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Archiv für die Kategorie “USA/Kanada”

Los Angeles – Kalifornien

Los Angeles

Los Angeles

Das einzige Wohnmobil, das in Los Angeles unterwegs war, war unseres. Gesehen von Los Angeles haben wir 4-6 spurige Straßen, in beide Fahrtrichtungen, und PKW-Kolonnen. Was haben wir noch gesehen – nichts, weder den Santa Monica Pier, der das Ende der Route 66 darstellt, noch den Walk of Fame, noch den berühmten Schriftzug „Hollywood“, noch den berühmten und seit langem in Rente gestellten Luxusliner Queen Mary oder was die Stadt der Engel, wie Los Angeles übersetzt heißt, sonst noch so zu bieten hat.
 Inzwischen habe ich auch die Antwort, warum LA so viele Autos hat. Die Stadt wurde als „Autostadt“  entworfen. Öffentlichen Nahverkehr gibt es so gut wie gar nicht, so dass alle Leute mit dem eigenen Auto zu ihren Zielen gelangen müssen. Da hilft es auch nicht, dass extra Spuren für Fahrzeuge eingerichtet wurden, in denen 2 oder mehr Insassen sitzen müssen. Solche Spuren gibt es übrigens in jeder amerikanischen Großstadt. Es gibt sogar „nebenberufliche Beifahrer“, die „angeheuert“ werden, damit diese Voraussetzung erfüllt ist und die Schnellspuren genutzt werden können.

Koberindfleisch

Koberindfleisch

Eine Übernachtungsmöglichkeit fanden wir im Außenstadtteil Rosemead. Das es ein chinesischer Stadtteil ist, damit meine ich nicht Chinatown, erfuhren wir erst, als wir da waren. Ein asiatischer Supermarkt lockte uns. Das Angebot ist sehr gut und sehr exotisch. Dinge, die wir sonst nirgendwo bekommen, außer in den chinesischen Vierteln. Dazu gehört das teuerste Rindfleisch, das man für Geld kaufen kann: das japanische Koberind. Die Rinder aus der japanischen Stadt Kobe bekommen eine ganz spezielle Zuwendung. Neben dem liebevollen Umgang mit den nicht sehr bewegungsfreudigen Rindviechern werden diese auch noch jeden Tag mit Bier massiert. Wozu das Bier gut ist, lassen wir dahin gestellt. Die Massagen bewirken jedenfalls, dass sich das Fett gleichmäßig im Fleisch verteilt. Das Fleisch hat dann eine gleichmäßige Maserung aus Fett und Fleisch. So schmeckt das Fleisch dann auch, sehr ausgewogen. Unsere 0,34-Pfund-Packung kostete dann auch 8,84 Dollar.

Die zweite Spezialität, leider nur gefroren, sind Abalone. Wie sich das mit den Muscheln verhält, hatte ich ja schon im Artikel „Mendocino County“ beschrieben. Inzwischen wissen wir, dass sich eine Abalonezucht in Cayucos bei Morro Bay befindet, aber die Chinesen müssen eigene Zuchten besitzen, bei dem Abalone-Angebot, welches sie haben. Probiert haben wir die Muscheln noch nicht, werde später berichten. Ganz billig sind die Abalone auch bei den Chinesen nicht, aber probieren müssen wir einfach. Solch ein Angebot bekommen wir wahrscheinlich kein zweites Mal.

Mit der Erfahrung auf dem Küstenabschnitt zwischen Santa Barbara und Los Angeles hat sich die weitere Fahrt an der Pazifikküste entlang für uns erledigt. Statt nach San Diego weiterzufahren, bogen wir nun ins Landesinnere ab. Alles andere hat keinen Zweck mit solch einem großen Auto.

Malibu – Kalifornien

Von Santa Barbara bis nach Los Angeles gibt es keine Parkmöglichkeiten für große Wohnmobile. Die einzigen Möglichkeiten sind die vollkommen überteuerten Campingplätze. In Los Angeles hätten wir auf einem Parkplatz, der nicht wirklich für große Wohnmobile gemacht war, 40,-$ Gebühr bezahlen sollen.

Malibu

Malibu

Das Einzige, was wir uns an diesem Küstenabschnitt ansehen konnten, war Malibu. Knapp südlich von Malibu brannte vor Kurzem ein großer Teil der Santa Monica Mountains ab, die sich direkt hinter den Stränden und dem Highway 1 erheben. Wie viele Menschen sind notwendig, um in dem riesigen Brandgebiet wenigstens die in Gefahr geratenen Häuser vor den Flammen zu schützen? Was für ein Gefühl muss es sein, solch eine Flammenwand auf sein Haus zukommen zu sehen? Ich kann es mir nicht vorstellen.

Vom Westen kommend, erreicht man zuerst den Surferstrand, an dem die Autos auf den zu knappen Parkflächen fast aufeinander parken. Den Highway 1 weiter fahrend, gibt es mehrere Parkplätze, von denen aus man auf die lange Küste Malibus sehen kann. An den Berghängen stehen die Villen derjenigen, die ein bisschen mehr Geld haben als der Rest der Welt. Das gilt eigentlich für die ganze Küste von Santa Barbara bis nach Los Angeles. Palmen, Bougainvillea-Sträucher und Araukarien lassen das Alles in einem noch schöneren Bild erscheinen. Allerdings, wenn man auf das Meer schaut, steht eine ganze Reihe Ölbohrplattformen vor den Channel Islands, die mit einem 6-Meilen Meeresschutzstreifen zu einem Nationalpark gehören.

Malibu - Baywatch Strand

Malibu – Baywatch Strand

Der Strand aus der Fernsehserie „Baywatch“ sieht immer noch so aus, die Aufsichtshäuschen stehen noch immer so da und die Baywatchleute haben immer noch ihre rote Kleidung an, nur die Autos und das Boot der Lifeguard sind etwas moderner. Das Wasser ist immer noch nicht wärmer als am Rest der kalifornischen Küste. Ob da im Sommer wirklich so viele Leute baden gehen, wie in der Serie gezeigt wird?Die Stadt Malibu mit den zahlreichen Stränden zieht sich über viele Kilometer in die Länge. In der Nähe des Stadtzentrums sieht man jedoch kaum mehr das Wasser, weil alles zugebaut ist. Hier ist das Wohnen noch angenehm. Im nahen Los Angeles ist dagegen die Hölle los.

Solvang – Kalifornien

Nachtrag zu Morro Bay: Da im Hafen von Morro Bay jeden Tag fangfrischer Fisch und andere Meerestiere angelandet werden, kamen wir in den Genuss zweier Spezialitäten, die wir einfach probieren mussten: Der Fischmarkt direkt neben der Küstenwache bot BBQ-Austern, also gegrillte Austern, in geschmolzener Kräuterbutter schwimmend an. Das hört sich nicht nur lecker an, sondern schmeckt auch so. Eine Auster der größten Größe derart zubereitet kostete 1,75$. Da kann man doch nicht meckern. Als zweite Spezialität kauften wir recht günstig zwei Stück Filet vom Engelhai, einem bodenlebenden Hai, der sich sehr gut tarnen kann. Solch einen Fang gibt es nicht jeden Tag. Nur gesalzen und langsam in Butter gebraten, superlecker. Da wir gerade beim Ausprobieren waren, kam noch eine im Supermarkt erstandene Jicama hinzu. Das ist eine Art Kohlrabi mit dem Geschmack einer Birne und zu verwenden wie ein Kohlrabi. Eigentlich ganz lecker.

Solvang

Solvang

Bäckerei in Solvang

Bäckerei in Solvang

 

Ein Abstecher nach Dänemark gefällig? Dann müsst Ihr Solvang besuchen. Da ist alles dänisch, die Häuser, die Windmühlen, der Kuchen, die Bonbons und die Schokolade. Der runde Turm und die Meerjungfrau aus Kopenhagen stehen als 1:3-Kopien im grünen Städtchen, das sich im Weintal Santa Ynez befindet. Entsprechend viele Weinprobierstuben gibt es in Solvang, nämlich mehr als ein Dutzend. Hans Christian Andersen ist ein Denkmal gesetzt, der eine Weile hier verbracht hat, die alte Mission Santa Ines präsentiert sich rekonstruiert dem Besucher und das Petersen Village Inn mit seinem hübschen Innenhof ist ebenso sehenswert.
 1911 gründeten Lehrer und Erzieher Solvang und erhielten dort das mitgebrachte Erbe. Heute präsentiert sich Solvang in seiner wunderbaren dänischen Schönheit, so ganz anders als der Rest von Amerika. In der Luft wechseln sich die kühlen Winde der Küste mit den warmen Winden der zu erahnenden Wüste ab.

 

Zweite Etappe Highway Nr. 1 – Kalifornien

Highway 1

Highway 1

Wunder-wunderschön. Der Highway Nr. 1 ist zwischen Monterey und Morro Bay am Allerschönsten. Atemberaubende Aussichten, herrliche Steilküsten, Wälder und Weiden und eine Straße, die sich im Allgemeinen recht gut fahren lässt. Da diese Straße ziemlich eng ist und sehr oft direkt an den Abgründen liegt, muss auch öfters einmal etwas daran getan werden, denn die Natur fordert ihr Recht. Steinschläge und Hangabrutsche erfordern ständig Erneuerungen. Unzählige Park- und Halteplätze bieten genug Möglichkeiten, diese einmalige Natur zu genießen oder auch zum Übernachten, wenigstens bis Hearst Castle.

Hearst Castle

Hearst Castle

Hearst Castle entstand, nachdem ein ziemlich reicher Herr namens William Randolph Hearst mehrere Jahre lang mit seiner Familie auf einem Hügel nahe der Küste bei San Simeon gecampt hat. Irgendwann ist er dieser Umstände leid gewesen und kaufte ein Stück der Ranch, zu der dieser Platz gehörte. Zu einer Architektin meinte er, sie solle ihm doch ein kleines Häuschen darauf bauen. Dieses Häuschen wurde dann doch ein Palast mit 165 Räumen und nobelster Ausstattung, die ein Mix von feinsten Antiquitäten und moderneren Stücken ist. Berühmte Hollywoodgrößen waren dort schon Stammgäste. Inzwischen wurde das Anwesen durch weitere Kostbarkeiten erweitert und dem Publikumsverkehr geöffnet. Im Rahmen geführter Touren, die ab 25,- Dollar kosten, kann man sich auf Hearst Castle umsehen. Die Ranch ist gewachsen, auf der Rinder gezüchtet und Wein angebaut wird, alles exklusiv, versteht sich. Im Besucherzentrum kann man sich über Hearst Castle vorab informieren.

Seeelefanten bei San Simeon

Seeelefanten bei San Simeon

Nachdem nun Hafenrobben, Seelöwen und Seeotter zum täglichen Bild gehört haben, stießen wir kurz vor San Simeon vollkommen überraschend auf eine Kolonie Seeelefanten, die aus siebzehntausend Tieren bestehen soll und sich über mehrere Buchten direkt an der Straße verteilt. Nie sind alle Tiere anwesend, weil verschiedene Gruppen zu verschiedenen Zeiten auf dem Meer leben. Während es im Juli und August nur ein paar Hundert Tiere sind, die hier an Land leben, sind es vom Januar bis Mai immerhin ein paar Tausend. Die ganz großen, bis zu zweieinhalb Tonnen wiegenden Männchen haben wir jetzt vermisst. Die füllen in den nächsten Monaten ihre Reserven im Meer auf, die sie bei der Paarung verloren haben. Trotzdem ist es ein gewaltiges Schauspiel, welches da vor uns lag. Die Luft riecht zwar etwas streng, aber das wird vom Optischen überspielt.

Morro Rock

Morro Rock

Morro Bay ist ebenso einen Besuch wert. Die Bucht wird von einer sehr langen und schmalen Sanddüne vom Meer abgeschnitten und direkt vor der Hafeneinfahrt steht ein großer Felsen, der Morro Rock. Dieser Felsen ist der Rest eines Lavapfropfens, der vor 26 Millionen Jahren bei einem Vulkanausbruch steckengeblieben und erstarrt ist. In den letzten 20 Millionen Jahren verwitterte der Vulkan und der Pfropfen aus Granit blieb übrig. Morro Rock gehört zu einer Vulkankette, von der neun dieser Pfropfen übriggeblieben sind. Bis 1963 wurde der Granit für Bauobjekte abgebaut, bis der Felsen unter Schutz gestellt wurde und heute vielen Küstenvögeln eine Nistmöglichkeit bietet.
Ein paar Pärchen des sehr selten gewordenen Peregrine Falkens nisten auch auf Morro Rock, jedoch sind die Schalen der Falkeneier auf Grund der Umweltverschmutzung nicht mehr fest genug, um ausgebrütet werden zu können. Hier versuchen seit mehreren Jahren Menschen einer Universität im Bundesstaat New York helfend einzugreifen.Als wir abends unter einer Reihe von Eukalyptusbäumen parkten und ausstiegen, wurden wir gleich „verhönt“. Wir trauten unseren Ohren nicht. Geräusche und Laute, die wir noch nie in der Natur gehört haben, überfielen uns. Es war schon fast dunkel und mit einer Taschenlampe versuchten wir herauszubekommen, was das sein könnte. Klaus meinte, das seien Reiher. Über Nacht hörte ich immer wieder „Hello“ und andere Nachahmgeräusche wie Hundegebell, Klicklaute, die ganze Palette. Das allerbeste war ein Geräusch, das entsteht, wenn man bei offenem Mund und einem Laut aus tiefster Kehle ausstoßend, die Zunge schnell nach links und rechts bewegt. Ich war überzeugt, dass das Kakadus wären. Kein anderes Tier kann Geräusche nachahmen und wohnt dazu noch in Eukalyptusbäumen. Am nächsten Morgen gingen wir der Sache auf den Grund und fanden tatsächlich Nachtreiher, die in den Baumkronen schlafen und die dieses Spektakel veranstalteten, unglaublich. Wenn wir es nicht gesehen hätten, ich würde es nie glauben.

Mit jedem Kilometer Richtung Süden mehren sich jetzt wieder die Palmen und Kakteen, wärmer wird es trotzdem nicht.

17-Mile Drive – Kalifornien

Hirsch auf Golfplatz

Hirsch auf Golfplatz

Ich weiß nicht, warum diese Straße 17-Meilen im Namen hat. Es sind zwar nur ein paar Meilen um eine Halbinsel herum, aber dort gibt es jede Menge schöne Dinge zu sehen. Da es eine Privatstraße ist, muss man allerdings für diesen Genuss einen Obolus bezahlen, aber die Ausgabe lohnt sich. Neben jeder Menge Golfplätze, auf denen sogar Hirsche zugegen sind, wenn man Glück hat, stehen auf der Pebble Beach Halbinsel auch die Villen ein paar Reicher zwischen den Zypressen. Von den vielen Parkplätzen aus kann man die verschiedenen Aussichten auf die Küste und das Meer genießen, wo 1769 ein spanischer Entdecker auf der Suche nach der Monterey Bay hier campte und um 1900 herum chinesische Fischer siedelten.

Bird Rock am 17-Mile Drive

Bird Rock am 17-Mile Drive

Ein sehr interessanter Punkt ist der Bird Rock. Auf dem großen vorgelagerten Felsen nisten zu dieser Zeit Kormorane, Möwen und Braune Pelikane. Dazu tummeln sich lautstark Seelöwen in der Bucht. Die nächste Bucht ist vom 1. April bis 1. Juni gesperrt, damit dort eine Gruppe Hafenrobben ungestörter ihre Jungen bekommen und aufziehen kann.

Durch einen Wald von Zypressen und Kiefern erreicht man etwas später „The Lone Cypress“. Auf einem Felsvorsprung steht eine einzelne Zypresse, die seit über 250 Jahren dem Meer und den Stürmen trotzt. Noch ein Stück weiter wird man vom Gegenteil überrascht, denn dort stehen die gebleichten Reste einiger Zypressen, die den Kampf gegen die Naturgewalten und das Alter verloren haben.

"The Lone Cypress"

„The Lone Cypress“

"The Ghost Cypress"

„The Ghost Cypress“

 

 

 

 

 

Eine Lodge und ein Hotel bieten den Gästen Unterkunft. Carmel-by-the-Sea ist einer der nobelsten Orte an der kalifornischen Küste, allerdings sind die Straßen so eng, dass es absolut nicht zu empfehlen ist, mit einem großen Wohnmobil durchzufahren. Wir steckten dann schon mittendrin und kämpften mit der Enge der Straßen und den zu tief hängenden Ästen der Bäume. Eine junge Frau erkannte sofort unser Problem und half uns aus der Misére. Allein hätten wir uns wohl festgefahren und nie wieder herausgefunden.

Monterey Bay – Kalifornien

New Brighton Beach

New Brighton Beach

In Ermangelung eines Parkplatzes für unser Vehicle konnten wir uns Santa Cruz nicht ansehen. Da wir schon drei Nächte frei gestanden haben, hier an der Westküste scheint das wirklich kein Problem zu sein, brauchten wir mal wieder einen Campingplatz, die dafür jedoch sehr teuer sind. Im New Brighton State Beach Park verbrachten wir dann die Nacht, hoch über dem nördlichen Ende der Monterey Bucht. Dieser Abschnitt wird auch China Beach genannt, da sich in früheren Zeiten ein paar chinesische Fischer hier angesiedelt und aus Treibholz Hütten gegen die Steilwand gebaut hatten. Sie blieben solange, bis ihnen die Fischerei nichts mehr einbrachte, da dieser Wirtschaftszweig später von großen Firmen im großen Stil betrieben wurde. Heute tummeln sich Touristen an den Stränden.

Wrack der Palo Alto

Wrack der Palo Alto

Nur ein Stück weiter, am Seacliff State Beach, liegt das Wrack der „PALO ALTO“, eines der ersten Betonschiffe am Pier. 1910 kam ein norwegischer Ingenieur auf die Idee, ein Schiff aus Beton bauen zu wollen. 1917 bekam er dann die Chance, seine Idee in die Tat umzusetzen. Die PALO ALTO lief im Mai 1919 nahe Oakland vom Stapel. Die ersten Betonschiffe sollten als Tanker im 1. Weltkrieg eingesetzt werden, doch als sie fertig waren, war der Krieg zu Ende. Die PALO ALTO fuhr nur ein einziges Mal übers Wasser, gerade durch die San Francisco Bay. 1930 zog man das Schiff nach Aptos an der Monterey Bay, setzte es auf Grund und machte ein Vergnügungsschiff daraus, bis 1932 ein Sturm das Schiff beschädigte. 1936 kauften die California State Parks die PALO ALTO für 1,- Dollar und nutzte es 13 Jahre lang als Hamburger-Stand. Mehrere weitere Stürme richteten weitere Schäden an, ein Teil des Schiffes wurde geschlossen, die Masten abgeschnitten. Man versuchte zwar immer weiter, das Wrack irgendwie zu nutzen, doch im Jahre 2000 sperrte man das Wrack endgültig. Es liegt heute immer noch am Pier, in drei Teilen und als neue Heimat vielfältigen maritimen Lebens.

Wer auf dem Campingplatz am Seacliff State Beach einen Stellplatz haben will, muss in einer Lotterie mitspielen. Wir dachten, wir hören nicht richtig. Ja, man müsste dann genau um 12 Uhr mittags am Kiosk sein, seinen Namen eintragen und eine halbe Stunde später wird ausgelost, wer die freien Plätze bekommt. Dafür bezahlt man dann auch noch 15,-$ mehr als wir am New Brighton State Beach. Es gibt wirklich nichts, was es nicht gibt.

Seeotter

Seeotter

Moss Landing steuerten wir zufällig an und fanden ein Paradies für Seelöwen und Seeotter, die im Hafen von Moss Landing ihr ständiges Quartier haben, so dass man diese wunderbaren Tiere ganz aus der Nähe beobachten kann. Wer noch näher möchte, mietet sich ein Kajak. In dem kleinen Ort locken Antikgeschäfte, Galerien und Restaurants. Im Hafen fragten wir direkt bei den Fischern, was wir für einen frisch gefangenen Lachs hinlegen müssten. Die Lachse wiegen um die 5 Kilogramm. Das Kilogramm kostet 20,-$. Den Preis für einen Fisch könnt ihr sicher selbst ausrechnen, nicht gerade ein Schnäppchen.

Fisherman´s Wharf in Monterey

Fisherman´s Wharf in Monterey

Monterey selbst ist ein schönes kleines Städtchen mit der Fisherman´s Wharf, Stränden und der Cannery Row, in der sich früher die Ölsardinenbetriebe reihten. Einige Tauchshops bieten Tauchtouren im angeblich schönsten Unterwassergebiet an der kalifornischen Küste an, vor allem wegen den reichen Kelbbestände. Die Sichtweiten liegen zur Zeit allerdings nur bei drei Metern. Tauchtouren außerhalb der Monterey Bay, wo die Sichtweiten besser sind, wurden erst in ein paar Tagen angeboten. Irgendwo werden wir noch ein geeignetes Plätzchen zum Tauchen finden, aber bei 10 Grad Wassertemperatur muss man sich schon sehr warm anziehen.

Pacific Grove

Pacific Grove

Nichts gegen Monterey, aber quasi nur um die Ecke, in Pacific Grove, ist es um diese Zeit tausendmal schöner. Ein buntes Magazin hat Pacific Grove einmal als „Romantischste Stadt der USA“ bezeichnet. Riesige lilafarbene Blütenteppiche und wirklich große Aloebüsche säumen die kleine felsige Bucht. Kleine bunte Häuschen reihen sich an der Straße dahinter. Das ist wunderschön anzusehen. Immer wieder legen sich Nebelbänke über die Buchten, die ihrerseits wieder mehr oder weniger schöne Akzente setzen.

Endlich haben wir die Farmer´s Märkte wieder, die uns nach der langen Winterpause echt gefehlt haben. Obst und Gemüse zu kleinen Preisen, frisch vom Feld und in wirklich reifem Zustand: Erdbeer- und Artischockenfelder, Salat und andere Feldfrüchte. Avocados, Papayas, Ananas kommen dagegen aus dem nahen Mexiko und sind sehr aromatisch. Das ist wirklicher Genuss.

San Francisco – Kalifornien

Durch Zufall fragte ich in der Touristinformation in Santa Rosa nach der Höhe des Brückenzolles für die Golden Gate. Der würde automatisch abgebucht bzw. man bekommt eine Rechnung nach Hause. Eine Katastrophe, da wir nie bei der angegebenen Adresse zu erreichen sind. Es gibt da eine Alternative. Wir bezahlen den Zoll an einer Tankstelle in Novato im Voraus, was wir dann auch so machten.

Golden Gate Bridge

Golden Gate Bridge

In San Francisco fanden wir zwei wunderbare Parkplätze für uns. Den einen am Fuße der Golden Gate und des Fort Baker, wo wir auch übernachteten. Die Brücke verschwand teilweise immer wieder im Nebel, der wohl sehr häufig hier auftritt. Zu diesem Zeitpunkt lief die Norwegian Pearl aus San Francisco aus und unterquerte die Golden Gate. Kurz vorher verschwand sie jedoch im von der Sonne angestrahlten Nebel. Zum Abend sahen wir, dass wir nichts mehr sahen, da war die Brücke ganz verschwunden mitsamt der halben Bucht. Kein San Francisco, kein Alcatraz, das man von dort aus ebenso sieht, keine Golden Gate. So hatten wir uns das nicht vorgestellt.

Cable Car Wendepunkt

Cable Car Wendepunkt

Am nächsten Morgen überquerten wir die berühmte Golden Gate Bridge und parkten ganz ohne Gebühren auf dem großen Parkplatz Marina Green bei Fort Mason. Von hier aus hatten wir einen guten Ausgangspunkt für unseren Stadtbummel. Am Fort Mason und am Aquatic Park vorbei erreichten wir die Wendestation der Cable Car Powell-Hyde Linie. Diese Linie fährt am Stadtzentrum vorbei, durch Chinatown durch bis zur Market Street.

Cable Car Strecke

Cable Car Strecke

Nach einer abenteuerlichen Fahrt, der Bremser direkt bei uns hatte Schwerstarbeit zu leisten, stiegen wir am Union Square aus. San Francisco ist auf 43 Hügeln gebaut und die Straßen, es geht ständig steil bis sehr steil bergauf und bergab, geben dieses Bild recht eindrucksvoll wider. Vom Union Square spazierten wir durch das Geschäftsviertel mit seinen Hochhäusern wieder zurück zu den zahlreichen Pieren am Wasser.

Chinatown in San Francisco

Chinatown in San Francisco

In Chinatown sahen wir uns etwas genauer um. Der ganze Stadtteil ist chinesisch. Für die Touristen ist die Grant gemacht. Runde, rote Ballons hängen über der Straße, die voll von Kitschgeschäften und Kneipen ist. Das wirkliche chinesische Leben kann man dagegen auf der Stockton besichtigen. Da finden sich Supermärkte, asiatische Apothekenläden, in denen alles, was man essen und auch nicht essen kann, in getrocknetem Zustand angeboten wird. Irgendetwas muss ja an der chinesischen Medizin dran sein, sonst gäbe es nicht so viele sehr alte und dazu noch gesunde Chinesen.
Hier fanden wir auch Abalonemuscheln in allen Größen sortiert, auch getrocknet. Die Chinesen müssen eine große Abalonezucht haben, so dass man Abalone auch in den Restaurants bekommt. Das war eine einmalige Gelegenheit für mich, Abalone zu kosten. Da ich nicht wusste, was ich bestellte, außer dass da Abalone drin war, ließ ich mich überraschen. Man servierte mir eine große Schüssel weiße Suppe mit Abalonestücken und Hühnerfleisch. Der Geschmack war etwas eigenartig, aber die Suppe war gut zu essen. Das Abalonefleisch ist mit Kalmaren vergleichbar, festes weißes Fleisch mit in etwa demselben Geschmack wie Kalmar. So aßen wir einmal authentisch Chinesisch.

Lombard Street

Lombard Street

Der nächste Höhepunkt in San Francisco ist die Lombard Street . Dort gibt es einen Teil, der viel zu steil für eine Straße ist. Man hat dort einfach Serpentinen zwischen den Häuserzeilen eingebaut, die reich begrünt sind. Die meisten Autos, die dort herunterkommen, fahren wohl nur zum Spaß diese Serpentinen. Vom unteren Ende aus hat man einen schönen Blick auf den gegenüber liegenden Hügel mit dem Coit Tower.

Fisherman´s Wharf Pier 39

Fisherman´s Wharf Pier 39

Das letzte Stück unserer Tour durch San Francisco führte uns an den Pieren vorbei. Von hier aus kann man verschiedene Rundfahrten durch die Bucht von San Francisco unternehmen. Am Kreuzfahrtpier lag die Norwegian Sun, die wie ihr Schwesterschiff gestern gegen Abend den Hafen verließ. Auf dem Pier 39 ist die Hölle los. Hier findet der Tourist alles, was er meint, zu brauchen. Auf der Westseite sonnen sich die Seelöwen, die dort ständig ansässig sind.

Mechanisches Museum Pier 45

Mechanisches Museum Pier 45

Am Pier 45 liegt die SS Jeremiah O`Brien, ein Marineschiff, welches am D-Day teilnahm, und das U-Boot USS Pampanito, das zur U-Boot-Flotte des 2. Weltkrieges gehörte. Das U-Boot kann man auch von innen besichtigen. An diesem Pier kann man außerdem in einer der größten Privatsammlungen an alten, mechanischen Spiel- und Musikautomaten seinen Spieltrieb ausleben, wie in alten Zeiten. Alle Automaten, und es gibt viele davon, sind noch funktionsfähig.

Alcatraz

Alcatraz

Ein Stückchen weiter an der Fisherman´s Wharf entlang werden frischer Fisch und Krabben angeboten. Das Waxmuseum und andere Museen befinden sich in der Nähe.
Da haben wir ganz schön viele Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Ohne die Fahrt mit der Cable Car, die 6,-$ pro Person und Fahrt kostet und eigentlich ein Muss für jeden San Fancisco-Besucher ist, hätten wir die Tour kaum geschafft.

Sonoma County – Kalifornien

Weiter auf dem Highway Nr. 1 in Richtung Süden, der seit der Countygrenze Mendocino-Sonoma eigentlich nur noch anstrengend ist. Die Landschaft ist immer noch wunderschön, aber die Straße besteht fast nur noch aus engen Kurven. Das Wetter spielt in diesen Tagen auch nicht mehr mit. Die Häuser haben keine Farbe mehr, sind nur noch grau oder braun. In den Gärten gibt es keine Blumen mehr. Was wohnen hier für Menschen, die keinen Sinn für Schönheit haben. Diese krasse Wandlung ist sehr auffallend.
Eigentlich wollten wir bei Stewarts Point zum Highway 101 abbiegen, aber es gibt dort keine Straße, jedenfalls haben wir keine gefunden.

Am Fort Ross, das eine russisch-amerikanische Gründung ist und seit 1812 dreißig Jahre lang seinen Dienst tat, fuhren wir vorbei, weil wir die Einfahrt verpassten und es die nächsten 2 Meilen Kurvenstraße keine Möglichkeit zum Umdrehen gab. Vom Fort Ross ist nur noch ein Originalbau übrig, die russisch-orthodoxe Kapelle wurde beim großen Erdbeben 1906 zerstört, der Rest verfiel. Heute zeigt sich das Fort den Besuchern rekonstruiert. Gebaut wurde das Fort aus Redwoodbäumen. Immer wieder fuhren wir durch Redwoodbestände, jedoch gibt es keine alten Bäume mehr. Die meisten Wälder wurden komplett abgeholzt, bis der Staat Kalifornien und die USA im 20. Jahrhundert die letzten Bestände übernahmen. Große Teile wurden wieder aufgeforstet, so dass wir heute wieder unsere Freude an den großen Bäumen haben. Immer, wenn wir durch einen Redwoodwald fahren, kommen wir uns wie in einer anderen Welt vor. Diese Bäume sind einfach anders und aufsehenerregend.

In Jenner konnten wir dann endlich dem anstrengenden Highway Nr. 1 den Rücken kehren und am Russian River entlangfahren. Im Russian River Tal befinden sich zwei der bekanntesten Weingüter Amerikas: Korbel, die sich auf Sekt nach Champagnerart spezialisiert haben, und Martinelli. Auf weiten Flächen stehen Rebstöcke.
Das kleine Städtchen Guerneville hat noch sein altes Gesicht. Hinter den typischen Fassaden finden sich verschiedene Geschäfte, die alte Brücke kann nur noch zu Fuß oder per Fahrrad überquert werden.

Bunya Bunya - eine Araukarie

Bunya Bunya – eine Araukarie

Santa Rosa

Santa Rosa

In Santa Rosa sind der Railroad Square und die Altstadt sehenswert. Restaurants, Kneipen und verschiedene Geschäfte reihen sich aneinander. Vor dem alten Bahnhof aus den 1880ern, der 1904 restauriert wurde und heute die Touristinformation beherbergt, steht ein eigenartiger großer Baum. Der Stamm sieht aus wie der einer Palme, die Blätter sind hart wie die einer Palme, aber es ist keine Palme. Auf unser erstauntes Fragen bekamen wir einen Zettel ausgehändigt, anscheinend haben schon mehr Leute nachgefragt. Es ist eine Araucaria Bidwillii, oder wie die Amerikaner sagen, eine Bunya Bunya und kommt aus Queensland, Australien. Die Zapfen dieser Araukarie sind so groß und schwer, dass sie vor dem Herunterfallen abgenommen werden, denn sie können Menschen verletzen und verursachen Schäden an Autos.
Ansonsten ist Santa Rosa die Stadt der Redwoodbäume, die überall zur Stadtbegrünung angepflanzt wurden. Das sieht schon interessant aus.

Mendocino County – Kalifornien

Küste am Highway Nr. 1

Küste am Highway Nr. 1

In endlosen Kurven, bergauf, bergab, jedoch keine mehrere tausend Fuß mehr, erreichten wir die Pazifische Küste erneut. Wir sind auf den Highway Nr. 1 abgebogen und werden ihm nun an der Küste entlang folgen. An jeder Ecke eröffnen sich dem Reisenden neue Ansichten, so dass man an fast jedem Aussichtspunkt halten muss, um die grandiosen Kulissen zu bestaunen.

merkwürdiger Krebs

merkwürdiger Krebs

Bucht am Pazifik

Bucht am Pazifik

Entgegen unseren Erwartungen, was die Übernachtungsmöglichkeiten betrifft, fanden wir doch eine kleinere Bucht, in der wir über Nacht stehen bleiben konnten. Ich glaube, dass war das erste Mal in den USA überhaupt, dass wir keinen Campingplatz oder Parkplatz angefahren haben, sondern so stehen konnten, wie sich ein Camper das wünscht. Unsere Nachbarn waren ein paar „Freigeister“ mit einem schön bunt bemalten VW Bully T3 und ein kanadisches Pärchen aus British Columbia mit einem Pickup-Camper, das auf einer 3-wöchigen Urlaubsreise entlang der Küste ist. Im Sand des Strandes fanden wir auch wieder diese merkwürdigen, urzeitlich anmutenden Krebse, auf die wir schon an der Ostküste in Myrtle Beach gestoßen waren.

Grauwal

Grauwal

Glas Beach in Fort Bragg

Glas Beach in Fort Bragg

In Fort Bragg gibt es einen Strand, der mehr rundgeschliffene, bunte Glassteine aufweist als Sand. Der Glasstrand wurde von 1949 an viele Jahre lang als Müllplatz benutzt, worunter sich auch sehr viel Glas befand. Später wurde der Strand gesäubert. Diese Aktion war 1967 abgeschlossen, aber nicht alles Glas konnte entfernt werden, so dass die Zeit und die Wellen die Glasüberreste weiter zerkleinert und rundgeschliffen haben. Heute ist dieser Strand eine Attraktion, auch deshalb, weil kein Glassteinchen bei Strafe vom Strand entfernt werden darf. Auf einem vorgelagerten Felsen lagen Hafenrobben mit ein paar Jungen.

Skunk Train in Fort Bragg

Skunk Train in Fort Bragg

Fort Bragg wurde als militärischer Außenposten für das Mendocino Indianer Reservat in den 1850ern gegründet und ist heute die größte Stadt an der Mendocino Küste. Von Fort Bragg gab es eine Bahnverbindung nach Willits am Highway 101. Der Skunk Train fährt heute seine Gäste in verschiedenen Touren durch die Redwoodwälder und zu anderen Sehenswürdigkeiten an der Strecke.

Noyo Harbour

Noyo Harbour

Noyo Harbour ist ein noch aktives Hafengelände mit kleinen Werften und Fischereien. Von hier aus starten in der Saison, Dezember bis April, Walbeobachtungstouren. Hochseefischerei kann gebucht werden oder man kann Abalones suchen, wenn man sich die entsprechende Lizenz besorgt hat. Die auch als Seeohren bekannten Muscheln müssen schon eine stattliche Größe aufweisen, um „geerntet“ werden zu dürfen. Aus den bunt schillernden Schalen wird der begehrte Schmuck hergestellt und das Fleisch soll delikat sein. Auf meine Frage, warum ich noch nie Abalone auf irgendeiner Speisekarte gesehen habe, sagte uns jemand, dass es gesetzlich verboten ist, die Muscheln zu verkaufen. Man kann sie an jeden anderen Menschen weitergeben, darf sie aber nicht verkaufen. Deshalb dürfen diese Muscheln nicht in Restaurants angeboten werden. Es gibt jetzt zwar in Südkalifornien eine Abalone Zucht, die dann auch verkaufen darf, dass ist jedoch noch viel zu wenig. Abalone Muscheln findet man besonders an dem Küstenabschnitt um Fort Bragg und jede Menge Leute fahren mit Schnorchelausrüstung aufs Meer, um sich die Muscheln zu holen. Tauchausrüstung ist verboten, damit die Bestände geschont werden.

lecker Abendessen

lecker Abendessen

Zum Angebot in Noyo Harbour gehören frisch gefangene, große Felsenkrabben. Jetzt mussten wir einfach eine von denen probieren. Nachdem wir gefragt haben, wie und was man von diesen Krabben essen kann, bezahlten wir 15,-$ und nahmen eine Krabbe zum Abendbrot mit, gekocht selbstverständlich. Der Krabbenpanzer hatte einen Durchmesser von 19 cm und das Fleisch schmeckt wie Hummer, genauso zart und aromatisch, wenn nur diese Puhlerei nicht wäre.

Mendocino

Mendocino

Rhododendren und Azaleen in den schönsten Farben, bunte und exotische Gartenblumen und -pflanzen, kleine Eukalyptuswäldchen, sattes Grün und das Blau des Meeres, hier muss das Paradies sein. Mendocino ist dann der Garten Eden, weil es wohl das idyllischste kleine Städtchen auf der Welt ist. Kaum haben wir etwas Schöneres gesehen. Zwei Grauwale hielten sich in der Bucht auf, immer wieder treffen wir auf Seelöwen und Hafenrobben.

St. Orres

St. Orres

Zwischen Anchor Bay und Gualala liegt ziemlich einsam ein ganz schmuckes Hotel. Das St. Orres sieht aus wie eine Außenresidenz des russischen Zaren, alles aus Redwoodholz und mit Zwiebeltürmchen. Die ganze Gegend um Fort Ross herum war im frühen 19. Jahrhundert russisches Siedlungsgebiet. Vor allem russische Seeotterjäger hatten hier ihr Revier. Zu dieser Zeit kam ein anscheinend wohlhabender Russe namens George St. Ores und ließ sich dieses Anwesen bauen. 1929 wurde es zum Hotel mit einem Dinerraum, einem Laden und einer angeschlossenen Tankstelle umfunktionert. 1971 fanden sich drei alte Freunde zusammen, die dann all ihre Kraft und ihr Geld in das Anwesen steckten und 1977 das Nobelhotel St. Orres Inn eröffneten.

Avenue of the Giants – Kalifornien

Blitzaustritt am Redwoodbaum

Blitzaustritt am Redwoodbaum

Die 31 Meilen lange Avenue of the Giants durch den Humboldt Redwood State Park, fast immer entlang des südlichen Eel River, führt durch mehrere große Waldabschnitte, in denen fast zu 100% die Giganten der Küste wachsen. Es sind unangetastete Wälder, in denen Bäume jeden Alters, jeder Größe und jeden Zustandes zu finden sind. Große Flächen tragen noch Spuren von Waldbränden, sehr viele Bäume sind vom Blitzschlag gezeichnet. Na ja, wer so groß ist und so hoch hinaus will, der wird schon einmal vom Blitz getroffen. Anscheinend sind die Gewitter hier an der Küste nicht so ganz ohne.

Babay Redwoods

Babay Redwoods

An anderen Stellen wurde vor dreißig Jahren aufgeforstet. Die Redwoodbäume müssen sehr schnell wachsen, denn sie haben nach dreißig Jahren schon um die dreißig Meter Höhe erreicht. In den Souvenirläden werden überall sogenannte lebende Burls verkauft, aus denen neue Redwoodschößlinge treiben. Diese Burls findet man an den Stämmen mancher Riesen. Niemand weiß, wieso es sie gibt, aber mit Hilfe dieser Burls entstehen die Familienbäume, von denen ich schon berichtet habe. Es ist ebenso eine Möglichkeit, die Redwoodbäume zu vermehren.

Miranda

Miranda

Die Avenue of the Giants ist so schmal wie möglich gehalten, damit möglichst wenig Schaden in diesem Wald angerichtet wird. Die Bäume stehen dadurch sehr oft so nah an der Straße, dass man schon mal einen Bogen fahren muss. In den kleinen Orten entlang der Straße, wie Myers Flat, Miranda oder Phillipsville, ist die Zeit stehen geblieben. Die alten Häuserzeilen stehen noch, in denen Souvenirgeschäfte, Cafés, Lebensmittelgeschäfte oder Kunsthandwerksstätten untergebracht sind. Allerorten kann man wunderschöne Stücke erstehen, die fleißige und kunstvolle Hände aus Redwoodholz geschaffen haben. Es ist jedenfalls jedesmal wieder beeindruckend, sich zwischen den Giganten, den höchsten Bäumen der Erde mit beeindruckenden Stammumfängen, aufzuhalten. Dagegen sind die europäischen Bäume nur Streichhölzer.

One-Log-House

One-Log-House

In Richardson Grove ist ein One-Log-House zu besichtigen. 1946 wurde ein 2100 Jahre alter Redwoodbaum gefällt, ein etwa 10 Meter langes Stück herausgeschnitten, dass etwa 42 Tonnen wog, und in 8 Monaten harter Arbeit auf der ganzen Länge ein 7 Fuß hoher Hohlraum herausgearbeitet, in dem eine „3-Zimmer-Wohnung“ mit Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer eingerichtet wurde. Damit zog man durch die USA, bis die Baumstammwohnung 1999 ihr bleibendes zu Hause in Richardson Grove fand und restauriert wurde. Das originale Fahrgestell befindet sich immer noch darunter.

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