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Archiv für die Kategorie “USA/Kanada”

Arcata/Eureka – Kalifornien

Herrenhaus in Eureka

Herrenhaus in Eureka

Herrenhaus in Arcata

Herrenhaus in Arcata

In Arcata legten wir einen kurzen Zwischenstopp ein. Die kleine Stadt ist gespickt mit Häusern verschiedener Architekturrichtungen, die zwischen 1850 und 1930 gebaut wurden. Wir sind nicht alle 91 Bauwerke abgelaufen, aber ein wahres Wunderwerk an der 13th Street Ecke I Street, haben wir zumindest von außen bewundert. Es ist das Bair House und wurde 1888 im Victorianischen Stil errichtet. Die beiden Architekten Samuel und Joseph C. Newsom müssen wahre Künstler ihres Handwerks gewesen sein. Ist man von diesem herrschaftlichen Haus schon sehr angetan, dann ist man vom Carson Mansion in Eureka direkt hingerissen, das von den gleichen Architekten entworfen wurde. Man kann kaum etwas Schöneres finden.

Wattvögel

Wattvögel

Im Arcata Marsh and Wildlife Sanctuary verbrachten wir dagegen eine ganze Weile. Das, bei uns würde man Wattenmeer sagen, ist Teil der großen Arcata Bucht. Bei Ebbe liegt die Bucht fast trocken und Heerscharen von Wattvögeln bevölkern die Bucht, wie die Strandläufer. In den nebenan liegenden Teichen halten sich Gänse, Kormorane und Reiher auf. Bis das Wasser dann wiederkommt, fliegen die Vögel in großen Gruppen über die Wasserfläche oder ruhen sich in Ufernähe im Gras aus. Im 19. Jahrhundert gab es in dieser Bucht eine große Werft, die ganze 1,6 Meilen lang war. Die Überreste der damaligen Bahnstrecke stehen noch im Wasser und führen durch die Bucht. Auf ihnen drängeln sich die Wattvögel, bis auch die letzten Stümpfe im Wasser verschwunden sind.

In Eurekas Altstadt lebt die viktorianische Vergangenheit. Eureka wurde im Frühjahr 1850 als Seehafen gegründet, nachdem in der Nähe Gold gefunden wurde. Glückritter, Holzarbeiter und Fischer suchten hier nach einer neuen Zukunft für sich. 1885 ließ dann der Holzmagnat William Carson das oben erwähnte Carson Herrenhaus für sich bauen.

Samoa Dunes

Samoa Dunes

Die Humboldt Bay trennt die große Halbinsel Samoa Dunes vom Festland ab. Samoa Dunes besteht fast ausschließlich aus Sanddünen. An der Westseite brandet der Pazifische Ozean an den Strand. In den Dünen finden sich noch die perfekt getarnten Bunker, die nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour zur Verteidigung Amerikas gebaut wurden. Am Strand findet man Sanddollar, eine Seesternart, die jedoch keine Arme hat, sondern komplett rund und sehr flach ist. Die meisten Exemplare werden von den Buggyfahrern kaputtgefahren, da die Sanddollar flach im Sand eingegraben leben, aber zwei lebende Exemplare fanden wir doch noch. Bei den lebenden Exemplaren ist die flache Unterseite ganz mit kleinen Füßchen besetzt, die etwas erhabene Oberseite hat ein sehr kurzes Haarkleid. Bei den „Skeletten“ zeichnet sich auf der Oberseite ein Seestern ab, die Unterseite zeigt starke Adern. Diese eigenartigen Sanddollar haben wir hier zum ersten Mal gesehen.
Auf einigen trocken gefallenen  Stellen an der Humboldt Bay sammeln die Anwohner Clams und andere Muscheln für ihre eigenen Mahlzeiten oder die Restaurants in der Nähe. Reiher, Gänse und andere Vögel suchen auf den gleichen Abschnitten ebenfalls nach Nahrung.

Klamath/Trinidad – Kalifornien

Bevor wir den Klamath River verließen, nahmen wir noch einmal einen kurzen, aber anstrengenden Ausflug auf einen Berghang am Meer auf uns. Auf Anraten der Einheimischen standen wir gegen 7 Uhr auf und fuhren gleich mit dem Fahrrad los, um Wale zu beobachten. Das soll früh morgens am Besten sein, bevor der Wind auffrischt. Langsam lichtete sich der Nebel über dem Wasser. Nach einer ganzen Weile konnte ich drei Walrücken aus dem Wasser und wieder zurück gleiten sehen. Die Grauwale ziehen hier um diese Jahreszeit nach Norden bis nach Alaska, nachdem sie den Winter an der warmen Baja California verbracht und ihre Jungen zur Welt gebracht haben. Atemfontänen der Wale kann man dagegen ab und zu einmal sehen.

im Redwoodwald

im Redwoodwald

Solch einen Wald wie am Newton B. Drury Scenic Parkway zwischen Klamath und Orick gibt es nur einmal auf der Welt. Vor allem am Big Tree Wayside mutet der Wald so geheimnisvoll an, dass man wunderbar gruselige Märchenfilme darin drehen könnte. Hier stehen die Redwoodbäume in einer noch größeren Dichte als bisher. Zudem gibt es auf Schritt und Tritt andere Erscheinungsformen: dick, dünn, gewaltig, umgefallen, übereinander wachsend, vom Blitz getroffen, Kathedralen und vieles mehr. Man kann den Fotoapparat gar nicht aus der Hand legen. An jeder Ecke stößt man auf eine andere Überraschung. Das muss man gesehen haben, es ist ein verwunschener Wald.

Vorbei an einer Süßwasser- und zwei Salzwasserlagunen erreichten wir Patrick´s Point State Park. Ihr könnt mich jetzt lauthals auslachen, aber ich habe dort, nur ein Stück weiter, einen Bigfoot gesehen. Eine ziemlich große, dunkle Gestalt lief mit nach vorn hängenden Schultern und Armen und mit großen, wohl gesetzten Schritten über die Straße. Die Figur sah genauso aus, wie man Bigfoots immer darstellt. Es waren auch keine Ecken und Kanten an der Figur, die Kleidung immer verursacht. Ich hatte nur fünf seiner Schritte Zeit, ihn mir anzusehen, bevor er im Wald verschwand. Weder rechts noch links gab es auch nur einen Pfad in den Wald. Diese fünf Schritte Zeit waren zu kurz, um zum Fotoapparat zu greifen, aber lang genug, um zu erkennen, dass es kein Mensch war. Anscheinend war ich die Einzige, die ihn gesehen hat, denn Klaus war gerade damit beschäftigt, in den State Park abzubiegen. Jetzt werde ich wahrscheinlich für verrückt gehalten, aber ich weiß, was ich gesehen habe.

südliche Bucht von Trinidad

südliche Bucht von Trinidad

Trinidad ist ein schöner, kleiner Ort an der felsigen Küste. Gepflegte Häuser und Gärten, zwei Buchten mit Felsen im Wasser, dazwischen ein Berg, auf den man steigen kann. Im Marinen Laboratorium erfährt man Einiges über die nordamerikanischen und kalifornischen Meeres- und Küstenbewohner. Ein Gedenk-Leuchtturm und eine hierher geholte originale Nebelglocke wachen über die südliche Bucht, in der sich Hafenrobben aufhalten. Tafeln erinnern an die auf See Gebliebenen und auf See bestatteten Einwohner, eine Stiftung des ansässigen Civic Clubs.

Ein Wort zum Wetter in den USA

Sonnenuntergang am Klamath RiverDer Klimawandel hat massive Auswirkungen auf das gesamte Land. Wetterbestimmend ist immer der sogenannte Jetstream, der quer, meist in einem nach Süden gerichteten Bogen, über dem Land liegt. Die Wetter- und Temperaturunterschiede sind manchmal gewaltig. Unser erstes Jahr in den USA, 2012, war das trockenste und heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Die Auswirkungen haben wir ja mitbekommen.
 Vor allem das Gebiet um die großen Seen hat sehr unter dem Klimawandel zu leiden. Seit November bis jetzt in den April hinein gab es fast doppelt so viel Schnee wie gewohnt, und diese Leute sind Schnee gewohnt. Jetzt regnet es seit geraumer Zeit in genauso ungewohntem Maße, dass große Fluten weite Landstriche unter Wasser gesetzt haben, einschließlich der Großstadt Chicago. Das Regengebiet nimmt den gesamten mittleren Westen ein und hat auch den Mississippi über die Ufer treten lassen. Unglaublich, diese Ausmaße.
Die Ostküste hatte im Sommer unter dem Sturm Sandy zu leiden, der große Verwüstungen gebracht hat. Dann kamen Regen und Schnee verbunden mit neuen Stürmen, die neue Verwüstungen brachten, fast ohne Unterlass.
 Noch immer halten, jetzt Ende April, diese Wetterkapriolen an, was mehr als ungewöhnlich ist.
Die Tornado Alley, das Gebiet, in dem immer wieder Tornados auftraten, nahm bis vor ein paar wenigen Jahren gerade einmal die Great Plains, die großen Ebenen östlich der Rocky Mountains ein. Jetzt hat sich dieses Gebiet südwestlich bis nach Florida ausgeweitet und ist mehr als 2,5mal so groß. Dafür hat sich die Zahl der Tornados etwas verringert, was aber nicht wirklich ein Trost für die Einwohner dort ist.
 Was erwartet uns in diesem Jahr?

Del Norte – Kalifornien

Point St. George

Point St. George

In Crescent City stießen wir endlich wieder auf das Meer, den Pazifischen Ozean. Leider hatten wir zwei Tage lang solch einen starken Wind, dass sich die auf dem Thermometer angezeigten 12°C wie -12°C anfühlten. Selbst bis zu 5-lagige Kleidung schützte uns nicht 100%ig. Während wir wie die Eskimos angezogen waren, spazierten viele Einheimische kurzärmelig oder gar mit kurzen Hosen und barfuß durch die Gegend. Wir kamen uns vor wie im falschen Film.

Seeanemone

Seeanemone

Crescent City ist eine schöne, kleine und gemütliche Stadt mit einer wunderschönen Küste. Auf unserer bisher schönsten Fahrradfahrt auf dieser Reise entdeckten wir den Point St. George, die ehemalige Heimat der Tolowa Indianer. Bei Ebbe kann man auf dem Meeresgrund über die Steine klettern. In den Gezeitenpools sieht man Seeanemonen, kleine Taschenkrebse, Einsiedlerkrebse, Seesterne, Muscheln und Schnecken. Sehr interessant ist das angespülte Treibholz. Da lässt sich jede Menge Material für Kunstwerke sammeln.

Battery Point Lighthouse

Battery Point Lighthouse

Am Castle Rock tummeln sich Seelöwen und Seevögel wie Lummen und Kormorane. Aleutengänse, sehen aus wie Kanadagänse, sind nur kleiner, fliegen in Scharen in der Bucht von Crescent City. Sandstrände und Felsen wechseln sich bis zum Battery Point Lighthouse ab. Dieser Leuchtturm, der nur bei Ebbe zu erreichen ist, ist in Privatbesitz und bietet interessierten Besuchern Führungen an.

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Seelöwen im Hafen von Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Segelschiff in Crescent City

Im kleinen Hafen liegen neben vielen Fangschiffen auch zwei alte Segelschiffe, die Rundfahrten anbieten. Eine Tafel erzählt von dem Tsunami, der in Folge des Erdbebens bei Fukushima im März 2011 neun Stunden später den kleinen Hafen traf, der großes Glück im Unglück hatte. Der Tsunami kam in mehr als einem Dutzend kleiner Wellen in eineinhalb Tagen, die nur großen Schaden im Hafenbecken selbst anrichteten. Die Stadt an sich blieb verschont.

am Klamath River

am Klamath River

Bei Klamath, mitten im Yurok Indianergebiet, blieben wir ein paar Tage im Chinook RV Resort. Die Landschaft des Redwoodparks und um die Mündung des Klamath River in den Ozean ist einfach zu schön. In der Zeit der Lachse muss hier die Hölle los sein. Angler überschwemmen dann hier die zahlreichen Campingplätze und fischen riesige Lachse aus dem Fluss. Jetzt tummeln sich zahlreiche Vogelarten im Gras, Fischadler, Weißkopfseeadler und Geier überfliegen den Klamath River und ab und zu schwimmen Seelöwen spielend den Fluss hinauf, wenn die Flut genügend Salzwasser hinein gedrückt hat. Sonst liegen sie faul auf der Sandbank, die den Fluss vom Ozean trennt.

Trees of Mystery

Trees of Mystery

Der nahegelegene Park „Trees of Mystery“ ist sehr zu empfehlen. Dieses Stück Wald nannten die Indianer „Ein Platz der Geister“. Er beherbergt jede Menge Merkwürdigkeiten der Baumwelt, wie den weltgrößten Familienbaum. Dieser Baum ist schon uralt und auf ihm und seinen Ästen wachsen 12 weitere Bäume. Diese neueren Bäume holen sich die Nährstoffe vom alten Baum und versorgen diesen wiederum mit entsprechender Photosynthese. So leben alle diese 12 Bäume. Auf einem 3000 Jahre alten Riesen, der vor langer Zeit umgefallen ist, wachsen neue Bäume, die zum Teil schon selbst das Zeitliche gesegnet haben. Von einem Giganten hat ein gewaltiger Blitzschlag nur noch einen zackigen Überrest übrig gelassen. Weitere Bäume sind von Blitzen gezeichnet, leben aber noch. So geht es weiter, den ganzen Park hindurch.      

Kathedrale aus Bäumen

Kathedrale aus Bäumen

Die Redwoodbäume wachsen sehr häufig in sogenannten Kathedralen, dass heißt, mehrere Bäume wachsen um einen zentralen Baum herum, der in den meisten Fällen schon fehlt. In einer der größten Kathedralen dieser Art auf der Welt werden Oster- und Hochzeitszeremonien abgehalten. Da diese Gruppe schon ziemlich alt ist, hat man sich nach einer neuen Kathedrale umgesehen, die irgendwann die Nachfolge antreten soll. An dieser noch jungen Baumgruppe steht ein Schild, dass schon jetzt Reservierungen für Hochzeitstermine in ungefähr 600 Jahren entgegengenommen werden.

Sky Trail

Sky Trail

Der Sky Trail, eine kleine Kabinenbahn, bringt die Besucher in 7-9 Minuten zirka 500 Meter hoch auf einen Berg. Vom dortigen Aussichtsdeck hat man wunderschöne Aussichten in der einen Richtung auf das Meer und in der anderen Richtung in die Berge. Hinunter gelangt man entweder wieder mit dem Sky Trail oder man wandert, dabei sollte man keine Probleme mit den Knien haben, auf einem eine Meile langen Wanderweg mutterseelenallein durch den Urwald des Berghanges wieder hinab. Wanderstöcke werden gestellt und sollten unbedingt genutzt werden.

Paul Bunyan und die Packratten

Paul Bunyan und die Packratten

Am Ende des Rundweges durch den Trees of Mystery wird die Geschichte vom legendär riesengroßen und titanenstarken Paul Bunyan, einem amerikanischen Holzfäller, erzählt. Eine der größten Figuren von ihm und seinem blauen Ochsen Babe steht vor dem Eingang des Parks. Die Geschichte wird durch große Holzreliefs und Figuren erzählt, die mit der Kettensäge geschaffen wurden, wunderschön. Ganz zum Schluss kann man sich noch die größte, private Sammlung von Artefakten der amerikanischen Ureinwohner ansehen.
Zudem haben wir dort erfahren, Zweifler und Ablehner lesen diesen Absatz bitte nicht, dass wir uns am Rande eines Bigfootgebietes befinden. In den tiefen Wäldern zwischen Klamath und Orick gibt es immer wieder Begegnungen oder werden Fußabdrücke gefunden. Um jedoch eine Chance auf Kontakt mit den um die 2,40m großen Menschenriesen zu haben, muss man sich allerdings schon sehr weit in einsame Gegenden hinein wagen und Zeit darin verbringen.

Tour Thru Tree bei Klamath

Tour Thru Tree bei Klamath

Noch eine Besonderheit, allerdings 1976 künstlich geschaffen, ist der „Tour Thru Tree“. Das ist ein 900-1000 Jahre alter Redwoodbaum, in den ein Tunnel geschnitten wurde, der gerade so groß ist, um mit einem PKW oder kleinen Van hindurch zu fahren. Trotz dieses massiven Eingriffes lebt der riesige Baum.

Auf einem sehr anstrengenden Abschnitt des Coastal Trails südlich der Klamath-Mündung hat man herrliche Aussichten auf die Küste und den Ozean.  Die Seelöwen badeten jetzt auf der Meeresseite. Am Strand befindet sich ein zeremonieller Ort der Yurok, der nach dem Winter gerade wieder in Schuss gebracht wurde. Überhaupt ist hier in der Gegend großes Putzen angesagt, damit für die in Kürze beginnende Saison alles vorbereitet ist.

Eine Farm, die Keine war

Eine Farm, die Keine war

Mitten am Trail liegt eine kleine Farm, die keine Farm ist. Im 2. Weltkrieg baute man zwei Farmhäuser dorthin, in denen jedoch eine Radarstation untergebracht war. In dem einen Gebäude stand der Generator, in dem anderen befanden sich die elektronischen Geräte. Die Meldungen wurden an San Francisco weitergeleitet. Die Japaner operierten mit ihren U-Booten, von denen aus Kamikazeflieger starten konnten, auch in den kalifornischen Gewässern.

2,50m hoher Schachtelhalm

2,50m hoher Schachtelhalm

Kommen unsere Gartenerdbeeren eigentlich auch aus Amerika? Hier wachsen überall wilde Erdbeeren. Wilden Fenchel haben wir um Klamath gefunden und gleich ein paar Stengel für ein leckeres Mal verwendet. Einen schönen Teil froren wir ein. Überhaupt gleicht die Natur hier einem Schlaraffenland. Es gibt Himbeeren und Brombeeren in Hülle und Fülle. Ein an die 2,50m hoher, grasähnlicher Schachtelhalm wächst in Flussnähe, sieht aus wie Bambus, nur viel kleiner.

Die Wälder hier an der Küste sind Nebelwälder, deshalb sind sie so artenreich. Sehr oft legt sich dichter Nebel über die Küstenwälder und lässt Flechten und Moose auf den Bäumen sprießen. Farne und andere feuchteliebende Pflanzen bedecken den Boden. Es ist ein echter Urwald, in dem alles so ist, wie die Natur es vorsieht. Niemand legt Hand an.
Einen Tag verbrachten wir noch im Kamp Klamath an der südlichen Seite der Klamath Mündung. Dieser Park wird von Aussteigern geführt, die fast autark leben. Es ist eine Gruppe von Freunden, von denen der Eine sich um die Hühner und Kaninchen kümmert, die für die Küche gedacht sind, der Andere einen kleinen Gemüsegarten betreibt und wieder ein Anderer sich um die Technik kümmert. Alle zusammen kümmern sich um den Campingplatz, sorgen für Holz, mähen Rasen usw. Die Lachse schwimmen zum Fangen an Ihnen vorbei, Bären und Rehe werden gejagt. Mehr braucht der Mensch fast nicht. Die haben ein gutes Leben. Richtig kalt wird es hier nie, Minustemperaturen sind eine Ausnahme, richtig heiß aber auch nicht.

Jedediah Smith Redwood National Park – Kalifornien

 

Smith River Valley

Smith River Valley

Wie wir jetzt erfahren haben, sind wir von Grants Pass aus den Mystic Corridor entlang gefahren. Von Cave Junction aus immer auf dem Highway 199 Richtung Süden. Von der kalifornischen Grenze aus schlängelt sich die Straße erst durch den Collier Tunnel und dann durch die wildromantische Schlucht des Smith River nach Crescent City an der pazifischen Küste. Das Wasser des Smith River hat eine graublaue Färbung, die von einer großen Anzahl Mineralien im Wasser herrührt. Da sind so viele Mineralien in diesem Wasser, dass es, glaube ich, nicht für den dauerhaften Verzehr bestimmt ist, zumal auch eine Anzahl Schwermetalle enthalten sind. Schön sieht es allemal aus.

Darlingtonia Bog

Darlingtonia Bog

An der Straße liegt ein kleiner botanischer Trail, an dem wir durch Zufall angehalten haben. Dieser Stopp hat sich mehr als gelohnt. Die meisten Leute fahren achtlos daran vorbei, wenn die wüssten! Neben einem Wald, der an Artenreichtum wahrscheinlich seinesgleichen sucht und der schon fast ein Regenwald ist, gibt es an dieser Stelle einen wahren botanischen Schatz: Darlingtonia Bog. Das ist eine fleischfressende Pflanze, die um einen halben Meter hoch wird und sehr nassen Boden braucht. Es stehen nicht nur eine handvoll dieser Pflanzen dort, sondern die Darlingtonia Bog nehmen etliche Quadratmeter in Anspruch.

Giftige Eiche

Giftige Eiche

Dem nicht genug, es gibt neben wilden Azaleen, deren Blüten einen wunderbaren Duft im Wald verströmen, auch eine giftige Eichenart, vor deren Berührung gewarnt wird. Das ist kein Baum, sondern ähnlich dem Efeu eine Kletterpflanze, die sich große Bäume als Wirt aussucht. 90% der Menschen reagieren auf den Kontakt allergisch, die Früchte aber sind eine wichtige Nahrungsquelle für die Wildtiere.

Neben all diesen Pflanzen und Bäumen stehen überall „Touristenbäume“, wie wir sie in Tobago kennengelernt haben. Sie heißen so, weil sich ihre Rinde schält und darunter eine zweite, glatte und rote Rinde zum Vorschein kommt, wie beim sonnenverbrannten Menschen. Irgendwie passen diese außergewöhnlichen Bäume nicht hierher in den nassen Nordwesten Kaliforniens. Außerdem gibt es einen Baum, der nicht wusste, ob er ein Nadel- oder Laubbaum werden sollte: die Tanneneiche. Die Äste, Zweige und Blätter sind die einer Eiche, der Stamm der einer Tanne. Es gibt schon komische Dinge hier.

Coast Sequoias oder Redwoods

Coast Sequoias oder Redwoods

Und dann, nur ein paar Kilometer weiter, führt die Straße durch einen Wald Küstensequoias. Das sind die Verwandten der Riesensequoias, die wir in der Sierra Nevada besucht haben. Die Küstensequoias werden hier allerdings Redwood Bäume genannt und sind die höchsten lebenden Wesen der Erde. Sie erreichen nicht den Durchmesser der Riesensequoias, werden aber wesentlich höher, so um die 112 Meter. Einige Exemplare sollen noch einige Meter draufgelegt haben. Trotzdem ist deren Stammdurchmesser schon gewaltig und die Bäume wachsen kerzengerade. Ein ganzer Wald voll dieser außergewöhnlichen Riesen, das ist einfach überwältigend.
Tannenzapfensammler hätten hier in den Wäldern ihre wahre Freude. Hätten wir die verschiedenen Tannenzapfen, von ganz klein bis ganz groß, gesammelt, hätten wir jetzt schon eine ansehnliche Sammlung zusammen.

 

Cave Junction – Oregon

Illinois River bei Cave JunctionEs gibt sie noch, die glasklaren Flüsse, aus denen man bedenkenlos Trinkwasser schöpfen kann. In Südoregon wurden wir fündig. Der Illinois River bei Cave Junction ist noch einer von ihnen. Zudem erfuhren wir, dass bald die Lachse diesen Fluss zu ihren Laichplätzen hinaufziehen. Das Schauspiel findet jedes Jahr zweimal statt, im April und November. Bei einem Spaziergang am Fluss entlang, der sich etwas südlich von Cave Junction mit dem Ostarm des Illinois River verbindet, konnten wir die wunderbare Wildnis mit ihrem Mischwald, dem frischen Gras und den bunten Blumen genießen. Die Lupinen, die gerade blühen, sind so klein, dass man sie kaum wahrnimmt. Junge Kröten sind auch schon unterwegs.

Auf dem Weg nach Cave Junction fuhren wir durch das Applegate Valley, ein sehr schönes Tal mit Weinstöcken, Obstbäumen und verschiedenem Vieh auf den Weiden. Ab und zu sieht man auch einmal Lamas. Die historische Altstadt von Jacksonville mit den engen Straßen bei Medford ist sehenswert und gepflegt. Cave Junction ist bekannt für seine Oregon Tropfsteinhöhlen und den Großkatzenpark, in dem 17 verschiedene Arten leben. Manche von ihnen hatten schon Auftritte im Fernsehen oder waren Darsteller in vielen Filmen.

Hobbygoldwäscher Shelton und BeverlyBeverlys großer GoldfundAm letzten Abend lernten wir Shelton und Beverly Beach aus Idaho kennen. Sie sind begeisterte Steinesammler und Goldwäscher. Jedes Jahr im Urlaub kommen sie hierher, um Gold zu waschen. Hinter einem der Berge am Illinois River gibt es professionelle Goldwäscher. Bei denen holt Shelton sich jeden Tag neue Eimer voll goldhaltigen Kies vom Abraum. Diesen wäscht er dann und holt jedes Mal ein paar Körnchen Goldstaub heraus. Irgendwann hat er dann auch ein Gramm Gold zusammen. Er macht das aus Spaß an der Freude, reich wird er damit nicht. Beverly zeigte mir ihren großen Fund vom letzten Jahr, ein kleines Goldnugget, über das sie sehr stolz sind. Beverly zeigte mir auch sehr helle versteinerte Holzstücken, die sich Sweethome-Wood nennen, nach dem Ort Sweethome in Oregon. Es gibt wohl sehr große Vorkommen dieses versteinerten Holzes dort. Da ich so begeistert von ihnen und ihrem Vorhaben bin, schenkte mir Beverly ein sehr schönes Stück von dem versteinerten Holz. Ich war sprachlos und sehr glücklich.

Crater Lake – Oregon

Fort KlamathSeit zwei Tagen schneit und graupelt es im Wechsel und die Sonne lässt sich immer nur maximal zwei Minuten sehen, es ist eine Katastrophe für unser Vorhaben. Trotzdem es gerade jetzt wie verrückt schneite, nahmen wir die Fahrt zum Crater Lake in Angriff. Verschneite Berge und nasses Grasland säumen die Straße, an der auch das Fort Klamath liegt. Es war der erste militärische Außenposten in dieser Region, der die Siedler vor den Modoc Indianern schützen sollte, die sich gegen das Vordrängen der „Weißen“ zur Wehr setzten. Von dem Fort selbst ist nichts mehr zu sehen, dafür findet man in der Gegend noch die Reste der alten Hütten und Höfe der ersten Siedler.

Schnee blockiert den Weg zum Crater LakeMit jedem Meter den Vulkan Mt. Mazama hinauf, dessen Caldera sich mit Wasser gefüllt hat, nahm der Schnee zu. Anfangs war die Straße noch geräumt, aber immer öfter überdeckten Schneewehen unseren Weg, so dass wir uns schon wieder geschlagen geben mussten. Die Straße zum Nordeingang ist noch offiziell gesperrt, deshalb nahmen wir die Straße zum Südeingang, was uns jedoch nicht geholfen hat. Es ist einfach noch nicht die Jahreszeit, diese Gegenden zu bereisen. Die beste Reisezeit für die National Parks in den Bergen der USA-Westküste ist von Juni bis September, doch dann muss man sich die Sehenswürdigkeiten mit Tausenden anderer Urlauber teilen.
Der Crater Lake ist mit 594 Metern der tiefste See der USA und der siebttiefste und einer der klarsten Seen der Welt. Die Caldera hat einen Durchmesser von 9 Kilometern, am Grunde soll es heiße Quellen geben. Die Insel, die sich vom Grunde des Sees erhebt, ist ein neuer Krater und kann in den Sommermonaten mit dem Boot erreicht werden. Die Straße um den Crater Lake herum ist 33 Meilen lang und nur im Sommer voll befahrbar. Ein Ausbruch des Mt. Mazama vor 6800 Jahren soll 42 Mal gewaltiger gewesen sein als der des Mount St. Helens 1980.

gewaltige Erdspalte am Mt. MazamaNeben der Straße zum Crater Lake hoch befindet sich eine gewaltige Erdspalte, die aussieht, als wäre sie bei einem mächtigen Erdbeben entstanden. Senkrechte, gebrochene Felswände zeigen dieses Geschehen an. Am Grunde der Schlucht fließt ein Gebirgsbach.
 Kurz vor dem Crater Lake bei Annie Spring soll es geologisch extrem interessant sein. Über uralte Fumarolen entweicht wie durch Schornsteine seit Tausenden von Jahren sehr heißes Gas. Leider sind wir auch bis dorthin nicht gekommen.

ohne WorteFür uns hat die Reise nach Norden an der westamerikanischen Küste hier ein Ende. Es hat keinen Zweck, um diese frühe Jahreszeit weiterzufahren. Unverrichteter Dinge drehten wir um und fuhren nach Medford. An der Westseite der Berge war alles verschneit und Nebelschwaden zogen durch die Wälder. Lavaflüsse zeugen auch hier von der vulkanischen Vergangenheit. Nach 10 Meilen Abfahrt hatte uns der Frühling wieder und die Temperatur lag bei 13°C.

Klamath – Oregon

Truthahngeier beim Fressen

Truthahngeier beim Fressen

Unser erster Anlaufpunkt in Oregon war das Miller Island Wildlife Viewing Area, auf deutsch: das Miller Wildbeobachtungsgebiet, kurz vor Klamath Falls. In der Nähe liegt das Lava Beds National Monument, in dem man unter anderem Lavaflüsse und -tunnel hautnah erleben kann.
Bei der Einfahrt in das Wildbeobachtungsgebiet saßen zwei Truthahngeier über einer kleinen Mahlzeit.

Schneegänse fliegen auf

Schneegänse fliegen auf

Da es noch sehr früh am Tage war, stellten wir unser Motorhome auf einem großen Parkplatz ab und nutzten die Zeit zum Grillen leckerer Hühnerviertel, die Klaus in einer Marinade eingelegt hatte. In der Zwischenzeit beobachteten wir Schneegänse, die immer wieder in Schwärmen ihren Standort wechselten, verschiedene Enten und Vögel. Es war jede Menge los auf dem kleinen Stück Land mit Wasser und trockenem Schilf. Eigentlich wollten wir auf dem Platz gleich übernachten und weiter beobachten, aber ein Sheriff sprach uns an und meinte, dass wir nur mit einer Genehmigung hier stehen dürften.

Der größte Süßwassersee westlich der Rocky Mountains, der Upper Klamath Lake, liegt eingebettet zwischen Vulkanketten und ist im Winter die Heimat zahlreicher Fisch- und Weißkopfseeadler. So viele dieser Vögel hatten wir bisher noch nie auf einer Stelle gesehen. Sie saßen in den kahlen Bäumen am Ufer des sehr nährstoffreichen Sees.
Noch etwas zum Wetter. Wir sind inzwischen gezwungen, all unsere Winterklamotten wieder hervorzukramen, denn die Temperaturen liegen hier auf gut 1300m Höhe um den Gefrierpunkt. Eine heftige Kältewelle hat uns erfasst. Weiter oben im Norden Oregons schneit oder regnet es.

Mule DeersAuf dem Weg zum Crater Lake, den wir uns noch unbedingt ansehen wollen, wenn nicht wieder etwas dazwischen kommt, fanden wir einen wunderschönen Campingplatz im Collier State Park bei Chiloquin. Eigentlich wollten wir nur eine Nacht bleiben, aber bei näherer Betrachtung, am Eingang hatten uns drei Mule Deers, große Rehe mit großen Ohren, neugierig beäugt, entschieden wir uns, mindestens zwei Nächte zu bleiben. Zudem ist es einer der sehr wenigen State Parks, die es uns erlauben, mit dem vorhandenen 50 Amp-Stromanschluss unsere Heizung zu betreiben. Die meisten Parks bieten, wenn überhaupt, nur 30 Amp. Das reicht zwar für den normalen Stromverbrauch, aber nicht auch noch für die Heizung.

Collier Logging Museum

Collier Logging Museum

Bei einem Spaziergang in die Umgebung, der Platz liegt an der Mündung des 2 Meilen langen Spring Creek in den Williamson River, besuchten wir das Collier Logging Museum. Das ist eine private Stiftung mit zusätzlich gespendeten Stücken, die ihren Besuchern sehr ausführlich und umfangreich das Leben und Wirken der hiesigen Holzfäller nahebringt. Verschiedene Maschinen, alte und neuere, Dampfmaschinen, Sägemühlen, eben alles, was man als Holzfäller und Holztransporteur so braucht, sowie Tafeln mit Bildern und Erklärungen, machen den Rundgang sehr interessant. Eine Sammlung von Originalhütten verschiedener Art, von den Originalstandorten in Oregon hierher gebracht, zeigen, mit wie wenig Platz die Menschen zurechtkommen mussten. Klein hat in den harten und kalten Wintern aber auch seinen Vorteil: man muss weniger heizen, und noch ein Vorteil: die Hütten sind schnell gebaut.

Verschiedene, schöne bunte Vögel, allen voran der Diadem Jay, begeisterten uns. Kleine Erdhörnchen wuseln überall über die Grasflächen. Ach ja, von Dezember bis März schwimmen relativ große Rotband-Forellen den Spring Creek hinauf, um zu laichen. Noch immer sind Nachzügler unterwegs. Über der Lichtung, an der wir stehen, kreisen Weißkopfseeadler und wir konnten es gar nicht glauben, zwei Steinadler. Es sind die ersten Steinadler, die wir dabei beobachten können, wie sie majestätisch ihre Kreise am Himmel ziehen, bevor sie wieder im Wald verschwinden. Ein Biber patrouilliert ab und zu an den Ufern des Williamson River entlang. Es ist die reine Idylle, nur viel zu kalt.

Diadem Jay

Diadem Jay

patrouillierender Biber

patroullierender Biber

kleines Erdhörnchen

kleines Erdhörnchen

Shasta – Kalifornien

Fahrt zum Mt. ShastaMit einem letzten Blick zum Lassen Volcanic National Park mit seinen tief verschneiten Bergspitzen verließen wir Red Bluff und den Sacramento River und fuhren die Interstate 5 weiter Richtung Norden. Je weiter wir vorwärts kommen, umso mehr verschneite Bergspitzen sind zu sehen. Schon von Red Bluff aus fiel uns ein riesiger, rein weißer Berg auf. Das war schon der Mt. Shasta, den man mit seinen 14.162 Fuß Höhe (4316m)bis zu 100 Meilen weit sieht.

Mt. Shasta

Mt. Shasta

Durch eine wieder einmal wunderschöne Landschaft mit Bergen und dem Shasta Lake, langsam wieder einmal bergauf kraxelnd, erreichten wir Weed. In Anderson hatten wir doch noch eine Touristinformation gefunden, die geöffnet hatte und auch entsprechendes Material für unsere Routenplanung zur Verfügung stellen konnte. Demnach entschieden wir uns, von Weed aus, für die Weiterfahrt auf dem Highway 97 nach Oregon. Der Mt. Shasta, der mit jeder Meile an Größe zunahm, hatte uns dermaßen in seinen Bann gezogen, dass wir einfach an seinem Fuße übernachten mussten. Von Minute zu Minute änderte der gewaltige Doppelvulkan, der er ist, seinen Anblick. Der zweite Gipfel liegt auf etwa 12.300 Fuß. Der Mt. Shasta ist vor 9700 Jahren das letzte Mal ausgebrochen. Ab und zu legte sich ein Tischtuch aus Wolken ähnlich dem des Tafelberges in Kapstadt über die Bergspitzen, dann war wieder alles klar. Wie kalt mag es dort oben sein?

 

Living Memorial Sculpture Garden13 Meilen auf dem Highway 91 von Weed entfernt, an der Nordseite des Mt. Shasta, findet man den Living Memorial Sculpture Garden. Auf einem weitläufigen Areal stehen 10 Metall-Skulpturen, die der Künstler und Vietnamkriegsveteran Dennis Smith geschaffen hat. Eine Gedenkmauer erinnert namentlich an die gefallenen US-Soldaten der vergangenen Kriege, die aus dieser Gegend stammten. Einige Grabtafeln aus neuerer Zeit sind hier ebenfalls zu finden. Das ganze Gelände ist eine Stiftung der Veteranen dieser Gegend.

Sandhill Kraniche

Sandhill Cranes

Ein Stück weiter erinnert eine Tafel an den Emigranten Trail ab 1852, der einige Jahre später vom Militär und dann von Goldsuchern genutzt wurde. Durch die Hochebene des Klamath National Forest, die Landschaft mutet inzwischen wie die Tundra an, erreichten wir auf ungefähr 4500 Fuß Höhe (gute 1300m) die Staatsgrenze zu Oregon. Kraniche, Gänse und Enten ließen sich am Straßenrand sehen, von Frühling keine Spur mehr.

 

Sacramento Valley

Sacramento RiverEigentlich sollte die Tour jetzt über die nördliche Sierra Nevada zum Lake Tahoe gehen. Der Lake Tahoe ist der größte Bergsee Nordamerikas und liegt auf 1900m Höhe, mit Blick auf die schneebedeckten Berge der Sierra. Angesichts der letzten Tage ließen wir von diesem Vorhaben ab und fahren jetzt im Sacramento Valley weiter nach Norden. Die Temperaturen in den Bergen liegen nur noch um die 15°C, in den Höhenlagen sanken sie bis auf 2°C. Im Tal des Sacramento River setzen sich die Felder und Plantagen fort, nur dass jetzt die Walnussbäume, Unmengen davon, die Oberhand haben. Wein und Oliven sind seltener, die Erdbeerernte läuft. Das alles verbraucht unendlich viel Wasser, zu viel Wasser.

Blick auf den Lassen Volcanic National ParkNordwestlich von Yuba City liegt ein Vulkanspot, die einzige Erhebung aus dem Tal, das westlich und östlich von langen Bergketten flankiert wird. Durch den Sacramento River gibt es allerdings so viele Mücken, dass man sich vor allem abends kaum draußen aufhalten kann. Deren Stiche erzeugen jedesmal Beulen, die tagelang jucken. Den Abstecher zum Lassen Volcanic National Park konnten wir uns sparen, denn die Straße durch das recht aktive Vulkangebiet ist noch immer wegen Schnee und starken Winden geschlossen. Der Park wäre eine gute Alternative zum Yellowstone Park gewesen, denn auch dort gibt es Schwefelquellen, Geysire und andere vulkanische Aktivitäten. Es wird sogar gesagt, dass der Vulkan Lassen seit dem verheerenden Ausbruch des Mt. Saint Helens unter besonderer Beobachtung steht, weil er sich seitdem vermehrt regt.

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