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Archiv für die Kategorie “Spanien/Portugal”

Gibraltar

Gibraltar im Abendrot

Gibraltar im Abendrot

Von Marbella aus fährt man immer auf der A7 Richtung Süden. Dabei ist der Felsen von Gibraltar, gleich neben dem südlichsten Kap Spaniens gelegen, fast immer zu sehen. Kurz vor Algeciras biegt man auf die CA34 ab, die direkt bis zur Abfahrt nach Gibraltar führt. Nur ein paar Meter vorher kommt man zu einem großen Parkplatz im Puerto Alcaidesa. Dort standen wir für eine Nacht (12,-€), um zu ver- und entsorgen sowie Wäsche zu waschen. Gleich nebenan liegt der Flughafen von Gibraltar, dahinter ragt der Felsen bis auf 425m hoch auf. Nur ein paar Mal am Tag starten Flugzeuge von Gibraltar aus.
Am nächsten Tag wechselten wir auf den anderen Stellplatz in La Línea, am Stadion Linense, für 4,-€ pro Nacht. Der Platz liegt, nur von einer Straße getrennt, direkt am Strand. Bevor wir herkamen, sahen wir von Cabopino aus nach Gibraltar, jetzt sehen wir von Gibraltar nach Cabopino. Das ist toll.

Fort Santa Barbara

Fort Santa Barbara

Gleich in der Nähe des Stellplatzes am Stadion stehen die Überreste des Forts Santa Barbara. Es wurde Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Von hier aus gab es einmal eine Mauer bis zum Fort San Felipe auf der westlichen Seite der Halbinsel. Im Napoleonischen Krieg zerstörten die Engländer das Fort samt Mauer, um die Anlagen nicht den Franzosen in die Hände zu geben. Der Felsen von Gibraltar war schon immer hart umkämpft. Zuerst waren wohl die Phönizier hier, um 700 n.Chr. kamen die Mauren, die ihren Eroberungszug durch Iberien hier starteten und 700 Jahre blieben. Seit 1704 ist der Felsen britisches Hoheitsgebiet. Seitdem erhoben jedoch auch die Franzosen und Spanier Anspruch darauf. Außer den Resten des Forts Santa Barbara stehen aber auch noch Bunker im Bereich des alten Walls, von dem La Línea seinen Namen hat. Die Stadt La Línea ist eigentlich nur Parkplatz für die Grenzgänger. Täglich sollen um die 7000 Menschen über die Grenze pendeln, größtenteils wegen der Arbeit.

Gibraltarglas

Gibraltarglas

Um die Halbinsel Gibraltar zu erreichen muss man die Rollbahn des Flughafens überqueren. Die Straße wird für Starts und Landungen kurzzeitig geschlossen. Um die Stadt zu erreichen, kann man entweder zu Fuß knapp 10 Minuten laufen oder für 2,-€ pro Person mit dem Bus fahren. Man wird dann am Platz der Kasematten abgesetzt. Hier beginnt die Hauptstraße von Gibraltar mit Geschäften, Restaurants, aber auch Regierungsgebäuden. Am Platz selbst befindet sich die Glasbläserei. In der wird das Gibraltar-Glas hergestellt. Es zeichnet sich durch eine zarte linienförmige Profilierung aus, was sehr schön anzusehen ist. Ein kleines Museum erzählt über die Geschichte und Herstellung des Glases. Man kann außerdem den Männern bei der Herstellung der gläsernen Kunstwerke zusehen. Über eine Spende freut man sich.

Stadttor am Trafalgar Friedhof

Stadttor am Trafalgar Friedhof

Am Ende der Hauptstraße kommt man irgendwann an den Charles V. Wall, wo auch der Trafalgar Friedhof zu finden ist. Auf diesem Friedhof liegen zwei englische Offiziere, die später ihren Verwundungen aus der Trafalgar-Schlacht erlegen sind. Hinter der Mauer beginnt die Straße rund um den Felsen, bis zum Punto de Europa an der südlichsten Spitze Gibraltars hin. Gleich oberhalb der Straße gelangt man zur Talstation der Seilbahn, die die Passagiere auf den Felsen bringt, wenn die Seilbahn nicht gerade gewartet wird oder aus sonstigen Gründen stillsteht.

Im Alameda Garden

Im Alameda Garden

Direkt hinter dem Parkplatz der Seilbahn liegt der Eingang in den Botanischen Garten Alameda. Er liegt etwas am Hang und ist eine Oase der Entspannung nach der Hektik der Hauptstraße. Verschiedene Pflanzen hauptsächlich aus Marokko und Südspanien, aber auch Südafrika, bieten etwas Exotik für´s Auge. Dazwischen sind kleine Teiche angelegt, die Koikarpfen und Schmuckschildkröten beherbergen. Büsten verschiedener berühmter Personen setzten Akzente. Immer wieder schwenkt der Blick die steilen Felsen hinauf, wo auch die neueste Attraktion Gibraltars zu bestaunen ist: eine Hängebrücke über eine 50m hohe Schlucht. Die Brücke selbst, Windsor Bridge genannt, ist 71m lang.

Innenhof der Bastion

Innenhof der Bastion

Jetzt lenkten wir unsere Schritte Richtung Wasser. Wenn man die Mauern der alten Bastion aus dem 16. Jahrhundert, die einen Großteil der Stadt Gibraltar umschließt, verlässt, gelangt man zum Queensquay. Das ist nichts weiter als eine Wohnanlage mit eigener Marina. Links daneben ist der Bereich der Marinebasis eingezäunt. Dahinter befindet sich eine Werft.
Interessanter ist jedoch ein Spaziergang auf den Mauern der Bastion, die in großen Teilen rekonstruiert ist. Die Räumlichkeiten werden heute verschiedenen genutzt.

Ocean Village Gibraltar

Ocean Village Gibraltar

Gleich hinter dem Flugplatz schließt sich Ocean Village an. Neben den Appartementhäusern, die die Kais säumen, fällt das schwimmende Hotel- und Casino auf. Es ist in einer riesigen 5-Sterne-Yacht untergebracht. Auf anderen künstlichen Kais tummeln sich mehrere Restaurants. Ocean Village versprüht ein wenig Schicki-Micki-Charme.
Wer das echte Gibraltar sehen möchte, sollte durch die Gassen oberhalb der Hauptstraße bummeln, abseits des Touristenrummels.

am Südende von Gibraltar

am Südende von Gibraltar

An einem anderen Tag besichtigten wir Gibraltar außerhalb der Stadtgrenzen. Eine Straße führt rund um die Halbinsel herum, immer an der Küste entlang und durch einige Tunnel hindurch. Gleich hinter der Werft steht eine Bastion mit der 100-Tonnen-Kanone. Leider war dort selbst mit dem Smart kein Parkplatz zu bekommen.
Dahinter fährt man an drei Stränden vorbei und schon ist man am Point Europa angekommen. Eine große weiße Moschee dominiert hier das Bild, die gleich unterhalb der Steilwand steht. Von dieser Steilwand bis zum Leuchtturm hin ist Gibraltar flach. Eine schöne Promenade, erst 2012 erneuert, bringt die Besucher an den Rand der Küste, zum Leuchtturm und zur Harding´s Battery. Auf der anderen Seite des Wassers erheben sich die Felsen von Tanger und das Rif Gebirge in Marokko. Dort ist auch Ceuta zu finden, eine kleine spanische Enklave, die ebenso wie Tanger mit Fähren angefahren wird.
In den Räumen der Harding´s Battery ist eine kleine Ausstellung untergebracht, die von der Entstehung des Mittelmeeres bis hin zum 2. Weltkrieg erzählt. Audioautomaten sprechen sogar deutsch. Vor über 5 Millionen Jahren hing der afrikanische Kontinent noch an Europa, bis mehrere große Erdbeben und die Tektonik die Straße von Gibraltar schufen. Ein gigantischer Wasserfall, der größte, den die Erde je gesehen hat, ergoss sich in das nun entstandene Mittelmeer. Die markante Meerenge war ein wichtiger Punkt für die Seefahrer aller Zeiten. Die Griechen glaubten, dass Herkules für die Entstehung der Meeresenge verantwortlich war, indem er die hoch aufragenden Felsen zu beiden Seiten auseinander schob. Man soll hier Delfine beobachten können, aber die lassen sich zur Zeit nicht sehen. Im Frühjahr und Herbst ziehen Wale durch, sogar die kälteliebenden Orcas.
Die Ringstraße Gibraltars führt nun an der Ostküste der Halbinsel zurück zur Stadt. Hier sind die Felswände noch steiler und eindrucksvoller.

Gibraltar von oben

Gibraltar von oben

Das Highlight Gibraltars ist jedoch der Felsen an sich. Überall wird man von Taxifahrern angesprochen, ob man nicht eine bequeme Fahrt zu den Sehenswürdigkeiten des Felsens machen möchte. Die Preise schwanken hier für eine eineinhalb Stunden-Fahrt zwischen 22,-€ gleich an der Grenze bis zu 18,-€ in der Stadt. Wer möglichst viel sehen will, sollte das Geld ausgeben. Eine andere Möglichkeit ist, mit dem Auto bis zum Jew´s Gate im Süden Gibraltars zu fahren. Dort stehen auch die Pillars of Hercules, ein Denkmal an die zuvor erwähnte Geschichte. Nun hat man wieder die Wahl. Entweder mit dem Auto für 18,-€ über die Felsen zu fahren, oder das Ganze zu Fuß für 1,-€ zurückzulegen. Allerdings sollte man dann gut zu Fuß sein und jede Menge Zeit haben, denn bis zu den Tunneln aus dem 18. Jahrhundert bzw. dem 2. Weltkrieg am Nordende ist es ein Fußweg von allein einer Stunde.
Wir wählten den Fußweg und wollten eigentlich nur die Berberaffen sehen. Im Moment leben 45 dieser Makaken auf dem Felsen. An den Einmündungen der Wege stehen überall Hinweisschilder, die die Orientierung in dem Wegelabyrinth erleichtern. Wir gingen erst einmal immer geradeaus. Dabei zweigen Wege zum Ape´s Den und der vorher erwähnten Hängebrücke ab. Aussichten auf die Bucht von Algeciras kann man von überall aus genießen. Irgendwann kommt man auf der Queen´s Road zum Charles V. Wall. Eigentlich müsste er Karl V. Wall heißen, denn der deutsche Kaiser gab die Mauer in Auftrag.

Topfstation der Seilbahn und Berberaffen

Topfstation der Seilbahn und Berberaffen

Nun muss man eine Entscheidung treffen: entweder geradeaus weiter zu den Tunneln oder 200 Meter Höhenunterschied mithilfe einer sehr steilen Treppe und unzähligen hohen Stufen nach oben zu überwinden. Oben angekommen steht man an der Abbruchkante im Osten des Felsens und hat nun freie Sicht auf das Mittelmeer. Hier ist auch eine Station der Taxi´s, wo die Touristen in Kontakt mit den Berberaffen kommen. Da das Füttern inzwischen streng verboten ist und die Affen die Touristen nicht mehr ärgern oder ihnen Futter klauen können, hängen sie nun ziemlich gelangweilt in der Gegend herum. Nur die Tourguides stecken den Affen ein paar Leckereien zu, um sie bei Laune zu halten. Den Affen steht dort oben sogar ein Wasserbassin zur Verfügung, über das sie mit Wasser versorgt werden.
Uns reichte dieser Ausflug auf den Felsen von Gibraltar, der zudem Naturschutzgebiet ist. Die Seilbahn ist eine andere Möglichkeit, innerhalb zwei Minuten bis ganz nach oben zu gelangen. Die Fahrt kostet 12,50€ pro Erwachsener.

Wer Gibraltar also erleben will, braucht mindestens zwei Tage dafür. Es ist in jeder Hinsicht ein Erlebnis. Dazu kommt, dass wir auf den Britischen Inseln keinen Whisky kaufen konnten, weil die dort viel zu teuer sind. In Gibraltar kosten die mittleren Preisklassen 10-15,- Pfund weniger die Flasche, ein krasser Preisunterschied, auch dank der nicht erhobenen Mehrwertsteuer.

Marbella

Ortseingang Marbella

Ortseingang Marbella

Natürlich darf auch ein Ausflug nach Marbella nicht fehlen. Allerdings mussten wir ein paar Tage für diesen Trip abwarten, denn nach fast zwei Wochen schönsten Wetters gab es wiedereinmal einen kurzen Wintereinbruch. Während wir vor zwei Tagen bei 25 Grad noch einen Tag am Strand verbringen konnten, stürzten die Temperaturen jetzt auf 12 Grad ab. Dazu regnete es, bis auf 200m hinunter schneite es sogar. Die Umgebung von Marbella war also von schneebedeckten Bergen bis fast ganz hinunter umgeben. Schon nach drei Tagen besserte sich das Wetter wieder und es wurde angenehm warm. An solch einem Tag fuhren wir mit dem Auto nach Marbella. Die Stadt ist nicht groß und es findet sich schon irgendwo ein Parkplatz. Sehenswert ist die autolose Altstadt mit ihren meist liebevoll begrünten Gassen. Mittendrin stehen die Überreste der Alcazaba Marbella. Auf dem Gelände der Alcazaba stehen heute neue Wohnhäuser. Kleine begrünte Plätze lockern die Altstadt allerorten auf.

Kirche an der Alcazaba

Kirche an der Alcazaba

Die große Kirche besitzt eindrucksvoll vergoldete Altäre. An der Außenwand der Kirche hängt eine kunstvolle Tafel, auf der die Völker aufgezählt sind, die hier seit Jahrhunderten in Marbella beteten und beten.
Die Markthalle ist neueren Datums, nicht so groß, aber mit allem ausgestattet, was die Frucht-, Fleisch-und Fischmärkte hergeben.

Bank im Park Virgen del Rocio

Bank im Park Virgen del Rocio

Durch den Park Virgen del Rocio, mit einem Brunnen und maurisch gestalteten Bänken zum Ausruhen, erreicht man auf der Avenida del Mar an mehreren Skulpturen Dalís entlang den Strand Marbellas. Kilometerlang lässt es sich nun auf der Promenade bummeln. Zahllose Restaurants und Bars laden zum Verweilen ein. Nur im Chiringuito el Faro sollte man vorsichtig sein und seine Rechnung genau prüfen. Wie in fast jedem Restaurant brachte uns die Kellnerin einen kleinen Gruß aus der Küche: zwei trockene, immerhin frisch aufgebackene Brötchen mit einem kleinen Stück Butter. Auf der Rechnung schlug dieser Gruß mit 3,80€ zu Buche. Es würde so auf der Karte stehen, nur das wir diese Brötchen nicht bestellt hatten. Nach unserer Reklamation bekamen wir das Geld anstandslos, aber auch wortlos zurück. Auch die Biere waren einiges kleiner als anderswo, für den gleichen Preis. Afrikanische Händler, russische Akkordeonspieler, Sandburgenbauer und spanische Losverkäufer hoffen, ein Stück vom Kuchen des Tourismus abzubekommen. Die in Reiseführern beschriebenen Nobelkarossen und Luxusyachten blieben uns allerdings verborgen.

Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Dunes de Artola Cabopino

Das Warten auf unseren neuen ACSI-Katalog sorgte dafür, dass wir zwei Wochen lang in Cabopino auf dem Parkplatz hinter den Dünen standen, gleich neben Puerto Cabopino und gegenüber des Campingplatzes Cabopino. Viele Spaziergänge durch die Dünen waren mir beschieden, bei denen ich einige neue Vogelarten für meine Bildersammlung entdeckte. In dem flachen lockeren Bewuchs fühlen sich viele verschiedene Vögel wohl. Was man hier nicht sieht sind Möwen.
Noch eine Besonderheit zeichnet Cabopino aus. Hier steht ein Turm am Strand, der Torre Ladrones. Er ist vollkommen anders als die anderen Türme, die die Küste Spaniens säumen. Er ist etwas höher, schmaler und viereckig. Er diente jedoch genauso wie die anderen Türme der Verteidigung der Küste. Seit 1985 ist der Turm ein kulturelles Monument. Wenn abends die Sonne untergeht, schwärmen aus dem Torre Ladrones einige Fledermäuse zu ihrem nächtlichen Beutezug aus.

Sonnenuntergang und Gibraltar

Sonnenuntergang und Gibraltar

An diesem Abschnitt der Küste, an dem die A7 direkt entlangführt, irgendwohin zu wollen, kann dies schon einmal eine kleine Weltreise bedeuten. In ganz Spanien ist fast überall das Linksabbiegen verboten. Das heißt, man muss jedes Mal bis zum nächsten Kreisverkehr fahren und dort umdrehen. Hier ist es noch schwieriger, irgendwohin zu kommen, denn hier muss man bis zur nächsten Wendemöglichkeit fahren, was immer einige Kilometer Umweg bedeutet. Was in diesem Land unnötig an Sprit verfahren und Zeit vergeudet wird ist unglaublich.
Es sind in Cabopino viele schöne Sonnenuntergänge zu beobachten. Meistens bilden die Berge von Gibraltar und Ceuta die Kulisse dafür am Horizont. Der Sternenhimmel ist unglaublich, die Venus leuchtet im Moment unübersehbar hoch am Abendhimmel.

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Golfplatz im Hinterland Calahonda

Ein kleiner Ausflug ins Hinterland von Calahonda gleich östlich von Cabopino führte uns zu einem gigantischen Golfplatz. Die Einrichtungen wie das Hotel und ein Shop nennen sich La Cala. Eigentlich sind es wohl zwei Golfplätze mit Namen Europa und Amerika. Das gesamte Areal ist unüberschaubar groß und sehr zergliedert. Dazu liegen viele Teile des Platzes an Berghängen einer herrlichen Landschaft. Zudem fließt der Río de Ojén durch das Gelände. Das muss Spaß machen, auf diesem Platz zu spielen, so abwechslungsreich, wie er ist. Schon der erste Abschlag ist außergewöhnlich: er liegt hoch über dem nächsten Spielfeld mit Blick über einen Großteil des Golfplatzes. Mit dem Golfcart geht es dann nach unten, wo die Bälle weitergespielt werden. Zwei Seen und ein kunstvoll angelegter Wasserfall gehören auch noch zum Gelände. Da kann man eine Weile damit zubringen, die Golfer bei ihrem Tun zu beobachten.
Durch das Wohngebiet La Mairena gelangten wir wieder zur Küste hinunter. Die Straße hat teilweise ein Gefälle von 17%. Überraschenderweise reicht von La Mairena aus der Blick bis zur Sierra Nevada mit ihren immer noch schneebedeckten Gipfeln.

Ronda

Marina Cabopino

Marina Cabopino

Während der nächsten Tage warten wir auf den neuen ACSI-Katalog 2017, damit wir auch weiterhin günstige Campingplätze anfahren können, sollte es nötig sein. Die Bestellung soll zum Campingplatz in Cabopino kurz vor Marbella gehen. Solange stehen wir auf dem Parkplatz zwischen Campingplatz und Strand. Es ist ein schöner großer, als Stellplatz ausgewiesener Platz von Bäumen umringt direkt hinter den Dünen. Es führen lange Bretterwege durch die Dünen und auch zu den Stränden hinunter. Das Gebiet ist als Naturmonument „Dunas de Artola“ ausgewiesen.
Gleich nebenan befindet sich die kleine Marina von Cabopino mit netten, nicht ganz billigen Restaurants. Wenn keine Nebelbank über dem Meer liegt, sieht man fast zum Greifen nahe die spanische Enklave Ceuta sowie Marokko. Der Felsen von Gibraltar auf dieser Seite zeichnet sich schon deutlich ab.

Sierra Ronda

Sierra Ronda

Im Rahmen einer Tagestour erkundeten wir die weiße Stadt Ronda und den Canyon El Chorro im Hinterland der Costa del Sol. Von Marbella aus führt die Straße durch eine traumhafte Filmkulisse, die Bergwelt der Sierra de Ronda, bis nach Ronda.

Ronda

Ronda

Ronda zählt zu den ältesten Städten Spaniens und liegt an einer 723m hohen senkrecht abfallenden Felskante, die man im Osten der Stadt findet. Am besten lenkt man seine Schritte zuerst zum Alameda del Tajo, einem kleinen Park im arabischen Stil. Am anderen Ende des Parks steht man dann am Balkon von Ronda, hoch über dem Tal. Wer will, kann erst einmal dem Weg Richtung Norden folgen, immer mit dem Blick in das weite Tal und die anschließenden Berge.

Stierkampfarena Ronda

Stierkampfarena Ronda

Lenkt man seine Schritte nach Süden, kommt man zur ältesten Stierkampfarena Spaniens aus 1785, die nach Entrichtung eines Eintrittsgeldes auch von innen zu besichtigen ist, inkl. Museum. Übrigens kostet in Ronda alles etwas, sogar die öffentlichen Toiletten verlangen 50 bis 60 Cent.

Puente Nuevo Ronda

Puente Nuevo Ronda

Um den Parador Nacional de Tourismo herum erreicht man einen Punkt, an dem man die berühmte Brücke Puente Nuevo von Ronda sehen kann. Hier leben auch ein paar der in Europa seltenen Alpenkrähen, die mit lautem Krächzen auf sich aufmerksam machen.
Wegen der Steilwand und der Brücke, die zwischen zwei Felswänden klemmt, kommen die meisten Menschen nach Ronda und es lohnt sich wirklich. Die Brücke ist ebenfalls für ein Eintrittsgeld zu besichtigen. Sie ist gleichzeitig die Verbindung zwischen der Altstadt und der Neustadt.
Da wir nun schon viele spanische Altstädte besichtigt haben, ließen wir den Stadtbummel hier aus. Um die Puente Nuevo von unten zu sehen, sollte man einen kleinen Abstecher in Kauf nehmen. Vom Plaza Maria Auxiliadora in der Altstadt erreicht man über einen Fußweg den auf halber Höhe gelegenen Aussichtspunkt. Von hier unten bietet sich ein gewaltiger Blick gegen die mächtigen Felswände und die Brücke, durch die zudem das Wasser des Río Guadalevín in einem Wasserfall in die Tiefe stürzt. Für diesen Anblick kommt man nach Ronda.

Wer noch kein arabisches Bad gesehen hat, wird hier ebenso fündig, natürlich gegen einen Obolus. Gut, die Preise sind nicht eben hoch, aber es summiert sich. Man sollte sich in der Touristinfo nach einem Sparticket erkundigen.

Mirador del Guarda Forestal

Mirador del Guarda Forestal

Nun mussten wir uns aber sputen, denn nach El Chorro ist es noch ein weiter Weg. Im Nordosten von Ronda finden sich Reste eines römischen Aquäduktes. Nachdem man diese hinter sich gelassen hat, heißt es wieder, Berge und Kurven. Kurz vor El Burgo lädt der Mirador del Guarda Forestal noch einmal zu einem Halt ein. Auf einem kleinen Rundweg um die Kuppe eines Felshügels liegt einem die Sierra de las Nieves zu Füßen, mit der weißen Stadt El Burgo. Hier blüht gerade die Minivariante einer Schwertlinie, sehr hübsch anzusehen. Eine Infotafel weist darauf hin, dass in diesen Bergen Steinböcke leben. Natürlich sind die Tiere viel zu scheu, um sich dem Menschen zu zeigen.

El Chorro

El Chorro

Immer weiter durch die Berge, durch Ardales hindurch und am Stausee del Chorro vorbei, biegt man nun nach El Chorro ab. Gleichzeitig ändert sich die Landschaft in dramatischer Weise. Die Berge rücken eng zusammen, große Felsen und ein tiefes Tal liegen dazwischen. Wer möchte, kann zu der alten Stadt Bobastro sowie mehreren Höhlen abbiegen. Uns fehlte nun leider die Zeit dafür. In den letzten Sonnenstrahlen des Tages durchfuhren wir eine der drei Schluchten El Chorros. Es sind tolle drei Kilometer. Hier führt sogar eine Eisenbahnlinie durch die Felsen hindurch. Dafür mussten etliche Tunnel und Brücken gebaut werden.
Am Ausgang der Schlucht sollte man noch einmal anhalten, um einen letzten Blick auf dieses Wunder der Natur und der Technik zu werfen.

Steinbock-Kalb

Steinbock-Kalb

Als wir schon weiterfahren wollten, hörten wir komische Geräusche über uns in den Felsen. Wir konnten nicht glauben, was wir dort sahen. Direkt über uns, auf der letzten Felskante stehend, knabberte ein Steinbockkalb an einem Busch und sah uns dabei an, keine 10 Meter hoch. Allein dieser Anblick war die ganze Tagesreise wert.
Nun fuhren wir auf schnellstem Weg über Álora, Pizzara und an dem an einem Berghang klebenden weißen Dorf Ojén vorbei zurück nach Marbella. Zum Sonnenuntergang kamen wir auf unserem derzeitigen Platz an. Ein wunderbarer, aber langer Tag ging zu Ende.

 

Malaga

Promenade Malaga

Promenade Malaga

In und um Malaga ist es schon Frühling: überall sprießt frisches Grün, die Vögel zwitschern, die Apfel- und Mandelbäume beginnen zu blühen. Die Temperaturen schwanken zwischen 15 und 25 Grad tagsüber und 6 bis 12 Grad nachts. Geregnet hat es seit dem großen Regen nicht mehr, aber die Feuchtigkeit, die die Nächte bringen, ist recht hoch.
Von Torre de Benagalbón fuhren wir mit dem Bus nach Malaga. Eine Fahrt kostet 1,65€ und dauert ca. ein halbe Stunde. Man steigt direkt am Fährhafen aus dem Bus. Von dort aus begannen wir unsere Runde durch die Stadt, zuerst entlang der Marina bis hin zum Leuchtturm. Malaga liegt eingebettet von Bergen direkt am Meer. Am rechten Rand der Marina sind auf einer Anhöhe die Alcazaba und das Castillo de Gibralfaro zu sehen.
Für eine Stadt wie Malaga liegen sehr wenige Boote in der Marina. Dafür legen hin und wieder Kreuzfahrtschiffe im Hafen an, für die es mehrere Terminals gibt.

Stierkampfarena Malaga

Stierkampfarena Malaga

Auf der anderen Seite des Leuchtturmes breitet sich der Stadtstrand aus, an dem wir ein Stück entlang schlenderten. Dann bogen wir in die Avenida Cánovas del Castillo ab, um zur Stierkampfarena zu gelangen. Da die Stierkampfarenen meist ziemlich verlassen aussehen, gingen wir davon aus, dass der Stierkampf inzwischen verboten wurde. Dem ist jedoch nicht so. Ein bis zwei Stierkämpfe im Jahr finden in den meisten Arenen immer noch statt. Die Fassade der Arena von Malaga ist recht hübsch gestaltet.

Alcazaba Malaga

Alcazaba Malaga

Von hier aus sieht man schon wieder die mächtigen Mauern der Alcazaba, zu der eine Serpentine hinaufführt. Man kann aber auch zu deren Füßen durch den hübschen Park wandeln. Am schönsten ist es wohl dort, wenn die Rosen blühen. Verschiedene Arten sind dann zu bewundern. Am Ende des Parks steht ein großer Palast, der heute Rathaus ist.

Amphitheater

Amphitheater

Nun folgt man weiter der Mauer der Alcazaba und gelangt so zum Plaza de la Aduana. Hier befindet sich der Eingang, oder einer der Eingänge, zur Alcazaba. Gleichzeitig befindet sich auch der Eingang zum römischen Amphitheater dort, welches gleich unterhalb der Festung liegt. Es ist fast vollständig ausgegraben. Man muss jedoch nicht unbedingt Eintritt bezahlen, wenn man davon etwas sehen möchte. Die Alcazabilla, eine Fußgängerstraße, verläuft direkt vor dem Theater vorbei. Grundmauern der Kulissenräume, die Arena und der gesamte Zuschauerraum sind so auch kostenlos zu bestaunen.

Plaza de Merced

Plaza de Merced

Hübsche kleine Kneipen laden zu einem Snack ein, bevor der Stadtbummel fortgesetzt wird. Am Ende der Alcazabilla steht eine der beiden Markthallen von Malaga. Ein Besuch lohnt jedoch kaum, ja ist sogar enttäuschend, nach dem was wir bisher so gewohnt sind.
Am Plaza de Merced, welcher mit wirklichen Prachtbauten aufwarten kann, findet man auch die Stiftung Pablo Picasso. Der Maler wurde in Malaga geboren.

Bodega El Pimpi

Bodega El Pimpi

Nun setzten wir unseren Weg am Museum Picasso Malaga vorbei fort und erreichten die Iglesia del Sagrario, etwas später die Kathedrale. Auf dem gleichen Platz steht auch der Palast Episcopal, ein sehr schönes, reich verziertes Bauwerk.
Zufällig stießen wir in einer der Gassen auf eine Bodega, die man unbedingt besuchen sollte, allein um sie zu sehen. Die Bodega heißt „El Pimpi“. Von außen kaum sehenswert, überrascht das Innere mit kleinen Innenhöfen, mehreren Gasträumen, großen Filmplakaten und jeder Menge alten Fotografien von berühmten Gästen der Bodega. Auf einem Bild sind Melanie Griffith und Antonio Banderas zu sehen, zusammen mit einer Widmung und dem Autogramm von Banderas.

Marqués de Larios

Marqués de Larios

Die Hauptgeschäftsstraße von Malaga ist wohl die Marqués de Larios, über die man wieder zur Plaza de la Marina gelangt. Wir bogen jedoch kurz vorher auf die Martinéz ab, auf der man zur attraktiveren Markthalle kommt. Der Mercado de Atarazanas ist von außen und von innen ein kleines Juwel und es ist für uns die erste Markthalle in Spanien, in der auch gegart wird und man den kleinen oder großen Hunger zwischendurch stillen kann.

deutsche Brücke über den Guadalmedina

deutsche Brücke über den Guadalmedina

Nun ist es nur noch ein Katzensprung bis zum Fluss Guadalmedina und zur „deutschen Brücke“. Im Dezember 1900 sank vor Malaga das deutsche Schiff „Gneisenau“. Die spanischen Einwohner halfen bei der Bergung des Schiffes, der Versorgung der Überlebenden und der Beerdigung der Toten. Im Dezember 1907 bekamen die Deutschen Gelegenheit sich zu revanchieren. Malaga wurde von einer Überflutung heimgesucht und die Deutschen halfen ihrerseits. Zusätzlich bauten sie diese Brücke über den Fluss.

mirador PRINCESS

mirador PRINCESS

Hier beendeten wir den Stadtbummel durch Malaga und suchten den Busbahnhof auf, um nach Benagalbón zurückzufahren. Da wir den Bus um 5 Minuten verpassten und der nächste erst in einer dreiviertel Stunde fuhr, nutzten wir die Gelegenheit, mit dem Riesenrad „mirador PRINCESS“ zu fahren. Es ist 70 Meter hoch und ca. 12 Minuten Fahrt oder 3 Runden kosten 10,-€, für Rentner 6,-€. In einer der zahlreichen klimatisierten Gondeln blickten wir in aller Ruhe noch einmal aus der Höhe auf Malaga herab. Dieses Vergnügen sollte man sich gönnen.

Costa del Sol Ost

Talsperre an der A44

Talsperre an der A44

Von den Bergen an die Sonnenküste, von der dicken Jacke vormittags in den Bikini nachmittags. Die A44 brachte uns von Granada nach Motril, wo wir auf die A7 Richtung Süden abbogen. Wer Zeit und ein nicht zu großes Wohnmobil hat, sollte die landschaftlich sehr schöne Straße durch die Berge und über Otívar nehmen. Das empfahlen mehrere Leute, aber auch die Fahrt über die A44 ist nicht schlecht. Dabei kommt man ein zwei Talsperren vorbei. Eigentlich wollten wir bei Motril noch einen Stopp einlegen, aber dort sind sämtliche Womo-Stellplätze geschlossen worden.

Steilküste vor Mora

Steilküste vor Mora

Bei La Herradura stießen wir wieder auf die N340, die uns schon auf weiten Strecken an der Küste Spaniens entlang brachte. Wir hatten auf dem Campingplatz in Granada die Empfehlung bekommen, unbedingt auf einem der zwei Parkplätze kurz vor Maro zu parken. Sie sind durch Felsen von der Straße getrennt und liegen direkt an der Steilküste. Tatsächlich ist es ein sehr schönes Fleckchen Erde. Zum kiesigen Strand hinunter, an dessen rechtem Ende eine klare Quelle aus dem Schilf plätschert, führt ein Weg von ca. 10 Minuten. Hinter der Quelle befindet sich der inoffizielle FKK-Strand. Die Lufttemperatur lag bei 25 Grad und sogar ich ging bis zu den Knien ins Wasser, während uns von zu Hause Bilder mit Schnee erreichten.
Wir übernachteten auf dem Parkplatz, aber am nächsten Vormittag kam eine Naturschutzbeauftragte und verbot uns eine weitere Übernachtung. Das
war uns schon aus der Empfehlung bekannt, dass jeden Tag zu verschiedenen Zeiten jemand kommt und die Wohnmobilisten darauf hinweist, dass das übernachten im Naturpark nicht gestattet ist.

Quelle vor Mora

Quelle vor Mora

Also verbrachten wir noch einen wunderschönen Tag am Strand und fuhren abends Richtung Maro weiter, wo sich kurz hinter dem Campingplatz ein abseits gelegener Parkplatz direkt unter der Autobahnbrücke befindet. Das Plus ist eine reichlich sprudelnde Quelle, in der man frisches Wasser tanken kann. Einheimische gehen sogar im Bach baden. Das Sprudeln der Quelle übertönt gut die Geräusche von der Autobahn.

Balkon Europas in Nerja

Balkon Europas in Nerja

Weitere Stellplatznachforschungen ergaben, dass am Leuchtturm von Torrox Costa ein kleiner Stellplatz ist. Den steuerten wir an und hatten sogar Glück, dass wir noch ein Plätzchen fanden, mit direktem Zugang und Blick auf das Meer. Das hat wieder geklappt. Solche Plätze gefallen uns am allerbesten. Ein weiterer Stellplatz ist am südlichen Ende von Torrox Costa zu finden.
Von
Torrox
Costa  fuhren wir noch einmal nach Nerja zurück, um den Balkon von Europa zu sehen. Durch die Gassen der Altstadt erreicht man den Aussichtspunkt, der unter der Plattform wohl ein Restaurant beherbergt. Leider haben wir das erst aus einiger Entfernung gesehen, dass es da einen verglasten Bau gibt. Ab dem 16. Jahrhundert stand einmal eine Festung an der Stelle, von der heute jedoch nichts mehr existiert.
Nerja lädt zum spazieren an den Promenaden oder im Sommer zum Baden ein. Es ist ein recht schöner Ort, aber auch sehr touristisch.
Die Höhlen von Nerja besuchten wir nicht, da wir schon viele Höhlen rund um die Welt
gesehen haben.

Balcón del Mediterráneo in Torrox Costa

Balcón del Mediterráneo in Torrox Costa

In Torrox Costa ist nicht viel zu sehen. Die ganze Gegend um Nerja und Torrox Costa ist in deutscher Hand. Soviel deutsch wie hier hörten wir auf der ganzen Tour noch nicht. Es gibt deutsche Restaurants und Bars, deutsche Ärzte und deutschsprechende Apotheker und alle Bekanntmachungen werden in deutsch übersetzt. Das Fischrestaurant „Nordsee“ bietet „die besten Fischbrötchen vor Afrika“ an. Der Ort Torrox wirbt mit dem „besten Klima Europas“.
Das heutige Torrox steht auf einer alten römischen Stadt, in der Fische eingesalzen wurden, Garum, eine Fischsoße, und Keramik hergestellt wurden. Offenliegende Ausgrabungen zeigen die Reste eines Thermalbades, der Fischfabrik, auf deren Gelände sogar eine Nekropole
(Totenstadt) zu finden ist, sowie die Reste zweier Öfen, in denen die Keramik gebrannt wurde. Auf den Grundmauern der römischen Villa, von der nur ein kleiner Teil zu sehen ist, steht der Leuchtturm.
Der hiesige Aussichtspunkt auf das Meer heißt „Balcón del Mediterráneo“ und ist eine hängende Konstruktion mit Glasboden, unter dem sich die Gräber der Nekropole befinden.

Montes de Malaga

Montes de Malaga

Die nächsten paar Tage verbringen wir auf dem Stellplatz „Camper Areas M&H El Rincon“ bei Torre de Benagalbón. Der Platz liegt inmitten einer lockeren Ansiedlung 500m vom Meer entfernt. Bitte bei der Zufahrt nicht dem Navi folgen, sondern am Kreisverkehr mit dem Brunnen abbiegen und der Beschilderung folgen, sonst wird es etwas schwierig, vor allem mit einem größeren Wohnmobil.
Natürlich
ließen wir uns auch hier eine kurze Bergtour nicht nehmen, die durch die Montes de Malaga führt. Leider gibt es keine Verbindung auf die Bergstraße, die bei Almendrales beginnt. Deshalb muss man erst einen großen Umweg über das Zentrum von Malaga machen. Wenn man Malaga dann verlässt, folgt man der Straße immer bergauf. Hier und da gibt es Aussichtspunkte, von denen aus man über Malaga oder die Bergwelt sehen kann. Durch den Naturpark, an dem die Straße vorbeiführt, gibt es nur Wanderwege. Dort ist man mit sich und der Welt allein.

Fuente de la Reina

Fuente de la Reina

Kurz vor dem Pass Puerto del León, der auf 960m liegt, kommt man an der Quelle Fuente de la Reina vorbei, an der ein kleines Café zu einer Rast einlädt.
Kurz hinter dem Pass biegt man rechts nach Olías ab. Die schmale Straße führt in vielen Kurven bergauf und bergab durch eine traumhafte Landschaft. Überall liegen kleine Anwesen verstreut, die Hänge sind wie fast überall
in Spanien in kleinen Terrassen abgestuft. So lässt sich besser etwas anbauen. Seit Nerja wird der Anbau von Mangos groß geschrieben.
Zusammen mit Feigen und den unvermeidlichen Oliven bestimmen sie die Landwirtschaft.

Torre de Benagalbón

Torre de Benagalbón

Torre de Benagalbón ist Teil eines langen Küstenabschnittes, an dem es sich vorzüglich Fahrrad fahren lässt. Direkt am Strand führt ein Fahrradweg, mit kurzen Unterbrechungen, über viele Kilometer entlang. Alle paar Kilometer steht ein Beobachtungsturm aus dem 16. Jahrhundert. Manche hat das Meer fast weggespült, manche sind verfallen, aber der Torre de Benagalbón zeigt wohl fast seine Originalstruktur.
Rincón de la Victoria stimmt dann schon auf Malaga ein. In der Stadt, in der auch ein kleines Fort zu finden ist, tobt das Leben.

Alhambra

Kathedrale Granada

Kathedrale Granada

Die Entscheidung für den Bus war goldrichtig. Übrigens, warum gestern in der Stadt so viel los war, wissen wir jetzt auch. Granada befand sich wie schon erwähnt viele Jahrhunderte in der Hand der Mauren. Am 2. Januar 1492 kapitulierte der arabische Emir nach einer langen Belagerung durch die spanischen Truppen und die Stadt gehörte endlich wieder den Spaniern. Das ist die Kurzfassung. Also scheint der 2. Januar in Granada ein Feiertag zu sein, bei dem der komplette Bezirk um die Kathedrale für den Verkehr gesperrt wird. Das macht es für Auswärtige noch viel schwieriger von A nach B zu kommen, da die einzige Hauptstraße vom christlichen Süden zum arabischen Norden Granadas unterbrochen ist.
Der Bus (1,70€ pro Fahrt) bringt die Fahrgäste bis zum Jardines del Triu
nfo. Dann spaziert man einfach die Gran Vía de Colón bis zur Kathedrale entlang. Das sind etwa 10 Minuten Fußweg. Die Kathedrale ist sehr eingebaut. Einzig vorm Hauptportal befindet sich ein halbwegs großer Platz. Um das Innere der Kathedrale zu sehen, muss man 5,-€ pro Person berappen.

arabischer Markt

arabischer Markt

Gleich neben der Kathedrale schließt sich der arabische Markt an. Rechtwinklige schmale Gassen umschließen eingeschossige Bauten, in denen sich die Geschäfte befinden. Hier wird alles angeboten, was man auch schon aus Marokko und anderen nordafrikanischen Ländern kennt. Der Vorteil hier: man wird nicht ständig von den Verkäufern angesprochen und man kann in Ruhe stöbern.

Palastgarten im Generallife

Palastgarten im Generallife

Verlässt man den arabischen Markt auf der anderen Seite, kommt man dann zu einem Denkmal auf dem Pl. Isabel La Catolica. Dort fahren die Busse, Linie C3 (1,20€ pro Fahrt), zur Alhambra ab.
Mit dem ausgedruckten Online-Ticket bekommt man seine richtigen Tickets und betritt nun eine längst vergangene Welt. In den Tickets ist der Besuch des nasridischen Palastes mit einem halbstündigen Zeitfenster enthalten. Wer das nicht einhält, verliert die Möglichkeit, sich den Palast anzusehen.
Die Tickets unbedingt mindestens zwei Tage vorbestellen. Es ist auf der Alhambra immer sehr viel Betrieb und die Tickets werden begrenzt.
Da wir noch Zeit hatten, begannen wir den Rundgang beim Generallife am oberen Ende des Komplexes, der aus vier Teilen besteht. Das Generallife war die Ent
spannungsoase der Alhambra mit großem Garten, Wasserspielen, einem Palast, kleinen Palastgärten und einem kleinen romantischen Palästchen, welches hoch über allem thront. Das Wasser spielt auch hier eine zentrale Rolle. Es kommt aus großen Speichern oberhalb des Generallife. Überall fließt und springt es, wie schon in der Alcazaba von Almería.
Schon in diesen Palästen staunt man über die filigrane Gestaltung von Wänden, Bögen und Decken. Langsam wird man wirklich in das Palastleben von einst hineinversetzt.

im arabischen Bad

im arabischen Bad

Nun setzten wir unseren Rundgang durch den Wasserturm fort und folgten dem Weg an der südlichen Mauer entlang. Hier und da sind Ruinen ehemaliger Wohnhäuser und Paläste zu sehen. Dieser Teil beherbergte die Medina, also das Wohnviertel von Granada. Napoleon II. zerstörte bei seinem Kriegszug Anfang des 19. Jahrhunderts die Medina. Heute liegen nur wenige Grundmauern offen, ansonsten ist das Gelände auch hier begrünt. Irgendwann setzte man die Kirche des San Francisco darauf, die heute ein Hotel ist.
Nun wandelt man auf der ehemaligen Hauptstraße der Medina, an der das arabische Bad und das Cart Gate noch vorhanden sind. Das arabische Bad zeigt deutliche Spuren, die die Jahrhunderte hinterlassen haben, trotzdem ist noch zu erkennen, was es einmal war.

Palast Carlos V.

Palast Carlos V.

Gleich daneben steht die große Kirche Santa María. Das anschließende gewaltige Gebäude, auch ein neuerer Bau, nennt sich Palast Carlos V. Während seine Außenwände einen quadratischen Grundriss besitzen, überrascht das Innere mit einem zweigeschossigen Rundbau. Die Säulen bestehen aus einem groben Konglomerat. Solche Konglomeratsäulen sahen wir schon beim Kreuzgang auf dem Mont St. Michel in der Normandie, nur waren diese sehr viel filigraner. Der Palast Carlos V. beherbergt zwei Museen und ist zugleich Konferenz- bzw. Ausstellungszentrum.

im nasridischen Palast

im nasridischen Palast

Jetzt war es an der Zeit den nasridischen Palast zu besuchen. Die Nasriden waren die letzten Herrscher der maurischen Herrschaft. Wir waren gespannt, was uns erwartet. Die Beschreibung „restlos beeindruckt“ ist noch untertrieben. Solch eine Fülle von filigranem Prunk war uns auf den bisherigen Reisen noch nie begegnet. Wie lange mögen wie viele Menschen gearbeitet haben, diese vielen Räume auf diese Weise auszuschmücken. Die Wände tragen Schriftzüge und Ornamente, sind teilweise bunt gefliest. Die Decken bestehen teilweise aus hölzernen Kunstwerken, teilweise aus Stein, der so bearbeitet wurde, dass man sich wie in einer Tropfsteinhöhle vorkommt. Das alles war zudem noch farbig bemalt. Der nasridische Palast besteht aus mehreren kleineren Palästen, die durch Innenhöfe miteinander verbunden sind. Welch eine Pracht muss das gewesen sein, als alles noch in seiner Blüte stand.

Alcazaba Granada

Alcazaba Granada

Der vierte und letzte Teil der Alhambra ist die Alcazaba, die ebenfalls im Ticket enthalten ist. Durch ein riesiges Tor betritt man die Festung, in der wohl auch mehrere Gebäude untergebracht waren. Das zeigen die offengelegten Grundmauern. Verschiedene Türme sind zu betreten oder zu besteigen. Vom Torre de la Vela aus, dem Beobachtungsturm, kann man nach allen Seiten auf die Alcazaba, die Alhambra sowie die Stadt Granada sehen. Granada liegt übrigens ständig unter einer dicken Smogglocke.

Hamam im arabischen Viertel

Hamam im arabischen Viertel

Durch das Gate of Justice verließen wir nach knapp drei Stunden die Alhambra. Die 14,-€ pro Erwachsenen und 9,-€ pro Rentner + zusammen 2,80€ Buchungsgebühren sind auf jeden Fall jeden Cent wert. Durch den Park und das Tor de la Granada gelangt man direkt in das arabische Viertel. Wir wandelten durch die Gassen hin zu einem kleinen Fluss, der zwischen der Alhambra und dem arabischen Viertel fließt. Mehrere steinerne Bogenbrücken überspannen den Fluss. Es ist eines der touristischen Zentren. Nur kurz konnten wir bei einem Käffchen ausruhen, denn nun war die Zeit so schnell vergangen, dass wir auf schnellem Weg zurück zum Bus gehen mussten. Diesmal nutzten wir aber nicht die Gran Vía, sondern die parallel verlaufende Elvira am Rande des arabischen Viertels. Um 18 Uhr fuhr der Bus dann nach Beas de Granada zurück. Ein großartiger Tag ging zu Ende.

Granada

Aussicht vom Campingplatz

Aussicht vom Campingplatz

Auf der A92 geht die Fahrt weiter nach Granada, immer an den verschneiten Gipfeln der Sierra Nevada entlang. Selbst in dieser Höhe wachsen überall Olivenbäume, die reife Früchte tragen. Eine riesige Solarthermieanlage liegt ebenfalls am Wegesrand.
Kurz vor Granada, bei Beas de Granada, stehen wir auf dem Campingplatz Alto de Vinuelas. Mit ACSI-Campingcard kostet der 15,-€ pro Nacht,
ab 01.01.217 dann 19,-€. Von hier aus sind die Schneegipfel zum Greifen nahe. Zu verlockend ist es, dort hinaufzufahren.

am Pico de Veleta

am Pico de Veleta

Luftlinie nur ein kurzes Stück, wird die Fahrt zum zweithöchsten Gipfel der Sierra Nevada, dem 3392m hohen Pico de Veleta, zum Geduldsspiel. Die Kilometer summieren sich, egal ob man auf kleinen Straßen quer durch die Olivenhaine oder den Umweg über Granada fährt. Auf jeden Fall lohnt sich die Tour, die immer wieder herrliche Aussichten in die Bergwelt und auf einen Stausee bietet. Ab 2000m Höhe beginnt im Moment der Schnee, der zeitgleich mit dem großen Regen, den wir erleben mussten, fiel. Der Parkplatz für die Wintersportler liegt auf 2075m. Mehrere Ski- und Kabinenlifte, die von einem großen Hotelkomplex noch weiter oben abgehen, bringen die Menschen bis ganz hoch auf die Bergspitzen. Der höchste Gipfel, der 3479m hohe Mulhacén ist nur ein paar Kilometer weiter zu finden. Auch auf der Tour bergab sollte man sich Zeit nehmen und die Natur genießen. Uns zeigte sich sogar einer der seltenen Geier, die hier leben.

Kakibaum in Beas de Granada

Kakibaum in Beas de Granada

Ein Spaziergang nach Beas de Granada führt an Olivenhainen, Mandelbäumen, die jetzt kahl sind und an denen die Mandeln auf ihre Ernte warten, und an Kakibäumen vorbei. Der Ort ist ruhig und abseits der großen Welt gelegen. Die meisten Gassen sind so eng, dass die Autos der Anwohner auf zentralen Plätzen abgestellt werden müssen. Um die Kirche zu finden, muss man dem Glockenläuten folgen, wenn es soweit ist.

Da wir erst für den 3. Januar nachmittags Tickets für die Alhambra vorbestellen konnten (online), weil wirklich alles bis mindestens zum nächsten Tag ausverkauft ist, dazwischen kam auch noch Neujahr, müssen wir zwei Nächte an den Aufenthalt auf dem Camping Alto de Vinuelas dranhängen. Wir hätten zwar einen Stellplatz in einem Gewerbegebiet bei Granada gefunden, aber es ist eine Katastrophe, selbst mit dem Auto in die Altstadt zu fahren. Zur Alhambra findet man von den großen Straßen aus noch problemlos, aber von dort in die Stadt oder durch die Stadt, das ist einfach nicht zu machen, ohne jedes Mal große Umwege über die Hauptstraßen nehmen zu müssen. Die Einbahnstraßen führen einfach alle in die entgegengesetzte Richtung. Findet man dann doch eine Einbahnstraße in die richtige Richtung, ist es an der nächsten Ecke wieder vorbei und man fährt wieder einen riesigen Umweg durch die einspurigen und verwinkelten Gassen. Deshalb werden wir mit dem städtischen Bus vom Campingplatz aus zur Alhambra fahren und versuchen, zu Fuß weitere Teile der Stadt, wie die Kathedrale, die arabische Markthalle oder das arabische Viertel zu erreichen.

Guadix

Sierra Nevada

Sierra Nevada

Auf dem Weg von Almería nach Guadix, ein Stück weit im Landesinneren, kamen wir noch einmal durch die Wüste von Tabernas. Noch einmal konnten wir die Mondlandschaft bewundern, bevor unsere Bewunderung der Sierra Nevada galt. Ganz nah fuhren wir auf einer Höhe von fast 1000 m nördlich an diesen Bergen vorbei. Auf der anderen Seite erheben sich die Berge der Sierra de los Filabres, ebenfalls mit leicht schneebedeckten Gipfeln.

Höhlenwohnungen Guadix

Höhlenwohnungen Guadix

Nachdem wir schon Höhlenwohnungen in Matmata (Tunesien) und in Kappadokien (Türkei) gesehen haben, besuchten wir nun Guadix wegen der Höhlenwohnungen. Südlich der Stadt erstrecken sich drei „Wohnviertel“, in denen sehr viele Höhlenwohnungen in die Berge gegraben wurden. Es wurden irgendwann so viele Höhlenwohnungen, dass die Regierung verbot, weitere Löcher in die Berge zu graben. In der ganzen Gegend um Guadix sind jedoch Höhlenwohnungen zu finden. Die Landschaft sieht fast wie in Kappadokien aus, nur das es hier nicht Tuff, sondern Löß ist. Die Ansicht der Siedlungen ist jedoch wieder ganz verschieden von den von uns bisher besuchten Gebieten. Früher begnügten sich die Menschen mit dem Graben ihrer Zimmer in den Fels. Heute sind die Ansprüche gestiegen und vor vielen Höhlenwohnungen baute man weitere Zimmer mit Fenster davor, meist noch mit einer Terrasse. Die Schornsteine ragen dann einfach irgendwo aus dem Berg. Viele der Häuser, Eingänge und Schornsteine sind weiß getüncht und bilden einen Kontrast zur sandigen Umgebung.

Schmuckstück

Schmuckstück

Im nördlichen Teil der drei Siedlungen steht eine schöne kleine Kirche, es gibt Kneipen und Aussichtspunkte. Am Aussichtspunkt in der Nähe der Kirche lädt ein alter Mann die Besucher ein, sich sein kleines Heim anzusehen, gegen eine kleine Spende oder dem Kauf eines Souvenirs. Schon die Außenseite der Wohnung ist sehr schön und liebevoll gestaltet, die direkt unter dem Aussichtspunkt liegt, von dem aus man die Kathedrale und das Castillo sehen kann. Es gibt eine Diele, ein Bad, eine Toilette, einen Salon, ein Schlafzimmer, zwei Kinderzimmer und eine Küche, die ein Fenster besitzt. Die Wände sind weiß getüncht oder gefließt, die Möbel sind traditionell und geschmackvoll. Es ist eine echt schöne Wohngegend.

Kathedrale von Guadix

Kathedrale von Guadix

Die Stadt Guadix wird von der Kathedrale überragt, die ein architektonisches Juwel ist. Zu deren Füßen laufen Ausgrabungen römischer oder maurischer Grundmauern und Säulen. Leider gibt es keine Erklärung dazu und es ist auch nicht wirklich viel zu erkennen, weil das Gelände umzäunt ist.
Unser Motorhome stellten wir auf einem großen Platz direkt neben dem Krankenhaus ab, wo wir auch die Nacht verbrachten. Die Höhe von 915m macht sich nachts bemerkbar. Während die Temperaturen tagsüber recht angenehm sind, solange kein Wind weht, liegen sie im Moment nachts um die Null Grad. Der Kältewelle, die sich gerade über Europa legt, sei Dank. Weite Teile Spaniens bibbern bei -11 Grad. Die südliche Küste hat dann immer noch 12 Grad plus.

Zum Schluss dieses Artikels wünschen wir Euch allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2017 und alles Gute.

Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Sierra de Alhamilla

Eine Rundfahrt durch die Berge führte uns über Níjar und Sorbas nach El Rio de Aguas. Während Níjar uns nicht mehr vom Hocker reißt, weil der Ort eher „normal“ ist, haute uns die Landschaft der Berge der östlichen Sierra de Alhamilla direkt um. Die Straße windet sich durch die Berge immer höher und höher hinauf. An jeder Kurve bekommt man einen anderen Blick auf die Bergwelt und die Küste. Es ist einsam hier oben. Frühere Häuser sind allesamt verfallen, es wohnt niemand mehr in der Sierra außerhalb der offiziellen Orte. Dafür wird auf großen Flächen Solarstrom erzeugt. Hier und da stehen Olivenbäume, die bewirtschaftet werden, ansonsten ist sich die Natur selbst überlassen. Es gibt keine Bäume, nur Büsche und Gras.

Kirche von Lucainena

Kirche von Lucainena

La Rambla Honda ist eine Ansammlung von Anwesen, dafür pulsiert das Leben in dem kleinen Bergdorf Lucainena de las Torres. Man sollte hier durch die Gassen bis hinauf zum Rathaus schlendern. Tavernen und kleine Läden säumen den Weg. Vom Vorplatz der Kirche, der als Aussichtspunkt ausgebaut ist, hat man einen wundervollen Blick ins Tal hinunter und zu den schneebedeckten Gipfeln der Sierra Nevada. Das ist ein herrlicher Ort zum Leben.

Kalkbrandöfen Lucainena

Kalkbrandöfen Lucainena

Kurz hinter Lucainena stehen die Überreste von Kalkbrandöfen. Sie wurden 1900 errichtet, um den abgebauten Kalkstein zu brennen. Die rohen Kalksteine sowie der gebrannte Kalk wurden dann auf eine Bahn verladen und abtransportiert. Die Steine kamen aus den über der Anlage befindlichen Bergen. Ein Netz aus Wasserläufen sorgte für das notwendige Nass. Außerdem baute man hier auch Eisenerz ab. Große Abraumhalden und eine aus Schlacke und Steinen gebaute Wand zeugen noch davon.

Sorbas

Sorbas

Sorbas liegt in einem Karstgebiet und hat z.B. eine Gipshöhle zu bieten, die besucht werden kann. Die Stadt breitet sich auf einem Plateau aus, viele der Häuser am Rande stehen praktisch am Abgrund. Daher nennt man sie die „hängenden Häuser“. Ein tiefer Graben, vielleicht 40 bis 60m tief, führt in einem großen Bogen an Sorbas vorbei.

östliche Sierra de Alhamilla

östliche Sierra de Alhamilla

Kurz hinter Sorbas biegt eine weitere Bergstraße ab, die über El Rio de Aguas führt. Nicht weit hinter dem Abzweig bei Sorbas muss man unbedingt am Aussichtspunkt anhalten. Für uns zählt dieser Ort mit zu den schönsten Orten der Erde. Auf dem Platz steht eine arabische Zisterne, wie wir sie schon am Cap de Santa Pola kennengelernt haben. Von hier hat man einen 360°-Blick über die fantastische Landschaft der Sierra de Alhamilla.

Mini Hollywood bei Tabernas

Mini Hollywood bei Tabernas

In der westlichen Sierra de Alhamilla buhlen drei Filmsets bzw. Westernstädte um zahlende Kunden. Direkt an der Abfahrt 376 von der A92 kommt man nach „Western Leone“. Inmitten der Wüste stehen Tipis und eine Westernstadt. Der Eintritt kostet 11,-€ inkl. Westernshow. Wir begnügten uns mit der Ansicht von außen und fuhren nach Mini Hollywood nur ein paar Kilometer Richtung Tabernas weiter. Als wir dort eintrafen, war eine Shows schon voll im Gange, Cowboys schlugen sich, es fielen Schüsse. Die Berglandschaft drumherum ist durchzogen von einem großen Canyon. Die schneebedeckten Berge der Sierra Nevada sind von fast überall aus zu sehen. Der Eintritt für Mini Hollywood beläuft sich auf 22,50€ pro Erwachsener plus 2,90€ Parkgebühr. Heute wurde die Parkgebühr allerdings nicht kassiert.
Die dritte Westernstadt nennt sich Texas Hollywood/Fort Bravo. Die Zufahrt führt gut einen Kilometer durch ein Flussbett, welches nach dem letzten großen Regen immer noch stellenweise unter Wasser steht. Wenn man dann bei Fort Bravo angekommen ist, will man auch hier Eintrittsgeld haben, und zwar 19,40€. Fort Bravo ist
also nach schweren Regengüssen geschlossen, weil dann niemand durch das Flussbett fahren kann.
Der Hintergrund für die drei Westernstädte ist, dass in den 1950er und 1960er Jahren in der Mondlandschaft von Tabernas viele Western- und Abenteuerfilme gedreht wurden. Drei der Filme sind „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, „Der Schuh des Manitou“ und „100 Riffles“.

arab Castillo Tabernas

arab Castillo Tabernas

Hoch über Tabernas thronen die Überreste einer arabischen Burg. Einer der Türme und das Eingangstor wurden rekonstruiert, einige Teile erneuert, das meiste ist jedoch verschwunden. Man hat von dort oben jedoch einen 360°-Blick, auch hin zum größten Solarenergiezentrum Europas. Die riesigen Solarpaneelflächen, die dafür benötigt werden, verteilen sich offensichtlich in den umliegenden Bergen.

tolle Filmkulissen

tolle Filmkulissen

Östlich von Tabernas zweigt eine Straße nach rechts zum Bergdorf Turrillas ab. Bis kurz vorher führt die Straße durch ein weites Tal, ehe sie sich in engen Serpentinen bis auf 1000 Meter zum „Mirador de Turrillas“ hinaufwindet. Von dort oben blickt man über das weite Tal, an welches sich die Sierra de los Filabres anschließt. Über Lucainena und Níjar beendet man die Bergtour durch die westliche Sierra de Alhamilla.

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