A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Costa Brava

Platja d´Aro

Platja d´Aro

Nach 23 Jahren kamen wir noch einmal an die Costa Brava. Damals fuhren wir im Rahmen einer Busreise nach Lloret de Mar.
Von Girona aus fuhren wir zuerst Platja d´Aro an. Dort wollten wir zum städtischen Stellplatz, aber als wir dort ankamen, standen an die 100 Wohnmobile schon fast übereinander. Der Platz war komplett überfüllt, was Berichten von Reisenden zufolge wohl immer im Winterhalbjahr so ist. Nicht weit entfernt fanden wir oberhalb des Parc dÁro einen großen freien Platz, auf dem schon spanische Wohnmobile standen. Wir stellten uns einfach dazu und hatten damit einen schönen ruhigen Platz mit ganz viel Luft.
Platja dÀro ist ein Badeort mit allem Drum und Dran. Eine lange Geschäftsstraße und ein langer Strand sorgen dafür, dass es den Urlaubern an nichts fehlt. Der Yachthafen befindet sich am südlichen Ende des Strandes.

Costa Brava-Wanderweg

Costa Brava-Wanderweg

Entlang der Costa Brava führt ein Wanderweg. Um einen begehbaren Weg um die Felsen zu bauen waren Mauern, Treppen und Tunnel notwendig. All das, zusammen mit den unglaublichen Aussichten um jede Ecke, dem Rauschen des Meeres, den Kiefern und kleinen Anwesen, macht das Wandern zum reinen Vergnügen. Ein Stück dieses Weges kann man am nördlichen Ende des Strandes von Platja dÀro erleben.
An der Straße nach Norden findet man ein paar Grundmauern einer römischen Villa namens Pla de Palol. Ausgrabungen, die erst im 20. Jahrhundert starteten, zeigen, dass es sich um einen bedeutenden römischen Standort handelte. Thermen und Wohn- sowie Lagerkomplexe sind bekannt. In den Mulden der Lagerräume wurden fast intakte Keramikbottiche gefunden. Weitere Ausgrabungen laufen aktuell noch. In dieser römischen Siedlung betrieb man Weinanbau. Wein war auch ein wertvolles Exportgut.

Costa Brava

Costa Brava

Auf dem Weg von Platja d`Aro nach Tossa de Mar ließen wir es uns natürlich nicht nehmen, die Küstenstraße zu fahren. Zwar hatte es in der Nacht zu stürmen und zu regnen angefangen, aber es war nicht so schlimm, dass wir doch lieber außen herum gefahren wären.
Die Küstenstraße ist zwar sehr kurvenreich und es geht auf und ab, aber es ist eine sehr schöne Fahrt mit herrlichen Aussichten an der Küste entlang. In vielen tief eingeschnittenen Buchten schmiegen sich Dörfer in die Felswände. Jetzt im Winter herrscht so gut wie kein Verkehr und man kann die Fahrt in aller Ruhe genießen.

Vila Vella

Vila Vella

Tossa de Mar wird von einer kleinen felsigen Halbinsel dominiert, auf der sich das Vila Vella, ein uraltes Dorf befindet. Innerhalb der alten Stadtmauer gab es auch eine Kirche und eine Mühle. Davon sind nur noch Ruinen übrig. Ganz oben thront ein Leuchtturm, zu dessen Fuß ein Restaurant steht, welches im Winter geschlossen ist.
Sehr gut erhalten sind dagegen die Wohnhäuser von Vila Vella, die fast alle zu Bar´s ausgebaut sind. Ein Museum berichtet von der Geschichte Tossa´s. In den alten Gassen und Treppendurchgängen, alle mit Natursteinen gepflastert, ist man der modernen Zeit entrückt. Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, durch viele der Gassen zu schlendern.
An der hinteren Stadtmauer stehend, blickt man auf einen kleinen weiteren Strand und die felsige Küste Richtung Süden.
Nach der Erkundung der Halbinsel kann man den übersichtlichen Strand genießen. Diskotheken und Highlife gibt es in Tossa de Mar nicht, hier läuft die Urlaubszeit geruhsamer ab als anderswo. Außerdem sind auch in Tossa Ruinen einer römischen Villa zu finden.
Unser Stellplatz (nur im Winter möglich): vor dem Campingplatz am Sportkomplex.

Lloret de Mar im Herbst

Lloret de Mar im Herbst

Auf Lloret de Mar waren wir besonders gespannt. Wir hatten die Stadt in keiner guten Erinnerung. Wahrscheinlich hat uns der sommerliche Trubel damals überfordert, den wir nicht gewohnt waren. Jetzt, 23 Jahre später und im Herbst, hat sich unsere Meinung geändert. Lloret führt nun ein relativ ruhiges Leben. Die Stadt ist auch nicht so groß, wie wir sie in Erinnerung hatten. Allerdings glauben wir, dass der Strand viel von seiner damaligen Breite verloren hat. Es ist kaum mehr Strand vorhanden.
Am südlichen Ende des Strandes führt eine Treppe auf einen Aussichtspunkt, von dem aus der Blick in beide Richtungen an der Felsenküste entlang schweifen kann.
Im Norden thront ein kleines Schloss auf den Felsen. Darunter führt der schon erwähnte Küstenwanderweg weiter.
Man sollte aber auch in Lloret nicht nur das Hotelviertel und den Strand sehen, sondern ebenso durch die Gassen der Altstadt schlendern. In diesen Gassen läuft das einheimische Leben noch seinen Gang.

Girona

Girona am Fluss Onyar

Girona am Fluss Onyar

In vielen Reiseberichten wird von der Stadt geschwärmt, wie schön sie ist und man sollte unbedingt einmal hin. Und alle haben Recht, Girona ist eine sehr schöne und außergewöhnliche Stadt. Parken ist wieder nur in einem der Parkhäuser möglich (3 Stunden für 6,33€). Wer gut zu Fuß ist, findet sicher auch außerhalb der Altstadt einen Parkplatz am Straßenrand.
Girona besitzt eine Neustadtseite und eine Altstadtseite, dazwischen fließt der Fluss Onyar. Man kann über mehrere Brücken von einer Seite auf die andere pendeln, was sehr reizvoll ist. Die Fassadenreihen am Flussufer und der Fluss erinnern etwas an Pisa, nur das der Onyar glasklar ist und sich außer vielen anderen Fischen auch dicke Karpfen darin tummeln.

Treppengasse

Treppengasse

Während die Neustadt einen nicht unbedingt vom Hocker reißt, verliert man sich in der Altstadt im Mittelalter. Hohe schmale Häuser, meist mit Natursteinfassaden, säumen genauso schmale Gassen. Vielerorts überwinden Treppen die Höhenunterschiede. Ab und zu sollte man auch einen Blick in die Hinterhöfe werfen.
Allein die architektonischen Details begeistern, das ganze Ensemble ist einmalig.
Durch das besterhaltene Judenviertel ganz Spaniens, in dem ein Museum über die Geschichte der Juden erzählt, erreicht man die Kathedrale, die auf einem Hügel thront.

Kathedrale von Girona

Kathedrale von Girona

Entweder nimmt man die Treppengasse gleich hinter dem Museum, um zur Kathedrale zu gelangen, oder man geht geradeaus weiter und erreicht die riesengroße Treppe zum gewaltigen Portal der Kathedrale. Von dort oben hat man einen schönen Blick über einige Teile Gironas. Der Besuch der Kathedrale mit dem größten gotischen Gewölbe der Welt ist kostenpflichtig.

arabisches Bad

arabisches Bad

Noch ein Stück weiter, an der Kathedrale vorbei, kommt man zum arabischen Bad. Der Eintritt von 2,-€ ist gut angelegt. Während wir schon viele römische Bäder besichtigt haben, ist dies nun unser erstes arabisches Bad. Das Prinzip von Kalt- und Warmbädern ist in beiden Kulturen gleich, nur scheint dieses arabische Bad hier nicht ganz so raumgreifend gewesen zu sein. Der Umkleideraum wird durch einen achteckigen Dom, der durch Säulen getragen wird und notdürftig Licht ins Innere lässt, dominiert. Im unteren Teil dieses Doms ist ein Wasserbecken eingelassen.
Vom Dach des Bades aus sieht man auf die Kathedrale und einem Stück Stadtmauer.

Gironas Stadtmauer

Gironas Stadtmauer

Am nördlichsten Ende der Altstadt steht ein Kloster, dem ein romantischer Garten angeschlossen ist. Hier befindet sich eine der Treppen zur Stadtmauer hinauf. Die ganze Ecke scheint verwunschen, hierher verirrt sich kaum ein Tourist.
Ab jetzt kann man auf der Stadtmauer laufen, zirka 2 km lang bis zur südlichen Grenze der Altstadt Gironas zurück. Ab und zu thront ein Turm an der Mauer, die allesamt bestiegen werden können. Es bieten sich großartige Aussichten auf die gesamte Stadt bis zu den Bergen der Pyrenäen hin. Überall sieht man noch maurische Einflüsse, die Girona wieder ein Stück interessanter machen.

Zum Schluss unseres Stadtbummels fanden wir die Markthalle. Frischer Fisch, Fleisch, Backwaren, Obst und Gemüse sowie Trockenfisch aus Island werden an den Ständen angeboten. Fisch und Fleisch werden gleich vor Ort nach den Kundenwünschen filetiert, geschnitten oder entbeint.
Gleich neben der Markthalle steht eine Säule mit einem Löwen darauf, der wiederum an den Markusplatz in Venedig erinnert.
Der Stellplatz in Quart, südlich von Girona, ist viel zu klein für große Wohnmobile. Deshalb standen wir am Straßenrand in der Nähe des Platzes. Wenn man sich nicht direkt gegenüber eines Hauses stellt, ist das wohl in Ordnung. Damit blockiert man nicht die angestammten Parkplätze der Einheimischen.
Nächstes Ziel: Costa Brava

Figueres

Dali Museum

Dali Museum

Der erste Anlaufpunkt in Spanien war die Stadt Figueres. Hier lockte vor allem das Dalí Museum, welches man von Bildern kennt. Die außergewöhnliche und verspielte Architektur des Gebäudes ruft verschiedenste Gefühle hervor. Was bedeuten die riesengroßen Eier auf dem Rand des Daches? Was bedeuten die immer gleichen kleinen Reliefs, die die gesamte Fassade zieren? Da wir nur entfernt Dalí´s künstlerischen Stil kennen, setzten wir uns nicht weiter damit auseinander. Das Gebäude lädt jedenfalls zu Diskussionen ein. Der Eintritt ins Museum ist nicht gering. Figueres ist die Geburtsstadt Dalí´s.
Die Altstadt von Figueres mit den vielen Gassen ist abwechslungsreich. Die Preise in den Läden sind bezahlbar. Es macht Spaß, die Altstadt zu entdecken.
Da die Stadt für Fahrzeuge über 5t gesperrt ist, stellten wir das Motorhome an einer Tankstelle außerhalb von Figueres ab und fuhren mit dem Smart ins Zentrum. Für fast gut eine Stunde im Parkhaus am Dalí Museum bezahlten wir 2,45€. Am Straßenrand besteht so gut wie keine Chance, einen Parkplatz zu finden.

Côte Vermeille

Strandzugang Argeles-Plage

Strandzugang Argeles-Plage

Der allersüdlichste Küstenabschnitt Südfrankreichs ist die Côte Vermeille, die Zinnober- oder Purpurküste. Felsige Landzungen strecken sich ins Meer, nicht weniger felsige Buchten liegen dazwischen.
Argeles-Plage ist eine Stadt der Neuzeit und hat fast nur Hotelzimmer, Ferienwohnungen sowie Campingplätze zu bieten, natürlich inklusive der unvermeidlichen Kneipen- und Ladenmeilen. Der lange und breite Strand ist durch eine grüne Promenade von der Stadt getrennt. Um diese Jahreszeit haben nur ungefähr fünf Prozent der Kneipen und Läden geöffnet, alles wirkt wie ausgestorben. Im Sommer möchten wir dagegen nicht hier sein, da sieht man sicher vor lauter Menschen sonst nichts mehr.

Collioure

Collioure

Wesentlich attraktiver ist dagegen der Ort Collioure mit seiner farbenfrohen, gewachsenen Altstadt, die sich um eine Bucht schmiegt. Auch hier finden sich wieder enge Gassen, schmale Häuser und gemütliche Eckchen.
Blickpunkte an der Bucht sind das Ch
âteau Royal und die Notre-Dame-des-Anges. Die Burg dient seit jeher den französischen Kommandotruppen als Ausbildungsstätte. Gerade wurden wir Zeuge, als Kampfschwimmer mit Kajaks von einer Übung zurückkamen.
Die Kirche kann von innen besichtigt werden. Deren Seiten beherbergen, ebenso wie die Kathedrale in Perpignan, verschiedene geschnitzte Altäre und Wandmalereien. Allerdings gibt es keine Orgel. Der runde Turm der Kirche war im 17. Jahrhundert ein Leuchtturm, der die Einfahrt nach Collioure markierte.
Vom Leuchtfeuer auf der Mole aus hat man einen schönen Blick über das gesamte Ensemble Stadt, Burg und Kirche. Auf dem felsigen Kap, alles hier ist Schiefer, steht eine kleine Seefahrerkirche. Von dort aus blickt man auf die Rückseite einer Häuserzeile, die direkt am Abhang steht.
Über Collioure thronen zwei weitere Burgruinen sowie eine Windmühle.

le Cap Béar

le Cap Béar

Port Vendres sieht wieder etwas neuer aus. Die Stadt gruppiert sich um einen großen kommerziellen Hafen, der einzige Fischereihafen, der an der Küste noch übrigblieb.
Gleich hinter dem Hafen biegt man zum le Cap Béar ab. Zufällig fanden wir dieses Ziel auf einem Touristinfo-Plan in St.-Cyprien-Plage. Oben auf dem höchsten Punkt des Caps sitzt wieder die Armee. Die schmale Straße, die um den Stützpunkt und um den Berg herum führt, endet am Leuchtturm des Cap Béar. Gern wird der Weg, immer am Wasser entlang, auch gewandert.
Auf der Capspitze stehen noch Ruinen einer ehemaligen Verteidigungsanlage der Deutschen. 120 Mann waren hier von 1942 bis 1944 stationiert. Beim Abzug der Deutschen zerstörten sie diese Anlage genauso, wie den Hafen und die Schiffe, die heute vor dem Hafen auf dem Meeresboden liegen. Das erinnert uns an Narvik in Norwegen, wo das Gleiche geschah.

Côte Vermeille

Côte Vermeille

Von der äußersten Capspitze lässt sich die gesamte Côte Vermeille überblicken. Im Frühjahr und im Herbst sollen hier zehntausende Meeresvögel wie der Mittelmeer-Basstölpel oder Papageientaucher Station machen.

Teufelsbrücke in Céret

Teufelsbrücke in Céret

An der Côte Vermeille reichen die Berge der Albéreskette bis ans Meer. Die D115 führt direkt an den Bergen entlang, bis an die spanische Grenze. Da wir nicht nur Küste, sondern auch Berge sehen wollten, unternahmen wir eine Rundfahrt ins Hinterland. In Céret, dem Ort direkt am Eingang zum Vallespir, wie sich das Tal nach Spanien nennt, lenken gleich drei nebeneinander liegende Brücken die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich. Die Brücken überspannen den Fluss Tech, der aus den Bergen kommt. Die südliche Bogenbrücke, die Teufelsbrücke aus dem 14. Jahrhundert, ist die älteste der drei Bauwerke. Als diese wohl für den modernen Verkehr nicht mehr ausreichte, baute man direkt daneben die neue Autobrücke. Im Norden, nur ein wenig weiter, steht eine Eisenbahnbrücke, wahrscheinlich aus der gleichen Zeit wie die Autobrücke. Der Bahnverkehr ist jedoch schon vor langer Zeit eingestellt worden, denn die Natur erobert sich das Gleisbett zurück.
Über die Eisenbahnbrücke hinweg prangen die schneebedeckten Berge, der Pic du Canigou (2784m) und der Pic des Très Vents (2731m) vor dem blauen Himmel in nicht allzu weiter Ferne.

Der D118 weiter folgend, kommt man durch Amelie-les-Bains. Die heißen Quellen, die hier zutage treten, werden von einem Hotel genutzt. Der Ort streckt sich entlang des Tech-Tales zu beiden Seiten. Viele der Häuser klettern dabei die Berghänge hinauf.

Corsavy

Corsavy

Bei Arles-sur-Tech biegt eine Straße nach Corsavy ab. Mit teilweise 14% Steigung führt die Straße zu diesem Bergort, der auf 780m liegt. Die Straße führt dann noch knapp zehn Kilometer weiter den Berg hinauf, zum Pic de l´Estelle (1778m). Dieser Gipfel liegt gleich neben den beiden vorher erwähnten schneebedeckten Berggipfeln, die man von dort aus ganz bestimmt zum Greifen nah hat.
Corsavy ist ein altes Bergdorf, durch dessen Gassen man bergauf und bergab unbedingt einmal schlendern sollte. Die meisten Gassen sind nicht befahrbar, so eng sind sie. Andere Gassen sind mit Stufen ausgestattet, um die Höhenunterschiede zu bewältigen. Hier scheint das Leben stillzustehen. Es herrscht eine himmlische Ruhe und an vielen Orten eröffnet sich ein Blick über die bergige Landschaft bis hin zum Meer.

Bergwelt der Pyrenäen

Bergwelt der Pyrenäen

Um noch mehr von der Pyrenäen-Bergwelt mitzubekommen, nahmen wir den Weg von Amelie-les-Bains aus über die D618. Diese Straße sollte jedoch nur befahren, wer genug Zeit und Ausdauer hat, denn die 40 Kilometer bestehen nur aus Kurven. Unzählige Berghänge müssen umfahren werden, die unendlich weit scheinen und zum größten Teil mit Korkeichen bestanden sind.

St. Marsal

St. Marsal

Nur wenige Dörfer und ein paar Einzelgehöfte liegen an der Straße. St. Marsal liegt als einziges Dorf auf einer Bergspitze, ziemlich in der Mitte der Strecke. Hier parkten wir noch einmal das Auto, um durch die Gassen zu spazieren. Auf dem Place de Republique, an dem das Restaurant und die Schule stehen, tranken wir einen Café.
Man soll es nicht glauben, aber an vielen Stellen sind Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet. Man sollte sich allerdings schlau machen, bis zu welcher Größe die Stellplätze angefahren werden können, denn manche Zufahrten sind abenteuerlich.
Ab St. Marsal führt die Straße abwärts, bis man bei Bouleternère auf das Flachland stößt. Durch unendliche Weinfelder, jetzt im Herbst in vielen Farben leuchtend, erreicht man wieder die Küste.
Durch diese kleine Tour lernten wir wenigstens ein wenig die Bergwelt der Pyrenäen kennen, die sich von der Mittelmeerküste entlang der spanischen Grenze bis
zur
Biskaya im Norden erstrecken.

Perpignan

im Roussillon

im Roussillon

Inzwischen ist der Herbst auch hier angekommen. Es ist kalt, nachts um die 8-10°, tagsüber 11-15°, also nicht unbedingt etwas für Camper. Allerdings scheint oft die Sonne, die wenigstens die Gemütsstimmung oben hält. Auf den höchsten Bergen hat es inzwischen geschneit. Die weißen Kuppen strahlen gegen den blauen Himmel.
Die Gegend um Perpignan bis zur spanischen Grenze ist ein sehr schönes Gebiet, zwischen dem Mittelmeer und den Bergen des Roussillon sowie der Albéres-Kette. Um diese Jahreszeit bewegt man sich überall fast allein. Die allermeisten Touristen haben diese Gegend bis Ende Oktober verlassen. Jetzt sind eigentlich nur noch Durchreisende nach Spanien unterwegs, die hier einen kurzen Stopp einlegen.
Die Provinz Roussillon ist zum großen Teil zweisprachig, einmal französisch, zum anderen katalanisch. Bis gegen Ende des Mittelalters gehörte die Gegend zu Katalonien. Seit 1659 ist sie französisches Territorium. Die Menschen hier blieben in ihren Herzen jedoch immer Katalanen, was die allerorten wehenden katalanischen Flaggen, und wie gesagt, die zweisprachigen Schilder beweisen.

Le Castillet

Le Castillet

Perpignan ist die wärmste Stadt Frankreichs. Sie liegt am Fluss Tet, der aus den Bergen kommt und sehr klares Wasser bei Canet ins Mittelmeer führt. Die Altstadt weist zumeist enge Gassen auf, in die durch die relativ hohen Bauten kaum Sonne scheint. Im Sommer mag das bei den heißen Temperaturen recht schön sein, aber im Winter ist es nur kalt und dunkel.
Auffallende Bauten sind Le Castillet und die Kathedrale St-Jean. Le Castillet, am Fluss gelegen, war einmal ein Stadttor. Als die Franzosen kamen, nutzten sie es als Gefängnis, noch bis 1963. Heute ist es ein Museum. Louis XVI baute seinerzeit noch das Portal an.

Place de Cathedrale

Place de Cathedrale

Die Kathedrale ist etwas ganz besonderes, wie wir es bisher so noch nicht gesehen haben. Eigentlich als dreischiffiges Bauwerk konzipiert, wurde es dann doch nur einschiffig. Auf beiden Seiten sind jedoch zwischen jeder Säulenreihe Kapellen eingelassen. In jeder Kapelle thront ein mehr oder weniger prunkvoller Altar. Der Kirchturm ist einzigartig. Er ist nicht massiv, sondern ein filigranes Gebilde aus Stahl, welches eine große Glocke trägt.

Am südlichen Rand der Altstadt breitet sich die Zitadelle aus, die die älteste Residenz Frankreichs samt Kapelle beherbergt. Der Palast und die Kapelle stammen aus dem 13. Jahrhundert, als Perpignan noch Hauptstadt des Königreiches von Mallorca war, die Zitadelle baute man im 17. Jahrhundert drumherum.

St-Cyprien-Plage

St-Cyprien-Plage

Endlich bekamen wir nun hier das Mittelmeer zu Gesicht, und zwar bei St-Cyprien-Plage. Der kleine Ort St. Cyprien ist zwar schön anzusehen, mit den alten, teilweise engen Gassen, dann wieder offenen und modernen Teilen, aber ein Highlight ist er nicht. Dafür wachsen überall im Ort verschiedene Zitrusfrüchte. Sogar einen Gummibaum mit Fruchtständen sahen wir.
St-Cyprien-Plage ist ein Touristenort, relativ neu dazu. In der gesamten Küstenregion von Narbonne bis zur spanischen Grenze gab es bis Mitte der 1960er Jahre nur ein paar verschlafene Fischerdörfer. Dann erklärte die französische Regierung den Bereich zur Urlaubsregion und es wurde gebaut, was das Zeug hielt, Hotels, Restaurants, Geschäfte, Ferienhäuser usw. Dementsprechend wenig attraktiv sind die großen Urlaubsorte des Roussillon. Die Strände sind dafür umso länger, das Wasser sehr sauber. Der Blick in die angrenzenden Berge ist fast überall gegeben. Der Yachthafen von St-Cyprien-Plage ist riesengroß und jetzt im Winter vollgestopft mit allen Arten von Booten. Nur sehr vereinzelt trifft man jetzt auf andere Menschen, während im Sommer offensichtlich hier die Hölle los ist.

Elne

Elne

Einen Besuch wert ist dagegen Elne. Die Altstadt breitet sich auf einem Hügel aus. Am höchsten Punkt steht die Touristinfo. Ganz in der Nähe wurde nach zwei Seiten eine Art Balkon gebaut, von dem aus man über die ganze Stadt sehen kann, die von den Bergen des Roussillon umrahmt wird.
Während die Hautstraße der Altstadt relativ stark frequentiert wird, waren wir in den Gassen rund um die Kirche als Touristen ganz allein unterwegs. Elne ist die Stadt der Kunst, deshalb trifft man überall auf Galerien und Werkstätten verschiedener Art. Wer sich also für Kunst interessiert, der ist in Elne richtig.

Fischerdorf bei Canet

Fischerdorf bei Canet

Ein letzter Ausflug im Roussillon, beim schönsten Wetter seit unserer Ankunft vor 14 Tagen hier, 27°, blauer Himmel und so gut wie kein Wind, brachte uns nach Canet. Zwischen St. Cyprien-Plage und Canet trennt ein schmaler Landstreifen eine Lagune vom Meer. Sie nennt sich Etang de Canet et de St. Nazeire. Im Frühjahr und im Herbst treffen sich hier viele Vogelarten zur Rast. Jetzt ist die Lagune fast verwaist, bis auf ein paar Schmuckreiher und Möwen. Auf dem Marschland trifft man auf Lerchen und Stieglitze. Am Auslass der Lagune, die von vier Flüssen aus den Bergen gespeist wird, steht ein altes Fischerdorf. Die Hütten werden noch heute von den Fischern genutzt, die mit ihren kleinen Booten in der Lagune auf Fischfang gehen. Die haben sich ein wirklich idyllisches Plätzchen ausgesucht.

Promenade von Canet

Promenade von Canet

Canet an sich ist zwar auch ein neuer Badeort, aber er ist wesentlich einladender als Argeles-Plage. An der Promenade, direkt hinter dem breiten Strand, gibt es ein paar Restaurants und Geschäfte, aber alles hält sich noch im Rahmen. Bei einem Spaziergang auf der Mole hat man einen schönen Blick auf die Wasserfront von Canet, den langen Strand und die Berge im Hintergrund. Die Mole ist eine der Begrenzungen für die Hafeneinfahrt in den Yachthafen, der ziemlich groß ist. Im Sommer starten, wie von vielen großen Urlaubsorten aus, Bootsfahrten entlang der Küste.

Marienkäfer

Auf einem der Parkplätze bei Moulin trafen wir auf jede Menge verschiedener Marienkäfer. Da es unmöglich ist, als Laie die verschiedenen Arten auseinanderzuhalten, bei den Zweipunkt-Marienkäfern soll es um die 150 unterschiedliche Färbungen geben, zeige ich die Bilder ohne Kommentar. Wir fanden alle Marienkäfer an einem Platz, wohlgemerkt. Wir fanden das toll.

 

 

Fahrt nach Spanien

Fahrt durch´s Zentralmassiv

Fahrt durch´s Zentralmassiv

250 km auf französischem Gebiet fuhren wir auf einen Parkplatz, um Kaffeepause zu machen. Als wir weiterfahren wollten, meldete die Motorelektronik einen Fehler. Das Motorhome wollte nicht mehr starten. Alle Versuche blieben ergebnislos. Na prima, das jetzt auch noch. Hätte das nicht noch in Deutschland passieren können? Dort statteten wir noch einen kurzen Besuch der Firma ICF US Motorhomes ab. Nur die können uns nun helfen. Ein Anruf dort, Überprüfung einiger Bauteile sowie etwas Starterspray und siehe da, der Motor erweckte wieder zum Leben. Gott sei Dank, uns fiel ein Stein vom Herzen.

Bergdorf im Zentralmassiv

Bergdorf im Zentralmassiv

Über Mulhouse fuhren wir zwangsläufig auf der Autobahn nach Besancon. Die Maut für die paar Kilometer kostete uns gut 42,- €. Das kann nicht so weitergehen. Also schwenkten wir auf die Landstraße um, quer nach Westen bis zur Autobahn 71. Bis zum Anschluss an die A75 kostete die noch einmal 14,40 € Maut. Die A75 ist dann mautfrei. Dafür führt sie über das Zentralmassiv. Mehrere Spitzenhöhen um die 1110 m über Null sind dabei zu überwinden. Das heißt, Kilometer weit nur bergauf und kilometerweit wieder runter. Bloß gut, dass gerade Feiertag war, so dass wir uns nicht auch noch um die LKWs kümmern mussten. Es ist eine interessante, abwechslungsreiche und wunderschöne Landschaft mit Bergen, dem Vulkangebiet der Auvergne und Tälern. Mal ist der Blick von Bergen eingezwängt, mal kann er sehr weit schweifen.

Garabit-Viadukt bei Nacht

Garabit-Viadukt bei Nacht

Südlich von St. Flour übernachteten wir auf dem Parkplatz am Garabit-Viadukt, der vom berühmten Gustav Eiffel konstruiert wurde. Es ist eine 564 m lange Fachwerkkonstruktion aus Stahl, mit 5 Bögen. 400 Männer bauten vier Jahre lang an der Brücke, von 1880 bis 1884, eine Meisterleistung. Im Besucherzentrum am Parkplatz sind Bilder und Dokumentationen vom Bau der Brücke ausgestellt. Nachts ist die Brücke beleuchtet.

Millau-Viadukt

Millau-Viadukt

Der Viadukt von Millau, dessen Bau wir vor Jahren im Fernsehen verfolgten, liegt auf dem Weg weiter nach Süden. Die Autobahn A75 ist zwar mautfrei, dafür schlägt die Maut für unser Motorhome mit 34,80 € zu buche. Lange überlegten wir, wie wir es anstellen sollen. Über die Brücke fahren und Maut bezahlen, oder nach Millau ins Tal fahren und auf der anderen Seite wieder hochkraxeln? Dann kam uns die richtige Idee: auf einen Parkplatz fahren und mit dem Smart nach Millau hinunterfahren, sowie von dort aus die Brücke gucken. Später mit dem Motorhome über die Brücke fahren, wenn es sein müsste. Gesagt, getan. Der Parkplatz kurz hinter der Ausfahrt 44.1 ist ein prima Ausgangspunkt.
Der erste Weg im Tal der Tarn führte natürlich zum Millau-Viadukt, der gleich mit zwei Superlativen aufwarten kann. Es ist die längste Schrägseilbrücke der Welt (2460m), zudem ist sie im Moment die höchste Brücke der Welt. Die Fahrbahn liegt 270m über dem Fluss, der höchste Pylon misst 343 m. 55 Arbeiter bauten 3 Jahre lang jeden Tag an dem Bauwerk. 2004 wurde sie fertiggestellt und soll ihren Betrieb 75 Jahre lang aufrechterhalten. Unter der Brücke befindet sich ein Besucherzentrum, in dem man sich über den Millau-Viadukt informieren kann. Gleichzeitig kann man die Höhe der Brücke dort unten auf sich wirken lassen. Wenn ein Auto über die Brücke fährt, hört sich das an, als flöge ein Flugzeug am Himmel, Wahnsinn. Die Grundfläche des höchsten Pylons ist so groß wie ein Tennisfeld.

Millau-Viadukt von oben

Millau-Viadukt von oben

An der Ausfahrt 45, kurz vor der Mautstelle, führt eine Straße zu einem Aussichtspunkt, von dem aus einem die Brücke und das Tal zu Füßen liegen. Wenn man jedoch sowieso Maut bezahlt, dann erreicht man den Aussichtspunkt auch kurz vor der Brücke von der Autobahn aus. Es ist dann nur noch ein kurzer Fußweg. Von dort oben ist der Viadukt ein wahres Kunstwerk.

Einkaufsstraße in Millau

Einkaufsstraße in Millau

Millau selbst liegt in einem schönen Tal, welches von schroffen Kalksteinfelsen umrahmt ist. In den engen Gassen der Altstadt kommt man sich ins Mittelalter zurückversetzt vor, vor allem in den ruhigen Gassen. Im Stadtpark und an der Tarn kann man gut bummeln.

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Ausfahrt aus dem Zentralmassiv

Immer weiter geht es durch das Zentralmassiv, welches aus Kalkstein und Vulkanspots besteht, von 500m bis auf über 1000m, abermals kilometerweit hoch und kilometerweit runter. Hier kommen das Volvic-Mineralwasser und der Roquefort-Käse her. Das Gebirge ist sehr wohl einen längeren Besuch wert, um es wenigstens teilweise zu erkunden und zu erleben.
Der allerschönste Abschnitt ist jedoch dort, wo man das Zentralmassiv verlässt. Dort muss man ein Gefälle von 7,5% auf 7,5 km bewältigen. Die Autobahn, anscheinend im Zug der Erstellung des Millau-Viadukts gebaut, führt hier an hohen Felswänden entlang, an die sich tiefe Schluchten anschließen. Mediterrane Bergdörfer, Weinberge und Olivenbäume zeigen an, dass das Mittelmeer nicht mehr weit ist. Der Rest des Weges ist flach.

Flamingos

Flamingos

An der Küste bei Agde angekommen, mussten wir feststellen, dass alle Campingplätze inzwischen geschlossen sind. So fuhren wir einen Stellplatz in Peyriac-de-Mer bei Narbonne an. Um den zu erreichen, ohne Navi kaum zu schaffen, muss man sich durch die sehr engen Gassen und 90°-Kurven zwängen, inkl. Gegenverkehr. Der Platz selbst ist groß genug, direkt am Rugby-Platz. Es ist ein guter Ausgangspunkt, um die Gegend um den Ort und die alten Salinenfelder zu unternehmen. Sie sind nicht mehr in Betrieb, sondern ein Naturschutzgebiet, in dem sich unter anderen Vogelarten auch Pelikane und Flamingos tummeln. Alles, die Wasserflächen, die Kalksteinfelsen und die Vegetation, erinnert uns hier an Kroatien und die Kornaten dort.

Nun mussten wir doch endlich einen Campingplatz anfahren. Der nächste Platz, der ganzjährig geöffnet hat, ist „Le Florida“ in Elne, südlich von Perpignan. Mit der ACSI-Card kostet der Platz nur 17,-€ inkl. allem. Die Stellplätze sind sehr groß und durch Hecken zum Nachbarn abgetrennt. Der Pool ist allerdings jetzt geschlossen. Hier werden wir eine Weile bleiben und noch verschiedene Dinge erledigen, für die in Deutschland durch das Wetter nun keine Zeit mehr blieb.
Die Landschaft hier im äußersten Süden Frankreichs gleicht der Wüstenlandschaft in Arizona: trockene Erde, vertrocknetes Gras und trockenes Gebüsch. Es muss jedoch kurz vor unserer Ankunft einen sehr kräftigen Guss gegeben haben, denn vielerorts stehen noch große Pfützen.
Die Winterstiefel und langen Klamotten haben wir inzwischen gegen Schlappen und kurze Sachen ausgetauscht.

 

Dumm gelaufen

Wer meint, dass wir schon über alle Berge sind, der irrt. Seit drei Tagen sitzen wir in Ettenheim bei Freiburg fest. Ein letzter Versuch, doch noch an die ACSI Campingcard zu gelangen, ist ebenso daneben gegangen, wie die anderen. Diese Campingcard soll uns Vorteile auf der Reise durch Frankreich, Spanien und Portugal bringen. Beim Vorlegen der Karte soll man bis zu 50% der Preise auf den entsprechenden Campingplätzen sparen können. Also bestellte ich die Campingcard am Donnerstag Abend per Expresslieferung. Der Absender schickte sie auch gleich am Donnerstag Abend noch los. Da wir bis Samstag früh umsonst warteten, forschten wir anhand der Sendungsnummer, wo unsere Lieferung ist. Das Paket traf am Samstag um 6.16 Uhr im Paketzentrum in Lahr ein, was ganz in der Nähe liegt. Bis zum Mittag bewegte sich das Paket von dort nicht mehr weg. Nach langem Suchen fanden wir endlich eine Servicenummer der DHL. Dort trugen wir unseren Fall vor. Der Mann am anderen Ende, meinte nur lapidar: er könnte nicht erkennen, warum das Paket nicht mehr am Freitag Abend ausgeliefert wurde. Außerdem wäre für solch einen Fall eine Samstagslieferung nicht dazu gebucht worden. Das ist eben ein Fall von „Dumm gelaufen“. Was soll man dazu noch sagen? Die nicht geringe Expressgebühr könnte sich der Absender von der DHL wiederholen, woraufhin wir diese Gebühr wiederum vom Absender zurückbekommen sollten.

Ettenheim

Ettenheim

Na ja, jedenfalls hatten wir nun drei Tage Zeit, uns in der Umgebung umzusehen. Ettenheim an sich wirbt mit einer barocken Altstadt. Neugierig fuhren wir hin, aber außer der auf einem Hügel stehenden Kirche, dem Rathaus und vielleicht zwei, drei Häusern konnten wir kein Barock entdecken. Geschäfte hat die Altstadt Ettenheims nicht zu bieten, gerade einen Bäcker und einen Fleischer, die zudem Mittags geschlossen sind, werben um Kunden. Enttäuscht verließen wir Ettenheim wieder.

Rheinfähre bei Rhinau

Rheinfähre bei Rhinau

Auf der anderen Seite der Autobahn ist es interessanter. Der Doppelort Kappel-Grafenhausen lädt da eher zu einem Besuch ein. Hier finden sich richtig schöne und rekonstruierte Fachwerkbauten, sowie Restaurants und Geschäfte. Fährt man durch die Orte hindurch, erreicht man bald die Rheinfähre nach Rhinau auf der französischen Seite des Rheins. Auf der deutschen Seite breiten sich hinter dem Damm, der den Rhein in seinem Bett hält, die Rheinauen aus. Alte Rheinarme und Seen teilen das waldbestandene Gebiet, welches ein Naturparadies für verschiedene Wildtiere ist.

alte Markthalle Freiburg

alte Markthalle Freiburg

Freiburg bei Nebel und 9°C zu besuchen, ist nicht gerade ein Vergnügen. Bisher löste sich der schon Tage andauernde Nebel um die Mittagszeit auf, aber nicht so bei unserem Freiburgbesuch. So spazierten wir eher kurz und knapp, als die schöne Stadt genießend, durch die Straßen. Die oberste Spitze des Münsters war kaum noch im Nebel auszumachen. Innen ist der Münster sehr dunkel. Es fällt kaum Licht in die dunkel gehaltenen bleiverglasten Fenster. Beeindruckend sind neben dem Münster auch das große Stadttor und die alte Markthalle am Münster.
Aber nun geht es los, Richtung Süden.

Vögel Britische Inseln

Wie schon in den Vogelwelten USA, Kenia und Indien spürten wir auch auf den britischen Inseln verschiedenen Vogelarten nach. Dabei entzogen sich ein paar Vogelarten unserer Kamera, weil sie einfach zu weit entfernt oder viel zu unruhig waren. Nachfolgend das Ergebnis unserer manchmal nicht ganz leichten Bemühungen:

Küstenvögel

Wasservögel

 Allgemein

 

 

Fazit Britische Inseln

Stellplatz am Meer

Stellplatz am Meer

Von Anfang Juni bis Mitte September erfüllten wir unseren großen Wunsch, einmal die Britischen Inseln im Rahmen einer Rundfahrt kennenzulernen. Mit dem knapp zehn Meter langen Motorhome ist das nicht ganz einfach, aber wenn man die Plätze vorher kontaktieren kann, um herauszufinden, ob sie und vor allem die Zufahrten dorthin groß genug sind, geht das schon. Oft genug erlebten wir jedoch, dass wir uns mit einem 10m-Wohnmobil angemeldet haben, und dann die Eigentümer die Hände über dem Kopf zusammenschlugen, weil sie sich das Wohnmobil doch nicht so groß vorgestellt haben. Daher wurde es dann doch oft genug sehr eng und es blieben nur Millimeter zwischen Wand und Wohnmobil.
Wir wurden Mitglied im „The Caravan Club“. Für knapp 50,- Pfund Jahresbeitrag bekommt man ein Guidebook, mit dem man über 200 Caravan Club-Plätze und 2500 Plätze bei Privatleuten in Großbritannien und Nordirland findet. Viele der Privatplätze kosten zwischen 5,- und 15,- Pfund, das macht sich in der Reisekasse schon vorteilhaft bemerkbar. Vor allem in England ist es kaum möglich, einen Parkplatz zu finden, der sich für eine Übernachtung eignet oder dafür freigegeben ist. In Schottland und Irland ist das schon eher möglich. Südengland eignet sich zudem im Sommerhalbjahr kaum für Individualtouristen, denn es einfach überall nur voll. Der Caravan Club bietet noch mehr Vorteile: z.B. ausgewählte Plätze bieten hohe Rabatte an (monatliches Update), es gibt Preisvorteile bei verschiedenen Freizeitparks oder Sehenswürdigkeiten und man besucht die RSPB-Naturparks kostenlos.
Weitere Stellplätze, meist kostenlos, sind über den niederländischen Anbieter „campercontact“ zu finden. Dort werden Plätze in ganz Europa aufgelistet und sind auch ausführlich beschrieben. Eine bequeme Suche ist über die bereitgestellte Karte möglich, die Route dorthin kann man sich auch gleich anzeigen lassen oder man gibt die Adresse bei Google Maps ein. Very easy.

typisch englische Straße

typisch englische Straße

Zum Fahren besorgt man sich am besten einen Autoatlas in A3-Format. Dort sind alle Straßen verzeichnet. Verschiedene Farben geben Aufschluss darüber, welche Straßen wie breit sind. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht immer, denn in bestimmten Regionen wie Berglandschaften oder alte, gewachsene Dorflandschaften geht es meist ziemlich eng zu. Singleways sollten komplett mit dem Wohnmobil gemieden werden, da passen meistens kaum zwei PKW aneinander vorbei, an den Ausweichstellen.
Vor allem in England fährt man wie mit Scheuklappen, denn fast überall sind die Straßen bis zur Fahrbahn mit hohen Hecken bewachsen und man sieht nichts von der Landschaft. Das ist nicht nur schade, sondern auch oft ein Problem, wenn die einheimischen LKWs im Gegenverkehr angeschmettert kommen. Da geht oftmals ein Spiegel flöten.

Links fahren ist auf den britischen Inseln angesagt, dass weiß jeder. Das jedoch auch gegen die Fahrbahn geparkt werden darf, dass war uns neu und hat uns manchen Schreck versetzt. Es schient, als würde ein Auto auf unserer Fahrspur entgegen kommen. Irgendwann wurde auch das zur Gewohnheit und wir nutzten die Gelegenheit selbst das ein oder andere Mal. Das ist manchmal bequemer.
Die Straßenbeschilderung lässt nicht selten echt zu wünschen übrig. In den allermeisten Fällen, wenn vorhanden, sind die Schilder fast komplett zugewachsen und man erkennt erst beim Vorbeifahren, was draufsteht.

Stonehenge

Stonehenge

Wer länger auf den britischen Inseln unterwegs ist, für den sei der English Heritage Club oder der National Trust Club empfohlen. Wir meldeten uns gleich in der ersten Sehenswürdigkeit beim English Heritage Club an und hatten diesen Eintritt frei. Dazu kommen vierhundert weitere Sehenswürdigkeiten in England, für die dann kein Eintritt verlangt wird. Der Jahresbeitrag kostet um die 70,- Pfund. Den Einsatz hat man nach ein paar Besuchen wieder heraus. Die Eintrittspreise sind bekanntlich sehr gepfeffert. Stonehenge ist inkludiert, dessen Eintritt allein schon gut 36,- Pfund für zwei Erwachsene kostet.

Die Preise sind zumeist der Gestalt, dass die Waren das gleiche in Pfund kosten, was sie in Deutschland in Euro kosten. Das heißt, diese Waren sind ein viertel teurer als in Deutschland. Was unvergleichlich teurer ist, sind Wurst, Käse und vor allem Alkohol. Wer Lammfleisch mag, der sollte auf den britischen Inseln zuschlagen. Das dortige Lammfleisch ist preiswert und sehr lecker, wobei es geschmackliche und farbliche Unterschiede zu Irland gibt. Das irische Lammfleisch fanden wir noch einen Ticken feiner.

Einkaufen kann man sehr günstig bei Aldi und Lidl. Während in den meisten Ländern die beiden Ketten teurer sind, weil sie „Importware“ anbieten, ist es auf den britischen Inseln umgekehrt. Hier findet man auch deutsche Produkte. Aldi und Lidl sind fast überall vertreten. Günstig einkaufen geht auch bei Sainsbury und Iceland. Als die teuerste Kette hat sich für uns co-op herausgestellt.

Wichtiges Thema ist das Internet. In den USA arbeiteten wir schon mit einem eigenen WIFI (WLAN)-Hotspot. Da dies sehr bequem ist, forschten wir in Deutschland nach solch einem Gerät. Die unabhängigste Lösung ist das Gerät von Glocalme. Dieses arbeitet mit einem internen Empfangsteil. Dadurch ist man überall auf der Welt unabhängig von irgendwelchen SIM-Karten. Das kostet allerdings zumeist auch mehr als lokale SIM-Karten. Wenn man also eine lokale Daten-SIM-Karte bekommen kann, sollte man sich eine besorgen. Leider existiert auf den britischen Inseln kaum ein öffentliches Netz, so dass man oft genug ohne Internet dasteht. Abhilfe schaffen dann Touristinfos, Campingplätze, oder auch Sainsbury bietet kostenloses WLAN an. Das Glocalme-Gerät ist jedoch nur über amazon.com oder einem chinesischen Anbieter zu bekommen. Das andere Problem ist, dass das Gerät ein elektronisches ist und somit nicht aus den USA nach Deutschland versendet wird. Man sollte also jemanden haben, der vielleicht einmal aus den USA nach Deutschland kommt. Im Gepäck eines Reisenden ist es kein Problem.

Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Alles in allem sind wir froh, dieses Land bereist zu haben. Das Wetter ist zwar nicht wirklich ein Reisewetter, es regnet ziemlich oft. Dabei hatten wir noch Glück, denn wenn wir etwas sehr Sehenswertes besucht haben, schien auch die Sonne und es war halbwegs warm. Die Temperaturen lagen fast immer zwischen 17- 20 Grad, es war also nicht wirklich kalt, auch nachts nicht.
Gefallen haben uns die kleinen Häuschen mit ihren Erkern, kleinen Haustüren und großen Schornsteinen, es gibt viele schöne Vorgärten. Man findet so gut wie keine Hochhäuser, auch in den Großstädten nicht. Alles ist klein und gemütlich. Man ist jedoch kaum irgendwo allein auf der Straße oder zu Fuß unterwegs. Die britischen Inseln sind dicht besiedelt. Das macht sich vor allem an den touristischen Orten bemerkbar. Wenn man kann, sollte man seine Besichtigungen auf den Vormittag verlegen, anschließend wird es meistens richtig voll.

Affenbaum

Affenbaum

Überraschend sind die vielen Yuccapalmen, die wirklich bis in den hohen Norden vorkommen. Die urzeitlichen Affenbäume (Araukarien) sind zu stattlichen Exemplaren herangewachsen und kommen ebenfalls bis in den Norden vor. Sie sind so alt, dass sie sogar Zapfen tragen. Zusammen mit dem Pampasgras verleihen diese Pflanzen ein mediterranes Feeling und lassen das oft nicht so schöne Wetter in bisschen freundlicher aussehen.

Poole

Poole

Landschaftlich ist es auf den britischen Inseln überall schön. Für uns waren vor allem die Westküsten am interessantesten, vor allem wegen der Robben und Otter. Das Wasser ist dort am besten. Die allerschönsten Ziele waren Loch Ness (Schottland) im Sonnenschein, Giants Causeway (Nordirland) und die Cliffs of Moher (Irland).
Wir sind nicht so die Stadtbesucher, aber die alten englischen Städte wie Cambridge, Chester oder auch das schottische Edinburgh, sind auf jeden Fall einen Besuch wert. Dabei sollte man das P+R-System nutzen. Gemütlich geht es schon mal in den kleinen Küstenorten zu, die alle ein eigenes Gesicht besitzen.

Das ist es, was uns zu dieser Rundreise einfiel. Solltet Ihr etwas zu ergänzen oder Vorschläge für weitere Themen haben, schreibt bitte gerne einen Kommentar im Anschluss an diesen Artikel. Wir sind gespannt.

 

 

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