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Archiv für die Kategorie “Britische Inseln”

Sherwood Forest

Eingang zum Naturschutzgebiet

Eingang zum Naturschutzgebiet

Nun sind wir auf den Spuren von Robin Hood. Der Legende liegen wahre Begebenheiten zugrunde. Drei Männer aus dem 13. und 14. Jahrhundert, alle tragen einen ähnlichen Namen, kommen als Robin Hood in Frage. Fest steht, dass es die Legende schon seit mehr als sechshundert Jahren gibt. Robin Hood kam aus der armen Bevölkerungsschicht und versuchte nur, sich das Leben ein bisschen leichter zu machen. Er jagte Wild, manchmal auch das aus dem königlichen Wald nördlich von Nottingham, eben dem Sherwood Forest, überfiel Kutschen mit reichen Insassen usw. Irgendwann erklärte ihn der Sheriff von Nottingham zum Outlaw, einen Gesetzlosen.

Major Oak

Major Oak

Robin Hood und andere Gesetzlose und Gleichgesinnte machten daraufhin den Sherwood Forest zu ihrem Versteck, einen Wald mit viel altem Eichenbestand und reichlich Unterholz. Die Basis seines Verstecks soll „The Major Oak“, eine heute achthundert bis tausendjährige Eiche gewesen sein, die ein Besuchermagnet (3,- Pfund Parkgebühr) im mittleren Teil des Sherwood Forest ist. Sie wird gepflegt und gestützt, so dass sie noch viele Jahre erhalten bleibt.

stattliche Eichen

stattliche Eichen

Der nördliche Teil des Sherwood Forest ist komplett nur mit einem Eintrittsgeld von 7,- Pfund zu besuchen und ist eigentlich ein großer Freizeitpark. Der südliche Teil des Waldes ist Erholungsgebiet. Da wir nicht versucht haben, in den südlichen Teil hineinzukommen, wissen wir nicht, ob dort auch ein Obolus fällig wird. Jedenfalls fällt auf, dass der Waldbestand im ausgewiesenen Sherwood Forest immer noch reich an Eichen und Birken ist, während die Wälder außerhalb wesentlich anders aussehen.

Thoresby Hall

Thoresby Hall

Sehenswert, wir fanden den Ort zufällig auf unserer Entdeckungstor, ist Thoresby Hall and Court. Das alte und wunderschöne Schloss ist heute ein Hotel mit einem schönen Garten, der zum Verweilen einlädt.

Thoresby Court

Thoresby Court

Im Nebengebäude sind Galerien, Shops und ein Militärmuseum untergebracht. Das Museum berichtet über die „The Queen´s Royal Lancers & Nottinghamshire Yeomanry“, ich sage mal schlicht, die Armee der Königin von England. Das erste Regiment entstand Ende des 17. Jahrhunderts, nach und nach fügte man diesem weitere Einheiten hinzu, bis eine ganze Armee entstand. Anfangs war es die Kavallerie, später die Artillerie und heute operiert die königliche Armee hochtechnisiert. Immer schon war diese Armee in der ganzen Welt unterwegs, überall in den englischen Kolonien, heute in Afghanistan und anderen aktuellen Brennpunkten. Jedenfalls ist das Museum sehr gut ausgestattet und informativ.

Wassermühle Ollerton

Wassermühle Ollerton

In Ollerton ist die alte Wassermühle einen Besuch wert. Das große Mühlrad ist noch zu sehen, ansonsten ist das Gebäude, dass über einem Bach steht, modernisiert und beherbergt nun eine Teestube. Alle alten Gebäude des Dorfkerns haben eine Klinkerfassade.

 

Lincoln

Treppenweg zur Kathedrale

Treppenweg zur Kathedrale

Offensichtlich haben wir nun das Land verlassen, in dem Feuersteine zum Hauptbaustoff gehören. Nun bestehen viele Bauwerke aus Sandstein, auch in Lincoln. Inzwischen haben wir schon einige englische Städte besichtigt und können sagen, dass uns Lincoln bisher am besten gefällt.

Lincoln Cathedral

Lincoln Cathedral

Die Stadt besitzt kein P+R-System, aber genügend Parkplätze. Wir stellten unser Auto am Bahnhof ab und spazierten immer bergauf zur Kathedrale. Sie hebt sich von den anderen Kathedralen dadurch ab, dass sie drei große Türme besitzt. Die Eingangsfront ist beeindruckend. Das Innere scheint oder ist breiter, als bei den anderen Kathedralen, ansonsten ähnelt der Innenraum der Norwich Cathedral. Allerdings wird hier ein Eintrittsgeld von um die 5,- Pfund verlangt, aber auch ohne Obolus lässt sich ein Blick in das Innere werfen.

Lincoln Medieval Bishop´s Palace

Lincoln Medieval Bishop´s Palace

Unterhalb der Lincoln Cathedral befindet sich der Lincoln Medieval Bishop´s Palace, normalerweise 5,70 Pfund Eintritt, für uns wieder kostenlos. Es war einer der größten Bischofssitze in England. Heute sind nur noch Ruinen zu besichtigen. Anhand einer deutschsprachigen Beschreibung und Informationstafeln erkennt man, wo die einzelnen Räume, wie Festsaal, Küche oder Brauerei waren. Ein kleiner Garten und ein paar Weinstöcke sorgen für ein bisschen Grün. Von den Wohnräumen im Turm konnten die Bischöfe über die Stadt sehen.

Lincoln Altstadt

Lincoln Altstadt

Die Altstadt ist sehr sehenswert. Innerhalb der Stadtmauer drängen sich wunderschöne alte Fachwerkbauten mit unzähligen Läden, Cafés und Teestuben.
Das älteste bewohnte Haus Englands, das Jew´s House, wurde 1170 von einem Bankier gebaut. Zum Fluss, der Lincoln durchzieht, führt die Steep Hill hinunter, eine sehr steile kleine Straße.

 

Metheringham

Metheringham Airfield

Metheringham Airfield

Der nächste Abschnitt unserer Reise brachte uns auf die Westmoor Farm zwischen Martin und Metheringham in der Grafschaft Lincolnshire. Als wir dort ankamen, stellte sich ein Teil der Farm als kleines Flugplatzmuseum heraus. Die Farm liegt direkt auf dem Gelände des Metheringham Airfields, auf welchem im 2. Weltkrieg die 106. Schwadron der RAF stationiert war, dessen bekannteste Aktion die Zerstörung der Möhnetalsperre durch Rollbomben war. Viele Farmen wurden 1942 durch das Militär konfisziert und Bomberkommandos unterstellt. 1946 bekamen die Farmer ihr Land zurück. Die Eltern des heutigen Besitzers bauten das kleine Museum auf, welches durch Spenden unterhalten wird.

Metheringham Airfield Museum

Metheringham Airfield Museum

Das Flugfeld besaß drei Rollbahnen und Infrastruktur für 2 Royal Air Force Schwadronen, sowie 40 schwere Bomber, zumeist der Marke Lancaster. Zusammen mit drei weiteren Flugplätzen in Lincolnshire war das Metheringham Airfield mit dem FIDO (Fog Investigation Dispersal Operation) ausgestattet. Das ist ein System von benzingefüllten (100 Oktan) Rohrleitungen entlang der Rollbahnen, die durch die entstehenden Feuer über dem Flugfeld liegende Nebelbänke auf etwa 120 Meter anhebt, so dass die Flugzeuge sicher landen können.
Von den Gebäuden aus dieser Zeit ist kaum etwas übrig.

halbunterirdischer Schutzraum

halbunterirdischer Schutzraum

Die meisten noch existierenden Gebäude sind heute in privater Hand und können im Rahmen von Events besichtigt werden. Jedes Jahr im Juli treffen sich die letzten Veteranen der 106. Schwadron, um über die alten Zeiten zu sprechen und ein paar schöne gemeinsame Tage zu haben. In dem kleinen Museum sind verschiedene Flugzeug- und Pilotenausrüstungen, die die Zeit überdauert haben, ausgestellt, Text- und Bildtafeln erläutern die Zusammenhänge.

Feldhase

Feldhase

Tagsüber gehören Eurofighter am Himmel zum gewohnten Bild, abends beleben Feldhasen das Bild am Boden, anders als bisher, wo die Kaninchen das Zepter in der Hand hatten. Fasane, Moorhühner, Stieglitze und Buchfinken, sogar Fledermäuse, fühlen sich zudem pudelwohl auf dem Gelände.

 

Norwich

Busbahnhof in Norwich

Busbahnhof in Norwich

Norwich (sprich: Noritch), die Hauptstadt der Grafschaft Norfolk, ist eine recht geruhsame Stadt. Da wir dies nicht wussten, nutzten wir, wie schon in Canterbury und Cambridge, das P+R-System. Von Postwick aus bezahlt man für das Parken und den Bus 7,- Pfund.

Marktplatz

Marktplatz

Im Stadtzentrum, am Busbahnhof abgesetzt, spazierten wir zuerst zum Marktplatz. Dort stehen zahllose Buden, ähnlich wie auf einem Polenmarkt, aneinandergereiht. Von Obst und Gemüse bis zu Klamotten wird alles verkauft, an vielen Buden gibt es Kleinigkeiten zum Essen und Trinken. Genau an dieser Stelle siedelten, als um die 1. Jahrtausendwende die Normannen.

Eingang zum Castle

Eingang zum Castle

Wilhelm der Eroberer, auf dessen Spuren wir in der Normandie wandelten und von wo aus er 1066 die Eroberung Britanniens startete, baute als Zeichen seiner Macht das Castle von Norwich, das auf einem Hügel thront. Um das Castle kann man herum spazieren und die Stadt in 360° überblicken. Dabei sieht man alle paar Meter einen Kirchturm aus dem Dächermeer ragen. Es sollen zweiunddreißig Kirchen im Stadtgebiet sein, die heute jedoch teilweise weltlichen Nutzungen zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite des Castles siedelten zur gleichen Zeit wie die Normannen die Sachsen, die auf brutale Weise Britannien zu erobern versuchten.

Royal Arcade

Royal Arcade

Zu Füßen des Castles breiten sich die Royal Arcade und die Castle Mall, ein riesiges Einkaufszentrum, aus.
Am Marktplatz stehen das Rathaus und das Gildehaus, in dem sich heute ein Café befindet.

Norwich Cathedral

Norwich Cathedral

Am nordöstlichen Stadtrand streckt sich die vierschiffige Norwich Cathedral in den Himmel, zu der ein großer Park, das Tombland, gehört. Das Hauptschiff der Kathedrale teilt sich in drei Abschnitte, insgesamt zählt man acht Altäre, die Turmspitze ist die zweithöchste in ganz England. Zur Kathedrale gehören auch ein Kreuzgang und ein Kräutergarten. Um das ganze Bauwerk in allen Details zu besichtigen, ist sicher ein ganzer Tag notwendig. Der Schatz der Norwicher Kirchen ist in einem kleinen Raum ausgestellt. Er beinhaltet zumeist Kelche, Teller und anderes Tischgeschirr.

River Wensum

River Wensum

Die Nord- und Ostseite der Norwicher Altstadt wird durch den Fluss Wensum begrenzt, an dessen Ufer man spazieren kann. Vereinzelt wird der Fluss von kleineren Motorbooten befahren.

 

Wenhaston

Brook Farm

Brook Farm

Die Stellplatzsuche führte uns nun nach Wenhaston bei Southwold. Ich glaube, dieser Ort hat auch noch kaum ausländische Touristen gesehen. Für vier Nächte stehen wir auf der Brook Farm, das heißt auf dem Hof des Hauses, ein grüner Platz, von Schuppen umringt. In einem der Schuppen steht seit zwanzig Jahren ein Austin Seven. Der Zustand ist recht gut und das Auto soll irgendwann wieder auf die Straße, hofft die Besitzerin. Dank der Solarpaneele auf dem Dach des Motorhomes können wir auch Plätze ohne Stromanschluss anfahren, so wie hier. Ansonsten ist alles vorhanden, was der Camper braucht.

Saxtead Grenn Post Mill

Saxtead Grenn Post Mill

Auf dem Weg von Cambridge hierher, besuchten wir die Saxtead Green Post Mill. Der Eintritt war wegen unserer Clubmitgleidschaft kostenlos. Die ursprüngliche Windmühle wurde 1796 gebaut, aus irgendwelchen Gründen dreimal abgebaut und wieder aufgebaut. 1854 erneuerte man die eiserne Maschinerie und die Mühle arbeitete bis der letzte Müller 1947 starb. Heute ist sie Museum und alle drei Etagen sind zu besichtigen, zusammen mit verschiedenen Dokumenten und Zeitzeugnissen.

Dunwich Nature Reserve

Dunwich Nature Reserve

In der Hoffnung, irgendwelche Tiere, vor allem Vögel zu beobachten, wanderten wir durch das Dunwich Naturschutzgebiet. Dieses Gebiet gehört zum Marschland, entsprechend sumpfig ist es. Durch den fast unberührten Wald führt ein schmaler Weg, zum Teil ein Bretterweg. Später kommt der Wanderer an riesigen Riedfeldern vorbei, in denen sich Fasane wohlfühlen, die man hört, aber nicht sieht.
Irgendwann wussten wir nicht mehr, wo wir waren, denn es fand sich kein Hinweisschild mehr. Der Wanderweg ist nicht gekennzeichnet und im letzten Drittel führen mehrere Wege zusammen. Wir hatten uns nicht gemerkt, auf welchem Parkplatz wir standen, weil es laut Karte am Parkplatz eigentlich nur einen Weg gibt. Deshalb konnten wir auch niemanden fragen, wo es langgeht. Aus früheren Fällen gelernt, merkte ich mir wenigstens den Sonnenstand, als wir losgingen, und wo die Sonne auf dem Rückweg stehen müsste. Das war unsere Rettung. Was die Vögel angeht, ließen sich drei für uns neue Arten sehen, aber die waren allesamt zu aufgeregt und zu scheu, um sie zu bestimmen oder gar Bilder von ihnen zu bekommen.

Moot Halls

Moot Halls

Aldeburgh an der Küste besuchten wir, weil der Ort als hübsch bezeichnet wird. Man kann durch seine Hauptstraße bis zum kleinen Hafen im Süden laufen. Den Rückweg wählt man auf der Promenade hinter dem breiten Strand entlang, der sich immer noch durch den rot-grauen Kies auszeichnet.
Am Nordende Aldeburgh steht das Moot Halls. Dieses alte Haus aus Fachwerk und Klinkern wurde als Gemeinde- und Versammlungshaus errichtet. Es stand einmal in der Dorfmitte, doch durch die Erosion über Jahrhunderte befindet sich das Haus heute direkt am Strand. Im Moot Halls zeigt ein Museum Artefakte aus der Geschichte der Umgebung.
Am Strand stehen kleine Hütten, in denen die Fischer ihren täglichen Fang direkt an die Leute verkaufen.
Vor vierhundert Jahren wurde genau hier die Golden Hind gebaut, das Schiff, mit welchen Sir Francis Drake um die Welt segelte.

bunte Strandhäuschen

bunte Strandhäuschen

Southwold ist wegen seiner bunten Strandhäuschen aus den zwanziger Jahren bekannt. Die meisten dieser Häuschen sind vermietet. Sie bieten gerade Platz für zwei Stühle, einen kleinen Tisch und einen kleinen Schrank oder einer kleinen Küchenzeile. In Southwold trafen wir zum ersten Mal an der englischen Küste auf Sandstrand.
Der Pier dient als Vergnügungs- und Entspannungszentrum. Ein kleines Casino, alte Jahrmarktmaschinen, Cafés und Shops tummeln sich dort. Auf Bänken kann man die Seele baumeln lassen und auf´s Meer oder die Seefront Southwolds sehen.

Die Kirche St. Edmunds aus dem 15. Jahrhundert gilt als die schönste mittelalterliche Kirche der gesamten englischen Küste. Sie ist mit ihren filigranen Arbeiten wirklich sehenswert, von innen wie von außen.

 

Tourkarte Britische Inseln

 

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Folgende Karten und Reiseführer für Eure Reiseplanung auf die Britischen Inseln können wir empfehlen:

Straßenatlas Grossbritannien 2108 *

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Newmarket

Uhrturm in Newmarket

Uhrturm in Newmarket

Östlich von Cambridge liegt Newmarket, die Hochburg des britischen Pferdesports. Im Norden der Stadt breiten sich weite Corrals aus, auf denen die Pferde täglich trainiert werden. Um die achtzig Pferderennen sollen im Jahr stattfinden, das nächste in der kommenden Woche.
Das einzig interessante, was wir in Newmarket fanden, ist der Uhrturm aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Packhorse Bridge

Packhorse Bridge

Noch ein Stück weiter östlich von Newmarket findet man in dem verträumten Ort Moulton eine alte, steinerne Brücke, die Packhorse Bridge. Sie wirkt heute etwas deplaziert, denn durch sie fließt schon länger kein Bach mehr. Das Bachbett liegt so tief, dass man eine Straße neben die Brücke gebaut hat, unter der der kleine Bach hindurchfließt. Außerdem haben jetzt breitere Fahrzeuge Platz für eine trockene Überquerung des Baches, wenigstens solange er kein Hochwasser führt. Die Brücke wurde vor ungefähr sechshundert Jahren aus Ziegeln und Feuerstein gebaut und sie belebte den Handel zwischen Bury St. Edmunds und Cambridge. Damals übernahmen Pferde den Transport. Eine Pferdekaravane konnte bis zu fünfzig Tiere zählen.
In Moulton selbst, wie in vielen weiteren Orten, wurden die alten Häuser
mit Klinkerziegeln, Sandstein und Feuerstein gebaut. Wir haben keine Ahnung, wo der ganze Feuerstein herkommt. Diese Bauweise konnten wir auch schon in der Normandie und der Bretagne bewundern.

Foster´s Mill

Foster´s Mill

Unsere Rundfahrt setzten wir über den Norden Newmarkets fort, bis wir auf Foster´s Mühle stießen. Zu der Mühle gehört auch ein Museum mit verschiedenen der Mühle angeschlossenen Nebengebäuden. Geöffnet ist das Museum nur Donnerstags und Sonntags für 4,- Pfund Eintritt. Heute war also geschlossen.

Anglesey Abbey ist ein weiteres Ausflugsziel. Es ist ein Herrenhaus mit einer Gartenanlage und einer Mühle, die für Besucher geöffnet sind. Der Eintritt kostet 12,95 Pfund, das sind 19,- Euro, wohlgemerkt pro Person. Damit liegt dieser Preis im mittleren Preissektor, was Eintrittspreise angeht. Das kann man einfach nicht ständig bezahlen, deshalb betrachteten wir das Haus auf einer Ansichtskarte, denn rund um die Anlage ist alles dicht bewachsen, keine Chance auch nur für einen kleinsten Blick.

Cambridge

Restaurant und Stellplatz

Restaurant und Stellplatz

Ist es wirklich nicht möglich, in England ohne Schirm vor die Türe zu gehen? Fast jeden Tag, seit wir hier sind, regnet es, auch wenn zwischendurch mal die Sonne rauskommt. Wider besseren Wissens besuchten wir heute Cambridge ohne Schirm und wurden bis auf die Haut nass. Gerade heute meinte der Regen recht kräftig und sehr ausdauernd sein zu müssen. Aber von vorne:
Wir stehen jetzt drei Nächte auf dem Stellplatz des „Missing Sock“, einem alternativen kleinen Restaurant in Stow com Quy, der jedoch alles notwendige für seine Campinggäste hat. Die Eigentümer Chris und Sandra sind sehr nett und geben gerne Tipps.

Busverkehr in Cambridge

Busverkehr in Cambridge

Nach Cambridge fuhren wir mit dem Auto zum P+R Parkplatz. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus, zusammen kostete das 6,40 Pfund, in das Stadtzentrum. Cambridge zählt zu den schönsten Städten Englands, heißt es, besteht jedoch fast nur aus Universitäten. Eine Stadtmauer umgrenzt die Altstadt. Fast jeder fährt hier Fahrrad, es gibt nicht viele Autos. Die P+R sowie Linienbusse bringen die Nicht-Fahrradfahrer von A nach B.

St. John´s College

St. John´s College

Wir hielten uns an die nördliche Seite des Zentrums, wo sich die alten Colleges befinden. Wie an einer Schnur aufgefädelt, reihen sich von West nach Ost das Queens, Kings, Trinity und St. John´s College, dahinter fließt das Flüsschen Cam, an dessen anderem Ufer sich ein Park ausdehnt. Insgesamt kann Cambridge mit 31 Colleges aufwarten. Leider konnten wir keine der Anlagen richtig besichtigen, da bei Schulbetrieb der Zugang für Besucher untersagt ist. Trotzdem sind diese alten Bauten recht beeindruckend und haben zum Teil sehr schöne Eingangsportale.

Air Force Bar im "Eagle"

Air Force Bar im „Eagle“

In der Benet Street findet man das „Eagle“. Diesen Pub mit gibt es schon seit mindestens 1525. Seit dieser Zeit wird wohl auch schon warmes Bier serviert, wie es noch heute zu bekommen ist. Das „Eagle“ teilt sich in fünf Bar´s auf, die im alten englischen Stil daherkommen. In der „Air Force Bar“, in einem der Hinterzimmer, hielten sich die US-Soldaten auf. Ihnen wird in vielen Bildern und Memorabilien gedacht.

Bootsfahrt auf der Cam

Bootsfahrt auf der Cam

Eine Bootsfahrt auf dem Flüsschen Cam kostet ab 15,- Pfund pro Person. Dafür bekommt man die genannten Universitäten von der Hinterfront, mit ihren Gartenanlagen, zu sehen. Einige kleine Brücken werden unterquert. Dieses Vergnügen war uns jedoch zu teuer. Man kann auch einen Blick auf diese Ansichten vom Park aus werfen. Inzwischen hatte es zu regnen begonnen und es hörte nicht mehr auf. Die Regenwolke hielt sich hartnäckig über Cambridge, wie zum Hohn dafür, dass wir unseren Schirm nicht dabei hatten. Als wir pitschnass waren und uns irgendwo unterstellten, sagte auch noch ein Engländer: Welcome to England.
So mussten wir alle weiteren Unternehmungen, die wir geplant hatten, sausen lassen und wir fuhren zum „Missing Sock“ zurück, wo bisher noch kein Tropfen gefallen war.

 

Faversham

Shop der Sherpherd Neame Brauerei

Shop der Shepherd Neame Brauerei

Ein Informationsprospekt über Kent berichtet darüber, dass in der ältesten Brauerei England´s, der Shepherd Neame Brauerei, Führungen durchgeführt werden. Deshalb besuchten wir Faversham. Es ist nicht leicht, die Brauerei zu finden, weil sie nicht wirklich ausgeschildert ist. Den Shop, in dem Ticket für die Führungen verkauft werden, fanden wir dann auch noch irgendwann. Dort erzählte man uns jedoch, dass es keine Führungen für Privatleute gibt, nur für Gruppen, und die sind heute ausgebucht. Also keine Brauereibesichtigung mit Verkostung, schade.

Wohnhaus

Wohnhaus

So schlenderten wir ein wenig durch die Straßen, in denen ein kleiner Markt stattfand. Die kleinen Häuschen überall und die winzigen Lädchen, herzallerliebst. Ein Meeresarm führt durch Faversham. Auf ihm fuhren früher größere Waren- und Fischerboote. Heute findet man nur noch kleine private Boote.

Whistable

Whistable

Die Rundfahrt setzten wir über Whistable fort, wo wir am Hafen auch noch einmal einen Stopp einlegten. Dort befindet sich ein Shop mit Restaurant, in dem frischer Fisch und Austern aus der eigenen Bucht angeboten werden, ein Stück für 0,89 bis 1,00 Pfund. Ferienhäuser säumen den Strand, der in zwei großen Stufen zum Wasser abfällt. Die ganze Küste besteht nur aus gelb-rotem Kies. Die Tide beträgt hier mindestens fünf Meter und die Boote liegen bei Ebbe meist auf dem Trockenen.

Hampton

Hampton

Während sich in Whistable die Leute über den Haufen laufen, herrscht in Hampton Stille. Die Reste eines Holzanlegers ragen noch ins Meer, offshore steht ein Windpark. Ansonsten lässt es sich ganz in Ruhe schlendern.

in Herne Bay

in Herne Bay

In Sichtweite liegt Herne Bay, nicht viel mehr besucht, jedenfalls um diese Jahreszeit. Schöne Grünanlagen mit Palmen und exotischen Pflanzen laden zum entspannen ein. Ein hoher Uhrturm ziert das Ostende des Ortes.

Reculver

Reculver

Noch ein Stück weiter die Küste entlang, findet sich das Örtchen Reculver. Dort stehen die Reste eines Klosters. Zu dessen Füßen befand sich um 200 n.Ch. ein römisches Fort. Außer einer Wiese ist jedoch nicht zu sehen. Heinrich VIII. nahm das Kloster seinerzeit in Besitz, um zu zeigen: Hier bin ich der Chef.

 

Canterbury

Von P+R Parkplatz New Dover Road, für 3,- Pfund per Nacht, in denen ein Busticket ins Zentrum der Stadt inkludiert ist, erkundeten wir Canterbury. Ein deutscher Wohnmobilist riet uns davon ab, mit dem eigenen Auto zu fahren, es gäbe keine Parkplätze. Der Bus fährt alle paar Minuten und es ist bequem. Gesagt, getan.
Am Busbahnhof in Caterbury angekommen, besorgten wir uns im dortigen Ticketgebäude einen Stadtplan und schon ging es los.

 

St. Augustine Abbey

St. Augustine Abbey

Zuerst besuchten wir die St. Augustine´s Abbey, dank der English Heritage-Mitgliedschaft kostenlos. Es ist nicht mehr viel von der einstigen Pracht des ältesten und wichtigsten Klosters seiner Zeit zu sehen. Rekonstruktionszeichnungen stellen jedoch dar, wie das Ganze ausgesehen haben könnte.
598 legte der italienische Mönch Augustine den Grundstein für ein Kloster, um die Engländer zum Christentum zu bekehren. Aus diesem Grundstein entstand ein Angelsächsisches Kloster, in dem mehrere angelsächsische Könige und Erzbischöfe wirkten und bestattet wurden. Ende des 11. Jahrhunderts kamen die Normannen und zerstörten dieses Kloster, um ein viel größeres, ihren Vorstellungen entsprechendes Kloster zu errichten. Im 16. Jahrhundert kam König Heinrich VIII.. Seit dem 18. Jahrhundert verfällt das Kloster.

Canterbury

Canterbury

Nach diesem Besuch schlenderten wir kreuz und quer durch das Zentrum Canterburys, kehrten in einen Pub zum Pale Ale ein und spazierten ein Stück durch den Westgate-Park mit dem kleinen Flüsschen, auf dem flache Boote gestakt werden. Den Besuch der Kathedrale ließen wir aus. Das ganze Zentrum ist gut zu Fuß abzulaufen und es ist sehenswert. Viele kleine und geschäftige Gassen, Läden, Kneipen, Fachwerkhäuser und auch Lustiges haben wir entdeckt.

 

 

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