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Archiv für die Kategorie “Spanien/Portugal”

Tavira

Grenze Spanien-Portugal

Grenze Spanien-Portugal

Kurz hinter der Grenze zu Portugal findet man den sogenannten Welcome-Point. Den sollte man anfahren, wenn man das erste Mal in Portugal unterwegs ist, und sich dort unter anderem über die Bezahlung der Maut informieren. Das einfachste ist, wenn man sich gleich dort am Automaten der Schranke mit dem Nummernschild und der Kreditkarte registriert. Das kostet eine Gebühr von 60 Cent und ist für einen Monat gültig. An den kommenden Mautstationen muss man dann durch die Schranken mit dem entsprechenden Zeichen fahren und die Maut wird automatisch erhoben. Allerdings wissen wir noch nicht, wie wir erfahren, wie hoch die Mautgebühren sind, die abgebucht werden.
Es gibt aber auch Autobahnen, bei denen die Maut herkömmlich cash bezahlt werden kann. Wir werden wie immer versuchen, ohne Mautautobahnen auszukommen, aber das wird nicht in jedem Fall funktionieren.
Bis zur Ausfahrt 17 ist die A22 mautfrei. Dort kann man nach Manta Rota abbiegen und auf der N125 an der Küste entlang fahren. Da wir Tavira sehen wollten, hatten wir uns den Stellplatz in Manta Rota ausgesucht. Kurz vorher, in Altura, sahen wir viele Wohnmobile vor den Dünen stehen. Diesen Platz fuhren wir an und verbrachten dort eine Nacht, kostenlos. Trotzdem sahen wir uns den Stellplatz in Manta Rota an. Der ist, wie in mehreren Kommentaren angekündigt, rappelvoll. Kaum eine Chance ohne Voranmeldung. Dazu kostet der Platz 7,- inkl. Strom.

Stadtansicht Tavira

Stadtansicht Tavira

Tavira besitzt eine hübsche Altstadt, die durch den Ría Gilão geteilt wird. In der Westhälfte geht es geschäftiger zu, weil sich dort die meisten Sehenswürdigkeiten befinden. Auf dem Hügel über der maurischen Stadt thront die Hauptkirche Santa Maria do Castelo. Gleich nebenan stehen die Reste des alten Kastells, in dem ein schöner Garten angelegt ist. Von hier kann man über die vielen Dächer Taviras blicken.
Auf der anderen Seite der Kirche steht ein großer Wasserturm. In ihm ist eine Camera Obscura untergebracht. Mit Hilfe von Spiegeln wird eine 360°-Ansicht Taviras von der Decke des Wasserturms auf einen Tisch projiziert. Mit Hilfe dieser Ansicht werden die Sehenswürdigkeiten der Stadt erklärt.

Haustüre in Tavira

Haustüre in Tavira

Auffallend in Tavira sind die vielen mit maurischen Fliesen verkleideten Häuserfassaden und die Haustüren, die filigrane Holzgitter als Füllungen besitzen. Leider sind viele andere Häuser verfallen und suchen händeringend nach solventen Investoren, die ihnen neues Leben einhauchen.
Zwischen Tavira und der Küste breitet sich eine riesige Salinenlandschaft aus. Das mineralhaltige Salz wird zum Beispiel in der Markthalle verkauft. Natürlich leben auch hier Flamingos, zusammen mit vielen anderen verschiedenen Küstenvögeln.

gefüllte Kalmare

gefüllte Kalmare

In der Markthalle kauften wir neben wirklich leckeren Orangen auch frische Kalmare, ungesäubert. Wie schon in Spanien schmecken auch in Portugal die Orangen unglaublich gut, so süß und überaus saftig. Das ist der Vorteil, wenn sie vollreif direkt vom Baum verkauft werden.
Im Internet suchte ich nach Informationen, wie man die Kalmare küchenfertig bekommt. Die Augen hatte der Händler schon herausgeschnitten. Mir blieb nur noch, den Kopf aus der Tube zu ziehen, den Schnabel zu entfernen, die Tube zu leeren und abzuziehen sowie das Fischbein zu entfernen. Selbstverständlich wird abschließend alles noch einmal abgespült. Das Ganze ist recht einfach, aber eine echte Friemelei und Sauerei. Das nächste Mal werden die Kalmare wieder küchenfertig gekauft. Die Tuben und Flügel kann man kleinschneiden, mit Knobi und Zwiebel ganz kurz anbraten, mit Petersilie, Salz und Pfeffer mischen und die Tuben damit füllen. Die werden dann einfach nur noch sehr kurz rundum gebraten oder gegrillt, wirklich nur sehr kurz, sonst werden sie gummiartig.

Isla Cristina

Isla Cristina

Isla Cristina

Die ersten ACSI-Campingplätze in Portugal sind erst an der Westalgarve zu finden. Deshalb verbrachten wir zwei Nächte auf dem Campingplatz Giralda in Isla Cristina, für 17,-€ die Nacht. Da wir schon einmal dort waren, nutzten wir die Gelegenheit, einen Bummel durch den Ort zu machen. Da Sonntag war, hatte fast alles geschlossen, auch am Fischereihafen und im Fischerviertel war nichts los. Deshalb fuhren wir zur Marina und zum Leuchtturm weiter. In der Marina werden Rundfahrten durch die Salinen und den Naturpark angeboten. Eine einstündige Fahrt mit Gambas und Weißwein an Bord kostet 9,-€ pro Person.
Stadt und Strand werden durch einen breiten Dünenstreifen voneinander getrennt, durch den wieder Bretterwege führen. Auf Infotafeln wird bekannt gemacht, dass sich in dieser Dünenlandschaft Chamäleons aufhalten sollen. Es wäre schön, eines dieser exotischen Tiere zu entdecken, aber dass ist glaube ich wie ein Sechser im Lotto. Vielleicht ist es jetzt auch zu kalt für sie und sie sind irgendwo anders. Im Moment liegt jedenfalls der herrliche Duft des weißen Ginsters in der Luft. Die Büsche hängen übervoll von kleinen weißen Blüten, was sehr hübsch anzusehen ist.

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Karnevalsumzug in Isla Cristina

Es war nicht nur Sonntag, sondern auch Fasching und wir kamen gerade zu einem Faschingsumzug zurecht. Wir wussten nicht, wann der Zug starten würde und warteten eine ganze Weile. In der Zeit standen schon einmal die großen Umzugswagen bereit und wir konnten sie uns etwas genauer ansehen. Da steckt ganz schön viel Arbeit drin. Sie sind zwar nicht so groß wie die Wagen in Köln oder Mainz, aber sie stehen ihnen in nichts nach.
Um 16 Uhr startete der Zug dann und eine Unmenge Menschen säumten die Straßen. Tanzgruppen in wunderschönen Kostümen, ein paar Kapellen, die großen Umzugswagen und individuelle Fußgruppen in sehr kreativen Kostümen zogen wohl stundenlang durch die Stadt, darunter sehr viele Südamerikaner, die aus Bolivien, Peru und anderen Ländern k
ommen. Das Tempo gab die 1. Tanzgruppe vor und das legte ein Tempo von ungefähr 150m pro halbe Stunde vor. Der letzte Umzugswagen setzte sich wohl erst in Bewegung, als es dunkel war. So lange blieben wir jedoch nicht. Dies war unser zweiter südländischer Karnevalsumzug nach dem in Lanzarote vor einigen Jahren.

Wunderwerk Natur

Wunderwerk Natur

Seit Huelva begleiten uns wieder die schönen Orangenplantagen, aber auch wieder vermehrt Olivenbäume, etwas Wein und sehr viele Erdbeeren. Wie es aussieht, werden Erdbeeren wohl das ganze Jahr geerntet. Die Landschaft ist relativ flach und wird in Richtung Portugal hin immer sandiger. Der Rivera de Chanza ist der Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Tanken sollte man noch auf der spanischen Seite in Ayamonte, denn der Sprit ist in Portugal um einiges teurer.

Huelva

am Christoph Kolumbus Denkmal

am Christoph Kolumbus Denkmal

Das ist die letzte große Station vor Portugal. In Huelva dreht sich alles um Christoph Kolumbus, der 1492 von hier oder vom anderen Ufer des Río Tinto, von La Rápida aus, zu seiner ersten Entdeckungsfahrt nach Amerika aufbrach. Das imposanteste Denkmal für den großen Entdecker steht auf der Spitze des Zusammenflusses des Río Odiel und des Río Tinto. Seinem modernen Aussehen nach könnte man meinen, es wäre erst aufgestellt worden, aber das Denkmal stammt aus dem Jahre 1929 und wurde aus Sandstein errichtet. Auf dem dortigen Parkplatz verbrachten wir drei Nächte, um uns in der Umgebung umzusehen.

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Umgebung des Kolumbus-Denkmals

Rechts des Denkmals, in Richtung Stadt, wurde ein Naturpark angelegt. Das Ufer des Río Odiel wurde zum Schutzgebiet erklärt. In dem schlammigen Areal fühlen sich viele Küstenvögel wohl. Ein Bretterweg und in der Stadt eine großzügige Promenade führen am Ufer entlang. Dahinter ist es jedoch nicht mehr so idyllisch, denn dort reihen sich große Fabriken bis zur Innenstadt aneinander. Die Umweltbelastung ist sehr hoch. Schon nach zwei Tagen ist eine rote Staubschicht auf den Autos nicht zu übersehen, die wahrscheinlich aus der Kupferfabrik kommt.

Pferde im Nationalpark Doñana

Pferde im Nationalpark Doñana

Am Auslauf des Río Odiel, hinter der Mündung des Río Tinto, prägen mehrere Raffinerien das Bild der Landschaft, auch nicht eben toll. Wenn man die hinter sich gelassen hat, beginnt jedoch eine ruhige Dünenlandschaft, die durch Feuchtgebiete unterbrochen ist. Hinter Mazarón liegt die Grenze zum Nationalpark Doñana. Es führen ein paar kleine Straßen hindurch. Wenn man langsam unterwegs ist, kann man freilebende Pferde oder verschiedene größere Vögel wie Rebhühner beobachten. Es sollen sogar Luchse in diesem Nationalpark leben.

Steilküste bei Mazaron

Steilküste bei Mazaron

Östlich von Mazarón beginnt eine Steilküste, die wie von einem Bildhauer gearbeitet aussieht. Einen Zugang zum Strand gibt es z.B. beim Parador. Von unten sehen die Formationen, die leicht an Kappadokien erinnern, sehr imposant aus.

Ein anderes Ausflugsziel um Huelva liegt auf der westlichen Seite des Río Odiel. Bei El Portil liegt eine kleine Lagune, um die herum ein Naturpfad angelegt wurde, um Vögel zu beobachten. Es soll ein Hotspot für Löffler sein, aber wir hatten kein Glück. Mehr Glück hat man wahrscheinlich, wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Salinen unterwegs ist. Zumindest sahen wir dort viele Rosaflamingos, die in dem sehr salzhaltigen Wasser ihre Nahrung suchen.

La Rábida

La Rábida

La Rábida wurde 1992 mit EU-Mitteln zu einer Art Erholungsgebiet ausgebaut. Anlass war der 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus. Im Museum Muelle de las Carabelas liegen die Nachbauten der drei Schiffe, mit denen Kolumbus 1492 in See stach, das Flaggschiff Santa María und die Begleitschiffe La Niña und La Pinta. Leider ist das Museum wegen Renovierungsarbeiten bis März geschlossen.
Oberhalb des Museums ragt eine Säule mit einer stilisierten Erde und einem Kreuz auf der Spitze in den Himmel. Sie steht auf einem großzügig angelegten Platz, an den sich das Kloster Rábida anschließt. Dazu gibt es einen Garten, noch ein Kolumbus-Denkmal und kleinere Ausstellungen in einem Park, zum gleichen Thema.

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Kolumbus-Denkmal in der Altstadt

Um die Altstadt von Huelva zu sehen, in der ein weiteres Kolumbus-Denkmal steht, sollte man das Auto außerhalb parken. Es gibt ohnehin keine Parkplätze und die Einbahnstraßen führen zwar hinein, aber kaum wieder heraus.

Sevilla

Garten des Alcazar

Garten des Alcazar

Auf der Suche nach einem Stellplatz, von dem aus wir Sevilla besuchen konnten, brachte uns nach Dos Hermanas knapp südlich der Hauptstadt Andalusiens. Direkt an der Bahnstation Cantaelgallo am Westrand von Dos Hermanas sind zwei sehr große Parkplätze zu finden. Hier steigt man direkt in die Linie C1 der Gesellschaft renfe und ist in einer viertel Stunde im Zentrum von Sevilla. An der Station San Bernardo steigt man wieder aus. Die Fahrt hin und zurück kostet für zwei Personen 5,30€. Von der Bahnstation in Sevilla ist es dann noch ein Fußweg von einer viertel Stunde bis zur Kathedrale.
Zuerst erreicht man die Plaza Don Juan de Austria. Genau dort beginnt das Gelände der Alcazar, das heißt die Gärten des maurischen Palastes. Im Garten steht auch ein Denkmal für Christoph Kolumbus, der von hier aus Amerika entdeckte. Von dieser Zeit an erlebte Sevilla, die Wurzeln der Stadt reichen bis ins 8. Jahrhundert v.Chr. zurück, einen unglaublichen Aufschwung. Tonnenweise kam hier das Gold und Silber der Neuen Welt an, aber auch der Tabak und die Kartoffel starteten von Sevilla aus ihren Siegeszug durch Europa. Der Seefahrer Magellan startete hier in Sevilla seine Weltumsegelung.

Hospital de Venerables Sacerdotes

Hospital de Venerables Sacerdotes

Gleich an den Garten schließt sich der Alcazar an. Immer an deren Mauer entlang kommt man zum Hospital de Venerables Sacerdotes. Das wohl schönste barocke Gebäude Sevillas, erbaut im 17. Jahrhundert, war und ist kein Krankenhaus, sondern diente als Residenz für Priester. Es kann gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden. An das Hospital schließen sich die Altstadt und das Judenviertel an.

Turm der Kathedrale Sevilla

Turm der Kathedrale Sevilla

Geht man nun in Richtung Fluss weiter, erreicht man den Alcazar, den maurischen Königspalast von Sevilla. Quellen berichten, dass nicht mehr viel von der einstigen Pracht übrig ist. Da wir die Alcazaba von Granada ausgiebig besichtigt haben und dieser Palast im Grunde die gleiche Anlage war, ließen wir dessen Besuch aus.
Gleich neben dem Alcazar steht die größte katholische Kathedrale der Welt, deren Besuch einfach ein Muss ist. Auf dem Weg vom Hospital zur Kathedrale fällt ein großer Turm mit maurischen Verzierungen auf. Wir hatten keine Ahnung, dass dieser Turm zur Kathedrale gehört und liefen um den Bau, der sich an den Turm anschließt und der aussieht, als würde er aus Bauwerken unterschiedlicher Zeiten bestehen, herum. Tatsächlich ist dies die Kathedrale von Sevilla, die auf den Mauern der Moschee errichtet wurde, die aus dem 12. Jahrhundert stammte. Der Turm und der Orangengarten sind von der Moschee noch erhalten und gehören heute zum Ensemble der Kathedrale. Ganz original ist der Turm jedoch auch nicht mehr, denn der obere Teil wurde 1365 durch ein Erdbeben zerstört. Die Moschee wurde 1248 zur Kathedrale geweiht, der gotische Bau der Kathedrale erfolgte in den Jahren 1434-1547.

Grab des Christoph Kolumbus

Grab des Christoph Kolumbus

Das Innere der Kathedrale ist gewaltig und beherbergt nicht weniger aus 26 beeindruckende Altäre. Der Hauptaltar ist das Prunkstück der Kathedrale. Dessen Gestaltung ist sehr filigran und er ist vollkommen vergoldet.
In der Schatzkammer sind die goldenen oder vergoldeten Utensilien ausgestellt, die zur Kathedrale gehören.
Viel Aufmerksamkeit erregt der Sarg des Christoph Columbus, der von vier großen Figuren getragen wird. Diese Figuren sollen die Könige vier spanischer Königreiche darstellen, wodurch die Leistungen des Entdeckers gewürdigt werden sollen. Ob sich nun die sterblichen Überreste des Entdeckers in dem Sarg befinden oder nicht, ist umstritten. Nach dem Tod von Kolumbus wurde sein Körper mehrmals über den großen Teich transportiert und niemand weiß mehr, wo sie letztendlich geblieben sind. Der Sohn von Kolumbus, Hernando, liegt definitiv in der Kathedrale von Sevilla begraben.
Der Rundgang durch die Kathedrale endet im Orangengarten, der eindeutig maurisch ist und über dem noch einmal der Turm, das ehemalige Minarett, aufragt.

Goldener Turm

Goldener Turm

Nun kann man seine Schritte zum Río Guadalquivir lenken, der durch Sevilla fließt und bei Sanlúcar in den Atlantik mündet. Am Goldenen Turm, der abseits der Stadtmauer am Ufer steht und eine militärische Funktion erfüllte, befindet sich der Anleger für Flussrundfahrten. Gold hat der Turm niemals gesehen. Möglicherweise ist sein Name von etwas hergeleitet, was ihn einmal golden aussehen ließ.

Plaza de España

Plaza de España

Weiter dem Ufer des Guadalquivir folgend, gelangt man zur Ponte de los Remedios, an der man zur Plaza de España abbiegt. Um den Platz zu erreichen, durchquert man zuerst den Parque María Luisa. Große Alleen, Wasserbecken und exotische Gewächse laden zum Bummeln im Grünen ein. Sevilla zeichnet sich überhaupt durch sehr viel Grün aus. Überall findet man Parks und grüne Straßenbepflanzungen. Dies macht die Stadt sehr großzügig und lässt deren Bewohner und Besucher genug Platz zum Atmen.
Die Plaza de Espa
ña wird von einem halbrunden Prachtbau umrahmt, in dem wohl der Oberbürgermeister von Sevilla sitzt. Außerdem ist in einem Teil der Räume das Militärmuseum untergebracht.
Zwischen dem Gebäude und dem zentralen Platz ist ein Wasserbecken angelegt, welches mit einem kleinen Ruderboot befahren werden kann, mehrere kleine Bogenbrücken dabei unterquerend. Die vordere Begrenzung besteht aus einer Art Balustrade, auf dem Laternen auf Säulen stehen. Das Geländer und die Laternensäulen sind komplett mit weiß-blau-gelb-bemalter Keramik verkleidet. In der Mitte des Ganzen vervollkommnet ein Brunnen das Bild.

Sevilla hat sehr viel mehr zu bieten, als wir nun gesehen haben. Leider ist das Stadtzentrum so groß, dass es unmöglich an einem Tag zu Fuß zu erkunden ist. Da helfen dann die vielfältigen Angebote, die Stadt zu entdecken. Dazu gehören Kutschen, Hopp on Hopp off-Busse, Segway oder Fahrrad. Ein Besuch Sevillas ist auf jeden Fall etwas Besonderes.

Cadiz

Kathedrale El Puerto de Santa María

Kathedrale El Puerto de Santa María

Stellplatz ist der Parkplatz in El Puerto de Santa María, auf der gegenüberliegenden Seite des Río Guadalete, für 6,-€ pro Nacht ohne Service.
El Puerto de Santa María ist recht hübsch, auch wenn viele Häuser sehr vernachlässigt sind. Im 19. Jahrhundert existierte noch eine Werft am Flussufer, welche durch einen Brunnen mit Frischwasser versorgt wurde. Die Werft gibt es nicht mehr, nur der Brunnen steht noch, der außer der Werft auch die Stadt versorgte. Durch ein Seitenfenster sieht man die Zisterne, die den Brunnen speist. Heute lädt eine Promenade zum Bummeln am Flussufer ein. In der Verlängerung der Promenade gelangt man zu den Stränden von El Puerto de Santa María. Den Rückweg kann man durch die Gassen der Altstadt nehmen, vorbei an der Stierkampfarena und der Basilika. Auch für Laien ist leicht zu erkennen, dass sich in der Fassade der Basilika mehrere Stilrichtungen mischen. Mehrere Weißstorchpaare haben sich die Türme und Bögen des Baues als Nistplatz auserkoren.
El Puerto de Santa María ist der Hafen, von dem aus Kolumbus 1493 zu seiner zweiten Reise nach Amerika aufbrach. Heute bringt von hier aus eine Fähre mehrmals am Tag Passagiere über die Bucht von Cádiz in die gleichnamige Stadt. Die Überfahrt kostet 2,70€ und dauert eine halbe Stunde. Der Fähranleger in Cádiz befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Altstadt.

Cadiz und Kathedrale

Cadiz und Kathedrale

Cádiz ist die älteste Stadt Spaniens und eine der ältesten Städte Westeuropas. Ihre Gründung geht auf das Jahr 1100 v.Chr. durch die Phönizier zurück. Seither kann die Stadt auf eine sehr wechselvolle Geschichte zurückblicken. Die Altstadt von Cádiz liegt am Ende einer langen Landzunge und wird von einer etwa 7 km langen Stadtmauer umgeben, die durch mehrere Forts unterbrochen wird. Das vorgelagerte Castillo de San Sebastian kann nicht besucht werden. Dafür kann man das Castillo de Santa Catalina besichtigen. Weitere Besichtigungsziele sind der Botanische Garten Parque Genovés, das zur Hälfte ausgegrabene römische Amphitheater, die Reste des römischen Hauses Obispo, zu allen Zeiten eine heilige Stätte, und die gewaltige Kathedrale. Für die meisten Ziele werden Eintrittspreise verlangt.

Denkmal vor der Tabakfabrik

Denkmal vor der Tabakfabrik

Gleich beim Verlassen der Fähre fällt ein Schornstein auf. Er gehört zur Tabakfabrik, in der auch Zigarren hergestellt werden. Das große Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhundert komplett renoviert.
Wie in vielen spanischen Altstädten befinden sich auch in Cádiz viele Geschäfte und Kneipen in den schmalen Gassen, die auf Besucher warten. Hin und wieder sollte man auch hier in die hübschen Hinterhöfe sehen.

Markthalle von Cadiz

Markthalle von Cadiz

Die Markthalle aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde nach dem Vorbild einer römischen Agora errichtet. An der quadratischen Außenwand reihen sich die Verkaufsräume, die zum Innenhof hin durch von Säulen getragene Vordächer geschützt werden. Im Innenhof standen mobile Verkaufsstände. Erst vor ein paar Jahren baute man die recht geschmacklose Fischhalle hinein.

Jerez de la Frontera

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Sherry-Kellerei Tio Pepe

Die Hauptstadt des Sherry. Nur der Wein, der im Dreieck Jerez-Sanlúcar-Carrascal angebaut und gekeltert wird, darf sich Sherry nennen. Die größte Weinkellerei ist Tio Pepe, die seit 1835 existiert. Es ist ein Familienbetrieb, der heute in 150 Länder exportiert. Tio Pepe stellt verschiedene Sherrys, Brandys und auch Sherry-Essige her. Es ist ein Verbund von mehreren Bodegas, Weinkellern. Zudem verkauft die Kellerei den Nomad Whisky. Der Whisky wird aus Schottland importiert, in Jerez 1-2 Jahre in Sherryfässern gelagert und dann als der exklusive Nomad Whisky verkauft. Die ältesten Fässer bei Tio Pepe und in ganz Jerez sind 300 Jahre alt. In einem kleinen Raum werden alte Flaschen, teils voll, teils leer aufbewahrt. Früher füllte man von jedem Sherry, der produziert wurde, eine Flasche für das Archiv ab.
Viele Fässer sind von Berühmtheiten rund um die Welt signiert worden, wodurch eine Art Gästebuch-Weinkeller entstand.
Es werden auch deutschsprachige Touren angeboten, Eintritt ab 18,-€. Nach der Führung, die teilweise mit einer kleinen Bahn durchgeführt wird, gibt es eine Verkostung von zwei verschiedenen Sherrys. Weitere Proben kosten 1,50€ pro Glas. Im Angebot sind dann 6 Sorten. Der süßeste Sherry, der kaum aus der Flasche kommt, nennt sich Nectar und hat einen sehr hohen Anteil an Rosinen, die ihm den sehr kräftigen Geschmack verleihen. Wer süßen Wein liebt, sollte den unbedingt probieren. Man sollte nun annehmen, dass der Nectar fast unbezahlbar wäre, aber weit gefehlt. Die Flasche kostet gerade einmal 7,95€.
Außerdem gehören die weltgrößte Wetterfahne, ist im Buch der Rekorde gelistet, ein Garten und ein kleines Rebenfeld zum Gelände von Tio Pepe. Der hohe Eintrittspreis lohnt sich aber in jedem Fall.

ein Schluck für die Mäuse

ein Schluck für die Mäuse

Zu einem Keller gehören natürlich auch Mäuse. Vor langer Zeit hielt hier ein Mönch seine Mittagspausen ab, wobei manchmal etwas daneben fiel und sich Mäuse einstellten. Irgendwann stellte der Mönch fest, dass die Mäuse süßen Sherry lieben und stellte ihnen ein Glas hin, mit einer kleinen Leiter daran. Dass fanden Mensch und Mäuse so toll, dass noch heute ein Glas mit süßem Sherry für die Mäuse auf dem Boden des Weinkellers steht.

Catedral de San Salvador Jerez

Catedral de San Salvador Jerez

Gleich in der Nähe befindet sich die Altstadt von Jerez de la Frontera, die durch viele verschiedene Kirchen glänzt, die Alcázar (Festung) und unzählige Tapasbars, bei denen das Preis-Leistungsverhältnis stimmt.
Eine weitere Sherrykellerei, die Osborne-Kellerei, befindet sich in El Puerto de Santa María. Die Sandeman-Kellerei ist auch in Jerez zu finden. Ob diese beiden Kellereien zu besichtigen sind, kann ich allerdings nicht sagen.

 

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Vejer de la Frontera

Nach Ronda besichtigten wir nun eine weitere weiße Stadt. Vejer de la Frontera ist wieder einmal eine der schönsten weißen Städte Andalusiens. Nach unserem Urteil stimmt dieses Prädikat, die Stadt ist wirklich wunderschön. Vejer liegt rund um eine Bergspitze und ist, wie alle anderen weißen Städte, maurischen Ursprungs. Die kubischen Häuser, schöne Innenhöfe, enge Gassen und der schöne Plaza de Espaňa geben darüber Auskunft. Man sollte sich die Zeit nehmen und an der Stadtmauer entlang bummeln. Dort steht das Naturmauerwerk in schönem Kontrast zu den weißen Wohnhäusern.

Corredera Frontera

Corredera Frontera

Im Norden von Vejer, an der Corredera, schweift der Blick weit über das hügelige Hinterland. Der Berg, auf dem Vejer liegt, erhebt sich aus einer weiten Ebene zwischen der Küste und den Bergen des Hinterlandes. Dieses Gebiet ist der Landwirtschaft vorbehalten. Vornehmlich werden hier Getreide und Reis angebaut. Ein Großteil der Flächen machen Weiden aus, die jetzt im Winter saftig grün sind.
Sehenswert ist die Iglesia del Divino Salvador. Zuerst stand auf dem Platz eine Moschee. Die Christen bauten nach der Rückeroberung auf der von ihnen zerstörten Moschee eine Kirche. Irgendwann war sie aber auch eine Synagoge, wie die Reste des Davidsterns zeigen. Gleich hinter der Kirche befindet sich die Stadtmauer mit der Arco de la Segur.
Kommt man aus Süden nach Vejer, sieht die Stadtansicht ganz anders aus. Betritt man die Stadt durch das südliche Tor, gelangt man ins Judenviertel und zum Castillo.

Cabo de Trafalgar

Cabo de Trafalgar

An der Küste liegt das Kap Trafalgar. Der Leuchtturm steht auf einer Sandsteininsel, nur das die Wasserstraße heute vollkommen von Sand bedeckt ist. Die Straße zum Leuchtturm hat der Sand unter sich begraben. Es sehen nur noch kurze Stücken heraus. Die ganze Küste ist von Sanddünen bedeckt, in denen inzwischen Kiefern, Wacholder und weiß blühender Ginster wachsen. Diese Ginsterart ist sehr zart und verströmt jetzt zur Blütezeit einen zarten jasminähnlichen Duft.
Am Leuchtturm klärt eine Informationstafel über die berühmte Seeschlacht von Trafalgar unter Lord Nelson gegen spanische und französische Schiffe auf. Die Schlacht fand am 21. Oktober 1805 statt, die wohl Lord Nelson dank seiner Übermacht für sich entscheiden konnte. Zwei englische Opfer sind, ich habe berichtet, auf dem Trafalgar-Friedhof in
Gibraltar begraben.
Der Fels, auf dem der Leuchtturm steht, ist ebenfalls sehenswert. Das Mikrokonglomerat bildet feine Schichten und Wind und Wetter formten aus dem Stein schöne Skulpturen.

Thunfischmuseum

Thunfischmuseum

Während östlich des Kaps die Surfer ihrem Hobby frönen, breitet sich westlich davon ein langer Badestrand aus.
Barbate ist unserer Meinung nach nicht so sehenswert, aber zwischen Barbate und La Barca befindet sich ein Thunfisch-Museum. Leider war das Museum geschlossen, zu dessen Führungen auch eine Verkostung gehört, aber in dem angeschlossenen Laden kann man die Erzeugnisse kaufen. Das Ganze gehört zu einer Fisch-Konservierungsfabrik.

Waldrapp am Schlafplatz

Waldrapp am Schlafplatz

Das Glück meines Hobby-Ornithologenherzens ist kaum noch zu toppen. Vier Tage nach den unverhofften Gänsegeiern bei Bolonia trafen wir nun ebenso unverhofft auf die äußerst bedrohten Waldrappe. Es sind weltweit nur noch 4 Prozent der Population übrig, die es noch vor 80 Jahren gab. Es existieren nur noch drei Gruppen dieser seltenen Vögel, und zwar in Marokko, in Syrien und hier bei Vejer. Wir sichteten ein paar wenige Tiere nahe Trafalgar. Zu unserer großen Überraschung übernachteten wir auf dem gleichen Flecken Erde wie wahrscheinlich die ganze hiesige Population Waldrappe in Spanien, die zudem durch ein Hilfsprojekt in Gefangenschaft geboren und später ausgewildert wurden. Direkt in einer Felswand über der Straße in La Barca fanden sich an die neunzig Waldrappe zum Schlafen ein. Gleich daneben sammelten sich Dohlen für die Nacht und unten am Fluss flogen hunderte Kuhreiher bei Einbruch der Dämmerung ihre Schlafplätze im Schilf an. Wir standen praktisch mittendrin auf dem großen Parkplatz von La Barca. Es war ein unbeschreibliches Schauspiel. Sobald es am nächsten Morgen hell wurde, brachen alle Schlafgäste zusammen zu ihren Futterplätzen für den Tag auf.

Naturpark del Estrecho

Wanderdüne Playa Paloma

Wanderdüne Playa Paloma

Nach langer Zeit ohne Campingplatz und Stromanschluss verbringen wir nun ein paar Nächte auf dem Campingplatz Valdevaqueros neun Kilometer westlich von Tarifa, um die Batterien wieder richtig aufzuladen. Hier hat es nun endlich auch mit der Campingcard von ACSI geklappt. Endlich haben wir das Thema nun abgehakt.
Bis zum Playa Paloma sind einige freie Stellplätze sowie Campingplätze zu finden. Der Sandstrand zieht sich von Tarifa bis zu einer Wanderdüne am Playa Paloma. Das Baden empfiehlt sich jedoch nicht, da von La Línea bis hierher Abwässer, ungeklärt und ungesiebt, ins Wasser geleitet werden. Die Surfer freuen sich aber über ungetrübtes Vergnügen.
Wir haben nun doch keinen Abstecher nach Marokko gemacht, trotzdem bekamen wir eine Kostprobe davon. Die Wanderdüne bei Playa Paloma suggeriert durch ihre Größe eine Wüste und im Radio laufen mehrere marokkanische Sender. Marokko ist für uns allerdings kein unbekanntes Land mehr, denn eine einwöchige, sehr interessante Reise brachte uns nach Agadir und seine Umgebung.

Baelo Claudia

Baelo Claudia

Eine sehr interessante Ecke im Süden der Costa de la Luz ist Bolonia. In der Nähe des kleinen Ortes liegt eine weitere Wanderdüne, die aus dem Grün der Umgebung herausstrahlt. Zwischen Bolonia und der Düne wurde eine andere römische Stadt ausgegraben. Baelo Claudia existierte vier Jahrhunderte lang. Die Hauptaufgabe der Stadt bestand in der Konservierung von Fisch und der Herstellung der Fischsoße Garum. Solch eine Stadt fanden wir auch schon in Torrox an der Costa del Sol, nur dass die Ausgrabungen Baelo Claudias wesentlich umfangreicher sind. Als die Wirtschaft nicht mehr funktionierte und zudem durch Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen wurde, gab man die Stadt auf. Rund 500 Jahre später war sie das Sprungbrett für die maurischen Eroberer, die Baelo Claudia ihren Stempel aufdrückten, was vor allem am Theater ganz deutlich zu erkennen ist.

Gänsegeier

Gänsegeier

Unverhofft kommt, na ja, manchmal. Inzwischen haben wir zwei Gebiete auf spanischem Gebiet herausgesucht, in dem die Wahrscheinlichkeit hoch sein soll, europäische Geier zu beobachten. Ganz zufällig stießen wir in den Felsen gleich hinter der römischen Stadt auf die großen Vögel. Schnell vergaßen wir alles andere und versuchten, den Geiern näher zu kommen. Eine ziemlich kaputte Straße führt zu mehreren Aussichtspunkten über Bolonia und zu den Geierfelsen. Um die zehn Gänsegeier kreisen um die hellen Felsen, in denen sich auch mehrere Höhlen befinden. Im Moment werden Junge aufgezogen, einige stehen kurz vor ihrem ersten Flug. Solange sich unter ihren Nisthöhlen etwas bewegt, verharren die Jungvögel bewegungslos und sind praktisch unsichtbar. Ist es länger ruhig, kommen sie in Bewegung, schauen in die Weite, putzen sich oder trainieren für ihren ersten Flug. Die Altvögel versorgen die Jungvögel mit Beute, während mindestens ein Geier die Lage beobachtet. Immer wieder fliegen mehrere Tiere um die Felsen. Ein starker Luftstrom ist zu vernehmen, wenn die Vögel dicht über den Kopf hinwegfliegen. Man sollte dabei jederzeit halbwegs in Deckung bleiben, um sie richtig beobachten zu können. Es ist unbestritten eines der schönsten Erlebnisse, die man haben kann.

Bio-Ziegenkäserei

Bio-Ziegenkäserei

An der Gabelung der Straße zum Geierfelsen führt die Straße nach rechts zu einer Bio-Ziegenkäserei. Die 3 km lange Straße besteht nur noch aus Löchern und verbindet einzelne Gehöfte miteinander, die am Fuße der Berge liegen. Die Küste und die Berge gehören zum Naturpark del Estrecho. Irgendwann kommt man zu einer Art Zunftschild der Käserei El Cabrero de Bolonia. Von hier führt ein Fußweg zum Eingang des Hofes, der sehr versteckt liegt. Von Januar bis August wird hier täglich aus 200 Litern Ziegenmilch leckerer Käse hergestellt. Im Rest des Jahres gibt es wohl nicht genug frisches Grün für die Ziegen, damit sie genug Milch liefern können. Die nette Dame der Käserei lässt gerne von ihrem Käse verkosten, bevor man kauft. Frischkäse, Camembert oder fester gereifer Käse sind im Angebot. Die Preise sind jedoch überdurchschnittlich hoch, was wahrscheinlich der Tatsache des saisonalen Geschäftes zu verdanken ist. Für 10,-€ pro Erwachsenem werden auch geführte Touren durch die Käserei angeboten, die etwa eine Stunde dauern.

Tarifa

Tarifa Jet

Tarifa Jet

Die Insel Tarifa markiert den südlichsten Punkt Europas. Bis nach Afrika sind es nur noch 14km über die Straße von Gibraltar. Zwei bis dreimal am Tag fahren Fähren nach Tanger. In vielen Reisebüros werden 1- oder 2-Tagesausflüge nach Tanger angeboten, inkl. Kulturprogramm und marokkanischem Mittagessen. Der „Tarifa Jet“ bringt die Leute und Autos unter donnerndem Maschinengetöse in 35 Minuten in die marokkanische Küstenstadt.

Straße von Gibraltar

Straße von Gibraltar

Kurz vor Tarifa hat man am El Mirador del Estrecho die Straße von Gibraltar in ihrer ganzen Länge von Ceuta bis nach Tanger im Blick. Sie markiert die Trennung von Atlantik und Mittelmeer. Aus der erhöhten Position kann man weit nach Marokko hineinsehen und mehrere Bergkämme erkennen, bis hin zum Rif-Gebirge, ein toller Anblick. Allerdings hat man im Rücken einen großen Windpark stehen, der immer noch wächst und die Landschaft verschandelt.
Nur wenige Kilometer weiter nach Tarifa biegt eine kleine unbeschilderte Einfahrt zu einem Gebäude bergauf ab. Wir waren neugierig und fanden dort eine Vogelwarte mit umfangreichen Informationen zu den 350 Vogelarten, die durch die besonderen Bedingungen zwischen Atlantik und Mittelmeer herrschen, hier vorkommen. Kartenmaterial zeigt mehrere Wege und Gebiete auf, in denen besonders viele Vogelarten beobachtet werden können. Leider sind wir etwas zu früh dran, denn der Vogelzug startet erst.

Strand bei Tarifa

Strand bei Tarifa

An einem der Abende kamen kleinere Scharen Seidenreiher über die Straße von Gibraltar aus Afrika. Es war Zufall, dass wir sie beobachten durften, denn ein junger belgischer Freizeitmusiker unterhielt die Interessierten des Stellplatzes in Tarifa. Für ein paar Tage standen wir kostenlos auf einem Parkplatz direkt am Strand westlich der Stadt Tarifa, mit Blick auf den Atlantik und Tanger. Ein Bretterweg führt durch den Naturpark immer am breiten, von den ewig starken Winden glatt gefegten Strand entlang. Der Weg ist jedoch nicht mit Cabopino zu vergleichen.

Castillo de Santa Catalina

Castillo de Santa Catalina

Die Altstadt von Tarifa ist von einer Stadtmauer umgeben, welche am Hafen von dem Castillo de Guzmán abgeht. Für 4,-€ Eintritt kann man sich das Fort ansehen und wohl auch ein Stück auf der Stadtmauer entlang laufen und von oben auf die Gassen der Altstadt herabsehen.
Auffallend und recht niedlich ist das Castillo de Santa Catalina, welches auf einer kleinen Anhöhe thront und maurisch aussieht. Die gesamte Anhöhe ist jedoch von einem Bunker aus dem 2. Weltkrieg unterwandert, dessen außenseitige Bauwerke rund um das Castillo unschön aus den Hängen sehen.

Die Insel Tarifa mit dem Leuchtturm ist für die Öffentlichkeit gesperrt. Sie gehört der Guardia Civil und war wohl schon sehr lange ein Fort. Die ersten Einwohner waren auch hier die Phönizier, bevor die Römer sie ablösten.
Nach einem langen Regenguss ist der größte Teil des Strandes kein Strand mehr, sondern eine Lagune, die nur noch durch einen schmalen Streifen vom Meer getrennt ist. Von da ab regnete es ganze drei Tage.

Bahia de Algeciras

Carteia

Carteia

Das Wetter ist durchwachsen. Mal ist es grau und es regnet bei 12-15 Grad, mal scheint die Sonne bei 20 Grad. Schon lange gab es hier in Südspanien nicht solch ein schlechtes Winter. Das hörten wir doch schon auf den Britischen Inseln. Es ist ein verflixtes Wetterjahr.
Zwischen La Línea und Algeciras fristet das kleine Dörfchen Guadarranque sein Dasein an der Bucht von Algeciras. Einst wohl ein hübsches Fleckchen Erde wird das Dorf heute von einer Raffinerie und einer anderen großen Fabrik flankiert. Dreck, Gestank und Dauerlärm setzen Guadarranque zu, obwohl sich die verbliebenen Einwohner viel Mühe geben, das Dorf in Schuss zu halten.
Gleich in der Nähe befindet sich ein archäologisches Grabungsfeld. Hier stand einmal die römische Stadt Carteia, mit allem was dazugehört. Sie wurde auf phönizischen Grundmauern errichtet. Gegen eine Spende finden Führungen durch das 27 ha große Areal statt. Die ausführlichste Führung dauert zwei Stunden. Wer diese Zeit nicht hat, bekommt auch eine einstündige oder halbstündige Führung.

Markthalle von Algeciras

Markthalle von Algeciras

Wie von Gibraltar aus fahren auch von Algeciras Fähren nach Afrika. Der größte Teil der Wasserfront von Algeciras ist modern geprägt. Die Altstadt beginnt erst in der zweiten Reihe. In der Stadt halten sich sehr viele Marokkaner auf, aber auch viele Obdachlose. Die Markthalle fällt architektonisch aus dem Rahmen. Es ist ein runder Bau mit einem kuppelförmigen Dach. An vier Seiten ist die Kuppel abgeschnitten, so dass Bögen über den Eingängen entstanden sind. Das sieht recht interessant aus.
Zufällig entdeckten wir Ruinen am nördlichen Rand der Altstadt. Wir gehen davon aus, dass sie einmal zur Alcazaba gehörten.

Punta del Carnero

Punta del Carnero

Südlich von Algeciras führt eine kleine Straße zum Punta del Carnero, wo auch ein Leuchtturm steht. Der Leuchtturm kann nicht besucht werden. Einen Kaffee, auf den wir uns gemäß einer großen Werbetafel und Hinweisschildern gefreut hatten, bekamen wir auch nicht. Das Restaurant „El Faro“ wird erst noch gebaut. Dafür kamen wir uns an diesem Küstenabschnitt nicht wie in Südspanien, sondern wie in Schottland vor. Weite grüne Weiden mit Rindern darauf und eine raue Küste mit bis ins Wasser reichenden Felsen verwirrten unsere Sinne. Gegenüber ist wieder Afrika zu sehen.

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