A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Whitby

festgefahren

festgefahren

Heide, Weide, Schafe und ein paar kleine Wälder, das ist die Küstenlandschaft von Northyorkshire. Wir hatten in der Nähe von Robin Hood´s Bay einen Stellplatz auf der Hawthorn Farm bei Ellerby gebucht. Bei der Buchung hatte der Besitzer gemeint, dass sein Stellplatz, eine Wiese, nach dem vielen Regen zu nass sei, wir jedoch auf einem festen Platz stehen könnten. Als wir dort ankamen, einen schmalen Feldweg hinunter und die Wiese erreichten, kam schon gleich ein Camper angelaufen und meinte, wir sollten nicht auf die Wiese fahren. Gut, das wussten wir. Daher gingen wir zu Fuß noch ein Stück den Berg hinunter, der Weg war noch steiler und mit losem Gestein belegt, zum Farmhaus. Hinter dem Haus befindet sich ein Stallgebäude und ein Schuppen. Auf dem Gelände sollten wir stehen, hatte sich der Besitzer wohl vorgestellt. Das ist kein Ort zum Campen, meinten wir. Wer weiß, ob wir den Berg überhaupt wieder hinauf kommen. Der Besitzer war jedenfalls gerade nicht anwesend. Wir wollten uns etwas anderes suchen. Als Klaus das Motorhome umdrehen wollte, musste er zwangsläufig ein Stück auf die Wiese fahren und schon war es passiert. Das Motorhome saß fest. Der freundliche Camper war inzwischen zu einem Ausflug aufgebrochen. Er wusste nicht, wann der Besitzer zurückkommen würde. Zum unserem Glück kam dieser gerade den Weg hinunter. Nachdem wir ihm die Sache erklärt hatten, kam der mit seinem Traktor und zog das Motorhome aus der Misere. In Zukunft müssen wir eben noch gründlicher nach den Verhältnissen fragen, wenn wir buchen. Die Telefonate lassen wir übrigens von den aktuellen Platzbesitzern führen, da ich immer noch Schwierigkeiten habe, die Leute am Telefon zu verstehen. Bisher klappte das hervorragend.

Campingplatz

Campingplatz

Mit etwas Hilfe fanden wir dann einen Platz auf dem Lythe Camping and Caravan Park im gleichnamigen Ort, für 20,- Pfund pro Nacht. Es ist Wochenende, die Ferien beginnen und es ist ein touristisch gut besuchtes Gebiet. Alle anderen Plätze hatten nichts mehr frei. So müssen wir nach zwei Tagen weiterziehen und haben nur Zeit, uns an der Küste umzusehen.

Robin Hood´s Bay

Robin Hood´s Bay

Nur einen kurzen Besuch statteten wir dem malerischen Örtchen Robin Hood´s Bay ab. Das Örtchen liegt abgeschieden in einer Steilwandbucht. Es fing gerade wieder zu regnen an, deshalb schossen wir nur ein paar Bilder und fuhren zurück zum Campingplatz. Der Abend nahte.

Ravenscar

Ravenscar

Nach Ravenscar ist der Weg ein Stückchen weiter. Da die Reiseführer den Küstenabschnitt von Ravenscar bis Cloughton als wunderschön beschreiben, wollten wir uns das ansehen. Tatsächlich ist das alles Steilküste, auf deren Höhe ein Wanderweg die einzelnen Orte verbindet. Am südlichen Ende von Ravenscar stehen die Überreste einer alten Radarstation aus dem 2. Weltkrieg. Eine kleine Runde von zirka einer Stunde soll über diese Station führen, aber es sagt niemand, dass man über den Wanderweg hinaus, noch ein Stück weiter nach Süden gehen muss, um die Radarstation zu finden. Egal, in der Touristinfo konnten wir ein Bild davon sehen.

Idylle pur

Idylle pur

Ebenfalls an diesem Ende von Ravenscar befand sich ein Bahnhof. Heute sind noch ein Bahnsteig zu sehen und die Reste des Bahndammes. Der Bahnhof markierte die höchste Stelle der Scarborough zu Whitby Railway um die 19. Jahrhundertwende. Er lag 192 m über dem Meer. Es ist eine idyllische Gegend, sogar auf Lamas stießen wir. Hier und da eröffnen sich schöne Blicke auf die Küste.

Sandsend

Sandsend

Ein sehr schöner Küstenabschnitt liegt zwischen Lythe und Whitby. In Sandsend lohnt ein Halt, um sich die Naturschönheiten anzusehen.

Whitby Kai

Whitby Kai

Whitby sollte nur eine Nebenrolle spielen, aber die Stadt fasziniert durch ihre Lage, den Hafen, die Altstadt und die Abbey auf dem Berg. Mit einer geschätzten eineinhalb Millionen Menschen, die Menschendichte ist fast höher als in der Drosselgasse in Rüdesheim, wälzten wir uns durch die Gassen entlang des Hafens hinaus zur Mole. Rundfahrten mit verschiedenen Booten, wie einem alten Seenotrettungsboot, einem Powerboot, Ausflugsbooten und sogar mit einem kleinen Nachbau der Endeavour, dem Segelschiff, mit dem Captain Cook von hier aus losfuhr, um unbekannte Teile Australiens zu entdecken. Ihm sind auch ein Museum und ein Denkmal über der Stadt gewidmet.

Drehbrücke

Drehbrücke

Einen Altstadtbummel haben wir uns nicht angetan, da waren einfach viel zu viele Menschen unterwegs. Die Altstadt auf der Abbeyseite erreicht man über eine alte Drehbrücke, die ziemlich oft den fließenden Verkehr zum Erliegen bringt, um die Boote, die im Hafenbecken hinter der Brücke liegen, passieren zu lassen.

Blick auf Abbey und Hafeneinfahrt

Blick auf Abbey und Hafeneinfahrt

Wer die Abbey aus dem 13. Jahrhundert und eine normannische Kirche besichtigen möchte, muss zuerst 199 Stufen überwinden. Auf jeden Fall hat man von einer erhöhten Position einen schönen Blick auf Whitby.

 

 

Sutton Bank

White Horse in Kilburn

White Horse in Kilburn

Am südwestlichen Ende des North York Moors National Park liegt die Sutton Bank, ein Hochplateau. Vom Visitor Center aus erreicht man das „White Horse“, welches auch von Kilburn aus zu sehen ist. Von einem Parkplatz oberhalb von Kilburn führen 151 Stufen zum Weißen Pferd. Es ist praktisch ein Riesenbild in einer Steilwand unterhalb der Sutton Bank. Ein Einheimischer, der für einen Londoner Händler arbeitete, sah im südlichen England einige solcher Kalksteinbilder und wünschte sich für seinen Heimatort auch solch ein Kunstwerk. Ein lokaler Schulmeister griff die Idee auf und sorgte für die Ausführung. Zusammen mit 31 Freiwilligen schnitt er 1857 dieses riesige Pferd aus dem Fels, anschließend sorgten 6 Tonnen Kalksteine für die weiße Farbe des Pferdes. Es ist nicht nur von Kilburn aus zu sehen, sondern schon aus vielen Kilometern Entfernung.

Start zum Segelflug

Start zum Segelflug

Auf der Hochebene hat ein Segelflugclub seinen Sitz, aber auch Touristen haben die Möglichkeit, einen Rundflug im Segelflieger zu machen und die schöne Landschaft von oben zu betrachten. Tickets dafür bekommt man im Visitor Center.

Stieglitz

Stieglitz

Vogelbeobachter sind hier auch richtig. Wer Zeit und Geduld hat, sieht mit etwas Glück verschiedene Singvogelarten auf den Wanderwegen. Wer keine Zeit hat, kann sich ohne viel Aufwand an einem Futterplatz des Visitor Centers an den Vögeln erfreuen.

schönster Blick Englands

schönster Blick Englands

Ein anderer kurzer Wanderweg durch eine Heidelandschaft, die gerade wieder hergestellt werden soll, weil der Wald alles überdeckte, führt zur schönsten Aussicht in England, heißt es auf einem Wegweiser. Tatsächlich steht man am Aussichtspunkt über einer Steilwand. Von dort aus blickt man über eine weite Tiefebene von Nordyorkshire, die links von einer weiteren Steilwand begrenzt wird, daneben erhebt sich ein bewaldeter Hügel. Am rechten Rand des Bildes liegt der kleinste natürliche See Englands, der der Legende nach bodenlos sein soll. Ein wirklich schöner Ausblick.

 

Knaresborough

Dieses kleine Städtchen wird in vielen Reiserouten empfohlen, deshalb setzten wir es auch auf unsere Liste der Sehenswürdigkeiten in England. Wir erreichten Knaresborough an der Low Bridge, der östlichsten der drei Brücken. Direkt daneben ist ein kleiner kostenloser Parkplatz, in dessen Nähe ein Stadtplan hängt. So legten wir die Route fest, die wir nehmen wollten und spazierten los. Zuerst unten am River Nidd entlang. Keine hundert Meter weiter fing es mal wieder zu regnen an und hörte die ganze Tour lang nicht auf. Diesmal hatten wir den Schirm dabei, aber Schuhe und Füße wurden trotzdem klatschnass. Das hielt uns jedoch nicht von unserem Rundgang ab, da wir nun schon einmal hier waren.

Viadukt Knaresborough

Viadukt Knaresborough

An der Castle Mill, einer ehemaligen Flachsmühle, und an der Indigo Mill, deren Wurzeln bis in die normannische Zeit zurückreichen, beides sind heute Wohnhäuser, vorbei, führt der Weg an einer Sandsteinsteilwand weiter am Fluss entlang. Dann öffnet sich der Blick auf das Viadukt, der mittleren Brücke Knaresboroughs. Cafés, Restaurants und ein Bootsverleih sind hier ansässig. Auf der anderen Seite des Weges ragt ein steiler Hang mit mehreren Aufgängen zur Oberstadt in die Höhe.

Restaurant

Restaurant

Hinter dem Viadukt führt der Weg am Fluss weiter, durch Wohnhäuser hindurch, bis er die dritte Brücke, die High Bridge, erreicht. Am Brückenkopf steht das „The Worlds End“-Haus, ebenfalls ein Restaurant. Wie man an dieser Stelle auf diesen Namen kommt, können wir allerdings nicht erklären.

Bahnhof

Bahnhof

Den Weg am Fluss wieder ein Stück zurück, führt ein Weg, die Water Bag Bank, in die Oberstadt. Am oberen Ausgang der Gasse befindet sich der Bahnhof, wo wir uns eine Weile unterstellten, um dem Regen ein bisschen zu entgehen. An einem Ende des Bahnhofs liegt ein Tunnel, am anderen Ende das Viadukt. Der Bahnsteig wird von einer dekorativen Stahlkonstruktion überdacht.

Knaresborough im Regenguss

Knaresborough im Regenguss

Nur ein paar Schritte weiter des Weges, gelangt man an der Polizeistation vorbei, zum Castle. Von dem steht nicht mehr viel, nur ein Teil des Königsturmes und das neuere Gericht, mit einem Museum darinnen. Vom Garten aus hat man jedoch einen wunderschönen Blick auf das Viadukt und die Häuschen am Fluss. Gleich dort führt auch ein steiler Weg mit Treppen wieder hinunter.

York

Stellplatz beim Kohlenhändler

Stellplatz beim Kohlenhändler

Die nächsten fünf Nächte verbringen wir auf der Farm eines Kohlenhändlers, der J H Wright Farm. Für nur 5,- Pfund pro Nacht kann man nicht viel verlangen, aber es steht den wenigen Gästen eine riesengroße Wiese zur Verfügung, von Wald und Feldern umgeben.

Konstantin der Große

Konstantin der Große

York ist nicht weit entfernt. Es steht zwar ein P+R-System zur Verfügung, aber wir fuhren selbst in die Stadt und stellten das Auto einfach auf einem der Superstore-Parkplätze ab, um die Parkgebühren zu umgehen. Eine Brücke über den Fluss Ouse führt in die nahe Altstadt von York.
Als die Römer im Jahre 71 n.Chr. hier eine Siedlung gründeten, gaben sie ihr den Namen Eburacum. Im Jahre 313 n.Chr. krönte man hier Konstantin den Großen zum römischen Kaiser. Sein Denkmal, zusammen mit Überresten einer Säule des römischen Hauptquartiers in dieser Gegend, befindet sich an der Südseite des Münsters.

römisches Bad

römisches Bad

Ein römisches Bad lässt sich in der Nähe des Marktplatzes besichtigen. Das Museum liegt im Keller, während eine Etage höher ein Restaurant einlädt. Über der Treppe zum Keller hängt eine Tafel mit der Geschichte von York, in Kurzfassung.
Später, um 866, kamen die Wikinger. Unter ihnen bekam der Ort den Namen Yorvik. Wer in die Zeit der Wikinger eintauchen möchte, kann das im Yorvik Viking Center tun. Die nachgebaute Siedlung besitzt sogar einen kleinen Wikingerhafen.

York Münster

York Münster

Das Münster ist die größte mittelalterliche gotische Kirche in Nordeuropa. Es steht auf den Überresten des römischen Forts. Im Moment sieht man den Innenraum vom Eingang aus nur, wenn man Eintritt bezahlt. Eine Bühne verwehrt den Blick, eine große Theateraufführung steht ins Haus. Am Bauwerk selbst wird gerade Hand angelegt. Umfassende Rekonstruktionsmaßnahmen, vor allem durch Steinmetze, sind im Gange.

Die Altstadt Yorks wird von einer 3,4 km langen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert, der längsten Stadtmauer Englands, umfasst. Wer möchte, kann auf ihr die Altstadt umrunden.

Shambles

Shambles

Die Shambles, fünfhundert Jahre alt, ist die engste Gasse Yorks. Früher war sie die Heimat der Schlachter und Fleischer. Heute sind, wie in fast allen Fachwerkhäusern sonst, Kneipen, Teestuben und kleine Lädchen untergebracht. Auf dem Marktplatz am Shambles wird seit eh und je an jedem Wochentag Markt abgehalten.

Viadukt

Viadukt

Östlich von York, an der A166 befindet sich der Ort Stamford Bridge. Er liegt auf einem Schlachtfeld aus dem Jahre 1066. König Harold von England besiegte hier seinen Bruder Tostig und König Hardraada von Norwegen. Für uns sind das fremde Namen. Ein Viadukt in der Nähe des Picknickplatzes ist sehenswert.
Zwischen Stamford Bridge und unserem Stellplatz in Gate Helmsley lockt ein Farm Shop mit U-Pick-Feldern. Das heißt, man kann sein Obst und Gemüse selbst pflücken. Jetzt sind Erdbeeren und Rhabarber im Angebot, später reifen unter anderem Johannisbeeren, Stachelbeeren, Blaubeeren und Kürbisse. Man sollte denken, dass die selbst gepflückten Früchte billiger sind, aber das ist nicht der Fall. Dafür hat man den Spaß und die Gewissheit, dass die Früchte frisch vom Feld sind.

Sherwood Forest

Eingang zum Naturschutzgebiet

Eingang zum Naturschutzgebiet

Nun sind wir auf den Spuren von Robin Hood. Der Legende liegen wahre Begebenheiten zugrunde. Drei Männer aus dem 13. und 14. Jahrhundert, alle tragen einen ähnlichen Namen, kommen als Robin Hood in Frage. Fest steht, dass es die Legende schon seit mehr als sechshundert Jahren gibt. Robin Hood kam aus der armen Bevölkerungsschicht und versuchte nur, sich das Leben ein bisschen leichter zu machen. Er jagte Wild, manchmal auch das aus dem königlichen Wald nördlich von Nottingham, eben dem Sherwood Forest, überfiel Kutschen mit reichen Insassen usw. Irgendwann erklärte ihn der Sheriff von Nottingham zum Outlaw, einen Gesetzlosen.

Major Oak

Major Oak

Robin Hood und andere Gesetzlose und Gleichgesinnte machten daraufhin den Sherwood Forest zu ihrem Versteck, einen Wald mit viel altem Eichenbestand und reichlich Unterholz. Die Basis seines Verstecks soll „The Major Oak“, eine heute achthundert bis tausendjährige Eiche gewesen sein, die ein Besuchermagnet (3,- Pfund Parkgebühr) im mittleren Teil des Sherwood Forest ist. Sie wird gepflegt und gestützt, so dass sie noch viele Jahre erhalten bleibt.

stattliche Eichen

stattliche Eichen

Der nördliche Teil des Sherwood Forest ist komplett nur mit einem Eintrittsgeld von 7,- Pfund zu besuchen und ist eigentlich ein großer Freizeitpark. Der südliche Teil des Waldes ist Erholungsgebiet. Da wir nicht versucht haben, in den südlichen Teil hineinzukommen, wissen wir nicht, ob dort auch ein Obolus fällig wird. Jedenfalls fällt auf, dass der Waldbestand im ausgewiesenen Sherwood Forest immer noch reich an Eichen und Birken ist, während die Wälder außerhalb wesentlich anders aussehen.

Thoresby Hall

Thoresby Hall

Sehenswert, wir fanden den Ort zufällig auf unserer Entdeckungstor, ist Thoresby Hall and Court. Das alte und wunderschöne Schloss ist heute ein Hotel mit einem schönen Garten, der zum Verweilen einlädt.

Thoresby Court

Thoresby Court

Im Nebengebäude sind Galerien, Shops und ein Militärmuseum untergebracht. Das Museum berichtet über die „The Queen´s Royal Lancers & Nottinghamshire Yeomanry“, ich sage mal schlicht, die Armee der Königin von England. Das erste Regiment entstand Ende des 17. Jahrhunderts, nach und nach fügte man diesem weitere Einheiten hinzu, bis eine ganze Armee entstand. Anfangs war es die Kavallerie, später die Artillerie und heute operiert die königliche Armee hochtechnisiert. Immer schon war diese Armee in der ganzen Welt unterwegs, überall in den englischen Kolonien, heute in Afghanistan und anderen aktuellen Brennpunkten. Jedenfalls ist das Museum sehr gut ausgestattet und informativ.

Wassermühle Ollerton

Wassermühle Ollerton

In Ollerton ist die alte Wassermühle einen Besuch wert. Das große Mühlrad ist noch zu sehen, ansonsten ist das Gebäude, dass über einem Bach steht, modernisiert und beherbergt nun eine Teestube. Alle alten Gebäude des Dorfkerns haben eine Klinkerfassade.

 

Lincoln

Treppenweg zur Kathedrale

Treppenweg zur Kathedrale

Offensichtlich haben wir nun das Land verlassen, in dem Feuersteine zum Hauptbaustoff gehören. Nun bestehen viele Bauwerke aus Sandstein, auch in Lincoln. Inzwischen haben wir schon einige englische Städte besichtigt und können sagen, dass uns Lincoln bisher am besten gefällt.

Lincoln Cathedral

Lincoln Cathedral

Die Stadt besitzt kein P+R-System, aber genügend Parkplätze. Wir stellten unser Auto am Bahnhof ab und spazierten immer bergauf zur Kathedrale. Sie hebt sich von den anderen Kathedralen dadurch ab, dass sie drei große Türme besitzt. Die Eingangsfront ist beeindruckend. Das Innere scheint oder ist breiter, als bei den anderen Kathedralen, ansonsten ähnelt der Innenraum der Norwich Cathedral. Allerdings wird hier ein Eintrittsgeld von um die 5,- Pfund verlangt, aber auch ohne Obolus lässt sich ein Blick in das Innere werfen.

Lincoln Medieval Bishop´s Palace

Lincoln Medieval Bishop´s Palace

Unterhalb der Lincoln Cathedral befindet sich der Lincoln Medieval Bishop´s Palace, normalerweise 5,70 Pfund Eintritt, für uns wieder kostenlos. Es war einer der größten Bischofssitze in England. Heute sind nur noch Ruinen zu besichtigen. Anhand einer deutschsprachigen Beschreibung und Informationstafeln erkennt man, wo die einzelnen Räume, wie Festsaal, Küche oder Brauerei waren. Ein kleiner Garten und ein paar Weinstöcke sorgen für ein bisschen Grün. Von den Wohnräumen im Turm konnten die Bischöfe über die Stadt sehen.

Lincoln Altstadt

Lincoln Altstadt

Die Altstadt ist sehr sehenswert. Innerhalb der Stadtmauer drängen sich wunderschöne alte Fachwerkbauten mit unzähligen Läden, Cafés und Teestuben.
Das älteste bewohnte Haus Englands, das Jew´s House, wurde 1170 von einem Bankier gebaut. Zum Fluss, der Lincoln durchzieht, führt die Steep Hill hinunter, eine sehr steile kleine Straße.

 

Metheringham

Metheringham Airfield

Metheringham Airfield

Der nächste Abschnitt unserer Reise brachte uns auf die Westmoor Farm zwischen Martin und Metheringham in der Grafschaft Lincolnshire. Als wir dort ankamen, stellte sich ein Teil der Farm als kleines Flugplatzmuseum heraus. Die Farm liegt direkt auf dem Gelände des Metheringham Airfields, auf welchem im 2. Weltkrieg die 106. Schwadron der RAF stationiert war, dessen bekannteste Aktion die Zerstörung der Möhnetalsperre durch Rollbomben war. Viele Farmen wurden 1942 durch das Militär konfisziert und Bomberkommandos unterstellt. 1946 bekamen die Farmer ihr Land zurück. Die Eltern des heutigen Besitzers bauten das kleine Museum auf, welches durch Spenden unterhalten wird.

Metheringham Airfield Museum

Metheringham Airfield Museum

Das Flugfeld besaß drei Rollbahnen und Infrastruktur für 2 Royal Air Force Schwadronen, sowie 40 schwere Bomber, zumeist der Marke Lancaster. Zusammen mit drei weiteren Flugplätzen in Lincolnshire war das Metheringham Airfield mit dem FIDO (Fog Investigation Dispersal Operation) ausgestattet. Das ist ein System von benzingefüllten (100 Oktan) Rohrleitungen entlang der Rollbahnen, die durch die entstehenden Feuer über dem Flugfeld liegende Nebelbänke auf etwa 120 Meter anhebt, so dass die Flugzeuge sicher landen können.
Von den Gebäuden aus dieser Zeit ist kaum etwas übrig.

halbunterirdischer Schutzraum

halbunterirdischer Schutzraum

Die meisten noch existierenden Gebäude sind heute in privater Hand und können im Rahmen von Events besichtigt werden. Jedes Jahr im Juli treffen sich die letzten Veteranen der 106. Schwadron, um über die alten Zeiten zu sprechen und ein paar schöne gemeinsame Tage zu haben. In dem kleinen Museum sind verschiedene Flugzeug- und Pilotenausrüstungen, die die Zeit überdauert haben, ausgestellt, Text- und Bildtafeln erläutern die Zusammenhänge.

Feldhase

Feldhase

Tagsüber gehören Eurofighter am Himmel zum gewohnten Bild, abends beleben Feldhasen das Bild am Boden, anders als bisher, wo die Kaninchen das Zepter in der Hand hatten. Fasane, Moorhühner, Stieglitze und Buchfinken, sogar Fledermäuse, fühlen sich zudem pudelwohl auf dem Gelände.

 

Norwich

Busbahnhof in Norwich

Busbahnhof in Norwich

Norwich (sprich: Noritch), die Hauptstadt der Grafschaft Norfolk, ist eine recht geruhsame Stadt. Da wir dies nicht wussten, nutzten wir, wie schon in Canterbury und Cambridge, das P+R-System. Von Postwick aus bezahlt man für das Parken und den Bus 7,- Pfund.

Marktplatz

Marktplatz

Im Stadtzentrum, am Busbahnhof abgesetzt, spazierten wir zuerst zum Marktplatz. Dort stehen zahllose Buden, ähnlich wie auf einem Polenmarkt, aneinandergereiht. Von Obst und Gemüse bis zu Klamotten wird alles verkauft, an vielen Buden gibt es Kleinigkeiten zum Essen und Trinken. Genau an dieser Stelle siedelten, als um die 1. Jahrtausendwende die Normannen.

Eingang zum Castle

Eingang zum Castle

Wilhelm der Eroberer, auf dessen Spuren wir in der Normandie wandelten und von wo aus er 1066 die Eroberung Britanniens startete, baute als Zeichen seiner Macht das Castle von Norwich, das auf einem Hügel thront. Um das Castle kann man herum spazieren und die Stadt in 360° überblicken. Dabei sieht man alle paar Meter einen Kirchturm aus dem Dächermeer ragen. Es sollen zweiunddreißig Kirchen im Stadtgebiet sein, die heute jedoch teilweise weltlichen Nutzungen zur Verfügung stehen. Auf der anderen Seite des Castles siedelten zur gleichen Zeit wie die Normannen die Sachsen, die auf brutale Weise Britannien zu erobern versuchten.

Royal Arcade

Royal Arcade

Zu Füßen des Castles breiten sich die Royal Arcade und die Castle Mall, ein riesiges Einkaufszentrum, aus.
Am Marktplatz stehen das Rathaus und das Gildehaus, in dem sich heute ein Café befindet.

Norwich Cathedral

Norwich Cathedral

Am nordöstlichen Stadtrand streckt sich die vierschiffige Norwich Cathedral in den Himmel, zu der ein großer Park, das Tombland, gehört. Das Hauptschiff der Kathedrale teilt sich in drei Abschnitte, insgesamt zählt man acht Altäre, die Turmspitze ist die zweithöchste in ganz England. Zur Kathedrale gehören auch ein Kreuzgang und ein Kräutergarten. Um das ganze Bauwerk in allen Details zu besichtigen, ist sicher ein ganzer Tag notwendig. Der Schatz der Norwicher Kirchen ist in einem kleinen Raum ausgestellt. Er beinhaltet zumeist Kelche, Teller und anderes Tischgeschirr.

River Wensum

River Wensum

Die Nord- und Ostseite der Norwicher Altstadt wird durch den Fluss Wensum begrenzt, an dessen Ufer man spazieren kann. Vereinzelt wird der Fluss von kleineren Motorbooten befahren.

 

Wenhaston

Brook Farm

Brook Farm

Die Stellplatzsuche führte uns nun nach Wenhaston bei Southwold. Ich glaube, dieser Ort hat auch noch kaum ausländische Touristen gesehen. Für vier Nächte stehen wir auf der Brook Farm, das heißt auf dem Hof des Hauses, ein grüner Platz, von Schuppen umringt. In einem der Schuppen steht seit zwanzig Jahren ein Austin Seven. Der Zustand ist recht gut und das Auto soll irgendwann wieder auf die Straße, hofft die Besitzerin. Dank der Solarpaneele auf dem Dach des Motorhomes können wir auch Plätze ohne Stromanschluss anfahren, so wie hier. Ansonsten ist alles vorhanden, was der Camper braucht.

Saxtead Grenn Post Mill

Saxtead Grenn Post Mill

Auf dem Weg von Cambridge hierher, besuchten wir die Saxtead Green Post Mill. Der Eintritt war wegen unserer Clubmitgleidschaft kostenlos. Die ursprüngliche Windmühle wurde 1796 gebaut, aus irgendwelchen Gründen dreimal abgebaut und wieder aufgebaut. 1854 erneuerte man die eiserne Maschinerie und die Mühle arbeitete bis der letzte Müller 1947 starb. Heute ist sie Museum und alle drei Etagen sind zu besichtigen, zusammen mit verschiedenen Dokumenten und Zeitzeugnissen.

Dunwich Nature Reserve

Dunwich Nature Reserve

In der Hoffnung, irgendwelche Tiere, vor allem Vögel zu beobachten, wanderten wir durch das Dunwich Naturschutzgebiet. Dieses Gebiet gehört zum Marschland, entsprechend sumpfig ist es. Durch den fast unberührten Wald führt ein schmaler Weg, zum Teil ein Bretterweg. Später kommt der Wanderer an riesigen Riedfeldern vorbei, in denen sich Fasane wohlfühlen, die man hört, aber nicht sieht.
Irgendwann wussten wir nicht mehr, wo wir waren, denn es fand sich kein Hinweisschild mehr. Der Wanderweg ist nicht gekennzeichnet und im letzten Drittel führen mehrere Wege zusammen. Wir hatten uns nicht gemerkt, auf welchem Parkplatz wir standen, weil es laut Karte am Parkplatz eigentlich nur einen Weg gibt. Deshalb konnten wir auch niemanden fragen, wo es langgeht. Aus früheren Fällen gelernt, merkte ich mir wenigstens den Sonnenstand, als wir losgingen, und wo die Sonne auf dem Rückweg stehen müsste. Das war unsere Rettung. Was die Vögel angeht, ließen sich drei für uns neue Arten sehen, aber die waren allesamt zu aufgeregt und zu scheu, um sie zu bestimmen oder gar Bilder von ihnen zu bekommen.

Moot Halls

Moot Halls

Aldeburgh an der Küste besuchten wir, weil der Ort als hübsch bezeichnet wird. Man kann durch seine Hauptstraße bis zum kleinen Hafen im Süden laufen. Den Rückweg wählt man auf der Promenade hinter dem breiten Strand entlang, der sich immer noch durch den rot-grauen Kies auszeichnet.
Am Nordende Aldeburgh steht das Moot Halls. Dieses alte Haus aus Fachwerk und Klinkern wurde als Gemeinde- und Versammlungshaus errichtet. Es stand einmal in der Dorfmitte, doch durch die Erosion über Jahrhunderte befindet sich das Haus heute direkt am Strand. Im Moot Halls zeigt ein Museum Artefakte aus der Geschichte der Umgebung.
Am Strand stehen kleine Hütten, in denen die Fischer ihren täglichen Fang direkt an die Leute verkaufen.
Vor vierhundert Jahren wurde genau hier die Golden Hind gebaut, das Schiff, mit welchen Sir Francis Drake um die Welt segelte.

bunte Strandhäuschen

bunte Strandhäuschen

Southwold ist wegen seiner bunten Strandhäuschen aus den zwanziger Jahren bekannt. Die meisten dieser Häuschen sind vermietet. Sie bieten gerade Platz für zwei Stühle, einen kleinen Tisch und einen kleinen Schrank oder einer kleinen Küchenzeile. In Southwold trafen wir zum ersten Mal an der englischen Küste auf Sandstrand.
Der Pier dient als Vergnügungs- und Entspannungszentrum. Ein kleines Casino, alte Jahrmarktmaschinen, Cafés und Shops tummeln sich dort. Auf Bänken kann man die Seele baumeln lassen und auf´s Meer oder die Seefront Southwolds sehen.

Die Kirche St. Edmunds aus dem 15. Jahrhundert gilt als die schönste mittelalterliche Kirche der gesamten englischen Küste. Sie ist mit ihren filigranen Arbeiten wirklich sehenswert, von innen wie von außen.

 

Tourkarte Britische Inseln

 

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Folgende Karten und Reiseführer für Eure Reiseplanung auf die Britischen Inseln können wir empfehlen:

Straßenatlas Grossbritannien 2108 *

Straßenatlas Irland 1:210.000 *

Marco Polo Reiseführer England inkl. kostenloser Touren-App *

Marco Polo Reiseführer Schottland inkl. kostenloser Touren-App *

Marco Polo Reiseführer Irland inkl. kostenloser Touren-App *


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