A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Everglades – Florida

Schon lange wollte ich berichten, dass uns an vielen Wasserlöchern quer durch die USA Nilpferdlaute begegnen. Nilpferde in Nordamerika, das kann ja wohl nicht sein. Das können nur Ochsenfrösche sein, obwohl sie für uns immer unsichtbar blieben.

Villa in Naples

Villa in Naples

Am Gulfshore Blvd in Naples reihen sich die Millionärsvillen und Golfplätze. Trotz allem ist es ein sehr gediegener Ort, denn die einflussreichen Einwohner dort verhinderten, dass Bettenburgen die Strände zupflastern. Es geht ruhig zu, sogar in der Sehen-und-Gesehen werden-Meile, 5th Avenue, sind kaum Menschen unterwegs. Wahrscheinlich ist dort alles so teuer, dass Otto Normalverbraucher in den Geschäften kaum etwas für sich findet.

Alligatorflagge heißt diese Planze

Alligatorflagge heißt diese Planze

Dem Highway 41, Tamiami Trail, immer weiter folgend, gelangt man in und durch die Everglades. Am Eingang zum Fakahatchee Strand Preserve State Park steht ein Souvenirgeschäft der Seminolen, deren ureigenstes Land die Everglades waren. Heute leben die Ureinwohner in Reservationen verstreut in diesem Gebiet. Neben dem Geschäft befindet sich der Eingang zu einem Holzweg durch den Sumpf, so naturbelassen, wie wir es bisher noch nicht gesehen haben. Kleine Tafeln klären über das auf, was man sieht oder sehen könnte und warnt vor den giftigen Wassermoccasinschlangen. Rundum steht das Wasser einen halben Meter hoch, das braun und glasklar ist. Ein paar kleine Fische tummeln sich darinnen, die sich von den zahlreichen Mückenlarven ernähren und ungewöhnlich in der Fischwelt, lebende Junge zur Welt bringen. Eine kräftige Dosis Mückenspray ist bei dieser Tour durch den Urwald unabdingbar. Am Ende des Steges steht man auf einer Plattform an einem größeren Wasserloch, wo sich die Alligatoren gerne aufhalten sollen. Hier sahen wir leider keines der immer wieder interessanten Reptilien.

am Oasis Besucherzentrum entdeckt

am Oasis Besucherzentrum entdeckt

Am Oasis Besucherzentrum hat man Gelegenheit, ein ganzes Stück entlang eines Wassergrabens zu laufen. Hier sind Alligatoren, Schildkröten und Fische fast garantiert. Uns zeigten sich gleich zwei große Weichpanzerschildkröten, die zum Atmen an die Wasseroberfläche kommen und dann wieder verschwinden. Im Besucherzentrum fanden wir auch endlich einen Namen für die große, gelb-schwarze Spinne, von der ich schon mehrfach berichtet habe. Sie heißt Goldene Seidenspinne.

Sonnenuntergang am Midway Campground

Sonnenuntergang am Midway Campground

Einen wunderschönen Platz zum Übernachten fanden wir auf dem Midway Campingplatz mitten in den Everglades, in dessen Mitte ein großer Teich angelegt ist, dessen Wasser im Gegensatz zur Umgebung kalkhaltig ist. Er hat also keine Verbindung mit den umliegenden Gewässern. Trotzdem nennt ein kleinerer Alligator diesen Teich sein zu Hause. Schwimmen verbietet sich sowieso in den sumpfnahen Gewässern Floridas. Vor Kurzem erst wollte ein Amerikaner in Zentralflorida ein Bad in einem der Seen nehmen und hat es gerade so mit einer großen, klaffenden Kopfwunde überlebt.

Küche der Miccosukee

Küche der Miccosukee

Im Miccosukee Indianerdorf erfährt man einiges über das Leben der Miccosukee, die die Everglades ebenfalls ihr zu Hause nennen. Der Stamm zählt heute um die 600 Menschen, nachdem nach dem Indianerkrieg im 19. Jahrhundert nur noch eine kleine Gruppe in den Sümpfen überlebt hatte. Der Großteil lebt in Miccosukee, weitere kleine Dörfer liegen entlang des Tamiami Trails.
Eigentlich wollten wir noch den Aussichtsturm am Shark Valley Besucherzentrum aufsuchen, um einmal die Everglades von oben zu sehen, aber da fährt nur eine Bahn hin, für die man 20,-$ pro Person berappen soll.

in Coopertown

in Coopertown

Von Coopertown in der Nähe von Miami hatten wir vor einer ganzen Weile im Fernsehen erfahren, aber dort gibt es nur eine vollkommen überlaufene Airbootstation. Da waren wir jedenfalls heilfroh, dass wir eine fast private Airboottour in Lafourche, Louisiana machen durften. Bei dem Angebot an Airbooten und Menschen kann sich kein Alligator und keine Schildkröte dort mehr aufhalten wollen. Die Boote selbst sind mit 12 und mehr Menschen besetzt, die zudem alle in der gleichen Höhe sitzen.Die Everglades haben sowieso mit dem Wasserschwund zu kämpfen, unter dem sie seit einhundert Jahren leiden. Inzwischen wird im Norden, wo das Wasser für die Everglades herkommt, soviel Wasser für die Zivilisation abgegraben, dass nur noch 20% des ursprünglichen Wassers dort ankommt. Entsprechend hat auch die Tierwelt abgenommen und im trockenen Winter liegen viele Stellen trocken.

Westküste Floridas

harmlos und wunderschön

harmlos und wunderschön

Wie machen die Einheimischen das hier mit den Mücken? Haben die Leute so viel Mückengift in sich, dass diese Biester nicht mehr an sie herangehen? Sobald uns die Bäume zu dicht auf den Leib rücken oder die Sonne untergeht, fallen die Mücken über uns her. Die Antimücken-Essigkur, die ich seit Wochen mache und die sonst halbwegs geholfen hat, interessiert diese Blutsauger hier überhaupt nicht. Es ist nicht möglich, abends draußen zu sitzen, wenn es gerade einmal nicht regnet.Vom Crystal River an, über Homosassa Springs, Tampa und das Sarasotagebiet kennen wir die Gegend ja schon, von unserem allerersten Urlaub in den USA im Oktober 2011. Darüber könnt Ihr hier nachlesen: Florida. Das Scalloping, also das Venusmuscheln sammeln, gaben wir auf. Das ist wie beim Pilze suchen, man muss die richtigen Stellen kennen.

Venice - am Angelpier

Venice – am Angelpier

In Venice machten wir einen Abstecher an den Strand. Viel mehr als den Namen haben dieser Ort und das italienische Venedig nicht gemeinsam. Viele Häuser sind zwar im italienischem Stil gebaut und Venice liegt am Meer, aber das war auch schon alles. Der Ort hat sehr viel Grün zwischen den Häusern und Parkanlagen. Was Venice jedoch besonders macht, ist die Tatsache, dass dort immer wieder Zähne des Megalodon (urzeitlicher Riesenhai) gefunden werden. Die meisten Leute stehen mit Sieben im Wasser und durchkämmen den Meeresboden. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir leider noch nicht, nach was sie suchen. Wir nahmen an, dass es Muscheln oder Krebse sind, an versteinerte Haifischzähne konnten wir dabei nicht denken. Es wird aber so sein, wie anderswo auch, wenn Hunderte von Leuten an der gleichen Stelle nach etwas suchen, findet niemand etwas.

da steckt Arbeit drin

da steckt Arbeit drin

In Punta Gorda besuchten wir Fisherman´s Village mit seinen pastellfarbenen Häusern, in dem Boutiquen und Restaurants untergebracht sind. Daneben befindet sich eine kleine Marina, von der aus man zu Angel-, Delfin- und Manateetouren ausfahren kann.
Im Süden der Stadt befindet sich Muscle Car City. Gerade am Tage unseres Besuches fand eine Autoshow statt. Da kann man immer Autos sehen, das ist der blanke Wahnsinn. Der Besuch des Museums wurde für uns dadurch nicht mehr so wichtig, in dem sich mit 200 Fahrzeugen aus 80 Jahren eine der größten GM Muscle Car Sammlungen der USA befindet.

Gummibaum oder Gummibäume?

Gummibaum oder Gummibäume?

In Fort Myers sind die Winterresidenzen von Thomas Edison, dem größten Erfinder aller Zeiten, über 1000 Patente soll er gehabt haben, und Henry Ford, dem Automobilbauer, der die Massenproduktion per Fließband erfunden hat, zu besichtigen. Die beiden Villen stehen am McGregor Blvd in einem eigenen botanischen Garten. Edison´s Hauptaugenmerk hier war die Suche nach einer Möglichkeit, Gummi aus heimischen Rohstoffen zu gewinnen. Dafür hat er mit seinen Mitstreitern mehr als 17.000 Pflanzen aus aller Welt untersucht. Viele davon hat er auf seinem Anwesen gepflanzt. Auffallend sind die verschiedenen Gummibäume, die irgendwie gar nicht in die Landschaft passen. Die große Art, die eine silberfarbene Rinde hat, ist besonders außergewöhnlich. Man kann gar nicht erkennen, wie viele Bäume man vor sich hat, denn überall sind Stämme, Äste und Luftwurzeln miteinander verwachsen. Am Ende ist das ein riesiges, sehr interessantes Gebilde.

Ft. Myers - Edisons Laboratorium

Ft. Myers – Edisons Laboratorium

Das Laboratorium wurde 1927 gegründet und wurde bis 1936, fünf Jahre nach Edisons Tod geführt. Dann übernahm die US Regierung diese Aufgabe. Im Originallabor befinden sich heute der Ticketschalter und der Museumsladen. Im Zuge der Restauration der Anlage baute man neue Einrichtungen für die Originalausstattung des Labors. Eine kleine Gärtnerei kümmert sich um die Erhaltung der Gärten.

ohne Worte

ohne Worte

Einen schönen und ruhigen Strand, im Gegensatz zu Ft. Myers Beach, fanden wir knapp nördlich von Naples. Der Strand gehört zu Vanderbilt Beach und liegt im Delnor-Wiggins Pass State Park. Keine Bettenburgen, nur Grün, Strand und sauberes Wasser. Nester der Meeresschildkröten gibt es auch hier. Mit Schildern warnt man vor Rochen, die sich an diesen Stränden von Mai bis Oktober aufhalten und deren Stacheln sehr schmerzhafte Verletzungen verursachen. An den Ufern der Buchten, die durch die vorgelagerten Inseln vom Meer angeschnitten sind und Brackwasser führen, wachsen Mangroven. Einen Großteil der Vegetation machen neben den Palmen die Medinillas aus, eine für uns vollkommen neue Mischung.Seit Venice ist es allerdings wieder schwer für uns, mit dem Bus einen Parkplatz zu finden. Es gibt nur wenige Stellen, die groß genug für uns sind.

Rainbow Springs – Florida

Keaton Beach

Keaton Beach

Wasser, Wasser, Wasser. Wasser  von oben, Wasser von unten, Wasser in den Wäldern, teilweise sind die Wege schon überschwemmt. Jeden Tag gibt es den ein oder anderen Schauer oder Gewitterguss.  Das ist aber auch dahingehend von Vorteil, dass die Temperaturen auf einem erträglichen Level gehalten werden.
 Nach einem kurzen Abstecher nach Keaton Beach, einem hübschen kleinen Strand, an dem wir erfolglos nach Venusmuscheln geschnorchelt haben, erreichten wir Blue Grotto Springs bei Williston. Das ist ein Quelltopf mit wirklich glasklarem Wasser, der allerdings viel mehr etwas für angehende Höhlentaucher ist, als für uns als Tageslichttaucher. Solch ein klares Wasser hätten wir gern im Blue Hole bei Santa Rosa, New Mexico, gehabt.

Rainbow Springs

Rainbow Springs

In Rainbow Springs bei Dunellon ist zwar das Tauchen nicht erlaubt, aber es ist ein sehr schön angelegter Park mit verschiedenen Wasserfällen, die von Quellen gespeist werden, einem Schmetterlingsgarten und natürlich einem großen Quelltopf, der glasklares Wasser und ein paar kleine Fische hat. In einem sehr begrenzten Bereich kann man baden. Die Erkundung der näheren Umgebung ist mit einem Kajak/Kanu möglich, was hier allerdings kein ganz billiges Vergnügen ist.
Wer etwas mehr der wunderbaren Natur erleben möchte, kann sich auf verschiedene Wanderwege machen, die nicht allzu lang sind.

Wakulla Springs – Florida

Wakulla Springs

Wakulla Springs

Knapp südlich der Landeshauptstadt von Florida, Tallahassee, liegt die größte Quelle der Welt. Im Gegensatz zu vielen anderen Quelltöpfen wird Wakulla Springs von nur einer Quelle gespeist, die aus einem unterirdischen Kalkstein-Höhlensystem stammt. Der Quelltopf ist 55 Meter tief, aus dem über 4,5 Milliarden Liter Wasser jeden Tag strömen. Ein abgetrennter Badebereich lädt zum Baden und Schwimmen ein, wenn das Wasser auch ziemlich kalt ist. Die Alligatoren scheinen sich an die Badebereichgrenze zu halten, obwohl sie sich überall aufhalten. Am gegenüberliegenden Ufer sah ich einen mittelgroßen Alligator nach einem ihn überfliegenden Reiher schnappen. Die Strömung im Quelltopf ist stark zu merken, kein Wunder bei  4,5 Milliarden Litern Wasser am Tag, die irgendwohin wollen. Wie kommen da bloß die Höhlentaucher rein? Uns war es jedenfalls nicht gestattet, dort zu tauchen.

Wakulla Springs - Manateegras

Wakulla Springs – Manateegras

Zu unserer großen Überraschung tauchte gerade eine Manateekuh mit ihrem Kalb direkt im Badebereich auf, als wir im Wasser waren. Die Seekühe sollen sich ja jetzt im Sommer eher an den Küsten aufhalten, als in den Flüssen. Ganz in Ruhe durchschwammen die Beiden den Badebereich und verschwanden dann langsam wieder flussabwärts. Das ist immer wieder ein Erlebnis, diese sanften Tiere so nah zu sehen. Anfassen sollte man sie allerdings aus Tierschutzgründen nicht.
 Leider ist das Wasser auch hier sehr dunkel, weil zur Zeit die Wassermassen aus den umliegenden Sümpfen in den Quelltopf und den Fluss fließen. Deshalb finden im Moment auch keine Glasbodenbootsfahrten statt.

Moorhühner

Moorhühner

Unbedingt zu empfehlen ist dafür die normale Bootsfahrt zu jeder Jahreszeit. Überall sonnen sich mittelgroße bis ganz kleine Alligatoren. Dazu sind hier die Moorhühner (Teichrallen) zu Hause, die wir hier zum ersten Mal gesehen haben. Schildkröten, brütende Fischadler, Reiher, Ibisse, die Palette zu beobachtender Tiere ist groß. Wasserschlangen haben wir dafür keine gesehen. Leider ist mir auch hier wieder eine Möglichkeit entgangen, einen Fischadler zu fotografieren. Gerade, als es gegen Ende unserer Bootsfahrt zu gewittern und zu gießen anfing, posierte einer der Vögel auf einem nahen Ast. Das ist einfach ärgerlich.

Pärchen der gelb-schwarzen Spinnenart

Pärchen der gelb-schwarzen Spinnenart

Auf einem kurzen Abstecher durch den Wald trafen wir noch einmal auf die große gelb-schwarze Spinnenart aus dem Chickasaboque Park bei Mobile. Im gleichen Netz, etwas oberhalb des beuteverzehrenden Weibchens, hielt sich das viel kleinere Männchen auf. So viel Glück an einem Tag, nicht zu fassen.

Forgotten Coast – Florida

Forgotten Coast

Forgotten Coast

Ein echter Geheimtipp ist dagegen die Forgotten Coast (Vergessene Küste). Durch weite Kiefernwälder, die als Unterholz oft kleine buschartige Palmen haben, und eine Airforce Base erreicht man die angenehm ruhige Küste. Hier fährt man wieder direkt und entspannt am Wasser entlang, kann halten, wo man gerade möchte und baden gehen. Das Wasser ist mal braun, durch die vom Regenwasser gefüllten Flüsse, die im Golf münden, manchmal blau, aber immer sauber.

Mexico Beach -  Toucan´s

Mexico Beach –
Toucan´s

Floridas Golfküste wirbt mit gebackenen Austern, die wir unbedingt probieren wollten und von denen wir schon im Fernsehen zu Hause gehört hatten. Jetzt habe ich einen wirklichen Geheimtipp: Mexico Beach. Im urigen Strandrestaurant „Toucan´s“ bekommt man hervorragende gebackene Austern, die dazu noch günstig sind. Das waren die besten Austern, die ich bisher gegessen habe. Die Austern, die mit Parmesankäse überbacken sind, werden in einer halben Schale serviert. Dazu reicht man eine würzige Cocktailsoße und geriebenen Knoblauch, das ist unvergleichlich gut. Klaus hatte die Austern zusätzlich noch mit Jalapeno´s. Ihm schmeckten jedoch die BBQ-Austern in Morro Bay, an der Westküste, besser.

selbstgesammelte Venusmuscheln

selbstgesammelte
Venusmuscheln

Vom 1. Juli bis Anfang September ist Scallop Season, das heißt, man kann Venusmuscheln sammeln gehen, die es dann in Massen im Golf gibt. Man braucht dafür eine Salzwasser-Angellizens und die zu sammelnde Menge ist begrenzt. Klaus versuchte sich im Süden der St. Joseph´s Bay. Das Wasser ist sehr flach und voller Seegras, in dem sich die Muscheln wohlfühlen, allerdings auch schwer gefunden werden. Die meisten Leute fahren mit dem Boot in die Bucht, wo es mehr Muscheln gibt. Klaus schnorchelte am Rande der Bucht und fand immerhin 5 dieser kleinen Venusmuschelart. Das war zu wenig, um sich in der Küche darum zu kümmern. Er gab die Muscheln einem anderen Herrn, der gerade von seinem Bootsausflug kam und seine erlaubten 2 Gallonen pro Tag gefunden hatte. Zwei Stunden schnorchelte Klaus durch die Bucht und entdeckte neben vielen anderen Meereslebewesen auch einen großen Pfeilschwanzkrebs. Das war eine Überraschung, diese urzeitliche Krebsart hier zu finden und ich ärgerte mich, ihn nicht gesehen zu haben.

Nest einer Meeresschildkröte

Nest einer Meeresschildkröte

Auf Cape San Blas wollten wir nach dem Sonnenuntergang einen schönen Abend am Strand verbringen, aber kaum war die Sonne untergegangen, fraßen uns irgendwelche Blutsauger auf. So schnell konnte man gar nicht um sich schlagen, wie die Biester zustachen. Sehen konnten wir sie ja auch nicht. So schnell wir konnten, packten wir unsere Sachen zusammen und verschwanden in unser mückensicheres Heim. Kurz darauf durften wir ein privates Feuerwerk beobachten, das zwei Häuser weiter abgeschossen wurde.
 Ein paar Schildkrötennester werden am Strand durch Absperrungen geschützt. Man hat hier an den Küsten ein besonderes Auge auf den Schutz der Meeresschildkröten.

Emerald Coast – Florida

Campingplatz nach Gewitterguss

Campingplatz nach Gewitterguss

Nach zwei Tagen relativer Trockenheit, es gab nur vereinzelte Schauer, sitzen wir jetzt wieder fest. Im River´s Edge RV Campground am Yellow River begann es am frühen Morgen zu regnen. Zum Frühstück begannen heftige Gewitter, die sich wenig später direkt über uns entluden, dann regnete es unbeirrt weiter. Während des Gewitters stand der gesamte Park unter Wasser. Der Yellow River hat sowieso schon Hochwasser, denn es hatte die ganze letzte Woche hier geregnet. Unser Stellplatz liegt nur wenig höher.

gelb-schwarze  "Sternenspinne"

gelb-schwarze
„Sternenspinne“

In diesem Campground machten wir innerhalb einer Woche unsere zweite neue Spinnenentdeckung. Diese Spinne ist recht klein, aber sehr außergewöhnlich. Einen Namen haben wir auch für diese Spinnenart noch nicht gefunden.Die Leute in Florida müssen jetzt Urlaub haben, denn die Straßen und Strände sind mit Menschen überfüllt. Die Emerald Coast (Smaragdküste), die sich von Pensacola bis nach Panama City erstreckt, ist eine Urlaubshochburg. Jeder Zugang zum Meer ist, im Gegensatz zu den anderen Staaten, für die Öffentlichkeit gesperrt oder nur gegen eine Gebühr zu betreten. Mit dem Wohnmobil hat man gleich gar keine Chance. Der Geheimtipp Seaside, als ein kleiner hübscher Ort beschrieben, ist kein Geheimtipp. Da ist alles nur kleiner als sonstwo, dafür umso voller. Also, wer Trubel und reges Strandleben sucht, ist dort genau richtig. Für uns war das ein absolutes no go.

Spaß mit dem  JetPack

Spaß mit dem
JetPack

In Destin fanden wir dann doch noch einen Parkplatz und konnten uns dort ein wenig umsehen. Unzählige Anbieter für Angeltouren oder Glasbodenbootstouren sind dort am Hafen aufgereiht. Das ungewöhnlichste, was man dort mit Wasser machen kann, ist der JetPack. Es gibt ja die Möglichkeit, mit Raketen, die man sich auf den Rücken bindet, vom Erdboden abzuheben. Die Technik ist jedoch nicht ganz ausgereift. Dafür funktioniert das mit Wasser allerbestens. Mit Hilfe von zwei Jetstrahlen, die durch einen dicken Schlauch ihr Wasser bekommen, bewegt man sich bis zu zehn Meter hoch und kann sich dort relativ frei bewegen. Das soll auch unter Wasser funktionieren, steht im Prospekt. Sieht jedenfalls klasse aus.

Gulf Shores – Alabama

Gulf Shores Beach

Gulf Shores Beach

Die reinweißen Sandstrände von der Küste Mississippi´s setzen sich in Alabama fort, jedoch ist der Küstenabschnitt von Gulf Shores über Orange Beach bis zum Perdido Pass rein touristisch. In Gulf Shores locken neben dem herrlichen Strand und dem endlich sauberen Wasser auch große Shop´s für Strand und Meer. In einem der fünf Meeresfrüchte-Restaurants wollten wir überbackene Austern probieren, aber das war nicht möglich. Bis zum Abend lagen wir am Strand und als wir dann essen gehen wollten, gingen alle anderen Leute auch essen. Stundenlang warteten Menschentrauben vor allen fünf Restaurants und warteten auf einen freien Tisch. Man trägt sich in eine Warteliste ein und wird dann irgendwann einmal aufgerufen. Die Menschentrauben waren so groß, dass es Stunden dauern musste, bis sie an der Reihe waren. Da wollten wir uns nicht auch noch einreihen.
 Im „Hangout“ am Strand vergnügten sich die Leute nach dem Strandtag. Dort gibt es mehrere Bühnen mit Liveauftritten, man kann essen und trinken oder gemütlich in Holzstühlen sitzen, die im Sand stehen. Für die Kinder hat man einen Sandhügel aufgeschüttet und Souvenirbuden dürfen auch nicht fehlen.

Fertig für den Marlinfang

Fertig für den Marlinfang

In Orange Beach stehen dagegen Hotels und Apartmenthäuser hinter der Strandlinie, auf der anderen Straßenseite gibt es die normalen Einkaufsmöglichkeiten. In der „Wharf“ startete gerade das große Blue Marlin Fest. Am Sonntag wird der größte Fang prämiert. Unzählige Boote werden mit ihren Crews zum Hochseeangeln rausfahren und Ihr Glück versuchen. Leider fällt das Festival jetzt ins Wasser, so dass wir auch nicht solange in Orange Beach bleiben wollten.Eigentlich wollten wir uns noch die Ostseite des Perdido Pass mit der eleganten Brücke ansehen, doch leider gab es für uns wieder einmal keine Parkmöglichkeit.

Mobile Bay – Alabama

Rat Rod

Rat Rod

Im Besucherzentrum von Alabama erfuhren wir vom Wassermelonen Festival in Grand Bay, was direkt auf unserem Weg lag. Da mussten wir doch einmal gucken fahren. Für 5,-$ Eintritt kann man am Festival teilnehmen. Neben verschiedenen Kunsthandwerken und Imbissbuden luden auch ein Streichelzoo und Ponyreiten für die Kinder ein. Eine kleine Autoausstellung mit Schätzchen der Straße waren etwas für Klaus. Vor allem der Rat Rod zog alle Blicke auf sich. Ein Rat Rod ist ein Hot Rod, der jedoch aus Teilen fremder Autos sowie selbstgebauter Teile zusammengebaut ist. Den Ideen sind dabei keine Grenzen gesetzt. In Deutschland würde man so etwas im Leben nicht zugelassen bekommen.

Grand Bay - Wassermelonenfestival

Grand Bay – Wassermelonenfestival

Das Highlight des Wassermelonen Festivals sind jedoch die Wassermelonen, von denen man soviel essen darf, wie man kann, ohne Zuzahlung. Das machte Allen am meisten Spaß und ist doch so erfrischend.
Gerade erreichten wir den Chickasaboque Park, um dort ein paar Tage zu bleiben, als ein riesengroßes Regengebiet, aus der Karibik kommend, über einen Großteil Alabamas bis nach Kansas zog. Hochwasserwarnungen für das gesamte Gebiet wurden ständig ausgegeben. Fünf Tage fast ununterbrochener Regen/Regengüsse zwangen uns zur Ruhe. Es ist kaum möglich, irgendetwas zu unternehmen, dabei hat der Park einiges zu bieten. Ausgerechnet so ein Wetter am 4. Juli-Feiertagswochenende, wenn die meisten Amerikaner Urlaub haben.

große Spinne ohne Namen

große Spinne ohne Namen

Vor Kurzem hatten wir Gelegenheit, unseren Blutdruck zu überprüfen. Die lange und große Hitze hat doch Spuren bei uns hinterlassen. Unser Blutdruck ist arg im Keller, da kommt die Abkühlung mit um die 25°C jetzt gerade recht, um unseren Körpern die Möglichkeit zur Erholung zu geben.
Trotz des ewigen Regens, inzwischen ist auch im Motorhome alles feucht, haben wir uns aufgerafft, ein bisschen was zu unternehmen. Bei Spaziergängen durch den Wald, 100% Luftfeuchtigkeit, trafen wir auf eine große, „schöne“ gelb-schwarze Spinne, eine Schlange, die es sich auf Zweigen zusammengerollt bequem gemacht hat und viele verschiedene Vogelarten. Pilze wachsen jetzt auch wieder, z.B. Pfifferlinge.

Fleischfressende Pflanze, bei Kanufahrt entdeckt

Fleischfressende Pflanze, bei Kanufahrt entdeckt

Am letzten Tag im Chickasaboque Park machten wir noch eine Kanufahrt auf dem gleichnamigen Fluss. Vor unserer Abfahrt gab es nur kleine Schauer, hinterher regnete es kaum noch, aber auf unserer gesamten vier Stunden langen Kanufahrt wurden wir komplett eingeweicht, trotz unserer Regenausrüstung. Das Wasser lief überall in die Regenmäntel hinein, was dann mit der Zeit auch zu einem leichten Kältegefühl führte. Eigentlich wollten wir Vögel und andere Tiere beobachten, aber es ließ sich nichts blicken. Alles versteckte sich vorm Regen. Nach der Tour schmeckte endlich der heiße Kaffee wieder.Zum Geburtstag von Klaus bereitete ich das Alligatorfleisch zu, welches wir bei Champagne´s Cajun Swamp Tours am Lake Martin gekauft hatten. Ich hatte es von beiden Seiten gewürzt und kurz angebraten, dazu eine Soße aus Frühlingszwiebeln, Rosmarin und Schmand. Das war ganz lecker. Leider war es nur gefroren zu bekommen, wodurch es wahrscheinlich einiges an Geschmack verloren hat. Es ist aber ein Fleisch, das man gut und gerne des Öfteren essen könnte.

Gulf Coast – Mississippi

Tatsächlich besteht die gesamte Küste von Mississippi aus feinem, reinweißem Sand. Das Wasser ist so flach, dass man bei knietiefem Wasser baden muss, schwimmen ist erst ganz weit draußen möglich. Ein kurzes Bad im warmen Nass ist trotzdem eine kleine Erholung.
 Der größte Teil der Golfküste von Mississippi ist auf Tourismus ausgerichtet. Von Long Beach bis nach Ocean Springs sieht man meist Hotels und Casinos, aber auch öl- und gasverarbeitende Anlagen. An den Stränden werden verschiedene Wassersportarten angeboten. Im auffallenden Sharkheads in Biloxi Beach wird alles verkauft, was das Strandleben leichter, angenehmer oder anders macht. So bunt, wie seine Fassade ist auch das Angebot, welches auf einer riesigen Fläche verkauft wird.
In Pascagoula versuchte Klaus noch einmal sein Glück beim Angeln, fing aber nur Blaue Krabben. An der Mündung des Pascagoula River steht die Ingalls Werft. Wird sie von Nachfahren der Ingalls von der kleinen Farm in Wisconsin und Kansas geführt? So oft kommt der Name Ingalls ja nicht vor. Jedenfalls liegt dort gerade ein kleiner Flugzeugträger, an dem gearbeitet wird.

Pascagoula - Ingalls Werft

Pascagoula – Ingalls Werft

Blaue Krabben findet man überall

Blaue Krabben findet
man überall

 

 

 

 

 

 

 

Bay St. Louis – Mississippi

Gerade haben wir von einem großen Flächenbrand in Arizona gehört, bei dem 19 Feuerwehrmänner starben und 200 Häuser zerstört wurden. Der Brand wurde durch einen Blitzschlag ausgelöst und die Feuerwehrmänner starben, als das Feuer die Richtung wechselte und sie einschloss. Da halfen auch die Schutzdecken nichts mehr, die eine 50/50 Überlebenschance bieten. Es ist schrecklich, denn inzwischen wissen wir, was das heißt, gegen solche Feuer anzukämpfen.

am Strand von  Bay St. Louis

am Strand von
Bay St. Louis

Mit der Überquerung des Mississippi River gibt es anscheinend auch keine Sümpfe mehr, sondern nur noch grellweiße, feine Sandstrände und halbwegs sauberes Wasser. Die hohe Luftfeuchtigkeit ist wie weggeblasen. Hier lässt es sich aushalten.
Am Anglerpier in Bay St. Louis holen die Angler richtig dicke Fische aus dem Meer, wie Redfish, Segelflossenwelse oder kleine Haie verschiedener Arten. Klaus hat sich auch eine Angellizens gekauft und wird jetzt selbst versuchen, etwas an den Haken zu bekommen.

Magnolia Money

Magnolia Money

Bay St. Louis ist für seine Besucher ein Wunderland. Im Antique Maison machten uns zwei äußerst freundliche Damen auf das Magnolia Money aufmerksam, welches man im Train Depot (Touristinformation) bekommt. Jeder Besucher, der sich dort anmeldet, bekommt 20 Dollar geschenkt. Ja, das können wir wirklich glauben, versicherten uns die Damen. Mit dem Geld, welches in Coupons ausgezahlt wird, könnten wir dann in Bay St. Louis shoppen oder essen gehen. In den Casinos wird das Magnolia Geld ebenfalls akzeptiert. Während wir uns im Laden umsahen, versorgten uns die Damen mit allerlei Informationen und dann bekamen wir auch noch ein paar Bananen geschenkt. Unglaublich, aber das ist ein Werbegeschenk der in Gulfport ansässigen Firma Dole sagte man uns.

Bay St. Louis -  Train Depot

Bay St. Louis –
Train Depot

Sogleich machten wir uns zum Train Depot auf. Der Originalbahnhof wurde 1876 gebaut, später zerstörte ein großes Feuer die Stadt und den Bahnhof. 1929 erfolgte die Neueröffnung. Der verheerende Hurrican Katrina konnte dem Gebäude selbst nichts anhaben, das im spanischen Missionsstil erbaut ist, jedoch waren Erneuerungsarbeiten notwendig. Immer wieder treffen wir, nach acht Jahren, auf Hinterlassenschaften von Katrina. Noch immer sind viele Stege und Piers nicht repariert, Häuser wurden abgerissen usw. Die Menschen an der Golfküste haben immer noch mit den Folgen des Sturms zu kämpfen.

North Beach Restaurant

North Beach Restaurant

Unser Magnolia Money setzten wir im North Beach Restaurant um, einer fast so alten Einrichtung wie die Stadt selbst. Das Essen war sehr lecker. Für ganze 3,-$, der Rest des Trinkgeldes, das wir noch drauflegten, aßen wir gut, tranken dazu und danach ließen wir uns noch einen Cocktail „Eye of the Storm“ von der Hurricane Hunter Bar schmecken. Dort erfuhren wir, das Hurricanjäger keine neumodische Erfindung für Nervenkitzelsuchende sind, sondern Mitte des 2. Weltkrieges aus reiner Notwendigkeit von einem Flieger-Geschwader begonnen wurde.

Segelflossenwels

Segelflossenwels

Nun noch zu Klaus´ Angelerfolgen: Jeder andere Angler zog Fische ohne Ende, wie oben beschrieben, aus dem Wasser. Bei Klaus waren es Babyfische der Arten Knurrhahn, Segelflossenwels und Stachelrochen sowie ein paar Köderfische, um die großen Fische zu fangen. Klaus hatte die gleiche Ausrüstung, die gleiche Größe der Haken und die gleichen Köder, trotzdem hatte er keinen Erfolg. Immerhin konnten wir uns dann doch noch eine schöne Flunder teilen.

Beitragsnavigation