A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Del Norte – Kalifornien

Point St. George

Point St. George

In Crescent City stießen wir endlich wieder auf das Meer, den Pazifischen Ozean. Leider hatten wir zwei Tage lang solch einen starken Wind, dass sich die auf dem Thermometer angezeigten 12°C wie -12°C anfühlten. Selbst bis zu 5-lagige Kleidung schützte uns nicht 100%ig. Während wir wie die Eskimos angezogen waren, spazierten viele Einheimische kurzärmelig oder gar mit kurzen Hosen und barfuß durch die Gegend. Wir kamen uns vor wie im falschen Film.

Seeanemone

Seeanemone

Crescent City ist eine schöne, kleine und gemütliche Stadt mit einer wunderschönen Küste. Auf unserer bisher schönsten Fahrradfahrt auf dieser Reise entdeckten wir den Point St. George, die ehemalige Heimat der Tolowa Indianer. Bei Ebbe kann man auf dem Meeresgrund über die Steine klettern. In den Gezeitenpools sieht man Seeanemonen, kleine Taschenkrebse, Einsiedlerkrebse, Seesterne, Muscheln und Schnecken. Sehr interessant ist das angespülte Treibholz. Da lässt sich jede Menge Material für Kunstwerke sammeln.

Battery Point Lighthouse

Battery Point Lighthouse

Am Castle Rock tummeln sich Seelöwen und Seevögel wie Lummen und Kormorane. Aleutengänse, sehen aus wie Kanadagänse, sind nur kleiner, fliegen in Scharen in der Bucht von Crescent City. Sandstrände und Felsen wechseln sich bis zum Battery Point Lighthouse ab. Dieser Leuchtturm, der nur bei Ebbe zu erreichen ist, ist in Privatbesitz und bietet interessierten Besuchern Führungen an.

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Im kleinen Hafen liegen neben vielen Fangschiffen auch zwei alte Segelschiffe, die Rundfahrten anbieten. Eine Tafel erzählt von dem Tsunami, der in Folge des Erdbebens bei Fukushima im März 2011 neun Stunden später den kleinen Hafen traf, der großes Glück im Unglück hatte. Der Tsunami kam in mehr als einem Dutzend kleiner Wellen in eineinhalb Tagen, die nur großen Schaden im Hafenbecken selbst anrichteten. Die Stadt an sich blieb verschont.

am Klamath River

am Klamath River

Bei Klamath, mitten im Yurok Indianergebiet, blieben wir ein paar Tage im Chinook RV Resort. Die Landschaft des Redwoodparks und um die Mündung des Klamath River in den Ozean ist einfach zu schön. In der Zeit der Lachse muss hier die Hölle los sein. Angler überschwemmen dann hier die zahlreichen Campingplätze und fischen riesige Lachse aus dem Fluss. Jetzt tummeln sich zahlreiche Vogelarten im Gras, Fischadler, Weißkopfseeadler und Geier überfliegen den Klamath River und ab und zu schwimmen Seelöwen spielend den Fluss hinauf, wenn die Flut genügend Salzwasser hinein gedrückt hat. Sonst liegen sie faul auf der Sandbank, die den Fluss vom Ozean trennt.

Trees of Mystery

Trees of Mystery

Der nahegelegene Park „Trees of Mystery“ ist sehr zu empfehlen. Dieses Stück Wald nannten die Indianer „Ein Platz der Geister“. Er beherbergt jede Menge Merkwürdigkeiten der Baumwelt, wie den weltgrößten Familienbaum. Dieser Baum ist schon uralt und auf ihm und seinen Ästen wachsen 12 weitere Bäume. Diese neueren Bäume holen sich die Nährstoffe vom alten Baum und versorgen diesen wiederum mit entsprechender Photosynthese. So leben alle diese 12 Bäume. Auf einem 3000 Jahre alten Riesen, der vor langer Zeit umgefallen ist, wachsen neue Bäume, die zum Teil schon selbst das Zeitliche gesegnet haben. Von einem Giganten hat ein gewaltiger Blitzschlag nur noch einen zackigen Überrest übrig gelassen. Weitere Bäume sind von Blitzen gezeichnet, leben aber noch. So geht es weiter, den ganzen Park hindurch.      

Kathedrale aus Bäumen

Kathedrale aus Bäumen

Die Redwoodbäume wachsen sehr häufig in sogenannten Kathedralen, dass heißt, mehrere Bäume wachsen um einen zentralen Baum herum, der in den meisten Fällen schon fehlt. In einer der größten Kathedralen dieser Art auf der Welt werden Oster- und Hochzeitszeremonien abgehalten. Da diese Gruppe schon ziemlich alt ist, hat man sich nach einer neuen Kathedrale umgesehen, die irgendwann die Nachfolge antreten soll. An dieser noch jungen Baumgruppe steht ein Schild, dass schon jetzt Reservierungen für Hochzeitstermine in ungefähr 600 Jahren entgegengenommen werden.

Sky Trail

Sky Trail

Der Sky Trail, eine kleine Kabinenbahn, bringt die Besucher in 7-9 Minuten zirka 500 Meter hoch auf einen Berg. Vom dortigen Aussichtsdeck hat man wunderschöne Aussichten in der einen Richtung auf das Meer und in der anderen Richtung in die Berge. Hinunter gelangt man entweder wieder mit dem Sky Trail oder man wandert, dabei sollte man keine Probleme mit den Knien haben, auf einem eine Meile langen Wanderweg mutterseelenallein durch den Urwald des Berghanges wieder hinab. Wanderstöcke werden gestellt und sollten unbedingt genutzt werden.

Paul Bunyan und die Packratten

Paul Bunyan und die Packratten

Am Ende des Rundweges durch den Trees of Mystery wird die Geschichte vom legendär riesengroßen und titanenstarken Paul Bunyan, einem amerikanischen Holzfäller, erzählt. Eine der größten Figuren von ihm und seinem blauen Ochsen Babe steht vor dem Eingang des Parks. Die Geschichte wird durch große Holzreliefs und Figuren erzählt, die mit der Kettensäge geschaffen wurden, wunderschön. Ganz zum Schluss kann man sich noch die größte, private Sammlung von Artefakten der amerikanischen Ureinwohner ansehen.
Zudem haben wir dort erfahren, Zweifler und Ablehner lesen diesen Absatz bitte nicht, dass wir uns am Rande eines Bigfootgebietes befinden. In den tiefen Wäldern zwischen Klamath und Orick gibt es immer wieder Begegnungen oder werden Fußabdrücke gefunden. Um jedoch eine Chance auf Kontakt mit den um die 2,40m großen Menschenriesen zu haben, muss man sich allerdings schon sehr weit in einsame Gegenden hinein wagen und Zeit darin verbringen.

Tour Thru Tree bei Klamath

Tour Thru Tree bei Klamath

Noch eine Besonderheit, allerdings 1976 künstlich geschaffen, ist der „Tour Thru Tree“. Das ist ein 900-1000 Jahre alter Redwoodbaum, in den ein Tunnel geschnitten wurde, der gerade so groß ist, um mit einem PKW oder kleinen Van hindurch zu fahren. Trotz dieses massiven Eingriffes lebt der riesige Baum.

Auf einem sehr anstrengenden Abschnitt des Coastal Trails südlich der Klamath-Mündung hat man herrliche Aussichten auf die Küste und den Ozean.  Die Seelöwen badeten jetzt auf der Meeresseite. Am Strand befindet sich ein zeremonieller Ort der Yurok, der nach dem Winter gerade wieder in Schuss gebracht wurde. Überhaupt ist hier in der Gegend großes Putzen angesagt, damit für die in Kürze beginnende Saison alles vorbereitet ist.

Eine Farm, die Keine war

Eine Farm, die Keine war

Mitten am Trail liegt eine kleine Farm, die keine Farm ist. Im 2. Weltkrieg baute man zwei Farmhäuser dorthin, in denen jedoch eine Radarstation untergebracht war. In dem einen Gebäude stand der Generator, in dem anderen befanden sich die elektronischen Geräte. Die Meldungen wurden an San Francisco weitergeleitet. Die Japaner operierten mit ihren U-Booten, von denen aus Kamikazeflieger starten konnten, auch in den kalifornischen Gewässern.

2,50m hoher Schachtelhalm

2,50m hoher Schachtelhalm

Kommen unsere Gartenerdbeeren eigentlich auch aus Amerika? Hier wachsen überall wilde Erdbeeren. Wilden Fenchel haben wir um Klamath gefunden und gleich ein paar Stengel für ein leckeres Mal verwendet. Einen schönen Teil froren wir ein. Überhaupt gleicht die Natur hier einem Schlaraffenland. Es gibt Himbeeren und Brombeeren in Hülle und Fülle. Ein an die 2,50m hoher, grasähnlicher Schachtelhalm wächst in Flussnähe, sieht aus wie Bambus, nur viel kleiner.

Die Wälder hier an der Küste sind Nebelwälder, deshalb sind sie so artenreich. Sehr oft legt sich dichter Nebel über die Küstenwälder und lässt Flechten und Moose auf den Bäumen sprießen. Farne und andere feuchteliebende Pflanzen bedecken den Boden. Es ist ein echter Urwald, in dem alles so ist, wie die Natur es vorsieht. Niemand legt Hand an.
Einen Tag verbrachten wir noch im Kamp Klamath an der südlichen Seite der Klamath Mündung. Dieser Park wird von Aussteigern geführt, die fast autark leben. Es ist eine Gruppe von Freunden, von denen der Eine sich um die Hühner und Kaninchen kümmert, die für die Küche gedacht sind, der Andere einen kleinen Gemüsegarten betreibt und wieder ein Anderer sich um die Technik kümmert. Alle zusammen kümmern sich um den Campingplatz, sorgen für Holz, mähen Rasen usw. Die Lachse schwimmen zum Fangen an Ihnen vorbei, Bären und Rehe werden gejagt. Mehr braucht der Mensch fast nicht. Die haben ein gutes Leben. Richtig kalt wird es hier nie, Minustemperaturen sind eine Ausnahme, richtig heiß aber auch nicht.

Jedediah Smith Redwood National Park – Kalifornien

 

Smith River Valley

Smith River Valley

Wie wir jetzt erfahren haben, sind wir von Grants Pass aus den Mystic Corridor entlang gefahren. Von Cave Junction aus immer auf dem Highway 199 Richtung Süden. Von der kalifornischen Grenze aus schlängelt sich die Straße erst durch den Collier Tunnel und dann durch die wildromantische Schlucht des Smith River nach Crescent City an der pazifischen Küste. Das Wasser des Smith River hat eine graublaue Färbung, die von einer großen Anzahl Mineralien im Wasser herrührt. Da sind so viele Mineralien in diesem Wasser, dass es, glaube ich, nicht für den dauerhaften Verzehr bestimmt ist, zumal auch eine Anzahl Schwermetalle enthalten sind. Schön sieht es allemal aus.

Darlingtonia Bog

Darlingtonia Bog

An der Straße liegt ein kleiner botanischer Trail, an dem wir durch Zufall angehalten haben. Dieser Stopp hat sich mehr als gelohnt. Die meisten Leute fahren achtlos daran vorbei, wenn die wüssten! Neben einem Wald, der an Artenreichtum wahrscheinlich seinesgleichen sucht und der schon fast ein Regenwald ist, gibt es an dieser Stelle einen wahren botanischen Schatz: Darlingtonia Bog. Das ist eine fleischfressende Pflanze, die um einen halben Meter hoch wird und sehr nassen Boden braucht. Es stehen nicht nur eine handvoll dieser Pflanzen dort, sondern die Darlingtonia Bog nehmen etliche Quadratmeter in Anspruch.

Giftige Eiche

Giftige Eiche

Dem nicht genug, es gibt neben wilden Azaleen, deren Blüten einen wunderbaren Duft im Wald verströmen, auch eine giftige Eichenart, vor deren Berührung gewarnt wird. Das ist kein Baum, sondern ähnlich dem Efeu eine Kletterpflanze, die sich große Bäume als Wirt aussucht. 90% der Menschen reagieren auf den Kontakt allergisch, die Früchte aber sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Wildtiere.

Neben all diesen Pflanzen und Bäumen stehen überall „Touristenbäume“, wie wir sie in Tobago kennengelernt haben. Sie heißen so, weil sich ihre Rinde schält und darunter eine zweite, glatte und rote Rinde zum Vorschein kommt, wie beim sonnenverbrannten Menschen. Irgendwie passen diese außergewöhnlichen Bäume nicht hierher in den nassen Nordwesten Kaliforniens. Außerdem gibt es einen Baum, der nicht wusste, ob er ein Nadel- oder Laubbaum werden sollte: die Tanneneiche. Die Äste, Zweige und Blätter sind die einer Eiche, der Stamm der einer Tanne. Es gibt schon komische Dinge hier.

Coast Sequoias oder Redwoods

Coast Sequoias oder Redwoods

Und dann, nur ein paar Kilometer weiter, führt die Straße durch einen Wald Küstensequoias. Das sind die Verwandten der Riesensequoias, die wir in der Sierra Nevada besucht haben. Die Küstensequoias werden hier allerdings Redwood Bäume genannt und sind die höchsten lebenden Wesen der Erde. Sie erreichen nicht den Durchmesser der Riesensequoias, werden aber wesentlich höher, so um die 112 Meter. Einige Exemplare sollen noch einige Meter draufgelegt haben. Trotzdem ist deren Stammdurchmesser schon gewaltig und die Bäume wachsen kerzengerade. Ein ganzer Wald voll dieser außergewöhnlichen Riesen, das ist einfach überwältigend.
Tannenzapfensammler hätten hier in den Wäldern ihre wahre Freude. Hätten wir die verschiedenen Tannenzapfen, von ganz klein bis ganz groß, gesammelt, hätten wir jetzt schon eine ansehnliche Sammlung zusammen.

 

Cave Junction – Oregon

Illinois River bei Cave JunctionEs gibt sie noch, die glasklaren Flüsse, aus denen man bedenkenlos Trinkwasser schöpfen kann. In Südoregon wurden wir fündig. Der Illinois River bei Cave Junction ist noch einer von ihnen. Zudem erfuhren wir, dass bald die Lachse diesen Fluss zu ihren Laichplätzen hinaufziehen. Das Schauspiel findet jedes Jahr zweimal statt, im April und November. Bei einem Spaziergang am Fluss entlang, der sich etwas südlich von Cave Junction mit dem Ostarm des Illinois River verbindet, konnten wir die wunderbare Wildnis mit ihrem Mischwald, dem frischen Gras und den bunten Blumen genießen. Die Lupinen, die gerade blühen, sind so klein, dass man sie kaum wahrnimmt. Junge Kröten sind auch schon unterwegs.

Auf dem Weg nach Cave Junction fuhren wir durch das Applegate Valley, ein sehr schönes Tal mit Weinstöcken, Obstbäumen und verschiedenem Vieh auf den Weiden. Ab und zu sieht man auch einmal Lamas. Die historische Altstadt von Jacksonville mit den engen Straßen bei Medford ist sehenswert und gepflegt. Cave Junction ist bekannt für seine Oregon Tropfsteinhöhlen und den Großkatzenpark, in dem 17 verschiedene Arten leben. Manche von ihnen hatten schon Auftritte im Fernsehen oder waren Darsteller in vielen Filmen.

Hobbygoldwäscher Shelton und BeverlyBeverlys großer GoldfundAm letzten Abend lernten wir Shelton und Beverly Beach aus Idaho kennen. Sie sind begeisterte Steinesammler und Goldwäscher. Jedes Jahr im Urlaub kommen sie hierher, um Gold zu waschen. Hinter einem der Berge am Illinois River gibt es professionelle Goldwäscher. Bei denen holt Shelton sich jeden Tag neue Eimer voll goldhaltigen Kies vom Abraum. Diesen wäscht er dann und holt jedes Mal ein paar Körnchen Goldstaub heraus. Irgendwann hat er dann auch ein Gramm Gold zusammen. Er macht das aus Spaß an der Freude, reich wird er damit nicht. Beverly zeigte mir ihren großen Fund vom letzten Jahr, ein kleines Goldnugget, über das sie sehr stolz sind. Beverly zeigte mir auch sehr helle versteinerte Holzstücken, die sich Sweethome-Wood nennen, nach dem Ort Sweethome in Oregon. Es gibt wohl sehr große Vorkommen dieses versteinerten Holzes dort. Da ich so begeistert von ihnen und ihrem Vorhaben bin, schenkte mir Beverly ein sehr schönes Stück von dem versteinerten Holz. Ich war sprachlos und sehr glücklich.

Crater Lake – Oregon

Fort KlamathSeit zwei Tagen schneit und graupelt es im Wechsel und die Sonne lässt sich immer nur maximal zwei Minuten sehen, es ist eine Katastrophe für unser Vorhaben. Trotzdem es gerade jetzt wie verrückt schneite, nahmen wir die Fahrt zum Crater Lake in Angriff. Verschneite Berge und nasses Grasland säumen die Straße, an der auch das Fort Klamath liegt. Es war der erste militärische Außenposten in dieser Region, der die Siedler vor den Modoc Indianern schützen sollte, die sich gegen das Vordrängen der „Weißen“ zur Wehr setzten. Von dem Fort selbst ist nichts mehr zu sehen, dafür findet man in der Gegend noch die Reste der alten Hütten und Höfe der ersten Siedler.

Schnee blockiert den Weg zum Crater LakeMit jedem Meter den Vulkan Mt. Mazama hinauf, dessen Caldera sich mit Wasser gefüllt hat, nahm der Schnee zu. Anfangs war die Straße noch geräumt, aber immer öfter überdeckten Schneewehen unseren Weg, so dass wir uns schon wieder geschlagen geben mussten. Die Straße zum Nordeingang ist noch offiziell gesperrt, deshalb nahmen wir die Straße zum Südeingang, was uns jedoch nicht geholfen hat. Es ist einfach noch nicht die Jahreszeit, diese Gegenden zu bereisen. Die beste Reisezeit für die National Parks in den Bergen der USA-Westküste ist von Juni bis September, doch dann muss man sich die Sehenswürdigkeiten mit Tausenden anderer Urlauber teilen.
Der Crater Lake ist mit 594 Metern der tiefste See der USA und der siebttiefste und einer der klarsten Seen der Welt. Die Caldera hat einen Durchmesser von 9 Kilometern, am Grunde soll es heiße Quellen geben. Die Insel, die sich vom Grunde des Sees erhebt, ist ein neuer Krater und kann in den Sommermonaten mit dem Boot erreicht werden. Die Straße um den Crater Lake herum ist 33 Meilen lang und nur im Sommer voll befahrbar. Ein Ausbruch des Mt. Mazama vor 6800 Jahren soll 42 Mal gewaltiger gewesen sein als der des Mount St. Helens 1980.

gewaltige Erdspalte am Mt. MazamaNeben der Straße zum Crater Lake hoch befindet sich eine gewaltige Erdspalte, die aussieht, als wäre sie bei einem mächtigen Erdbeben entstanden. Senkrechte, gebrochene Felswände zeigen dieses Geschehen an. Am Grunde der Schlucht fließt ein Gebirgsbach.
 Kurz vor dem Crater Lake bei Annie Spring soll es geologisch extrem interessant sein. Über uralte Fumarolen entweicht wie durch Schornsteine seit Tausenden von Jahren sehr heißes Gas. Leider sind wir auch bis dorthin nicht gekommen.

ohne WorteFür uns hat die Reise nach Norden an der westamerikanischen Küste hier ein Ende. Es hat keinen Zweck, um diese frühe Jahreszeit weiterzufahren. Unverrichteter Dinge drehten wir um und fuhren nach Medford. An der Westseite der Berge war alles verschneit und Nebelschwaden zogen durch die Wälder. Lavaflüsse zeugen auch hier von der vulkanischen Vergangenheit. Nach 10 Meilen Abfahrt hatte uns der Frühling wieder und die Temperatur lag bei 13°C.

Klamath – Oregon

Truthahngeier beim Fressen

Truthahngeier beim Fressen

Unser erster Anlaufpunkt in Oregon war das Miller Island Wildlife Viewing Area, auf deutsch: das Miller Wildbeobachtungsgebiet, kurz vor Klamath Falls. In der Nähe liegt das Lava Beds National Monument, in dem man unter anderem Lavaflüsse und -tunnel hautnah erleben kann.
Bei der Einfahrt in das Wildbeobachtungsgebiet saßen zwei Truthahngeier über einer kleinen Mahlzeit.

Schneegänse fliegen auf

Schneegänse fliegen auf

Da es noch sehr früh am Tage war, stellten wir unser Motorhome auf einem großen Parkplatz ab und nutzten die Zeit zum Grillen leckerer Hühnerviertel, die Klaus in einer Marinade eingelegt hatte. In der Zwischenzeit beobachteten wir Schneegänse, die immer wieder in Schwärmen ihren Standort wechselten, verschiedene Enten und Vögel. Es war jede Menge los auf dem kleinen Stück Land mit Wasser und trockenem Schilf. Eigentlich wollten wir auf dem Platz gleich übernachten und weiter beobachten, aber ein Sheriff sprach uns an und meinte, dass wir nur mit einer Genehmigung hier stehen dürften.

Der größte Süßwassersee westlich der Rocky Mountains, der Upper Klamath Lake, liegt eingebettet zwischen Vulkanketten und ist im Winter die Heimat zahlreicher Fisch- und Weißkopfseeadler. So viele dieser Vögel hatten wir bisher noch nie auf einer Stelle gesehen. Sie saßen in den kahlen Bäumen am Ufer des sehr nährstoffreichen Sees.
Noch etwas zum Wetter. Wir sind inzwischen gezwungen, all unsere Winterklamotten wieder hervorzukramen, denn die Temperaturen liegen hier auf gut 1300m Höhe um den Gefrierpunkt. Eine heftige Kältewelle hat uns erfasst. Weiter oben im Norden Oregons schneit oder regnet es.

Mule DeersAuf dem Weg zum Crater Lake, den wir uns noch unbedingt ansehen wollen, wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt, fanden wir einen wunderschönen Campingplatz im Collier State Park bei Chiloquin. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, aber bei näherer Betrachtung, am Eingang hatten uns drei Mule Deers, große Rehe mit großen Ohren, neugierig beäugt, entschieden wir uns, mindestens zwei Nächte zu bleiben. Zudem ist es einer der sehr wenigen State Parks, die es uns erlauben, mit dem vorhandenen 50 Amp-Stromanschluss unsere Heizung zu betreiben. Die meisten Parks bieten, wenn überhaupt, nur 30 Amp. Das reicht zwar für den normalen Stromverbrauch, aber nicht auch noch für die Heizung.

Collier Logging Museum

Collier Logging Museum

Bei einem Spaziergang in die Umgebung, der Platz liegt an der Mündung des 2 Meilen langen Spring Creek in den Williamson River, besuchten wir das Collier Logging Museum. Das ist eine private Stiftung mit zusätzlich gespendeten Stücken, die ihren Besuchern sehr ausführlich und umfangreich das Leben und Wirken der hiesigen Holzfäller nahebringt. Verschiedene Maschinen, alte und neuere, Dampfmaschinen, Sägemühlen, eben alles, was man als Holzfäller und Holztransporteur so braucht, sowie Tafeln mit Bildern und Erklärungen, machen den Rundgang sehr interessant. Eine Sammlung von Originalhütten verschiedener Art, von den Originalstandorten in Oregon hierher gebracht, zeigen, mit wie wenig Platz die Menschen zurechtkommen mussten. Klein hat in den harten und kalten Wintern aber auch seinen Vorteil: man muss weniger heizen, und noch ein Vorteil: die Hütten sind schnell gebaut.

Verschiedene, schöne bunte Vögel, allen voran der Diadem Jay, begeisterten uns. Kleine Erdhörnchen wuseln überall über die Grasflächen. Ach ja, von Dezember bis März schwimmen relativ große Rotband-Forellen den Spring Creek hinauf, um zu laichen. Noch immer sind Nachzügler unterwegs. Über der Lichtung, an der wir stehen, kreisen Weißkopfseeadler und wir konnten es gar nicht glauben, zwei Steinadler. Es sind die ersten Steinadler, die wir dabei beobachten können, wie sie majestätisch ihre Kreise am Himmel ziehen, bevor sie wieder im Wald verschwinden. Ein Biber patrouilliert ab und zu an den Ufern des Williamson River entlang. Es ist die reine Idylle, nur viel zu kalt.

Diadem Jay

Diadem Jay

patrouillierender Biber

patroullierender Biber

kleines Erdhörnchen

kleines Erdhörnchen

Shasta – Kalifornien

Fahrt zum Mt. ShastaMit einem letzten Blick zum Lassen Volcanic National Park mit seinen tief verschneiten Bergspitzen verließen wir Red Bluff und den Sacramento River und fuhren die Interstate 5 weiter Richtung Norden. Je weiter wir vorwärts kommen, umso mehr verschneite Bergspitzen sind zu sehen. Schon von Red Bluff aus fiel uns ein riesiger, rein weißer Berg auf. Das war schon der Mt. Shasta, den man mit seinen 14.162 Fuß Höhe (4316m)bis zu 100 Meilen weit sieht.

Mt. Shasta

Mt. Shasta

Durch eine wieder einmal wunderschöne Landschaft mit Bergen und dem Shasta Lake, langsam wieder einmal bergauf kraxelnd, erreichten wir Weed. In Anderson hatten wir doch noch eine Touristinformation gefunden, die geöffnet hatte und auch entsprechendes Material für unsere Routenplanung zur Verfügung stellen konnte. Demnach entschieden wir uns, von Weed aus, für die Weiterfahrt auf dem Highway 97 nach Oregon. Der Mt. Shasta, der mit jeder Meile an Größe zunahm, hatte uns dermaßen in seinen Bann gezogen, dass wir einfach an seinem Fuße übernachten mussten. Von Minute zu Minute änderte der gewaltige Doppelvulkan, der er ist, seinen Anblick. Der zweite Gipfel liegt auf etwa 12.300 Fuß. Der Mt. Shasta ist vor 9700 Jahren das letzte Mal ausgebrochen. Ab und zu legte sich ein Tischtuch aus Wolken ähnlich dem des Tafelberges in Kapstadt über die Bergspitzen, dann war wieder alles klar. Wie kalt mag es dort oben sein?

 

Living Memorial Sculpture Garden13 Meilen auf dem Highway 91 von Weed entfernt, an der Nordseite des Mt. Shasta, findet man den Living Memorial Sculpture Garden. Auf einem weitläufigen Areal stehen 10 Metall-Skulpturen, die der Künstler und Vietnamkriegsveteran Dennis Smith geschaffen hat. Eine Gedenkmauer erinnert namentlich an die gefallenen US-Soldaten der vergangenen Kriege, die aus dieser Gegend stammten. Einige Grabtafeln aus neuerer Zeit sind hier ebenfalls zu finden. Das ganze Gelände ist eine Stiftung der Veteranen dieser Gegend.

Sandhill Kraniche

Sandhill Cranes

Ein Stück weiter erinnert eine Tafel an den Emigranten Trail ab 1852, der einige Jahre später vom Militär und dann von Goldsuchern genutzt wurde. Durch die Hochebene des Klamath National Forest, die Landschaft mutet inzwischen wie die Tundra an, erreichten wir auf ungefähr 4500 Fuß Höhe (gute 1300m) die Staatsgrenze zu Oregon. Kraniche, Gänse und Enten ließen sich am Straßenrand sehen, von Frühling keine Spur mehr.

 

Sacramento Valley

Sacramento RiverEigentlich sollte die Tour jetzt über die nördliche Sierra Nevada zum Lake Tahoe gehen. Der Lake Tahoe ist der größte Bergsee Nordamerikas und liegt auf 1900m Höhe, mit Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra. Angesichts der letzten Tage ließen wir von diesem Vorhaben ab und fahren jetzt im Sacramento Valley weiter nach Norden. Die Temperaturen in den Bergen liegen nur noch um die 15°C, in den Höhenlagen sanken sie bis auf 2°C. Im Tal des Sacramento River setzen sich die Felder und Plantagen fort, nur dass jetzt die Walnussbäume, Unmengen davon, die Oberhand haben. Wein und Oliven sind seltener, die Erdbeerernte läuft. Das alles verbraucht unendlich viel Wasser, zu viel Wasser.

Blick auf den Lassen Volcanic National ParkNordwestlich von Yuba City liegt ein Vulkanspot, die einzige Erhebung aus dem Tal, das westlich und östlich von langen Bergketten flankiert wird. Durch den Sacramento River gibt es allerdings so viele Mücken, dass man sich vor allem abends kaum draußen aufhalten kann. Deren Stiche erzeugen jedesmal Beulen, die tagelang jucken. Den Abstecher zum Lassen Volcanic National Park konnten wir uns sparen, denn die Straße durch das recht aktive Vulkangebiet ist noch immer wegen Schnee und starken Winden geschlossen. Der Park wäre eine gute Alternative zum Yellowstone Park gewesen, denn auch dort gibt es Schwefelquellen, Geysire und andere vulkanische Aktivitäten. Es wird sogar gesagt, dass der Vulkan Lassen seit dem verheerenden Ausbruch des Mt. Saint Helens unter besonderer Beobachtung steht, weil er sich seitdem vermehrt regt.

Sierra Nevada – Kalifornien

Blick auf den Yosemite National ParkKeine Chance, auch durch den Yosemite National Park, der als der bezauberndste Nationalpark der USA beschrieben wird, konnten wir nicht fahren. Wieder hatten wir kein Informationsmaterial über den Straßenverlauf im Park, so dass wir nicht vorher entscheiden konnten, ob wir die Strecke fahren können oder nicht. Neben den Sequoia-Beständen soll der Park auch durch seine hohen Wasserfälle, glatten Granitfelsen und bestechenden Aussichten punkten.

Oakhurst - 2000 Jahre alter SequoiastammVon Fresno aus auf der Road 41 erreichten wir das hübsche Örtchen Oakhurst, das schon auf 3000 Fuß Höhe liegt. Die Touristinformation dort war am Sonntag, wenn die meisten Besucher kommen, geschlossen. So entschieden wir uns, doch zum Parkeingang zu fahren. Welche Überraschung: der liegt auf ganzen 6000 Fuß Höhe. Damit dachten wir, dass wir doch durch den Yosemite National Park fahren und uns dessen Naturschönheiten ansehen könnten. Auf Anfrage, wie der Straßenverlauf im Park ist, bekamen wir zur Antwort, dass die Straße schon mal von 6000 Fuß auf 2000 Fuß abfällt, dann wieder auf 5000 Fuß ansteigt und wieder auf 1000 Fuß abfällt, von wo aus wir endlich wieder auf 6000 Fuß klettern müssten. Unmöglich mit unserem Motorhome, leider. Ein zweites Mal mussten wir uns der Sierra Nevada geschlagen geben.

Unser Motorhome vor SequoiasKurz unterhalb des Parkeinganges fand sich ein kleiner Platz im Wald, der voller kleinerer Sequoias ist. Dort parkten wir, um wenigstens ein bisschen ´was von den Riesenmammutbäumen mitzubekommen. Der Wald besteht zur guten Hälfte aus Sequoias, den Rest machen genauso riesige Kiefern und Tannen aus, die entsprechend riesige Zapfen ausbilden. Die meisten Bäume sind mindestens 60m hoch, eine merkwürdige Atmosphäre und ein herrlicher Waldduft machen sich breit. Das ist etwas ganz anderes, außergewöhnliches.

McClure Valley

Na ja, was nicht ist, ist nicht. So fuhren wir weiter über Mariposa, weil wir am Lake McClure übernachten wollten. Auf unserer Karte hören die Berge hinter Mariposa auf, was zu unserem Leidwesen nicht der Wahrheit entspricht. Immer neue Berge türmten sich vor uns auf, das arme Wohnmobil und natürlich der arme Klaus, der sich mit den Gegebenheiten herumschlagen muss. Beide taten mir fürchterlich leid. Kurz vor dem Lake McClure Tal erreichten wir eine Aussichtsplattform und der Schreck fuhr uns in die Glieder – Berge ohne Ende und vor dem dicken Ende standen wir gerade. Kennt jemand den Geiranger Fjord mit seinen Serpentinen? Genauso und noch höher, auf der einen Seite hinunter, auf der anderen Seite wieder hinauf.

McClure Valley - wilde Truthühner

McClure Valley Wilde Truthühner

Im Tal wartete ein wunderschöner Campingplatz auf uns, mitten in der Natur mit einem Gebirgsfluss und auf beiden Seiten aufsteigenden Berghängen. Ein Kanadagans-Pärchen schickte sich gerade an, ein Nest zu bauen und wilde Truthühner liefen kollernt und balzent durch die Landschaft. Ein Truthahn zeigte sich zur Balz ab und zu von seiner schönsten Seite. Mutterseelenallein standen wir auf diesem einsamen Platz und erholten uns von den Strapazen der letzten Tage. Eigentlich wollten wir den Abend im Freien genießen, doch da wir im Schwarzbären- und Pumagebiet waren, hielten wir es für besser, uns mit dem Einbruch der Dunkelheit in das schützende Wohnmobil zu begeben. Dann fing es auch noch an zu regnen und es gab die ganze Nacht Wolkenbrüche.Coulterville Am nächsten Vormittag schien wieder die Sonne und wir setzten unsere anstrengende Fahrt fort. In dem kleinen Örtchen Coulterville rasteten wir. Es ist ein kleines Bergdorf am Rande des Goldgebietes Calaveras. Ganz in der Nähe, bei Greenly Hill, fand jemand 2008 ein Nugget im Goldwert von knapp 5000,-$. Der Sammlerwert wurde auf knapp 50.000,-$ beziffert. In einem Schaufenster stand ein Foto von dem Nugget mit diesen Angaben. Überall kann man Bücher und Ausrüstung zum Goldschürfen kaufen. Coulterville wurde jedoch Mitte des 19. Jahrhunderts von Leuten gegründet, die den Mexikanern, damals war das hier wohl noch mexikanisches Land, mit Saloons, Kantinen und Lebensmittelgeschäften das Leben etwas angenehmer machten.

Seen und Berge an der Road 49Die Touristinformation war zwar auch hier geschlossen, doch die Dame in einem Antikladen riet uns, die Road 49 weiterzufahren. Das schlimmste Stück hätten wir hinter uns, ab jetzt wäre die Straße recht einfach zu befahren und es lägen noch sehr schöne kleine Städtchen an derselben. Dem Rat folgend, fuhren wir die Road 49 weiter und kamen durch hübsche kleine Orte wie Jamestown, wo der Film „High Noon“ (12 Uhr mittags ?) gedreht wurde, Sonora, Columbia und Angels Camp. Überall ist die Rede von Gold. Also, wenn ich hier wohnen würde, würde ich auch nach Gold schürfen.

Bei Drytown bogen wir nach Sacramento ab, weil wir dort übernachten und über unsere weitere Route nachdenken wollten. Kurz vor Sacramento wird die Landschaft von merkwürdigen, grünen Hügeln bestimmt. Es sind Sanddünen, die sich vor langer Zeit hier abgelagert haben müssen. Heute findet man überall Tagebaue, in denen der Sand abgebaut wird.

San Joaquin Valley – Kalifornien

Herrliche BlütenprachtIst das eine Wohltat. Nach monatelanger Fahrt durch die Wüsten der USA und der Tristesse in Deutschland umgibt uns endlich wieder sattes und frisches Grün. Der Frühling hat hier schon ein paar Tage hinter sich, es blüht und duftet überall. Sogar der Holunder hat schon seine Blütendolden geöffnet und der Blauregen blüht. Die meisten Flüsse und Bäche führen wieder Wasser.

San Joaquin TalDas San Joaquin Tal ist die Fruchtkammer Kaliforniens. Soweit das Auge reicht bestimmen Orangenbäume die Landschaft, aber auch viele Weinstöcke, die schon wieder grün sind, Olivenplantagen, Obst- und Walnussbäume. Noch immer werden LKW-Ladungen voller Orangen transportiert, die noch außerordentlich gut schmecken, trotzdem die Bäume schon in voller Blüte stehen. Das Auge kann sich gar nicht satt sehen an so viel aufstrebender Natur. An den zahlreichen Verkaufsständen werden Orangen, Avocados, die allerdings aus Mexiko stammen, Säfte und Nüsse angeboten. Weinproben sind hier und da auf den kleinen Weingütern möglich. Die Almen in den Vorbergen des Sequoia National Forest sind grün und bieten frisches Futter für die Weidetiere. Kühe, Pferde, Schafe und Ziegen wissen gar nicht, wie gut sie es gegenüber ihren Artgenossen in den ausgetrockneten Wüsten haben.

Nordeingang zum Sequoia National Park - Kings CanyonDer Besuch des Sequoia National Parks war uns leider nicht vergönnt. Es waren keine vernünftigen Informationen über den Park und seine Bedingungen zu bekommen. Nur soviel stand kurz vor dem Parkeingang in Süden fest: Wir dürfen mit unserem Motorhome nicht über den Südeingang in den Park fahren, da die Kurven, die uns erwarteten, viel zu eng sind. Die maximale Länge der Fahrzeuge ist auf 22 Fuß begrenzt, wir haben gute 34 Fuß. Man empfahl uns die Road 245 zum Nordeingang, womit wir das Aus für den Besuch des Nationalparks besiegelten, ohne dass wir es wussten. Diese Straße ist landschaftlich wunderschön, keine Frage, aber es geht 30 Meilen immer nur bergauf und das mit engen Kurven, die beinahe aneinander liegen. Für diese 30 Meilen brauchten wir gefühlte zwei Stunden und vergurkten die gerade getankten 75,-$ ! Danach befanden wir uns auf über 6000 Fuß Höhe. Nach 18 Meilen hatten wir keine Lust mehr auf das Spiel, aber umdrehen brachte dann auch nichts mehr. Das hieß aber auch, dass wir nicht mehr genug Sprit im Tank hatten, um noch einmal 30 Meilen bis zu den Sehenswürdigkeiten durch den Park und die gleiche Strecke wieder zurück zu fahren. Hätten wir das alles gewusst, wären wir gleich über Fresno und den Nordeingang in den Sequoia National Park gefahren, nun war es zu spät. Begeistert waren wir jedenfalls nicht. Es wäre sicher interessant gewesen, die berühmten Riesenmammutbäume, was die Sequoias (so der indianische Name) ja eigentlich sind, zu bestaunen. Der General Sherman Tree im Süden des Parks ist das größte, lebende Ding auf der Erde. Er ist fast 90m hoch, hat einen Umfang von ca. 33m und ist geschätzte 2100 Jahre alt. Der General Grant Tree am Nordeingang ist mit ca. 87m Höhe und 35m Umfang der zweitgrößte Baum der Welt. Diese Art von Baumriesen existierten schon zu Dinosaurierzeiten. Die Gletscher der Eiszeit haben dann nur sehr wenige Bestände an den Westhängen der Sierra Nevada übriggelassen, obwohl die Riesenmammutbäume genauso in Europa und Asien gediehen. Sie werden bis zu 3000 Jahre alt und 85 Meter hoch. Der höchste Baum, der im Calaveras National Forest gefunden wurde, maß rund 140 Meter. Der Grund für das majestätische Alter dieser Bäume ist ihre Beschaffenheit. Sie sind durch ihre Rinde vor Feuer wie vor Frost gleichermaßen geschützt, und sie bieten keinerlei Krankheiten einen Nährboden. Obwohl wir nicht im Nationalpark waren, konnten wir doch einige kleinere Exemplare am Parkeingang und am Straßenrand entdecken.

VisaliaNoch kurz etwas zu Visalia. Es ist eine der ältesten Städte Kaliforniens. Die Downtown (Altstadt) konzentriert sich um die Mainstreet, in der man verschiedene Geschäfte und eine kleine Brauerei findet. Vom Busbahnhof fahren Linien in das Umland. Es scheint auch eine Stadt der Oldtimer- und Hot-Rod Liebhaber zu sein.

Mojave Wüste – Kalifornien

Fatamorgana in der MojaveJetzt sind wir in der Mojave Wüste unterwegs, zu der auch das Death Valley gehört. Die Mojave Wüste ist anscheinend noch trockener als die Wüsten, die wir auf unserer Fahrt durch die USA schon passiert haben. Eine zweite Sanddüne lag an unserem Weg, wie auch immer die dort hingekommen ist. Zumindest ist jetzt ein Großteil der Landschaft von einer dünnen Sandschicht bedeckt. Vielleicht trägt ja der Wind den Sand von der Küste hierher. Als wir am trockenen Silbersee bei Baker vorbeikamen, täuschte eine Fatamorgana Wasser vor und Truthahngeier drehten ihre Runden. Eigentlich hatte ich einmal gelesen, dass diese Vögel nur im Nordosten des Landes und Kanada vorkommen.

Geisterstadt Calico - ÜbersichtZur Geisterstadt Calico, die eigentlich keine Geisterstadt ist, denn Calico wurde für die Touristen neu aufgebaut und belebt, machten wir nur einen Abstecher. Da hier 7,-$ Eintritt pro Person verlangt wurden, kehrten wir um. Das ist nicht, was wir sehen wollen.

Mojave - beeindruckende YuccasWestlich von Boron steht eine moderne Borax Fabrik. Viele Kilometer fuhren wir nun am Stück, denn unser nächstes Ziel ist der Sequoia Nationalpark. Abwechslung gibt es eigentlich keine, es ist ein einsames und trockenes Land. Die Wüstenbüsche sind kleiner als sonst, manchmal erheben sich Yuccabäume aus der Landschaft.

Bei Mojave rasteten wir. Die kleinen Hummingbirds, die nordamerikanischen Kolibris, die uns bis zum Herbst auf unserer Tour begleitet hatten, sind wieder zurück. Immer wieder fliegt einer der possierlichen, bunt schillernden Juwelen an unserem Motorhome vorbei. Den Winter verbringen die Tiere in wärmeren Regionen. Die Pekannüsse, die wir im Süden Arizonas „geerntet“ hatten, sind bald gegessen. Jetzt haben wir vielleicht auch eine Erklärung, warum es diese Nüsse kaum auf dem deutschen Markt gibt: Es ist eine elende Puhlerei, um an den Inhalt zu kommen.
im 99cent-Shop gefundenWie spricht man das aus???

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