thront eine Kirche auf dem höchsten Punkt.

Ansicht von Diamantes Altstadt

Anschließend geht man die schöne Promenade an der Küste entlang, die genügend Plätze zum Verweilen anbietet. Am südlichen Ende schweift der Blick dann über die angrenzenden Strände und Berge. Es ist wirklich hübsch in Diamante.

Promenade von Diamante

Wer sich für Geschichte interessiert, der ist bei Cirella richtig. Schon die Neandertaler lebten in dieser Gegend und jagten Mammuts, was Funde beweisen. Einige Infotafeln berichten von den Funden und dem Leben über Jahrtausende, aber leider nur auf italienisch.

Ureinwohner von Cirella

Zu griechischen Zeiten kreuzten die großen römischen Galeeren an dieser Küste entlang, um das Gebiet zurück zu erobern.
Die Reste der mittelalterlichen Stadt Cirella Vecchia auf der Bergkuppe, die im 10. Jahrhundert aufgebaut wurde, ist nicht zu übersehen. Der Zugang ist zwar offiziell verboten, aber es hindert auch niemand am Zugang. Man muss nur aufpassen, wo man seine Schritte hinsetzt. Viele Mauern stehen noch, es ist ein Kamin zu entdecken, die Reste einer Kirche oder des Kastells. Bis vor 200 Jahren sollen hier noch Menschen gelebt haben.

das alte Cirella

Zum Komplex gehören auch ein Amphitheater, welches heute noch genutzt wird, und eine Klosterruine mit herrlichem Blick über die Bucht nach Scalea und die angrenzende Berglandschaft. Beides ist jedoch im Winter geschlossen.

Scalea liegt an der Riviera del Cedri, der Küste der Zitronatzitronen. Zweimal im Jahr soll diese Zitronenart geerntet werden können. Jetzt ist die Zeit gerade vorbei. Ein kleines Cedri-Museum in einem ehemaligen Palazzo, und ein Chili-Museum geben Auskunft über die beiden Spezialitäten der Gegend. Sie befinden sich zwischen Scalea und Diamante etwas landeinwärts.

Im 16. Jahrhundert Palazzo, im 19. Jahrhundert Zuckerfabrik, heute Cedri-Museum.

Eine andere Sehenswürdigkeit ist der Torre Talao. Er sticht unter all den bisher gesehenen Verteidigungstürmen hervor. Die Aragonesen errichteten diesen massiven Turm im 16. Jahrhundert. Am Fuße des Turmes steht ein kleines Infohäuschen. Dort kann man sich zum Turm informieren und sich einer Führung anschließen, gegen eine Spende. Von der Terrasse des Turmes aus soll man einen tollen Blick über die Strände der Küste und das Hinterland haben.

Torre Talao

Inzwischen habe ich zwei weitere sizilianische Spezialitäten probiert: knuspriger Pansen und sizilianische Cassata, eine Süßspeise.

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