A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Dover – Whitfield

Linksverkehr

Linksverkehr

Das erste Mal innerhalb unseres Lebens betraten wir am 09.06.2016 die Britischen Inseln. Von Dover aus fuhren wir gleich einen Campingplatz des Caravan Club an, namens „Black Horse Farm“in Densole nördlich von Folkestone, um erst einmal unsere Dinge zu richten und weitere Pläne für die nächsten Tage zu machen. Am Kanal herrschte eisiger Wind, jetzt sind die Temperaturen wieder angenehm. Der Platz ist groß, grün und aufgeräumt, überall hoppeln Kaninchen umher, die keine Scheu zeigen.

Straße vom Grundstück

Straße vom Grundstück

Da wir uns noch ein bisschen in der Gegend umsehen möchten, der Campingplatz jedoch trotz Mitgliedschaft im Caravan Club zu teuer ist, wechselten wir für die nächsten drei Nächte auf den „Aerial Farm CL“ in Whitfield. CL steht für Certificated Location, das sind Plätze, die günstiger sind und sich meist auf Privatgelände befinden. Der „Aerial Farm CL“ ist eine Wiese hinter dem Haus des Besitzers auf dem Lande, ebenfalls mit Kaninchen als heimliche Bewohner. Vor unserer Anreise telefonierten wir mit dem Besitzer, ob der Platz für unser großes Motorhome geeignet ist. Von der Hauptstraße jedoch abgebogen, führt eine einspurige, rechts und links hoch bewachsene Straße zum Grundstück. Das ist eng, aber machbar. Die Wiese ist dafür groß.

White Cliffs Dover

White Cliffs Dover

Gleich nach dem Mittag starteten wir mit dem Smart zum ersten Ausflug. Das Ziel: Die „White Cliffs“ von Dover. Nach dem Zahlen des Eintritts stellten wir das Auto ab und informierten uns im Visitorcenter. Es stehen verschiedene Wanderrouten an den Cliffs zur Auswahl. Die längste Route, die fast alle Leute nehmen, führt zum Leuchtturm. Wir brauchten für die Tour um die zwei Stunden, mit Stopps hier und da, um die überall wunderschönen Ausblicke auf den Fährhafen von Dover, den Ärmelkanal und die Steilküste mit ihren Kreidefelsen zu bewundern.

Leuchtturm Dover

Leuchtturm Dover

Im Leuchtturm befindet sich „Mrs. Knotts Tea Room“. Die Preise dort sind gepfeffert, aber man sollte sich unbedingt die Räumlichkeiten ansehen. Mit Eintrittskarte kann man den Leuchtturm besteigen und sich das Museum darinnen ansehen.
Der alte Leuchtturm und ein paar Häuser liegen hinter dichtem Grün unterhalb des neuen Leuchtturms, sind jedoch Privatgelände.
In den Klippen liegen die Überreste einer riesigen Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde in den siebziger Jahren zerstört. Seit 2012 wird ein Teil der Anlage wieder hergestellt, um sie den Besuchern zugänglich zu machen.

Whitfield Church

Whitfield Church

Ein Besuch von Whitfield lohnt kaum. Es gibt kein richtiges Zentrum und auch sonst hat die Stadt nicht viel zu bieten. Auf der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten stießen wir auf die Superstores, in denen man alles bekommt, was man braucht. Jetzt sind wir für eine Weile mit allem Nötigen versorgt, außer Kaffee. Wir haben keinen gemahlenen Kaffee bekommen, sondern nur Kaffeebohnen oder Spezialkaffees für Automaten gefunden.
Die kleine Whitfield Church St. Peter´s ist einen kleinen Ausflug wert. Die Kirche ist zwar abgeschlossen, aber der kleine alte Friedhof ist recht seltsam.

Zur Fähre nach Calais

Bad Hersfeld

Bad Hersfeld

Nach der Abfahrt am 05.06.2016 in Dresden, wo wir sehr gut auf dem Stellplatz von Schaffer Mobil nahe Radebeul standen, lenkten wir unser Wohnmobil Richtung Calais. Der Zufall verschlug uns zum Übernachten nach Bad Hersfeld, an der A4, zum Parkplatz Wortreich, beim gleichnamigen Park in der Nähe des Klinikums. Bei einem kleinen Spaziergang erkundeten wir die Altstadt von Bad Hersfeld. Alte und neue Gebäude stehen nebeneinander und bilden viele verwinkelte Gassen. Das Kernstück der Altstadt ist verkehrsberuhigt, so dass man in aller Ruhe schlendern kann. Jede Menge Cafés, Kneipen und Restaurants mit Küchen vieler verschiedener Nationen laden zur Einkehr ein. Die ehemaligen Wortreich-Fabrikhallen sind aufgemöbelt und dienen heute als Fabrikdenkmal anderen Zwecken.

Unsere Route führte am nächsten Tag weiter über Frankfurt nach Saarbrücken. Durch eine Sperrung der A6 für Fahrzeuge über 3,5t waren wir gezwungen, eine Umleitung über die nördliche Autobahn von Saarbrücken zu fahren und landeten dort gleich in einem riesigen Stau. Zusammen mit einer Irrfahrt in Saarbrücken, wegen mangelnder Ausschilderung, fehlte uns am Ende eine Stunde, in der wir eigentlich schon hinter Metz sein wollten. Die Maut bereitete uns weitere Probleme. Inzwischen gibt es keine Kassierer mehr an den Stationen, sondern Automaten haben die Aufgaben übernommen. Wie der erste Mensch standen wir vor dem Automaten, der in zwei Etagen aufgebaut ist: untere Etage für die PKWs, obere Etage für LKWs und Busse. Nur Klaus kommt, wegen der Fensteranordnung des Wohnmobils, von seinem Sitz aus weder unten noch oben an die Bedienelemente. Das heißt, ich muss alle paar Kilometer aussteigen, mich auf die Zehenspitzen stellen und das Ticket ziehen oder bezahlen. Bloß gut, dass auf Frankreichs Autobahnen nicht viel Betrieb herrscht, so dass wir kaum ein Hindernis sind. Bei den ersten Versuchen, dem Automaten etwas zu entlocken, mussten wir uns Hilfe von anderen Autofahrern holen.
Kurz hinter Metz hatten wir uns einen Stellplatz ausgesucht. Da wir nicht genau wussten, wo der liegt, fuhren wir ziemlich ahnungslos durch die Gegend. Irgendwann, es war schon nach 20 Uhr, führte uns dann ein Stellplatzschild nach Les Islettes. Den schönen Stellplatz (7,-€) selbst fanden wir außerhalb des Ortes, einen Berg hinauf. Es war ein sehr langer und anstrengender Tag. Mit achtzig bis neunzig Stundenkilometern ist man eben sehr langsam unterwegs. Bloß gut, dass wir die Fähre für einen Tag später, den 09.06.2016, bestellt haben, sonst wäre es zeitlich sehr eng geworden.

Cambrai

Cambrai

Die nächste Station war der Stellplatz am alten Bahnhof in Marcoing, südlich von Cambrai.

Qye-Plage

Qye-Plage

Heute Abend stehen wir auf dem Stellplatz westlich von Gravelines, am Rande des Naturreservates Platier d`Qye. Es ist herrlich hier. Nach einem kräftigen Gewitterguss gestern Abend und einem durchwachsenen Tag ist der Nachmittag wolkenlos und schön geworden. Ein Spaziergang durch die Dünen und am Strand tut richtig gut. Im Wasser müssen große Kalmare schwimmen, denn überall liegen fünfundzwanzig Zentimeter lange Skelette auf dem Sand. Sonst hat der Strand, außer Muschelschalen nichts zu bieten. Nach der Belgischen Küste, der Normandie und der Bretagne stießen wir nun erneut auf Relikte des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Zurück am Stellplatz genießen wir die Abendstimmung und die Ruhe am Rande der Dünen.
Für morgen haben wir die Fähre von Calais nach Dover gebucht.

 

Ukranenland

Ansicht von der Uecker

Ansicht von der Uecker

Am Ortsrand von Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern), direkt an der Uecker, liegt das Freilichtmuseum „Ukranenland“. In meinem Artikel „Endlich auf Tour“ berichtete ich schon einmal von den Ukranen. Von den Wikingern wurde dieses Volk Wenden genannt. Die Ukranen bewohnten ein großes Gebiet des heutigen Nordwestdeutschland.

Schmiede

Schmiede

Im Freilichtmuseum, zu dessen Bau 1991 der Grundstein gelegt wurde, erstanden Holzhäuser in Block-, Bohlen oder Flechtbauweise, allein auf Grundlage archäologischer Funde. Das Ukranenland wird durch haupt- und nebenberufliche Einwohner in Ukranengewändern belebt, die abwechselnd zeitweise in den Häusern leben. Die Besucher können in die Einraum-Häuser hineinsehen. Schlafen, Wohnen, Lagern, alles fand in diesem einen Raum statt. Eine Gemeinschaftsküche, Getreide- und Ölmühle, ein Backofen, eine Schmiede sowie ein Brunnen ergänzen das Dorf.
Viele Schulklassen haben das Ukranenland als Ausflugsziel auf dem Stundenplan. Dann haben die Kinder die Möglichkeit, Löffel zu schnitzen, Messer herzustellen, zu töpfern oder anderen handwerklichen Tätigkeiten nachzugehen.

Segelboot

Segelboot

Am Ufer der Uecker liegt ein Segelbootnachbau der Ukranen. Nach Anmeldung werden Ausflugsfahrten mit verschiedenen Booten angeboten.
Das Freilichtmuseum lädt zu einem längeren Aufenthalt ein, wer möchte, kann auch die Grillhütte nutzen. Wir können einen Besuch in dem absolut ruhig gelegenen, weil der Zivilisation entrückten, Dorf nur empfehlen.

Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Drewelow. Wo bitte liegt Drewelow? Da findet kein Tourist hin. Das Dorf liegt mitten im Nirgendwo südwestlich von Anklam. Dort hört man nur Vögel, Hühner und Hunde. Herrlich für den, der das liebt. Klaus jüngster Bruder hat dort mit seiner Familie ein Häuschen mit einem wunderschönen, großen und freien Grundstück. Unser Motorhome steht dort und harrt den Restarbeiten, die noch an ihm zu erledigen sind. Für die umfangreichste Arbeit saß ich fast einen Tag auf dem Dach und habe Luken und Hauben geputzt. Ich glaube, die haben in ihrem Leben noch nie eine Wäsche erfahren. Zudem überlegten wir, was wir mit dem Dach selbst machen können, denn es braucht unbedingt und dringend eine neue Schutzschicht. In Deutschland ist keine Pflege für Gummidächer zu bekommen. In Amerika kann man sie zwar bestellen, aber bekommt sie nicht nach Deutschland geliefert, weil die Lösungen als Gefahrgut gelten. Die Firma TSL kommt zwar an diese Pflegemittel heran, hat sie aber leider nicht mehr auf Lager und der nächste Container aus den USA kommt erst im Oktober. Bevor wir in das regenreiche Großbritannien fahren, muss irgendetwas auf die Gummihaut des Daches aufgebracht werden. Nach langer Recherche bestellten wir nun einen Tiefenpfleger von ArmorAll, den wir leider erst nächste Woche bekommen. Also müssen wir uns in Dresden, unserer nächsten Station darum kümmern. Es ist keine Dauerlösung, muss aber bis Oktober halten. Nun muss nur noch die defekte Abstützung repariert werden und das Motorhome zum TÜV.

riesige Felder

riesige Felder

Trotz der vielen Arbeiten und Besuche fanden wir auch Zeit für eine Wanderung um Drewelow herum. So oft wir schon hier waren, wir kamen noch nie dazu, uns in der Umgebung umzusehen.

Wasserburg Spantekow

Wasserburg Spantekow

Der Weg führte uns zuerst nach Spantekow, wo eine Wasserburg zu besichtigen ist. Die Bilder, die wir auf Tafeln sahen, versprachen ein schönes Erlebnis. Als wir dort ankamen, war der Eingang zum Burghof verschlossen. Eine Besichtigung ist wohl nach telefonischer Anmeldung bei den Eigentümern möglich. Die Burg ist so zugewachsen, dass man kaum noch die Gebäude erkennt. Der Wassergraben ist zum Teil trocken und die Brücke darüber, die einmal existierte, gibt es auch nicht mehr.

Wasserburg Müggenburg

Wasserburg Müggenburg

Enttäuscht setzten wir unseren Weg über Neuenburg nach Müggenburg fort. Dort erwarteten wir nach Auskünften ein Café sowie eine Turmbesteigung. Die Straße zwischen Neuenburg und Müggenburg besteht noch aus großen Granitpflastersteinen. Solche Straßen durchzogen Anfang des 19. Jahrhundert weite Teiles dieses Landstriches.
In Müggenburg begrüßten uns schottische Highlandrinder. Es war heiß und wir freuten uns nach zehn Kilometern Wanderung auf ein Eis. Das Tor zur Burg war verschlossen, kein Anzeichen für ein Café. Da kam der Besitzer heraus. Er war offensichtlich mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Er sagte uns, dass die Burg seit zwei Jahren für Besucher geschlossen ist, kein Eis, keine Turmbesteigung. Da kann man nichts machen. Nach Drewelow zurück waren noch zweieinhalb Kilometer zurückzulegen.

 

Endlich auf Tour

k-DSC04731Yippeeeh, nach vielen Schwierigkeiten sind wir endlich auf Tour! Erstes Ziel ist das Vulkangebiet Vogelsberg zwischen Gießen und Fulda, in dem es sich hervorragend urlauben lässt. Saubere Luft, sehr viel Natur, sehr viele Möglichkeiten, die Umgebung zu entdecken und wunderschöne Fachwerkhäuser zeichnen dieses Gebiet aus. Nach den letzten stressigen Wochen zu Hause war ein Besuch der Vulkantherme in Herbstein eine willkommene Wohltat. In der Sauna oder einem Bad im mehr als 30 Grad warmen Mineralwasser kann man die Seele baumeln lassen.
Anschließend bietet sich ein Besuch des tausend Jahre alten Herbstein an. Die sehr übersichtliche Altstadt ist noch heute von einer Stadtmauer mit mehreren Türmen umgeben. Viele der alten Fachwerkhäuser sind herausgeputzt, manche verfallen. Unter der nicht mehr erhaltenen Burg befindet sich ein großes unterirdisches Gängelabyrinth, welches die Besucher im Rahmen von Führungen erleben können. Die heutige Apotheke am Marktplatz ist das wahrscheinlich älteste Gebäude der Stadt. Vorher diente es als Amtshaus. Im Keller soll die Jahreszahl 1576 eingehauen sein.
Ein großzügiger Wohnmobilstellplatz direkt an der Therme lädt zum übernachten ein.

im Trassenmuseum

im Trassenmuseum

Zweite Station war das alle zwei Jahre zu Pfingsten stattfindende Trassentreffen in Deutzen bei Leipzig. Um die fünfundzwanzigtausend Leute waren in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts am „Jugendobjekt Erdgastrasse“ in der Sowjetunion beschäftigt. Davor gab es noch die „Drushbatrasse“. Erdgasleitungen wurden vom Nordmeer bis nach Mitteleuropa gebaut, in Verbindung mit Verdichterstationen und Wohnungsbau für die zukünftigen Betreiber der Leitungen sowie deren Angehörige. Klaus und ich waren von 1984 bis 1987 zuerst in Jefremow, südlich von Moskau, später im Permer Gebiet (Ural) in Gornosawodsk und Gremjatschinsk beim KKAB mit dem Verdichterbau beschäftigt. Es war eine seht interessante Zeit, die wir nicht missen möchten. Alle diejenigen, die Lust und Laune verspüren, treffen sich seit vielen Jahren bei den verschiedenen Trassentreffen. Das größte Treffen findet seit mehr als zehn Jahren in Deutzen statt. Es ist schön, die Kollegen aus den damaligen Tagen wiederzutreffen und über alte und neue Zeiten zu reden. Leider spielte in diesem Jahr das Wetter nicht mit, aber einer der alten Kollegen hatte ein großes Partyzelt und eine Heizkanone mitgebracht, so dass wir es gut aushalten konnten. Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten vierzehn Tage werden wir in Klaus´ Heimat Anklam verbringen. Zum Teil müssen noch Kleinigkeiten am Motorhome erledigt werden. Verschiedene Dinge sind noch nicht so, wie sie sein sollen.

Oberuckersee

Oberuckersee

Auf dem Weg von Deutzen nach Anklam übernachteten wir auf dem Campingplatz in Warnitz am Oberuckersee. Mit dem großen Motorhome sind wir nicht so schnell unterwegs und aus mancher Strecke, die sonst an einem Tag gefahren wird, wird schnell eine Zweitagesetappe. In der Mitte des See´s befindet sich eine Insel, die wohl schon in der Steinzeit besiedelt war. Ungefähr im 6. Jh. kamen die Ukranen aus dem Karpatengebiet und nannten die Gegend ihr Eigen. Grabungen in den 1960er Jahren förderten eine Holzbrücke zutage, die das Ufer des See´s mit der Insel verband. Bei Torgelow gibt es das Ukranenland. Wir haben schon einiges davon gehört und wollen es auf dem Weg nach Dresden besuchen.

 

Schadensbilder

Hier sind ein paar Bilder vom Zustand unseres neuen Heimes vier Wochen vor der geplanten Abfahrt:

 

Rückschlag vor großer Tour

Man soll eben nie ein Auto oder gar Wohnmobil von Privat kaufen. Wir wissen das, aber bei dem sehr kleinen Markt von bezahlbaren amerikanischen Wohnmobilen in Deutschland bleibt kaum etwas anderes übrig. Wir kauften das Wohnmobil mit der Maßgabe des Vorbesitzers: einsteigen und losfahren, kein Reparaturstau. Jetzt stolpern wir von einer Katastrophe in die nächste. Nachdem Klaus den kompletten Boden unter dem Frischwassertank ausgetauscht hat, weil der vollkommen verfault war, hat sich jetzt herausgestellt, dass der komplette hintere Boden in dem gleichen Zustand ist. Während der Austausch des Bodens unter dem Wassertank noch relativ gut vonstatten gehen konnte, muss nun das halbe Auto auseinandergenommen werden. In fünf Wochen soll unsere große Tour starten. Die Feuertaufe für das Wohnmobil war für Ostern geplant, die aus dem oben genannten Grund ausfallen musste. Nun müssen wir fürchten, die geplante Tour nach Großbritannien verschieben zu müssen. Die Wohnung und der Job sind gekündigt, die Mitgliedschaft im Caravan Club ist in Tüten und Papier. Die Fährüberfahrt nach England trauen wir uns jedoch noch nicht zu buchen. Ich weiß nicht, ob die Tickets nicht teurer werden, je näher der Abfahrttermin kommt. Also, es sind noch einige Probleme zu lösen und wir benötigen sehr viel Glück, um nicht noch einen Rückschlag hinnehmen zu müssen. Drückt Ihr uns die Daumen, bitte?

Welche Reisetypen sind wir?

Elbrus (Kaukasus)

Elbrus (Kaukasus)

Wieder einmal ist zu einer interessanten Blogparade aufgerufen. Gerade noch im letzten Moment erfuhren wir davon und können uns daran beteiligen.

Florian vom flocblog möchte gern wissen, was für Reisetypen unsere schöne Welt erkunden. Er selbst ist Backpacker, wie viele andere Reisende auch. Gut, wir bewundern Backpacker, die durch ihre Art zu Reisen zu sehr intensiven Erlebnissen kommen. Uns ist es dann doch zu anstrengend, ständig die vielen Kilos wiegenden Rucksäcke zu schleppen. Deshalb haben wir uns für das Wohnmobil entschieden.

Wohnmobiltouren, selbst organisiert, selbst durchgeführt, überwiegen in den letzten Jahren bei unseren Reisen.
Das war jedoch nicht immer so. Manche Pauschalreise führte uns schon in schöne und ferne Länder. Meist waren diese günstig und es war einfach, sich um nichts weiter kümmern zu müssen. Allerdings haben wir vor Ort dann immer gesehen, dass wir durch Eigeninitiativen wie Rundfahrten, Mietauto, Bus- oder Bahnfahrten Ausflüge vor Ort unternehmen konnten. Den ganzen Tag am Strand liegen ist nicht unser Ding. Wird man dann zu Hause gefragt, was habt Ihr denn so gesehen, kann man nur antworten: den Strand, aber der war toll. Nee, danke. Wenn wir schon solche Reisen unternehmen, wollen wir auch so viel wie möglich von Land und Leuten mitbekommen.


Busrundreisen sind so gar nicht unser Ding. Stundenlang im Bus sitzen, hunderte Kilometer am Tag abspulen, an vielen interessanten Dingen vorbeifahren, das ist nicht wirklich erstrebenswert und meist überteuert. Wenn man dann am Ziel angekommen ist, sieht man die Sehenswürdigkeit vor lauter Leuten nicht.


Deshalb das Wohnmobil. Es bietet den Luxus, alles bei sich zu haben, was man benötigt, und anhalten zu können, wo man möchte. Man ist flexibel und mobil zugleich. Dabei sehen wir auch zu, eher die ruhigen Ecken anzufahren, möglichst viel Natur zu genießen. An manchen Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt gesehen haben muss, und die dann entsprechend überlaufen sind, kommen jedoch auch wir nicht vorbei. Hier können wir uns jedoch die beste Tageszeit für einen Besuch aussuchen.


Unsere Indienreise vor gut einem Jahr war noch einmal etwas anders. In Indien ist es nicht unbedingt angeraten, selbst mit dem Auto zu fahren. Deshalb buchten wir die Flüge und Hotels von zu Hause aus selbst. Für die Rajasthan-Rundfahrt mieteten wir vor Ort einen PKW mit Fahrer. Das hat sehr gut geklappt. Der Fahrer hielt auch mal außer der Reihe, wenn wir meinten, etwas am Straßenrand sehen zu wollen. Ansonsten konnten wir uns entspannt zurücklehnen. Alle anderen Ausflüge organisierten wir ebenfalls vor Ort, individuell und passend für uns.


Gelästert haben wir über die verschiedenen Urlaubs- und Reisetypen nie, gewundert allerdings schon manchmal. Jeder soll so reisen, wie er möchte. Jeder setzt seine Prioritäten eben anders. Das ist auch gut. Wie wäre es, wenn alle die gleichen Reisetypen wären? Da hätten wir gar nichts zu erzählen.

 

 

Reisepannen

Gerade habe ich ein interessantes Thema gefunden, über das ich auch gern schreiben möchte. Sabine vom Blog GeckoFootsteps ruft zur Blogparade „Reisepannen rund um den Globus“ auf. Dabei berichtet sie von ihren Pannen, die ihr auf den Reisen passiert sind. Da kommt schon eine Menge zusammen. Wir sind ebenfalls nicht von dem einen oder anderen unschönen Erlebnis verschont geblieben und möchte sie hier zum Besten geben:

Speyside, Tobago

Speyside, Tobago

Tobago: Klaus wollte unbedingt im Meer baden gehen, obwohl sich kein Einheimischer dort aufhielt. Keine fünf Minuten später kam er blutend aus dem Wasser. Einer seiner Finger war durch eine Koralle bis auf den Knochen aufgeschnitten. Es folgten eine Stunde Fahrt zum Krankenhaus, sechs Stunden Warten auf die Behandlung und eine Stunde Fahrt zurück zum Hotel.

Cebu

Cebu

Philippinen: An- und Abreise waren selbst organisiert. Der Hinflug nach Cebu hatte Verspätung, die Zollkontrolle dauerte ewig und die einzige Fähre an diesem Tag war weg. Ein netter Taxifahrer pendelte anschließend zwischen nationalem Flughafen und Hotel mit uns hin und her, weil wir nicht wussten, was wir machen sollten. Das Ergebnis: ein Tag in Cebu City mit dem Versuch, an neue Fährtickets zu kommen. Die eine Gesellschaft fuhr in den nächsten Tagen nicht, die Fähre einer anderen Gesellschaft war zur Reparatur und die dritte Gesellschaft fuhr erst am nächsten Tag. Gern gebrauchtes Schlagwort auf den Philippinen: tomorrow. Na wundervoll, irgendwann erreichten wir mit fast zwei Tagen Verspätung unser Ziel auf Mindanao.
Da wir lernfähig sind, besorgten wir uns rechtzeitig Fährtickets für die Rückfahrt. Am Tag der Abreise hielten wir somit die Tickets in der Hand, eine Fähre dazu fuhr jedoch an diesem Tag nicht. Mit Hilfe unserer Gastgeber tauschten wir die Tickets, natürlich nicht ohne Hindernisse, und fuhren anstatt nonstop nun mit einem Zwischenstopp zurück nach Cebu. Das nahm alles sehr viel Zeit in Anspruch. Während uns das auf der Hinfahrt relativ egal war, wartete nun das Flugzeug nach Hause nicht. Eine halbe Stunde vor Abflug trafen wir auf dem Flughafen ein. Die Anspannung unsererseits konnte nicht größer sein.

Schaden nach Reifenpanne

Schaden nach Reifenpanne

Kanada: Im Rahmen unserer eineinhalbjährigen Rundfahrt waren wir irgendwann auf dem Weg zum Land der 1000 Inseln am St-Lorenz-Strom unterwegs. Damals mit unserem eigenen Pickup-Truck mit Wohnauflieger. Kurz vor Gananoque ein lautes, undefinierbares Geräusch. Klaus sah in den Rückspiegel und sah Fetzen fliegen. Die Lauffläche eines Reifens hatte sich abgelöst und zerstörte dabei ein großes Stück des Unterboden des Aufliegers. Der Knall war so laut, dass eine Frau panisch aus einem Kilometer Entfernung zu uns kam und fragte, ob Sie helfen kann. Nach einigem Hin und Her traf irgendwann ein Polizist ein. Der zeigte uns, wo wir den Auflieger abstellen konnten, fuhr mit uns zu einer Werkstatt, um einen neuen Reifen zu besorgen, und brachte uns auch wieder zurück. Dann empfahl er uns einen RV-Service, um die Schäden am Auflieger reparieren zu lassen. Eine Woche brachten wir dort zu, bis alle Teile da und eingebaut waren. Gekostet hat uns die Reparatur den Reifenpreis und die Eigenbeteiligung von 1000,- $ bei der Versicherung, die den Rest der Rechnung beglich.
Dem nicht genug, fuhr nur kurze Zeit später eine junge Frau, die sich beim Fahren auf ihr Smartphone konzentrierte, an einer roten Ampel hinten in den Wohnauflieger hinein. Gott sei Dank gab das nur einen kleinen Schaden von 50,-$, auf dem wir letztlich sitzen blieben.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Platz ist in der kleinsten Hütte

2001: Über ein Jahr nahm die Vorbereitung für eine fünfwöchige Wüstentour durch Algerien/Libyen in Anspruch, wie Geländewagen und Dachzelt kaufen, Visa beantragen und übersetzen lassen, Fährtickets besorgen und Tour planen. Drei Wochen vor Abfahrt, das Probepacken hatten wir gerade beendet, die Katastrophe. Der 9/11 machte einen dicken Strich durch unsere Reiserechnung. Alle Pläne wurden innerhalb von Minuten zunichte gemacht. Eine Fahrt durch diese arabischen Länder war ab dem Moment nicht mehr möglich. Was sollten wir tun? Campingurlaub im Oktober/November in Europa? Welche Ziele bleiben da noch? Unsere Wahl fiel auf Griechenland, wo wir eine wundervolle Rundfahrt erleben durften. Noch heute finden wir es sehr schade, dass die geplante Wüstentour nicht geklappt hat. Es war für uns eine einmalige Chance.

Ich könnte noch eine Weile so weiter machen. Dies hier sind nur die „größten Pannen“, ohne die wir gut hätten leben können, aber dann hätten wir nichts zu erzählen.

 

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