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Archiv für das Schlagwort “English Heritage Club”

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

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Deal

Kingsdown

Kingsdown

Für den letzten Tag in Whitfield planten wir eine Rundfahrt über Deal. Kurz vor Deal bogen wir nach Kingsdown ab, ein lohnender Abstecher. Der Ort ist kaum von Touristen besucht. Er ist klein, gemütlich und die kleinen Häuser verleihen ihm, wie wohl vielen englischen Dörfern einen besonderen Charme. Über einen versteckten Fußweg erreichten wir den kiesigen Strand. Es war gerade Ebbe und mehrere Leute suchten nach Napfschnecken für den Kochtopf. In dem reichlichen Grün im Gelände fanden wir wilden Fenchel. Den kannten wir schon aus den USA. Sofort sammelten wir einiges von dem leckeren, aromatischen Kraut zum Einfrieren und als Topping für unser Essen heute Abend. Napfschnecken und Fenchelgrün, das passt sicher auch gut zusammen. Leider fing es zu regnen an, so dass wir vom Sammeln der Napfschnecken Abstand nahmen.
Den Rückweg zum Auto nahmen wir über die Dorfstraße mit kleinen Läden.

Walmer Castle

Walmer Castle

Auf dem Weg nach Deal kamen wir an einem Castle vorbei, an dessen Zinnen Kanonen standen. Klaus´ Interesse war geweckt und wir besuchten das Walmer Castle. Der Eintritt sollte gut 11,- Pfund pro Person kosten, also gingen wir erst einmal soweit wir kamen. Der Weg führt über eine Brücke, die einen Wassergraben überspannt, weiter in den Festungshof, an der Teestube vorbei in den Verkaufsraum. Zwischen all den Prospekten für verschiedene Sehenswürdigkeiten Großbritanniens fiel mir einen Prospekt in die Hände, der uns eine riesen Einsparung bei den Eintrittsgeldern für Sehenswürdigkeiten bringen würde, die wirklich gepfeffert sind. Wir ließen uns von einer Dame weitere Details erklären und traten mit einer Jahresmitgliedschaft in den „English Heritage Club“ ein. Das bedeutet für uns, für 78,- Pfund Jahresbeitrag können wir vierhundert Sehenswürdigkeiten kostenlos besuchen und bekommen zu hunderten weiterer Sehenswürdigkeiten und Events verbilligten Eintritt. Die Investition des Jahresbeitrages amortisiert sich schon nach einem zweiten Besuch. Was will man mehr.

Walmer Castle Garten

Walmer Castle Garten

Also besichtigten wir „Walmer Castle and Gardens“ gleich von innen und stellten fest, dass diese Festung eine von vier Castles der Downs ist, die König Heinrich VIII. bauen ließ, um den damals wichtigsten Abschnitt der englischen Küste gegen Übergriffe der Franzosen und Spanier zu schützen. Dover Castle, Deal Castle und Sandown Castle gehörten mit zur Verteidigungslinie. Walmer Castle war dabei sozusagen der Kommandostützpunkt und wurde über dreihundert Jahre lang von Walmer Lords regiert. Die Grundrisse von Walmer und Sandown Castle sind gleich. Sie sehen wie vierblättrige Blumen aus, absolut symmetrisch angeordnet. In den Blütenblättern standen jede Menge Kanonen, in der Mitte lagen der Pulverkeller und der Brunnen. Die Wohnräume der Lords sind zu besichtigen, wie auch die Bastei und der Garten.

Pier von Deal

Pier von Deal

Durch Deal spazierten wir nur ein wenig, um dann in der Teestube auf dem Pierende einen englischen Tee mit Zucker und Milch zu trinken. Es regnete immer noch, so dass wir diesen Besuch kurz hielten.

Sandwich

Sandwich

Auf dem Weg zum letzten Ziel des Tages, Sandwich, hielten wir an einem Farm Shop. Es gibt sie also auch hier. Sehr schön, denn in ihnen lässt es sich gut und günstig einkaufen, frisch vom Erzeuger.
In Sandwich ging gerade ein französisches Wochenende zu Ende. Auf dem Platz vor dem Gildehaus und in den angrenzenden Straßen standen Buden mit französischen Erzeugnissen wie Käse, Wurst, Seife aus der Provence usw. Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen und stießen auf Ossie´s Fish&Chip´s-Laden. Jetzt hielt uns nichts mehr, wir mussten unsere ersten originalen Fish&Chip´s essen. Paniertes Kabeljaufilet, mit ein wenig dunklen Essig gewürzt, und Pommes. Das war lecker, könnte man öfters essen. Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert, aber es war inzwischen schon später Nachmittag, so dass wir nach Whitfield zurückfuhren, mit jeder Menge neuen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck.

FeldfruchtWer bitte kann uns sagen, was das für eine Feldfrucht ist? Wir haben keine Ahnung.

 

 

 

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