A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Archiv für den Monat “Januar, 2018”

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Die Ursprünge der Stadt Casablanca gehen zwar auf das 8. Jahrhundert zurück, aber Altes hat Casablanca nicht zu bieten. Ein schweres Erdbeben, das sogenannte „Erdbeben von Lissabon“, zerstörte 1755 die Stadt, die bis dahin schon eine wechselvolle Geschichte hatte. Der Name Casablanca stammt von den Spaniern, die sich hier im 19. Jahrhundert niederließen. Es heißt übersetzt „Weißes Haus“ und der Name ist auch heute noch Programm. Über drei Millionen Einwohner zählt die Stadt.

Hassan-II.-Moschee

Wir besichtigten hier nur die Hassan-II.-Moschee, die sich direkt am Ufer der Casablanca Bucht erhebt. Sie wurde erst 1993 fertiggestellt und ist die fünftgrößte Moschee der Welt. Das Minarett ist gewaltige 210m hoch und damit das höchste der Welt. Ein Teil des Gebetsraum-Daches lässt sich bei Bedarf öffnen, indem die beiden Dachhälften nach den Seiten verschoben werden können. Die reich verzierten gewaltigen Tore des Hauptbaus sowie der Bogengang vor dem Haupteingang lassen uns Menschen ziemlich klein aussehen.
Zu dem großzügigen Komplex gehören auch ein Museum und eine Bibliothek.

Strandpromenade Casablanca

Nach der Besichtigung legten wir eine Teepause an der Promenade ein. Während die meisten Reisegäste zu einem Tee einkehrten, spazierten wir ein Stück die Promenade entlang. An den Strand gelangt man nur durch eines der vielen Lokale, kein freier Durchgang. In der Mitte liegt eine Art öffentliche Badeanstalt mit mehreren Pools. Es ist nicht unsere Vorstellung einer Strandpromenade. Am rechten Rand der Bucht ist der Leuchtturm durch die gischterfüllte Luft auszumachen.
Übernachtet haben wir im Le Zenith Hotel & Spa Casablanca. Da der Tag lang und anstrengend war, verließen wir das Hotel nicht, um uns ein wenig in der Umgebung umzusehen. Wie es aussah, gibt es da auch nicht wirklich viel zu erleben.

Königspalast Rabat

Am nächsten Morgen ging es schon weiter, nach Rabat. Rabat ist die heutige Königsstadt und Hauptstadt Marokkos. Zuerst fuhren wir zum Königspalast, der Teil eines riesigen umzäunten Parkgeländes ist, zu dem auch diverse Ministerien gehören. Um Pfützen hüpfend und über einen Wasserfilm laufend erreichten wir vom etwas entfernten Parkplatz den Königspalast. Man darf nicht allzu nah heran. So schossen wir nur ein paar Bilder von Gebäude und von den Wachen. Drei verschiedene Einheiten schieben zusammen Wache vor den Toren: die Polizei, die Armee und die Palastwache. Am äußeren Zaun entlang steht alle um die 75m ein Posten. Das ist nicht nur hier so, sondern um jeden Königspalast in Marokko, und davon gibt es viele, ob der König oder seine Familie sich nun in einem der Paläste aufhält oder nicht. Geld hat der derzeitige König Mohammed VI. ja genug, um das alles zu unterhalten. Mohammed VI. gibt jedoch sein Geld nicht nur für sich aus, sondern investiert intensiv in sein Land und seine Menschen. Es existiert kaum ein Bereich, den er nicht fördert, angefangen von der Bildung über Sozialwohnungen bis hin zur Wasserwirtschaft. Früh erkannte er das Dilemma mit dem knapper werdenden Wasser. Inzwischen halten 132 Talsperren quer durch´s Land das Regen- und Schmelzwasser aus den Bergen zurück, und es werden immer noch mehr. Der König ist bei seinem Volk so beliebt, dass er als einziger Herrscher den arabischen Frühling ziemlich unbeschadet überstand. Das hatte uns damals schon stutzig gemacht, jetzt wissen wir, warum das so ist. Ich bin schon wieder abgeschweift.

Mausoleum Mohammend V.

Sehenswert ist auch das Mausoleum von Mohammed V., dem Großvater des heutigen Königs. Unter der Herrschaft Mohammed V. erreichte Marokko die Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien. Er starb 1961 in Rabat und fand in dem von seinem Sohn Hassan II. in Auftrag gegebenen Mausoleum seine letzte Ruhe. Inzwischen sind auch Hassan II. und sein Bruder neben ihrem Vater bestattet. Das Mausoleum ist ein Prachtbau aus weißem Marmor, mit vier Toren auf vier Seiten, reich verziert. Vor jedem Tor steht eine Wache in traditioneller weißer Kleidung. Das Innere ist noch viel prächtiger gestaltet, mit Stuck an den Wänden, Zedernholzdecke mit kleinen Fenstern, durch die ein wenig Tageslicht fällt, messingbeschlagenen großen Türen, und noch mehr Marmor. Auf einer umlaufenden Galerie kann man das Innere des Mausoleums auf sich wirken lassen.

Hassanturm

Direkt vor der großen Freitreppe sollte Ende des 12. Jahrhunderts eine Große Moschee entstehen. Als der damalige Herrscher und Auftraggeber starb, wurden die Bauarbeiten eingestellt. Die Moschee wurde nie fertig. Der Hassanturm ist nur halb so hoch, wie er einst werden sollte. Mit der Zeit verfiel die Moschee. Nur ein paar Ruinen und rekonstruierte Säulenstümpfe zeugen noch von dem Vorhaben.

Kasbah des Oudaia

Unbedingt besuchen sollte man die Kasbah des Oudaia in Rabat. Hoch oben, direkt auf der Spitze zwischen Hafen und Flussmündung stehen die mächtigen Mauern einer verborgenen Altstadt. Die Kasbah wurde im 12. Jahrhundert als Wehrfestung angefangen, später um Wohnhäuser, Palast und andalusischen Garten erweitert. Heute ist sie ein Ensemble, in dem man sich der realen Welt entrückt fühlt. Eindrucksvoll sind die weißen Häuser mit ihren blauen Akzenten. Vor allem im Winter hat man gute Chancen, in Ruhe durch die engen Gassen zu schlendern. Manche Wege sind steil und mit Stufen durchsetzt. Liebevoll gestaltete Ecken laden zum Verweilen und Staunen ein.

Blick nach Salé

Am Flussufer kann man in Ruhe einen Kaffee oder Tee genießen und sich frisches Gebäck schmecken lassen. Von der Terrasse aus schweift der Blick an der Kasbahmauer entlang zum Hafen. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt Salé, die zusammen mit Rabat eine Zwillingsstadt bildet. Die Kasbah des Oudaia hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Nun setzten wir die Rundfahrt nach Meknes fort. Die Aussprache Meknes geht auf die Franzosen zurück. Die Araber nennen die Stadt Maknas. Wie wir erfuhren, werden fast alle „e“ im arabischen als „a“ gesprochen, wie zum Beispiel al (el), Fas (Fes), Arfoud (Erfoud) usw. Ich bleibe jedoch beim „e“, da die Ortsnamen auf den Karten alle französisch geschrieben stehen. Man möge mir verzeihen, ich möchte keine Verwirrung stiften.

Bab el-Khemis

Während wir mit dem Regen in Marrakesch und Casablanca noch etwas Glück hatten, kam er während unserer Rabat-Meknes-Fes-Tour den ganzen Tag in Strippen herunter. Dazu war es unangenehm kalt und windig. Regen bedeutet in Marokko eine ziemliche Sauerei, da viele Straßen und Wege kaum richtig befestigt sind. In den Löchern sammelt sich das Wasser, so dass wir von oben und von unten nass wurden. Dazu kam, dass es weder im Reisebus noch in den Hotels, die wir besuchten, wirklich warm wurde. Die Straßenverkäufer stellten im Handumdrehen von Sonnenbrillen auf Regenschirme um, die meisten schön kariert. Das nur am Rande.
Das erste Ziel in Meknes war ein kurzer Fotostopp beim Bab el-Khemis. Das große Tor wurde im 17. Jahrhundert erbaut und führte in das Judenviertel.

Bassin Souani

Als nächstes hielten wir am Bassin Souani, einem riesigen Wasserbecken. Es sollte Teil der neuen Palaststadt sein, denn im 17. Jahrhundert verlegte der damalige Herrscher den Königssitz von Fes nach Meknes. Die Palaststadt wurde jedoch nie vollendet. Übrig blieben das Wasserbecken und die Ruinen von Vorratsbauten sowie der ehemaligen königlichen Pferdeställe.

Bab al Mansour

Im Zuge der Entstehung der neuen Palaststadt Meknes entstand das Bab al Mansour. Es ist das beeindruckendste Tor der Stadt und das schönste Tor Marokkos. Es sollte den Übergang zwischen der alten Medina und der neuen Palaststadt durch die Stadtmauer ermöglichen.

Fleischer im Souk

Gegenüber des Tores liegt der Place Lahdim, in dessen linker Flanke sich die Zugänge zum Souk befinden. Der Souk ist nicht groß, dafür sehr überraschend. Neben dem wirklich tollen Angebot konnten wir einen Fleischer beobachten, der sich gerade an Rinderköpfen zu schaffen machte. Ich möchte hier aber nicht weiter ins Detail gehen, um nicht zart besaiteten Lesern den Appetit zu verderben. Schafs- und Ziegenköpfe werden gleich im Ganzen angeboten. Hätte ich mir das Treiben des Fleischers noch länger angesehen, hätte wahrscheinlich auch mein Magen rebelliert.

Das letzte Ziel des Tages war Fes, wo wir im Hotel „Golden Tulip“ abgesetzt wurden. Da es noch immer regnete und wir vollkommen durchgeweicht und frierend dort ankamen, beließen wir es für diesen Abend beim Abendessen, ohne noch einmal vor die Türe zu gehen. Wir werden sicher morgen Abend noch einmal die Möglichkeit dafür haben, denn wir bleiben zwei Nächte in Fes.

Marrakesch

Hotel Club Les Idrissidres

Zuerst fuhren wir, aus Agadir kommend, zum Hotel Club Les Idrissidres, in dem wir die erste Nacht verbrachten. Es liegt etwa eine Wegstunde von der Medina entfernt. Nach einem hervorragenden Abend- und Frühstücksbüffet begann die Rundfahrt mit ersten Besichtigungen in Marrakesch. Die Stadt ist eine der fünf Königsstädte. Im Laufe ihrer Geschichte hatte die Stadt mehrere Male die Funktion einer Königsstadt.

Marrakesch wird auch als Stadt aus 1001 Nacht bezeichnet, da in der riesigen Medina das Leben immer noch in altem Rhythmus abläuft. Außerdem sind noch viele Sehenswürdigkeiten aus alten Zeiten erhalten, die ihrer Entdeckung durch die Besucher harren. Den Namen „rote Stadt“ hat Marrakesch erhalten, weil die vorherrschende Farbe der Fassaden in der Farbe der sie umgebenden Erde erstrahlt. Das ist im gleißenden Licht der Sonne wesentlich angenehmer für die Augen als das sonst so beliebte Weiß.

Der „Menara-Garten“ aus dem 12. Jahrhundert ist eine 100ha große Anlage, die eigentlich eine Olivenbaumplantage ist. Zentraler Punkt des heutigen Stadtparks, südöstlich der Medina gelegen, ist ein großes Wasserbecken. Es wird über alte Wasserleitungen durch die Regen- und Schmelzwasser aus dem nahen Atlasgebirge befüllt und für die Bewässerung der Olivenbäume genutzt. Im Becken tummeln sich Karpfen, die auf kleine Leckerbissen von den Gartenbesuchern warten.

Parc Lalla Hasna und Koutoubia Moschee

Durch den Parc Lalla Hasna erreicht man die Koutoubia Moschee, die durch die gesamte Mittelallee des Parks zu sehen ist. Die Moschee stammt aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts und ist die größte Moschee Marrakeschs, sowie eine der ältesten Moscheen in Marokko. Wie alle Moscheen in Marokko ist auch sie nicht von innen zu besichtigen. Der Zutritt ist nur gläubigen Muslimen erlaubt. Neben dem schön gestalteten Minarett steht nur eine Hälfte des vielschiffigen Gebetsraumes. Die zweite Hälfte wird nur von den Außenmauern und zahlreichen Pfeilerstümpfen angedeutet. Läuft man in der Achse Parc Lalla Hasna – Koutoubia Moschee weiter gelangt man zum berühmten Gauklerplatz Jemaa el Fna, dessen Besuch am Ende der Rundfahrt auf dem Programm stand.

Bab Agnaou

Am Bab Agnaou legten wir einen weiteren kleinen Stopp ein. Dieses große und einst repräsentative Tor im maurischen Stil stand an der Grenze zwischen der Altstadt und dem ehemaligen Regierungsviertel von Marrakesch. Leider hat es etwas von seiner Schönheit eingebüßt, denn es nagt der Zahn der Zeit an ihm und die Störche haben es in Beschlag genommen.

Saadier-Gräber

Gleich in der Nähe des Bab Agnaou sind die Saadier-Gräber zu finden. Die Saadier oder Saaditen lösten die Mauren in ihrer Herrschaft über Marokko ab. Sie regierten im 16. und 17. Jahrhundert. Ihre bedeutendste Nekropole sind die Saadier-Gräber in Marrakesch. Die Anlage erinnert ein wenig an die Alhambra in Granada, die wir erst vor einem Jahr besichtigten, allerdings ist sie längst nicht so groß. Deshalb kam uns alles ein wenig bekannt vor. Vier Sultane und 62 Familienangehörige fanden auf dem Gelände ihre Ruhestätte. Je höher ihre gesellschaftliche Position war, um so prächtiger fielen ihre Gräber aus. Auffallend sind die vielen bunten, quadratischen Keramiksteine, mit denen alle Gräber belegt sind. Die Mausoleen weisen die typisch maurischen Stuckarbeiten an den Wänden und die wunderschön gestalteten Decken aus Zedernholz auf. Ein kleiner Garten sorgt für ein wenig Grün und bunte Blüten.
Nach zweihundert Jahren Herrschaft folgte eine neue Dynastie. Gleich der erste Sultan umschloss die Nekropole mit einer hohen Mauer, um die Saaditen aus dem Gedächtnis der Menschen zu verbannen. Erst 1917 fand man bei archäologischen Forschungen den engen Gang zu den Saadier-Gräbern wieder.

Nach der Besichtigung des Bahia-Palastes, den wir schon bei unserer ersten Reise nach Marrakesch gesehen haben, setzten wir die Rundfahrt zur zweiten Königsstadt, nach Casablanca fort.

Große Marokko-Rundreise

Vor fast genau sieben Jahren führte uns der Zufall nach Agadir und wir hatten eine schöne Zeit dort. Viele Wohnmobilisten verbringen inzwischen den Winter in Marokko und bei uns reifte der Entschluss, irgendwann noch einmal in dieses Land zu reisen. Mit dem Womo kamen wir noch nicht dorthin, deshalb buchten wir jetzt eine 14tägige Flugreise über sonnenklar.tv. Wir verreisten schon mehrmals über diesen Anbieter. Sie haben sehr gute Angebote und bisher waren wir immer sehr zufrieden. Da wir den Norden Marokkos noch nicht kannten, entschieden wir uns für die „5-Königsstädte-Rundreise“ plus eine Woche Strandurlaub.

Als wir in Marokko ankamen und es zur Verteilung der Rundfahrtgäste auf die Busse kam, erfuhren wir, dass wir für die „Große Marokko-Rundreise“ umgebucht worden waren. Noch konnten wir es nicht ganz glauben, aber es stimmte. Die Rundfahrt startete in Marrakesch. Wir hatten großes Glück mit dieser Rundreise. Wir bekamen nicht nur die Königsstädte Marokkos zu sehen, sondern lernten auch einige Gebiete südlich des Hohen Atlas kennen. Wir waren nicht böse darüber. Zudem waren wir eine kleine Gruppe von 21 Personen. Normalerweise ist der Bus voll. Dann sind es über vierzig Gäste. Vor allem in den Medinas zahlte sich die kleine Gruppe aus. Wir wollen uns gar nicht vorstellen, wie das ganze mit vierzig Mann abgelaufen wäre. Mit dem Reiseleiter und der Organisation hatten wir ebenfalls großes Glück. Sehr angenehm war es, dass wir zu nichts gedrängt wurden. Wir blieben frei in unseren Entscheidungen, was die Verkaufsveranstaltungen anging. Niemand nahm es übel, wenn wir nichts kauften. Da haben wir schon durchaus andere Erfahrungen gemacht. Es war also eine sehr schöne Rundreise, von den ersten drei Tagen Regen und Kälte abgesehen. Niemand der Einheimischen konnte sich daran erinnern, Schnee in der Sandwüste Marokkos gesehen zu haben. Einer der Reiseleiter zeigte uns ein Foto von einer seiner Touren: Schnee auf dem roten Sand der Wüste, halb Sand und halb Schnee. Wahnsinn.

Da der ganze Bericht viel zu lang für einen Beitrag ist, habe ich ihn in die einzelnen Etappen aufgegliedert:

Marrakesch

Casablanca – Rabat – Meknes – Fes

Fes

Fes – Ifrane – Midelt – Erfoud

Erfoud – Tineghir – Quarzazate

Quarzazate – Marrakesch

Faszination Provence

Gastbeitrag von muchosol.de

Faszination Provence
Muchosol 2Neben der landwirtschaftlichen Vielfalt, die in unseren heimischen Gegenden zu finden ist, bietet unser französischer Grenznachbar natürliche Landstriche, die wahrhaft ein Augenschmaus sind für seine Bewohner, aber auch für seine Besucher. Vergessen sind für ein paar Augenblicke das Treiben der Metropolen, der Gestank der Auspuffrohre der Autos und die Hetzerei von einem Termin zum anderen. Wenn Sie Ruhe und Erholung mit kulturellem Abenteuer in Frankreich in Verbindung setzen, dann denken Sie sofort an die Bretagne, nicht wahr? Nun ja die Bretagne ist so wie die anderen französischen Regionen sehr reizvoll, aber was wir Ihnen in diesem kurzen Bericht ans Herz legen wollen, ist ein Besuch in die Provence.
Gelegen im Südosten des französischen Territoriums, administratorisch bekannt unter dem Begriff PACA (“Provence-Alpes-Côte d’Azur”) ist die Region unterteilt in die Départments Vaucluse, Haute-Alpes, Var, Bouches-du-Rhône, Alpes-Maritimes und Alpes-de-Haute-Provence. Festgehalten auf einer Landkarte lässt sich die Provence aufteilen in das westliche Rhônetal und die südliche Küste des Mittelmeeres. Dennoch ist nur wenigen bewusst, wie facettenreich die Landschaft, die Gastronomie oder auch die kulturellen Möglichkeiten sind.
Selbst für die Franzosen bedeuten die weiten Wiesen, die violett strahlenden Lavendelfelder, die gepunkteten kleinen Dörfer inmitten der Berge und an der Küste, die mediterranen Landschaftstriche, charakteristisch für die Provence an der französischen Rivera, ein Wunder der Natur.
Département Alpes-Maritimes
Muchosol 1So war seitjeher die Provence ein Zufluchtsort und die Muse vieler Maler und Schriftsteller. Abgeschieden von den Orten der Côte d’Azur begeistert die abwechslungsreiche Natur: wuchtige Gebirgszüge, saftige, grüne Täler, wilde Schluchten, Felder mit Weinreben, Bäume voll mit Oliven, Kräutern und Lavendel und nicht zu vergessen die atemberaubenden Strände mit sonnengeküsten Orten entlang der Mittelmeerküste.
Unabhängig der Lage und geografischen Begebenheit bietet jede natürliche Beschaffenheit den Anreiz sich das gesamte Jahr hinweg sportlich zu betätigen. So finden Sie in den Seealpen bei Nizza optimale Bedingungen vor, um die abwechslungsreiche Landschaft zwischen Meer und Gebirgszüge wandernd zu erkunden und ein Geruchsbad bestehend aus Ginster, Lavendel, Thymian und Rosmarin zu nehmen. Auf den Wegen entlang der Wanderwege werden Ihnen sicherlich zahlreiche französische Nationalparks unterkommen, wie zum Beispiel der Parc National du Mercantour, der jüngste unter den sechs französischen natürlich geschützten Gebieten. Er weitet sich vom Osten mit dem Vallèe des Merveilles und seinen zehntausenden von Felsgravuren bis in die Region des Alpes-de-Haute-Provence aus. Bestimmt werden Ihnen auch auf Ihren Wanderwegen vereinzelt verlassene Häuser begegnen, die nun Ruinen sind und Sie in eine melancholische Stimmung versetzten. Zeugen einstiger Zeit, ist es schwierig die so genannten “village perché” (thronende Bergdörfer) wieder zu restaurieren.
Wenn Sie nun meinen, dass die blaue Küste der Côte d`Azur die Schatztruhe der Alpes-Maritimes ist, ändern Sie bitte nochmal Ihre Meinung. Denn der Glanz dieser Gegend befindet sich genau inmitten den Seealpen: die blauen Berge.
Départment Var
Muchosol 3Aber die Provence besteht nicht nur aus der faszinierenden Gegend rund um Alpes-Maritimes. Lassen Sie uns weiter marschieren Richtung Süden entlang des Mittelmeeres in das Dèpartement names Var. Kennzeichnend für seinen immens grossen Wald ist sie die zweitgrößte aufgeforstete Region Frankreichs. Breite Sonneneinstrahlungen und ein angenehmes Klima begünstigen das Jahr über Flora und Fauna und nicht zu vergessen das grosse Küstengebiet. 432 Kilometer lange Küsten mit feinem Sandstrand, felsigen Kaps und wilden kleinen Buchten, laden zur Entspannung und zum Sonnenbaden ein. Aber auch das Hinterland darf nicht unerwähnt bleiben. Zum Schlendern einladende reizende Dörfer erfüllen neben anderen bemerkenswerten Naturschönheiten, wie die Verdon-Schluchten, die Wünsche der Naturliebhaber, aber auch die Sportler und Amateure von Dolcefarniente profitieren von den Naturschönheiten.
Département Bouches-du-Rhône
Muchosol 4Direkter Grenznachbar der Region Var ist das Département Bouches-du-Rhône westlich der Provence-Alpes-Côte d’Azur am Mittelmeer gelegen. In ihr finden Sie eine Vielfalt an tradionellen und kunsthistorischen Juwelen inmitten einer facettenreichen Naturlandschaft. Darin liegt das Charistikum dieses Départements. Karges und naturbelassenes Flachland, dass ein Canán für Vögel darstellt. Neben dieser Naturbeschaffenheit, finden Sie auch dort kilometerlange Sandstrände, steilwandige, scharfkantige Felsen und die Bergkette der Alpilles mit eines der grössten Olivenanbaugebieten vor. Betäubt von dieser natürlichen Vielfalt können Sie in den Städten Arles und Aix-en-Provence ein unglaublichen kulturellen und architektonischen Schatz vorfinden. Lassen Sie sich entführen in diese Vielfalt, die Sie nicht mehr los lassen wird.
Zusammenfassung
Muchosol 5Magische, kontrastreiche, facettenreiche Naturlandschaften und Kunstschätze erzeugen ein Schauspiel, das die Provence nicht umsonst zu einer der beliebtesten Reiseziele Frankreichs machen. So ist es auch nicht abwegig, dass Sie auch kulinarisch auf Ihre Kosten kommen werden, oder? Wie in anderen Gegenden auch, kennzeichnet jeder Ort ein besonderes Gericht. Im Falle der Provence können Sie zwischen Köstlichkeiten wie Mandelkonfekt, Trüffel, kandierte Früchte, edles Olivenöl, weißem Nougat, Olivenpastete (Tapenade) oder Konfitüre wählen. Oder Sie kosten einen der vielen Qualitätsweine, wie den Côteaux d’Aix-en-Provence.
Sie sehen, die Provence lohnt sich ihr mindestens einen Besuch abzustatten. Auf was warten Sie noch? Achja und wenn Sie schon mal da sind, vergessen Sie nicht sich zum Beispiel ein Duftsäckchen gefüllt mit getrocknetem Lavendel mitzunehmen. Das optimale Souvenir für die Lieben daheim.

 

 

 

Gastartikel

Beiträge, die wir gerne für andere Reiseblogs oder Reiseseiten geschrieben haben:

USA als Reiseland

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Louisiana

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Mississippi

50 Bundesstaaten – 50 Tipps von Reisenden: Missouri

Leider musste ich jetzt feststellen, dass wir einige Artikel quasi umsonst geschrieben haben, denn die betreffenden Seiten (komerziell) existieren nicht mehr. Wir werden in Zukunft besser darauf achten, für wen wir einen Beitrag schreiben.

 

Eine gute Gelegenheit für den Austausch von Beiträgen untereinander sind die beliebten Blogparaden. Da wir fast immer unterwegs sind, verpasse ich die meisten Blogparaden, aber bei einigen waren wir doch dabei:

Reiseblogger und ihre Bilder – die Trends

Trauminseln und Inselträume

Blumen und Blüten weltweit

Welche Reisetypen sind wir?

Reisepannen

Wie sähe meine Traumreise aus?

 

Gerne nehmen wir Eure Beiträge auf, sofern sie zu unseren Themen passen und wir im Gegenzug einen unserer Artikel oder unseren Link auf Eurer Seite platzieren dürfen:

Faszination Provence

Sehenswertes in Mosambik

 

 

Vögel Marokkos

Neben Amseln, Hausspatzen, Elstern, Felsentauben und Bachstelzen, die es wohl überall auf der Welt gibt, entdeckten wir auch in Marokko für uns neue Arten. Manche trafen wir jedoch schon in Südspanien. Ich möchte sie hier vorstellen:

 

 

Unglaublich

Negativberichte ließt man normalerweise nicht gern. Was uns jedoch in zwei Wochen Flugreise nach Marokko passiert ist, wollen wir Euch nicht vorenthalten. Von Anfang bis Ende verfolgten uns die unerfreulichen Dinge verschiedener Art. Unglaublich, wie viele da zusammengekommen sind.

Es kommt schon manchmal vor, dass vor allem bei selbst organisierten Reisen das Ein oder Andere nicht immer so funktioniert, wie man sich das vorstellt. Das macht das Reisen aus. Diesmal jedoch wurde das Maß überschritten, welches man noch als „lustig“ bezeichnen kann. Begonnen hatte alles mit dem Wechsel unseres geplanten Reiseziels von Zypern auf Marokko. Hier nun eine Auflistung aller Fakten:

– Das Reisebüro nahm die angegebene Adresse nicht vollständig auf. Dadurch erreichten uns die Reiseunterlegen nicht. Kurz vor Abreise und auf Nachfrage unsererseits, was mit den Reiseunterlagen sei, setzte sich das Reisebüro in Bewegung, so dass wir bezahlen und die Unterlagen einen Tag vor Abreise endlich in Empfang nehmen konnten.

– Der Zug zum Flug über die DB funktionierte reibungslos. Trotz zweier Umsteigestationen fuhren die Züge absolut pünktlich. Am Bahnhof in Leipzig holte uns das bestellte Shuttle zur Pension ab. Trotz der Angabe bei booking.com, nach der das Shuttle kostenlos sei, bezahlten wir 5,-€. In der Pension selbst konnten wir keine Ansprechperson finden. Der Check-in sollte per Automat erfolgen. Der akzeptierte jedoch unsere Kreditkarten nicht, auch nicht die der zweiten Familie, die in der Pension übernachten wollte. Keine Zahlung, kein Zimmerschlüssel. Zu unserem Glück half uns die Shuttle-Fahrerin weiter. Irgendwann funktionierte der Automat wieder und wir konnten die Zimmer beziehen.

– Da wir zum Frühstück das letzte Mal etwas gegessen hatten, hatten wir nun am Abend Hunger. Im Umkreis von mehreren Kilometern gibt es rund um die Pension keine Einkaufsmöglichkeit, auch keine Kneipe. Abendbrot in der Pension – Fehlanzeige. Die Shuttle-Fahrerin meinte, sie würde uns gegen weitere 5,-€ zu einem Restaurant fahren. Zurück müssten wir dann auch wieder, gegen Entgelt. Nach unserem Protest eröffnete sie die Möglichkeit, einen Pizzaservice in Anspruch zu nehmen, was wir dann auch taten.

– Auf dem Flughafen in Leipzig angekommen, per kostenpflichtigem Shuttle-Service, stellten wir uns am Gepäckschalter an, wo sich schon eine lange Schlange gebildet hatte. Nachdem an den zwei Schlangen zwei oder drei Personen abgefertigt wurden, bewegte sich eine dreiviertel Stunde nichts mehr. Keine Information seitens des Flughafens, nichts. Irgendwann sickerte durch, dass die Gepäckbänder des Flughafens nicht funktionierten. Dann endlich wurden wenige weitere Personen abgefertigt und wieder ging nichts. Eine knappe dreiviertel Stunde vor dem Start der Maschine händigte man nur noch die Flugtickets aus. Unsere Koffer mussten wir bis ans Ende des Terminals selbst schleppen, wo ein Notband in Betrieb genommen worden war.

– Das hieß in der Folge, keine Zeit mehr, um sich ein Frühstück zu besorgen. Da wir vor 7 Uhr die Pension Richtung Flughafen verlassen mussten, kamen wir nicht in den Genuss eines Frühstücks, obwohl im Übernachtungspreis inklusive. Nicht schlimm, dachten wir, im Flugzeug wird es etwas geben, bei viereinhalb Stunden Flugzeit. Durch das Gepäckbanddilemma erreichten wir im Eilschritt das Flugzeug der Gesellschaft sunexpress. Die im Reisepaket enthaltene Fluggesellschaft bietet aber jeden Service nur gegen Bezahlung an, zu vollkommen überhöhten Preisen. Wir fanden unsere Unwissenheit grenzenlos. Also trösteten wir uns mit dem Gedanken, am vermeintlichen Zielort Agadir etwas zu Essen zu bekommen.

– Der Start des Flugzeuges verzögerte sich um zwei Zeitfenster, weil immer noch das Gepäck von zwanzig Fluggästen fehlte. Nach einer Stunde im Flugzeug musste es dann ohne die fehlenden Gepäckstücke starten. Das schreibt irgendeine EU-Verordnung vor, um den globalen Flugplan nicht vollends durcheinander zu bringen. Fehlte nun auch unser Gepäck, da wir ziemlich die letzten beim check-in waren?

– Endlich Landung in Agadir, zum Glück mit unserem Gepäck. Nun würden wir endlich etwas zu essen bekommen. Wieder falsch gedacht. Beim Verteilen der Reisegäste auf die bereitstehenden Busse am Flughafen kristallisierte sich heraus, dass wir jetzt noch eine dreistündige Fahrt nach Marrakesch hinter uns bringen mussten. Nachdem der Bus dann irgendwann endlich losfuhr, legte er nach einer guten Stunde zum Glück eine Rast ein. In dem der Tankstelle angeschlossenen Restaurant konnten wir uns endlich, seit gestern Abend, das erste Mal wieder etwas zu essen besorgen. Inzwischen war der Tag bis zum Nachmittag fortgeschritten.

– In Marrakesch angekommen, konnten wir uns nach einem hervorragenden Abendbrot auf die Rundfahrt vorbereiten, die wir gebucht hatten. Schon wieder änderte sich der Plan, aber diesmal zu unserem Vorteil. Gebucht hatten wir eine „5-Königsstädte-Rundtour“, bekommen hatten wir eine „Große Marokko-Rundreise“. Unser Bericht zu dieser Rundreise folgt demnächst. Schon einmal vorneweg: es war alles gut.

– Die zweite Woche in Marokko verbrachten wir in einem Hotel in Agadir. Erst am dritten Tag des Aufenthaltes fand eine Info-Veranstaltung statt. Bis dahin hatten wir uns zum größten Teil selbst durchgewurstelt. Bei dieser Veranstaltung erfuhren wir jedoch, dass uns ein Gutschein in den Reiseunterlagen fehlte. Unser Reisepaket enthielt neben anderen Vergünstigungen durch das kostenlose Upgrade auf All-inklusiv-ultra eine 20-minütige Massage pro Person sowie 25% Nachlass auf alle anderen Anwendungen im Spa-Bereich. Nach der Reklamation bei der Reiseleitung dauerte es noch bis zum nächsten Tag, bis wir den Gutschein in den Händen hielten. Das bedeutete, die fast letzten zwei Termine für die Massagen, keine Termine mehr für andere Anwendungen.

– Leihwagen in Agadir: Wir wollten in Agadir flexibel sein und selbstständig einige Touren machen. Am Anmiettag erhielten wir erst zum Mittag den Mietwagen, deshalb war keine lange Tour mehr möglich. So fuhren wir zur Kasbah hinauf und danach ein Stück die Küstenstraße nach Norden, bis nach Aourir.

Am nächsten Tag war Essaouira unser Ziel, 175km Fahrt. Alle paar Kilometer werden in Marokko Polizeikontrollen durchgeführt. Auch uns hielt bald ein Verkehrspolizei-Posten an, der nach Woher und Wohin fragte und uns dann eine gute Fahrt wünschte. Kurz vor Essaouira wurden wir erneut durch die Verkehrspolizei gestoppt. Laut Radarpistole wären wir statt 60km/h 75km/h gefahren. Die uns vor die Nase gehaltene Radarpistole zeigte 75kmh an, jedoch gab es keinen Beweis, dass ausgerechnet wir geblitzt worden waren. Der Polizist füllte einen Standardvordruck über umgerechnet 15,-€ aus und wir bezahlten. Von jetzt an achteten wir auf die Verkehrszeichen. Es ist aber kaum möglich, der Beschilderung vollends zu folgen, denn alle paar Meter stehen andere Geschwindigkeitsbegrenzungen. Man darf keinen Moment den Straßenrand aus den Augen lassen, um wirklich kein Schild zu übersehen, die manchmal willkürlich scheinen. Da steht z.B. ein 60er-Schild, irgendwann danach werden die „80“ aufgehoben. Manchmal stehen alle Nase lang Schilder, dann lange Zeit wieder nicht und man weiß nicht, wie viele km/h erlaubt sind. Es ist wirklich schwierig. Auf der Rückfahrt nach Agadir zog uns ein dritter Posten, eine andere Polizei, heraus. Vor sechs oder sieben Kilometern seien wir gestoppt wurden, mit 8 km/h zu schnell. Kein Foto, keine Radarpistole, nichts, aber das Standardformular über 15,-€. Irgendwie konnte Klaus seine Einwände gegen diese Praktik klar machen und er bekam nur eine Verwarnung. Reine Schikane, kommt einem da in den Sinn, denn das Mietauto ist schon aus Kilometern Entfernung als solches auszumachen. Bloß gut, dass wir das Auto nur noch einen weiteren Tag hatten und es dann über Nebenstraßen ins Hinterland gehen sollte.

– Solange man sich im Hotel aufhält oder in einer Reisegruppe unterwegs ist, ist alles gut. Ist man auf eigene Faust unterwegs, wird man in Marokko nur noch abgezockt. Ich will nur zwei Dinge von vielen nennen. Auf dem Parkplatz in Essaouira angekommen, hielten gleich drei Mann die Hand auf. Der Parkplatzwächter, zurecht. Ihm schlossen sich zwei weitere Männer an, die ebenfalls Geld von uns haben wollten, für was auch immer.

Manche Parkplätze am Straßenrand sind gebührenpflichtig. Das zeigen Schilder an. Dort stehen dann auch die meiste Zeit Männer in Warnwesten, die beim Abfahren die Gebühr kassieren. An vielen Straßenrändern ohne die Parkgebühren-Schilder stehen jedoch auch Männer, die in ihren Warnwesten ebenfalls Geld kassieren. Man hat den Eindruck, dass sich jeder eine Warnweste anziehen und Geld von den Parkern kassieren kann. Dreimal fuhren wir aus dem Hotelparkplatz, nicht gebührenpflichtig. Einmal stand jemand und wollte 5,- Dirham von uns haben, obwohl 2,- Dirham Standard sind, die wir letztlich auch bezahlten.

– Nach zwei Wochen ging der Urlaub zu Ende. Ein Bus brachte uns zum Flughafen, der oft ziemlich verlassen daliegt. Viel Flugbetrieb gibt es nicht. Zwei Stunden saßen wir und warteten auf unser Flugzeug. Dann, ganz heimlich, nur darauf aufmerksam geworden, dass keine Maschine der gebuchten Airline auf dem Flugfeld stand, erfuhren wir über die Anzeige, dass unser Flug knapp zwei Stunden Verspätung haben wird. Na toll, noch zwei Stunden rumsitzen. Als endlich die Zeit heran war, verschwand die Anzeige mit dem neuen Starttermin, um eine Weile später einen noch späteren Starttermin anzuzeigen. Mit zwei Stunden und fünfzig Minuten Verspätung hob die Maschine dann endlich ab. Ausladen, einladen und Bording verliefen im Schnelldurchgang, um verlorene Zeit aufzuholen. Im Flugzeug erklärte man uns dann den Grund für die Verspätung: Eine der Türen des Flugzeugs ließ sich vor dem Abflug in Leipzig nicht schließen. Die Reparatur dauerte fast drei Stunden. Diese Nachricht verbunden mit den überstürzten Abflugvorbereitungen ließen ein etwas mulmiges Gefühl in der Magengegend bei uns aufkommen.

– Viele Male hatten wir vergeblich versucht, ein Shuttle durch die Pension in Leipzig zu bestellen, ohne Erfolg. Ich erreichte sie weder per email von Agadir aus noch in Leipzig per Telefon. Nur mit der sehr freundlichen Unterstützung der Flughafeninfo, das WLAN im Flughafen funktionierte nicht, die Telefonnummer der Pension existierte nicht mehr, konnten wir die Nummer des Shuttle-Service ausfindig machen, der dann auch sofort kam. Der wusste schon, dass wir aus Agadir kommen und unser Flugzeug Verspätung hat. Das weder WLAN noch Telefon funktionierten ist wohl der Tatsache geschuldet, dass zwei Tage vorher ein Unwetter mit Schnee und Sturm über die Mitte Deutschlands hinwegzog. Wir waren schon froh, dass wir nicht zu dieser Zeit zurückkamen, denn es wurden sowohl der Zug- als auch der Flugverkehr voll eingestellt.

– Zug zum Flug nach Hause. Der ICE mit den vorausgebuchten Sitzplätzen hatte zwanzig Minuten Verspätung. Dadurch erreichten wir unmöglich den Anschlusszug, für den wir ursprünglich nur eine viertel Stunde zum Umsteigen hatten. Also, ab zur Bahnhofsinfo, die uns eine neue Bahnverbindung heraussuchte. Das funktionierte dann auch, inkl. Schienenersatzverkehr.

Unglaublich, was man alles „Unerfreuliches“ auf nur einer vierzehntägigen Urlaubsreise erleben kann. Es scheint wie die Strafe dafür, dass wir nicht unserer ersten Entscheidung für Zypern gefolgt sind. Die Marokkaner haben das Wort „Kismet“. Es heißt übersetzt Schicksal, erzählte unser Reiseführer. Alles kommt, wie es kommen soll.

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