A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Marienkäfer

Auf einem der Parkplätze bei Moulin trafen wir auf jede Menge verschiedener Marienkäfer. Da es unmöglich ist, als Laie die verschiedenen Arten auseinanderzuhalten, bei den Zweipunkt-Marienkäfern soll es um die 150 unterschiedliche Färbungen geben, zeige ich die Bilder ohne Kommentar. Wir fanden alle Marienkäfer an einem Platz, wohlgemerkt. Wir fanden das toll.

 

 

Fahrt nach Spanien

Fahrt durch´s Zentralmassiv

Fahrt durch´s Zentralmassiv

250 km auf französischem Gebiet fuhren wir auf einen Parkplatz, um Kaffeepause zu machen. Als wir weiterfahren wollten, meldete die Motorelektronik einen Fehler. Das Motorhome wollte nicht mehr starten. Alle Versuche blieben ergebnislos. Na prima, das jetzt auch noch. Hätte das nicht noch in Deutschland passieren können? Dort statteten wir noch einen kurzen Besuch der Firma ICF US Motorhomes ab. Nur die können uns nun helfen. Ein Anruf dort, Überprüfung einiger Bauteile sowie etwas Starterspray und siehe da, der Motor erweckte wieder zum Leben. Gott sei Dank, uns fiel ein Stein vom Herzen.

Bergdorf im Zentralmassiv

Bergdorf im Zentralmassiv

Über Mulhouse fuhren wir zwangsläufig auf der Autobahn nach Besancon. Die Maut für die paar Kilometer kostete uns gut 42,- €. Das kann nicht so weitergehen. Also schwenkten wir auf die Landstraße um, quer nach Westen bis zur Autobahn 71. Bis zum Anschluss an die A75 kostete die noch einmal 14,40 € Maut. Die A75 ist dann mautfrei. Dafür führt sie über das Zentralmassiv. Mehrere Spitzenhöhen um die 1110 m über Null sind dabei zu überwinden. Das heißt, Kilometer weit nur bergauf und kilometerweit wieder runter. Bloß gut, dass gerade Feiertag war, so dass wir uns nicht auch noch um die LKWs kümmern mussten. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft mit Bergen, dem Vulkangebiet der Auvergne und Tälern. Mal ist der Blick von Bergen eingezwängt, mal kann er sehr weit schweifen.

Garabit-Viadukt bei Nacht

Garabit-Viadukt bei Nacht

Südlich von St. Flour übernachteten wir auf dem Parkplatz am Garabit-Viadukt, der vom berühmten Gustav Eiffel konstruiert wurde. Es ist eine 564 m lange Fachwerkkonstruktion aus Stahl, mit 5 Bögen. 400 Männer bauten vier Jahre lang an der Brücke, von 1880 bis 1884, eine Meisterleistung. Im Besucherzentrum am Parkplatz sind Bilder und Dokumentationen vom Bau der Brücke ausgestellt. Nachts ist die Brücke beleuchtet.

Millau-Viadukt

Millau-Viadukt

Der Viadukt von Millau, dessen Bau wir vor Jahren im Fernsehen verfolgten, liegt auf dem Weg weiter nach Süden. Die Autobahn A75 ist zwar mautfrei, dafür schlägt die Maut für unser Motorhome mit 34,80 € zu buche. Lange überlegten wir, wie wir es anstellen sollen. Über die Brücke fahren und Maut bezahlen, oder nach Millau ins Tal fahren und auf der anderen Seite wieder hochkraxeln? Dann kam uns die richtige Idee: auf einen Parkplatz fahren und mit dem Smart nach Millau hinunterfahren, sowie von dort aus die Brücke gucken. Später mit dem Motorhome über die Brücke fahren, wenn es sein müsste. Gesagt, getan. Der Parkplatz kurz hinter der Ausfahrt 44.1 ist ein prima Ausgangspunkt.
Der erste Weg im Tal der Tarn führte natürlich zum Millau-Viadukt, der gleich mit zwei Superlativen aufwarten kann. Es ist die längste Schrägseilbrücke der Welt (2460m), zudem ist sie im Moment die höchste Brücke der Welt. Die Fahrbahn liegt 270m über dem Fluss, der höchste Pylon misst 343 m. 55 Arbeiter bauten 3 Jahre lang jeden Tag an dem Bauwerk. 2004 wurde sie fertiggestellt und soll ihren Betrieb 75 Jahre lang aufrechterhalten. Unter der Brücke befindet sich ein Besucherzentrum, in dem man sich über den Millau-Viadukt informieren kann. Gleichzeitig kann man die Höhe der Brücke dort unten auf sich wirken lassen. Wenn ein Auto über die Brücke fährt, hört sich das an, als flöge ein Flugzeug am Himmel, Wahnsinn. Die Grundfläche des höchsten Pylons ist so groß wie ein Tennisfeld.

Millau-Viadukt von oben

Millau-Viadukt von oben

An der Ausfahrt 45, kurz vor der Mautstelle, führt eine Straße zu einem Aussichtspunkt, von dem aus einem die Brücke und das Tal zu Füßen liegen. Wenn man jedoch sowieso Maut bezahlt, dann erreicht man den Aussichtspunkt auch kurz vor der Brücke von der Autobahn aus. Es ist dann nur noch ein kurzer Fußweg. Von dort oben ist der Viadukt ein wahres Kunstwerk.

Einkaufsstraße in Millau

Einkaufsstraße in Millau

Millau selbst liegt in einem schönen Tal, welches von schroffen Kalksteinfelsen umrahmt ist. In den engen Gassen der Altstadt kommt man sich ins Mittelalter zurückversetzt vor, vor allem in den ruhigen Gassen. Im Stadtpark und an der Tarn kann man gut bummeln.

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Immer weiter geht es durch das Zentralmassiv, welches aus Kalkstein und Vulkanspots besteht, von 500m bis auf über 1000m, abermals kilometerweit hoch und kilometerweit runter. Hier kommen das Volvic-Mineralwasser und der Roquefort-Käse her. Das Gebirge ist sehr wohl einen längeren Besuch wert, um es wenigstens teilweise zu erkunden und zu erleben.
Der allerschönste Abschnitt ist jedoch dort, wo man das Zentralmassiv verlässt. Dort muss man ein Gefälle von 7,5% auf 7,5 km bewältigen. Die Autobahn, anscheinend im Zug der Erstellung des Millau-Viadukts gebaut, führt hier an hohen Felswänden entlang, an die sich tiefe Schluchten anschließen. Mediterrane Bergdörfer, Weinberge und Olivenbäume zeigen an, dass das Mittelmeer nicht mehr weit ist. Der Rest des Weges ist flach.

Flamingos

Flamingos

An der Küste bei Agde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Campingplätze inzwischen geschlossen sind. So fuhren wir einen Stellplatz in Peyriac-de-Mer bei Narbonne an. Um den zu erreichen, ohne Navi kaum zu schaffen, muss man sich durch die sehr engen Gassen und 90°-Kurven zwängen, inkl. Gegenverkehr. Der Platz selbst ist groß genug, direkt am Rugby-Platz. Es ist ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend um den Ort und die alten Salinenfelder zu unternehmen. Sie sind nicht mehr in Betrieb, sondern ein Naturschutzgebiet, in dem sich unter anderen Vogelarten auch Pelikane und Flamingos tummeln. Alles, die Wasserflächen, die Kalksteinfelsen und die Vegetation, erinnert uns hier an Kroatien und die Kornaten dort.

Nun mussten wir doch endlich einen Campingplatz anfahren. Der nächste Platz, der ganzjährig geöffnet hat, ist „Le Florida“ in Elne, südlich von Perpignan. Mit der ACSI-Card kostet der Platz nur 17,-€ inkl. allem. Die Stellplätze sind sehr groß und durch Hecken zum Nachbarn abgetrennt. Der Pool ist allerdings jetzt geschlossen. Hier werden wir eine Weile bleiben und noch verschiedene Dinge erledigen, für die in Deutschland durch das Wetter nun keine Zeit mehr blieb.
Die Landschaft hier im äußersten Süden Frankreichs gleicht der Wüstenlandschaft in Arizona: trockene Erde, vertrocknetes Gras und trockenes Gebüsch. Es muss jedoch kurz vor unserer Ankunft einen sehr kräftigen Guss gegeben haben, denn vielerorts stehen noch große Pfützen.
Die Winterstiefel und langen Klamotten haben wir inzwischen gegen Schlappen und kurze Sachen ausgetauscht.

 

Dumm gelaufen

Wer meint, dass wir schon über alle Berge sind, der irrt. Seit drei Tagen sitzen wir in Ettenheim bei Freiburg fest. Ein letzter Versuch, doch noch an die ACSI Campingcard zu gelangen, ist ebenso daneben gegangen, wie die anderen. Diese Campingcard soll uns Vorteile auf der Reise durch Frankreich, Spanien und Portugal bringen. Beim Vorlegen der Karte soll man bis zu 50% der Preise auf den entsprechenden Campingplätzen sparen können. Also bestellte ich die Campingcard am Donnerstag Abend per Expresslieferung. Der Absender schickte sie auch gleich am Donnerstag Abend noch los. Da wir bis Samstag früh umsonst warteten, forschten wir anhand der Sendungsnummer, wo unsere Lieferung ist. Das Paket traf am Samstag um 6.16 Uhr im Paketzentrum in Lahr ein, was ganz in der Nähe liegt. Bis zum Mittag bewegte sich das Paket von dort nicht mehr weg. Nach langem Suchen fanden wir endlich eine Servicenummer der DHL. Dort trugen wir unseren Fall vor. Der Mann am anderen Ende, meinte nur lapidar: er könnte nicht erkennen, warum das Paket nicht mehr am Freitag Abend ausgeliefert wurde. Außerdem wäre für solch einen Fall eine Samstagslieferung nicht dazu gebucht worden. Das ist eben ein Fall von „Dumm gelaufen“. Was soll man dazu noch sagen? Die nicht geringe Expressgebühr könnte sich der Absender von der DHL wiederholen, woraufhin wir diese Gebühr wiederum vom Absender zurückbekommen sollten.

Ettenheim

Ettenheim

Na ja, jedenfalls hatten wir nun drei Tage Zeit, uns in der Umgebung umzusehen. Ettenheim an sich wirbt mit einer barocken Altstadt. Neugierig fuhren wir hin, aber außer der auf einem Hügel stehenden Kirche, dem Rathaus und vielleicht zwei, drei Häusern konnten wir kein Barock entdecken. Geschäfte hat die Altstadt Ettenheims nicht zu bieten, gerade einen Bäcker und einen Fleischer, die zudem Mittags geschlossen sind, werben um Kunden. Enttäuscht verließen wir Ettenheim wieder.

Rheinfähre bei Rhinau

Rheinfähre bei Rhinau

Auf der anderen Seite der Autobahn ist es interessanter. Der Doppelort Kappel-Grafenhausen lädt da eher zu einem Besuch ein. Hier finden sich richtig schöne und rekonstruierte Fachwerkbauten, sowie Restaurants und Geschäfte. Fährt man durch die Orte hindurch, erreicht man bald die Rheinfähre nach Rhinau auf der französischen Seite des Rheins. Auf der deutschen Seite breiten sich hinter dem Damm, der den Rhein in seinem Bett hält, die Rheinauen aus. Alte Rheinarme und Seen teilen das waldbestandene Gebiet, welches ein Naturparadies für verschiedene Wildtiere ist.

alte Markthalle Freiburg

alte Markthalle Freiburg

Freiburg bei Nebel und 9°C zu besuchen, ist nicht gerade ein Vergnügen. Bisher löste sich der schon Tage andauernde Nebel um die Mittagszeit auf, aber nicht so bei unserem Freiburgbesuch. So spazierten wir eher kurz und knapp, als die schöne Stadt genießend, durch die Straßen. Die oberste Spitze des Münsters war kaum noch im Nebel auszumachen. Innen ist der Münster sehr dunkel. Es fällt kaum Licht in die dunkel gehaltenen bleiverglasten Fenster. Beeindruckend sind neben dem Münster auch das große Stadttor und die alte Markthalle am Münster.
Aber nun geht es los, Richtung Süden.

Vögel Britische Inseln

Wie schon in den Vogelwelten USA, Kenia und Indien spürten wir auch auf den britischen Inseln verschiedenen Vogelarten nach. Dabei entzogen sich ein paar Vogelarten unserer Kamera, weil sie einfach zu weit entfernt oder viel zu unruhig waren. Nachfolgend das Ergebnis unserer manchmal nicht ganz leichten Bemühungen:

Küstenvögel

Wasservögel

 Allgemein

 

 

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

Goch

Goch

Goch

Verschiedene Werkstatttermine brachten uns nach Goch. Das liegt bei Kleve, zwischen Duisburg und Nijmegen an der niederländischen Grenze. Das kleine Flüsschen Niers fließt durch Goch und mündet auf der niederländischen Seite in die Maas. Der Stellplatz in Goch ist hervorragend, mit viel Grün, großzügig angelegt und kostet nur 5,- €, Strom und Wasser müssen extra bezahlt werden. Nur ein paar hundert Meter entfernt liegt die Innenstadt von Goch mit der Fußgängerzone und dem Marktplatz. Viele historische Gebäude und die Niers machen die Stadt interessant. Fahrradfahren bis zum Abwinken, Paddeln auf der Niers oder Wandern, alles ist möglich. Ein Tag Entspannung im Freizeitbad mit Saunabereich ist ebenfalls nicht zu verachten. Wer wochentags bis 13 Uhr kommt spart noch 6,- € zur Tageskarte. Auch vor dem Bad befinden sich WOMO-Stellplätze, kostenlos und ohne alles. Der Saunabereich ist eine Wucht. Man kann zwischen sieben verschiedenen Saunen wählen, es gibt je ein Schwimmbecken innen und außen, verschiedene Liegebereiche und sogar einen Sandstrand mit Baggersee. Eine der Saunen steht wie ein Hexenhäuschen auf Stelzen im See. In der Mitte der Sauna sorgt ein nach allen Seiten gläserner Kamin für Gemütlichkeit.

die Niers

die Niers

Der Niederrhein ist sowieso ein sehr schöner Landstrich, der platt wie eine Flunder ist, was zusammen mit dem gut ausgebauten Wegenetz das Fahrradfahren zu einem waren Vergnügen macht. Flüsse, Seen, Felder und Wälder und ein angenehmes Klima sorgen für eine schöne Zeit am Niederrhein. Gerade jetzt kommen wir mit 24-30 Grad doch noch zu unserem persönlichen Sommer, ein Glück, nach der relativ kühlen Rundfahrt über die Britischen Inseln.

Geldern existiert zwar schon seit 879 und erhielt 1229 seine Stadtrechte, aber alte Bauten sind kaum noch zu finden. Fast alles ist neu und modern und weist dunkelrote Klinkerfassaden auf.

Gnadenkapelle Kevelaer

Gnadenkapelle Kevelaer

Eher was für´s Auge ist da schon die Stadt Kevelaer. Hier besteht noch die Harmonie der alten Fassaden und engen Straßen. Viele Restaurants und Cafés laden bei einem Stadtbummel ein. Zufällig erfuhren wir, dass Kevelaer der „größte Wallfahrtsort Nordwest-Europas“ ist. Daher ist die Stadt fast immer voller Touristen und Pilger. Die Gnadenkapelle, innen pompös gestaltet, fällt in ihrer Optik aus der Rolle. Der Turm der Marienbasilika ist mehr als 90 Meter hoch. Zudem ist Kevelaer aus staatlich anerkannter Erholungsort.

 

 

 

Antwerpen

alter Bahnhof Antwerpen

alter Bahnhof Antwerpen

Die Stadt des Diamantenhandels ist eine Reise wert. Der Hauptbahnhof allein ist schon eine Attraktion. Der alte Bahnhof ist in bestem Zustand, mit all seinen Verzierungen und Details. Daran angebaut ist ein sehr moderner Bahnhof, der mehrere Etagen hoch ist. Auf zwei Ebenen fahren die Züge, in der obersten Etage befinden sich Läden und Kneipen. Dazu gibt es mehrere Zwischenetagen. Die Stahlkonstruktion des neuen Bahnhofs ist sehr filigran und lässt sehr viel Licht in das Innere. Die Schienen liegen auf einer wunderschönen, alten steinernen Bogenkonstruktion mit Türmchen, die sich durch die Stadt zieht.
An der Westseite des Bahnhofs breitet sich das Diamantenhändlerviertel aus, in dem auch die Diamantenbörse zu finden ist. Diamanten- und edelsteinbesetzter Schmuck liegt in fast jeden Laden aus. Preise sind in den Auslagen nicht zu finden.

Eingang zu Chinatown

Eingang zu Chinatown

Das Parken ist teuer um den Bahnhof herum, 2,50 € pro Stunde, 5,20 € für 2 Stunden. Kostenlos parken kann man dagegen direkt an der Schelde. Von dort aus könnte man auch gut zum Bahnhof laufen.
Gegenüber dem Haupteingang des Bahnhofs liegt Chinatown. Chinatown? Ziegenfleisch? In den USA gehörte das zusammen. So klapperten wir viele Supermärkte ab, aber nur im SPAR liegt Ziegenfleisch aus, sogar als Frischfleisch. Für einen Kilopreis von 6,90 € für Schulter und 9,90 € für Keule schlugen wir gleich zu. Das hat uns schon lange gefehlt. Frisches Ziegenfleisch ist superlecker.

Museum aan de Stroom

Museum aan de Stroom

Das zweite Highlight in Antwerpen ist ein Geheimtipp: das MAS (Museum aan de Stroom) am Willemdock. Es ist ein supermoderner Bau, mit sehr viel Glasfassade im Wellenmuster. Es existiert nicht eine gerade Scheibe an dem Bau. Der Bau beherbergt nicht nur ein Museum, sondern auch eine Dachterrasse. Per zehn Rolltreppen, jede an der nächsten Fassade gelegen, erreicht man das Dach. Das heißt, man fährt zweieinhalb Mal um den Bau herum und hat nach jeder Rolltreppe eine andere Sicht auf die Stadt.

Antwerpen von oben

Antwerpen von oben

Ganz oben angekommen, liegt einem die Stadt Antwerpen zu Füßen, dazu ist es kostenlos. Man hat also gleich zwei Erlebnisse in einem: erstens die außergewöhnliche Architektur und zweitens die herrliche Aussicht.

wunderschöne Giebel

wunderschöne Giebel

Die Altstadt ist relativ schnell abgelaufen. Vor allem der Grote Markt mit dem reich verzierten Rathaus und den noch reicher verzierten Patrizierhäusern ist sehenswert. Ansonsten steht auch hier wieder Alt neben Neu und mittendrin die Kathedrale, deren Besuch wieder Eintritt kostet.
Empfehlenswert sind eine Portion echt belgische Fritten, dazu ein gutes belgisches Bier.

der "Steen"

der „Steen“

An der Schelde lässt es sich nach solch einer langen Stadtbesichtigung gut entspannen. Es gibt zwar keine Bänke, aber genügend Poller tun es auch. Dort stehen auch die alten filigranen Markthallen, die entweder als Parkhaus oder als Unterstellplatz für Boote und Schiffe für das Maritime Museum, welches gerade umzieht, missbraucht werden. Es ist schade darum.
Der „Steen“, das Torhaus einer ehemaligen Burg, die Ende des 12. Jahrhundert begonnen wurde, ist das älteste Bauwerk Antwerpens. Es wird gerade restauriert und ist nicht zugänglich. Eigentlich ist es etwas mehr als nur ein Turm, es mutet selbst wie eine Burg an.

Ruine Ten Troon

Ruine Ten Troon

Übernachtet haben wir 25 Kilometer westlich, in Grobbendonk, auf dem dortigen WOMO-Stellplatz neben der Feuerwehr, kostenlos. Strom und Wasser sind vorhanden, müssen jedoch extra bezahlt werden.
Grobbendonk ist eine einladende Stadt mit mehreren Sehenswürdigkeiten, die allerdings nicht wirklich touristisch aufbereitet sind. Es stehen nur Infotafeln daneben, die das jeweilige Ziel erklären. Von dem Kasteel van Grobbendonk z.B. ist kaum etwas zu sehen, da es in einem Park steht und Privatbesitz ist.
Die alte Wassermühle ist kaum als solche zu erkennen, da das Wasserrad umbaut ist, zudem ist sie ziemlich heruntergekommen. In deren Nähe, dem Weg noch etwas weiter folgend, erreicht man die Fischtreppe. Das heißt, das Flussbett ist terrassiert.
Die Klosterruine Ten Troon ist kaum zu finden. Das Wohnhaus wird gerade rekonstruiert, die Kirche ist verfallen. Ein neues Altarbild zeigt, dass sie noch genutzt wird. Der Eingang in die Kruft ist noch erkennbar, neue Steinplatten auf alten Gräbern von 1430 bis 1520 weisen auf die beigesetzten Personen hin.

Windmühle Bouwel

Windmühle Bouwel

Eine sehr schöne Windmühle ist in Grobbendonk-Bouwel zu finden. Die Windmühle selbst sitzt auf einem Unterbau und ist aus dem Jahre 1789. Sie arbeitet nur noch zu besonderen Anlässen.

Strafmaße 1665

Strafmaße 1665

Am Wasserturm steht das alte, rekonstruierte Gerichtsgebäude, heute Wohnhaus. Gegenüber steht der Pranger (de Schandpaal). Auf kleinen Täfelchen stehen die Geldstrafen für verschiedene Delikte. In bestimmten Fällen konnte man seine Geldstrafe dadurch mindern, dass man sich an den Pranger stellen ließ.
Sonst ist Grobbendonk eine sehr schöne Stadt, die 2013 sogar ausgezeichnet wurde. Vom Stellplatz bis in das Zentrum sind es nur ein paar Schritte.

 

 

Dover-Calais

Kreidefelsen von Dover

Kreidefelsen von Dover

Die Fähren, die wir nahmen, buchten wir alle bei directferrys.com. Da kann man Preise vergleichen und gleich buchen. Mit DFDS fuhren wir bei bestem Wetter über den Ärmelkanal. Endlich waren die weißen Felsen von Dover zu bewundern, die bei unserer Ankunft in England und auch von Folkestone aus nur im Einheitsgrau unter dem Regen lagen. Es ist doch schon ein krasser Unterschied.

Schmuckreiher

Schmuckreiher

In Calais angekommen, sahen wir an der Mole einen Wohnmobilstellplatz, aber wie sollten wir dort hin finden? So suchten wir den Stellplatz in Oye Plage wieder auf, kurz vor Gravelines. Leider ist der Platz jetzt durch eine 2-Meter-Schranke gesperrt, aber es hängt ein Schild an der Ecke, welches auf einen Parkplatz ein Stück weiter verweist. Wohnmobile können jetzt in der Nähe der ehemaligen Touristinfo parken und übernachten. Dort befindet sich auch ein Eingang zum Patier d`Oye, dem Naturschutzgebiet, welches man auf einem Rundweg durchlaufen kann. Ein Weg ans Wasser ist leider nicht inbegriffen, dafür läuft man um diese Jahreszeit praktisch durch einen einzigen Brombeerwald. Bequem kann man sich beim Laufen den Magen mit den leckeren Beeren vollschlagen.
An der Beobachtungsstelle sind Vogelbeobachtungen möglich. Vor allem Schmuckreiher, Stockenten und Kiebitze haben ihren Schlafplatz hier, außerdem ein paar Taucher, Blesshühner und wenn man Glück hat, Fasane.

Fahrt nach Dover

Sandgate

Sandgate

Und schon ist die Hitzewelle nach nur vier Tagen durch einen zweitägigen Regen beendet, dazu ist es unverkennbar Herbst. Eigentlich wollten wir uns noch Hastings und Rye ansehen, aber wieder war kein Stellplatz zu bekommen. Neben dem Internet und dem Telefon funktionieren jetzt nicht einmal mehr Whatsapp, SMS und Google Maps. Man ist vollkommen von der Außenwelt abgeschnitten. Seit einer Woche konnten wir unsere Berichte nicht mehr einstellen, kein Wort an die Familie, nichts.

Bei der Durchfahrt in Hastings sahen wir, dass es hier vom Baustil her irgendwie wie in Llandudno aussieht. Die Stadt ist groß und es herrschen die hohen viktorianischen Gebäude vor. Dazu kommt, dass die Straßen steil bergauf und bergab führen, gerade das Richtige für unser Motorhome. Das nennt sich A-Straße 1. Ordnung, also sehr gut zu befahren. Durch Hastings durch sieht das jedoch völlig anders aus. Dazu kommt die verwirrende Verkehrsführung.

Rye hätte uns wirklich noch interessiert, aber auch hier blieb uns nur das Durchfahren. Dabei kommt man am Altstadtkern vorbei und sieht, dass viele der alten Häuser im Erdgeschoss ein festes Mauerwerk haben und ab der ersten Etage geteerte Holzverkleidungen. Solch schwarze Häuser sahen wir schon in Lom (Norwegen). Sie verbreiten eine eigenartige Stimmung.

Na ja, es ist eben so. Zum Glück hatte unsere letzte Hoffnung, der Black Horse Farm Caravan Club Site in Densole, nördlich von Folkestone, einen Stellplatz für uns. Es ist der gleiche Campingplatz, den wir bei unserer Einreise nach England angefahren haben. Daher wussten wir, dass es Internet gibt und wir endlich die Fähre nach Calais buchen und die aufgelaufenen Berichte auf unserem Blog veröffentlichen können. Nachrichten an unsere Familien waren nun auch endlich möglich.

Folkestone statteten wir noch einen Besuch ab und wurden positiv überrascht. Dieser Abstecher war nicht geplant, aber wir mussten noch etwas einkaufen und in Folkestone sind die nächsten Supermärkte zu finden.
Wir steuerten den Hafen an. Sehr schön ist auch der Küstenweg, immer am Wasser entlang. Am Hafen stießen wir auf Überreste aus der viktorianischen Zeit. Der Hafen wurde 1826 gebaut. Von hier fuhren Fähren auf´s Festland. Später kam ein Bahnhof dazu, damit die Zugreisenden direkt am Anleger aussteigen konnten. Es gab eine Eisenbahnbrücke, eine Drehbrücke und auf der Mole ein Café. Das alles ist heute noch zu erkennen, aber in einem sehr schlechten Zustand. Bis auf das Café auf der Mole, welches liebevoll restauriert wurde. Heute beherbergt es viele kleine, verschiedene Kneipen. Im ersten Weltkrieg diente es der Versorgung der Soldaten, die an die Front zogen oder heimkehrten.
Von der Mole aus kann man bis zum Hafen nach Dover sehen, entlang der Kreidefelsen, die von Folkestone bis hinter Dover reichen.
Es gibt Pläne, den alten Hafen und den Bahnhof wieder aufzumöbeln, aber das scheint eine Sache von vielen Jahren zu werden.
Auf dem Platz vor dem inneren Hafenbecken steht ein Imbissstand, an dem frische Meeresfrüchte aller Art zu bekommen sind. Alles ist wirklich frisch und man kann sich seine Snacks selbst zusammenstellen.
Eigentlich ist die Hafengegend eine einzige Partymeile. Manche Kneipen und Pubs spielen lautstarke Musik, was natürlich die Leute in Scharen anzieht.

Noch ein Wort zum Stellplatz. Wir haben herausgefunden, dass Wohnmobile am Hafen über Nacht stehen können, gegen 15,- Pfund Gebühr, ohne alles, aber mit ganz viel Platz.

„Beinahe“ London

Greenacres Stables

Greenacres Stables

Das große Ziel London hoben wir uns für den Schluss unserer Rundreise über die britischen Inseln auf. Nach langem Suchen und Beratschlagen fuhren wir auf gut Glück zu Greenacres Stables bei Winchfield südwestlich von London, noch außerhalb des Autobahnringes. Es ist eine Pferdefarm. In der Nähe befindet sich ein Bahnhof, von dem aus wir mit dem Zug nach London fahren wollten. Schon bei der Planung dabei, was wir in London sehen wollten, wurde uns klar, dass ein Tag viel zu wenig ist. So brachten wir in Erfahrung, was ein Hopp on–Hopp off -Bus kostet, um wenigstens die Sehenswürdigkeiten abgefahren zu haben. Wenn Zeit bliebe, könnte man da und dort aussteigen und sich umsehen. Diese Fahrt kostet 26,- Pfund/Person. Das hätten wir noch in Kauf genommen, dass macht man nicht alle Tage. Als wir dann in Winchfield zum Bahnhof kamen, hätten wir dort alleine 5,50 Pfund für den Tag bezahlen sollen. Die Zugfahrt hätte auch noch einmal 37,- Pfund/Person gekostet. Für den Stress, den wir dann hätten und die kurze Zeit in London fanden wir das zusammen genommen einfach zu viel. Da kommt man besser, eine Wochenendreise mit vorgebuchtem Zimmer, Billigflug und Sparticket für die Sehenswürdigkeiten zu machen. Dann hat man Zeit, die Stadt zu genießen und wenigstens ein wenig kennenzulernen.
So legten wir einen Ruhetag ein und fuhren nur kurz in der näheren Umgebung von Winchfeld umher. Es stellte sich dabei heraus, dass fast die ganze Gegend militärisches Gebiet ist. Aldershot ist eine Garnisonsstadt, in der die Gurkhas, Teil der britischen Armee, stationiert sind. Die Stadt ist daher fest in nepalesischer Hand. Es gibt sehr viele nepalesische/indische Geschäfte und Restaurants und die Menschen tragen ihre gewohnte orientalische Kleidung. Irgendwie ist in Aldershot England ein Stück weit weg.
Hinweisschilder nach Fernzielen sucht man fast vergebens, fast alle Schilder weisen in die einzelnen Teile des militärischen Sperrgebietes. Als privater und fremder Autofahrer steht man dann ganz schön verlassen da.

Down House

Down House

Im Südosten des Londoner Großraumes, bei Biggin Hill, steht das Down House, in dem Charles Darwin die letzten vierzig Jahre seines Lebens verbrachte. Er wurde in London geboren und wuchs dort auf. Als junger Erwachsener reiste er fünf Jahre lang auf dem Segler „Beagle“ um die Welt. Dabei sammelte er Proben, Tiere und Pflanzen, die er nach London schickte, nachdem er sie in seine Unterlagen aufgenommen hatte. Dabei stieß er darauf, dass nicht Gott die Welt erschaffen hat, sondern die Natur ganz allein dahintersteckt. Er nannte diesen ganzen Entwicklungsprozess Evolution.
Mit 33 Jahren, er hatte kurz vorher geheiratet, zog er in das viktorianische Landhaus. Seitdem widmete er sich, außer seiner Familie, vor allem seinen Forschungen und Auswertungen seiner Sammlung aus den fünf Jahren, die er in fernen Ländern zusammentrug.
Die Besucher sehen in sein Leben, seine Wohnräume und seinen Garten mit dem Gewächshaus. Er stirbt 1882 mit 73 Jahren. Das Familiengrab, mit seinem Vater und seiner Frau zusammen, ist auf dem Friedhof der Kirche von Downe zu finden. Sein Leichnam ist jedoch in Westminster Abbey beigesetzt, so ist auf der Grabplatte zu lesen. Der Ort Downe selbst ist ein very lovely Village, würden die Engländer sagen, klein und gemütlich.

Trompetenzucchini (unten)

Trompetenzucchini (unten)

Aus dem Garten des Down House kauften wir eine Trumpetchini (Trompetenzucchini), eine keulenartige Zucchini, zum Probieren. Wir verarbeiteten sie in einem Salat, um den Geschmack zu erhalten. Die Trumpetchini schmecken sehr fein.
Eigentlich wollten wir von hier aus noch einmal versuchen, nach London zu fahren, aber man riet uns ab, nur für einen Tag die Stadt besuchen zu wollen. Zwei Nächte stand das Motorhome auf der Westerham Heights Farm, für 3,- Pfund/Nacht, nur mit Entsorgungsmöglichkeit.
Übrigens: In England herrscht schon seit vier Tagen eine „Hitzewelle“ von 24-27 Grad. Uns gefällt es, während sich die meisten Engländer darüber beschweren.

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