A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Wiedersehen mit New Mexico

kurz vor Lordsburg

kurz vor Lordsburg

Das Gebiet direkt an der Grenze zu Arizona ist sehr trocken, stellenweise gibt es nur noch trockenes Gestrüpp. Ein großer ausgetrockneter See liegt bei Lordsburg in der Landschaft. Auf weiten Strecken der Interstate 10 wird vor Sandstürmen und Null Sicht gewarnt. Die Sandteufel sind hier sehr zahlreich und unvergleichlich höher. Unser erstes Ziel sollte die Geisterstadt Shakespeare sein. Wir erfuhren, dass die Stadt auf dem Gelände einer bewirtschafteten Ranch liegt, die nur an manchen Wochenenden Führungen durch das Gelände und Shakespeare durchführt. An diesem Wochenende gab es gerade keine Führung, schade.

Gerichtsgebäude in Deming

Gerichtsgebäude in Deming

Deming, früher Mimbres Junction genannt, lag an der Kreuzung der Santa Fe Railway und der Southern Pacific Railway. Später war die Stadt ein wichtiger Umschlagplatz für die Land- und Viehwirtschaft sowie der Minenindustrie. Noch heute spielen Handel und Gewerbe eine wichtige Rolle. Zum ziemlich weit von der Hauptstraße entfernt stehenden Gerichtsgebäude, welches 1910 gebaut wurde, führt eine zwischen zwei Fahrstreifen gelegene Baumreihe. Rechts und links säumen kleine Häuschen die Straßen.

Deming Luna Mimbres Museum

Deming Luna
Mimbres Museum

In der gleichen Straße befindet sich auch das Deming Luna Mimbres Museum. Früher einmal Wohnhaus einer reichen Familie zeigt es den Besuchern eine sehr umfangreiche Sammlung. Ausstellungsstücke vieler Bereiche füllen fast zwei Etagen, angefangen von Töpfer-, Web- und weiteren Handarbeiten der Ureinwohner, über die Ausrüstung der alten Westmänner und -frauen bis hin zu viktorianischen Esszimmereinrichtungen. Steinesammlungen, Oldtimer, Gemälde eines Kriegsgefangenen in Japan, Militaria, die Liste ist endlos. Um sich alles anzusehen, muss man schon einen ganzen Tag einplanen. Eintritt wird nicht verlangt, über eine Spende freut man sich allerdings.

Weitere historische Gebäude wie das Hotel Baker lohnen einen Spaziergang. Im August jeden Jahres kommen tausende Besucher zum größten Entenrennen der Nation mit entsprechendem Rahmenprogramm.

Goodbye Arizona

bei Dragoon

bei Dragoon

Du, Arizona, bist uns fast schon ans Herz gewachsen. Wir haben viel Zeit bei Dir verbracht, bei Deinen Naturschönheiten wie dem Grand Canyon, dem Meteorkrater und dem Patagonia Lake. Tombstone, Tuscon und die Route 66 führten uns in die Vergangenheit, die Berglandschaften und die Wüste verzauberten uns. Allerdings ist die Tierwelt im Winter wesentlich zahlreicher vertreten als jetzt im späten Frühjahr oder gar im Sommer, wenn es unerträglich heiß wird.

Ibisse bei Willcox

Ibisse bei Willcox

In Willcox wollten wir noch eine Nacht am Twin Lake verbingen, aber die Mücken überfielen gleich unseren Bus, als wir dort ankamen. Ein paar dunkel lila-grün schillernde Ibisse suchten sich ihr Futter im ufernahen Wasser, dort wo sich im Dezember noch Mengen von Enten, Gänsen und Kranichen tummelten. Jetzt sind sie alle weg, die Landschaft ist noch ausgetrockneter.

Ganz im Südwesten fanden wir auf der Karte noch einen Meteorkrater, den Paramore Crater. Recherchen ergaben, dass jedoch keine Straße dorthin führt, so dass wir uns den Weg gespart haben.
Auf der Interstate 10 erreichten wir so New Mexico.

Arizonas Wüste

Arizonas Wüste

Immer wieder muss ich beim Betrachten der Landschaft an die ersten Einwanderer denken. Was muss das für eine Anstrengung gewesen sein, mit den beladenen Wagen durch diese Landschaft zu fahren, ohne Wege, fast nie ein glattes Stück, überall sind Huckel und Löcher. Fast überall ist der Boden mit Lava oder Steinen übersät und mit stacheliger Vegetation überzogen. Von den giftigen Schlangen, Spinnen und Skorpionen, mit denen man in dieser Nähe zur Natur unweigerlich Kontakt hat, rede ich erst gar nicht. Das alles für ein besseres Leben, das es dann doch in den seltensten Fällen gab. Arizona machen auch seine Symbole wie die Sonne, der Gecko und der Kokopelli aus, die man überall und in allen Varianten findet, und die Kachinas der Indianer. Für uns ist Arizona jedenfalls einer der schönsten Bundesstaaten der USA.

 

Painted Rock Petroglyph Park – Arizona

 

blühender Saguaro

blühender Saguaro

Da wir uns Südarizona schon im Winter angesehen haben, gibt es jetzt nicht mehr viel, was wir besichtigen können. Bei den Temperaturen machen Besichtigungen auch nicht wirklich Spaß. Wenn man aufsteht, zeigt das Thermometer schon 27 Grad an, aus denen dann zum Nachmittag knapp 40°C werden. Abends kühlt es nur unwesentlich ab. Hilfreich ist der zum Nachmittag einsetzende Wind, der uns die Hitze noch halbwegs ertragen lässt. Touristen gibt es jetzt kaum noch in dieser Gegend. Die Wüste scheint gegenüber dem Winter noch ein wenig trockener, es gibt nicht mehr so viele Vögel und die Nächte sind sehr still. Dafür können wir jetzt die Saguarokakteen blühen sehen, was sehr hübsch ist.

Sandteufel

Sandteufel

Die auch bei uns bekannten Sandteufel, von Windhosen aufgewirbelte trockene Erde oder Sand, haben hier eine enorme Kraft. Einer dieser Wirbel hatte uns auf einer Nebenstraße erwischt und den großen Bus ganz schön durchgeschüttelt. Wenn so eine Windhose direkt neben Dir vorbeizieht, dann hört man die tobende Luft darin. Das hatten wir nicht erwartet.

Painted Rock Petroglyph Site

Painted Rock Petroglyph Site

Am Painted Rock Petroglyph Site findet man auf den Lavabrocken, die den Rest eines Vulkanes darstellen, alte Petroglyphen, die die O´odham dort hinterlassen haben. Heute kann man jedoch kaum noch erkennen, was Original ist und was die ersten Entdecker und ihre Nachfolger dort in die Lava geritzt haben. Auf vielen Brocken ist so viel eingeritzt, dass man kaum noch etwas Einzelnes erkennen kann. Mit dem Petroglyphenpark in Albuquerque ist das nicht zu vergleichen.

Jedenfalls haben wir dort gleich noch unsere letzte Nacht in der Wildnis Arizonas verbracht. Außer ein paar Tauben, kleinen Vögeln, Echsen und einem leisen Grunzen in der Nähe bei der Dämmerung war überhaupt nichts los. Das kennen wir vom Winter her anders.

Wächter über die Petroglyphen

Wächter über die Petroglyphen

verwaister Campingplatz

verwaister Campingplatz

 

 

 
 

Rinnenpaneele für solarthermisches Kraftwerk

Rinnenpaneele für
solarthermisches
Kraftwerk

Auf dem Weg zu diesem Platz steht ein großes solarthermisches Kraftwerk mit Parabolrinnen, eine sehr interessante Sache. In Marana, nordwestlich von Tuscon, standen wir vor einer Firma, die Raumfahrtlösungen anbietet und in deren Nachbarschaft Flugzeuge abgestellt sind, ähnlich dem Platz am Pima Air & Space Museum im Süden von Tuscon.

Übrigens: Während wir in Kalifornien für die Gallone Benzin um die 4,-$ hinblättern mussten, bezahlten wir in Yuma um die 3,50$ und in Tuscon 3,17$. Das ist ein ganz schöner Unterschied. Der Sprit ist allerdings nur in Kalifornien so immens teuer.

Yuma – Arizona

Imperial Sanddünen

Imperial Sanddünen

Im Artikel Death Valley-Kalifornien berichtete ich über eine einzelne Sanddüne, die wie von Geisterhand aufgeschüttet wirkte. Jetzt haben wir vielleicht die Erklärung, wie sie dorthin gekommen sein könnte. Südöstlich der Salton Sea liegen die Imperial Sanddünen, eine relativ schmale Sandwelt, die sich über 40 Meilen in der Länge erstreckt. Von hier könnte der Sand gekommen sein. Man nimmt an, dass sich die Imperial Sanddünen zu der Zeit gebildet haben, als der Lake Cahuilla (habe im Artikel Salton Sea-Kalifornien davon berichtet) fast ausgetrocknet war. So konnten die Wüstenwinde den Sand forttragen und an anderer Stelle neue Dünen formen.

Diese Imperial Sanddünen durchquerten wir auf dem Weg nach Yuma. In Yuma sollte man das Yuma Quartermaster Depot und das Yuma Territorial Prison, also das Gefängnis, besuchen. Beides liegt direkt am Colorado River, der kurz vor seiner Mündung in den Golf von Kalifornien immer noch kein Strom geworden ist.

Yuma Quartermaster Depot

Yuma Quartermaster Depot

Das Quartermaster Depot wurde in den 1860ern von der amerikanischen Armee aufgebaut, um das Material zu beschaffen, zu lagern und zu verteilen, welches von den Militärposten benötigt wurde. Es wurde per Dampfschiff von San Francisco bis hierher gebracht. Der Posten bestand damals unter anderem aus einem kleinen Hafen, Lagerhallen, Ställen für die Zugtiere, einem Wasserspeicher, dem Wohnhaus des Kommandanten mit angeschlossenen Räumen für die Bediensteten und dem Office. Heute kann man zudem noch einen der alten Eisenbahnwaggons, Planwagen, einen alten LKW und einen wunderschönen rot-gold glänzenden Ford T bewundern.

Yuma Territorial Prison

Yuma Territorial Prison

Das fast nebenan liegende Gefängnis leistete seinen Dienst 33 Jahre lang von 1876 bis 1909. 3069 Gefangene, Weiße, Mexikaner, Indianer, Menschen jeden Schlages, die aus verschiedenen Gründen von Diebstahl bis hin zu Mord einsaßen, lernten die Bedingungen dort kennen. 111 von Ihnen verließen das Gefängnis nicht lebend und sind auf dem Gefängnisfriedhof ganz in der Nähe begraben. Die Zellen sind eng, waren dicht belegt und wer nicht spurte, machte mit der Dunkelzelle Bekanntschaft. Manch ein Gefangener konnte wohl davon nicht genug bekommen. Gesichter, Namen, Geschichten, alles findet man im Museum, das nicht in einem Originalbau untergebracht ist, sondern auf dem Platz des abgebrannten Hospitals und der Messhalle aufgebaut wurde.

Zellentrakt

Zellentrakt

Das Gefängnis an sich war fortschrittlich, hatte sanitäre Einrichtungen, 1x wöchentlich Baden war Pflicht, wenn nötig auch öfters. Medizinische Versorgung gab es und sogar eine Bücherei. Im Volksmund nannte man das Gefängnis „Countryclub“. Der Beiname „Höllentor“ kommt von den klimatischen Bedingungen, unter denen die Gefangenen leben mussten. In den 33 Jahren gelang es nur zwei Gefangenen zu fliehen, die anderen wurden wieder eingefangen oder bei der Flucht erschossen. 1909 schloss man das Gefängnis und verlegte die restlichen Gefangenen nach Florence in der Nähe von Phoenix. Dann stand es leer oder wurde während der Zeit der großen Depression anderen Nutzungen unterzogen. Da es jedoch immer noch Besucher anzog, wurde das Gefängnis zum Museum.

Brücke ins Nirgendwo

Brücke ins Nirgendwo

Knapp nördlich von Yuma entdeckten wir durch Zufall die McPhauls Bridge, auch die Brücke ins Nirgendwo genannt. Diese wurde 1929 über den Gila River gespannt, hat eine sehr wechselvolle Geschichte und war das Vorbild für den Bau der Golden Gate Bridge in San Francisco. Inzwischen ist die Brücke für den Verkehr gesperrt und auch heran kommt man nicht wirklich.

 

Bewässerungskanal

Bewässerungskanal

Noch immer trotzt der Mensch der Wüste Land für seine Äcker ab. Getreide, Melonen, Futterpflanzen für die Tiere und andere Früchte werden über ein dichtes Kanalnetz bewässert, durch das Unmengen von Wasser fließt. Die Klarheit des Wassers spricht für Grundwasser. Manche Felder sind direkt überflutet. Was einmal in den Kanälen landet, ist zum großen Teil für immer verloren.

Im asiatischen Supermarkt in Los Angeles hatten wir uns recht günstig auch eine Ziegenschulter mit Bein gekauft. Nach einem Rezept aus dem Internet zubereitet, ist das ein sehr leckeres und fein schmeckendes Fleisch. Man muss eben wissen, wie man es macht.

El Centro – Kalifornien

Rio Bend

Rio Bend

Es sind 35 bis 39 Grad im Schatten und das ist erst der Anfang. Jetzt verstehen wir, dass die meisten Leute, die das können, im Mai aus Südkalifornien und Südarizona verschwunden sind. So wurde uns ja im Winter in Phoenix berichtet. Auf dem Campingplatz Rio Bend gibt es so gut wie keine Gäste mehr. Auf den Memorial Day hatten wir damit gerechnet, keinen Platz mehr zu bekommen.
Weit gehen „is nich“, der Pool ist Lebensmittelpunkt, so man hat.
El Centro war nur Zwischenstation für uns, bevor wir uns wieder nach Arizona begeben. Der Ort, wie auch weite Teile um den Salton Lake liegen etwas tiefer als der Meeresspiegel. In El Centro sind es wohl gute 10 Meter.
Kalifornien ist recht teuer und irgendwie in Allem ein bisschen anders als der Rest der Vereinigten Staaten. Kalifornien hat landschaftlich alles zu bieten, was die Erde ausmacht: Meer, weite Täler, Wälder, Flüsse, hohe Berge und Wüste.

Salton Sea – Kalifornien

Vom Lake Elsinore enttäuscht, setzten wir unsere ganze Hoffnung in die Salton Sea, einem See, der um die 45 Meilen lang, 20 Meilen breit und an drei Stellen 20 Meter tief ist. Den Joshua Tree National Park ließen wir aus, weil da nur wieder überall Berge sind. In Palm Springs, das ebenfalls an unserem Weg lag, verbringen viele Hollywoodgrößen ihre Wochenenden. Im Süden der Stadt steht ein riesiger Windräderpark, anscheinend Eigentum der hier ansässigen Indianer. Bei der Landverteilung der Weißen damals bekamen die Indianer das „wertlose“ Land zurück. Heute befinden sich die wertvollsten Dinge darauf, Hotels, Casinos und wohl eben die Windräder.

kalifornische Wassermelone

kalifornische Wassermelone

Der Salton See ist schon zu sehen, da breiten sich noch die Plantagen mit Melonen, Paprika, Wein und auch Dattelpalmen aus. Auf einem kleinen Abstecher in die Felder kam gerade ein Bauer und fragte, ob wir Melonen haben möchten. Auf unsere positive Antwort pflückte er zwei große Wassermelonen und schenkte sie uns. Beim Aufschneiden merkten wir, dass es Melonen einer uns unbekannten Art sind. Die Schnittfläche quer durch gleicht von der Optik her einer Blume und das Fruchtfleisch ist saftig und hat ein leichtes Erdbeeraroma. Die zwei Melonen reichen jedenfalls eine kleine Weile.

Salton Lake - North Shore

Salton Lake – North Shore

Der erste Kontakt mit dem Wasser des Salton See war in North Shore, wo wir ein Endzeitszenario pur vorfanden. Haufenweise tote Fische am Ufer, das Wasser stinkt, die Luft auch, der Strand besteht aus Muschelresten, Seepockenschalen und Fischgräten. Noch nie haben wir so etwas gesehen. Jemand sprach uns an und meinte auf unser Erstaunen, dass hier zu viele Abwässer eingeleitet werden. Der relativ neu aussehende Yachtclub hat noch ein Mitglied, das gerade einsam mit einem kleinen Segelbötchen auf den See fuhr. Selbst die Pelikane und Reiher stehen bedrückt am Ufer und wissen wohl, dass dies nicht normal ist. Der Ort an sich ist fast ausgestorben.

Petroglyphen der Cahuilla

Petroglyphen der Cahuilla

Im Besucherzentrum des Parks am See, der sich bis nach Bombay Beach erstreckt, erfuhren wir dann die ganze Wahrheit. Salton Sea ist der Überrest eines großen Golfs, der vom Pazifik bis hierher reichte. Vor Millionen Jahren bildete sich dann ein Damm, der die entstandene Lagune ganz vom Meer abschnitt. Der Colorado River, der damals noch den See namens Cahuilla, nach dem hier ansässigen Indianerstamm benannt, speiste und das Salzwasser gegen Süßwasser austauschte, änderte seinen Verlauf nach Süden und der See Cahuilla trocknete fast aus.

Salton Sea Freizeitareal

Salton Sea Freizeitareal

Die Salzablagerungen wurden sichtbar. Mitte des 19. Jahrhunderts bauten Minenarbeiter das Salz ab. Später entdeckten Farmer das Potential dieses Gebietes und versuchten, den See neu zu beleben. Sie pflanzten und brachten über Kanäle Wasser des Colorado River hierher. 1905 kam eine riesige Flut den Colorado River herunter und zerstörte die Barrieren, die für die Wassermengenregulierung in die Kanäle eingebaut wurden. 16 Monate rann das Wasser unaufhaltsam in den neuen See, der dadurch seine heutige Form annahm. Orte und Vergnügungsstätten entstanden um den See, Fische wurden eingesetzt. Neben drei anderen Fischarten macht der Tilapia, aus Afrika importiert, einen Großteil von 90 Millionen Exemplaren aus. Der Tilapia ist eigentlich ein Süßwasserfisch, hat sich aber im Laufe der Zeit an den inzwischen sehr hohen Salzgehalt des Salton Lake angepasst. In jüngster Vergangenheit wird der See mit Abwässern, eingespülten Düngern von den Feldern, Einschwemmungen von Sturmfluten und großen Regenfällen durch die Flüsse und Bäche und die 4 Millionen Vögel, die in jedem Winter kommen, verschmutzt. Dazu kommt, dass inzwischen mehr Wasser verdunstet als nachfließt und das Wasser so nach und nach wieder versalzt.

die Strände des Salton Lake

die Strände des Salton Lake

Die großen Fischsterben entstehen durch zwei Faktoren: zum einen durch die Algenblüte, die an heißen Tagen entsteht und dem Wasser den Sauerstoff entzieht, zum anderen sterben im Winter die empfindlichen Tilapia, wenn die Wassertemperatur unter 11°C fällt. Trotzdem kann der Fisch ohne Limit geangelt werden, denn er vermehrt sich sehr schnell. Das ist auch der Grund, warum es noch so viele Vögel wie Pelikane, Reiher und Kormorane gibt. Noch. Uns bietet sich hier ein erschreckendes Bild. Nicht nur der Strand aus Muschelresten, Seepockenschalen und Fischgräten und der Geruch in der Luft geben zu denken, sondern die Orte sind schon fast Geisterstädte, die meisten Parks sind geschlossen, alles stirbt. Es ist trocken, heiß und unwirtlich. Wenn man sich die Fische und die Vögel weg denkt, hat man eine Erde, die Niemand haben will. Das ist einfach nur entsetzlich.

Salzwasser-Tilapia

Salzwasser-Tilapia

Da die Abwässer in solch einem riesigen See nicht das akute Problem sein können, wie uns auch ein Einheimischer bestätigte, und die Einheimischen mit Begeisterung die Tilapias angeln, versuchte Klaus auch sein Glück. Bei 90 Millionen Fischen im See muss doch was zu machen sein. Nach einer knappen Stunde hatte er einige dieser leckeren Fische, behielt aber nur die drei Größten, die wir uns schön gebraten haben.
Abends fliegen zwei Ibisarten scharenweise über den See zu ihren Schlafplätzen.

Lake Elsinore – Kalifornien

Los Angeles verließen wir an den Chino Hills vorbeifahrend. Die anschließenden Santa Ana Mountains sind bekannt für ihre heißen Winde, die von dort des Öfteren über Los Angeles und dessen Umland wehen und für die rasche Ausbreitung der verheerenden Flächenbrände mit verantwortlich sind.

Lake Elsinore

Lake Elsinore

Der Lake Elsinore ist der größte natürliche See in Südkalifornien, doch außer Boot fahren kann man mit dem See nichts weiter anfangen. Ja, angeln geht auch noch, aber die Fische kann man nicht essen. Die Karpfen, die wir sahen, hingen luftschnappend an der Wasseroberfläche. Der Lake Elsinore ist vollkommen verdreckt. Schilder warnen außerdem davor, auch nur die Füße ins Wasser zu halten. Da hat man so einen schönen See vor sich und hat nichts davon. Es gibt nur einen spärlichen bis gar keinen Zufluss und keinen Abfluss. Es gibt also keinen Wasseraustausch bzw. das Wasser wird durch die Verdunstung zusehends weniger. Es gab aber auch Zeiten, als sich der See durch unheimliche Regenfälle bis zum Rand füllte, dann verschwand das Wasser wieder durch lange Trockenzeiten.

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Badehaus in Stadt Lake Elsinore

Die Stadt Lake Elsinore, die im April 125jähriges Bestehen gefeiert hat, glänzt mit dem alten Badehaus, zu dem einmal eine heiße Quelle gehört hat, und dem alten Bahnhofsgebäude. In den späten 1790ern kamen die spanischen Entdecker hierher und nahmen den Indianern das Land weg. Später übernahmen die Amerikaner das Land und machten eine Ranch daraus. 1883 wurde die Ranch verkauft. Der neue Besitzer Franklin Heald erfüllte sich damit seinen Traum und entwickelte Pläne, aus der Ranch eine Stadt zu machen.

Auf einem der Hügel an der Nordseite steht Aimee´s Castle, das schon fast so alt wie die Stadt selbst ist. Es ist ein wunderschöner, weißer Palast mit maurischen und christlichen Gestaltungselementen, ein Herrenhaus, welches sich Aimee McPherson bauen ließ, eine Dame aus Los Angeles. Normalerweise kann das Anwesen besichtigt werden, aber im Moment haben es irgendwelche Mönche gemietet und die wollen unter sich bleiben. Zudem erfuhren wir, dass dieses Anwesen einst auch das zu Hause Johnny Weismullers gewesen sein soll. Immer wieder richteten sich unsere Blicke auf den wunderschönen Bau. Leider habe ich kein Bild davon.

 

Los Angeles – Kalifornien

Los Angeles

Los Angeles

Das einzige Wohnmobil, das in Los Angeles unterwegs war, war unseres. Gesehen von Los Angeles haben wir 4-6 spurige Straßen, in beide Fahrtrichtungen, und PKW-Kolonnen. Was haben wir noch gesehen – nichts, weder den Santa Monica Pier, der das Ende der Route 66 darstellt, noch den Walk of Fame, noch den berühmten Schriftzug „Hollywood“, noch den berühmten und seit langem in Rente gestellten Luxusliner Queen Mary oder was die Stadt der Engel, wie Los Angeles übersetzt heißt, sonst noch so zu bieten hat.
 Inzwischen habe ich auch die Antwort, warum LA so viele Autos hat. Die Stadt wurde als „Autostadt“  entworfen. Öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie gar nicht, so dass alle Leute mit dem eigenen Auto zu ihren Zielen gelangen müssen. Da hilft es auch nicht, dass extra Spuren für Fahrzeuge eingerichtet wurden, in denen 2 oder mehr Insassen sitzen müssen. Solche Spuren gibt es übrigens in jeder amerikanischen Großstadt. Es gibt sogar „nebenberufliche Beifahrer“, die „angeheuert“ werden, damit diese Voraussetzung erfüllt ist und die Schnellspuren genutzt werden können.

Koberindfleisch

Koberindfleisch

Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir im Außenstadtteil Rosemead. Das es ein chinesischer Stadtteil ist, damit meine ich nicht Chinatown, erfuhren wir erst, als wir da waren. Ein asiatischer Supermarkt lockte uns. Das Angebot ist sehr gut und sehr exotisch. Dinge, die wir sonst nirgendwo bekommen, außer in den chinesischen Vierteln. Dazu gehört das teuerste Rindfleisch, das man für Geld kaufen kann: das japanische Koberind. Die Rinder aus der japanischen Stadt Kobe bekommen eine ganz spezielle Zuwendung. Neben dem liebevollen Umgang mit den nicht sehr bewegungsfreudigen Rindviechern werden diese auch noch jeden Tag mit Bier massiert. Wozu das Bier gut ist, lassen wir dahin gestellt. Die Massagen bewirken jedenfalls, dass sich das Fett gleichmäßig im Fleisch verteilt. Das Fleisch hat dann eine gleichmäßige Maserung aus Fett und Fleisch. So schmeckt das Fleisch dann auch, sehr ausgewogen. Unsere 0,34-Pfund-Packung kostete dann auch 8,84 Dollar.

Die zweite Spezialität, leider nur gefroren, sind Abalone. Wie sich das mit den Muscheln verhält, hatte ich ja schon im Artikel „Mendocino County“ beschrieben. Inzwischen wissen wir, dass sich eine Abalonezucht in Cayucos bei Morro Bay befindet, aber die Chinesen müssen eigene Zuchten besitzen, bei dem Abalone-Angebot, welches sie haben. Probiert haben wir die Muscheln noch nicht, werde später berichten. Ganz billig sind die Abalone auch bei den Chinesen nicht, aber probieren müssen wir einfach. Solch ein Angebot bekommen wir wahrscheinlich kein zweites Mal.

Mit der Erfahrung auf dem Küstenabschnitt zwischen Santa Barbara und Los Angeles hat sich die weitere Fahrt an der Pazifikküste entlang für uns erledigt. Statt nach San Diego weiterzufahren, bogen wir nun ins Landesinnere ab. Alles andere hat keinen Zweck mit solch einem großen Auto.

Malibu – Kalifornien

Von Santa Barbara bis nach Los Angeles gibt es keine Parkmöglichkeiten für große Wohnmobile. Die einzigen Möglichkeiten sind die vollkommen überteuerten Campingplätze. In Los Angeles hätten wir auf einem Parkplatz, der nicht wirklich für große Wohnmobile gemacht war, 40,-$ Gebühr bezahlen sollen.

Malibu

Malibu

Das Einzige, was wir uns an diesem Küstenabschnitt ansehen konnten, war Malibu. Knapp südlich von Malibu brannte vor Kurzem ein großer Teil der Santa Monica Mountains ab, die sich direkt hinter den Stränden und dem Highway 1 erheben. Wie viele Menschen sind notwendig, um in dem riesigen Brandgebiet wenigstens die in Gefahr geratenen Häuser vor den Flammen zu schützen? Was für ein Gefühl muss es sein, solch eine Flammenwand auf sein Haus zukommen zu sehen? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Vom Westen kommend, erreicht man zuerst den Surferstrand, an dem die Autos auf den zu knappen Parkflächen fast aufeinander parken. Den Highway 1 weiter fahrend, gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus man auf die lange Küste Malibus sehen kann. An den Berghängen stehen die Villen derjenigen, die ein bisschen mehr Geld haben als der Rest der Welt. Das gilt eigentlich für die ganze Küste von Santa Barbara bis nach Los Angeles. Palmen, Bougainvillea-Sträucher und Araukarien lassen das Alles in einem noch schöneren Bild erscheinen. Allerdings, wenn man auf das Meer schaut, steht eine ganze Reihe Ölbohrplattformen vor den Channel Islands, die mit einem 6-Meilen Meeresschutzstreifen zu einem Nationalpark gehören.

Malibu - Baywatch Strand

Malibu – Baywatch Strand

Der Strand aus der Fernsehserie „Baywatch“ sieht immer noch so aus, die Aufsichtshäuschen stehen noch immer so da und die Baywatchleute haben immer noch ihre rote Kleidung an, nur die Autos und das Boot der Lifeguard sind etwas moderner. Das Wasser ist immer noch nicht wärmer als am Rest der kalifornischen Küste. Ob da im Sommer wirklich so viele Leute baden gehen, wie in der Serie gezeigt wird?Die Stadt Malibu mit den zahlreichen Stränden zieht sich über viele Kilometer in die Länge. In der Nähe des Stadtzentrums sieht man jedoch kaum mehr das Wasser, weil alles zugebaut ist. Hier ist das Wohnen noch angenehm. Im nahen Los Angeles ist dagegen die Hölle los.

Solvang – Kalifornien

Nachtrag zu Morro Bay: Da im Hafen von Morro Bay jeden Tag fangfrischer Fisch und andere Meerestiere angelandet werden, kamen wir in den Genuss zweier Spezialitäten, die wir einfach probieren mussten: Der Fischmarkt direkt neben der Küstenwache bot BBQ-Austern, also gegrillte Austern, in geschmolzener Kräuterbutter schwimmend an. Das hört sich nicht nur lecker an, sondern schmeckt auch so. Eine Auster der größten Größe derart zubereitet kostete 1,75$. Da kann man doch nicht meckern. Als zweite Spezialität kauften wir recht günstig zwei Stück Filet vom Engelhai, einem bodenlebenden Hai, der sich sehr gut tarnen kann. Solch einen Fang gibt es nicht jeden Tag. Nur gesalzen und langsam in Butter gebraten, superlecker. Da wir gerade beim Ausprobieren waren, kam noch eine im Supermarkt erstandene Jicama hinzu. Das ist eine Art Kohlrabi mit dem Geschmack einer Birne und zu verwenden wie ein Kohlrabi. Eigentlich ganz lecker.

Solvang

Solvang

Bäckerei in Solvang

Bäckerei in Solvang

 

Ein Abstecher nach Dänemark gefällig? Dann müsst Ihr Solvang besuchen. Da ist alles dänisch, die Häuser, die Windmühlen, der Kuchen, die Bonbons und die Schokolade. Der runde Turm und die Meerjungfrau aus Kopenhagen stehen als 1:3-Kopien im grünen Städtchen, das sich im Weintal Santa Ynez befindet. Entsprechend viele Weinprobierstuben gibt es in Solvang, nämlich mehr als ein Dutzend. Hans Christian Andersen ist ein Denkmal gesetzt, der eine Weile hier verbracht hat, die alte Mission Santa Ines präsentiert sich rekonstruiert dem Besucher und das Petersen Village Inn mit seinem hübschen Innenhof ist ebenso sehenswert.
 1911 gründeten Lehrer und Erzieher Solvang und erhielten dort das mitgebrachte Erbe. Heute präsentiert sich Solvang in seiner wunderbaren dänischen Schönheit, so ganz anders als der Rest von Amerika. In der Luft wechseln sich die kühlen Winde der Küste mit den warmen Winden der zu erahnenden Wüste ab.

 

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