A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Death Valley – Kalifornien

einzige Sanddüne weit und breitNachdem wir uns nun 5 Tage fast in Sichtweite des Tal des Todes, so der deutsche Name, aufgehalten haben, nahmen wir es jetzt in Angriff. Da das Tal rundum von Bergketten umgeben ist, die zu überwinden sind, entschieden wir uns für den besten Weg für unser Wohnmobil. Das heißt, dass wir zuerst durch Beatty kamen, von wo aus es nur noch ein Katzensprung ins Death Valley ist. Auf dem Weg nach Beatty passierten wir noch eine große Sanddüne, die wie von Geisterhand dort aufgeschüttet wirkt. Wir haben auf unserer ganzen Tour durch die USA noch keine Sandwüste gesehen, von der diese Sanddüne stammen könnte, deren Spitzen zum Teil über 150 Meter hoch sind.

Beatty - Sourdough SaloonIn Beatty besuchten wir den „Sauerteig-Saloon“, der uns von einem Flohmarktverkäufer in Beatty empfohlen wurde. Dort gäbe es im Sommer mehr deutsche Gäste als amerikanische. Außerdem speisen und trinken dort meistens die Autotester aus Deutschland und anderswo, die sich im Death Valley austoben.

Geisterstadt RhyoliteVon Beatty auf dem Weg ins Tal des Todes liegt Rhyolite, eine wirkliche Geisterstadt. 1905 wurde dort Gold gefunden und 1907 hatte Rhyolite schon an die 10.000 Einwohner und dazu alles, was eine aufstrebende Stadt braucht, von einer Schule bis zum Opernhaus. Drei Eisenbahnen fuhren durch Rhyolite. Die einzige Goldmine, bei der es geblieben war, schloss 1911, nachdem sie gerade mal 2 Millionen Dollar eingebracht hatte. Die Bewohner verließen Rhyolite wieder, geblieben sind nur noch Reste der Stadt. Aus dem ehemaligen Bahnhof wurde später ein „Geister Casino“, das die Zeit aber ebenfalls nicht überdauert hat. In den Berghängen rundherum sieht man überall Löcher, die Eingänge zu den Stollen irgendwelcher Glücksritter.

Death Valley - Hell´s GateJetzt endlich fuhren wir in das Tal des Todes ein. Was erwartet uns dort? Jetzt kam doch so etwas wie Respekt auf. Das Tal des Todes und das Umland gehörte den Shoshonen, die noch heute hier leben, aber keine offiziellen Reservate haben. Als dies noch ihr Land war, fanden sich überall verschiedene Lager, in denen sie lebten. Sie hatten Lager für die Sommer und die Winter, Kurzzeitlager oder Dauerlager, zwischen denen sie immer hin- und herpendelten. Diese Karte ist im Besucherzentrum in Furnace Creek zu sehen. Nachdem wir nun den Daylight Pass mit 1316 Metern passiert hatten, begann bei Hell´s Gate eine 13 Meilen lange Abfahrt in die unter dem Meeresspiegel liegende Talsohle. Unser erster Gedanke: Dieses Tal wurde vom Teufel gemacht, hier kann nichts leben. Der ziemlich starke Wind an diesem Tag wirbelte den Staub bis zum Himmel auf. Das sah aus, als würde der Teufel sein Wohnzimmer ausfegen. Trotzdem eröffnete sich uns ein grandioser Blick auf das am Grund weiß schimmernde Tal des Todes und wir wurden durch unseren Aufenthalt dort eines Besseren belehrt.
Das Death Valley ist der trockenste, heißeste und am tiefsten gelegene Nationalpark der USA, einer der  trockensten und heißesten Plätze der Welt  und dazu noch überraschend abwechslungsreich. Die Temperaturen liegen meist um die 7°C höher als im höheren Umland. Wir fuhren bei 25 Grad los und hatten im Tal 33 Grad. Die Rekordtemperatur, die jemals im Sommer gemessen wurde, liegt bei 56,7°C.

Death Valley - ehemaliges Borax WerkIrgendwann stießen wir auf die Überreste eines Borax-Werkes. Wir hatten auf unserer Fahrt durch den Südwesten der USA schon mehrfach solche weißen, nach Salz schmeckenden Ablagerungen gesehen, doch es war kein richtiges Salz, sieht eher aus wie Gips. Jetzt wussten wir, was es ist. Es ist ein salzhaltiges Mineral mit Teilen aus Vulkanasche, aus dem Borax gewonnen wird. Ich werde jetzt nicht versuchen zu beschreiben, was Borax ist, das ist viel zu kompliziert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Mineral im Death Valley abgebaut und vielseitig verwendet. Inzwischen sagt man, dass es giftig sei. Um das abgebaute Borax zu transportierten, wurden Wagen gebaut, die zusammen mit großen Wasserbehältern von 20 Maultieren um die 265 Kilometer weit zu den Bahnstrecken durch die Wüste gezogen wurden.

Death Valley - Furnace CreekFurnace Creek, wo wir übernachteten, liegt in einer Oase. Richtig gelesen, eine Oase im Death Valley, und es folgten weitere, wenn auch kleine Oasen. Das war eine echte Überraschung. Spätestens nach unserer Visite im Besucherzentrum war uns klar, dass das Tal des Todes eigentlich den Namen nicht verdient und es einiges zu bieten hat, was einen längeren Aufenthalt lohnt, wenn man nicht gerade mit einem Wohnmobil unterwegs ist. Die meisten Wege sind nur Pisten und meist auch für größere Fahrzeuge gesperrt.

Death Valley - Badwater BassinDas aufregendste Ziel aller Besucher ist das Badwater Bassin, der tiefste Punkt nicht nur der USA, wie immer geschrieben wird, sondern der gesamten westlichen Hemisphere. Das Badwater Bassin liegt auf -86 m, das heißt 86 Meter unter dem Meeresspiegel. Badwater heißt „schlechtes Wasser“, denn die Maultiere konnten es nicht trinken. Es ist nicht giftig, nur unheimlich salzig. Immer wieder bieten sich den Besuchern herrliche Aus- und Ansichten. Die Bergwände sind herrlich bunt, was von verschiedenen Mineralien herrührt. Ab und zu ist ein Vulkan dazwischen oder sind zumindest vulkanische Hinterlassenschaften zu sehen.

Death Valley - Golden CanyonDer Golden Canyon, ein Seitental, war auch für uns noch erreichbar und nur ein paar Kilometer lang. Weißes bis gelbes Gestein, Schlammgestein genannt, beherrscht das Bild, von dem anscheinend auch der Name stammt. Weiter hinten, am Ende des Tales ragen senkrechte rote Felsen auf. Hier und da gibt es Zeugnisse für den Rand eines Sees in den Felsen. Nach jeder Biegung des Canyons bietet sich ein neuer, herrlicher Anblick und es ist noch wärmer, denn hier weht kaum ein Lüftchen.

death Valley - Zabriskie PointVom Zabriskie Point, der mitten in den sogenannten Badlands liegt, hat man noch einmal einen schönen Blick über einen Teil des Death Valley und die bunten Felsformationen, durch die sich überall ausgetrocknete Wasserläufe schlängeln. In den meisten Gesichtern der Parkgäste sieht man unendliches Staunen, vor allem bei denen, die über diese Straße ins Death Valley fahren.

Death Valley - KojoteNoch mehr unglaubliche Felsformationen, lange Wanderwege, ein Golfplatz, ein Schloss, Quellen und ein Wasserfall, der das ganze Jahr über Wasser führt, sind weitere Sehenswürdigkeiten. In unseren kühnsten Vorstellungen haben wir nicht an solch eine Vielfalt in diesem wundervollen Tal gedacht. Das Tal des Todes bot uns mit die beeindruckendsten Erlebnisse dieser Reise. Sogar einen Kojoten durften wir sehen, zweimal. Anscheinend hält er sich öfters an der Straße zum Badwater Bassin auf, denn er stellt sich direkt auf die Straße und hält die Autos an, in der den Kojoten eigenen demütigen Art. Direkt ängstlich war er ja nicht. Das beiderseitige Interesse ist dann groß.

Las Vegas – Nevada

Einfahrt nach Las VegasLas Vegas hat viele Namen wie „Die Spielerstadt“, „Die Stadt ohne Schlaf“, „Die verrückteste Stadt der Welt“ oder „Die sündige Stadt“. Es ist aber definitiv die am schnellsten wachsende Stadt der USA. Las Vegas wurde nach einer langen Vorgeschichte im Mai 1905 gegründet, nachdem die Eisenbahngesellschaft, an die dieses Land verkauft wurde, das Gebiet an Investoren und Spekulanten weiterverkaufte. Nach der Aufhebung des Alkohol- und Glücksspielverbotes 1931 und dem Aufstellen von Spielhöllen durch Mafiosi 1950 begann sich Las Vegas in eine Spielerstadt zu verwandeln. Ein zweites großes Standbein von Las Vegas sind die zahlreichen Hochzeitskapellen für Heiratswillige aus der ganzen Welt.

im Casino des Bellagioder Strip von Las VegasEigentlich ist es eine Stadt, wie jede andere auch. Was Las Vegas ausmacht und weswegen jedes Jahr Millionen von Besuchern in diese Stadt strömen, ist der „Strip“. Auf ungefähr drei Kilometern drängen sich die berühmten Hotels und Casinos wie das Luxor Hotel, das Bellagio, Ceasars Palace und das Mirage. Jede Menge weitere Hotels und Casinos lassen kaum Platz zum Atmen. Autolawinen wälzen sich über den Las Vegas Boulevard und die Menschenmassen machen keinen Spaß. Man hat keine Zeit, den Anblick des Strips zu genießen oder sich eines der Casinos auszusuchen, in dem man vielleicht den ein oder anderen Dollar verspielen könnte. Jedenfalls ging es uns so, der Strip ist einfach nur der Wahnsinn und wir wieder mit unserem großen Wohnmobil mittendrin. In allen Zeitungen und Berichten wird geschrieben, dass die Hotels große Parkplätze anbieten. Wir haben keine Ahnung, wie die Leute Parkplätze finden, denn es gibt keine Hinweisschilder. Uns blieb nur, uns in der Autolawine durchschieben zu lassen, denn ein Rechts oder Links gibt es kaum. Um den Strip wirklich erleben zu können, muss man ein Hotelzimmer mittendrin haben, damit man sich zu Fuß fortbewegen kann und genügend Zeit für alles hat.

Freemont Street in Las VegasGemächlicher geht es dagegen in der Altstadt um die Freemont Street zu, die jedoch nur einen kleinen Eindruck von der Glitzerwelt Las Vegas gibt.

Im Neonmuseum am nördlichen Ende des Strips werden die alten Reklameschilder aus vergangenen Tagen aufbewahrt. Heute leuchten Filmreklamen an den Fassaden, die meist mehrere Stockwerke einnehmen.
Uns haben die zwei Ricks aus den TV-Serien des Senders DMAX interessiert. Rick Harrisons Gold & Silver Pawn Shop sieht in den Aufzeichnungen immer nur leicht besucht aus. Kein Wunder, wie wir jetzt feststellten, denn die Neugierigen aus aller Welt stehen vor dem Pfandhaus in einer rund vierzig Meter langen Schlange und warten auf Einlass. Bei Rick Dale von Rick´s Restorations sieht es da schon etwas anders aus. Hier werden Gratisführungen durch das Reich des Mannes mit den goldenen Händen durchgeführt, denn es gibt nichts, was der Mann nicht wieder wie Neu aussehen lassen kann. Ein kurzer Blick auf Rick wurde uns vergönnt, der schon wieder mitten in einer Aufzeichnung steckte.

Rick Harrisons Pwan ShopRick´s Restorations

 

 

 

Pahrump - Wine Ridge RV ResortNach zwei Übernachtungen in Las Vegas fuhren wir nach Pahrump weiter, wo wir einen hervorragenden RV Park fanden. Das Wine Ridge RV Resort ist völlig neu gestaltet worden, restliche Umbauarbeiten sind noch im Gange. Der Platz an sich ist weitläufig mit großen Stellplätzen, Bäumen und Sträuchern und bietet einen herrlichen Blick auf den fast 12000 Fuß hohen Charleston Peak. Die dazugehörigen Anlagen wie Fitnessraum, Pool und Sanitärräume sind vom Feinsten und das Beste daran ist, es kostet nur eine Kleinigkeit. Eigentlich wollten wir hier nur zwei Tage verbringen, bevor wir ins Death Valley weiterfahren, jetzt werden es wohl vier Tage. Ein kleines Weingut liegt gleich nebenan und bietet neben Weinverkostungen eine sehr „Eigene“ Weinstube und ein Restaurant an. Wir können das Wine Ridge RV Resort jedenfalls nur wärmstens empfehlen.

Gastbeitrag von Las Vegas Must Do Liste

Autolawinen wälzen sich über den „Las Vegas“ Boulevard und die Menschenmassen machen keinen Spaß. Man hat keine Zeit, den Anblick des Strips zu genießen oder sich eines der Casinos auszusuchen, in dem man vielleicht den ein oder anderen Dollar verspielen könnte.

 

 

Hoover Dam – Arizona/Nevada

Hoover DamLake MeadAuf dem Weg nach Las Vegas besuchten wir den Hoover Dam oder die Hoover Staumauer, wie es im Deutschen richtig heißt, die den Colorado River zum Lake Mead, dem größten Stausee der USA, anstaut. Zudem bildet der Colorado River an dieser Stelle die Grenze zwischen Arizona und Nevada, so dass die Staumauer zu beiden Bundesstaaten gehört. Um die Parkplätze und die Staumauer zu erreichen, muss man zuerst eine Sicherheitskontrolle passieren. Schon am Vormittag ist dort die Hölle los, so dass wir mit unserem Wohnmobil kaum noch einen Parkplatz fanden, mal davon abgesehen, dass es nicht wirklich Parkplätze für Wohnmobile gibt. Die Staumauer an sich ist nicht sehr groß, gilt aber als Meisterleistung der Ingenieurskunst damaliger Zeit. Sie wurde von 1931 bis 1935 mit großem Aufwand zwischen die Felswände des Colorado Canyon gebaut. Eine große Bogenbrücke spannt sich über den Canyon, ein unterirdisches Besucherzentrum und ein riesiges Parkhaus mit Restaurant und Souvenirgeschäften gehören mit zum Komplex der Stauanlage. Von der Bogenbrücke in der Font der Staumauer aus hat man sicher einen sehr schönen Überblick über das Gelände, aber der Weg war uns bei um die 30°C dann doch zu anstrengend. Im angestauten See fehlen mindestens zwanzig Meter Wassersäule. Per Ausflugsboot gelangt man ein paar hundert Meter an die Hoover Staumauer heran.

Kingman – Arizona

Kingman - Wandgemälde Route 66Kingman - Erinnerung an die alte EisenbahnKingman bezeichnet sich selbst als das Herz der Route 66. Über 40 Gebäude und Anlagen werden im Nationalen Register für Historische Plätze geführt. Im Powerhouse, der ehemaligen Schaltzentrale der Eisenbahn, sind heute das Besucherzentrum und ein weiteres Route 66 Museum untergebracht. In der historischen Shoppingmeile findet der Besucher viele Antikläden. In einigen Autowerkstätten möbelt man alte Autos wieder auf. Im 5-Minutentakt fahren die Züge durch die Stadt. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, die Waggons eines dieser Züge zu zählen. Es waren unbeschreibliche 132 Stück. Bei einer durchschnittlichen Länge der Waggons von 20 Metern kommt man auf eine Zuglänge von über 2,6 Kilometern.

Golden Valley - RiesenyuccaIm Golden Valley etwas westlich von Kingman, einem weitläufigen Tal an den Black Mountains, entdeckten wir eine Art Riesenyucca.

Zurück auf der Route 66 – Arizona

Hatte ich schon erklärt, wieso die Route 66 diesen Namen hat? Thomas Jefferson kreierte das Netzsystem der Straßen durch die USA. Dabei bekamen die Ost/West-Verbindungen gerade Zahlen und die Nord/Süd-Straßen ungerade Zahlen. Da die Route 66 mehr eine Ost/West-Verbindung ist, musste sie eine gerade Zahl bekommen. Die Zahlen 62, 64 und 66 waren noch zu vergeben, wobei Kansas schon die Hand auf der 62 hatte. Der Aufsichtsrat legte deshalb einen Plan für die Route 66 vor, die entsprechende Karte folgte etwa 2 Tage später und die Route 66 war geboren. Das war, wie schon vorher erwähnt, 1926.

Wir stießen bei Ash Fork auf die Route 66. Der kleine Ort hat nicht sehr viel zu bieten. Vernachlässigte Oldtimer, meist verlassene Läden und ein kleiner Bahnhof machen Ash Fork aus. Der Ort entstand mit der Ankunft der Eisenbahn. Der Bergbau war ebenfalls ein wichtiger Punkt. Einige Motels, Tankstellen und Geschäfte operierten hier seit 1926. Sechs Betriebe stellen flache Steinplatten her, die aus großen gebrochenen Steinen gespalten werden. Diese Platten können vielfältig genutzt werden, z.B. als Gehwegplatten, zu Mauern aufgeschichtet oder als Abdeckungen. Der kleine „Siedler-Friedhof“ liegt etwa eine halbe Meile außerhalb Ash Forks und wird heute noch genutzt. Kleine weiße Holzkreuze mit kleinen Steinplatten davor markieren die alten Gräber vom Anfang des 20. Jahrhunderts. Uns ist inzwischen aufgefallen, dass die frühen Siedler ihre Friedhöfe alle etwa eine halbe bis eine Meile außerhalb der Ortschaften anlegten.
Ash ForkSiedler-Friedhof in Ash Fork

Von Ash Fork aus startet der längste übriggebliebene, ungefähr 140 Meilen lange Abschnitt der Route 66, wobei die ersten 5 Meilen nicht gewartet wurden und daher nicht mehr befahrbar sind. Wir fuhren deshalb auf der Interstate 40 bis nach Seligman, von wo aus wir der alten Route 66 in Richtung Westen folgten. Seligman wurde 1886 gegründet und lag an der Kreuzung zur Santa Fe Railroad-Hauptstrecke. In den frühen Jahren der Route 66 legte man dann das Augenmerk auf die motorisierten Reisenden. Heute fühlt man sich in der kleinen Stadt in die Vergangenheit zurückversetzt. Großen Anteil daran hat der Barbier Angel Delgadillo, der auch ein Gründungsmitglied der Route 66 Association ist. Da Klaus gerade einen Haarschnitt nötig hatte, bemühten wir Angel. Der Mann, der mexikanische Eltern hat, wird im nächsten Monat 86 Jahre alt. Seit 1947 betreibt er dieses Geschäft und will noch möglichst lange seiner internationalen Kundschaft ihren Kopf verschönern. Auf unsere Frage diesbezüglich, antwortete er, dass er noch einhundert Jahre alt werden will. Wenn man ihn allerdings mit dem aufs Schärfste geschliffenen Rasiermesser am Kinn eines Kunden sieht, dann kommt man schon ins Nachdenken. Klaus bekam jedenfalls von ihm einen perfekten Haarschnitt, in aller Ruhe, versteht sich. Die abgeschnittenen Haarreste entfernte Angel dann ganz ungewöhnlich mit einem Staubsauger. Da blieb nichts mehr übrig. Warum ist in Deutschland noch niemand darauf gekommen? Der nette alte Mann wünschte uns eine gute Weiterreise. Er machte uns auch darauf aufmerksam, dass ich, Angela, den gleichen Namen habe wie er. Im Mexikanischen nennt man das Tocatillos oder so, habe ich leider schon wieder vergessen. Sehenswert in Seligman sind weiterhin unter anderem das von Angels Bruder geführte Snow Cap Drive-In und das Roadrunner Café.
Angels Barber Shop in SeligmanRoadrunner Café in Seligman

 

 

 

Valle Vista

Valle Vista

Über die kleinen Orte Peach Springs, Truxton, Valentine mit dem Safari Zoo, und Hackberry gelangten wir nach Valle Vista, wo wir mit dem Blick auf das Westende des Grand Canyon Massivs übernachteten. Unterwegs begegneten uns Züge mit einer Länge von mindestens eineinhalb Kilometern, unglaublich.

Wieder auf Tour

Aus der Traum von der ganz großen Rundreise, denn wir haben nur für ein halbes Jahr eine Aufenthaltsgenehmigung bekommen. Mit unserem B2-Visum ist kein längerer Aufenthalt möglich, versicherte man uns. Unsere nächste Einreise dürfte dann auch erst nach mindestens einem halben Jahr stattfinden. Da wir für diese Zeit auch Versicherung bezahlen müssten, fällt diese Option aus und unsere Rundreise durch die USA/Kanada endet Mitte September. Kein Seattle, kein Vancouver, kein Yellowstone Park und kein Monument Valley. Wir werden also über Las Vegas durch die Nationalparks in Westkalifornien bis zur nördlichen Grenze von Kalifornien fahren, dann an der Westküste Richtung Süden und im Süden der USA nach Florida zurück, Änderungen vorbehalten.
 Jetzt sind wir aber erst einmal in Phoenix gelandet und haben unser Motorhome wieder. Hier ist es herrlich warm, über 20°C bei blauem Himmel, und vieles ist grün geworden. Es duftet an vielen Stellen wohltuend nach allerlei Blüten und die Vögel zwitschern überall. Vor allem die Apfelsinenbäume, die noch immer pralle Früchte tragen und blühen, duften intensiv. Der Duft erinnert stark an Jasmin, herrlich. Die im Winter tot scheinenden Ocotillos sind jetzt ebenfalls grün und haben sogar schon Knospenrispen angesetzt.
Orangen - Früchte und Blüten an einem BaumGrüner Ocotillo

2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 3.800 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 6 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Ende der 1. Etappe – Arizona

wunderschöner BesuchDer Kreis hat sich in Phoenix geschlossen, wir können nur noch auf den Flug warten. Durch die Kälteeinbrüche unterwegs und die hoch gelegene Landschaft im Südosten Arizonas sind wir früher als gewollt in Phoenix eingetroffen. Jetzt hat hier die Hochsaison begonnen, die bis Ende März andauert. Das heißt, dass das Platzangebot für uns sehr beschränkt ist. Unser erster Anlaufpunkt ist Apache Junction gewesen. Der Ort liegt im Osten von Phoenix und ist quasi schon einverlaibt. Wir haben unser Futterhäuschen für die Vögel wieder vor das Fenster gehängt und es wird den ganzen Tag belagert. Dabei finden sich jeden Tag neue, andere Vögel ein. Das ist wirklich schön, da kann man stundenlang zusehen. Wirkliche Überraschungsgäste sind die Rosella-Sittiche oder wie die richtig heißen. Von diesen Vögeln gibt es in Köln eine große, freilebende Kolonie. Anscheinend haben sich hier in Apache Junction ebenfalls ein paar dieser wunderschönen Vögel angesiedelt. Ansonsten fahren wir Fahrrad oder bringen ein paar Dinge in Ordnung, die bisher liegen geblieben sind.

Arizona MillsSpäter zogen wir in den Nordwesten von Phoenix um, klärten den Stellplatz für unser Motorhome in einem Storage (Lager) ab und bestellten schon einmal das Taxi für den 16. Januar. Zum Zeitvertreib besuchten wir die Arizona Mills, die größte Shopping Mall Arizonas. Da kann man gut einen ganzen Tag verbringen. Vor allem das Rainforest Café ist eine Augenweide. Ganz authentisch dekoriert mit sich bewegenden Tieren, Urwaldgeräuschen, Sternenhimmel und sogar Gewittern. Dazu ein riesengroßes und mehrere kleinere Salzwasseraquarien, Nebel und Regen, das ist einfach Klasse.

Mehr Früchte geht nichtDas Wetter ist wechselhaft, aber es geht mit größeren Schritten auf den Frühling zu. Bourgainvilla, Wandelröschen, Oleander und Co blühen. Das tut richtig gut. Dazu ist es die Zeit der Zitrusfrüchte. Solche Winter, kurz und nicht zu kalt, lassen wir uns gefallen. Für die Einwohner hier ist es jedoch solch ein Winter wie für uns in Deutschland. Alles ist eingemottet, es ist kaum jemand auf der Straße. Naja, wenn im Sommer an die 50°C herrschen und im Rest des Jahres kaum unter 25°C zu verzeichnen sind, kann man das schon verstehen. Das Jahr 2012 ist das mit Abstand wärmste Jahr seit den Aufzeichnungen. Daran hat wohl die wochenlange Hitzewelle, in die wir geraten waren, auch ihren Anteil. Außerdem wurde überall über enormen Wassermangel geklagt. Wie es aussieht, beginnt jetzt auch in den USA das Umdenken im Bezug auf den Klimawandel. Diese Zeichen können nicht mehr übersehen werden.

Tonto National Forest – Arizona

Abfahrt zum Roosevelt LakeVon Globe aus führt die Straße zum Roosevelt Lake durch eine immer noch hügelige Landschaft mit Saguaro Kakteen, die eine Bestandsdichte aufweisen, wie wir sie bisher noch nicht gesehen haben. Die Kakteen haben auch mehr Arme als bisher gewohnt, was vielleicht darauf hinweist, dass der Bestand um einiges älter ist. Das letzte Stück der Straße hat auf 8 Kilometer 7% Gefälle. Da sollten die Bremsen schon in Ordnung sein oder die Motorbremse funktionieren.

Roosevelt DammDer See entstand 1911 durch den Bau einer Staumauer, die komplett aus Bruchsteinen konstruiert wurde. Sie war damit die größte Staumauer der Welt, die auf diese Weise gebaut wurde. 1981 wurde der Damm jedoch nach einer großen Flut erhöht und verstärkt. Oft soll das Wasser des Roosevelt Lakes an die 33°C haben, liest man in einem Prospekt. Es gibt viele Parks, in denen man Campen, Picknicken oder auch Boote zu Wasser lassen kann. Es ist ein großes Wildschutzreservat geworden.

Northern Cardinal - MännchenInzwischen sind wir begeisterte Vogelbeobachter. Mit unserem neuen Vogelhäuschen können wir die Vögel gut anlocken. Viele der Vögel sind herrlich bunt. Bei einem Kaffee in einem der Parks ließen sich sogar wieder die Northern Cardinals sehen, sogar ein Pärchen. Wir waren begeistert. Ein Gila Specht, „um Geld spielenden“ Wachteln, die leuchtend gelbbrüstigen Vögel mit dem schwarzen V darauf, ich weiß den Namen noch nicht, Tauben und die Spatzen mit 5 weißen Streifen auf dem Kopf haben uns viel Freude gemacht. Leider konnten wir um diese Jahreszeit nicht in dem Park übernachten, da es keine Stromanschlüsse für unsere Heizung gibt. Die Blicke auf den Roosevelt See und die Berge mit den Saguaro Kakteen sind herrlich. Die anscheinend vor langer Zeit angelegten, sehr langen Bootsrampen reichen inzwischen nicht einmal mehr bis ins Wasser, soviel Wasser fehlt in dem See, der zur Zeit 43% Füllstand hat. Die am Ufer wachsenden Bäume und Sträucher zeigen, dass dies schon länger so ist.

Im Tonto National Monument besichtigten wir eine Felsenwohnstätte. Die Bewohner waren die Salado Indianer, von denen wir schon in Globe gehört hatten. Wie sich die Menschen damals selbst nannten, weiß niemand. Das Wort Salado kommt aus dem Spanischen und ist vom Salt River, der zum Tonto Bassin fließt, abgeleitet. Die untere Felsenwohnstätte (Lower Dwelling) beherbergte 16 ebenerdige und 3 im 2. Stockwerk liegende Räume sowie einem Anbau. Seit der Entdeckung 1902 ist viel davon zerstört worden, wie ein Foto aus dieser Zeit zeigt. Trotzdem kann man sich eine Vorstellung vom Leben in dieser Felsengrotte machen. Die Aussicht auf das Tonto Bassin, wo die Salado Indianer ihre Felder angelegt hatten, ist jedenfalls unschlagbar. Im Rahmen einer Führung, die allerdings nur Sonntags und Montags durchgeführt wird, kann man zudem noch die weiter oben im Tal befindliche Felsenwohnstätte besuchen. Ausgrabungen haben gezeigt, dass es noch viele Siedlungen der Salado Indianer im Tonto Bassin gab. Es ist aber auch eine wunderschöne Landschaft, in der zudem der Frühling einkehrt. Seit Monaten sprießt das erste frische Gras, die tot scheinenden Ocotillos bekommen erste kleine grüne Blättchen und auch sonst sieht hier, weiter nördlich wieder alles etwas grüner aus. Es hat ja inzwischen einigen Regen gegeben. So ein kurzer Winter ist gut auszuhalten.
Lower Dwelling FelsenwohnstätteAussicht auf das Tonto Bassin

 

 

 

Eigentlich wollten wir über den Apache Trail nach Apache Junction fahren. Der Trail, den die Indianer, Cowboys und Minenarbeiter zwischen Globe und Mesa (Stadtteil von Phoenix) benutzten, führt durch das „erhabenste“ und schönste Panorama, dass die Natur je geschaffen hat. So hat sich Theodor Roosevelt ausgedrückt. Jeder Besucher Arizonas muss ihn einfach fahren. Für uns wäre es die kürzeste Verbindung gewesen, die uns allerdings zur Kapitulation zwang. Die „Straße“ ist ein unbefestigter Weg, der aber fast nur einem Waschbrett gleicht. Nach 4 Meilen durch eine wirklich unbeschreibliche Landschaft erreichten wir einen Campingplatz direkt am Apache Lake. Auf unsere Frage, wie weit dieser Zustand der Straße noch anhält, wurde uns geraten, den Weg zurückzufahren, den wir gekommen waren, das wäre das kleinere Übel. Würden wir den Apache Trail weiterfahren, wären das weitere 20 Meilen Waschbrettpiste. Das war absolut zu viel für unseren Bus, der sich am Ende des Trails wahrscheinlich in seine Einzelteile zerlegt hätte. So übernachteten wir am See, machten abends unser erstes Lagerfeuer seit langer Zeit und genossen die Ruhe und Abgeschiedenheit des Sees mitten im Nirgendwo.
Apache LakeAuf dem Apache Trail

 

 
Saguaro LakeAm nächsten Tag fuhren wir die 4 Meilen Waschbrettpiste zum Roosevelt Lake zurück. Das hieß aber auch, 50 Meilen Umweg über Punkin Center zu fahren, immer durch das wunderschöne Tonto Bassin. Der Highway zurück nach Apache Junction liegt dafür mitten in den atemberaubenden Bergen des Tonto National Forest. Auf 4500 Fuß Höhe hatten wir dann auch die Schneegrenze überschritten. Mehrere meilenlange, steile Abfahrten brachten uns dann wieder in gemäßigtere Zonen, wo wir dem Saguaro Lake noch einen Besuch abstatteten, der ebenfalls sehr schön gelegen ist.
Die letzte Station vor Apache Junction war ein Picknickplatz an dem Flusslauf, der aus dem Saguaro Lake kommt. Der Fluss führt erstaunlich viel Wasser und wir konnten neben einem Reiher und kleineren Vögeln sogar einen Eisvogel beobachten. Plötzlich, aus dem Nichts, tauchten am anderen Flussufer 3 Indianer auf, die mit ihren normalen Straßenschuhen und Klamotten einfach so durch den eiskalten Fluss wateten, so wie sie es schon immer getan haben. Anschließend die Schuhe trocknen? Fehlanzeige.

Globe – Arizona

Teil des San Carlos Apachen ReservatesAuf unserem Reiseabschnitt von Safford nach Globe kamen wir an abgeernteten Baumwollfeldern vorbei, fuhren durch eine von hohen Bergen umschlossene Hügellandschaft und durchquerten das San Carlos Apache Reservat. Es tauchten wieder die herrlichen Saguaro Kakteen auf, die wir schon länger nicht mehr gesehen haben. Die vorherrschenden Farben in der Landschaft sind auch schon länger Grau und Braun. Selbst die Akazien haben ihr Grün abgelegt. Es ist auch hier Winter geworden. Letztens hat uns jemand erzählt, dass es hier normalerweise einiges an Schnee gibt. Uns gefällt es ohne Schnee viel besser. Die Kälte, die manchmal hier einbricht, reicht uns schon.

eines der alten Häuser Globe´s1876 wurden nach einer ersten und erfolgreichen Expedition ins Apachengebiet, die auf der Suche nach unentdeckten Silbervorkommen war, die ersten Gebäude Globe´s errichtet, aus denen dann die Broad Street entstand. Sie weist einige massive Häuser in verschiedenen Baumaterialien auf, wie die Bank, die Zeitung und natürlich den Saloon. Die zuerst errichteten Holzhäuser brannten bei einem Stadtfeuer ab. Wir konnten aber noch eine handvoll der ehemals sicher schönen Häuschen oberhalb der Broad Street sehen.

altes Sheriffs Office und Gefängnis1888 wurde das Gerichtsgebäude mit dem Sheriffs Office und dem Gefängnis gebaut. Da die Stadt schnell wuchs, denn es wurde Kupfer gefunden, machte sich ein neues Gebäude für Sheriff und Gefangene notwendig. Es wurde 1910 fertiggestellt und bis 1981 genutzt. Die 1906 gebaute Globe Brauerei, die laut Prospekt ein Weltklasse Ale und langsam geräuchertes Barbeque anbieten soll, existiert nicht mehr. Das stellten wir fest, als wir uns einen schönen Abend in dieser Brauerei machen wollten.

Die Old Dominion Mine am Rande der Stadt war seit den späten 1800ern bis in die frühen 1930er in Betrieb. Sie förderte Silber und Kupfer zu Tage. Riesige Abraumhalden „verschönern“ die Stadt. Man kann die Mine gegen eine Spende im Rahmen einer Selbstführung besichtigen.
Am Südrand von Globe findet man die archäologische Stätte Besh-Ba-Gowah. Das sind Ruinen eines mehr als 700 Jahre alten Pueblos, wie man sie nirgendwo sonst findet. Einige der Räume sind inzwischen rekonstruiert und sehen aus, als wären sie immer noch in Gebrauch. Werkzeuge, Keramik, Leitern für das obere Stockwerk, man taucht vollkommen in die Zeit der Salado Indianer ein, die hier ab etwa 1225 gelebt haben und auf mysteriöse Weise um 1400 verschwanden. Sie führten eine ähnliche Lebensweise wie die heutigen Hopi und Zuni Indianer.

im Apache Gold RV ParkSilvester und den Neujahrstag verbrachten wir, weil uns der Platz in Globe nicht gefiel, im Apache Gold RV Park in der Apachen Reservation gut 6 Meilen südlich von Globe. Der RV Park ist Teil eines Geschäftszentrums, zu dem noch eine Tankstelle, ein Casino und ein Hotel gehören. Wie es aussieht, feiern die Indianer den Jahreswechsel nicht, denn es war absolut ruhig. Nur von Globe her hörten wir ein paar Böller. Dafür bekamen wir auf einem kurzen Spaziergang am nächsten Tag ein Neujahrsgeschenk von Mutter Natur: unseren zweiten Roadrunner. Als er uns bemerkte, suchte er ein Versteck und verschwand in einem Erdloch. Den Nachmittag verbrachten wir im und bei einem Kaffee am gut beheizten Pool. Ein Stück Trockenfleisch, das in den USA überall angeboten wird, leider viel zu teuer, mussten wir jetzt hier probierten. Schließlich befinden wir uns ja gerade im Lande derer, die es erfunden haben, den Indianern. Es schmeckt sehr gut und eignet sich gut als Zwischendurch-Snack.
Apache Gold CasinoLogo der San Carlos Apachen

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