A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Carrepateira

Bucht von Carrepateira

Nun geht es Richtung Norden, im Süden geht es nicht mehr weiter. Das heißt, die Heimreise hat begonnen. Auf der N268 fährt man durch eine große Heidelandschaft, ab Vila do Bispo dann immer am Rande des Naturparks Alentejo und Costa Vicentina entlang. Unbefestigte Feldwege führen hin und wieder zu Stränden, die in der Steilküste liegen.
In
Cabopino
trafen wir auf einen fahrenden Friseur. Er tourt an der südlichen Küste Portugals und Spaniens entlang und lebt dabei in seiner Trabi-Limo. Er bietet seine Dienste gegen eine Spende auf Camping- und Stellplätzen an, ein sehr netter Typ. Er empfahl uns den kostenlosen Stellplatz in Carrepateira, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Es ist einer der schönsten Stellplätze, die man finden kann. Da dieser jedoch im Naturpark liegt, ist das Übernachten offiziell nicht gestattet. Hin und wieder räumt die Polizei abends den Platz und verteilt dabei Tickets. Das letzte Mal passierte dies drei Tage vor unserer Ankunft. Die meiste Zeit werden die Wohnmobile aber geduldet.
Der Platz liegt direkt am Strand, der sich weit in eine Bucht hineinzieht. Zwischen Strand, Sanddünen und dem Stellplatz kommt ein kleiner Fluss aus den nahen Bergen. Das heißt, will man den Strand erreichen, muss man erst durch den Fluss hindurch. Der Wasserstand ist dabei von den Gezeiten abhängig. Ein trockener Pfad führt aber auch am Hang eines Hügels entlang, an dessen Ende sich ein Aussichtspunkt über die Küste und den Strand befindet. Es ist ein traumhaft schönes Plätzchen.

Praia do Amado

Vom Stellplatz aus kann man eine Art Ringstraße an der Küste fahren. Ab und zu wurden Plattformen angelegt, von denen aus man immer wieder neue Aussichten auf die abwechslungsreiche Küste und das Meer werfen kann. Verschiedene Gesteinsformationen, verschiedene Farben, Abrisse, Buchten und einzeln stehende Felsen im Wasser, die karge Vegetation, das Blau von Wasser und Himmel, alles ist einfach nur fantastisch.
Am Praia do Amado, wo sich zahlreiche Surfer tummeln, biegt die Ringstraße zurück nach Carrepateira ab.

Sagres

Steilküste bei Sagres

Eine andere, karge Landschaft bietet sich dem Besucher zwischen dem Ponta de Sagres und dem Cabo de São Vicente. Das Klima ist hier so rau, dass die Gegend baum- und strauchlos ist. Es bestehen nur kleine und geduckte Pflanzen auf dem steinigen Boden. Die Steilküste in diesem Gebiet ist grandios und erinnert uns an die Cliffs of Moher, nur dass die Felsen hier nicht so hoch sind. Zwischen dem Meeresspiegel und der oberen Felskante liegen zwischen 60 und 100 Meter. Die verschiedenen Formationen und Farben des Löß- und Kalksteins, eingebettet zwischen dem Blau des Himmels und des Meeres, lassen immer wieder staunen. Kleine ruhige Strände laden zum Baden ein, zumindest im Sommer. Manche davon sind nur mit einem Boot zu erreichen. Das Wasser des Atlantiks ist ziemlich kalt.

nautischer Kompass (?) im Fort Sagres

Am Ponta de Sagres steht eine Festung, die der Portugiese Heinrich der Seefahrer, bauen ließ. Er erneuerte und erweiterte das bestehende Fort aus dem Jahre 1573, nachdem es 1587 von dem englischen Freibeuter Francis Drake angegriffen worden war. Heinrich der Seefahrer, vom Stande eines Prinzen, fuhr selbst nie zur See, aber er hatte sich die Entdeckung eines Seeweges nach Indien und zu den Gewürzinseln auf dem Ostweg auf die Fahne geschrieben. Er wollte damit Portugal zu einer Handelsmacht aufsteigen lassen. Ganz schaffte er dies nicht, aber mit Hilfe seines Vermögens initiierte und bezahlte er viele Entdeckungsfahrten, die zu den Azoren und an der Westküste Afrikas entlang führten. Erst knapp 40 Jahre nach dem Tod Heinrichs schaffte es Vasco da Gama bis nach Indien und erfüllte somit das Vermächtnis von Heinrich.
Auf dem Gelände des Forts von Sagres ist eine Art nautischer Kompass zu sehen. Er misst 50 Meter im Durchmesser. Es ist jedoch nicht geklärt, was diese kreisrunde, in Segmente geteilte Einrichtung wirklich sein soll und wer sie geschaffen hat. Das sich im Fort eine von Heinrich dem Seefahrer gegründete Seefahrerschule befunden haben soll, ist Legende. Trotzdem starteten von Sagres aus die meisten portugiesischen Seefahrten.
Gegen ein geringes Eintrittsgeld kann man sich das rekonstruierte Fort mit einer kleinen Kirche ansehen. Ein schweres Erdbeben 1755 zerstörte die meisten ursprünglichen Gebäude.

Löcher im Felsplateau

In dem Eintrittsgeld ist nicht nur das Fort enthalten, sondern das ganze Kap, über das ein Rundweg an den Klippen entlang führt. Das Kap gehört zum Naturpark Alentejo und Costa Vicentina. Informationstafeln klären über die Felsen, Pflanzen und Vögel auf, die hier entdeckt werden können. Löcher im Kap, welche von der Oberfläche bis zur Wasserlinie reichen, in denen man das Tosen des Meeres hört, erinnerten uns an die kleine Stadt Mendocino an der Küste Kaliforniens.
Unbedingt besuchen sollte man die „Kammer des Klanges“, an der die meisten Besucher vorbeilaufen. Hohe kreisrunde Wände, die labyrinthähnlich ins Innere führen, bringen den Besucher zu einem kleinen, sehr tiefen Loch im Felsen. Die Wellen drücken die Luft über eine Grotte am Boden durch einen sehr schmalen Schacht an die Oberfläche. Das Geräusch, welches dabei entsteht, ist direkt beängstigend, zumal man in dem kleinen runden Raum fast eingeschlossen ist. Unglaubliche Kräfte sind da am Werk, dabei hatten wir nur etwa Windstärke 4.

Cabo de São Vicente

Eher unspektakulär ist dagegen das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Kontinentaleuropas. Eine Stichstraße führt zum Leuchtturm, wo Europa zu Ende ist. Der Eintritt ist frei. Der Leuchtturm ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber es gibt ein kleines Museum, einen Souvenirladen und einen kleinen Shop mit regionalen Produkten.
Vom Leuchtturm aus nach Norden kann man noch einmal auf ein wunderschönes Stück Küste blicken. Die Natur hat sich auch hier alle Mühe gegeben, ein kunstvolles Objekt zu gestalten.
Irgendwo hatten wir erfahren, dass es vor dem Leuchtturm die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ geben soll. Leider kamen wir nicht in diesen Genuss, denn es wurde nirgendwo Bratwurst verkauft.

Fischerhafen Sagres

Die Stadt Sagres ist sehr locker angelegt, wie viele portugiesische Städte, die wir bis jetzt besuchten. In dem gemütlichen Fischerhafen fahren und kommen nicht nur Fischerboote, sondern er ist auch Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten auf das Meer, um die Küste zu sehen oder Delfine und andere Meeresbewohner zu beobachten. Zwei Tauchbasen bieten ihre Dienste an. Ein Trockentauchanzug ist allerdings Voraussetzung.

Der Wohnmobilstellplatz befindet sich direkt am Fort Sagres.

Lagos

Promenade von Lagos

Der wohl schönste Abschnitt der Algarve liegt gleich westlich von Lagos. Endlich, am 7.3.2017 haben wir Kaiserwetter. Blauer Himmel und um 15 Uhr 22,6° im Schatten, 39,8° in der Sonne. Eine leichte Brise sorgt für ideale Temperaturen. Wir stehen zwei Nächte auf dem Stellplatz am Stadion von Lagos, direkt an der N125. Durch eine Erweiterung des Geländes finden inzwischen sehr viele Wohnmobile ein Plätzchen für sich. Bis in die Altstadt sind es nur knapp 2km. Man kann den Weg über die Marina nehmen, dann über die Fußgängerbrücke über den Fluss, der aus dem nahe Gebirge kommt, und schon hat man die Altstadt erreicht. In der Markthalle direkt an der Promenade wird frischer Fisch, wie der silberne Degenfisch, verkauft.
Die Promenade ist sehr schön, palmenbestanden und geräumig, mit vielen Sitzmöglichkeiten. In den Gassen der Altstadt sind neben zahlreichen Einkehrmöglichkeiten auch viele Korkgeschäfte zu finden. Die Preise sind sehr angemessen. Inzwischen sahen wir auch Schuhe, kurze Hosen und einen Bikini aus Kork. Es ist wirklich alles nutzbar. Wie es sich mit dem Sauberhalten verhält, kann ich jedoch nicht sagen.

Frühling vor der Stadtmauer von Lagos

Lagos ist von einer Stadtmauer umgeben, die mit rotem Putz versehen ist. Ab und zu wird sie von einem Beobachtungsturm unterbrochen. Der rote Putz der Stadtmauer, das frische Grün und die blühenden Obstbäume ergeben zusammen ein wunderschönes Bild.
Am Ende der Promenade steht ein kleines Fort. Von der Marina aus starten Ausflugsfahrten zu den nahegelegenen Grotten des Skulpturenparks entlang der Küste um den Leuchtturm von Lagos.
Von Lagos aus startete Heinrich der Seefahrer, ein Portugiese, mit seinen Karavellen zu Forschungsreisen rund um die Welt. Die Schiffe wurden von Werften gebaut, die in Lagos ansässig waren. Außerdem fand 1444 in Lagos der erste Sklavenmarkt Europas statt.

Skulpturenpark

Gleich der erste richtige Strand hinter Lagos, der Praia d. Dona Ana, gilt als der schönste Strand der Felsen-Algarve. Nicht zu groß wird er von tollen Felsformationen begrenzt. An der schmalen Ringstraße zum Strand stehen ein paar Hotels.
Das sehenswerteste Stück Algarve findet man jedoch am Leuchtturm, am Ponta da Piedade. Rund um die Spitze, auf der der Leuchtturm steht, begeistert die Natur mit einem Felsentheater, welches seinesgleichen sucht. Höhlen, Löcher, Brücken, Felsnadeln, unglaublich, was die Natur hier geschaffen hat. Ausgetretene Wege führen in fast jede Ecke der Bühne, von der aus man immer wieder neue und aufregende Entdeckungen macht. Ab und zu sieht man ein Ausflugsboot um die Felsen schippern.

Skulpturenpark von unten

Von unten sieht alles noch einmal ganz anders und noch gewaltiger aus, vor allem bei Ebbe. Dann liegen auch die untersten Höhlen und Grotten frei. Eine Treppe bietet die Möglichkeit auch ohne eine Bootstour das Szenario von unten zu erleben. Ich hörte auf dem Weg nach unten jemanden ausrufen: Megaschön. Das können wir nur bestätigen. Es gibt kaum etwas Schöneres auf unserer Welt, vor allem bei blauem Himmel und Sonnenschein. Man sollte sich für diesen Besuch jedoch den Nachmittag aussuchen, dann ist die Beleuchtung durch die Sonne besser.

Praia de Porto de Mós

Auch noch zu empfehlen ist ein Ausflug zum Praia de Porto de Mós, noch weiter westlich. Hier sieht die Steilküste wieder etwas anders aus. An der senkrecht abfallenden Felswand erkennt man die schräg liegenden Gesteinsschichten, was sehr dekorativ aussieht. Ein Spaziergang an der Wasserlinie unterhalb der Felswand ist ein wahres Gedicht. Natürlich kann man auch an diesem Strand in eines der beiden Lokale einkehren.

Armação de Pera

Fischerhütten am Strand

Um die Orte Porches, Silves und Carvoeiro zu besuchen, entschieden wir uns für den großen Stellplatz in Armação de Pera, für 1,50€ pro Nacht, direkt am Strand. Es war Freitag und der Platz so voll, dass wir gerade noch eine Lücke für unser Motorhome fanden.
Arma
ção de Pera ist ein reiner Touristenort, der jedoch eine schön gestaltete Promenade zu bieten hat. Der lange Strand ist besonders, denn das Ostende gehört zur Sand-Algarve, das Westende gehört zur Fels-Algarve mit ihren Steilküsten. Armação de Pera ist also der Schnittpunkt zwischen den zwei Algarveabschnitten.
Direkt vorm Stellplatz stehen kleine Fischerhütten. In ihnen verbringen die Fischer die meiste Zeit des Tages, um Netze zu flicken, sich auf den nächsten Fang vorzubereiten oder auch einem ihrer Hobbys nachzugehen. In den winzigen Abteilen der Hütten liegt die meiste Ausrüstung der einzelnen Fischer. Die Boote werden durch einen Traktor bewegt, der sie in Sekundenschnelle ins oder aus dem Wasser zieht.

Gleich einen Ort weiter, in Porches, ist ein deutscher Metzger „VILA VITA“ zu finden. Leider hat der am Montag und Dienstag Vormittag geschlossen. Wir freuten uns so auf schöne deutsche Wurst, aber wir hatten den falschen Zeitpunkt erwischt. Neben dem Laden betreibt der Inhaber auch einen Biergarten.

Silves

Silves liegt ein Stück weit im grünen und hügeligen Hinterland der Algarve und ist durchaus einen Besuch wert. Die Altstadt erhebt sich vor einem Fluss einen Hügel hinauf. Ganz oben thront eine arabische Burg. Die Mauer ist auf der Ostseite noch fast vollkommen erhalten. Direkt unterhalb steht die Kathedrale. In lauschigen Ecken der Umgebung laden Cafés oder kleine Restaurants ein. Am oberen Ende der Altstadt befindet sich ein Parkplatz mit einem schönen Blick auf die Hügel des Hinterlandes, unterbrochen von zwei Türmen der Festungsmauer.

Carvoeiro

Wieder am Meer besuchten wir Carvoeiro. Das kleine Städtchen zwängt sich in eine Lücke in der Steilküste. Rechts und links vom Strand ragen die sandigen Felsen hoch auf. Wenn man die Treppe links des Strandes erklimmt, dann hat man eine schöne Sicht auf alles von oben. Am Aussichtspunkt befindet sich eine der vielen Seefahrerkapellen an der portugiesischen Küste. Von dort aus führt ein Bretterweg immer am Rand der Steilküste entlang, mit Blick auf das unendlich weite Meer.

Praia d. Cova Redonda

Von der Schönheit der Steilküste nicht genug bekommend, steuerten wir auch noch Praia de Cova Redonda an. Das liegt gleich westlich von Armação de Pera. Auf einer Felsnase steht eine kleine Kapelle. Links davon liegt der kleine Strand Praia d. Cova Redonda mit einer kleinen Strandkneipe, auf der anderen Seite schließt sich der längere Praia d. Seniora da Rocha an. Von hier aus sieht man schon Armação.

weißer Ginster

Östlich von Armação de Pera finden die Naturliebhaber ihr Refugium. Es führen verschiedene Wege durch die weite Dünenlandschaft.

Olhão – Faro

üppiges Grün überall

üppiges Grün überall

Hier in Portugal herrscht inzwischen der richtige Frühling. Es ist zwar im Süden Spaniens und Portugals im Winter irgendwie immer grün, aber jetzt erfreuen saftiges und dichtes Gras, rapsfarben blühende Kleeteppiche, Obstbaumblüten und erste Bäume mit frischem Laub das Auge. Nichts erinnert an die von der Sonne verbrannte Landschaft im Sommer und Herbst.
Übrigens liegt Portugal in einer anderen Zeitzone, womit wir eine Stunde hinter der deutschen Zeit liegen.

Rohmaterial Kork

Rohmaterial Kork

Olhão kann Ausgangspunkt für viele Unternehmungen sein. Ein Mitwohnmobilist gab uns den Tipp, die Korkfabrik in São Bras de Alportel zu besuchen. In Tavira bewunderten wir in einem Laden Hüte, Taschen und sogar einen Regenschirm, die aus Kork hergestellt sind. Unglaublich, dass man Regenschirme aus Kork herstellen kann. Umso gespannter waren wir auf die Korkfabrik. In der Touristinformation von São Bras de Alportel fanden wir einen Prospekt, der uns zur Fabrik Francisco Carrusco führte. Nichts weist dort auf Führungen hin und so schauten wir uns einfach selbst auf dem Gelände um, bis uns jemand fragte, ob wir eine Führung wollten. Für 10,-€ pro Person bekamen wir eine sehr interessante Privatführung durch die Fabrik. Das ist nicht der normale Ablauf. Eigentlich beginnen die Führungen im Korkmuseum der Stadt und beinhaltet das Museum, die Korkeichenplantage und die Fabrik. Das kostet dann allerdings 19,-€. Wir waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Korkverarbeitung

Korkverarbeitung

Ich will hier nicht alles wiedergeben, was wir bei der Führung gehört haben, dass kann man sicher im Internet nachlesen. Nur ein paar Eckdaten: der Händler kauft praktisch die Katze im Sack, weil der Kork noch am Baum ist, wenn gekauft wird. Die Qualität zeigt sich erst in der Fabrik und noch eindeutiger bei der Verarbeitung. Der Kork wird nach der Ernte 6-8 Monate gelagert, dann 1 Stunde bei 100 Grad gekocht, um Insekten und andere Verunreinigungen zu entfernen, 4 Wochen im Außenbereich gelagert, noch einmal unter denselben Bedingungen gekocht und im Innenbereich gelagert und getrocknet. Dabei verflacht sich das Material. Zum Weiterverkauf werden Pakete gepackt. Je nach deren Qualität kostet solch ein Paket zwischen 90,- (70 kg) und 700,- Euro.
Was in der Fabrik weiterverarbeitet wird, wird bearbeitet und wieder sortiert. Am Ende liegen mindestens 10 verschiedene Qualitäten in der Halle, die zu Furnier, Korken oder Kunstwerk verarbeitet werden.
Es gibt nichts, was nicht aus Kork hergestellt werden kann. Am Ende der Führung zeigte die Dame uns eine Mustermappe. Durch Beschichtungen der hauchfein geschnittenen Korkplatten, z.B. aus Plastik oder Textil, werden der Korkverwendung keine Grenzen gesetzt. Wenn man die Löcher von Korkblöcken mit Glitter oder was auch immer ausfüllt, ergeben sich die unglaublichsten Muster für Taschen, Etuis und was auch immer, sogar Tapeten sind möglich.
Aus den Eicheln der Korkeichen werden unter anderem Liköre hergestellt. Man sollte sich eine Führung durch eine Korkfabrik wirklich nicht entgehen lassen.

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

Wer lieber Natur mag, dem ist der Ria Formosa (übersetzt: schönes Haff) Naturpark empfohlen, der sich von Olhão bis nach Faro erstreckt. Der Park beinhaltet Kiefernwälder, Dünen und Salzwiesen, die Heimat für zahlreiche Vogelarten sowie Kinderstube für verschiedene Fischarten sind. In dem Parkabschnitt Olhão ist ein Rundweg angelegt, der zirka 3km lang ist. Auf vielen Informationstafeln erfährt der Besucher etwas über Flora, Fauna und von Menschen gebauten Anlagen. Sogar Reste einer römischen Anlage aus dem 1. Jahrhundert, in der Garum hergestellt wurde, sind zu bestaunen.
Unser größtes Interesse galt allerdings den Chamäleons, ca. 10-15cm lang, aber keines ließ sich sehen. Die Meister der Tarntechnik sollen sich hauptsächlich auf kleinen Kiefern aufhalten, aber so sehr wir viele Bäume untersuchten, wir konnten nicht ein Chamäleon entdecken.
Eine weitere Besonderheit des Ria Formosa Parks ist die Gezeitenmühle aus dem Jahre 1885. Gezeitenmühlen sind in Portugal jedoch schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Mit Hilfe des Gezeitenstromes trieben kleine Turbinenräder Mahlsteine an, die Korn zu Mehl mahlten.
Zwei bis drei Stunden sollte man schon einplanen, wenn man sich alles ansehen möchte, was der Park zu bieten hat.

Kathedralenplatz in Faro

Kathedralenplatz in Faro

Vom Zentrum Olhãos aus fahren Boote zu den vorgelagerten Inseln, die ebenfalls zum Ria Formosa-Gebiet gehören.
Faro ist natürlich auch einen Besuch wert. Die Innenstadt glänzt durch sehr viele kleine Plätze und die Gassen sind auch nicht so eng wie anderswo, selbst in der Altstadt.
Am Hafen werden verschiedene Rundfahrten zu mehreren Inseln und durch den Naturpark angeboten.

Gezeitenstrom

Gezeitenstrom

Ein anderer interessanter Ausflug ist eine Fahrt auf die Ilha do Ancão. Hinter der Brücke, die auf die Insel führt, hielten wir uns links und fuhren soweit es möglich war, bis an das Ende des Ortes. Danach spazierten wir auf der linken Seite der Landzunge am Wasser entlang, vorbei an einfachsten Fischerhäusern. Die Hauteinnahmequelle sind Muscheln, die in Massen im Bodden gesammelt werden. Es gibt aber auch kleine Muschelzuchten. Wer es schafft, bis ans Ende der Landzunge zu laufen, der steht an einem wunderschönen Ort, vor allem bei Sonnenschein und Flut. Schon aus 500m Entfernung hört man die einlaufende Flut, zu sehen ist sie schon viel weiter vorher. Es tritt dabei eine unglaubliche Strömung auf. Der Einlass ist nicht breit und dahinter beginnt die Ilha de Barreta. Auf beiden Seiten des Einlasses gibt es nur noch Sanddünen und Sandstrand, sonst nichts, dazwischen die Flutwellen, die sich gegen das Wasser des Boddens stemmen. Dieses Bild erinnerte uns gleich an die Landzunge von Skågen im Norden Dänemarks, auch wenn das Szenario dort einiges größer ist.
Übernachtet haben wir auf dem kleinen
aber netten Stellplatz Canto do Sol Quelfes, am Nordrand von Olhão.
In den 10.-€ Gebühr sind der komplette Service inkl. WIFI und Waschmaschine enthalten.

Tavira

Grenze Spanien-Portugal

Grenze Spanien-Portugal

Kurz hinter der Grenze zu Portugal findet man den sogenannten Welcome-Point. Den sollte man anfahren, wenn man das erste Mal in Portugal unterwegs ist, und sich dort unter anderem über die Bezahlung der Maut informieren. Das einfachste ist, wenn man sich gleich dort am Automaten der Schranke mit dem Nummernschild und der Kreditkarte registriert. Das kostet eine Gebühr von 60 Cent und ist für einen Monat gültig. An den kommenden Mautstationen muss man dann durch die Schranken mit dem entsprechenden Zeichen fahren und die Maut wird automatisch erhoben. Allerdings wissen wir noch nicht, wie wir erfahren, wie hoch die Mautgebühren sind, die abgebucht werden.
Es gibt aber auch Autobahnen, bei denen die Maut herkömmlich cash bezahlt werden kann. Wir werden wie immer versuchen, ohne Mautautobahnen auszukommen, aber das wird nicht in jedem Fall funktionieren.
Bis zur Ausfahrt 17 ist die A22 mautfrei. Dort kann man nach Manta Rota abbiegen und auf der N125 an der Küste entlang fahren. Da wir Tavira sehen wollten, hatten wir uns den Stellplatz in Manta Rota ausgesucht. Kurz vorher, in Altura, sahen wir viele Wohnmobile vor den Dünen stehen. Diesen Platz fuhren wir an und verbrachten dort eine Nacht, kostenlos. Trotzdem sahen wir uns den Stellplatz in Manta Rota an. Der ist, wie in mehreren Kommentaren angekündigt, rappelvoll. Kaum eine Chance ohne Voranmeldung. Dazu kostet der Platz 7,- inkl. Strom.

Stadtansicht Tavira

Stadtansicht Tavira

Tavira besitzt eine hübsche Altstadt, die durch den Ría Gilão geteilt wird. In der Westhälfte geht es geschäftiger zu, weil sich dort die meisten Sehenswürdigkeiten befinden. Auf dem Hügel über der maurischen Stadt thront die Hauptkirche Santa Maria do Castelo. Gleich nebenan stehen die Reste des alten Kastells, in dem ein schöner Garten angelegt ist. Von hier kann man über die vielen Dächer Taviras blicken.
Auf der anderen Seite der Kirche steht ein großer Wasserturm. In ihm ist eine Camera Obscura untergebracht. Mit Hilfe von Spiegeln wird eine 360°-Ansicht Taviras von der Decke des Wasserturms auf einen Tisch projiziert. Mit Hilfe dieser Ansicht werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärt.

Haustüre in Tavira

Haustüre in Tavira

Auffallend in Tavira sind die vielen mit maurischen Fliesen verkleideten Häuserfassaden und die Haustüren, die filigrane Holzgitter als Füllungen besitzen. Leider sind viele andere Häuser verfallen und suchen händeringend nach solventen Investoren, die ihnen neues Leben einhauchen.
Zwischen Tavira und der Küste breitet sich eine riesige Salinenlandschaft aus. Das mineralhaltige Salz wird zum Beispiel in der Markthalle verkauft. Natürlich leben auch hier Flamingos, zusammen mit vielen anderen verschiedenen Küstenvögeln.

gefüllte Kalmare

gefüllte Kalmare

In der Markthalle kauften wir neben wirklich leckeren Orangen auch frische Kalmare, ungesäubert. Wie schon in Spanien schmecken auch in Portugal die Orangen unglaublich gut, so süß und überaus saftig. Das ist der Vorteil, wenn sie vollreif direkt vom Baum verkauft werden.
Im Internet suchte ich nach Informationen, wie man die Kalmare küchenfertig bekommt. Die Augen hatte der Händler schon herausgeschnitten. Mir blieb nur noch, den Kopf aus der Tube zu ziehen, den Schnabel zu entfernen, die Tube zu leeren und abzuziehen sowie das Fischbein zu entfernen. Selbstverständlich wird abschließend alles noch einmal abgespült. Das Ganze ist recht einfach, aber eine echte Friemelei und Sauerei. Das nächste Mal werden die Kalmare wieder küchenfertig gekauft. Die Tuben und Flügel kann man kleinschneiden, mit Knobi und Zwiebel ganz kurz anbraten, mit Petersilie, Salz und Pfeffer mischen und die Tuben damit füllen. Die werden dann einfach nur noch sehr kurz rundum gebraten oder gegrillt, wirklich nur sehr kurz, sonst werden sie gummiartig.

Isla Cristina

Isla Cristina

Isla Cristina

Die ersten ACSI-Campingplätze in Portugal sind erst an der Westalgarve zu finden. Deshalb verbrachten wir zwei Nächte auf dem Campingplatz Giralda in Isla Cristina, für 17,-€ die Nacht. Da wir schon einmal dort waren, nutzten wir die Gelegenheit, einen Bummel durch den Ort zu machen. Da Sonntag war, hatte fast alles geschlossen, auch am Fischereihafen und im Fischerviertel war nichts los. Deshalb fuhren wir zur Marina und zum Leuchtturm weiter. In der Marina werden Rundfahrten durch die Salinen und den Naturpark angeboten. Eine einstündige Fahrt mit Gambas und Weißwein an Bord kostet 9,-€ pro Person.
Stadt und Strand werden durch einen breiten Dünenstreifen voneinander getrennt, durch den wieder Bretterwege führen. Auf Infotafeln wird bekannt gemacht, dass sich in dieser Dünenlandschaft Chamäleons aufhalten sollen. Es wäre schön, eines dieser exotischen Tiere zu entdecken, aber dass ist glaube ich wie ein Sechser im Lotto. Vielleicht ist es jetzt auch zu kalt für sie und sie sind irgendwo anders. Im Moment liegt jedenfalls der herrliche Duft des weißen Ginsters in der Luft. Die Büsche hängen übervoll von kleinen weißen Blüten, was sehr hübsch anzusehen ist.

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Es war nicht nur Sonntag, sondern auch Fasching und wir kamen gerade zu einem Faschingsumzug zurecht. Wir wussten nicht, wann der Zug starten würde und warteten eine ganze Weile. In der Zeit standen schon einmal die großen Umzugswagen bereit und wir konnten sie uns etwas genauer ansehen. Da steckt ganz schön viel Arbeit drin. Sie sind zwar nicht so groß wie die Wagen in Köln oder Mainz, aber sie stehen ihnen in nichts nach.
Um 16 Uhr startete der Zug dann und eine Unmenge Menschen säumten die Straßen. Tanzgruppen in wunderschönen Kostümen, ein paar Kapellen, die großen Umzugswagen und individuelle Fußgruppen in sehr kreativen Kostümen zogen wohl stundenlang durch die Stadt, darunter sehr viele Südamerikaner, die aus Bolivien, Peru und anderen Ländern k
ommen. Das Tempo gab die 1. Tanzgruppe vor und das legte ein Tempo von ungefähr 150m pro halbe Stunde vor. Der letzte Umzugswagen setzte sich wohl erst in Bewegung, als es dunkel war. So lange blieben wir jedoch nicht. Dies war unser zweiter südländischer Karnevalsumzug nach dem in Lanzarote vor einigen Jahren.

Wunderwerk Natur

Wunderwerk Natur

Seit Huelva begleiten uns wieder die schönen Orangenplantagen, aber auch wieder vermehrt Olivenbäume, etwas Wein und sehr viele Erdbeeren. Wie es aussieht, werden Erdbeeren wohl das ganze Jahr geerntet. Die Landschaft ist relativ flach und wird in Richtung Portugal hin immer sandiger. Der Rivera de Chanza ist der Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Tanken sollte man noch auf der spanischen Seite in Ayamonte, denn der Sprit ist in Portugal um einiges teurer.

Huelva

am Christoph Kolumbus Denkmal

am Christoph Kolumbus Denkmal

Das ist die letzte große Station vor Portugal. In Huelva dreht sich alles um Christoph Kolumbus, der 1492 von hier oder vom anderen Ufer des Río Tinto, von La Rápida aus, zu seiner ersten Entdeckungsfahrt nach Amerika aufbrach. Das imposanteste Denkmal für den großen Entdecker steht auf der Spitze des Zusammenflusses des Río Odiel und des Río Tinto. Seinem modernen Aussehen nach könnte man meinen, es wäre erst aufgestellt worden, aber das Denkmal stammt aus dem Jahre 1929 und wurde aus Sandstein errichtet. Auf dem dortigen Parkplatz verbrachten wir drei Nächte, um uns in der Umgebung umzusehen.

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Rechts des Denkmals, in Richtung Stadt, wurde ein Naturpark angelegt. Das Ufer des Río Odiel wurde zum Schutzgebiet erklärt. In dem schlammigen Areal fühlen sich viele Küstenvögel wohl. Ein Bretterweg und in der Stadt eine großzügige Promenade führen am Ufer entlang. Dahinter ist es jedoch nicht mehr so idyllisch, denn dort reihen sich große Fabriken bis zur Innenstadt aneinander. Die Umweltbelastung ist sehr hoch. Schon nach zwei Tagen ist eine rote Staubschicht auf den Autos nicht zu übersehen, die wahrscheinlich aus der Kupferfabrik kommt.

Pferde im Nationalpark Doñana

Pferde im Nationalpark Doñana

Am Auslauf des Río Odiel, hinter der Mündung des Río Tinto, prägen mehrere Raffinerien das Bild der Landschaft, auch nicht eben toll. Wenn man die hinter sich gelassen hat, beginnt jedoch eine ruhige Dünenlandschaft, die durch Feuchtgebiete unterbrochen ist. Hinter Mazarón liegt die Grenze zum Nationalpark Doñana. Es führen ein paar kleine Straßen hindurch. Wenn man langsam unterwegs ist, kann man freilebende Pferde oder verschiedene größere Vögel wie Rebhühner beobachten. Es sollen sogar Luchse in diesem Nationalpark leben.

Steilküste bei Mazaron

Steilküste bei Mazaron

Östlich von Mazarón beginnt eine Steilküste, die wie von einem Bildhauer gearbeitet aussieht. Einen Zugang zum Strand gibt es z.B. beim Parador. Von unten sehen die Formationen, die leicht an Kappadokien erinnern, sehr imposant aus.

Ein anderes Ausflugsziel um Huelva liegt auf der westlichen Seite des Río Odiel. Bei El Portil liegt eine kleine Lagune, um die herum ein Naturpfad angelegt wurde, um Vögel zu beobachten. Es soll ein Hotspot für Löffler sein, aber wir hatten kein Glück. Mehr Glück hat man wahrscheinlich, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Salinen unterwegs ist. Zumindest sahen wir dort viele Rosaflamingos, die in dem sehr salzhaltigen Wasser ihre Nahrung suchen.

La Rábida

La Rábida

La Rábida wurde 1992 mit EU-Mitteln zu einer Art Erholungsgebiet ausgebaut. Anlass war der 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Im Museum Muelle de las Carabelas liegen die Nachbauten der drei Schiffe, mit denen Kolumbus 1492 in See stach, das Flaggschiff Santa María und die Begleitschiffe La Niña und La Pinta. Leider ist das Museum wegen Renovierungsarbeiten bis März geschlossen.
Oberhalb des Museums ragt eine Säule mit einer stilisierten Erde und einem Kreuz auf der Spitze in den Himmel. Sie steht auf einem großzügig angelegten Platz, an den sich das Kloster Rábida anschließt. Dazu gibt es einen Garten, noch ein Kolumbus-Denkmal und kleinere Ausstellungen in einem Park, zum gleichen Thema.

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Um die Altstadt von Huelva zu sehen, in der ein weiteres Kolumbus-Denkmal steht, sollte man das Auto außerhalb parken. Es gibt ohnehin keine Parkplätze und die Einbahnstraßen führen zwar hinein, aber kaum wieder heraus.

Sevilla

Garten des Alcazar

Garten des Alcazar

Auf der Suche nach einem Stellplatz, von dem aus wir Sevilla besuchen konnten, brachte uns nach Dos Hermanas knapp südlich der Hauptstadt Andalusiens. Direkt an der Bahnstation Cantaelgallo am Westrand von Dos Hermanas sind zwei sehr große Parkplätze zu finden. Hier steigt man direkt in die Linie C1 der Gesellschaft renfe und ist in einer viertel Stunde im Zentrum von Sevilla. An der Station San Bernardo steigt man wieder aus. Die Fahrt hin und zurück kostet für zwei Personen 5,30€. Von der Bahnstation in Sevilla ist es dann noch ein Fußweg von einer viertel Stunde bis zur Kathedrale.
Zuerst erreicht man die Plaza Don Juan de Austria. Genau dort beginnt das Gelände der Alcazar, das heißt die Gärten des maurischen Palastes. Im Garten steht auch ein Denkmal für Christoph Kolumbus, der von hier aus Amerika entdeckte. Von dieser Zeit an erlebte Sevilla, die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 8. Jahrhundert v.Chr. zurück, einen unglaublichen Aufschwung. Tonnenweise kam hier das Gold und Silber der Neuen Welt an, aber auch der Tabak und die Kartoffel starteten von Sevilla aus ihren Siegeszug durch Europa. Der Seefahrer Magellan startete hier in Sevilla seine Weltumsegelung.

Hospital de Venerables Sacerdotes

Hospital de Venerables Sacerdotes

Gleich an den Garten schließt sich der Alcazar an. Immer an deren Mauer entlang kommt man zum Hospital de Venerables Sacerdotes. Das wohl schönste barocke Gebäude Sevillas, erbaut im 17. Jahrhundert, war und ist kein Krankenhaus, sondern diente als Residenz für Priester. Es kann gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden. An das Hospital schließen sich die Altstadt und das Judenviertel an.

Turm der Kathedrale Sevilla

Turm der Kathedrale Sevilla

Geht man nun in Richtung Fluss weiter, erreicht man den Alcazar, den maurischen Königspalast von Sevilla. Quellen berichten, dass nicht mehr viel von der einstigen Pracht übrig ist. Da wir die Alcazaba von Granada ausgiebig besichtigt haben und dieser Palast im Grunde die gleiche Anlage war, ließen wir dessen Besuch aus.
Gleich neben dem Alcazar steht die größte katholische Kathedrale der Welt, deren Besuch einfach ein Muss ist. Auf dem Weg vom Hospital zur Kathedrale fällt ein großer Turm mit maurischen Verzierungen auf. Wir hatten keine Ahnung, dass dieser Turm zur Kathedrale gehört und liefen um den Bau, der sich an den Turm anschließt und der aussieht, als würde er aus Bauwerken unterschiedlicher Zeiten bestehen, herum. Tatsächlich ist dies die Kathedrale von Sevilla, die auf den Mauern der Moschee errichtet wurde, die aus dem 12. Jahrhundert stammte. Der Turm und der Orangengarten sind von der Moschee noch erhalten und gehören heute zum Ensemble der Kathedrale. Ganz original ist der Turm jedoch auch nicht mehr, denn der obere Teil wurde 1365 durch ein Erdbeben zerstört. Die Moschee wurde 1248 zur Kathedrale geweiht, der gotische Bau der Kathedrale erfolgte in den Jahren 1434-1547.

Grab des Christoph Kolumbus

Grab des Christoph Kolumbus

Das Innere der Kathedrale ist gewaltig und beherbergt nicht weniger aus 26 beeindruckende Altäre. Der Hauptaltar ist das Prunkstück der Kathedrale. Dessen Gestaltung ist sehr filigran und er ist vollkommen vergoldet.
In der Schatzkammer sind die goldenen oder vergoldeten Utensilien ausgestellt, die zur Kathedrale gehören.
Viel Aufmerksamkeit erregt der Sarg des Christoph Columbus, der von vier großen Figuren getragen wird. Diese Figuren sollen die Könige vier spanischer Königreiche darstellen, wodurch die Leistungen des Entdeckers gewürdigt werden sollen. Ob sich nun die sterblichen Überreste des Entdeckers in dem Sarg befinden oder nicht, ist umstritten. Nach dem Tod von Kolumbus wurde sein Körper mehrmals über den großen Teich transportiert und niemand weiß mehr, wo sie letztendlich geblieben sind. Der Sohn von Kolumbus, Hernando, liegt definitiv in der Kathedrale von Sevilla begraben.
Der Rundgang durch die Kathedrale endet im Orangengarten, der eindeutig maurisch ist und über dem noch einmal der Turm, das ehemalige Minarett, aufragt.

Goldener Turm

Goldener Turm

Nun kann man seine Schritte zum Río Guadalquivir lenken, der durch Sevilla fließt und bei Sanlúcar in den Atlantik mündet. Am Goldenen Turm, der abseits der Stadtmauer am Ufer steht und eine militärische Funktion erfüllte, befindet sich der Anleger für Flussrundfahrten. Gold hat der Turm niemals gesehen. Möglicherweise ist sein Name von etwas hergeleitet, was ihn einmal golden aussehen ließ.

Plaza de España

Plaza de España

Weiter dem Ufer des Guadalquivir folgend, gelangt man zur Ponte de los Remedios, an der man zur Plaza de España abbiegt. Um den Platz zu erreichen, durchquert man zuerst den Parque María Luisa. Große Alleen, Wasserbecken und exotische Gewächse laden zum Bummeln im Grünen ein. Sevilla zeichnet sich überhaupt durch sehr viel Grün aus. Überall findet man Parks und grüne Straßenbepflanzungen. Dies macht die Stadt sehr großzügig und lässt deren Bewohner und Besucher genug Platz zum Atmen.
Die Plaza de Espa
ña wird von einem halbrunden Prachtbau umrahmt, in dem wohl der Oberbürgermeister von Sevilla sitzt. Außerdem ist in einem Teil der Räume das Militärmuseum untergebracht.
Zwischen dem Gebäude und dem zentralen Platz ist ein Wasserbecken angelegt, welches mit einem kleinen Ruderboot befahren werden kann, mehrere kleine Bogenbrücken dabei unterquerend. Die vordere Begrenzung besteht aus einer Art Balustrade, auf dem Laternen auf Säulen stehen. Das Geländer und die Laternensäulen sind komplett mit weiß-blau-gelb-bemalter Keramik verkleidet. In der Mitte des Ganzen vervollkommnet ein Brunnen das Bild.

Sevilla hat sehr viel mehr zu bieten, als wir nun gesehen haben. Leider ist das Stadtzentrum so groß, dass es unmöglich an einem Tag zu Fuß zu erkunden ist. Da helfen dann die vielfältigen Angebote, die Stadt zu entdecken. Dazu gehören Kutschen, Hopp on Hopp off-Busse, Segway oder Fahrrad. Ein Besuch Sevillas ist auf jeden Fall etwas Besonderes.

Cadiz

Kathedrale El Puerto de Santa María

Kathedrale El Puerto de Santa María

Stellplatz ist der Parkplatz in El Puerto de Santa María, auf der gegenüberliegenden Seite des Río Guadalete, für 6,-€ pro Nacht ohne Service.
El Puerto de Santa María ist recht hübsch, auch wenn viele Häuser sehr vernachlässigt sind. Im 19. Jahrhundert existierte noch eine Werft am Flussufer, welche durch einen Brunnen mit Frischwasser versorgt wurde. Die Werft gibt es nicht mehr, nur der Brunnen steht noch, der außer der Werft auch die Stadt versorgte. Durch ein Seitenfenster sieht man die Zisterne, die den Brunnen speist. Heute lädt eine Promenade zum Bummeln am Flussufer ein. In der Verlängerung der Promenade gelangt man zu den Stränden von El Puerto de Santa María. Den Rückweg kann man durch die Gassen der Altstadt nehmen, vorbei an der Stierkampfarena und der Basilika. Auch für Laien ist leicht zu erkennen, dass sich in der Fassade der Basilika mehrere Stilrichtungen mischen. Mehrere Weißstorchpaare haben sich die Türme und Bögen des Baues als Nistplatz auserkoren.
El Puerto de Santa María ist der Hafen, von dem aus Kolumbus 1493 zu seiner zweiten Reise nach Amerika aufbrach. Heute bringt von hier aus eine Fähre mehrmals am Tag Passagiere über die Bucht von Cádiz in die gleichnamige Stadt. Die Überfahrt kostet 2,70€ und dauert eine halbe Stunde. Der Fähranleger in Cádiz befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Altstadt.

Cadiz und Kathedrale

Cadiz und Kathedrale

Cádiz ist die älteste Stadt Spaniens und eine der ältesten Städte Westeuropas. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1100 v.Chr. durch die Phönizier zurück. Seither kann die Stadt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die Altstadt von Cádiz liegt am Ende einer langen Landzunge und wird von einer etwa 7 km langen Stadtmauer umgeben, die durch mehrere Forts unterbrochen wird. Das vorgelagerte Castillo de San Sebastian kann nicht besucht werden. Dafür kann man das Castillo de Santa Catalina besichtigen. Weitere Besichtigungsziele sind der Botanische Garten Parque Genovés, das zur Hälfte ausgegrabene römische Amphitheater, die Reste des römischen Hauses Obispo, zu allen Zeiten eine heilige Stätte, und die gewaltige Kathedrale. Für die meisten Ziele werden Eintrittspreise verlangt.

Denkmal vor der Tabakfabrik

Denkmal vor der Tabakfabrik

Gleich beim Verlassen der Fähre fällt ein Schornstein auf. Er gehört zur Tabakfabrik, in der auch Zigarren hergestellt werden. Das große Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhundert komplett renoviert.
Wie in vielen spanischen Altstädten befinden sich auch in Cádiz viele Geschäfte und Kneipen in den schmalen Gassen, die auf Besucher warten. Hin und wieder sollte man auch hier in die hübschen Hinterhöfe sehen.

Markthalle von Cadiz

Markthalle von Cadiz

Die Markthalle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde nach dem Vorbild einer römischen Agora errichtet. An der quadratischen Außenwand reihen sich die Verkaufsräume, die zum Innenhof hin durch von Säulen getragene Vordächer geschützt werden. Im Innenhof standen mobile Verkaufsstände. Erst vor ein paar Jahren baute man die recht geschmacklose Fischhalle hinein.

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