A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Mystic – Connecticut

Wir haben die Neuenglandstaaten erreicht und das sieht man auch. Vor allem die großen Städte haben ihren englischen Charakter bewahrt, das heißt: große Steinkirchen, große Backsteingebäude, englisches Flair. In Mystic haben wir uns niedergelassen. Es ist ein hübsches Örtchen, in dem fast alle Häuser der Altstadt zwischen 1830 und 1850 gebaut wurden. Die schönsten Häuser gehörten der Familie Greenman. Der Vater hatte einen anscheinend sehr gut laufenden Schiffbaubetrieb und baute für seine 3 Söhne und deren Familien die wunderschönen Häuser. Eines davon kann man im im Rahmen des Besuches des Freilichtmuseums „Mysic Seaport“ besichtigen. Der Mystic Seaport stammt ebenfalls aus dieser Zeit. Für den Besuch des alten Hafengeländes sollte man einen ganzen Tag einplanen, so umfangreich ist es (der Eintrittspreis ist deshalb entsprechend hoch). Die Anlagen werden auch heute noch im Rahmen eines Bootsclubs genutzt. Angefangen von den alten Handwerkerscheunen bis hin zur Restaurierung eines alten Walfangschiffes kann der Besucher alles besichtigen, was zu einem damaligen Hafen dazugehörte. In den meisten Handwerkerscheunen bekommt man praktische Vorführungen, was sehr interessant ist.

Die Gegend um die alte Zugbrücke mit den alten Häuserzeilen und das Old Mysic Village sind ebenfalls sehenswert.

Rock Hill – New York

Pause. Wir sind die letzten Tage viel gefahren. Jetzt weiß ich nicht mehr weiter, muss erst einmal an der Reiseplanung arbeiten. Nebenbei werden die normalen Arbeiten wie Hausarbeit und Kfz-Technik warten erledigt. Gestern abend hat es um die 4 Tropfen geregnet. Wir stehen auf der Hilltop-Farm in Rock Hill. Zwei Mädchen waren kurz da und haben uns wegen unserem Feuerholz angesprochen. Sie wiesen uns darauf hin, dass es nicht gut ist, Feuerholz von einem zum anderen Platz mitzunehmen. Es gibt hier einen Käfer, der die Bäume tötet. In einem Baum haben sie einen Fangkorb hängen, den sie kontrolliert haben. Bei unserem Besuch in der Rezeption fanden wir einen Prospekt, in dem über den Asiatischen Bock-Käfer berichtet wird. Er wurde irgendwann durch eine Holzladung aus Asien eingeschleppt und zerstört nun viele Wälder in den USA. Er bohrt sich bis tief in die Herzen der Bäume, die dann absterben. Durch den Transport von Feuerholz kann man den Käfer mitnehmen und so seine Ausbreitung beschleunigen. Er ist wohl die größte Bedrohung der heimischen Wälder und seine Bekämpfung kostet Unsummen.

USA, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Das ist einmal gewesen. Auf unserer Tour sind wir von einem Verbot zum anderen gestoßen. Man darf nicht frei übernachten, man darf nicht frei angeln. Das Schlimme daran ist, dass jedes Land andere Regelungen hat. Man muss zum Beispiel für jeden Bundestaat eine eigene Angellizenz haben. Da wir alle paar Tage in einem anderen Staat sind, lohnt sich der Kauf einer Angellizenz nicht. So kann Klaus nicht einfach mal die Angel auspacken und seinem Hobby frönen. Es gibt keine Angellizenz, die für alle Staaten gilt. Die Gebühren sind dabei sehr unterschiedlich. Mal sehen, wie die Sache dann in Kanada aussieht.

Orange County – New York

Ausstellungs- und Verkaufsraum Unser nächstes Ziel war eigentlich New York. Zu gerne hätte ich endlich einmal einen Spaziergang durch die Hochhaus-Schluchten von Manhattan gemacht und hätte die Freiheitsstatue gesehen, aber als Individualtourist ist New York einfach nicht zu bezahlen. Allein für den Campingplatz hätten wir für 2 Nächte 150,-$ bezahlen müssen. Dazu die Maut für die Straßen, die Gebühren für die Fähren usw., da müssen wir wohl doch irgendwann einmal eine Pauschalreise dorthin machen. Die Nacht hatten wir aus lauter Verzweiflung auf einem Walmart-Parkplatz, 45 Meilen von New York entfernt, verbracht. Die meisten Walmart-Parkplätze sind für einmalige Übernachtungen vorgesehen und sogar videoüberwacht. Mit uns standen 3 LKWs über Nacht auf dem Platz. Im Umkreis von bis zu 80 Meilen (!) zu den Großstädten wie Washington, Philadelphia und New York sind die Campingplätze doppelt so teuer wie normal. Wir sehen nicht ein, warum wir für den gleichen Standard, manchmal noch weniger, den doppelten Preis bezahlen sollen. Da muss es auch einmal ein Walmart-Parkplatz tun. Also drehten wir ab und fuhren weiter Richtung Norden, nach Montgomery im Staat New York, um die „Orange County Choppers“ (OCC) zu besuchen. Die meisten Männer werden die Teutuls (sprich: Tattels) von DMAX kennen. Paul Teutul Jr. hat schon viele tolle Bikes für Privatkunden und Firmen gebaut, die einmalig auf der Welt sind. Meist sind es Themen-Bikes wie die „Black Widdow“, das Nasa-Bike, das Police-Bike mit Seitenwagen oder das Bike zur Erinnerung an die Feuerwehrleute vom 11. September 2001. Dazu baut OCC Serienbikes in kleiner Auflage, die preislich bei 30.000,- $ anfangen, in der Grundausstattung. Die Themenbikes kosten wohl gut das Doppelte. 

Vor ein paar Jahren haben sie sich eine neue Halle bauen lassen, die jetzt außerhalb von Montgomery liegt. Neben dem Ausstellungs- und Verkaufsraum kann man auch in die Werkstatt sehen. Der einzig uns Bekannte war Rick Petko, den wir gesehen haben. Er stellt zumeist die individuellen Tanks her, die OCC verbaut. Die Anderen waren anscheinend Mike Ammirati und ein Kameramann vom Fernsehen. Die Teutuls waren wohl nicht anwesend. Die sind häufig geschäftlich unterwegs. Nach der Öffentlichkeitsarbeit, die OCC betreibt, fast jeder kennt die Firma, hatten wir mit wesentlich mehr Besuchern gerechnet. Es gibt nicht einmal Hinweisschilder und viel Betrieb war auch nicht. Die meisten Leute haben Andenken gekauft. Die Hitzewelle scheint vorbei zu sein, es sind „nur“ noch 32°C.

Im Amish-Land – Pennsylvania

Gerade stehen wir mitten im Amish-Land, bei Kinzers, östlich von Lancaster. Auf unserem Weg hierher, wir sind die US13 nach Nord gefahren, sind wir durch Berlin, Dover, Leipsic (ist richtig geschrieben) und Odessa gekommen, alles an einem Tag. Ganz schön international. Durch Switzerland sind wir vor Kurzem auch schon gekommen. Die Amish stammen aus dem Mitteleuropa der Reformationszeit, in der Hauptsache der Schweiz und dem Elsaß, aber auch dem heutigen Südwesten Deutschlands. Auf Grund ihres Glaubens und ihrer strengen Lebensregeln wurden sie zunehmend Verfolgungen ausgesetzt. Dies veranlasste die Amish im 18. Jahrhundert nach Pennsylvania in den USA auszuwandern, wohin sie William Penn, nach dem der Staat Pennsylvania benannt wurde, einlud. Er wollte mit einem Experiment allen Glaubensverfolgten ein ruhiges und friedliches Leben bieten. Die Amish führen bis heute ein einfaches Leben. Während im Rest der USA kaum Wäsche auf Leinen trocknet, gibt es sie hier überall. Komischerweise hängt ein Ende der Wäscheleine irgendwo ganz oben am Dach oder an einem Mast. Dort ist eine Rolle angebracht, über die die Wäscheleine führt. Wozu das gut ist, keine Ahnung. Technische Errungenschaften sind zum größten Teil immer noch verboten, zumindest verpönt, denn der ein oder andere Amish fährt doch schon Auto. Die Verbote werden heute von den einzelnen Gruppen unterschiedlich ausgelegt, trotzdem fahren noch viele mit der Kutsche oder einem Tretroller, der auch schon mal ein umgebautes Fahrrad sein kann, ohne Motor, versteht sich. Wir haben uns einen Großteil des Amish-Farmlandes östlich von Lancaster angesehen, haben eine Käserei und die Stoltzfus-Fleischerei besucht, waren im Kitchen Kettle Village, das 1854 gegründet wurde, und haben uns einige traditionelle Handwerksläden angesehen. Bei einer Rundfahrt sieht man auch mal das, was man als Normaltourist nicht sieht, kann auch mal hinter die Kulissen sehen. Wir wissen jetzt jedenfalls etwas mehr über diese Volksgruppe, obwohl es hier genauso wie bei den Indianern ist. Im Prinzip kommen alle Besucher hierher, um die Amish anzustarren. Ich habe mich kaum getraut, ein paar Bilder von ihnen zu machen, schon gar nicht direkt.

 

 

 

Gestern abend waren wir in einem Supermarkt, der von den Amish geführt wird, da bekommt man sogar Bratwurst und Leberwurst und noch ein paar andere schöne Sachen. Die Amerikaner haben es mit der Wurst nicht so, und wenn doch mal was anderes dabei ist, ist das sauteuer. Aldi hat zwar auch verschiedene Lebensmittel nach unserem Geschmack, aber die sind nicht wirklich häufig vertreten.

 

Denton – Maryland

41°C. In 2 Tagen soll die Hitzewelle ein Ende haben. Für Entdecker wie uns sind solche Temperaturen, auch nachts wird es nicht wirklich kühler, nicht eben förderlich. Auf unserer Fahrt nach Washington haben wir eine Nacht im Martinak State Park eingelegt, der in Denton am Choptank River, östlich von Washington liegt. Je näher wir Washington kommen, umso teurer werden die Campingplätze. Deshalb haben wir uns diesen ausgesucht. Der hatte, im Vergleich zum letzten Jahr, den Preis jedoch drastisch angehoben. Es hatte aber keinen Zweck, weiter zu suchen.

Als nun der Tag kam, an dem wir Washington besuchen wollten, gab es 2 Gründe, dies nicht zu tun. 1. Die 42°C, die dort herrschten und 2. Unsere Erfahrung im Bereich Parken in Norfolk. Es ist einfach unmöglich, längere Strecken zu laufen. Also entschieden wir uns dafür, weiter Richtung Norden zu den Amish zu fahren. Dabei sind wir weiter durch Maryland und Delaware gefahren. Da verdorrt der Mais, die Wiesen sind verbrannt und im Wald lassen sogar die Bäume ihre Blätter hängen, so trocken ist es dort. Florida steht dagegen unter Wasser. Ganz schön verrückt. Vor allem Maryland lebt von der Landwirtschaft. Die fast zwei Wochen andauernde Hitzewelle hat alles ganz schön schlimm aussehen lassen.

Norfolk – North Carolina

Gestern abend war es mit 26°C direkt kühl. Da der Naturpark in Kinston von Spenden lebt, haben wir ihm eine abgestreifte Haut einer Zikade, die wir an unserem Platztisch gefunden haben, und ein Stück von der Druse, die wir in den Great Smokys geschenkt bekommen haben, übergeben. Dazu gaben wir noch einen kleinen Obolus. Es hat uns wirklich gut dort gefallen.
 Am Morgen sahen wir einen Bericht im Fernsehen, in dem es hieß, dass dieses Jahr ein Schlangenjahr ist. Der Winter war zu warm und jetzt ist es auch nicht besser. 61% mehr Schlangenbisse als sonst, bisher in diesem Jahr. Das heißt mehrere Hundert allein in Kalifornien und zwei Ostküstenstaaten. Für die 2 Todesfälle, die es gab, ist die berüchtigte Kupferkopf-Klapperschlange verantwortlich. Also, Augen und Ohren auf.
 An der Grenze zwischen North Carolina und Virginia trafen wir auf zwei Deutsche, die mit dem Leihwagen für dreieinhalb Wochen die südliche Ostküste der USA abfahren. Sie haben uns ein Restaurant in El Paso, New Mexico, empfohlen. Da werden wir bestimmt hineinschauen. Der Eine von Beiden war eine Weile in El Paso stationiert und war jedesmal wieder von dem Essen begeistert.
In Norfolk besuchten wir das „Nauticus“. Leider hatten wir dafür lange nicht so viel Zeit, wie wir gebraucht hätten, aber mit unserem großen Truck kommt man in kein Parkhaus rein und auf der Straße waren maximal 2 Stunden Parkzeit möglich. So mussten wir unseren Museumsbesuch sehr kurz halten. Auf drei Etagen kann man sich sehr unterhaltsam, oft auch virtuell oder per Anfassen, über alle maritimen Themen informieren, selbst ein Unterwasser-Forschungs-U-Boot bedienen, einen Unterwasser-Roboter bauen oder die urzeitlichen Pfeilschwanzkrebse berühren und beschreiben lassen. Vieles, vieles mehr gibt es noch zu sehen. Zum Rundgang im „Nauticus“ gehört auch ein Entdeckungsgang auf dem Schlachtschiff „Wisconsin“. Wer das Innere sehen will, muss draufzahlen. Im Wesentlichen wird das nicht viel anders sein, als der Flugzeugträger, den wir in Charleston besichtigt haben. Die Kanonen auf dem Schlachtschiff sind aber doch schon sehr gewaltig. Am Besten ist der Blick vom Deck über den Bug zu den modernen Hochhäusern am Hafen.

Kinston – North Carolina

Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass die herrlich sandigen Küstenabschnitte der Ostküste der USA nichts für uns sind. Als Otto-Normaltourist hat man es echt schwer, einen Zugang zu den Stränden zu finden. Es ist hier wie in Florida, alles ist voller Privatgrundstücke, Hotels und Golfplätze. Dort, wo der Normaltourist dann doch einmal Zugang hat, sind gefühlte Millionen Menschen unterwegs, es gibt keinen freien Parkplatz mehr, Staus und Shops ohne Ende. So war es wieder in Myrtle Beach.
 Nach den Strapazen der letzten guten Woche haben wir nun eine Ruhepause eingelegt, und zwar in einem sehr schönen Naturpark mit einem angeschlossenen, kleinen und ruhigen Campingplatz, direkt am Flüsschen Neusse, südlich von Norfolk. Hier lässt es sich gut entspannen und neue Kräfte tanken.
 Auf dem Weg hierher sind wir durch weites Farmland, ausgedehnte Wälder, zahlreiche Sümpfe und Flüsse gefahren. In der Ausstellung des Naturparks erlebt man die Pflanzen- und Tierwelt von North Carolina, wo wir uns gerade befinden. Da ist neben Falken, Hirschen, Waschbären, Schildkröten und Ottern auch wieder die Rede von giftigen Schlangen und Spinnen. Auf dem letzten Campingplatz im Myrtle Beach Statepark wurde eindringlich vor der Kupferkopf-Klapperschlange gewarnt. Mancheiner hat sie wohl schon im Zelt gehabt. Die allgegenwärtigen Ranger in den Parks schaffen dann Abhilfe. Nachts sollte man unbedingt eine Taschenlampe mitnehmen und feste Schuhe tragen. 5 giftige Schlangenarten, davon 3 Klapperschlangenarten und 2 giftige Spinnenarten wie die Schwarze Witwe gibt es in North Carolina. Da bewegt man sich schon etwas vorsichtiger.

Gestern war der 4.Juli, der höchste Feiertag der Amerikaner. Wir haben noch nie so viele Feuerwerks-Verkaufsbuden gesehen, wie in den letzten Tagen.
 Am Abend konnten wir am gegenüberliegenden Flussufer einen kleineren Biber entlanglaufen und im Grünzeug stöbern sehen. Er hat zwar bemerkt, dass ich ihn beobachte, aber er hat sich nicht stören lassen. Ich war zu weit entfernt für ihn. Ich wusste gar nicht, dass Biber soweit zu Fuß laufen. Außerdem haben wir unseren neuen Gasgrill ausprobiert. Dafür hatten wir uns ein richtig dickes Steak gekauft, mariniert und in einer viertel Stunde war es durch. Dazu habe ich Zwiebeln gebraten. Das war echt lecker.
 Die Feierlichkeiten zum 4. Juli waren am Abend ein Life-Konzert, bei dem die halbe Stadt anwesend war und ein großes Feuerwerk, dem wir in der 1. Reihe in unseren Liegestühlen gefolgt sind. Es fand direkt auf unserem Campingplatz statt. Morgen fahren wir nach Norfolk weiter. Es sind 38°C im Schatten, abends um 18 Uhr.

Myrtle Beach – South Carolina

Uuiiih, jetzt sind wir mitten in die Hitzewelle geraten, die seit sechs Tagen über dem mittleren Osten der USA liegt und sich inzwischen auf fast die gesamten USA ausgebreitet hat. Es sind 39 °C, dazu die Feuchtigkeit aus dem Sümpfen, das ist einfach nur mörderisch.
 Mit einer Zwischenstation in Brunswick, wo wir uns die Altstadt angesehen haben und am Leuchtturm auf St. Simons Island waren, haben wir Myrtle Beach nördlich von Charleston erreicht. Bei der Hitze kommt man jedoch zu Fuß nicht weit und ohne die obligatorische Flasche Wasser sowieso nicht. Ich bin ja nicht empfindlich, aber das ist selbst für mich zu viel. Sogar die Klimaanlage im Auto kommt kaum noch dagegen an.
 Die Rückfahrt nach Tampa hat uns am Ende acht Tage Zeitverlust und fast 500,-$ für Sprit gekostet. Jetzt haben wir fast den Breitengrad erreicht, den wir in den Great Smoky Mountains erreicht hatten und wir können unsere Tour endlich fortsetzen und uns in Richtung Kanada vorarbeiten. Öfters sollte so etwas nicht vorkommen, denn dann wird die Zeit bis zum Wintereinbruch, die uns noch bleibt, zu knapp. Dann müssen wir mindestens in Chicago sein. 

Riesen-Kaulquappen

Wie groß werden die Kaulquappen von Ochsenfröschen? Das haben wir uns gefragt, als wir überraschenderweise auf eine Vielzahl sehr heller Riesenkaulquappen an einem Flussufer gestoßen sind. Mit bis zu 12 Zentimetern Größe waren sie uns direkt unheimlich. Bei meiner Recherche habe ich herausgefunden, dass dies die Larven der Knoblauchkröte sind. Die Weibchen dieser Krötenart werden selbst nur 8 cm groß, die Männchen sind etwas kleiner. Das war eine Begegnung der besonderen Art, wirklich.

Jetzt kommt die Überraschung: der Sonnenstaat Florida steht unter Wasser. Der Hurrican Debby hatte 5 Tage in fast ganz Florida gewütet und drei Tage lang sintflutartige Regenfälle gebracht. Wir haben heute erfahren, dass es in den drei Tagen soviel geregnet hat, wie es eigentlich in den nächsten drei Monaten geben sollte. Das hat es so auch noch nicht gegeben. Normalerweise ziehen die Hurricans in einem Tag durch. Ganze Städte stehen unter Wasser und sind sogar von der Außenwelt abgeschnitten. Jacksonville, wo wir vor einigen Tagen gewesen sind, ist gestern abgesperrt gewesen. Da kam keiner raus und keiner rein. Wir haben selbst eine Kreuzung gesehen, die komplett unter Wasser stand. Die Landschaft ist ein einziges Wasserloch. Da freuen sich wenigstens die Alligatoren. Woher wir das so genau wissen?  Wir mussten unsere Reise abbrechen und sind wieder in Tampa. Der Wasserschaden, der an unserem Wohnauflieger damals repariert werden sollte, ist nur verdeckt worden, nicht repariert. Jetzt sind wir eineinhalb Tage und 600 Meilen zurück gefahren, um das machen zu lassen. Dazu sind wir gestern noch in die letzten Ausläufer des Hurricans Debby geraten und mussten notgedrungen auf einem Rastplatz übernachten. Die meisten RV-Plätze sind nicht mehr nutzbar, bis nach Tampa war es zu weit. Es wurde einfach zu gefährlich, weiterzufahren. Die LKWs fahren wie die verrückten, noch dazu, nachdem sie, wie wir, eineinhalb Stunden im Stau gestanden haben und man vor lauter Regen kaum noch etwas erkennen konnte. Unfälle, wie Auffahrunfälle und vom Wind umgestürzte LKWs, hat es genug gegeben.
 In spätestens 3 Tagen sollen wir wieder auf Tour gehen können, dann werde ich mich wieder melden, hoffentlich. Das Ganze ist ärgerlich genug.

Great Smoky Mountains – North Carolina

Die Great Smoky Mountains waren die Heiligen Berge der Cherokee. Sie haben ihren Namen von dem graublauen Schleier, der über den Bergen liegt, den auch wir beobachten konnten. Die Vorfahren der Cherokee bewohnten dieses Land schon vor 11.000 Jahren, bis 1540 der spanische Entdecker Hernando de Soto in das Cherokee-Land kam. Im späten 18. Jahrhundert folgten vor allem Iren, Schotten, Deutsche und Engländer. Die Cherokee waren so lange freundlich zu den Fremden, bis sie von den Einwanderern provoziert, bekämpft und sogar verschleppt wurden. Auf dem „Trail der Tränen“, auf den die Cherokee geschickt wurden, viele tausend Meilen weit, sind viele von ihnen umgekommen. Heute leben nur noch wenige in kleinen Reservaten, wie hier am südlichen Fuße der Great Smoky Mountains rund um die Stadt Cherokee. Die Stadt an sich ist ganz und gar auf die Touristen ausgerichtet. Auf zwei kleinen Bühnen mühen sich jeden Tag dem Klischee entsprechend gekleidete „Indianer“, die Touristen zu unterhalten. Ich meine, wir als Weiße haben die Cherokee erst dorthin gebracht, wo sie heute sind und sie versuchen, als Volk zu überleben, aber sie auf diese Art und Weise kennenzulernen, das ist nichts für uns. Es gibt das Dorf „Oconaluftee Indian Village“, das eine Replik eines Dorfes der Cherokee um das Jahr 1750 ist. Hier wird das Leben zu jener Zeit authentisch nachgestellt, die verschiedenen Handwerke gezeigt, wie die Töpferei, Kanuherstellung, Masken, Körbe und Webarbeiten. Der Eintrittspreis von 18,-$ pro Person schreckte uns jedoch ab, obwohl wir gerne etwas zur Unterstützung beigetragen hätten. Wenn man bedenkt, wie viele Leute alleine heute die Stadt Cherokee und das Village besucht haben, naja, da kommt ganz schön was zusammen.

Auf unserer Tour durch die Great Smoky Mountains sind wir die Straße 441 bis zum Kamm der Appalachen gefahren, zum Newfound Gap, 1538 m hoch. Genau dort kreuzt mit 2150 Meilen einer der längsten Fußwege der Welt, der Appalachen Trail. Die Grenze zwischen North Carolina und Tennessee verläuft ebenfalls hier. Der höchste Berg der Great Smokys ist der Mount le Conte mit 2009 m. Ein Stück weiter findet man den Chimney Tops Trail, den wir nur ein Stück am Fluss entlang gegangen sind. Zuletzt besuchten wir die größte Getreidemühle der Great Smokys, die Mingus Mill, die heute nur noch den Sommer über als Museum arbeitet. Das gemahlene Weizen- und Maismehl kann man dann kaufen. Die Mühle wird durch eine, durch Wasserkraft angetriebene Stahlturbine und ein Wasserrad aus Holz angetrieben. Sie ist noch original erhalten.

Im ganzen Gebiet der Blue Ridge Mountains, dem ehemaligen Cherokee-Land, finden sich unzählige kleine Farmen, die meist für den Eigenbedarf wirtschaften. In jeder Ecke ist ein Anwesen versteckt. Es gibt aber auch sehr große Gebiete, die seit dem Anfang des 19.Jahrhunderts aufgeforstet wurden und wieder unberührt sind und das Wild wie Schwarzbären, Hirsche und andere Tiere ungestört leben können. In den Flüssen werden sehr viele Edelsteine gefunden. An vielen Stellen existieren Mienen, wo man selbst sein Glück versuchen kann. Wenn man Glück hat, findet man sogar Rubine und Smaragde.

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