A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “USA/Kanada”

White Sands – New Mexico

am Rande des Tularosabeckens

am Rande des
Tularosabeckens

White Sands bezeichnet viele Dinge, die zwischen den San Andres und Sacramento Mountains im Tularosa Becken liegen. Fast alles davon gehört zur White Sands Missile Range, einem aktiven Testgelände für Raketen, Bomben und Lasertechnik, das seit 1949 besteht und das größte militärische Testgelände Amerikas ist. Zwei mal in der Woche wird die Straße ein bis zwei Stunden für den öffentlichen Verkehr gesperrt, immer dann, wenn Tests durchgeführt werden.Überhaupt dreht sich in dem Gebiet zwischen Las Cruces und Alamogordo alles um Weltraum- und Raketentechnik. Den neuen Weltraumbahnhof für Touristen nördlich von Las Cruces kann man allerdings nur nach Absprache besuchen. Wir hatten im Fernsehen einmal einen Bericht über den Spaceport America gesehen. Von hier aus sollen Flüge in den Orbit mit einer neuen Generation von Flugzeugen für jedermann möglich sein, der so um die 250.000,-Euro übrig hat. Das ist doch glatt ein Schnäppchen.
Das Testgelände für die erste Atombombe, Trinity Site, liegt im Norden der Range.

White Sands Missile Museum

White Sands
Missile Museum

Das Missile Museum der White Sands Missile Range war sogar für uns als Ausländer zugänglich. Von der A4 (V2) Wernher von Brauns über viele andere Exponate wird hier die Weiterentwicklung der militärischen Raketentechnik dargestellt. So ist auch die Fat Man Atombombe, die auf Nagasaki abgeworfen wurde, zu besichtigen. Sie war nach Little Boy, die auf Hiroshima niederging, die zweite Atombombe, die in der Kriegsführung eingesetzt wurde.
1945 wurden im Rahmen der Operation Paperclip deutsche Wissenschaftler und Techniker, die mit der Entwicklung der Raketentechnik zu tun hatten, hierher gebracht. Sie waren unter der Führung von Wernher von Braun maßgeblich an der Weiterentwicklung der zivilen und militärischen Raketentechnik der USA beteiligt. Wir durften sogar fotografieren, jedoch keine Anlagen und Gebäude.

White Sands National Monument

White Sands
National Monument

Weswegen wir jedoch hauptsächlich in diese Gegend kamen, ist das White Sands National Monument. Auf 275 Quadratmeilen breiten sich gleißend weiße Gipsdünen aus. Es ist das größte Gipsdünenfeld der Welt. Nur wenige Pflanzenarten wie die Soaptree Yuccas oder das Reisgras wachsen schnell genug, um gegen die ständige Bewegung der Dünen, die die starken Winde der Region verursachen, zu bestehen. Die wenigen kleinen Tiere, die in den Dünen leben können wie Füchse, Kaninchen oder Eidechsen, haben sich der Farbe der Dünen angepasst. Sie alle kommen meist nur nachts hervor, wenn die Sonne nicht mehr so brennt.

wir mittendrin

wir mittendrin

Gips ist nur sehr selten in Form von Sand zu finden. Regen und Schnee spülen seit etwa zehntausend Jahren die Gipspartikel aus den umliegenden Bergen in das Tularosa Basin. Damals senkte sich das Gebiet des Beckens und legte die in Millionen von Jahren abgelagerten Gipsschichten frei. Einen anderen Zufluss gibt es nicht. Wenn die Nässe verdunstet ist, bleibt der Sand übrig. In den ganz tief gelegenen Gebieten wie dem Lake Luzero und in den Alkali Flats entstehen durch die länger vorhandene Feuchtigkeit Selenitkristalle, die bis zu 90cm lang werden können. Diese zerfallen dann irgendwann ebenfalls zu Sand. So bauen sich die Dünen auf. Warum der Gipssand nicht weggeweht wird? Durch die Eigenschaften des Gips kann sich das Grundwasser bis knapp unter die Oberfläche halten. So ist die Konsistenz der Dünen recht fest. Nur die ausgedörrte Oberfläche kann dann von den Winden weggetragen werden, die dann schon 17 Meilen in der Stunde erreichen müssen. Wenn es regnet, ist auch die Oberfläche vor den Winden geschützt.
Es ist jedenfalls ein unglaubliches Erlebnis, sich mitten in den schneeweißen Dünen zu befinden und den Trails zu folgen oder Picknick zu machen.

Pistanzienranch

Pistanzienranch

Nördlich von Alamogordo befinden sich zwei Pistazienfarmen. Diese gehören zu den drei Gebieten, in denen in ganz Amerika überhaupt Pistazienbäume kultiviert werden. Eines liegt im Sacramento Valley, ein Winziges bei Tuscon und das dritte Anbaugebiet befindet sich im Großraum El Paso, zu dem auch Alamogordo gehört. Das PistachioLand wirbt mit der größten Pistazie der Welt, zu der zwei Farmen gehören: die McGinn´s Pistachio Tree Ranch und die Eagle Ranch, die zweimal am Tag kostenlose Führungen durch den Betrieb anbietet. Jedenfalls findet man hier Pistazien in vielen Geschmacksrichtungen. Neben Pistazien wird auch Wein aus der Umgebung angeboten, Gratisverkostungen inklusive.

Hummingbird

Hummingbird

Der Edgington RV Park hat einen schönen Teich angelegt, in dem einige große Fische leben, was Klaus freute. Mich begeisterten die zwei Hummingbirds, die sich den ganzen Tag schwirrend über dem Teich und seiner Umgebung aufhalten. Ihr Flug gleicht dem des Taubenschwänzchens, jene auffälligen Falter, die sich in sehr warmen Sommern inzwischen auch in Deutschland aufhalten. Die Hummingbirds kennen kaum Ruhe, deshalb ist es äußerst schwer, sie vor die Linse zu bekommen. Geduld wird aber belohnt, meistens jedenfalls. Woher nehmen sie nur all diese Energie?

Entschuldigung für die Form der Artikel

Liebe Leser unseres Blogs,

Ihr habt sicher schon mitbekommen, dass an der Form unserer Artikel einiges nicht stimmt. Soviel Mühe ich mir auch gebe, ein vernünftiges Bild hinzubekommen, es funktioniert einfach nicht. Das liegt aber nicht an uns, sondern an dem WordPressformat, welches immer wieder Schwierigkeiten hat, die Texte und Bilder so zu übernehmen, wie wir sie eingestellt haben. Ich hoffe trotzdem, dass Ihr uns treu bleibt und dass Wordpress die Probleme irgendwann in den Griff bekommt.
Seid alle ganz lieb gegrüßt von uns A+K Weltenbummler

Las Cruces – New Mexico

Am Rio Grande

Am Rio Grande

In Las Cruces trafen wir den Rio Grande wieder. In Albuquerque führte er noch etwas Wasser, in Las Cruces ist er trocken, nur Sand. Schwalben brüten gerade an der Brücke, die sich über den Rio Grande spannt. Die Trockenheit wird immer schlimmer, bestätigen uns immer wieder Leute, die wir treffen.

Unterkonstruktion der alten Holzbrücke

Unterkonstruktion der
alten Holzbrücke

Da wir Zeit haben und auf der Karte einen Hinweis zu einem Damm bei Radium Springs fanden, fuhren wir die zehn Meilen kurzerhand dorthin. Einen Damm fanden wir nicht, aber eine alte Holzbrücke über den Rio Grande, in dessen Bett sich stellenweise doch noch Wasser befindet. Da die Holzbrücke nicht mehr befahren werden kann, baute man einfach eine neue Brücke daneben. Die Straße nach Radium Springs säumen in vollem Grün stehende Pecan Nussbäume, die im Winter ein sehr trauriges Bild abgeben.

in Mesilla

in Mesilla

In Las Cruces selbst gibt es nicht viel zu sehen, aber ein Abstecher nach Mesilla wird sehr empfohlen, wenn man authentisch mexikanisch essen gehen möchte. Natürlich ließen wir uns die Gelegenheit nicht entgehen und fuhren nach Mesilla. Uns erwartete ein mexikanisch geprägter Ortskern mit den typischen Adobebauten, die in ganz New Mexico zu finden sind und wirklich das Auge erfreuen. Um einen Platz herum, an dessen einem Ende die Kirche steht, reihen sich kleine Boutiquen, Süßigkeitenläden und Souvenirshops. Zwei Restaurants bieten beste mexikanische Küche. Von außen sehen die Häuser winzig und nichtssagend aus, doch wenn man hineingeht, wird man von einer Pracht und Farbigkeit überrascht, die man nicht erwartet.

La Posta de Mesilla

La Posta de Mesilla

Wir entschieden uns für das La Posta de Mesilla. Mesilla war einst die größte Stadt zwischen San Diego, Kalifornien und San Antonio, Texas. Die alte Post war 150 Jahre lang ein beliebter Stop auf der berühmten Butterfield Stagecoach Line. 1939 machte eine junge, dynamische Lady ein Restaurant und Kantine daraus, welches mit vier Tischen, einem schmutzigen Boden und ohne fließendem Wasser begann. Die Dame sammelte Rezepte von den ansässigen Familien, nach denen heute noch die Speisen zubereitet werden. Authentischer geht es nicht mehr. Da wir an diesem Tag unseren 18. Hochzeitstag feierten, bestellten wir uns La Posta´s berühmte Fajitas mit gegrilltem Rind- und Geflügelfleisch, Tortillas und verschiedenen Beilagen. Zum Dessert ließen wir uns einen Cocktail bringen, den man nur im La Posta bekommt. Der Cocktail heißt Smoked Agave und ist ganz ´was Besonderes. Zutaten sind 100%iger Tequila aus der Blauen Agave, Agavennektar und Limonensaft mit einem Schuss Mescal. Der Rand des Glases wird leicht in eine Mischung aus rauchiger Grillsoße und Salz getaucht. Das Ganze ergibt dann einen mehr als außergewöhnlichen Cocktail.

Wiedersehen mit New Mexico

kurz vor Lordsburg

kurz vor Lordsburg

Das Gebiet direkt an der Grenze zu Arizona ist sehr trocken, stellenweise gibt es nur noch trockenes Gestrüpp. Ein großer ausgetrockneter See liegt bei Lordsburg in der Landschaft. Auf weiten Strecken der Interstate 10 wird vor Sandstürmen und Null Sicht gewarnt. Die Sandteufel sind hier sehr zahlreich und unvergleichlich höher. Unser erstes Ziel sollte die Geisterstadt Shakespeare sein. Wir erfuhren, dass die Stadt auf dem Gelände einer bewirtschafteten Ranch liegt, die nur an manchen Wochenenden Führungen durch das Gelände und Shakespeare durchführt. An diesem Wochenende gab es gerade keine Führung, schade.

Gerichtsgebäude in Deming

Gerichtsgebäude in Deming

Deming, früher Mimbres Junction genannt, lag an der Kreuzung der Santa Fe Railway und der Southern Pacific Railway. Später war die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für die Land- und Viehwirtschaft sowie der Minenindustrie. Noch heute spielen Handel und Gewerbe eine wichtige Rolle. Zum ziemlich weit von der Hauptstraße entfernt stehenden Gerichtsgebäude, welches 1910 gebaut wurde, führt eine zwischen zwei Fahrstreifen gelegene Baumreihe. Rechts und links säumen kleine Häuschen die Straßen.

Deming Luna Mimbres Museum

Deming Luna
Mimbres Museum

In der gleichen Straße befindet sich auch das Deming Luna Mimbres Museum. Früher einmal Wohnhaus einer reichen Familie zeigt es den Besuchern eine sehr umfangreiche Sammlung. Ausstellungsstücke vieler Bereiche füllen fast zwei Etagen, angefangen von Töpfer-, Web- und weiteren Handarbeiten der Ureinwohner, über die Ausrüstung der alten Westmänner und -frauen bis hin zu viktorianischen Esszimmereinrichtungen. Steinesammlungen, Oldtimer, Gemälde eines Kriegsgefangenen in Japan, Militaria, die Liste ist endlos. Um sich alles anzusehen, muss man schon einen ganzen Tag einplanen. Eintritt wird nicht verlangt, über eine Spende freut man sich allerdings.

Weitere historische Gebäude wie das Hotel Baker lohnen einen Spaziergang. Im August jeden Jahres kommen tausende Besucher zum größten Entenrennen der Nation mit entsprechendem Rahmenprogramm.

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Painted Rock Petroglyph Park – Arizona

 

blühender Saguaro

blühender Saguaro

Da wir uns Südarizona schon im Winter angesehen haben, gibt es jetzt nicht mehr viel, was wir besichtigen können. Bei den Temperaturen machen Besichtigungen auch nicht wirklich Spaß. Wenn man aufsteht, zeigt das Thermometer schon 27 Grad an, aus denen dann zum Nachmittag knapp 40°C werden. Abends kühlt es nur unwesentlich ab. Hilfreich ist der zum Nachmittag einsetzende Wind, der uns die Hitze noch halbwegs ertragen lässt. Touristen gibt es jetzt kaum noch in dieser Gegend. Die Wüste scheint gegenüber dem Winter noch ein wenig trockener, es gibt nicht mehr so viele Vögel und die Nächte sind sehr still. Dafür können wir jetzt die Saguarokakteen blühen sehen, was sehr hübsch ist.

Sandteufel

Sandteufel

Die auch bei uns bekannten Sandteufel, von Windhosen aufgewirbelte trockene Erde oder Sand, haben hier eine enorme Kraft. Einer dieser Wirbel hatte uns auf einer Nebenstraße erwischt und den großen Bus ganz schön durchgeschüttelt. Wenn so eine Windhose direkt neben Dir vorbeizieht, dann hört man die tobende Luft darin. Das hatten wir nicht erwartet.

Painted Rock Petroglyph Site

Painted Rock Petroglyph Site

Am Painted Rock Petroglyph Site findet man auf den Lavabrocken, die den Rest eines Vulkanes darstellen, alte Petroglyphen, die die O´odham dort hinterlassen haben. Heute kann man jedoch kaum noch erkennen, was Original ist und was die ersten Entdecker und ihre Nachfolger dort in die Lava geritzt haben. Auf vielen Brocken ist so viel eingeritzt, dass man kaum noch etwas Einzelnes erkennen kann. Mit dem Petroglyphenpark in Albuquerque ist das nicht zu vergleichen.

Jedenfalls haben wir dort gleich noch unsere letzte Nacht in der Wildnis Arizonas verbracht. Außer ein paar Tauben, kleinen Vögeln, Echsen und einem leisen Grunzen in der Nähe bei der Dämmerung war überhaupt nichts los. Das kennen wir vom Winter her anders.

Wächter über die Petroglyphen

Wächter über die Petroglyphen

verwaister Campingplatz

verwaister Campingplatz

 

 

 
 

Rinnenpaneele für solarthermisches Kraftwerk

Rinnenpaneele für
solarthermisches
Kraftwerk

Auf dem Weg zu diesem Platz steht ein großes solarthermisches Kraftwerk mit Parabolrinnen, eine sehr interessante Sache. In Marana, nordwestlich von Tuscon, standen wir vor einer Firma, die Raumfahrtlösungen anbietet und in deren Nachbarschaft Flugzeuge abgestellt sind, ähnlich dem Platz am Pima Air & Space Museum im Süden von Tuscon.

Übrigens: Während wir in Kalifornien für die Gallone Benzin um die 4,-$ hinblättern mussten, bezahlten wir in Yuma um die 3,50$ und in Tuscon 3,17$. Das ist ein ganz schöner Unterschied. Der Sprit ist allerdings nur in Kalifornien so immens teuer.

El Centro – Kalifornien

Rio Bend

Rio Bend

Es sind 35 bis 39 Grad im Schatten und das ist erst der Anfang. Jetzt verstehen wir, dass die meisten Leute, die das können, im Mai aus Südkalifornien und Südarizona verschwunden sind. So wurde uns ja im Winter in Phoenix berichtet. Auf dem Campingplatz Rio Bend gibt es so gut wie keine Gäste mehr. Auf den Memorial Day hatten wir damit gerechnet, keinen Platz mehr zu bekommen.
Weit gehen „is nich“, der Pool ist Lebensmittelpunkt, so man hat.
El Centro war nur Zwischenstation für uns, bevor wir uns wieder nach Arizona begeben. Der Ort, wie auch weite Teile um den Salton Lake liegen etwas tiefer als der Meeresspiegel. In El Centro sind es wohl gute 10 Meter.
Kalifornien ist recht teuer und irgendwie in Allem ein bisschen anders als der Rest der Vereinigten Staaten. Kalifornien hat landschaftlich alles zu bieten, was die Erde ausmacht: Meer, weite Täler, Wälder, Flüsse, hohe Berge und Wüste.

Yuma – Arizona

Imperial Sanddünen

Imperial Sanddünen

Im Artikel Death Valley-Kalifornien berichtete ich über eine einzelne Sanddüne, die wie von Geisterhand aufgeschüttet wirkte. Jetzt haben wir vielleicht die Erklärung, wie sie dorthin gekommen sein könnte. Südöstlich der Salton Sea liegen die Imperial Sanddünen, eine relativ schmale Sandwelt, die sich über 40 Meilen in der Länge erstreckt. Von hier könnte der Sand gekommen sein. Man nimmt an, dass sich die Imperial Sanddünen zu der Zeit gebildet haben, als der Lake Cahuilla (habe im Artikel Salton Sea-Kalifornien davon berichtet) fast ausgetrocknet war. So konnten die Wüstenwinde den Sand forttragen und an anderer Stelle neue Dünen formen.

Diese Imperial Sanddünen durchquerten wir auf dem Weg nach Yuma. In Yuma sollte man das Yuma Quartermaster Depot und das Yuma Territorial Prison, also das Gefängnis, besuchen. Beides liegt direkt am Colorado River, der kurz vor seiner Mündung in den Golf von Kalifornien immer noch kein Strom geworden ist.

Yuma Quartermaster Depot

Yuma Quartermaster Depot

Das Quartermaster Depot wurde in den 1860ern von der amerikanischen Armee aufgebaut, um das Material zu beschaffen, zu lagern und zu verteilen, welches von den Militärposten benötigt wurde. Es wurde per Dampfschiff von San Francisco bis hierher gebracht. Der Posten bestand damals unter anderem aus einem kleinen Hafen, Lagerhallen, Ställen für die Zugtiere, einem Wasserspeicher, dem Wohnhaus des Kommandanten mit angeschlossenen Räumen für die Bediensteten und dem Office. Heute kann man zudem noch einen der alten Eisenbahnwaggons, Planwagen, einen alten LKW und einen wunderschönen rot-gold glänzenden Ford T bewundern.

Yuma Territorial Prison

Yuma Territorial Prison

Das fast nebenan liegende Gefängnis leistete seinen Dienst 33 Jahre lang von 1876 bis 1909. 3069 Gefangene, Weiße, Mexikaner, Indianer, Menschen jeden Schlages, die aus verschiedenen Gründen von Diebstahl bis hin zu Mord einsaßen, lernten die Bedingungen dort kennen. 111 von Ihnen verließen das Gefängnis nicht lebend und sind auf dem Gefängnisfriedhof ganz in der Nähe begraben. Die Zellen sind eng, waren dicht belegt und wer nicht spurte, machte mit der Dunkelzelle Bekanntschaft. Manch ein Gefangener konnte wohl davon nicht genug bekommen. Gesichter, Namen, Geschichten, alles findet man im Museum, das nicht in einem Originalbau untergebracht ist, sondern auf dem Platz des abgebrannten Hospitals und der Messhalle aufgebaut wurde.

Zellentrakt

Zellentrakt

Das Gefängnis an sich war fortschrittlich, hatte sanitäre Einrichtungen, 1x wöchentlich Baden war Pflicht, wenn nötig auch öfters. Medizinische Versorgung gab es und sogar eine Bücherei. Im Volksmund nannte man das Gefängnis „Countryclub“. Der Beiname „Höllentor“ kommt von den klimatischen Bedingungen, unter denen die Gefangenen leben mussten. In den 33 Jahren gelang es nur zwei Gefangenen zu fliehen, die anderen wurden wieder eingefangen oder bei der Flucht erschossen. 1909 schloss man das Gefängnis und verlegte die restlichen Gefangenen nach Florence in der Nähe von Phoenix. Dann stand es leer oder wurde während der Zeit der großen Depression anderen Nutzungen unterzogen. Da es jedoch immer noch Besucher anzog, wurde das Gefängnis zum Museum.

Brücke ins Nirgendwo

Brücke ins Nirgendwo

Knapp nördlich von Yuma entdeckten wir durch Zufall die McPhauls Bridge, auch die Brücke ins Nirgendwo genannt. Diese wurde 1929 über den Gila River gespannt, hat eine sehr wechselvolle Geschichte und war das Vorbild für den Bau der Golden Gate Bridge in San Francisco. Inzwischen ist die Brücke für den Verkehr gesperrt und auch heran kommt man nicht wirklich.

 

Bewässerungskanal

Bewässerungskanal

Noch immer trotzt der Mensch der Wüste Land für seine Äcker ab. Getreide, Melonen, Futterpflanzen für die Tiere und andere Früchte werden über ein dichtes Kanalnetz bewässert, durch das Unmengen von Wasser fließt. Die Klarheit des Wassers spricht für Grundwasser. Manche Felder sind direkt überflutet. Was einmal in den Kanälen landet, ist zum großen Teil für immer verloren.

Im asiatischen Supermarkt in Los Angeles hatten wir uns recht günstig auch eine Ziegenschulter mit Bein gekauft. Nach einem Rezept aus dem Internet zubereitet, ist das ein sehr leckeres und fein schmeckendes Fleisch. Man muss eben wissen, wie man es macht.

Salton Sea – Kalifornien

Vom Lake Elsinore enttäuscht, setzten wir unsere ganze Hoffnung in die Salton Sea, einem See, der um die 45 Meilen lang, 20 Meilen breit und an drei Stellen 20 Meter tief ist. Den Joshua Tree National Park ließen wir aus, weil da nur wieder überall Berge sind. In Palm Springs, das ebenfalls an unserem Weg lag, verbringen viele Hollywoodgrößen ihre Wochenenden. Im Süden der Stadt steht ein riesiger Windräderpark, anscheinend Eigentum der hier ansässigen Indianer. Bei der Landverteilung der Weißen damals bekamen die Indianer das „wertlose“ Land zurück. Heute befinden sich die wertvollsten Dinge darauf, Hotels, Casinos und wohl eben die Windräder.

kalifornische Wassermelone

kalifornische Wassermelone

Der Salton See ist schon zu sehen, da breiten sich noch die Plantagen mit Melonen, Paprika, Wein und auch Dattelpalmen aus. Auf einem kleinen Abstecher in die Felder kam gerade ein Bauer und fragte, ob wir Melonen haben möchten. Auf unsere positive Antwort pflückte er zwei große Wassermelonen und schenkte sie uns. Beim Aufschneiden merkten wir, dass es Melonen einer uns unbekannten Art sind. Die Schnittfläche quer durch gleicht von der Optik her einer Blume und das Fruchtfleisch ist saftig und hat ein leichtes Erdbeeraroma. Die zwei Melonen reichen jedenfalls eine kleine Weile.

Salton Lake - North Shore

Salton Lake – North Shore

Der erste Kontakt mit dem Wasser des Salton See war in North Shore, wo wir ein Endzeitszenario pur vorfanden. Haufenweise tote Fische am Ufer, das Wasser stinkt, die Luft auch, der Strand besteht aus Muschelresten, Seepockenschalen und Fischgräten. Noch nie haben wir so etwas gesehen. Jemand sprach uns an und meinte auf unser Erstaunen, dass hier zu viele Abwässer eingeleitet werden. Der relativ neu aussehende Yachtclub hat noch ein Mitglied, das gerade einsam mit einem kleinen Segelbötchen auf den See fuhr. Selbst die Pelikane und Reiher stehen bedrückt am Ufer und wissen wohl, dass dies nicht normal ist. Der Ort an sich ist fast ausgestorben.

Petroglyphen der Cahuilla

Petroglyphen der Cahuilla

Im Besucherzentrum des Parks am See, der sich bis nach Bombay Beach erstreckt, erfuhren wir dann die ganze Wahrheit. Salton Sea ist der Überrest eines großen Golfs, der vom Pazifik bis hierher reichte. Vor Millionen Jahren bildete sich dann ein Damm, der die entstandene Lagune ganz vom Meer abschnitt. Der Colorado River, der damals noch den See namens Cahuilla, nach dem hier ansässigen Indianerstamm benannt, speiste und das Salzwasser gegen Süßwasser austauschte, änderte seinen Verlauf nach Süden und der See Cahuilla trocknete fast aus.

Salton Sea Freizeitareal

Salton Sea Freizeitareal

Die Salzablagerungen wurden sichtbar. Mitte des 19. Jahrhunderts bauten Minenarbeiter das Salz ab. Später entdeckten Farmer das Potential dieses Gebietes und versuchten, den See neu zu beleben. Sie pflanzten und brachten über Kanäle Wasser des Colorado River hierher. 1905 kam eine riesige Flut den Colorado River herunter und zerstörte die Barrieren, die für die Wassermengenregulierung in die Kanäle eingebaut wurden. 16 Monate rann das Wasser unaufhaltsam in den neuen See, der dadurch seine heutige Form annahm. Orte und Vergnügungsstätten entstanden um den See, Fische wurden eingesetzt. Neben drei anderen Fischarten macht der Tilapia, aus Afrika importiert, einen Großteil von 90 Millionen Exemplaren aus. Der Tilapia ist eigentlich ein Süßwasserfisch, hat sich aber im Laufe der Zeit an den inzwischen sehr hohen Salzgehalt des Salton Lake angepasst. In jüngster Vergangenheit wird der See mit Abwässern, eingespülten Düngern von den Feldern, Einschwemmungen von Sturmfluten und großen Regenfällen durch die Flüsse und Bäche und die 4 Millionen Vögel, die in jedem Winter kommen, verschmutzt. Dazu kommt, dass inzwischen mehr Wasser verdunstet als nachfließt und das Wasser so nach und nach wieder versalzt.

die Strände des Salton Lake

die Strände des Salton Lake

Die großen Fischsterben entstehen durch zwei Faktoren: zum einen durch die Algenblüte, die an heißen Tagen entsteht und dem Wasser den Sauerstoff entzieht, zum anderen sterben im Winter die empfindlichen Tilapia, wenn die Wassertemperatur unter 11°C fällt. Trotzdem kann der Fisch ohne Limit geangelt werden, denn er vermehrt sich sehr schnell. Das ist auch der Grund, warum es noch so viele Vögel wie Pelikane, Reiher und Kormorane gibt. Noch. Uns bietet sich hier ein erschreckendes Bild. Nicht nur der Strand aus Muschelresten, Seepockenschalen und Fischgräten und der Geruch in der Luft geben zu denken, sondern die Orte sind schon fast Geisterstädte, die meisten Parks sind geschlossen, alles stirbt. Es ist trocken, heiß und unwirtlich. Wenn man sich die Fische und die Vögel weg denkt, hat man eine Erde, die Niemand haben will. Das ist einfach nur entsetzlich.

Salzwasser-Tilapia

Salzwasser-Tilapia

Da die Abwässer in solch einem riesigen See nicht das akute Problem sein können, wie uns auch ein Einheimischer bestätigte, und die Einheimischen mit Begeisterung die Tilapias angeln, versuchte Klaus auch sein Glück. Bei 90 Millionen Fischen im See muss doch was zu machen sein. Nach einer knappen Stunde hatte er einige dieser leckeren Fische, behielt aber nur die drei Größten, die wir uns schön gebraten haben.
Abends fliegen zwei Ibisarten scharenweise über den See zu ihren Schlafplätzen.

Lake Elsinore – Kalifornien

Los Angeles verließen wir an den Chino Hills vorbeifahrend. Die anschließenden Santa Ana Mountains sind bekannt für ihre heißen Winde, die von dort des Öfteren über Los Angeles und dessen Umland wehen und für die rasche Ausbreitung der verheerenden Flächenbrände mit verantwortlich sind.

Lake Elsinore

Lake Elsinore

Der Lake Elsinore ist der größte natürliche See in Südkalifornien, doch außer Boot fahren kann man mit dem See nichts weiter anfangen. Ja, angeln geht auch noch, aber die Fische kann man nicht essen. Die Karpfen, die wir sahen, hingen luftschnappend an der Wasseroberfläche. Der Lake Elsinore ist vollkommen verdreckt. Schilder warnen außerdem davor, auch nur die Füße ins Wasser zu halten. Da hat man so einen schönen See vor sich und hat nichts davon. Es gibt nur einen spärlichen bis gar keinen Zufluss und keinen Abfluss. Es gibt also keinen Wasseraustausch bzw. das Wasser wird durch die Verdunstung zusehends weniger. Es gab aber auch Zeiten, als sich der See durch unheimliche Regenfälle bis zum Rand füllte, dann verschwand das Wasser wieder durch lange Trockenzeiten.

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Die Stadt Lake Elsinore, die im April 125jähriges Bestehen gefeiert hat, glänzt mit dem alten Badehaus, zu dem einmal eine heiße Quelle gehört hat, und dem alten Bahnhofsgebäude. In den späten 1790ern kamen die spanischen Entdecker hierher und nahmen den Indianern das Land weg. Später übernahmen die Amerikaner das Land und machten eine Ranch daraus. 1883 wurde die Ranch verkauft. Der neue Besitzer Franklin Heald erfüllte sich damit seinen Traum und entwickelte Pläne, aus der Ranch eine Stadt zu machen.

Auf einem der Hügel an der Nordseite steht Aimee´s Castle, das schon fast so alt wie die Stadt selbst ist. Es ist ein wunderschöner, weißer Palast mit maurischen und christlichen Gestaltungselementen, ein Herrenhaus, welches sich Aimee McPherson bauen ließ, eine Dame aus Los Angeles. Normalerweise kann das Anwesen besichtigt werden, aber im Moment haben es irgendwelche Mönche gemietet und die wollen unter sich bleiben. Zudem erfuhren wir, dass dieses Anwesen einst auch das zu Hause Johnny Weismullers gewesen sein soll. Immer wieder richteten sich unsere Blicke auf den wunderschönen Bau. Leider habe ich kein Bild davon.

 

Beitragsnavigation