A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Indien”

Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Brahma Tempel in Pushkar

Am Vormittag besichtigten wir den Brahma-Tempel. Indien hat drei höchste Götter: Brahma, den Schöpfer, Vishnu, den Erhalter und Shiva, den Zerstörer. Zusammen sind sie GOD (Gott) und die heilige Dreifaltigkeit.
Während Vishnu und Shiva tausende Tempel in ganz Indien haben, besitzt Brahma nur einen einzigen Tempel, eben den in Pushkar. Hier findet jedes Jahr im November ein fünftägiges Festival zu Ehren Brahmas statt. Dann pilgern Angehörige aller Glaubensrichtungen des Hinduismus nach Pushkar, zusammen mit tausend Kamelen, tausend Pferden und vielen anderen Tieren. Dann findet nicht nur eine zweitägige Zeremonie auf dem heiligen Pushkarsee statt, sondern auch ein großer Viehmarkt. Die Stadt, im Normalfall hat sie 25.000 Einwohner, platzt dann aus allen Nähten. Sie liegt am Rande der Sandwüste Thar, die sich von hier weiter nach Westen erstreckt. Einen Finger streckt die Wüste Thar dann auch noch an die Straße Jaipur-Delhi, wie wir sehen konnten.
Um den Brahma-Tempel zu besichtigen, muss man die Kameras abgeben, die weggeschlossen werden, und natürlich, wie in allen Tempeln, die Schuhe ausziehen. In dieser Jahreszeit ist das kein Vergnügen, barfuß oder mit dünnen Socken auf dem eiskalten Marmorfußböden zu gehen.
Eine Treppe führt nach oben zum Tempel, in dem ein Mönch steht und die Opfergaben der Gläubigen, Blumenblüten oder andere kleine Dinge, entgegen nimmt. In dem Tempel leben fünf Mönche. In dem Boden rund um den Altar, der eine silberumrahmte Brahma-Figur zeigt, sind Silbermünzen eingelassen, die im Laufe der Zeit ganz glatt geschliffen wurden.
Der Brahma-Tempel ist um die tausend Jahre alt und im Besitz einer Regierungsstiftung. Die Spenden, die am Tempel und rund um den See eingenommen werden, fließen zu einhundert Prozent an die Stiftung, die damit wiederum Gutes für die Stadt tut, wie den Tempel und den See sauber halten, sich um das öffentliche Leben kümmern usw.
Die Namen großer Spender werden direkt an die Stiftung gegeben. Dafür erhalten diese Spender eine Danksagung in eine der Marmorplatten an Wänden oder dem Boden gemeißelt. Da sind neben indischen Eintragungen auch ein paar arabische, englische und sogar eine spanische Eintragung zu finden. Viele freie Platten gibt es allerdings nicht mehr.

Pushkarsee

Pushkarsee

Nach dieser Besichtigung holten wir unsere Kameras und Schuhe wieder ab und spazierten anschließend noch um die vordere Hälfte des Pushkarsees, der zur Abwechslung einmal ein natürlicher See ist. Hier waschen sich die Gläubigen, bevor sie zum Tempel gehen. Kühe, Affen und Tauben gehören genauso zum Bild.
In einiger Entfernung sieht man einen Tempel auf einer Bergspitze stehen. Dies ist der Sitz der himmlischen Frau des Brahma, die zum Festival herabkommt und versucht, die Rolle der irdischen Frau Brahmas zu übernehmen. Den Kampf gewinnt dann immer die irdische Frau und die himmlische Frau muss zurück in ihren Bergtempel oder in den Himmel.

Nach zwei Stunden Stadtbesichtigung stiegen wir wieder in unser Auto und fuhren in sieben Stunden, mit drei kleinen Pausen, zurück nach Delhi, wo der ganz normale Wahnsinn seinen Lauf nimmt.
Diesmal bekamen wir im Hotel Staywell ein Zimmer mit Fenster. Das ist zwar schön, aber nicht den ganzen Tag auszuhalten. Morgen steht eine Stadtrundfahrt durch Delhi an.

Bonbon: ein einmaliges Bild, gefunden am Pushkarsee:

Cowcleaning

 

 

 

Fahrt nach Pushkar

einmal Tuk-tuk bitte

einmal Tuk-tuk bitte

Wir sind leicht erkältet. Tagsüber ist es zwar halbwegs warm, aber nachts fällt das Thermometer bis auf 2,5 °C. Die Hotelzimmer kann man allesamt nicht heizen.
Zum Beginn unserer Rückreise nach Delhi stiegen wir für eine kurze Strecke ins Tuk-tuk, da unser Fahrer sich nicht mit seinem Auto noch einmal durch die engen Gassen zu unserem Hotel quälen wollte. Dann fuhren wir mit dem Auto Richtung Norden, mit ein paar Umwegen, weil sich unser Fahrer verfahren hatte, nach Pushkar. Durch diese Umwege kamen wir in den Genuss, uns noch einmal das indische Landleben anzusehen. Dieses geht wesentlich ruhiger zu, als das in den Städten.

starkes LKW-Aufkommen

starkes LKW-Aufkommen

Am Rande des Highways, den wir meistens fuhren, befinden sich viele Rastplätze, die sehr von den vielen LKW´s frequentiert werden. Inzwischen bekommen wir ein Auge, was da am Straßenrand alles angeboten wird. Vor allem fanden sich viele LKW-Waschplätze am Straßenrand. An vielen Orten werden die Fetische verkauft, die von den Hindu-Fahrern gern an Ihre Fahrzeuge gehangen werden. Bis jetzt war ja alles nur ein großes Durcheinander.

Garküche am Straßenrand

Garküche am Straßenrand

Gegen 14 Uhr legten wir eine kleine Pause ein, um etwas in einer der vielen Garküchen zu essen. Das Essen, welches dort über einer offenen Flamme gekocht wird, nennt sich Dal. Das sind verschiedene Gewürze mit Tomaten, Zwiebeln und Chilli in Öl gegart. Dazu gab es Joghurt mit irgendeinem braunen Gewürz bestreut, und das übliche kleine Fladenbrot. Das schmeckte alles sehr lecker, und vor allem war es nicht zu scharf.

Gegen 16 Uhr trafen wir in Pushkar ein. Der Ort liegt in den Bergen und ist eine heilige Pilgerstadt, mit dem einzigen Brahma-Tempel Indiens. In der Stadtmitte befindet sich der heilige Pushkarsee.
Durch diese Tatsachen müssen sich die Besucher Pushkars an bestimmte Regeln halten. Es herrscht vollkommenes Fleisch- und Alkoholverbot. Es müssen die Knie bedeckt sein, Pärchen dürfen kein Händchen halten oder gar mehr, und rund um den See müssen die Schuhe ausgezogen werden.

Pushkarsee

Pushkarsee

Nachdem wir unser Hotelzimmer im New-Park bezogen haben, machten wir noch einen Spaziergang durch die Straßen rund um den See. Pushkar ist zudem Touristenstadt und so ist alles auf Touristen ausgerichtet. Kein Flecken entlang der gesamten Straße ohne Laden, in denen Kleidung, Tücher, Schmuck, fein geschnitzte Marmorstücke oder Snacks verkauft werden. Wer an den See will, wird an vielen Zugangstellen um eine Spende gebeten.
Als es dunkel wurde, gingen wir zum Hotel zurück und tranken an einem Stand, von wegen der Vitamine, einen frisch gepressten Orangen- bzw. Ananassaft, die echt lecker waren.

Udaipur

Natural Lake View Hotel Udaipur

Natural Lake View Hotel Udaipur

Heute morgen mussten wir erst einmal das Hotel wechseln, denn im Natural Lake View Hotel hat gar nichts gestimmt. Es ist dreckig, durch die Fenster kann man kaum durchsehen, der Service stimmt nicht, auf das Essen warteten wir ewig und Internet war auch nicht verfügbar. Heute zum Frühstück hat man nach einer geschlagenen halben Stunde festgestellt, dass man uns keine Omeletts machen kann, weil keine Eier da sind. Nach über einer halben Stunde hatten wir unser Frühstück immer noch nicht. Trotzdem wir mehrmals darauf aufmerksam gemacht hatten, dass wir um 9 Uhr zur Stadtbesichtigung abgeholt werden, hielt man es nicht für nötig, sich ein bisschen zu beeilen, so dass wir ohne Frühstück das Hotel verließen. Gestern Abend bestellten wir Gerichte mit Ziege und Lamm, als es hieß, dass diese Bestellungen bis zu einer Stunde dauern würden. Gut, dann bestellten wir auf ein ganz normales Gericht um, worauf wir dann ebenfalls fast eine Stunde warteten. Unglaublich.
Unser Fahrer kümmerte sich dann um ein neues Hotel, was nicht so einfach war, weil wir dieses eben für zwei Nächte gebucht hatten. Der Guide, der inzwischen eingetroffen war, sprach nicht deutsch, obwohl wir einen deutschen Guide gebucht hatten. Der fuhr dann wieder weg, aber ein deutschsprechender Guide war in Udaipur nicht verfügbar. Von denen gibt es nur zwei oder drei und die waren ausgebucht. Also mussten wir uns doch mit einem englischsprechenden Guide begnügen, der dann auch erst wieder zu uns stoßen musste. So vergingen fast eineinhalb Stunden.

Hotel Sarovar am Pichola Lake

Hotel Sarovar am Pichola Lake

Das neue Hotel bezogen wir auch noch, bevor die Stadtbesichtigung begann. Es ist das „Sarovar“. Hier stimmte dann alles wieder. Endlich konnte es losgehen.
Udaipur wurde im 16. Jahrhundert gegründet und ist umringt und berühmt für seine Seen, deren es sieben Stück geben soll, die allesamt von Menschen gemacht wurden. Der erste See, an dem wir auch wohnten, heißt Swaroop Sagar-See. Am Ufer des zweiten Sees, dem Pichola See, an dem wir jetzt wohnen, befindet sich der Stadtpalast, der Winterwohnsitz des Maharana von Udaipur. Maharana ist eine Variation des Hindu-Herrschertitels Maharaja.

Pichola Lake

Pichola Lake

Im Pichola-See steht das Sommerschloss „Taj Lake Palace“ der Herrscherfamilie. Es ist durch den James Bond-Film „Octopussi“ berühmt geworden. Das war ein Grund, uns bis nach Udaipur fahren zu lassen, obwohl die Stadt ganz schön weit ab vom Schuss liegt.
Neben diesen beiden Schlössern gibt es auch noch das Monsunschloss, hoch oben auf einem Berg. Es ist das Schloss, welches die Herrscherfamilie in der Monsunzeit bewohnt. Ebenfalls im See liegt die Partyinsel Jagmandir mit kleinem Garten, einem kleinen Schloss und einem Tempel.

Taj Lake Palace

Taj Lake Palace

Unsere Besichtigung begann mit einer einstündigen Bootsfahrt auf dem See, bei der wir an der königlichen „Yacht“ vorbeikamen und dann am Sommerschloss. In seinem Restaurant bezahlt man für ein Diner um die 2000,- Dollar.

Partyinsel Jagmandir in Pichola Lake

Partyinsel Jagmandir in Pichola Lake

Auf der Partyinsel hatten wir Gelegenheit, uns ein wenig umzusehen. Unter dem strahlend blauen Himmel leuchten die weißen Häuser rundherum. Udaipur wird die „weiße Stadt“ genannt. Hier wird in großem Stil Marmor abgebaut. Zudem hat Udaipur die größte Silber- und Zinkmine in ganz Asien. Die Stadt hat nur eine halbe Million Einwohner, dafür sieben Universitäten, z.B. für Management, Architektur, Mode usw.

Stadtschloss und Winterpalast

Stadtschloss und Winterpalast

Im Anschluss an die Bootsfahrt besichtigten wir den Stadtpalast, also den Winterpalast des Maharana. Er ist im Aussehen einfach gehalten. Die unteren Etagen haben nur wenige Fenster und zeigen gar keinen Schmuck. Das hat mit den Angreifern zu tun, die das Schloss manchmal heimsuchten. Aus Gründen der Verteidigung sind die Türen im Inneren der Anlage alle sehr klein gehalten. So mussten sich die Angreifer beim Durchgehen bücken. Neben den Türen haben dann die Verteidiger mit Schwertern gestanden und konnten so leicht die Köpfe der Angreifer abschlagen. So erzählte es uns unser neuer Guide Wino. Im oberen Teil, der Anlage findet man dann wieder kleine Erker mit vielen Fenstern.
Ein Teil des Schlosses ist als Museum zu besichtigen. Die einzelnen Räume und Etagen sind durch sehr schmale Gänge miteinander verbunden. In der Silbergalerie sind viele Gegenstände aus Silber ausgestellt, von Flakons über Trinkbecher bis hin zu Pferdegeschirr. Der Rundgang war ganz interessant, ist aber kaum mit den bisher gesehenen Forts zu vergleichen.

Jagdish-Tempel

Jagdish-Tempel

Nach der Besichtigung des Stadtpalastes nahmen wir eine kleine Stärkung in einem kleinen Restaurant vor den Toren des Palastes zu uns, bevor wir uns noch den Jagdish-Tempel ansahen. Darin fand gerade eine Betstunde statt, bei der fast nur Frauen zugegen waren. Sie saßen eng beisammen und sangen wahrscheinlich Gebete, von Musik und dem Duft der Räucherstäbchen begleitet. Überall lagen Maiskörner auf dem Boden, offensichtlich Opfergaben. Außerhalb des Tempels stehen kleine Schreine auf dem Gelände.

Altstadt von Udaipur

Altstadt von Udaipur

Gegen 16 Uhr war der Tag für uns zu Ende und wir gingen zum Hotel zurück. Nach einem Kaffee spazierten wir noch einmal durch unsere Umgebung und zum See, bevor wir zum Abendessen auf das Dach unseres Hotels „Sarovar“ stiegen. Von dort oben haben wir einen schönen Blick auf die Altstadt gegenüber und die Dächer unseres Stadtteils.

Noch eine Anmerkung: unser Guide klärte uns über den Ursprung der Stadtnamen mit den Endungen pur und bad auf. Die Städte, die mit pur enden, wie Udaipur sind hinduistischen Ursprungs, die auf bad enden, wie Islamabad sind moslemischen Ursprungs, wieder etwas gelernt.

Fahrt nach Udaipur

Alle Tiere sind sehr zahm

Alle Tiere sind sehr zahm

Fahr´n, fahr´n, fahr´n, immer Richtung Udaipur. Ab und zu wird die Fahrt durch eine Teepause, einen Tankstopp oder zum Luft pumpen unterbrochen.
Die Landschaft ist flach und weiter eine Halbwüste, aus der sich vereinzelt Hügel erheben. Es wird wieder mehr Raps angebaut. In den größeren Städten trifft man manchmal auf Menschenansammlungen. Das sind praktisch Arbeitsämter für Tagelöhner, die sich auf diese Weise ihr karges Auskommen verdienen. Hier muss ich noch erwähnen, dass die Ärmsten der Armen teilweise in Zelten oder aus allem Möglichen zusammengezimmerten Hütten direkt am Straßenrand wohnen. Mancher Friseur stellt sich einfach einen Stuhl auf den Fußweg, hängt einen Spiegel an die Mauer und verrichtet derart sein Handwerk. Viele verkaufen Obst und Gemüse oder Gebäck auf ihren Karren. Ständig werden wir angebettelt, wenn wir uns einmal zu Fuß auf den Weg machen.

Am Fuße der Aravoli-Berge

Am Fuße der Aravoli-Berge

Nach einem kürzeren Stück Highway bog unser Fahrer auf eine kleine Straße ab und bald führte uns unser Weg durch das tiefste Hinterland von Rajasthan. Die Orte dort sind so klein, dass nur die durchführende Hauptstraße asphaltiert ist. Alle anderen Straßen und Wege sind unbefestigt. Es leben nicht so viele Leute dort. So gefällt uns Indien schon besser, es ist fast gemütlich. Dann wurde die Landschaft bergig.

Jain-Tempel in Ranakpur

Jain-Tempel in Ranakpur

Am Beginn der Aravalli-Bergkette besuchten wir den Ranakpur-Tempel aus dem 15. Jahrhundert. Es ist ein Jain-Tempel und ein Beispiel des Zusammenwirkens von Religion und Kunst, so steht es in unserem Prospekt geschrieben.
Die Jain-Religion schreibt ein Dasein annähernd den gleichen Regeln wie die zehn Gebote des Christentums vor. Meditation und Entsagung aller irdischen Versuchungen bestimmen das Leben. Nach dem Tode wird man wiedergeboren, wenn man es sich verdient hat. Das wiederholt sich einige Male, bis man am Ende das Nirwana erreicht und sich die Seele von Körper und Geist gelöst hat, oder so ähnlich.
Der Tempel aus Marmor, der aus zwei verschiedenen Regionen kommt, besteht aus einer großen Mittelkuppel, um die sich vier kleinere Kuppeln anschließen. An diese wiederum sind weitere vier Kuppeln angebaut, die vier Eingänge bilden, alles ist auch hier wieder symmetrisch. Die ganze Konstruktion wird von 1444 reichverzierten Säulen getragen, die Geschichten aus dem Jainismus erzählen. Keine einzige Säule gleicht einer anderen. Es ist ein sehr beeindruckender Bau, der in einem bezaubernden Tal errichtet wurde.
Meerkatzen spielen auf dem Gelände oder auf dem Tempel. Sie leben in diesem Tal.
Auf der Weiterfahrt nach Udaipur überquerten wir das Aravalli-Gebirge, kamen wieder auf den Highway und waren schon bald, sechseinhalb Stunden nach der Abfahrt morgens, in Udaipur an. Eine Besichtigung stand nun nicht mehr an, deshalb wurden wir am Natural Lake View-Hotel abgesetzt, wo wir nun zwei Nächte verbringen werden. Aus unserem Zimmer können wir über den Swaroop Sagar, einem der sieben künstlichen Seen in Udaipur, sehen. Auf der Dachterrasse nahmen wir unser Abendbrot ein.
Für Morgen ist eine Stadtrundfahrt nach Udaipur angesagt.

Jodhpur

indischer Transport

indischer Transport

335 Kilometer von Jaipur nach Jodhpur in sechs Stunden. Langsam gewöhnen wir uns an den Verkehr, aber nicht an das pausenlose Hupkonzert. Da sind die sehr melodischen Hupen der LKWs eine schöne Abwechslung. Am schönsten sehen die von Hindus gefahrenen LKW´s aus, die bunte Bemalungen und Zierrat, der natürlich eine Bedeutung hat, aufweisen.
Das Fahren auf den Überlandstraßen wird immer entspannter, da die Orte immer weiter auseinander liegen und immer kleiner werden. Dafür muss man öfters mit Tieren rechnen, die die Straße überqueren oder einfach nur auf ihr entlang laufen. Das können Rinder und Kamele sein, aber auch Ziegen und Schafe, die jedoch von Menschen geführt werden.

Marmorblöcke

Marmorblöcke

Es fällt auf, dass die Orte mit jedem Kilometer ein klein wenig sauberer werden. Die Landschaft verändert sich, wie auch die Vegetation. Die Halbwüste nimmt das Zepter in die Hand und irgendwann beherrschen Akazien und Olivenbäume, die nicht kultiviert sind, die Landschaft. Raps konnten wir so gut wie keinen mehr entdecken.
Die Stadt Kishangarh ist die Hochburg der Marmorverarbeitung. Von dort kamen uns ständig LKW´s entgegen, die große Marmorblöcke geladen haben. Die Steinbrüche müssen irgendwo bei Ajmer liegen, wo dann auch eine Bergkette beginnt, die bis nach Jodhpur führt.
Kurz vor Ajmer besichtigten wir kurz einen wunderschönen Jain-Tempel.

Meherangarh- Fort in Jodhpur

Meherangarh- Fort in Jodhpur

In Jodhpur angekommen, besuchten wir das schönste Fort Rajasthans, das Meherangarh-Fort, einhundertzwanzig Meter über der Stadt gelegen. Es breitet sich, wie die anderen Forts, auf einen Bergkamm aus und wird ebenfalls von einer zehn Kilometer langen Mauer umgeben. Ein Rundgang führte uns durch verschiedene Trakte, deren Wände und Decken weiß gestrichen sind. In einem Teil sind verschiedene Waffen ausgestellt wie Schwerter, Gewehre und Speere. In einem anderen Teil sind Miniaturmalereien ausgestellt, die mit Hilfe von Haaren der hier häufig vorkommenden Streifenhörnchen gemalt sind. Die verwendeten Farben sind Naturfarben aus Pflanzensäften bis hin zu Rinderurin. Die Darstellungen zeigen Mandalas mit der Darstellung der Hindugötter oder das Leben am Hofe des Maharajas. Die hier gezeigten Motive gibt es nur in Jodhpur und wurden früher geheim gehalten. So hat jede Region ihre eigenen Motive hervorgebracht.

Elefantenreithilfe für Maharaja

Elefantenreithilfe für Maharaja

Außerdem sind Sänften, Reithilfen für die Elefantenrücken sowie Babywiegen ausgestellt. Die Wiege des heutigen Maharajas wurde elektrisch bedient.
Nur zwei Räume zeigen die Originalmalereien und -ausstattung: das Schlafzimmer des Maharajas und der Tanzsaal, reich mit Ornamenten, Spiegeln und bunten Fensterscheiben verziert, eben königlich.
Bei diesem Fort konnten sich die Leute bei der äußeren Farbgestaltung nicht entscheiden. So sind die unteren Bereiche gelb bemalt und die oberen Bereiche mit roten Sandstein gebaut. Die Fassaden sind sehr reich und sehr filigran aus dem Stein herausgearbeitet, unglaublich filigran. Es fallen auch wieder viele Erker mit vergitterten Fenstern auf.

Denkmal für die Maharajas ab 1899

Denkmal für die Maharajas ab 1899

Am Fuße des Forts steht ein Denkmal für die letzten Maharajas und ihre Söhne seit 1899. Das Denkmal wurde 1906 eingeweiht und beherbergt Bilder der verstorbenen und hier verbrannten Herrscher. Alles ist aus  weißem Marmor hergestellt, der so fein ist, dass sogar das Sonnenlicht durch die Wände in das Innere durchscheint. Drinnen steht ein Tempel, vor dem die gläubigen Besucher beten und kleine Stofffetzen dalassen, mit der Bitte um Gutes für sie.
Außerhalb des Denkmals stehen kleine Grabmale, die an die Familienmitglieder der Maharajas erinnern. Alle diese Leute werden an der gleichen Stelle hier vor Ort verbrannt. Die Frauen der Maharajas wurden nur mit ihrem Mann verbrannt, wenn sie keine Kinder geboren hatten, bekamen wir erzählt. Der heutige Maharaja, 64jährig, wird genauso hier verbrannt und geehrt werden, wie seine Vorgänger. Er hat heute die gleiche Position wie die Queen oder unser Bundespräsident.

Vom Fort aus erkennt man den derzeitigen Herrschaftspalast des Maharajas am anderen Ende der Stadt. Außerdem sieht man ein großes Wasserbecken. Das war zu Maharajas Zeiten die Viehtränke.

lokaler Markt von Jodhpur

lokaler Markt von Jodhpur

Zum Schluss spazierten wir über den lokalen Markt, der sich um den englischen Uhrturm herum erstreckt und sieben Quadratkilometer groß sein soll. Zwischen den Händlern und Käufern wuseln auch noch Tuk-tuks, Mopeds und wo möglich, Autos herum. Man hat nicht wirklich ruhe zum Stöbern.

Heritage Kuchaman Haveli Hotel

Heritage Kuchaman Haveli Hotel

Unser Hotel für diese Nacht ist das Heritage Kuchaman Haveli. Es liegt mitten in der Altstadt und ist ein altes Gebäude. Als wir es betraten, glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen. Es hat ein wahrhaft herrschaftliches Ambiente mit Atrium, roten Vorhängen und Marmorfußboden. Klaus probierte zum Abendbrot das nationale Gericht Thali. Das besteht aus mehreren kleinen Portionen warmer Speisen, Joghurt, Brot und Soßen. Das hatte uns unser heutiger Reiseleiter empfohlen und ist ein Querschnitt durch die indische Küche.

Jaipur

Ziegelbrennerei

Ziegelbrennerei

Um 8 Uhr begann unsere nächste Etappe nach Jaipur. 250 km in vier Stunden, trotz hervorragender Straße im Bundesstaat Rajasthan, nachdem wir Uttar Pradesh verlassen hatten. Die Sonne kam eine Weile heraus und alles sah um einiges freundlicher aus. Das mag wohl auch daran liegen, dass es in Rajasthan etwas sauberer, etwas weitläufiger und etwas grüner ist. Die beklemmende Enge, die wir bisher kennengelernt hatten, ist weitestgehend verschwunden. Die Häuser sind ein wenig farbiger, es wird viel gebaut. Trotzdem gilt auch hier. die Tankstellen und Schreine sind im besten Zustand.
In dem Gebiet, durch das wir gefahren sind, haben sich viele Ziegeleien angesiedelt. Die hohen Schornsteine zeigen die Standorte an. Drum herum werden die geformten Ziegel vor dem Brennen auf großen Flächen getrocknet. Ansonsten sieht man überall Rapsfelder.
Auf der zweiten Hälfte des Weges fuhren wir durch einige Berge, die sich aus der Ebene erheben. Dies sind wahrscheinlich die Lieferanten für den roten Sandstein, aus dem Steinmetze, die sich in einem weiteren Gebiet niedergelassen haben, schöne Dinge wie Säulen, Figuren, kleine Pavillons für Dachterrassen oder private Schreine für zu Hause usw. herausarbeiten.

Amber Fort Jaipur

Amber Fort Jaipur

Jaipur wird auch die „Rosa Stadt“ genannt, weil das Stadtzentrum von roten Sandsteinbauten dominiert wird. Unser Guide, diesmal englisch sprechend, empfing uns im Stadtzentrum und fuhr mit uns gleich zum Amber Fort. Dieses riesige, auf einem Berg gelegene Fort hat eine gelbe Farbe, von der auch der Name Amber Fort kommt. Es wird von einer zehn Kilometer langen Mauer, die hin und wieder von Beobachtungstürmen unterbrochen wird, und die um das Fort über die angrenzenden Hügel führt, umgeben. Diese Mauer sieht aus wie die chinesische Mauer, ein gewaltiges Bauwerk. Wie schon erwähnt, hat auch das Fort selbst eine gewaltige Größe. Hier wohnte der Maharadscha mit seinen zwei legalen Frauen und einem großen Harem. Über dessen Größe wird nur spekuliert. Die Gemächer der Haremsdamen liegen jedenfalls in vier langen Flügeln, die einen Hof umgeben, der einen Pavillon beherbergt. In diesem Pavillon trafen sich die Haremsdamen, um sich auszutauschen oder sich zu unterhalten. Die Maharanis bewohnten jede einen eigenen Palast in der Stadt.

Audienzhalle

Audienzhalle

Außerdem befinden sich mehrere Paläste und Aufenthaltsräume auf dem Gelände, in denen die fünftausend Soldaten untergebracht waren. In dem Audienzhof befinden sich zwei von Säulen getragene Dächer. Unter dem einen saßen die siebenundzwanzig Maharadjas aus allen Teilen von Rajasthan, in dem anderen die Vertrauten der Maharadjas. Jeder Maharadja hatte sein eigenes Büro, welches durch vier Säulen begrenzt war. Die Öffentlichkeit durfte sich nur im Hof aufhalten und musste ihre Fragen an die Vertrauten stellen. Diese trugen die Anliegen an die Maharadjas heran und wiederum deren Antworten an die Hilfesuchenden. Ganz schön umständlich.

Ritt auf dem Elefanten

Ritt auf dem Elefanten

Nach dem Besuch des Amber Forts wagten wir einen Ritt auf dem Elefanten. Nur eine Decke und Haltestricke trennten uns von dem großen Tier namens Jappo, der fünfundzwanzig Jahre zählt. Eine viertel Stunde schaukelten wir durch das Elephant Village, in dem sich auch noch verschiedene Vögel, Erdhörnchen und Termiten tummeln. Jetzt können wir auch beim Thema Elefantenreiten mitreden. Jaipur wird auch Elefantenstadt genannt, weil hier einhundertfünfunddreißig Elefanten leben.
Unser Guide führte uns nebenbei noch in einen Buchladen und ein Schmuckgeschäft. Jaipur ist ebenso eine Edelsteinstadt, in der sehr günstige Schmuckstücke zu erstehen sind. Die Edelsteine kommen aus aller Welt.

Am Wasserpalast legten wir nur einen kurzen Fotostopp ein. Als der Palast gebaut wurde, gab es dort noch keinen See. Man baute einen Staudamm und anschließend flutete man das Gelände.

Palast der Winde

Palast der Winde

Zuletzt besichtigten wir das berühmteste Bauwerk Jaipurs, den Palast der Winde. Er hat dreihundertfünfundsechzig Fenster für die Haremsdamen, die sich nicht in der Öffentlichkeit zeigen und nur aus kunstvoll vergitterten Fenstern sehen durften. Die Front, die man sieht, ist allerdings nur eine Fassade mit zahllosen Erkern, in denen sich die Fenster befinden. Die Wohnräume liegen in den dahinterliegenden Trakten.
Daneben besitzt Jaipur fünf große Tempel, darunter den Tempel des Ganesha, des Elefantengottes. Er steht am Hang eines Berges, hat Ausmaße eines Schlosses und die gleiche gelbe Farbe wie das Amber Fort.
Nach einem wieder anstrengenden Tag setzte man uns im Royal View Hotel ab, um uns auszuruhen. Morgen wird der Weg noch länger werden.

Agra

Gleich morgens um 8 Uhr starteten wir mit unserem nepalesischen Fahrer, der zusammen mit seinem Auto vom Hotel bestellt worden war, zu der gebuchten, privaten 7-Tage-Tour durch Rajastan. Das heißt, wir zwei sind mit dem Fahrer allein unterwegs. Keine große Busgruppe oder so.

indischer Verkehr

indischer Verkehr

200 Kilometer etwa liegt Agra von Delhi entfernt. Geschlagene vier Stunden fuhren wir durch Dehli und verschiedene weitere Orte nach Agra. Überall bot sich uns das gleiche Bild von indischen Chaos.
In Agra angekommen, begrüßte uns unser deutsch sprechender Reiseleiter. Auf unsere Frage, wo er denn so gut deutsch sprechen gelernt hat, antwortete er: im Goethe-Institut. In Weimar? Nein in Indien. Na ja, warum nicht. Wipper, so hieß er, sprach sehr gut deutsch. Er führte uns durch das Taj Mahal und das Agra Fort. Seit meiner Jugend wollte ich immer einmal zum Taj Mahal. Jetzt hat es geklappt. Man sieht so viel über dieses „achte Weltwunder“ und dann ist doch alles anders. Zuerst steht man vor einer großen, roten Sandsteinmauer, wo auch der Einlass ist. Nachdem man das Ticket bekommen hat, muss man durch eine Kontrolle. Es ist so gut wie alles verboten, mit hinein zu nehmen: keine elektronischen Geräte, keine Lebensmittel, Waffen oder ähnliches sowieso nicht, und noch einiges mehr. Einzig zugelassen sind Fotoapparate und das normale Handgepäck.

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

durch das Westtor in den Innenhof des Taj Mahal

Nach der Kontrolle, bei der Frauen und Männer, durch eine Sichtschutzwand getrennt gehen müssen, gelangt man durch ein Tor und über einen Weg in den Vorhof des Taj Mahal. Dieser hat drei Tore, im Westen, Süden und Osten, und das prächtige Königstor im Norden, welches den Besucher zum Grabmal führt. Die gesamte Anlage wurde in der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts vom 5. Herrscher der Mogulendynastie erbaut, um seiner Liebslingsfrau, die bei der Geburt des 14. Kindes gestorben war, ein wahrhaft edles Grab zu geben. Das Versprechen hatte er ihr auf dem Sterbebett gegeben. Mit Hilfe von zwanzigtausend Helfern und Handwerkern entstand dieses sagenhafte Bauwerk.

Taj Mahal

Taj Mahal

Das Taj Mahal ist nach allen Seiten symmetrisch. Die vier Minarette sind leicht nach außen geneigt, um im Falle eines Erdbebens nicht auf die Grabkammer zu fallen. Die Grundplatte misst einhundert mal einhundert Meter. Das Grundgerüst des Taj Mahl besteht aus Ziegeln und rotem Sandstein und wurde zuletzt mit weißem Marmor aus Rajasthan verkleidet. Flankiert wird das Taj Mahal von zwei Kuppelbauten. Der linke Kuppelbau ist eine Moschee, in der der Erbauer betete, der rechte diente als Gästehaus.
Um das Innere zu sehen, muss man sich mit hunderten anderer Besucher um die Sarkophage herumschieben lassen. Fotos sind verboten. Es herrscht Halbdunkel und man kann kaum etwas von der inneren Ausstattung und der Kuppel erkennen.

Standort des schwarzen Taj Mahal

Standort des schwarzen Taj Mahal

Von der nördlichen Plattform aus, sieht man über den Jamuna River. Genau gegenüber dem Taj Mahal sollte genau der gleiche Bau errichtet werden, nur mit schwarzem Marmor. Der ist aber nur angefangen worden und im Laufe der Zeit abhanden gekommen. Das Fundament kann man noch erkennen. Dies sollte das Grabmal des Erbauers des Taj Mahal werden. Es konnte nicht vollendet werden, da der zweitälteste Sohn seinen Vater vom Thron stieß, weil er mit der Erbfolge nicht einverstanden war, und ihn in einem Turm neben seinem Wohnhaus einsperren ließ. Dort blieb er bis zu seinem Tode. Dann bekam er einen Platz neben seiner Lieblingsfrau im Taj Mahal. Deshalb ist dort die Symmetrie nicht gegeben, weil dieser Fall nicht vorgesehen war.

das Königstor mit Garten

das Königstor mit Garten

Der Garten, genauso symmetrisch angelegt, war als Paradiesgarten angelegt. Es gab Früchte aller Art und die schönsten Blumen. Die Engländer hatten den Garten mit viel englischem Rasen und pflegeleichten Bäumen umgestaltet. Allerdings übernahmen die englischen Kolonialherren den ganzen Komplex in einem jämmerlichen Zustand. Sie wollten sogar das Grabmal abbauen und auf Versteigerungen in England verkaufen, wie sie es schon mit manchem indischen Kulturgut getan hatten. Doch irgendein schlauer Mensch meinte wohl, dass es besser wäre, den Bau wieder aufzubauen und es dem Publikum zu öffnen. Heute strömen Millionen von Besuchern aus aller Welt hierher, um es zu sehen.

Eingang zum Agra-Fort

Eingang zum Agra-Fort

Der nächste Besuch in Agra galt dem Agra-Fort, das aus rotem Sandstein errichtet und von drei Mauern und einem Wassergraben umgeben ist. Das Gelände hat eine Grundfläche von zwei Quadratkilometern und ist heute nur zu einem Teil der Öffentlichkeit zugänglich. Ein Teil wird immer noch vom Militär beschlagnahmt, wie schon seit eh und jeh. Durch ein Tor mit Zugbrücke betritt man das gewaltige Fort, läuft über eine lange Rampe in einen großen Hof, der an der gegenüberliegenden Seite von einem der mehreren Paläste des Geländes dominiert wird. Durch ein anderes Tor gelangt man in den Hof, in dem sich das einstige Audienzgebäude des Moguls befindet. Das Fort ließ der gleiche Mogul errichten, der auch das Taj Mahal bauen ließ.

Audienzgebäude des Agra-Forts

Audienzgebäude des Agra-Forts

Es war sein Regierungssitz, in dem er auch mit seiner Frau und zwei seiner Töchter wohnte, die jeweils ein kleines Gebäude rechts und links des Mogul-Wohnhauses bewohnten. Der Wohnkomplex befindet sich hinter dem Audienzgebäude und wird rechts und links von den Wohnräumen der eintausend Haremsdamen abgeschlossen. Durch ein kleines Tor gelangt man zu weiteren Palästen. Die nachfolgenden drei Mogule erweiterten das ursprüngliche Fort später.

Ankunft in Dehli

Nach einem guten Flug mit gutem Service und sehr guten Plätzen, landeten wir wohlbehalten in Delhi. Der Flug kreuzte das Schwarze Meer, streifte das Kaspische Meer im Süden und überquerte Afghanistan. Er dauerte sieben Stunden.
Delhi, unsere erste Station, empfing uns mit Hochnebel und 16 °C, abends tröpfelte es einmal kurz. Der Wetterbericht erzählte uns etwas von 22°C, die hier im Großraum in den nächsten zehn Tagen herrschen sollen. Für mich bedeutete der Temperaturunterschied den Unterschied zwischen Jacke oder nicht Jacke.

k-P1000741

Hotel Staywell DX

Die Abholung vom Flughafen in Delhi zum Hotel Staywell DX in Neu-Delhi klappte. Das Hotel liegt mitten im Getümmel der Deshbandhu Gupta Road, wo sich noch ganz viele andere Hotels nebeneinander reihen. Durch die Bank weg sehen die Hotels ganz schön mitgenommen aus. Da soll das Staywell DX (DX steht für Deluxe) noch das beste sein. Die Fahrt mit dem Shuttle am Vormittag durch die Straßen von Indiens Hauptstadt war schon ein Abenteuer, aber was uns dann am Abend erwartete, als wir noch ein wenig spazieren waren, das grenzt an Wahnsinn. Busse, Pkws, Tuk-tuks und Rikschas drängeln sich auf den Straßen. Jeder will der erste sein. Straßenmarkierungen sind vollkommen uninteressant, praktisch nicht existierend. Spritsparend fahren geht da nicht, denn es wird in jede Lücke gesprungen und ständig einem anderen Fahrzeug ausgewichen, meistens nur um Haaresbreite. Gas geben, bremsen, immer im Wechsel, dazwischen auch noch Moped- und Fahrradfahrer, Zebu-Gespanne, Handkarren und Fußgänger. Es wird selbst noch auf den Fußwegen gefahren. Der Smog in der Stadt in unglaublich, das ununterbrochene Hupkonzert stellt alles in den Schatten. Wie die Geier kreisen über Delhi die Milane. Für uns ist das ein ungewohntes Bild, da diese Vögel normalerweise große Reviere für sich beanspruchen.
Bei unseren kurzen Spaziergängen konnten wir nicht einen Schritt machen, ohne dass wir von irgendetwas oder irgendjemandem behindert worden wären. Das macht keinen Spaß. Sobald man einmal in eine Gasse abbiegt, findet man kaum mehr heraus. Schon um die nächste Ecke ist die Orientierung futsch. Die Bausubstanz ist durchgehend sehr schlecht, nichts wird erneuert. Die elektrische Versorgung ist ein Knüller für sich.
Wir spazierten durch enge Gassen und über einen Markt. Überall wird gewerkelt, geschneidert, etwas verkauft oder werden Haare gestylt.
Unser Hotelzimmer liegt auf der der Hauptstraße abgewandten Seite und besitzt kein Fenster. Was soll man hier auch mit Fenstern. Die kann man sowieso nicht öffnen. Der Straßenlärm ist einfach zu unerträglich.
Morgen beginnen wir eine 7-tägige Rundfahrt durch Rajastan.

 

 

 

Vorfreude auf Indien

Yippie – es geht nach Indien. Flüge sind gebucht, die Visa haben wir nach einigem Hin und Her nun auch, Hotels sind soweit gebucht, dann kann es ja losgehen. Wir freuen uns schon wie die Schneekönige und sind gespannt wie die Flitzebögen. Indien wird wahrscheinlich alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen, und wir haben ja inzwischen so einiges erlebt. Natürlich werde ich von unserer Reise hier an dieser Stelle berichten. Bis dahin, seid schön neugierig.

Beitragsnavigation