A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für die Kategorie “Spanien/Portugal”

Setúbal

Fähre Tróia-Setúbal

Kurz vor Troia fährt die Autofähre nach Setúbal ab. Wir waren gestern dort, um uns die Gegebenheiten anzusehen und stellten fest, dass es zwischen der Fähre und der Anlegerrampe eine tiefe Querrinne gibt. Unmöglich für unser Motorhome, darüber auf die Fähre zu fahren. Dann sprach uns ein Angestellter der Fähre an und wir erklärten ihm unser Problem. Er zückte sein Smartphone und meinte, wir könnten heute um 8 Uhr oder um 17 Uhr kommen, dann würde es gehen. An eine tidenabhängige Fährüberfahrt hatten wir gar gedacht. Man muss wirklich auf alles achten. Das hieß um 6.30 Uhr aufstehen, um mit der 8 Uhr-Fähre fahren zu können. Das Ticket kostet für ein Wohnmobil bis 6m + Anhänger 26,60€, darüber kostet die Überfahrt 31,15€. Von jedem verkauften Ticket fließen 10 Cent in den Schutz der Flaschennasen-Delfine. Damit sparten wir uns gut 80km Umweg und taten auch gleich ein gutes Werk.

Bucht von Setúbal

In Setúbal angekommen, wollten wir auf den 4 km westlich der Stadt gelegenen Stellplatz im Ecoparque fahren. Durch Zufall fanden wir aber direkt an der N10-4 auf dem Parkplatz neben dem Restaurante Mineiro Platz. Dort standen schon andere Wohnmobile. Von hier aus ist es nur gut 1km bis ins Stadtzentrum zu laufen. An der Promenade kann man seine Seele baumeln lassen und die Wasseroberfläche der Sado-Mündung nach Delfinrücken absuchen. Abermals hatten wir dabei keinen Erfolg.
Um nach Lissabon zu fahren, über die
Ponte 25 de Abril, durchquert man die Halbinsel Setúbal. Sie ist Weinanbaugebiet und so kommt man an vielen Weinstöcken und Weingütern vorbei.

Sado-Mündung

Gemüsegärten in Comporta

Ein uralter Zeitungsbericht führte uns zur Mündung des Rio Sado. In dem Gewässer leben Flaschennasen-Delfine. Es ist die einzige Gruppe dieser Art in Portugal und einer der sehr wenigen Gruppen in Europa. So groß ist die Sado-Mündung nicht, aber auch diesmal hielten wir erfolglos Ausschau nach Delfinen. Am besten macht man eine Bootsfahrt, aber heute wurde keine angeboten.
Ein Ausgangspunkt, um den Naturpark Sado-Mündung zu erkunden, kann Comporta sein. Der Ort liegt zwischen der Sado-Mündung und der Bucht von Setúbal. Er bietet einen großen kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz und authentisches portugiesisches Leben. Zudem ist Comporta eines der Lieblingsorte der Schwarzstörche. Die Welt besteht aus Sand, zumindest von Sines aus bis nach Tr
óia. Ausnahmen sind die Einzugsgebiete zahlreicher Flüsse, die sehr fruchtbaren Boden hinterlassen haben. Die meisten Einwohner bauen ihr Gemüse dort selbst an und es gedeiht prächtig. Weite Flächen werden für den Reisanbau genutzt.

Adega da Herdade da Comporta

Auf der Halbinsel Setúbal spielt Weinanbau eine große Rolle. Gekeltert, gelagert und abgefüllt wird der Wein z.B. in der Adega da Herdade da Comporta. Das Gebäude ist einer römischen Villa nachempfunden. Eine alte Pflasterfläche im Innenhof könnte darauf hindeuten, dass genau an dieser Stelle einmal eine römische Villa stand. In der Adega werden bei Bedarf Führungen angeboten und im Shop wird der Wein verkauft.

Porto Palafitico da Carrasqueira

Östlich von Comporta liegt der kleine Fischerhafen Porto Palafitico da Carrasqueira. Da das Wasser flach ist und die Fischer auch bei Ebbe hinausfahren wollen, bauten sie eine kleine Welt auf Pfählen. Über die schwebenden Bretterwege können sie damit ihre Anleger und die Boote erreichen.

braune Sichler

Auf den Feldern auf der anderen Seite halten sich braune Sichler in Scharen auf, wenn sie sich zum Fressen einfinden. Ein schönes Schauspiel.

Stran von Tróia

Von Comporta nach Norden führt eine schmale Landzunge nach Tróia. Dieser Ort ist rein touristisch. Was sich dort lohnt ist ein Spaziergang von der Marina immer am Strand entlang. Der Sand ist weiß, das Wasser sauber und Sandbänke liegen zwischen der Sado-Mündung und der Bucht von Setúbal. Von der Marina Tróia fährt eine Fußgängerfähre hinüber nach Setúbal.

Reste von Cetóbriga

Jeden Sonntag ist die Besichtigung der Ruinen der römischen Stadt Cetóbriga möglich. Hier befand sich die größte Fisch-Einsalzungsfabrik im römischen Reich. Außerhalb der Besuchszeiten kann man die Ausgrabungsstätte auf einem 2,7km langen Weg zu Fuß erreichen. Das Gelände ist dann zwar abgeschlossen, aber einiges ist auch von außen zu sehen. Interessant ist es auch, sich rechts herum zu wenden und ein Stück weit am Strand entlangzugehen. Das ist zwar nur bei Ebbe möglich, aber dann sieht man viele Wandreste am Waldrand, die nach und nach durch das Wasser des Rio Sado weggespült werden. Der ganze Strand ist mit den alten Mauersteinen und Ziegeln übersät. Wie es aussieht, bedeckte Cetóbriga die komplette Landzunge.
Comporta und seine Umgebung sind es durchaus wert, auch weiträumiger erkundet zu werden. Unsere Zeit wird nun knapp und wir müssen sehen, dass wir vorwärts kommen.

Sines

Sines vom Fischerhafen

Sines stand gar nicht auf unserer Liste der Sehenswürdigkeitenl. Uns lagen keine Gründe vor, in diese Stadt zu fahren. Von Porto Covo aus sind Raffinerien, Werften und ein Heizkraftwerk zu sehen, keine Einladung. Nur der Umstand, dass wir tanken mussten, führte uns nach Sines. Bei der Einfahrt ins Zentrum standen ein paar Wohnmobile in der Nähe des Fischerhafens. So stellten wir uns dazu und beschlossen, eine Nacht zu bleiben. Sines überraschte uns dafür seinerseits.
Die Stadt liegt am Rande eines Berghanges, oberhalb des Vasco da Gama-Strandes und des Fischerhafens. Dort führt auch eine Straße entlang. Von der Mole des Fischerhafens wirkt Sines sogar gemütlich. Die hässlichen Fabriken sind kaum zu sehen.

Aufzug in die Altstadt

Es gibt nun drei Wege, in die Altstadt hochzukommen: entweder man nimmt die enge Straße und hofft, einen Parkplatz zu finden, oder man steigt eine Treppe hinauf, oder man nimmt den Aufzug. Ja, vom Strand aus bringt ein Aufzug die Besucher in wenigen Sekunden nach oben. Von dort hat man einen tollen Blick über die gesamte Bucht, an der Sines liegt. Die Treppe und der Aufzug stammen aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, als Sines noch ein Thermalkurort war, bis man in den 70er-Jahren die Raffinerien baute.

Vasco da Gama-Denkmal

Nur ein paar Schritte weiter kommt man zur Kirche, der Bronzestatue von Vasco da Gama und zum Castell. Im Turm des Castells ist die Touristinfo untergebracht, die ebenso überrascht. Ein kleines Museum, kostenfrei, berichtet über die reiche und lange Geschichte von Sines. Der Ort ist schon seit der Steinzeit besiedelt. Im Museum sind Artefakte aus allen Epochen zu finden. Hier erfuhren wir auch, dass Vasco da Gama in Sines geboren wurde. Ihm gelang als erstem Europäer die Umrundung des Kaps der Guten Hoffnung, was den Seeweg nach Indien freimachte. Die portugiesischen Seefahrer waren keine Eroberer, sondern Entdecker. Der entstehende Gewürzhandel machte Portugal zu einer Weltmacht. Vasco da Gama starb in Kochi, im indischen Bundesland Kerala. Man überführte ihn zurück nach Portugal und bestattete ihn in Lissabon.

Gedenktafel für Vasco da Gama

In der Rua Vasco da Gama steht ein Haus, an welchem eine Tafel darauf hinweist, dass dies das Geburtshaus des Seefahrers ist. Dies ist unwahrscheinlich, da das Haus keine 500 Jahre alt ist, keines der Häuser von Sines. In dem Prospekt der Stadt steht, dass es wahrscheinlicher ist, dass da Gama nach seiner Rückkehr aus Indien einen Palast für sich bauen wollte. Dieser wurde jedoch nie fertig und verfiel irgendwann. Die Ruine wurde abgerissen und im Zuge der Stadterneuerung an dieser Stelle ein neues Haus gebaut.

Adega de Sines

Beim Bummel durch die Gassen von Sines entdeckten wir die Adega de Sines. Die Weinstube war gerade geschlossen, aber der in Gang gesetzte Grill direkt hinter dem Fenster machte uns neugierig. Durchweg begeisterte Bewertungen der Küche der Adega im Internet führten uns abends noch einmal dort hin. Der Vater der Familie fragte uns, ob wir zum Essen da wären. Wir bejahten die Frage und wurden umgehend direkt in die Küche komplimentiert, wo uns die Tochter empfing. Sie bot uns ganze drei Gerichte zur Wahl an: Bacalão, der berühmte portugiesische Stockfisch, die Spezialität des Hauses Huhn vom Grill, oder frischer Fisch. Das Essen kam sehr schnell und die Mutter kümmerte sich um die Getränke. Ein halber Liter Wein für zwei Personen ist im Preis des Essens enthalten, der zwischen 6,- und 9,-€ liegt. Authentischer als in dieser Adega kann man kaum bewirtet werden. Das Ambiente ist einfach, aber spannend. Nach dem reichlichen Essen fragten wir nach einem Verdauungsschnäpschen und wurden mit Schnaps und Likör aus eigener Herstellung bewirtet. Der Schnaps war so gut, dass wir uns gleich einen Liter abfüllen ließen. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend und alle hatten ihren Spaß. Man sollte wirklich einmal dort essen, wo die Einheimischen einkehren.

Porto Covo da Bandeira

Porto Covo

Von Carrepateira fuhren wir nun weiter auf der Küstenstraße N268/N120 nach Norden. Dabei kommt man durch eine grüne Hügellandschaft, in der Korkeichen, Eukalyptus und die auffälligen Kasuarinen, von denen ich schon im Bericht Costa Blanca erzählte, vorherrschen. In Portugal wachsen auffällig viele Kasuarinen, was immer wieder sehr dekorativ aussieht.
Hinter Aljezur, die Stadt, die sich auf mehreren Hügeln ausbreitet und von einem maurischen Kastell überragt wird, werden die Kasuarinen von den allgegenwärtigen Pinien abgelöst. Immer wieder führen kleine Straßen zu den Stränden der Küste hinunter.
Kurz vor Odemira, im Tal des gleichnamigen Flusses gelegen, bogen wir auf die N393 ab, um an der Küste zu bleiben. Der nächste für uns anfahrbare Stellplatz liegt in Porto Covo da Bandeira. Der Platz ist kostenlos, aber mit Ver- und Entsorgung. Bis zum Meer sind es gut 100m durch den kleinen und gemütlichen Ortskern, in dem es genügend Kneipen gibt. Der maurische Baustil hat nun ausgedient, ab jetzt haben die Häuser wieder normale Dächer. Hier in Porto Covo sind die meisten Häuser weiß mit blauen Akzenten und roten Dachziegeln. Wer Ruhe sucht und für den Zeit keine Rolle spielt, der ist hier genau richtig.

Praia Grande

Zwischen der felsigen Steilküste liegen auch zwei Badestrände, zu denen Treppen hinunterführen, aber das Wasser ist kalt und der Wind zieht ziemlich oft darüber hinweg. Wir haben nun schon drei Tage Windstärken zwischen 4 und knapp 7. Immerhin ist es trocken.
Kilometerweit führen Wege durch den Naturpark, in dem Bäume und Sträucher eher selten sind. Seit der Straße von Gibraltar begleiten uns jede Menge Weißstörche auf unserem Weg. Ihre Nester bauen sie auf Strommasten, manchmal sogar in mehreren Etagen, auf Kirchen oder alten Häusern. Es ist schon schön, die großen Vögel auf ihren Flügen auf der Suche nach Nahrung zu beobachten, oder sie in Gruppen auf den Feuchtwiesen stehen zu sehen.

Vila Nova de Milfontes

Auch einen Ausflug wert ist der Ort Vila Nova de Milfontes, an der breiten Mündung des Rio Mira gelegen. Die Altstadt gruppiert sich um ein kleines Castell, welches direkt über dem Ufer des Flusses hängt. Unten drunter werden Rundfahrten mit dem Boot angeboten.
Der unscheinbare Leuchtturm liegt mitten auf einer Felsnase, an der sich der Rio Mira und der Atlantik treffen. Zum Baden sind hier eher die Sandstrände entlang der Flussufer geeignet. Der Blick schweift zu beiden Seiten an den Steilküsten entlang.

Sonnenuntergang in Porto Covo

Porto Covo da Bandeira besitzt ein Naturgeheimnis, von dem wohl kaum jemand weiß. Wir entdeckten es zufällig. Am Nordende der Küste des Ortes befindet sich eine riesengroße Höhle in den Felsen. Wir kamen nach Sonnenuntergang zu der Höhle und hörten ein ohrenbetäubendes Fiepen. Kleine schwarze geflügelte Wesen zeigten sich im Halbdunkel des Höhleneinganges, der Verbindung zum Meer hat. Unmöglich zu erkennen, was es war. Das ohrenbetäubende Geräusch konnten wir weder Vögeln noch Fledermäusen zuordnen. Was war das? Am nächsten Abend kamen wir kurz vor Sonnenuntergang zu der Höhle und warteten auf das, was passieren würde. Sobald die Sonne verschwunden war, fanden sich Schwärme von Staren ein. Einer nach dem anderen stürzten die Vögel in atemberaubenden Tempo und äußerst zielsicher in den schmalen Einlass der Höhle. Bald darauf startete das ohrenbetäubende Geräusch, welches wir am Vorabend vernahmen. Das war ein tolles Schauspiel.

Carrepateira

Bucht von Carrepateira

Nun geht es Richtung Norden, im Süden geht es nicht mehr weiter. Das heißt, die Heimreise hat begonnen. Auf der N268 fährt man durch eine große Heidelandschaft, ab Vila do Bispo dann immer am Rande des Naturparks Alentejo und Costa Vicentina entlang. Unbefestigte Feldwege führen hin und wieder zu Stränden, die in der Steilküste liegen.
In
Cabopino
trafen wir auf einen fahrenden Friseur. Er tourt an der südlichen Küste Portugals und Spaniens entlang und lebt dabei in seiner Trabi-Limo. Er bietet seine Dienste gegen eine Spende auf Camping- und Stellplätzen an, ein sehr netter Typ. Er empfahl uns den kostenlosen Stellplatz in Carrepateira, wofür wir ihm sehr dankbar sind. Es ist einer der schönsten Stellplätze, die man finden kann. Da dieser jedoch im Naturpark liegt, ist das Übernachten offiziell nicht gestattet. Hin und wieder räumt die Polizei abends den Platz und verteilt dabei Tickets. Das letzte Mal passierte dies drei Tage vor unserer Ankunft. Die meiste Zeit werden die Wohnmobile aber geduldet.
Der Platz liegt direkt am Strand, der sich weit in eine Bucht hineinzieht. Zwischen Strand, Sanddünen und dem Stellplatz kommt ein kleiner Fluss aus den nahen Bergen. Das heißt, will man den Strand erreichen, muss man erst durch den Fluss hindurch. Der Wasserstand ist dabei von den Gezeiten abhängig. Ein trockener Pfad führt aber auch am Hang eines Hügels entlang, an dessen Ende sich ein Aussichtspunkt über die Küste und den Strand befindet. Es ist ein traumhaft schönes Plätzchen.

Praia do Amado

Vom Stellplatz aus kann man eine Art Ringstraße an der Küste fahren. Ab und zu wurden Plattformen angelegt, von denen aus man immer wieder neue Aussichten auf die abwechslungsreiche Küste und das Meer werfen kann. Verschiedene Gesteinsformationen, verschiedene Farben, Abrisse, Buchten und einzeln stehende Felsen im Wasser, die karge Vegetation, das Blau von Wasser und Himmel, alles ist einfach nur fantastisch.
Am Praia do Amado, wo sich zahlreiche Surfer tummeln, biegt die Ringstraße zurück nach Carrepateira ab.

Sagres

Steilküste bei Sagres

Eine andere, karge Landschaft bietet sich dem Besucher zwischen dem Ponta de Sagres und dem Cabo de São Vicente. Das Klima ist hier so rau, dass die Gegend baum- und strauchlos ist. Es bestehen nur kleine und geduckte Pflanzen auf dem steinigen Boden. Die Steilküste in diesem Gebiet ist grandios und erinnert uns an die Cliffs of Moher, nur dass die Felsen hier nicht so hoch sind. Zwischen dem Meeresspiegel und der oberen Felskante liegen zwischen 60 und 100 Meter. Die verschiedenen Formationen und Farben des Löß- und Kalksteins, eingebettet zwischen dem Blau des Himmels und des Meeres, lassen immer wieder staunen. Kleine ruhige Strände laden zum Baden ein, zumindest im Sommer. Manche davon sind nur mit einem Boot zu erreichen. Das Wasser des Atlantiks ist ziemlich kalt.

nautischer Kompass (?) im Fort Sagres

Am Ponta de Sagres steht eine Festung, die der Portugiese Heinrich der Seefahrer, bauen ließ. Er erneuerte und erweiterte das bestehende Fort aus dem Jahre 1573, nachdem es 1587 von dem englischen Freibeuter Francis Drake angegriffen worden war. Heinrich der Seefahrer, vom Stande eines Prinzen, fuhr selbst nie zur See, aber er hatte sich die Entdeckung eines Seeweges nach Indien und zu den Gewürzinseln auf dem Ostweg auf die Fahne geschrieben. Er wollte damit Portugal zu einer Handelsmacht aufsteigen lassen. Ganz schaffte er dies nicht, aber mit Hilfe seines Vermögens initiierte und bezahlte er viele Entdeckungsfahrten, die zu den Azoren und an der Westküste Afrikas entlang führten. Erst knapp 40 Jahre nach dem Tod Heinrichs schaffte es Vasco da Gama bis nach Indien und erfüllte somit das Vermächtnis von Heinrich.
Auf dem Gelände des Forts von Sagres ist eine Art nautischer Kompass zu sehen. Er misst 50 Meter im Durchmesser. Es ist jedoch nicht geklärt, was diese kreisrunde, in Segmente geteilte Einrichtung wirklich sein soll und wer sie geschaffen hat. Das sich im Fort eine von Heinrich dem Seefahrer gegründete Seefahrerschule befunden haben soll, ist Legende. Trotzdem starteten von Sagres aus die meisten portugiesischen Seefahrten.
Gegen ein geringes Eintrittsgeld kann man sich das rekonstruierte Fort mit einer kleinen Kirche ansehen. Ein schweres Erdbeben 1755 zerstörte die meisten ursprünglichen Gebäude.

Löcher im Felsplateau

In dem Eintrittsgeld ist nicht nur das Fort enthalten, sondern das ganze Kap, über das ein Rundweg an den Klippen entlang führt. Das Kap gehört zum Naturpark Alentejo und Costa Vicentina. Informationstafeln klären über die Felsen, Pflanzen und Vögel auf, die hier entdeckt werden können. Löcher im Kap, welche von der Oberfläche bis zur Wasserlinie reichen, in denen man das Tosen des Meeres hört, erinnerten uns an die kleine Stadt Mendocino an der Küste Kaliforniens.
Unbedingt besuchen sollte man die „Kammer des Klanges“, an der die meisten Besucher vorbeilaufen. Hohe kreisrunde Wände, die labyrinthähnlich ins Innere führen, bringen den Besucher zu einem kleinen, sehr tiefen Loch im Felsen. Die Wellen drücken die Luft über eine Grotte am Boden durch einen sehr schmalen Schacht an die Oberfläche. Das Geräusch, welches dabei entsteht, ist direkt beängstigend, zumal man in dem kleinen runden Raum fast eingeschlossen ist. Unglaubliche Kräfte sind da am Werk, dabei hatten wir nur etwa Windstärke 4.

Cabo de São Vicente

Eher unspektakulär ist dagegen das Cabo de São Vicente, der südwestlichste Punkt Kontinentaleuropas. Eine Stichstraße führt zum Leuchtturm, wo Europa zu Ende ist. Der Eintritt ist frei. Der Leuchtturm ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber es gibt ein kleines Museum, einen Souvenirladen und einen kleinen Shop mit regionalen Produkten.
Vom Leuchtturm aus nach Norden kann man noch einmal auf ein wunderschönes Stück Küste blicken. Die Natur hat sich auch hier alle Mühe gegeben, ein kunstvolles Objekt zu gestalten.
Irgendwo hatten wir erfahren, dass es vor dem Leuchtturm die „Letzte Bratwurst vor Amerika“ geben soll. Leider kamen wir nicht in diesen Genuss, denn es wurde nirgendwo Bratwurst verkauft.

Fischerhafen Sagres

Die Stadt Sagres ist sehr locker angelegt, wie viele portugiesische Städte, die wir bis jetzt besuchten. In dem gemütlichen Fischerhafen fahren und kommen nicht nur Fischerboote, sondern er ist auch Ausgangspunkt für Ausflugsfahrten auf das Meer, um die Küste zu sehen oder Delfine und andere Meeresbewohner zu beobachten. Zwei Tauchbasen bieten ihre Dienste an. Ein Trockentauchanzug ist allerdings Voraussetzung.

Der Wohnmobilstellplatz befindet sich direkt am Fort Sagres.

Lagos

Promenade von Lagos

Der wohl schönste Abschnitt der Algarve liegt gleich westlich von Lagos. Endlich, am 7.3.2017 haben wir Kaiserwetter. Blauer Himmel und um 15 Uhr 22,6° im Schatten, 39,8° in der Sonne. Eine leichte Brise sorgt für ideale Temperaturen. Wir stehen zwei Nächte auf dem Stellplatz am Stadion von Lagos, direkt an der N125. Durch eine Erweiterung des Geländes finden inzwischen sehr viele Wohnmobile ein Plätzchen für sich. Bis in die Altstadt sind es nur knapp 2km. Man kann den Weg über die Marina nehmen, dann über die Fußgängerbrücke über den Fluss, der aus dem nahe Gebirge kommt, und schon hat man die Altstadt erreicht. In der Markthalle direkt an der Promenade wird frischer Fisch, wie der silberne Degenfisch, verkauft.
Die Promenade ist sehr schön, palmenbestanden und geräumig, mit vielen Sitzmöglichkeiten. In den Gassen der Altstadt sind neben zahlreichen Einkehrmöglichkeiten auch viele Korkgeschäfte zu finden. Die Preise sind sehr angemessen. Inzwischen sahen wir auch Schuhe, kurze Hosen und einen Bikini aus Kork. Es ist wirklich alles nutzbar. Wie es sich mit dem Sauberhalten verhält, kann ich jedoch nicht sagen.

Frühling vor der Stadtmauer von Lagos

Lagos ist von einer Stadtmauer umgeben, die mit rotem Putz versehen ist. Ab und zu wird sie von einem Beobachtungsturm unterbrochen. Der rote Putz der Stadtmauer, das frische Grün und die blühenden Obstbäume ergeben zusammen ein wunderschönes Bild.
Am Ende der Promenade steht ein kleines Fort. Von der Marina aus starten Ausflugsfahrten zu den nahegelegenen Grotten des Skulpturenparks entlang der Küste um den Leuchtturm von Lagos.
Von Lagos aus startete Heinrich der Seefahrer, ein Portugiese, mit seinen Karavellen zu Forschungsreisen rund um die Welt. Die Schiffe wurden von Werften gebaut, die in Lagos ansässig waren. Außerdem fand 1444 in Lagos der erste Sklavenmarkt Europas statt.

Skulpturenpark

Gleich der erste richtige Strand hinter Lagos, der Praia d. Dona Ana, gilt als der schönste Strand der Felsen-Algarve. Nicht zu groß wird er von tollen Felsformationen begrenzt. An der schmalen Ringstraße zum Strand stehen ein paar Hotels.
Das sehenswerteste Stück Algarve findet man jedoch am Leuchtturm, am Ponta da Piedade. Rund um die Spitze, auf der der Leuchtturm steht, begeistert die Natur mit einem Felsentheater, welches seinesgleichen sucht. Höhlen, Löcher, Brücken, Felsnadeln, unglaublich, was die Natur hier geschaffen hat. Ausgetretene Wege führen in fast jede Ecke der Bühne, von der aus man immer wieder neue und aufregende Entdeckungen macht. Ab und zu sieht man ein Ausflugsboot um die Felsen schippern.

Skulpturenpark von unten

Von unten sieht alles noch einmal ganz anders und noch gewaltiger aus, vor allem bei Ebbe. Dann liegen auch die untersten Höhlen und Grotten frei. Eine Treppe bietet die Möglichkeit auch ohne eine Bootstour das Szenario von unten zu erleben. Ich hörte auf dem Weg nach unten jemanden ausrufen: Megaschön. Das können wir nur bestätigen. Es gibt kaum etwas Schöneres auf unserer Welt, vor allem bei blauem Himmel und Sonnenschein. Man sollte sich für diesen Besuch jedoch den Nachmittag aussuchen, dann ist die Beleuchtung durch die Sonne besser.

Praia de Porto de Mós

Auch noch zu empfehlen ist ein Ausflug zum Praia de Porto de Mós, noch weiter westlich. Hier sieht die Steilküste wieder etwas anders aus. An der senkrecht abfallenden Felswand erkennt man die schräg liegenden Gesteinsschichten, was sehr dekorativ aussieht. Ein Spaziergang an der Wasserlinie unterhalb der Felswand ist ein wahres Gedicht. Natürlich kann man auch an diesem Strand in eines der beiden Lokale einkehren.

Armação de Pera

Fischerhütten am Strand

Um die Orte Porches, Silves und Carvoeiro zu besuchen, entschieden wir uns für den großen Stellplatz in Armação de Pera, für 1,50€ pro Nacht, direkt am Strand. Es war Freitag und der Platz so voll, dass wir gerade noch eine Lücke für unser Motorhome fanden.
Arma
ção de Pera ist ein reiner Touristenort, der jedoch eine schön gestaltete Promenade zu bieten hat. Der lange Strand ist besonders, denn das Ostende gehört zur Sand-Algarve, das Westende gehört zur Fels-Algarve mit ihren Steilküsten. Armação de Pera ist also der Schnittpunkt zwischen den zwei Algarveabschnitten.
Direkt vorm Stellplatz stehen kleine Fischerhütten. In ihnen verbringen die Fischer die meiste Zeit des Tages, um Netze zu flicken, sich auf den nächsten Fang vorzubereiten oder auch einem ihrer Hobbys nachzugehen. In den winzigen Abteilen der Hütten liegt die meiste Ausrüstung der einzelnen Fischer. Die Boote werden durch einen Traktor bewegt, der sie in Sekundenschnelle ins oder aus dem Wasser zieht.

Gleich einen Ort weiter, in Porches, ist ein deutscher Metzger „VILA VITA“ zu finden. Leider hat der am Montag und Dienstag Vormittag geschlossen. Wir freuten uns so auf schöne deutsche Wurst, aber wir hatten den falschen Zeitpunkt erwischt. Neben dem Laden betreibt der Inhaber auch einen Biergarten.

Silves

Silves liegt ein Stück weit im grünen und hügeligen Hinterland der Algarve und ist durchaus einen Besuch wert. Die Altstadt erhebt sich vor einem Fluss einen Hügel hinauf. Ganz oben thront eine arabische Burg. Die Mauer ist auf der Ostseite noch fast vollkommen erhalten. Direkt unterhalb steht die Kathedrale. In lauschigen Ecken der Umgebung laden Cafés oder kleine Restaurants ein. Am oberen Ende der Altstadt befindet sich ein Parkplatz mit einem schönen Blick auf die Hügel des Hinterlandes, unterbrochen von zwei Türmen der Festungsmauer.

Carvoeiro

Wieder am Meer besuchten wir Carvoeiro. Das kleine Städtchen zwängt sich in eine Lücke in der Steilküste. Rechts und links vom Strand ragen die sandigen Felsen hoch auf. Wenn man die Treppe links des Strandes erklimmt, dann hat man eine schöne Sicht auf alles von oben. Am Aussichtspunkt befindet sich eine der vielen Seefahrerkapellen an der portugiesischen Küste. Von dort aus führt ein Bretterweg immer am Rand der Steilküste entlang, mit Blick auf das unendlich weite Meer.

Praia d. Cova Redonda

Von der Schönheit der Steilküste nicht genug bekommend, steuerten wir auch noch Praia de Cova Redonda an. Das liegt gleich westlich von Armação de Pera. Auf einer Felsnase steht eine kleine Kapelle. Links davon liegt der kleine Strand Praia d. Cova Redonda mit einer kleinen Strandkneipe, auf der anderen Seite schließt sich der längere Praia d. Seniora da Rocha an. Von hier aus sieht man schon Armação.

weißer Ginster

Östlich von Armação de Pera finden die Naturliebhaber ihr Refugium. Es führen verschiedene Wege durch die weite Dünenlandschaft.

Olhão – Faro

üppiges Grün überall

üppiges Grün überall

Hier in Portugal herrscht inzwischen der richtige Frühling. Es ist zwar im Süden Spaniens und Portugals im Winter irgendwie immer grün, aber jetzt erfreuen saftiges und dichtes Gras, rapsfarben blühende Kleeteppiche, Obstbaumblüten und erste Bäume mit frischem Laub das Auge. Nichts erinnert an die von der Sonne verbrannte Landschaft im Sommer und Herbst.
Übrigens liegt Portugal in einer anderen Zeitzone, womit wir eine Stunde hinter der deutschen Zeit liegen.

Rohmaterial Kork

Rohmaterial Kork

Olhão kann Ausgangspunkt für viele Unternehmungen sein. Ein Mitwohnmobilist gab uns den Tipp, die Korkfabrik in São Bras de Alportel zu besuchen. In Tavira bewunderten wir in einem Laden Hüte, Taschen und sogar einen Regenschirm, die aus Kork hergestellt sind. Unglaublich, dass man Regenschirme aus Kork herstellen kann. Umso gespannter waren wir auf die Korkfabrik. In der Touristinformation von São Bras de Alportel fanden wir einen Prospekt, der uns zur Fabrik Francisco Carrusco führte. Nichts weist dort auf Führungen hin und so schauten wir uns einfach selbst auf dem Gelände um, bis uns jemand fragte, ob wir eine Führung wollten. Für 10,-€ pro Person bekamen wir eine sehr interessante Privatführung durch die Fabrik. Das ist nicht der normale Ablauf. Eigentlich beginnen die Führungen im Korkmuseum der Stadt und beinhaltet das Museum, die Korkeichenplantage und die Fabrik. Das kostet dann allerdings 19,-€. Wir waren halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

Korkverarbeitung

Korkverarbeitung

Ich will hier nicht alles wiedergeben, was wir bei der Führung gehört haben, dass kann man sicher im Internet nachlesen. Nur ein paar Eckdaten: der Händler kauft praktisch die Katze im Sack, weil der Kork noch am Baum ist, wenn gekauft wird. Die Qualität zeigt sich erst in der Fabrik und noch eindeutiger bei der Verarbeitung. Der Kork wird nach der Ernte 6-8 Monate gelagert, dann 1 Stunde bei 100 Grad gekocht, um Insekten und andere Verunreinigungen zu entfernen, 4 Wochen im Außenbereich gelagert, noch einmal unter denselben Bedingungen gekocht und im Innenbereich gelagert und getrocknet. Dabei verflacht sich das Material. Zum Weiterverkauf werden Pakete gepackt. Je nach deren Qualität kostet solch ein Paket zwischen 90,- (70 kg) und 700,- Euro.
Was in der Fabrik weiterverarbeitet wird, wird bearbeitet und wieder sortiert. Am Ende liegen mindestens 10 verschiedene Qualitäten in der Halle, die zu Furnier, Korken oder Kunstwerk verarbeitet werden.
Es gibt nichts, was nicht aus Kork hergestellt werden kann. Am Ende der Führung zeigte die Dame uns eine Mustermappe. Durch Beschichtungen der hauchfein geschnittenen Korkplatten, z.B. aus Plastik oder Textil, werden der Korkverwendung keine Grenzen gesetzt. Wenn man die Löcher von Korkblöcken mit Glitter oder was auch immer ausfüllt, ergeben sich die unglaublichsten Muster für Taschen, Etuis und was auch immer, sogar Tapeten sind möglich.
Aus den Eicheln der Korkeichen werden unter anderem Liköre hergestellt. Man sollte sich eine Führung durch eine Korkfabrik wirklich nicht entgehen lassen.

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

durch Gezeiten angetriebene Mahlwerke

Wer lieber Natur mag, dem ist der Ria Formosa (übersetzt: schönes Haff) Naturpark empfohlen, der sich von Olhão bis nach Faro erstreckt. Der Park beinhaltet Kiefernwälder, Dünen und Salzwiesen, die Heimat für zahlreiche Vogelarten sowie Kinderstube für verschiedene Fischarten sind. In dem Parkabschnitt Olhão ist ein Rundweg angelegt, der zirka 3km lang ist. Auf vielen Informationstafeln erfährt der Besucher etwas über Flora, Fauna und von Menschen gebauten Anlagen. Sogar Reste einer römischen Anlage aus dem 1. Jahrhundert, in der Garum hergestellt wurde, sind zu bestaunen.
Unser größtes Interesse galt allerdings den Chamäleons, ca. 10-15cm lang, aber keines ließ sich sehen. Die Meister der Tarntechnik sollen sich hauptsächlich auf kleinen Kiefern aufhalten, aber so sehr wir viele Bäume untersuchten, wir konnten nicht ein Chamäleon entdecken.
Eine weitere Besonderheit des Ria Formosa Parks ist die Gezeitenmühle aus dem Jahre 1885. Gezeitenmühlen sind in Portugal jedoch schon seit dem 8. Jahrhundert bekannt. Mit Hilfe des Gezeitenstromes trieben kleine Turbinenräder Mahlsteine an, die Korn zu Mehl mahlten.
Zwei bis drei Stunden sollte man schon einplanen, wenn man sich alles ansehen möchte, was der Park zu bieten hat.

Kathedralenplatz in Faro

Kathedralenplatz in Faro

Vom Zentrum Olhãos aus fahren Boote zu den vorgelagerten Inseln, die ebenfalls zum Ria Formosa-Gebiet gehören.
Faro ist natürlich auch einen Besuch wert. Die Innenstadt glänzt durch sehr viele kleine Plätze und die Gassen sind auch nicht so eng wie anderswo, selbst in der Altstadt.
Am Hafen werden verschiedene Rundfahrten zu mehreren Inseln und durch den Naturpark angeboten.

Gezeitenstrom

Gezeitenstrom

Ein anderer interessanter Ausflug ist eine Fahrt auf die Ilha do Ancão. Hinter der Brücke, die auf die Insel führt, hielten wir uns links und fuhren soweit es möglich war, bis an das Ende des Ortes. Danach spazierten wir auf der linken Seite der Landzunge am Wasser entlang, vorbei an einfachsten Fischerhäusern. Die Hauteinnahmequelle sind Muscheln, die in Massen im Bodden gesammelt werden. Es gibt aber auch kleine Muschelzuchten. Wer es schafft, bis ans Ende der Landzunge zu laufen, der steht an einem wunderschönen Ort, vor allem bei Sonnenschein und Flut. Schon aus 500m Entfernung hört man die einlaufende Flut, zu sehen ist sie schon viel weiter vorher. Es tritt dabei eine unglaubliche Strömung auf. Der Einlass ist nicht breit und dahinter beginnt die Ilha de Barreta. Auf beiden Seiten des Einlasses gibt es nur noch Sanddünen und Sandstrand, sonst nichts, dazwischen die Flutwellen, die sich gegen das Wasser des Boddens stemmen. Dieses Bild erinnerte uns gleich an die Landzunge von Skågen im Norden Dänemarks, auch wenn das Szenario dort einiges größer ist.
Übernachtet haben wir auf dem kleinen
aber netten Stellplatz Canto do Sol Quelfes, am Nordrand von Olhão.
In den 10.-€ Gebühr sind der komplette Service inkl. WIFI und Waschmaschine enthalten.

Tavira

Grenze Spanien-Portugal

Grenze Spanien-Portugal

Kurz hinter der Grenze zu Portugal findet man den sogenannten Welcome-Point. Den sollte man anfahren, wenn man das erste Mal in Portugal unterwegs ist, und sich dort unter anderem über die Bezahlung der Maut informieren. Das einfachste ist, wenn man sich gleich dort am Automaten der Schranke mit dem Nummernschild und der Kreditkarte registriert. Das kostet eine Gebühr von 60 Cent und ist für einen Monat gültig. An den kommenden Mautstationen muss man dann durch die Schranken mit dem entsprechenden Zeichen fahren und die Maut wird automatisch erhoben. Allerdings wissen wir noch nicht, wie wir erfahren, wie hoch die Mautgebühren sind, die abgebucht werden.
Es gibt aber auch Autobahnen, bei denen die Maut herkömmlich cash bezahlt werden kann. Wir werden wie immer versuchen, ohne Mautautobahnen auszukommen, aber das wird nicht in jedem Fall funktionieren.
Bis zur Ausfahrt 17 ist die A22 mautfrei. Dort kann man nach Manta Rota abbiegen und auf der N125 an der Küste entlang fahren. Da wir Tavira sehen wollten, hatten wir uns den Stellplatz in Manta Rota ausgesucht. Kurz vorher, in Altura, sahen wir viele Wohnmobile vor den Dünen stehen. Diesen Platz fuhren wir an und verbrachten dort eine Nacht, kostenlos. Trotzdem sahen wir uns den Stellplatz in Manta Rota an. Der ist, wie in mehreren Kommentaren angekündigt, rappelvoll. Kaum eine Chance ohne Voranmeldung. Dazu kostet der Platz 7,- inkl. Strom.

Stadtansicht Tavira

Stadtansicht Tavira

Tavira besitzt eine hübsche Altstadt, die durch den Ría Gilão geteilt wird. In der Westhälfte geht es geschäftiger zu, weil sich dort die meisten Sehenswürdigkeiten befinden. Auf dem Hügel über der maurischen Stadt thront die Hauptkirche Santa Maria do Castelo. Gleich nebenan stehen die Reste des alten Kastells, in dem ein schöner Garten angelegt ist. Von hier kann man über die vielen Dächer Taviras blicken.
Auf der anderen Seite der Kirche steht ein großer Wasserturm. In ihm ist eine Camera Obscura untergebracht. Mit Hilfe von Spiegeln wird eine 360°-Ansicht Taviras von der Decke des Wasserturms auf einen Tisch projiziert. Mit Hilfe dieser Ansicht werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärt.

Haustüre in Tavira

Haustüre in Tavira

Auffallend in Tavira sind die vielen mit maurischen Fliesen verkleideten Häuserfassaden und die Haustüren, die filigrane Holzgitter als Füllungen besitzen. Leider sind viele andere Häuser verfallen und suchen händeringend nach solventen Investoren, die ihnen neues Leben einhauchen.
Zwischen Tavira und der Küste breitet sich eine riesige Salinenlandschaft aus. Das mineralhaltige Salz wird zum Beispiel in der Markthalle verkauft. Natürlich leben auch hier Flamingos, zusammen mit vielen anderen verschiedenen Küstenvögeln.

gefüllte Kalmare

gefüllte Kalmare

In der Markthalle kauften wir neben wirklich leckeren Orangen auch frische Kalmare, ungesäubert. Wie schon in Spanien schmecken auch in Portugal die Orangen unglaublich gut, so süß und überaus saftig. Das ist der Vorteil, wenn sie vollreif direkt vom Baum verkauft werden.
Im Internet suchte ich nach Informationen, wie man die Kalmare küchenfertig bekommt. Die Augen hatte der Händler schon herausgeschnitten. Mir blieb nur noch, den Kopf aus der Tube zu ziehen, den Schnabel zu entfernen, die Tube zu leeren und abzuziehen sowie das Fischbein zu entfernen. Selbstverständlich wird abschließend alles noch einmal abgespült. Das Ganze ist recht einfach, aber eine echte Friemelei und Sauerei. Das nächste Mal werden die Kalmare wieder küchenfertig gekauft. Die Tuben und Flügel kann man kleinschneiden, mit Knobi und Zwiebel ganz kurz anbraten, mit Petersilie, Salz und Pfeffer mischen und die Tuben damit füllen. Die werden dann einfach nur noch sehr kurz rundum gebraten oder gegrillt, wirklich nur sehr kurz, sonst werden sie gummiartig.

Beitragsnavigation

%d Bloggern gefällt das: