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Reisen rund um die Welt

Salisbury/Stonehenge

Grabhügel um Stonehenge

Grabhügel um Stonehenge

Neun Meilen nördlich von Salisbury, in der Salisburyebene gelegen, befindet sich eine der rätselhaftesten prähistorischen Stätten der Welt. Damit ist nicht nur Stonehenge gemeint. Stonehenge ist Teil eines Ganzen, dessen Geschichte sechstausend Jahre zurückreicht. Vor viertausend Jahren begannen die Menschen in diesem Gebiet sesshaft zu werden. Sie bauten Wohnstätten, legten Felder an und begruben ihre Toten in aufwendigen Grabhügeln. In einem Umkreis von mehr als dreihundert Metern befinden sich sehr viele runde oder längliche Grabhügel.

Stonehenge

Stonehenge

Stonehenge war sicher auch einmal eine Wohnstätte, die wohl mehr und mehr als zeremonieller Ort genutzt wurde. Vor fünftausend Jahren wurde ein Wall mit außenliegendem Graben angelegt. Innerhalb des Walls stellte man in engen Abständen 56 Holz- oder Steinpfähle auf. Diese sind heute nicht mehr erhalten. In vielen der Vertiefungen fand man Reste von Feuerbestattungen, immer ein Grab unter einem Pfosten.
Fünfhundert bis eintausend Jahre später stellte man den ersten Sarsenstein, ein sehr festes Sandsteingemisch, in der Mitte auf. Der Stein wog dreißig Tonnen. Später folgten dreißig Blausteine, wahrscheinlich zusammen mit den Decksteinen, die den äußeren geschlossenen Ring ergeben. Später kamen die größeren Sarsensteine hinzu, die innerhalb des äußeren Kreises in Hufeisenform, fünf Thrilitons, also zwei aufrecht stehende Steine mit jeweils einem Deckstein, angeordnet wurden. So entstand das heutige Bild. Die größten Steine sind zweieinhalb Meter in den Boden eingelassen und schauen sieben Meter aus dem Erdboden heraus. Es ist trotz umfangreicher Ausgrabungen, die die Hälfte des Geländes abdecken, noch nicht ersichtlich, wer aus welchem Grund diese Anlage errichtete und dafür die Steine aus sehr weiter Entfernung hierher transportierte.

prähistorische Hütten

prähistorische Hütten

Im Laufe der Zeit wurden die Steine auch mehrfach umgestellt. Irgendwann fielen einige um, manche wurden in der Neuzeit wieder aufgestellt. Die Witterung nagte und nagt an den Steinen, die zu Anfang eckig und weiß bemalt waren.
Im Besucherzentrum, zwei Kilometer vom Steinkreis entfernt, werden Artefakte von Stonehenge ausgestellt, sowie Filme über die Entwicklung und wahrscheinliche Nutzung von Stonehenge gezeigt. Im Außenbereich rekonstruierte man prähistorische Hütten, die zu besichtigen sind. Sie dienten wohl den Arbeitern, die die Steine aufstellten.
Alles in allem ist Stonehenge also nicht nur der Steinkreis, sondern eine Einheit aus vielen zusammengehörigen Teilen.

Detail Stonehenge

Detail Stonehenge

Die zwei Kilometer zwischen Besucherzentrum und Steinkreis können entweder mit dem Shuttle oder zu Fuß zurückgelegt werden. Der Eintritt kostet 18,20 Pfund/Person, Vorausbuchung sollte erfolgen. Dank unserer Mitgliedschaft beim English Heritage Club durften wir alles kostenlos besichtigen und in Anspruch nehmen, einschließlich dem deutschsprachigen, sehr umfangreichen, Audioguide.
Gleich in der Nähe von Stonehenge findet man Woodhenge and Durrington Walls. Beides ist frei zu besichtigen, lohnt sich jedoch kaum, da kaum etwas zu sehen ist.

Old Sarum

Old Sarum

Interessanter ist da schon Old Sarum zwei Meilen nördlich von Salisbury. Wahrscheinlich stammt diese prähistorische Stätte aus der Eisenzeit, rund 500 v.Chr. Es sind zwei tiefe, kreisrunde Gräben auf einem Hügel. Der äußere Graben misst mehrere hundert Meter Durchmesser, der innere Graben ist ein Viertel so groß. Das Plateau in der Mitte liegt am höchsten.
Als die Römer kurz nach der Zeitenwende kamen, nahmen sie diese Stätte für sich in Anspruch, bis die Sachsen kamen. 1086, zwanzig Jahre nach dem Einfall in England, ließ Wilhelm der Eroberer sein normannisches Castle auf dem obersten Plateau errichten, welches bald zu einem königlichen Palast umgebaut wurde.

Kathedrale Old Sarum

Kathedrale Old Sarum

Mitte des 12. Jahrhunderts baute man eine Kathedrale auf dem unteren Plateau der Anlage, aber nur wenige Jahre später war die Wasserversorgung durch den Brunnen nicht mehr gewährleistet. Man verlegte die Siedlung an die Stelle, die heute Salisbury ist. Die alte Kathedrale in der Anlage wurde zerstört und 1220 durch eine neue Kathedrale in Salisbury ersetzt. Man siedelte um und der Palast verfiel.

Salisbury

Salisbury

Salisbury ist eine alte Marktstadt, deren Mittelpunkt die Kathedrale war. Der alte Stadtkern liegt außerhalb der Mauer, die den Kirchenbezirk abgrenzte, und ist noch gut erhalten.
Wer nach Salisbury herein kommt, dem fällt auf, dass fast alle Gebäude eine Backsteinfassade besitzen. In der Annahme, dass sich dies in der Altstadt fortsetzt, erlebt man eine Überraschung. Fachwerkbauten dominieren hier. Viele davon sind mit Schindeln verkleidet, die zum Verwechseln den Backsteinen ähnlich sehen.
Am glasklaren Fluss Avon lässt es sich gut bummeln und den Forellen dabei zusehen, wie sie bei der Suche nach Nahrung gegen die Strömung ankämpfen.

Poole

Bakers Arms

Bakers Arms

Nach einer Nacht in der Parkbucht kurz vor Poole fanden wir gleich an der nächsten Ausfahrt des nahen Kreisverkehrs das Restaurant Bakers Arms. Dort fragten wir nach, ob wir nicht die nächsten zwei Nächte auf dem riesengroßen Parkplatz stehen dürften und hatten Glück. Der Besitzer war sehr nett. Wir bedankten uns damit, dass wir für ein Bier und eine Kleinigkeit bei ihm einkehrten.

Twin Sail Bridge

Twin Sail Bridge

Poole besitzt eine Sehenswürdigkeit besonderer Natur. Auf den Prospekten der Stadt sahen wir eine besonders gestaltete Brücke, die Twin Sail Bridge. Als wir dort ankamen, dachten wir, man hätte die Brücke inzwischen ausgetauscht, denn sie ist ganz neu. Kein Anzeichen für die besondere Konstruktion der Brücke, eben die zwei Segel, nur vier Ampelanlagen ragen in den Himmel. Als wir umdrehten, fing die Signalanlage an zu reagieren, der Verkehr wurde angehalten und die Brücke öffnete sich. Jetzt wurde uns klar, was mit den zwei Segeln gemeint ist. Ein genialer Mensch ersann eine Konstruktion, die die Fahrbahnen bei voller Öffnung der Brücke wirklich wie zwei Segel aussehen lässt, einmalig schön und so filigran.

ältester Pub Pooles

ältester Pub Pooles

Von den Docks aus sieht man auf der Gegenseite die Manufaktur Sunseeker, die für Luxusyachten bekannt ist. Ein paar fast fertige Boote können auch gleich am Kai bewundert werden.
Die Altstadt ist auch in Poole noch weitgehend erhalten und so findet man das ein oder andere architektonisch interessante Detail.

Im Osten der Stadt befinden sich mehrere Marinas, das meiste Ufer ist verbaut. Sandbanks ist der Ausläufer, der die Bucht von Poole zur Insel Brownsea abschließt. Am Ende von Sandsbanks stehen die Millionenvillen, Wassergrundstücke, die das Ufer unter sich aufteilen. Nur auf dem schmalen Stück von Sandbanks sind Zugänge zum öffentlichen Strand. Das Parken an der Straße muss aber bezahlt werden.

 

Devon/Dorset

Cucumelons

Cucumelons

Auflösung der Frage aus dem Bericht „Cornwall“: 96 Stück, ehrlich. Wie? Man nehme Cucumelons. Das sind Minimelonen mit Gurkengeschmack, eine sehr interessante Züchtung. Na ja, so sehen sie aus, eigentlich sind es mexikanische Minigurken und sie schmecken lecker.

Dorchester

Dorchester

Hunderte von Kilometern zu fahren, ohne einen vernünftigen Parkplatz am Straßenrand zu finden, alle Campingplätze entweder zu klein oder belegt, dieser Freitag war ein harter Tag. Die ganze Strecke funktionierte zum nicht vorhandenen Internet nicht einmal mehr das Telefon, so dass man irgendwo hätte anrufen können. Wie soll man ohne Telefon einen Platz finden, denn den Caravan Club Katalog haben wir ja noch, um Plätze zu finden, aber wenn man nicht anrufen kann? Zwischen Plymouth und Dorchester haben wir also nichts gesehen, außer Straße und Berge ohne Ende. Dort, wo die Straße nahe war, konnten wir noch einen kurzen Blick auf das Meer werfen, das war´s. Die Jurassic Coast zwischen Exeter und Dorchester wäre noch ein schönes Ziel gewesen, aber nichts. Abends um 17 Uhr stellten wir den Bus in einer Parkbucht an der A35 kurz vor Poole ab, wir waren fertig.

Cornwall

Frage vorab: Wie viele Melonen passen in eine 250g-Schale? Wer es weiß, kann gerne die Kommentarfunktion nutzen. Für die anderen gibt es die Auflösung demnächst. Bleibt schön neugierig.

typisch englische Single Road

typisch englische Single Road

Für solch ein großes Wohnmobil wie unseres ist es unmöglich den Westen Cornwalls zu erreichen. Die Straßen werden immer enger, die Plätze immer kleiner. Ist dann doch ein genügend großer Platz gefunden, ist er voll belegt, selbst nach den Ferien und in der Woche, keine Chance. Da wir jedoch ohnehin die Menschen sind, die eher die ruhigeren Orte zu schätzen wissen, ist es ganz gut, die Fahrt nicht fortsetzen zu können, denn südlich von Truro findet sich das wahre Cornwall.
Auf dem Weg von
Bath
nach Cornwall übernachteten wir bei Crosslands kurz vor Okehampton (10,- Pfund/Nach).

Altar der Kathedrale Truro

Altar der Kathedrale Truro

Kurz hinter Truro, in Carnon Downs, fanden wir dann noch einen Campingplatz, für 26,40 Pfund die Nacht, aber mit allem Drum und Dran, ein sehr schöner Platz, sehr geräumig.
Truro selbst ist eine Stadt aus Alt und Neu. Die Kathedrale ist recht neu, erst im 19. Jahrhundert entstanden, auch wenn man es nicht sieht. Der vierschiffige Bau ist außen und innen, wie fast alle Kathedralen Englands sehenswert. Neben den Altären wird an vielen Stellen verschiedenen Menschen, wie Äbten, Soldaten und Honoratioren gedacht.

Viadukt Truro

Viadukt Truro

Hinter der Kathedrale fließt der Falriver. Verschiedene kleine Gärten, hier auch wieder mit stattlichen Eukalyptusbäumen, laden zum Entspannen ein. Am Nordwestrand von Truro zieht sich der ziemlich hohe Viadukt durch die Stadt, eine Bogenbrücke für die Eisenbahn.

am Victoria Gardens

am Victoria Gardens

Die Altstadt von Truro ist nicht groß und gut zu Fuß zu entdecken. Mittwochs ist Markttag. Hier erstanden wir endlich einen frisch dampfgegarten Taschenkrebs, schön groß, für nur 5,50 Pfund.

Portloe

Portloe

Der Nebel an diesem Tag hing tief. Während er inzwischen aus Truro verschwunden war, hing er immer noch über der Küste. Echte Geheimtipps sind hier Portloe und die Landschaft von dort aus bis nach Carne Beach weiter westlich.
Portloe ist ein winziges Nest, eingeschlossen in eine winzige Felsenbucht. Der kleine Hafen ist wegen Überfüllung durch die Einheimischen geschlossen, die Hotels und Kneipen haben zu wenig Gäste, so scheint es jedenfalls. Es ist echt idyllisch, bei schönem Wetter. Der Nebel hatte Portloe jedoch immer noch im Griff.

Nare Head

Nare Head

Ein Abstecher nach Nare Head ist etwas für Wanderer. Die ganze Küste entlang führt auch ein Wanderweg mit herrlichen Aussichten. Bei Nare Head befindet sich ein Parkplatz, gegen 2,50 Pfund für die Erhaltung der Küste. Zwei Schilder weisen zu den erreichbaren Zielen, dann jedoch, nichts mehr. Der Weg nach links, folgt man ihm, führt ins Nirgendwo. Das Meer hört und sieht man, wenn man querfeldein läuft, sich immer links haltend. Der Nebel ließ jedoch keine Aussichten zu. Als wir schon fahren wollten, löste sich der Nebel plötzlich auf und machte den Blick auf eine wunderschöne felsige Küste frei. Auf den grünen Weiden standen Schafe, das blaue Meer schien herauf und der Küstenwanderweg ist auszumachen. Dieser ist übrigens gut besucht.
Wir fanden es hier so schön, dass wir auf einer Bank vor dem Parkplatz den am Vormittag gekauften Taschenkrebs schnabulierten. Der schmeckte in dieser Natur und Einsamkeit, in Gesellschaft der Schafe, noch einmal so gut.

am Carne Beach

am Carne Beach

Über enge und engste Straßen, wie bis dort hin auch, erreicht man Carne Beach, einen langen, herrlich sauberen Sandstrand. Das Wasser ist klar und es gibt keine Algen. Das Wasser hatte sich weit zurückgezogen. Hinter dem Strand, an den Abbruchkanten, sind sehr schön die Gesteinsschichten zu erkennen. Die unterste Schicht ist gefalteter Schiefer in sehr schönen Mustern, darüber liegen die Sandsteinschichten in verschiedenen Dicken und Schattierungen. Darüber liegt der Boden mit dem Bewuchs.
Eine Meile, so zeigt die Tafel am Parkplatz, ist Carne Beacon entfernt. Dem Symbol nach soll es ein prähistorischer Ort sein. Der Weg dorthin ist abenteuerlich. Nachdem man drei Weiden durchquert, über Zäune gestiegen und Berge überwunden hat, steht man vor einem Hügel in der Landschaft, mit einer Steinplatte darauf. Sonst nichts, auch keine Erklärung, was das sein soll.
Ein letzter Abstecher für diesen Tag führte nach Portscatho, einem hübschen kleinen Ort, ebenfalls sehr ruhig, mit Hafen und Strand.

Fähranleger Trelissick

Fähranleger Trelissick

Auf dem Rückweg über die B3289 kommt man zur King Harry Ferry, die einzige Autofähre weit und breit. Sonst gibt es nur Personenfähren, um über die zahlreichen Wasserarme dieses Gebietes zu kommen. Die Fähre zieht sich beidseitig an Ketten entlang. Am südlichen Ufer gibt es nichts, am nördlichen Ufer nur drei Häuser und zwei Hütten. Für die siebenminütige Überfahrt bezahlt man stolze 6,50 Pfund.

Wie gesagt, war Truro unser westlichster Punkt in Cornwall. Nun ging die Fahrt zurück Richtung Osten, über St. Austell und Liskeard. In St. Austell befindet sich das Eden Projekt. Unter zwei riesigen, wabenförmigen Kuppeln sind ein tropischer Regenwald und eine mediterrane Natur nachgebaut, mit allen, was dazu gehört. Der Eintritt für 25,- Pfund pro Person ist jedoch gesalzen.
Auch in der Nähe von St. Austell findet man die Lost Gardens of Heligan, ein etwas anderer Garten. Der Eintritt hier: 13,90 Pfund.pro Erwachsener.

Downderry

Downderry

Bei Treruleford, an der A38, fanden wir einen Parkplatz für die Nacht. Da wir dort schon gegen Mittag ankamen, luden wir den Smart ab und drehten hier noch eine Runde. Die B3247, an der Küste entlang, ist ein weiterer Geheimtipp. Irgendwo sind wir jedoch falsch abgebogen und fuhren so wieder durch ein Gewirr von engen und engsten Straßen, bis wir dann doch in Downderry eintrafen, mit einem überwältigenden Blick von oben auf die Küste und den Strand. Der ist hier leider bei Ebbe sehr felsig, aber der Ort Downderry ist allerliebst. Man fühlt sich an die Cote d´Azur versetzt. Die weißen Häuser stehen alle am Hang, terrassenförmig, überall Yuccapalmen und andere exotische Gewächse, steile, enge Gassen, einschließlich der Hauptstraße, und das Meer vor der Tür. Downderry ist für uns wohl der schönste Ort auf dieser ganzen Rundfahrt.

Portwrinkle

Portwrinkle

Die Straße führt nun bergauf und bergab an der Küste entlang, bis sich bei Portwrinkle wieder ein atemberaubender Blick auftut. Der Ort ist nicht ganz so schön wie Downderry, aber auch sehr hübsch angelegt. Eine halbrunde Mauer schützt den Hafen, der so klein ist, dass die kleinen Boote hier senkrecht an der Auffahrt gelagert werden. Auffallend in Portwrinkle ist ein schlossartiges Gebäude in Naturstein.

Weg zum Strand

Weg zum Strand

Bei Sharrow Grotto kann man noch einmal das Auto abstellen, für 60 pence Gebühr. Der Weg ans Wasser ist hier aber etwas schwieriger, weil der Strand ziemlich weit unterhalb liegt. In der Nähe steht das riesige Tregantle Fort, welches jetzt vom Militär genutzt wird.

St. Germans

St. Germans

Auf der Rückfahrt zum Parkplatz, wo das Motorhome parkte, fuhren wir noch nach St. Germans. Von oben sieht es sehr interessant aus, mit dem hohen Viadukt im Hintergrund. Deshalb fuhren wir hinunter, wurden jedoch kurz vorm Wasser aufgehalten. Kein Parkplatz, keine Wendemöglichkeit, nichts. Wir fragten eine Frau, die gerade am Gartentor stand, ob wir einmal für ein paar Minuten das Auto abstellen könnten und gingen zu Fuß zum Wasser unterhalb des Viadukts. Es ist alles Privatgelände, ein Segelclub ist dort ansässig. Man bleibt unter sich.
Es ist eine grandiose Landschaft, mit ganz wenig Tourismus, Cornwall pur und wunderschön.

Bath

Bath

Bath

Solch ein einheitliches Gesicht einer ganzen Stadt sucht man wohl vergebens. Von den Randbezirken bis in die Innenstadt, fast alle Häuser besitzen Fassaden aus gelbem Sandstein. Es gibt nur sehr wenige Ausnahmen. Dazu sind die Gebäude recht hoch.
Bath war eine römische Gründung, da hier heiße Quellen zu Tage treten, die schon die Römer zu nutzen wussten. Sie bauten Badehäuser und alles, was das Leben angenehm machte. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Stadt einen neuen Aufschwung, unter Königin Victoria. Ihr Name ist in der Stadt allgegenwärtig.

Royal Crescent

Royal Crescent

Oberhalb des Royal Victoria Park liegt das Royal Crescent. Das sind dreißig halbmondförmig aneinandergereihte Stadthäuser, in denen die Herrschaften im 18. Jahrhundert logierten. Eines der Häuser ist ein Museum, in dem die Besucher einen Blick in die Wohnkultur dieser Zeit werfen können.

Thre Circus

Thre Circus

Nur ein paar Schritte ostwärts gelangt man zum The Circus, einem kreisrunden Platz. Um diesen Platz gruppieren sich drei weitere solcher Stadthausblocks, mit verschiedenen Säulentypen und Reliefs geschmückt. Diese Häuser stammen aus dem Jahre 1768. In der Mitte stehen mehrere alte Bäume, die das Ganze begrünen.
Jetzt biegt man in die Gay Street ab und kommt am Queens Square vorbei.

Guildhall und Abbey Bath

Guildhall und Abbey Bath

Das römische Bad ist schwieriger zu finden, aber es sind überall Stadtpläne mit dem jeweiligen Standort aufgestellt.
Vorher steht an der High Street das Guildehaus. In einem Teil davon ist die Victoria Kunstgalerie untergebracht, der andere Teil ist Markthalle, leider sonntags geschlossen.
Gleich neben dem Guildehaus thront die 1499 errichtete Bath Abbey. Sie ist zwar zu besichtigen, jedoch nur ein paar Stunden am Tag, gegen eine Spende.

Durchgang zum römischen BadWas alle Besucher Baths ansteuern ist das römische Badehaus und das nebenan befindliche Pumpenhaus, ein Restaurant, nicht römisch. Hier wird das mineralhaltige Wasser ausgeschenkt. Gegen ein Eintrittsgeld von 15,50 Pfund/Erwachsener sind die Badehallen mit den 46° heißen Quellen zu besichtigen, Schlange stehen inbegriffen. Eine Million Liter Wasser sollen die Quellen jeden Tag hervorbringen. Auf den Ruinen des Originalbadehauses stehen jedoch neue Gebäude mit Säulen, Bögen und Hallen, alles in gelbem Sandstein.

Pulteney Bridge

Pulteney Bridge

An der Rückfront der Guildehalle ist die Pulteney Bridge über den River Avon zu finden, eine Steinbrücke mit drei Bögen, oben drauf eine geschlossene Häuserzeile. Steht man allerdings am Brückenkopf, wartete eine Überraschung. Es führt eine Straße über die Brücke und es gibt zwei Häuserzeilen, mit kleinen Einzelhäusern zu beiden Seiten der Straße.

Speicherhäuser

Speicherhäuser

Bath hat noch viele weitere Museen und Sehenswürdigkeiten, aber ein Bummel am Fluss entlang sollte nicht fehlen, gerade Richtung Westen. Dort ist die alte Eisenbahnbrücke zu sehen, sowie alte Speicherhäuser und moderne Lofts. Dort liegen auch wieder die hübschen Narrowboats am Ufer.

Narrowboat Marina

Narrowboat Marina

Übernachtung im Marina Caravan Park für 26,40 Pfund/Nacht. Direkt unterhalb des Campingplatzes verläuft der Weg am Fluss entlang. Geht man nach rechts, kommt man zu einer kleinen Brücke, von der aus man in die Marina sehen kann, in der keine Yachten und Motorboote liegen, sondern eine stattliche Anzahl der Narrowboats. Das ist eine sehr ungewöhnliche Marina. Mit dem nötigen Kleingeld kann man solche Schmalboote käuflich erwerben.

Fahrt durch Wales nach Süden

Snowdonia NP

Snowdonia NP

An dieser Stelle haben wir uns entschieden, die Fahrt etwas abzukürzen, da wir bisher länger gebraucht haben, als vermutet. Es gibt einfach zu viele schöne Ecken in Großbritannien und Irland und langsam holt uns der Herbst ein. Bevor wir den Winter im warmen Süden verbringen können, sind noch einige Dinge zu erledigen, die auch ihre Zeit brauchen. Deshalb durchfahren wir den Rest von Wales nur in Richtung Süden. Durch den Snowdonia National Park, der sich bis hinter Dolgellau ausdehnt, ist es immer noch eine herrliche Strecke mit Bergen und Tälern, Flüssen und Seen. Diese wundervolle Strecke setzt sich bis Machynlleth fort.

irgendwo unterwegs

irgendwo unterwegs

Dann biegt die A487 wieder zum Meer ab, immer zwischen den Cambrian Mountains und der Cardigan Bay verlaufend. Durch unsere Erfahrungen mit Parkplätzen in solchen touristischen Orten umfuhren wir Aberystwyth und fuhren auf der A44 nach Osten weiter, direkt über die Cambrian Mountains hinweg. Auf weiten Strecken unberührte Natur, nicht mehr ganz so aufregend wie im Snowdonia NP, aber immer noch sehenswert.

River Wye

River Wye

Ab Lllangurig führt die A470 nach Rhayader. Kurz dahinter übernachteten wir in Llanwrthwl (sprich: Ljanorthel) im The Halt Caravan Site (16,- Pfund/Nacht) mit allem, was man braucht. Die gute Dame, die den Caravanpark führt, besitzt gleich nebenan ein hübsches Bed&Breakfast. Hinter dem Grundstück biegt ein kleiner Weg zum nahegelegenen Gebirgsfluss, dem River Wye, ab. Eine Bank lädt zum Entspannen beim Rauschen des Wassers ein, umgeben von Wald, Farn und Bergen. Eigentlich wollten wir uns am nächsten Tag noch Rhayader ansehen und eine kleine Rundfahrt zu den in den Bergen gelegenen Stauseen machen, aber es schüttete wie aus Kannen.
Also weiterfahren, immer Richtung Süden, die Berge werden flacher, die Täler lieblicher, über Builth Wells bis nach Abergavenny. Hier lässt man die Berge hinter sich. Kurz vor Newport übernachteten wir auf einem versteckten Parkplatz an der A449.

 

 

 

Bangor (Wales)

Bangor Pier

Bangor Pier

Bangor besitzt einen sehr langen Pier. Für 50 Pence darf man ihn besuchen. Vom Ende des Piers ist es nicht mehr weit bis zur Insel Anglesey. Der Pier ist eine filigrane Konstruktion aus Stahl mit genauso filigranen kleinen Pavillons rechts und links, in denen sich kleine Läden befinden. Am Ende lädt eine kleine Teestube ein.

bunte Flotte

bunte Flotte

Im Osten von Bangor liegt der historische Hafen von Penrhyn. Ein Bild am Eingang zum Gelände zeigt, wie er einmal ausgesehen hat. Heute befindet sich eine kleine Werft dort, die alte Boote repariert. Im Hafen liegen Segelboote und Handelsschiffe nebeneinander. Baustoffe und Schiefer werden hier unter anderem verladen.
Im alten Hafenbecken liegen zwei Wracks, eines kaum noch als solches erkennbar, das zweite war wohl einmal ein Frachter.

längster Ortsname der Welt

längster Ortsname der Welt

Auf die Insel Anglesey führen zwei Brücken. Die Britannia Bridge, eine Bogenbrücke, und die Menai Bridge, eine Hängebrücke, beide wohl aus dem 19. Jahrhundert. In der Menai Strait steht eine alte Zollstation zwischen den beiden Brücken.
Gleich der erste Ort auf Anglesey ist der Ort mit dem längsten Namen der Welt, mit 58 Buchstaben. Er heißt „Llanfairpwllgwyngyllgogerychywrndrobwllllantysiliogogogoch“, zu deutsch: „St Marienkirche in der Bodensenke mit weißen Haselnusssträuchern in der Nähe eines Wasserstrudels und die Kirche St Tysilio in der Nähe der roten Höhle“. Wer den walisischen Namen ausgesprochen hören möchte, der höre einem Wettermoderator zu.
Der Ort selbst ist wenig sehenswert, aber am Bahnhof treffen die Reisebusse fast im Minutentakt ein. Neben dem hier überall geschriebenen Namen des Ortes ist das gleich nebenan gelegene Shoppingcenter Anlaufpunkt für die Bustouristen. Leider haben wir dort keine Souvenirs gefunden, die den langen Namen tragen. Das wäre mal ein Mitbringsel für zu Hause.

Lord Nelson Säule

Lord Nelson Säule

Zu der in der Nähe befindlichen Lord Nelson Säule gibt es keinen vernünftigen Zugang.

Snowdonia NP

in Llanrug

in Llanrug

Ein must see in Wales ist der Snowdonia National Park mit dem höchsten Gipfel von Wales, dem 1085 m hohen Snowdon. Der walisische Name ist Yr Wyddfa. Wir stehen auf dem Grundstück von Cil-y-Bont in Llanrug. Die alten Mühlräder und der nahe Gebirgsfluss verraten, dass dies wohl einmal eine Wassermühle war. Im Fluss leben schöne große Forellen, das bezeugen Bilder des Angelvereins gleich unterhalb von Cil-y-Bont.

Schiefermuseum Lllanberis

Schiefermuseum Lllanberis

Llanrug liegt auf dem Ring, der wohl durch die schönsten Abschnitte des Snowdonia NP führt. In Llanberis, zwischen den Seen Llyn Padarn und Lllyn Peris gelegen, ist eine Fundgrube an Touristenattraktionen. Zuerst sind die Steinbrüche nicht zu übersehen. Hier wurde Schiefer in großem Rahmen abgebaut. Im Schiefermuseum ist die komplette Anlage erhalten, die zur Unterhaltung des Abbaus diente. Sie beherbergt einen Lokschuppen, eine Wagnerei, eine Schmiede, Maschinen zur Verarbeitung des Schiefers, das Büro und Aufenthaltsräume, gerade so, als wäre es gestern verlassen worden. Alle Maschinen wurden durch ein Wasserrad angetrieben. Mit Hilfe von Transmission arbeiteten dann die einzelnen Maschinen. Es ist schon Wahnsinn, wie man das alles aufeinander abgestimmt bekommen hat. Alles bewegt sich nur über eine einzige Welle.

Tauchgewässer Schiefersteinbruch

Tauchgewässer Schiefersteinbruch

Vollkommen unerwartet befindet sich vor dem Steinbruch eine kleine Tauchbasis. Tauchen hier? Durch einen Tunnel im Fels hinter der Basis erreicht man den See, der sich durch Grundwasser in dem zwanzig Meter tiefen Loch gebildet hat. Es ist durch die hoch aufragenden, steilen Felswände und den kleinen Durchmesser, wohl fünfzig Meter, ein fast bedrückender Ort. Die Sonne hat kaum eine Chance, den Grund des Lochs zu erhellen.

Lllanberis Lake Railway

Lllanberis Lake Railway

Vor dem Schiefermuseum und dem Steinbruch steht einer der Bahnhöfe der Lllanberis Lake Railway, eine von mehreren Schmalspurbahnen, die im Nationalpark verkehren. Die Streckenlänge beträgt 2,5 Meilen.

Snowdon Mountain Railway

Snowdon Mountain Railway

Auf der anderen Seite von Llanberis, am Dolbadarn Castle vorbei, ist die Talstation der Snowdon Mountain Railway aus dem Jahre 1896 zu finden. Dies ist eine Zahnradbahn, die auf Berggraten entlang Passagiere auf die Spitze des Snowdon bringt. Eine Fahrt, pro Erwachsener 29,- Pfund, ist meist nur mit Voranmeldung möglich, so groß ist der Andrang. Es ist sicher eine atemberaubende Fahrt dort hinauf, aber in den allermeisten Fällen wird der Berg wohl von Wolken eingehüllt sein und man steht im Nebel. Dazu kommt eine Parkgebühr von 4,- bis 7,- Pfund. Wir wollten uns nur einmal umsehen und dem Automaten 1,- Pfund anbieten, aber der will nur den kompletten Tagespreis. So ließen wir das Auto ohne Ticket stehen.

Llanberis Pass

Llanberis Pass

Nun geht es weiter auf der A4086 durch eine grandiose Landschaft zum Llanberis Pass. Steine, Felsen, Weiden, ein relativ schmales Tal und ein kleiner Fluss, in dem sich die Wasser unzähliger Wasserfälle sammeln, ergeben ein unglaubliches Panorama. Oben angekommen, befindet sich ein viel zu kleiner Parkplatz, gegen einen Tagespreis von 5,- Pfund, von dem aus Wanderwege auf den Snowdon führen.

schöne Details

schöne Details

Über den Pass hinweg geht es wieder nach unten, in Richtung Beddgelert. Hier ist es grüner und nicht mehr so steinig. Ein kleiner Parkplatz soll einen Blick auf den Snowdon bieten, aber wie gesagt, meist liegt der Gipfel in den Wolken. Eine Steintafel zeigt die Bergsilhouette, so dass man weiß, welcher Berg welchen Namen trägt, wenn man sie sieht. Bei unseren Besuch lag nur der Snowdon verdeckt.
Im Tal unten steht ein Pumpkraftwerk. Zwischen den Bergen dort oben liegt der Llyn Llydaw, von dem aus die Leitung zum Kraftwerk hinunter führt.

Beddgelert

Beddgelert

Links sieht man schon den Llyn Gwynant im grünen Tal. Vom See an fährt man immer im Tal entlang, bis nach Beddgelert. Der Ort liegt im Schnittpunkt von drei Tälern und zeigt mit seinen dunklen Natursteinhäusern wieder ein anderes Gesicht. Eine Natursteinbrücke überspannt den Fluss. Auf dem Friedhof der kleinen Kirche stehen Schiefertafeln als Grabsteine oder Steinsarkophage, es sind keine Kreuze zu finden.

Bahnhof Rhyd Ddu

Bahnhof Rhyd Ddu

Von Beddgelert nach Caernarfon geht es gemächlich zu, wenn die Straße auch manchmal ziemlich eng wird. Zwei weitere Seen, der Llyn-y-Gader und der Llyn Cwellyn, laden zum Rasten ein. In Rhyd Ddu befindet sich ein kleiner, einsamer Bahnhof der Ffestiniog & Welsh Highland Railways. Das ist ebenfalls eine Schmalspurbahn, die von Porthmadog im Süden nach Caernarfon im Norden führt, sozusagen den Fuß der Llyn Halbinsel durchquert.

Caernarfon Castle

Caernarfon Castle

In Caernarfon lohnt ein Bummel in der Altstadt, die von der alten Stadtmauer umgeben ist. Am Südostende der Stadtmauer ist das sehr raumgreifende Castle eingebettet. Außerhalb der Stadtmauer und des Castles, am Wasser entlang, lässt es sich ebenfalls gut spazieren gehen. Auf der anderen Seite der Bucht sieht man die flache Insel Anglesey.
Zurück nach Llanrug ist es nur noch ein Katzensprung.

Llandudno

Kostprobe der walisischen Sprache

Kostprobe der walisischen Sprache

Oh weh, jetzt wird’s kompliziert. Wir sind in Wales, von den Einheimischen Cymru genannt, hat eine eigene Sprache. Die ist so kompliziert, dass man als Nichtwaliser wohl kein Wort verständlich herausbringt. Während die Kroaten bis zu vier Vokale aneinander reihen, tun dies die Waliser mit bis zu sechs Vokalen, ehe auf einen Konsonanten wieder mehrere Vokale folgen. Mir bleibt dann nur noch, Klaus zu sagen, er solle nach rechts oder links fahren in die Richtung, die dort steht. Lesen muss er dann selbst. Da ist Llandudno noch einfach. Alle Schilder sind zweisprachig, zuerst walisisch, dann englisch.

Lllandudno

Lllandudno

Llandudno liegt westlich von Chester und bietet wieder ein ganz neues Bild einer Küstenstadt. Vor einhundertfünfzig Jahren war dies ein Badeort für den Adel, mondän. Die Häuser sind im viktorianischen Baustil erbaut, wie er vielerorts zu finden ist, nur dass die Häuser in Llandudno meist noch zwei Etagen höher sind. Noch immer ist die Mehrzahl davon ein Hotel. Eine sehr breite Promenade trennt das Meer von den Hotels.

Great Ormes Head

Great Ormes Head

Die Stadt selbst liegt zwischen hohen Kalksteinfelsen eingebettet, am Ende ragt der Pier ins Wasser.
Am nördlichen Ende befindet sich das Cable Car. Diese Bezeichnung ist irreführend, denn es ist eine Seilbahn, die mittels Kabinen die Menschen auf den Berg bringt.
Die Landzunge hinter der Talstation der Seilbahn ist Schutzgebiet. Sie war schon in Steinzeit besiedelt. Man findet dort mehrere Relikte aus dieser Zeit, aber auch neuere Zeugen menschlichen Tuns sind zu finden, wie z.B. eine alte Kupfermine. Für das Befahren der Landzunge wird Eintritt verlangt, oder man lässt sich mit einer alten Bahn Great Orme Tramway durch das Gebiet fahren.

Abendstimmung in Llanddulas

Abendstimmung in Llanddulas

Der Parkplatz in Llanddulas diente uns zum Übernachten. Er liegt direkt am Wasser und auf dem Radweg direkt dahinter kann man entweder nach Rhos-on-sea oder in die andere Richtung, nach Abergele radeln. Wer will natürlich auch noch viel weiter. Am Wegesrand sind viele interessante Dinge zu sehen, wie ein Förderband aus einem Steinbruch zum Verladesteg im Wasser, unter der Straße hindurch, ein Riff mit Bienenwabenwürmern (nur bei Ebbe), den Auslauf eines kleinen Flüsschens und noch vieles mehr.

Chester

Kirchenruinen

Kirchenruinen

Die Autobahn M6 brachte uns über Lancaster und Liverpool nach Wales. Großbritannien hat viele schöne Städte, jede davon auf ihre Weise schön, aber Chester ist wohl einmalig auf der Welt. Ersteinmal die Lage an einem Fluss, an dem sich mehrere Parks ausbreiten, die einem das Gefühl geben, weit weg von der Stadt zu sein. Im Grosvenor Park fährt eine Mini-Eisenbahn um einen kleinen Teich herum. Die Reste einer alten Kirche, der St. John´s Church, sind dort zu finden. Die Ruinen zeigen, dass die ursprüngliche Kirche um einiges größer war, als die heutige in die Ruinen gebaute Kirche. Baumalleen und graue amerikanische Eichhörnchen, die ersten die wir auf britischem Boden sahen, sind ebenfalls im Park zu finden. Die grauen Eichhörnchen werden eigentlich bekämpft, da sie die europäischen roten Eichhörnchen verdrängen. In diesem Park tummeln sie sich überall.

1. Schleuse

1. Schleuse

Wer keine Lust hat im Park spazieren zu gehen, der bummelt auf dem Riverside Promenade Trail, wo auch interessante Dinge zu entdecken sind. Verschiedene Brücken, ein Wehr, Bootsanleger oder auf der Westseite der Stadt eine Pferderennbahn. Geht man den Weg Richtung Westen weiter, kommt man zu einer Schleuse, die das Binnengewässer mit dem River Dee verbindet. Die Neugier trieb uns immer weiter am Kanal entlang, vorbei am neuen Wasserturm, bis wir auf weitere Schleusen trafen. Ein Gewirr von Brücken, Schleusen, Mauern und Wasser führt hinauf zum alten Hafen mit Werft und Warenhaus.

Narrowboats

Narrowboats

An den Ufern liegen etliche Hausboote, die für die Mitte Britanniens typischen Narrowboats, Schmalboote. Sie können gemietet werden, haben Vollausstattung. Das Wasserstraßennetz soll so lang sein, dass man ewig auf ihnen herum schippern kann. Die Boote sind jedes ein Einzelstück, jedes sieht anders aus, liebevoll zurecht gemacht, und es gibt sie in verschiedenen Längen.
Das Gelände um die Werft herum wird zu einem Nobelviertel ausgebaut und der Kanal soll irgendwann wieder voll nutzbar sein.

Chester

Chester

In noch keiner britischen Stadt haben wir so viele Fotos geschossen wie in Chester. Man weiß überhaupt nicht, wohin man zuerst sehen soll. Die Altstadt wird von schwarz-weißen Fachwerkhäusern dominiert, jedes individuell, teilweise mit den schönsten Verzierungen wie Erker, Figuren, Ornamenten und Schriftzügen. Da könnte man ein ganzes Buch damit füllen. Dazwischen stehen Sandsteinbauten wie das Rathaus. Die Lücken, die wohl über die Jahrhunderte zwischen den alten Fachwerkhäusern entstanden, sind mit modernen Bauten, mehr oder weniger erfolgreich angepasst, geschlossen worden. Manche Häuser tragen Jahreszahlen aus dem 13. Jahrhundert.

Klosterhof der Kathedrale

Klosterhof der Kathedrale

Mittendrin steht die Kathedrale, aus rotem Sandstein mit rätselhaften schwarzen Verfärbungen innen und außen. Was der Kathedrale außen an Ornamentik fehlt, macht sie innen wieder wett. Gotische Säulen, bunte Fenster, mehrere Orgeln und ein kompliziertes Deckengewölbe mit goldverzierten Gewölbekreuzen lassen die Besucher staunen. Ein Kreuzgang mit bunten Fenstern, Grabplatten und Sarkophagen für die früheren Äbte umschließt den Klostergarten mit Brunnen in der Mitte.

Amphitheater

Amphitheater

Weitere Sehenswürdigkeiten Chesters sind die vielen Stadttore, die Stadtmauer und das Castle. Chester war einmal eine wichtige römische Stadt. Überall wurden römische Relikte ausgegraben und manches davon wird öffentlich, für jeden zugänglich in der Stadt verteilt, ausgestellt. Lange suchte man nach dem Amphitheater, welches ganz sicher vorhanden sein musste, aber erst vor kurzem hat man es gefunden. Nachdem die eine Hälfte des Amphitheaters ausgegraben, dokumentiert und katalogisiert wurde, schüttete man die meisten Ausgrabungsstellen wieder zu. Jetzt sind nur noch die Arena und ein kleiner Teil der Arenabegrenzung zu sehen.
Das Wohnmobil kann auf dem Little Roodee Coach Park abgestellt werden. Für 2 Nächte bezahlten wir 20,60 Pfund.

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