A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Halbinsel Hel

Die Halbinsel Hel ragt ca. 35 km in die Danziger Bucht hinein und ist nur ein schmaler Landstreifen. Auf der südlichen Seite grenzt die Puck-Bucht an die Halbinsel, im Norden die Ostsee mit ihrem Sandstrand, dazwischen befindet sich Wald, der von etlichen Campingplätzen und ein paar Städten unterbrochen wird.

Fischerboot als Kanzel

Fast in der Mitte erhebt sich die Stadt Jastarnia mit ihrem Hafen, einem Leuchtturm und der Fischerkirche. Was von außen nicht zu erahnen ist, ist die reiche spätbarocke Innenausstattung. Die Farben Creme, Blau und Gold sind vorherrschend. Die Kanzel kommt in Form eines Fischerbootes daher. Diese Kirche wird als eine der schönsten Fischerkirchen an der Ostseeküste bezeichnet.

kaschubischer Grabhügel

Der Ort Hel am Ende der Halbinsel ist wieder ganz auf Tourismus ausgerichtet. Kneipen und Geschäfte sorgen für alles, was der Urlauber so braucht. Außerdem kann man am Hafen entlang bummeln, die Seehundstation besuchen, die sich für den Schutz der Tiere einsetzt, oder einmal rund um das Halbinselende laufen. Irgendwann trifft man dann auch auf den Leuchtturm.

Grundmauer für Funkmessortungsgerät „Würzburg-Riese“

Woran man allerdings auf Hel nicht vorbei kommt, sind die unzähligen Relikte aus dem 2. Weltkrieg und danach: Bunker, Beobachtungstürme und Geschützstellungen sind überall im Wald zu finden. Besonders viele Relikte findet man auf dem Inselkopf, wo man auch mehrere Museen zu den einzelnen Anlagen besuchen kann.

Wir sind Mitte Mai unterwegs und es ist relativ ruhig. Die unzähligen Parkplätze, die jetzt zum großen Teil noch kostenfrei sind, deuten auf jede Menge Betrieb in den Sommermonaten hin. Dann kosten sie auch Geld.

Bisher dachten wir immer, dass nur in Deutschland für öffentliche Toiletten Geld verlangt wird, aber so ist es auch in Polen. Überall sonst, zumindest in den Ländern, die wir bisher besucht haben, sind sie kostenlos.

Camping direkt am Meer

Wir stehen auf dem sehr schönen, direkt an der Steilküste gelegenen Campingplatz „Pole Namiotowe Horyzont“ am Ostende von Władisławowo. Der Ort liegt am Beginn der Halbinsel Hel. Im Moment hat der Campingplatz eine Hand voll Gäste und es ist gemütlich. Auf Bildern sieht man jedoch, dass die Campingplätze im Sommer gerammelt voll sind. Da geht wohl ohne Voranmeldung gar nichts. Zum Strand führt ein 5-min-Fußweg hinunter.

Essen aus der Natur

– neues Rezept: Hirtentäschel-Salat

Bei Lebensmitteln weiß man ganz gerne, wo es herkommt und was drin ist. Am besten geht das, wenn man sein Essen und Trinken selbst herstellt. Schon lange nehmen wir dafür auch was die Natur uns bietet. Es ist einfach zu schade, die guten Gaben nicht zu beachten. Gerade jetzt im Frühling, wenn es überall blüht und grünt, bekommt man wieder Appetit auf Frisches. Der Sommer und der Herbst verwöhnen uns dann mit Früchten aller Art. Wir haben schon einiges ausprobiert, wie ein Gemüsebett aus Brennnesseln, oder Miesmuscheln direkt mit Meerwasser gekocht. Ich möchte Euch gerne ein paar Anregungen und Rezepte weitergeben, aber beachtet bitte beim Sammeln und Pflücken, dass das Erntegut in einer sauberen Umgebung wächst.

HirtentäschelsalatHirtentäschel-Salat  -neu-

Ein Salat aus Hirtentäschel ist etwas, das man öfter essen sollte. Das Kraut ist angenehm würzig. Man kann alle Teile des Hirtentäschel verwenden, nur bei älteren Pflanzen, bei denen die Stiele zäh sind, sollte man die Blätter, Blüten und Samenkapseln von denselben zupfen. Alles gründlich waschen und in mundgerechten Stücken auf dem Teller anrichten. Dazu eine Vinaigrette aus Apfelessig, Ahornsirup, Salz, Pfeffer, Senf, selbstgemachtem Pesto aus getrockneten Tomaten und Sonnenblumenöl herstellen. Diese über den Salat geben.

Pesto aus getrockneten Tomaten: Getrocknete Tomaten ohne Öl in sehr kleine Stücke schneiden. Mit einem sehr scharfen Pürierstab geht das besser. Mit Salz und Pfeffer würzen, etwas Zitronensaft für die Konservierung dazu. Das Ganze in ein Glas geben und mit Olivenöl soweit auffüllen, das alles bedeckt ist. Das Glas gut verschließen und in den Kühlschrank stellen. So hält sich das Pesto einige Wochen und es kann für Salate, Soßen oder als Brotaufstrich verwendet werden.

Melde-Quiche  

Sehr einfaches und schnelles Rezept und das Ergebnis ist mehr als überzeugend: Für den Boden nehmt Ihr einfach eine fertige Hefeteigplatte aus dem Supermarkt. Ist zusammengerollt wie der Blätterteig. Den gebt Ihr so in eine Kuchenform, dass ein Stück Rand nach oben steht, überflüssigen Teig wegschneiden. 750g Meldeblätter mitsamt den nicht zu alten Stängeln (wächst im Frühsommer/Sommer überall) waschen, abtrocknen, etwas kleiner schneiden und auf dem Hefeteigboden verteilen. In einer Schüssel 1 kleingeschnittene Zwiebel, Knoblauch nach Geschmack, 2 Eier, 1/8 l Sahne, Salz und Pfeffer mischen. Dieses über die Meldeblätter geben und das Ganze in den Backofen schieben. Bei 200° etwa 25-30 min backen. Am besten noch warm genießen.

Ich habe ein weiteres Rezept mit Melde ausprobiert: Inzwischen (Ende Juli) hat die Pflanze eine stattliche Größe erreicht und die Stiele sind sehr hart geworden, bis in die Spitzen. Am besten zupft man die Blätter und Blüten von den Stielen, um sie in der Küche zu verwenden.
Reichlich Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, Bauchspeck anbraten, kleingeschnittene Zwiebel dazugeben, leicht anbräunen lassen. Dann die Melde zusammen mit kleingeschnittenem Knoblauch in die Pfanne geben und mitbraten. Um ein Anbrennen zu verhindern habe ich mit wenig Nudelwasser abgelöscht. Die Nudeln kochte ich nebenbei. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und nach 10 Minuten ist alles fertig. Die Meldemischung über die Nudeln geben und Guten Appetit.

Paprikasalat mit Löwenzahn und Gänseblümchen 

Roten Spitzpaprika in mundgerechte Stücke schneiden und mit jungen Löwenzahnblättern mischen, Dazu ein Dressing Eurer Wahl, vielleicht etwas mit Honig, darübergeben. Zuletzt mit reichlich Gänseblümchen garnieren. Sieht gut aus und schmeckt lecker.

Wiesenkräutersalat 

Vogelmiere (die grüne, nicht die mit den roten Stängeln), etwas Bitterkresse und Löwenzahnblätter gut waschen und schonend abtrocknen. Z.B. auf Rote Beete Capaccio verteilen. Salatsoße aus Knobi, Senf, Zitronensaft und Sonnenblumenöl herstellen und über den Salat träufeln. Zum Schluss mit krossem Bacon garnieren. Das ist ein schöner leichter Salat vom Frühjahr bis in den Spätsommer.

Kiefernzapfensirup

Grüne Kiefernzapfen bis 3cm Länge (können Ende Mai bis Ende Juni gesammelt werden), brauner Rohrzucker

Kiefernzapfen waschen und gründlich reinigen, danach mit einem scharfen Messer vierteln. Jedes Stück in Zucker wälzen und in ein Glas schichten. Zwischenräume mit Zucker ausfüllen. Die Zapfenstücke müssen mit einer 2cm hohen Zuckerschicht abschließend bedeckt werden. Glas verschließen und möglichst in die Sonne stellen. Durch die Hitze im Glas sollte der Zucker schmelzen. Nun sind die Nährstoffe von den Zapfen in den Sirup übergegangen und er kann abgefüllt werden. Die Zapfen entsorgen. Wer den Geschmack mag, der wird von diesem Sirup begeistert sein.

Bei mir hat sich der Zucker nicht ganz aufgelöst, deshalb gab ich alles in einen Topf und half mit der Hitze des Herdes ganz kurz nach, um nicht die wertvollen Inhaltsstoffe zu zerstören.

Achtung: Der Sirup ist eigentlich ein Heilmittel mit vielerlei Anwendungsmöglichkeiten, vor allem der Stärkung des Immunsystems. Durch die Stärke der Inhaltsstoffe sollte die tägliche Dosis nicht mehr als einen Teelöffel betragen!

eine Art Goldröhrlinge

Pilze

Waldpilze putzen, nicht waschen (bei Goldröhrlingen die schmierige Haut auf dem Hut abziehen), in mundgerechte Stücke schneiden, Schinkenspeck und Zwiebeln würfeln, Butter, Salz, reichlich Pfeffer, Thymian oder andere mediterrane Kräuter, Petersilie

Schinkenspeck anbraten, Zwiebelwürfel dazu, später Butter nach Belieben (hebt den Geschmack), Pilze in die Pfanne, würzen, Kräuter (außer der Petersilie) dazugeben und mindestens 20min bei geschlossenem Deckel dünsten. Wenn zu wenig Wasser, dann mit kochendem Wasser etwas nachgießen. Ganz zum Schluss die geschnittene Petersilie unterheben und sofort servieren. Ein Gedicht.

Herzmuscheln

Herzmuscheln, Olivenöl, feingeschnittene Zwiebel und Knoblauch, etwas Chilli, kleine Zucchiniwürfel, Weißwein, Sahne, Petersilie

Eine Schüssel voll Herzmuscheln sammeln und zusammen mit Meerwasser zwei Tage lang kühl stehen lassen. Wenn sich die Muscheln vom Sand befreit haben, das Wasser abgießen. Nur geschlossene Muscheln verwenden.
Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel anschwitzen, Knoblauch, Chilli, Zucchini dazugeben, weiter kurz anschwitzen, dann die Muscheln hineingeben. Mit Weißwein und etwas Sahne ablöschen, Wenn sich die Muscheln geöffnet haben, kurz weiter garen, dann mit Petersilie bestreuen und servieren.

Holundersuppe  

Einen halben 10l-Eimer voll Holunderdolden, Wasser, Rotwein oder Apfelsaft, Prise Salz, Zucker nach Geschmack, Zimt, Zitronensaft, Speisestärke (reicht für 4 Portionen)

Holunderdolden gründlich waschen, Beeren von den Stielen befreien und in einen großen Topf geben. Mit etwa dreiviertel soviel Wasser wie Beeren aufgießen, dazu etwas Rotwein, Salz und Zucker, aufkochen lassen. Zwei Minuten kochen, dabei Vorsicht vor Überkochen, dann die Beeren mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken. Etwas Zitronensaft und Zimt zugeben und mit Speisestärke binden. Fertig. Wir mögen es immer, wenn alle Inhaltsstoffe auf den Teller kommen und haben die Beeren in der Suppe gelassen. Dann sollte man jedoch sehen, dass möglichst wenige Stielansätze in den Topf gelangen. Wer die Beeren aus der Suppe filtert, braucht dabei nicht so gründlich sein.

Wer viel Holunder zur Verfügung hat, kann die Suppe auch heiß in saubere Gläser füllen und für den Winter zurückstellen. Wenn man die Beeren entfernt und die Suppe in Flaschen abfüllt, hat man einen gesunden Holundersaft für die kalte Jahreszeit.

Brotaufstrich mit Beifuß

Beifuß ist für seine Fähigkeit bekannt, fettige Speisen bekömmlicher für den Magen zu machen. Ich habe jetzt eine andere Möglichkeit gefunden, Beifuß zu verwenden, und zwar als leckeren Brotaufstrich.

2 mittelgroße Äpfel, dazu von der Menge her doppelt soviel Zwiebel, 5 Rispen Beifuß (frisch oder getrocknet), 200g Butter

Äpfel waschen, vom Kerngehäuse befreien und raspeln. Beifußrispen vom Stängel streifen. Butter in einem Topf erhitzen, Zwiebel und Beifuß dazu geben, eine halbe Stunde schmoren, bis eine leichte Bräune entstanden ist. Dann die geriebenen Äpfel dazugeben und noch einmal eine halbe Stunde auf der Flamme lassen. Öfter umrühren, damit nichts anbrennt. In saubere, mit kochendem Wasser ausgespülte Gläser geben und diese verschließen. Ergibt ungefähr 250-300ml zum Probieren.

Seekohl, Meerkohl

Seekohl, Meerkohl

Für dieses Rezept können alle Teile der jungen Pflanze verwendet werden. Ist sie schon älter, einfach probieren, was noch nicht so viele Bitterstoffe enthält. Die Blätter schmecken roh ähnlich wie Kohlrabi und man kann Salat daraus machen, z.B. mit Vinaigrette oder Sauce Hollandaise.

Wir haben die weichen Stiele, Blätter und die Blütendolden verwendet, in mundgerechte Stücke geschnitten und für ca. 10min in kochendes Salzwasser gegeben. Danach gießt man den Kohl ab (Wasser auffangen). Olivenöl erhitzen, geschnittene Zwiebel anschwitzen, den geschnittenen Seekohl dazugeben. Mit Knobi, Pfeffer und Muskat würzen, ein Stück Butter dazugeben, drei Minuten durchschwenken. Wir haben dazu Spaghetti gekocht, diese mit in den Kohl gegeben und mit ein wenig Kohlwasser aufgegossen. Fertig und richtig lecker.

Holunderblüten, frittiert

einige Holunderblütendolden (voll in Blüte stehend), 150g Mehl, 2 Eier, 20ml Öl, 250ml Milch, 1 Eßl Zucker, Prise Salz

Holunderblütendolden von Insekten befreien und grob reinigen (nicht waschen), mit dem Schneebesen Mehl, Eigelben, Öl, Milch, Zucker und Salz zu einem glatten, nicht zu dicken Teig verrühren, 20 min quellen lassen, dann das steifgeschlagene Eiweiß unterheben. Die Blütendolden durch den Teig ziehen und im heißen Ölbad ausbacken, bis der Teig goldgelb ist.

Löwenzahnblütenhonig

400 g Löwenzahnblüten, möglichst ohne Stile, 2 Zitronen, 2 kg Zucker, wenig Gelatine oder Agar-Agar

Löwenzahnblüten von evtl. Insekten befreien und zusammen mit entkernten Zitronenscheiben einschl. Schale in 1 Liter Wasser kochen. 24 h stehen lassen. Dann durch ein Sieb drücken und mit dem Zucker 1 Std. lang kochen. Dabei öfter umrühren, zum Schluss Agar-Agar zugeben. In Gläser füllen und Gläser verschließen.

Kaktusfeigengelee

Reife Kaktusfeigen, die roten geben eine sehr schöne Farbe, Gelierzucker

Kaktusfeigen von Stacheln befreien, aufschneiden und aushöhlen. Das Fruchtfleisch in einen Topf geben und kochen, abkühlen und durch ein Sieb streichen. Den Saft mit Gelierzucker, Verhältnis laut Packungsanweisung, aufkochen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Heiß in die Gläser füllen und verschließen.
Die Prozedur ist zwar eine große Sauerei, durch die kleinen Stacheln und die starke Farbe, aber das Ergebnis wiegt alles auf.

Tannenspitzenlikör

3-4 handvoll hellgrüne frische Tannenspitzen, 0,7l Gin 40%, 120-130g brauner oder weißer Kandiszucker

Tannenspitzen in ein Gefäß mit weitem Hals einfüllen, Kandiszucker dazu (dunkler Kandis macht dunklen Likör), mit Gin auffüllen, Gefäß verschließen. Jeden Tag durchschütteln. 6-8 Wochen, besser ein halbes Jahr, ziehen lassen. Wenn der Likör fertig ist, filtern und in Flaschen abfüllen. Gut gekühlt servieren. Das Aroma passt gut zur Winterzeit.
PS: Endlich haben wir den Likör in Flaschen abgefüllt. Es ist November und er ist sehr gut. Das Warten hat sich gelohnt.

Brennnesseln

Brennnesseln sind sehr beliebt in der alternativen Küche. Man kann die jungen Triebe oder auch im Sommer die Triebe mitsamt den Blütenständen verwenden. Die Pflanzen sollten jedoch nicht zu alt sein. Vorsicht, mit Handschuhen arbeiten!

Blätter und Blüten von den Stängeln streifen, Stängel wegwerfen. In einer Pfanne kleingeschnittene Zwiebel in Butter glasig dünsten, dann die Brennnesseln dazugeben. Ca. 10 min mit geschlossenem Deckel gar dünsten. Mit Salz und Pfeffer würzen. Das Ergebnis kann man als Gemüsebett unter einer heißen Fleischwurst essen.

Miesmuscheln

Im Norden Skandinaviens gibt es sauberes Meerwasser und jede Menge Miesmuscheln an den Küsten. Die Muscheln sind schnell gesammelt, gesäubert (nur die geschlossenen Muscheln verwenden) und direkt im Meerwasser gekocht. Da braucht es nicht mehr. Wer möchte kann gerne Zwiebeln und Petersilie dazugeben. Fertig ist das schnelle und kostenlose Gericht.

Wir werden diese Reihe unbedingt fortsetzen.

Łeba

Stadthafen Leba

Die Straße von Lebork nach Łeba ist an vielen Stellen sehr schlecht, aber es wird daran gearbeitet, dass sich dies in 1-2 Jahren ändert. Łeba ist zu dieser Jahreszeit ein verschlafener Ort, nur in der Fußgängerzone sind nennenswert Menschen unterwegs. In den Sommermonaten ist es mit der Gemütlichkeit dann vorbei. Unmengen von Unterkünften, Restaurants und Freizeitangeboten deuten auf ein hohes Aufkommen an Touristen hin. Im Moment ist vieles noch geschlossen. Die Saison ist hier an der Ostseeküste wohl sehr kurz.
Im Stadthafen liegen wieder Nachbauten von großen Segelschiffen, die zu Ausfahrten auf die Ostsee einladen. Fischer landen auf Kuttern ihre täglichen Fänge an und verkaufen sie auch gleich vor Ort, heute dieser, morgen jener, Fisch ist knapp geworden.

Saugspüler

Vor der Hafeneinfahrt wird die Fahrrinne ausgebaggert. Das Sand-Wasser-Gemisch wird am Strand wieder abgelagert. Es gelangt über eine lange Rohrleitung, die im Moment den breiten Strand verschandelt, an den gewünschten Ort.

Spazieren gehen kann man auf langen Wegen, z.B. durch den an den Strand angrenzenden Wald, am Strand entlang oder zum Sarbsko-See.

Wegweiser im Nationalpark

Die allermeisten Besucher Łebas sind jedoch nur wegen einer Attraktion gekommen – der polnischen Sahara. Vom Zentrum Łebas aus sind es zwei Kilometer bis zum Parkplatz Rąbka vor dem Eingang in den Slowinzischen Nationalpark. Die Slowinzen sind eine Volksgruppe der Kaschuben, einem westslawischen Volk. Das slowinzisch-kaschubische Gebiet erstreckt sich über die mittlere Ostseeküste Polens bis weit in den Süden hinein. Die slowinzische und die kaschubische Schweiz sowie die kaschubische Seenplatte gehören zu diesem Gebiet westlich der Danziger Bucht.

Küstenwald

Der Eintritt in den Nationalpark kostet 9,-Zl. Bis zur polnischen Sahara, wie die Lonsker Düne (Góra Łącka) genannt wird, sind es dann immer noch 5,5 Kilometer durch einen schönen lichten Küstenwald. Diese Entfernung kann man entweder zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem kostenpflichtigen EcoTaxi zurücklegen.

Baumreste in der Düne

Die Lonsker Düne ist eine Wanderdüne, die irgendwann in der Vergangenheit den Ort Łącka unter sich begraben hat. Daher stammt der Name der Düne, die jedes Jahr 10 Meter nach Osten wandert. Der höchste Punkt der Düne misst 42m. Die Düne will allerdings erst einmal erklommen werden. Der Hang ist sehr steil und hoch. Jeden Schritt muss man dreimal machen, da der feine Sand immer wieder unter den Füßen nachgibt. Wenn man es dann aber irgendwann geschafft hat, wird man mit einem Bild belohnt, welches in Europa einzigartig ist. Nichts als heller feiner Sand. Dort, wo die Düne den Waldrand bedeckt hat, schauen noch kahle Reste der Baumstämme, verzweifelt nach Luft ringend, aus dem Sand. Für die meisten Bäume ist es jedoch schon zu spät. Flechten besiedeln das tote Holz.

Noch eine letzte Anstrengung und man steht auf der mit 42m höchsten Düne. Dort geht es nicht mehr weiter, denn der Rest der Düne und des Nationalparks ist geschützt. Von dort oben hat man einen Rundumblick vom Feinsten. Der Blick schweift über die Ostsee, ans andere Ende der Lonsker Düne, weiter über den Leba-See und über den Wald, durch den wir gekommen sind. Über allem strahlt ein blauer Himmel, der einfach nur Freude macht. Man fühlt sich der Welt ein Stück weit entrückt, wenn…, ja wenn da nicht so viele Menschen wären. Dabei haben wir jetzt noch nicht einmal Saison.
Einen Zugang zum Strand gibt es von der Düne aus auch. Vom Strand aus ist jedoch nichts von dem Wunder der Natur zu sehen. Wer davon nichts weiß, läuft einfach vorbei.

Lonsker Düne

Fundament für Radioantenne

Auf dem Weg vom Parkplatz Rąbka zur Wanderdüne befindet sich auf der rechten Seite ein kleines Museum. Hier stand im 2. Weltkrieg eine große Radioantenne mit 7,5 Metern Durchmesser. Sie gehörte zu einer ganzen Kette von Radarstationen, die die Küste überwachten. Unweit befand sich ein Versuchsgelände für verschiedene Raketen. Das Fundament für die Antenne steht noch. Das Museum berichtet über die Tätigkeiten auf diesem Gelände während des Krieges und zeigt verschiedenes Gerät. Einige Tafeln besitzen Rückseiten, auf denen der polnische Text ins Deutsche übersetzt ist. Ein Aussichtsturm steht ebenfalls auf dem Gelände.

am Leba-See

Gegenüber hat man die Möglichkeit, einen Blick über den Leba-See zu werfen. Ein breiter Schilfgürtel schützt den See. Wer Interesse am Leben der Slowinzen hat, kann das Freilichtmuseum in Kluki am anderen Ende des Sees besuchen. Wir haben über das Fernsehen von dem Museum erfahren. Leider liegt es sehr weit ab vom Schuss.

Unser Wohnmobil steht auf dem schönen und ruhigen Camping Nr. 51 „Leśny“ am Ostrand von Łeba, 350m vom Strand entfernt.

Kołobrzeg (Kolberg)

Strand Kolberg

Zweieinhalb Wochen schönes Wetter, ohne Regen, das ist kaum zu glauben aber toll. Drei Tage besuchten wir Kolberg (deutsch). Die Stadt ist eine reine Kurstadt und das schon seit 200 Jahren. Es gibt keine Industrie, die für eine Luftverschmutzung verantwortlich gemacht werden könnte. Im Gegenteil: die Meeresluft ist sehr mineralhaltig, weshalb hier Kuren in vielen verschiedenen Richtungen angeboten werden. Zu der sehr gesunden Meeresluft gesellt sich die Tatsache, dass es im Stadtgebiet mehrere Mineral- und Solequellen gibt. Der 11 Kilometer lange Sandstrand, dies ist die West-Ost-Ausdehnung von Kolberg, sorgt für weitere entspannende Stunden.
Die Geschichte Kolbergs beginnt jedoch schon im 9. Jahrhundert, was sie zu einer der ältesten Städte Polens macht. Handel und Fischerei sowie Salzgewinnung ließen die Stadt aufblühen. Heute ist sie eine lebenswerte Stadt mit sehr viel Grün und zahlreichen Parks.

Leuchtturm Kolberg

Am besten lernt man Kolberg zuerst im Rahmen einer Stadtrundfahrt kennen. Die Wege sind weit und kaum zu erlaufen. Angeboten werden zumeist Fahrten in kleinen Elektrobussen für bis zu 9 Fahrgästen.
Unsere Fahrt begann am Campingplatz „Baltic“, wo wir das Wohnmobil stehen haben. Die erste Station war dann der Leuchtturm an der Hafeneinfahrt. Mit 26 Metern Höhe ist er nicht eben ein Riese, und er kann bestiegen werden.

Nachbau der Santa Maria

Am Kai liegen verschiedene Ausflugsschiffe, wie ein Wikingerschiff, ein Nachbau der Karavelle Santa Maria, ein Piratenschiff und ein ausgemustertes Torpedoboot. Von hier starten auch ganz früh morgens die Fähren zur Insel Bornholm.
Nach 10 Minuten Pause geht die Rundfahrt weiter zur Marina, wo 5-10 Minuten Zeit ist, sich umzusehen, bevor es zum Fischereihafen geht, wo ein weiterer kurzer Aufenthalt geplant ist. Direkt neben dem Fischereihafen befindet sich das Freilichtmuseum „Skansen Morski“. Dort können Schiffe verschiedenster Art besichtigt werden.

Domek Kata

Dann fährt der Elektrobus ins Stadtzentrum. Bei unserer Tour war ein Freigetränk im Restaurantcafé „Domek Kata“ in der Ul. Ratuszowa inkludiert. Während das Gebäude schon seit dem Mittelalter existiert, ist das Restaurant erst seit dem Jahr 2000 oder etwas später in Betrieb, aber es sieht innen aus, als wäre es schon 200 Jahre alt. Ein unglaubliches Ambiente, da schmeckt der Kaffee, oder was man sonst zu sich nimmt, noch einmal so gut.

Mariendom

Da der Aufenthalt im Zentrum Kolbergs nur auf 40 Minuten begrenzt ist, bleibt dann kaum noch Zeit, sich den Mariendom anzusehen. Der Backsteinbau aus dem 14. Jahrhundert ist im Stil der Pommern-Gotik erbaut und als 5-schiffiges Gebäude eine Besonderheit. Noch eine Besonderheit wartet im Inneren des Doms. Die rechte Säulenreihe steht ziemlich stark geneigt, auch eine Säule der linken Reihe. Da keine Bauschäden auszumachen sind, gehe ich mal davon aus, dass dies eine andere Ursache hat.

Rathaus Kolberg

Nicht zu übersehen ist das Rathaus gleich nebenan. Der Baumeister Karl Friedrich Schinkel, der gleiche, der die Dresdner Semperoper entwarf, erstellte auch die Pläne für das Kolberger Rathaus.

Rundfahrtbus

Die letzte Etappe der Stadtrundfahrt führte ins neue Kurviertel im Osten der Stadt. Wie gesagt, die Stadtrundfahrt dient nur zur Orientierung. Ein informativer Stadtplan gehört zum Programm, so dass man auch auf eigene Faust die Kolberger Sehenswürdigkeiten noch einmal ganz in Ruhe besuchen kann. Am besten ist dies aber mit einem Fahrrad zu bewerkstelligen, denn die Entfernungen sind nicht zu unterschätzen. Die Rundfahrt kostete 10,-€ pro Person und dauerte ca. 2,5 Stunden.

Kolberg von oben

Eine schöne Aussicht über die Stadt und die Küste hat man von der Dachterrasse des Hotels „Perła Bałtyku“ in Strandnähe. Ein sehr schönes, modernes Café sorgt für das leibliche Wohl.

Kurz vor der Mole ragt eine neue Seebrücke ins Wasser, die ebenfalls mit einem Restaurant lockt. Auf der Promenade reihen sich weitere Restaurants, viele auch mit Dachterrassen.

Bei einem Spaziergang die Mole entlang bekommt man einen besseren Blick auf die Hafengegend Kolbergs mit dem Leuchtturm.

altes Wohnhaus

Die Altstadt an sich ist nicht groß. Den Dom und das Rathaus habe ich schon erwähnt. Ein alter Backsteinbau am unteren Ende der Ul. Emilia Gierczak, fast am Ufer des Flusses Parzeta, steht ein Wohnhaus aus dem 16. Jahrhundert. Der alte Backsteinbau gehört heute dem „Museum der polnischen Armee“, welches gleich nebenan mit Ausstellungsräumen und einem Außengelände zu einem Besuch einlädt.
Zwei große Backstein-Türme wie der Luntenturm gehören ebenfalls zum Stadtbild.

Leuchtturm Gaski

Empfehlenswert ist auch ein Ausflug nach Osten an der Küste entlang. Dort, gut 20 km entfernt, steht der zweithöchste Leuchtturm der Küste nach Swinemünde. Der Leuchtturm von Gaski ist 51,2 Meter hoch. Mit Hilfe von 217 Stufen gelangt man auf die Aussichtsplattform.

am Jamno-See

Wer Ruhe im Urlaub liebt, der ist eher in dieser Gegend gut aufgehoben. Von hier aus bis nach Mielno am Jamno-See läuft die Zeit langsamer. Ein sehr schöner Ort ist auch Sarbinowo. Allerdings sollte man sich beeilen, will man noch die Ruhe genießen, denn es wird gebaut wie bei Weltmeisters. Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben. Hunderte neue Bungalows entstehen gerade.
Sandstrände laden überall ein. Sie reichen soweit das Auge sehen kann.

Wolin (Wollin)

Endlich auf Tour. Erste Station: Wolin (deutsch: Wollin). Die Anfänge der slawischen Stadt liegen im 8. Jahrhundert. Nur zwei Jahrhunderte später war Wollin schon die größte und bedeutendste Handelsstadt Nordeuropas. Der Hafen war der größte, den je jemand gesehen hatte, 300m lang. Viele Stämme, bis hin zu den Griechen, hatten Wohnrecht erhalten. Bis ins 11. Jahrhundert hinein behielt Wollin seine Bedeutung. Erst mit der Ankunft der Wikinger, ihren Überfällen und Plünderungen, begann der Untergang der Stadt.

Haithabu Wolin

Im 2. Weltkrieg wurde Wollin zum großen Teil zerstört, so dass es kaum mehr Zeichen aus früheren Zeiten gibt. Die Kirche, einige Wohngebäude und der Getreidespeicher am Fluss überlebten die Kriege. Die Stadt erinnerte sich jedoch an ihre lange Geschichte und legte nach dem Krieg ihren Schwerpunkt auf die Archäologie. Überall in Wollin wurde gegraben und Relikte aus der Slawen- und Wikingerzeit freigelegt. Die bedeutendste Grabung erfolgte auf der Insel vor der heutigen Stadt Wollin, im Fluss Dziwna. Dort befand sich eine Slawensiedlung, die von den Wikingern später übernommen wurde. Das Haithabu Wollin ist heute ein lebendiges Freilandmuseum. Freizeit-Slawen leben in dieser Siedlung wie die frühen Bewohner und stellen Produkte für das tägliche Leben her, die sie auch verkaufen. Ähnliche Anlagen findet man im gesamten südlichen Ostseeraum. Wir besichtigten bisher eine in Südschweden und das „Ukranenland“ in Torgelow.

Rathaus von Wolin

Am Marktplatz Wolins glänzt das Rathaus aus roten Backsteinen und eine schöne Promenade am Flussufer lädt zum Entspannen ein. Dort ist auch eine Drehbrücke zu finden, die zwei- bis dreimal pro Tag für die Freizeitboote geöffnet wird.
Neben dem Rathaus steht das Heimatmuseum, in dem die reiche Geschichte der Stadt erzählt wird. Überall in der Stadt stehen Informationstafeln zu den einzelnen Stationen, die man im Stadtgebiet entdecken kann.

Grabhügelanlage

Am südlichen Ende der Stadt, leider ist eine Beschilderung praktisch nicht vorhanden, so dass ich ziemlich gesucht habe, erheben sich ein paar Hügel. Sie sind mit Wald bewachsen. Auf dem ersten Hügel, von der Stadt aus, erhebt sich das Denkmal mit einem dreiköpfigen Gott. Auf einem der Hügel dahinter stand früher der Galgen. Auf der Rückseite des Galgenhügels fand man ein Areal mit 93 Grabhügeln aus dem 9.-11. Jahrhundert. Es ist somit die älteste Nekropole in Pommern. 34 Gräber mit reichen Grabbeigaben haben die Zeiten und Plünderungen überlebt.

Strand des Stellplatzes

Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, dem sei der Stellplatz der Familie Lafrentz kurz vor Gogolice empfohlen. Der Platz liegt direkt am Wasser, nur ein paar hundert Meter vom Haithabu Wollin und gut einen Kilometer von der Stadt Wolin entfernt. Hier kann man die Abende genießen, Sonnenuntergänge beobachten und den Lauten der Natur lauschen. Der nette Gastgeber gibt gerne Tipps für Ausflüge.

Pommenrscher Jakobsweg

Der Weg von Gogolice zum Zentrum Wolins gehört zum pommerschen Stück des Jakobsweges nach Santiago de Campostella. 3550 Kilometer hat der Pilger dann noch vor sich. Für uns war es schon das zweite Stück, das wir gelaufen sind. Die erste Bekanntschaft mit dem Jakobsweg machten wir in Nordspanien, in Ponferrada.

Ein Tipp zum Essen gehen in Wollin: das KA la FIOR ist da die erste Adresse, günstige und sehr gute Gerichte. In den Pizzerien kann man zwar billig essen, aber die haben eher Kneipencharakter.

Aussichtspunkt Lubin

Eine schöne Rundfahrt kann man über die Insel Wollin unternehmen. Wir begannen unsere Tour in Lubin. Von dem dortigen Aussichtspunkt Grodzisko w Lubinie, Eintritt 4.-Zl, hat man einen schönen Blick über das Swinedelta. Wer sich Zeit nimmt, holt sich am Kiosk etwas und genießt den Ausblick aus einem der bereitstehenden Liegestühle, oder von der schönen Terrasse des Kiosks aus.
Das großzügige Gelände ist der Entstehungsort Lubins (Lebbin). Anfang des 12. Jahrhunderts erwähnte man den Ort als eine Burg. Ein Missionar baute zu dieser Zeit die St.-Nikolaus-Kirche. Sie ist die älteste Kirche Pommerns. Erst 2008 begann man mit den Ausgrabungen und entdeckte dabei einen Wohnturm und Reste des Burgwalls, 2009 die Kirche und 2011 einen Friedhof.

Abschussrampe der V3

Von Lubin aus nur wenige Kilometer Richtung Norden, trifft man auf das Bunker-Minimuseum, das einzige V3-Museum auf polnischem Boden. 1943 wurde das Testgelände für die Geheimwaffe V3 fertiggestellt. Im selben Jahr fand der erste Test der „Superkanone“ statt. Sie erlangt jedoch kaum eine Bedeutung im 2. Weltkrieg, anders als die Vergeltungswaffen V1 und V2, die in Peenemünde auf Usedom getestet wurden. Um die V3 abzuschießen, war eine lange Rampe notwendig. Die Betonsockel für das Druckrohr sind heute noch im Wald in Museumsnähe zu besichtigen. Das Besondere an der Konstruktion war, dass die Rakete mehrere Schübe bekam, um eine Reichweite von 160km zu erreichen. Eintritt ins Minimuseum: 5,-Zl, die Ruinen oben im Wald sind gratis zu besichtigen.

Wisent

Von Miedzyzdroje (Misdroy) aus ist der Weg zum Wisent-Gehege ausgeschildert. Wer Interesse hat, findet in der Stadt auch das Museum zum Wolin-Nationalpark, ein Naturkundemuseum. Der Eintritt ins Wisent-Gehege kostet 7,-Zl, allerdings ist der Park mehr etwas für Kinder. Die Anzahl der Tiere lässt eher zu wünschen übrig. Neben den Wisenten gibt es ein Wildschwein-Gehege, gerade einmal mit zwei Tieren, eine Voliere mit einem einsamen Seeadler, und im Reh-Gehege konnten wir nur ein Tier entdecken. Vielleicht sind es Tiere, die Hilfe brauchen.
Schwerpunkt des Parks sind natürlich die Wisente, um deren Zucht und Erhalt man sich kümmert. Der ganze Park soll 28 Hektar groß sein, wovon die Wisente allein 20 Hektar beanspruchen können. Sie leben weitestgehend ungestört. Um die Tiere zu den Beobachtungsstellen zu bekommen, hat man dort die Tränke angelegt. Es leben ständig 5-12 Wisente im Park. Die Tiere sind einiges kleiner als ihre amerikanischen Verwandten, die Bisons. Ehrlich gesagt, war es meine erste Begegnung mit Wisenten. Die gewaltigen Bisons habe ich dagegen schon einige Male sehen dürfen.
Weltweit existieren heute um die 5000 Wisente, die alle von den letzten 12 Tieren abstammen, die man nach dem Krieg von Privatleuten übernahm. 5000 hört sich viel an, aber die Wisente sind immer noch in ihrer Art bedroht, denn sie fallen immer wieder verschiedenen Krankheiten, wie Maul- und Klauenseuche oder Tuberkulose, zum Opfer.

Fischerboote in Misdroy

Das Seebad Miedzyzdroje (Misdroy) ist ein Touristenmagnet. Einige Villen, deren Stil leicht an die deutsche Bäderarchitektur erinnert, zeugen von einer glanzvollen Geschichte. Ein langer Sandstrand trennt die Stadt von der Ostsee, in die die Seebrücke hineinragt. Die Promenade vor und die Seebrücke an sich sind sehr kommerziell ausgerichtet. Die Fußgängerzone in der Stadt ist dagegen eher ruhig.
Vom Ende der Seebrücke aus fahren Schiffe zu mehreren Usedomer Häfen.
Sehr leckeren Räucherfisch, frisch aus dem Ofen und in reicher Auswahl, bekommt man am Strandabschnitt F am westlichen Ende von Miedzyzdroje. Möchte man Fisch essen, gebraten oder geräuchert, dann laden unzählige kleine Kneipen direkt am Strandabschnitt A am östlichen Ende der Stadt dazu ein. Auf Empfehlung unseres Gastgebers kehrten wir im Strzecha ein. Das Essen dort ist zwar einfach, aber sehr lecker und vielfältig.
Nach dem Essen kann man sich die Füße am Strand entlang unterhalb der Steilküste vertreten.

Die Rundfahrt über die Insel Wolin, zurück nach Wolin, nahmen wir weiter auf der Küstenstraße 102, die immer nur durch den jetzt gerade frisch-grünen Buchenwald führt. Irgendwo biegt ein Waldweg zur Steilküste ab, wo zu Fuß ein weiterer Aussichtspunkt zu finden ist. Kurz vor Miedzywodzie bogen wir nach Süden ab. Durch eine schöne Landschaft und kleine Orte, immer an der Dziwna entlang, erreichten wir Wolin.

Pfarrbezirk Kamien Pomorskis

Ein anderes Ausflugsziel ist Kamien Pomorski, nordöstlich von Wolin. Nachdem, was wir über die Stadt gelesen haben und nach der Größe der Stadt auf der Karte zu urteilen, hatten wir uns ein Bild zurechtgelegt. Ganz das Gegenteil erwartete uns. Das Zentrum ist sehr klein und es gibt nicht viel Sehenswertes. Neben dem sehr hübsch anzusehenden Rathaus ist die Hauptsehenswürdigkeit der gotische Dom des heiligen Johannes. Zum Pfarrbezirk, Kamien Pomorski wurde im 12. Jahrhundert Bischofssitz, gehören weitere Bauten rund um den Dom. wie der Bischofspalast. Reste der Stadtmauer sind noch erhalten.
Schön ist es auch an der Marina, an die ein kleiner Park anschließt.

Teichfrosch

Was hat die Natur um Wolin zu bieten? Neben den üblichen Tieren und Vögeln wie Kormoranen, Krähen, Spatzen usw. erfreute uns die Natur mit Kuckucken, Rehen, einem Eichelhäher, einer Handvoll Pirole, die uns morgens weckten, und einer Ringelnatter, die in Strandnähe im Wasser schwamm. Am meisten freute uns das Weißschwanz-Seeadler-Pärchen. Sie nisten wohl im an den Stellplatz grenzenden Wald und fliegen mehrmals am Tag über unsere Köpfe hinweg, um im Woliner Haff auf Beutezug zu gehen. Was uns allerdings zu denken gibt, sind die riesigen Mückenschwärme, wie wir bisher noch keine gesehen haben, und die summen, als säße man im Bienenstock. Bis jetzt sind nur die unbedenklichen Männchen unterwegs. Wenn jedoch im Mai/Juni die Weibchen schlüpfen, dann wird das wohl nicht wirklich lustig werden.

Ölkäfer

Schwarzblauer Ölkäfer

Wir sind mal wieder in Drewelow. Ich berichtete einmal von diesem winzigen, ruhigen Dorf in Mecklenburg-Vorpommern. Von hier wollen wir zu unserer Sommer-Rundreise starten.

Der Boden in und um Drewelow ist sandig, hier und da gibt es noch fast unberührte Wiesen. Vor ein paar Tagen fiel uns eine Käferart auf, die wir noch nie vorher gesehen hatten. Eine Recherche ergab, dass es sich bei diesen seltsamen, großen Käfern um den Schwarzblauen Ölkäfer handelt. Sie sind sehr groß, werden 3,5cm lang, und sehr behäbig. Eine Tastprobe ergab, dass ihr Körper sehr weich ist. Das liegt daran, dass ihre Flügel nur noch Stummel sind und bald hinter dem Kopf aufhören. Der Körper weist ein schönes „Relief“ auf, was den Käfer optisch sehr interessant macht.

Die Recherche ergab weiterhin, dass auf unserer Aufnahme ein Weibchen zu sehen ist. Die Männchen haben stark abgewinkelte Fühler. Außerdem produzieren die Schwarzblauen Ölkäfer bei Gefahr eine ölige Flüssigkeit, die giftig ist, auch für Menschen.

„schlüpfender“ Ölkäfer

An einem der Abende, zur Zeit freuen wir uns über sehr warme Frühlingstage, fand ich eine Stelle im Garten, an der sich zwei kleine Löcher befanden. Das Erdreich war am Rand der Löcher aufgehäuft, sehr merkwürdig. Ein genaueres Hinsehen offenbarte, dass da gerade zwei neue Ölkäfer das Licht der Welt erblickten. Der Entwicklungsweg der Schwarzblauen Ölkäfer ist wohl der gleiche, wie bei den Maikäfern. Es war sehr aufregend, dies zu beobachten.

Noch eine Info: Die Schwarzblauen Ölkäfer stehen bei uns auf der Liste der gefährdeten Arten. Wenn Ihr also einen dieser Käfer seht, beobachten ist erlaubt, töten nicht, aber Vorsicht, wenn Kleinkinder in der Nähe sind.

 

 

Aufbruch zu neuen Ufern

Nach einem Jahr Zwangspause in Deutschland wollen wir nun endlich wieder hinaus in die weite Welt. Unser Womo hat sein dunkles Winterquartier verlassen und freut sich wie wir, dass es bald losgeht. Die Ziele für diesen Sommer sollen sein: Bernsteinküste, Masuren, Baltische Staaten, dann quer durch Finnland und Schweden zu den Lofoten. Wie der Heimweg aussehen wird, irgendwann im Oktober, wissen wir noch nicht. Mal sehen. Wenigstens sieht so unser Plan aus, wenn alles gut geht. Die letzten Vorbereitungen sind jetzt im Gange und spätestens Anfang Mai werden wir auf Tour sein. Wir freuen uns riesig und werden, wie immer, von unserer Reise berichten.

PS: Endlich Frühling satt, Sonne und viel Wärme, superschön.

Selbstgemacht

Erst war da nur ein Plätschern, welches sich zu einem Rinnsal steigerte. Nun ist es ein Fluss, bald wird es ein Strom sein: die Bewegung gegen Chemie und gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe in unserer Kosmetik und Drogerieartikel. Die Warnungen werden immer lauter und zahlreicher. Grund genug, auch uns über diese Situation Gedanken zu machen. Wir haben zwar noch nie für jedes Putzvorhaben ein anderes Mittel gekauft, sondern uns auf weniges Notwendige beschränkt.

Vor Kurzem fand ich eine Internetseite, die sich mit Selbstgemachtem aller Art beschäftigt. Auf www.smarticular.net findet man zahlreiche Rezepte und Anregungen, um seine Kosmetik- und Drogerieartikel einfach selbst herzustellen. Einige Produkte, auf Basis alter Hausmittel, habe ich seit zirka fünf Monaten getestet und bin vollkommen zufrieden. Bei der Anwendung der gekauften Produkte hatte ich schon seit Jahren ein ungutes Gefühl, z.B. beim Geschirrspülmittel, welches nicht mit dem Geschirrtuch entfernt wird, oder das Benutzen der Putzmittel ohne Handschuhe usw. Dieses Gefühl ist mit den selbst hergestellten Mitteln verschwunden.

Ich möchte hier die bisher von uns selbstgemachten und selbst getesteten Produkte vorstellen. In vielen Rezepten ist Kernseife enthalten. Die meisten Kernseifen enthalten jedoch Palmöl. Wer darauf verzichten möchte, kann die Kernseife auch durch Olivenölseife austauschen. Die anderen Hausmittel wie Soda, Waschsoda oder Natron werden, wie auch deren Anwendung, auf der og. Internetseite beschrieben.

Also hier nun unsere Rezepte:

Waschmittel
100g Kernseife
16 El Waschsoda
1,5 – 2 l Wasser
Die Kernseife in Flocken zerkleinern, mit heißem Wasser auffüllen, aufkochen und solange mit einem Schneebesen rühren, bis sich die Seife aufgelöst hat. Abkühlen lassen, erneut aufkochen. Dann das Soda hinzugeben und nochmals gut rühren. Vorsicht: es kann stark schäumen!! In einen Behälter abfüllen. Wenn die Masse erkaltet ist, besitzt sie eine feste Konsistenz. Davon genügt ein guter Teelöffel voll für einen Waschgang. Bei starker Verschmutzung entweder mehr von dem Waschmittel oder einen zusätzlichen Löffel Waschsoda zugeben.

Es ist auch möglich, vor allem bei weißer Wäsche, diese über Nacht in einer Waschsodalösung einzuweichen.

Bevorzugt Ihr eher flüssiges Waschmittel, dann nehmt Ihr einfach mehr Wasser. Die Dosis muss dann allerdings entsprechend erhöht werden.

Spülmittel

15g Kernseife
300 ml Wasser
4 Tl Natron
etwas Zitronensaft
Mit Kernseife und Wasser wie oben verfahren. Nach dem zweiten Aufkochen das Natron zufügen. Wenn das Spülmittel etwas abgekühlt ist, in eine gebrauchte Spülmittelflasche umfüllen und etwas Zitronensaft zufügen.

Dieses Rezept ist für normales Wasser gedacht. Solltet Ihr mit härterem Wasser zu kämpfen haben, dann muss entsprechend mehr Natron verwendet werden.

Vor jedem Gebrauch kurz und kräftig schütteln. Das Fett entfernt den Schmutz, der Zitronensaft sorgt für Glanz. Das Spülmittel schäumt nicht! Bei hartnäckigem Schmutz das Geschirrteil einfach in das Spülwasser eintauchen und eine Minute beiseite stellen. Der Schmutz sollte sich dann leicht lösen.
Bei angebackenen Resten in Töpfen oder Auflaufformen einfach etwas Spülmittel mit Wasser einfüllen und aufkochen.

Nach mehr als einjährigem Gebrauch des Spülmittels mit und ohne Kernseife sowie verschiedenen Mischungsverhältnissen bin ich eigentlich genervt von den ewigen Fetträndern und den Lappen, in denen sich das Fett ständig festsetzt. Deshalb sind wir inzwischen auf die Spülmittel von Frosch umgestiegen. Frosch setzt auf natürliche Inhaltsstoffe, recycelte Verpackungungen und verzichtet auf Chemie sowie Mikroplastik. Das Ergebnis ist top.

Flüssige Seife

50g Kernseife
300 ml Wasser
2 El Natron
Mit Kernseife und Wasser wie oben verfahren. Nach dem zweiten Aufkochen das Natron zufügen. Wenn die Seife etwas abgekühlt ist, in eine gebrauchte Flüssigseife-Flasche umfüllen. Gut schütteln.

Deo-Creme

2 El Kokosöl
3 El Natron
3 El Speisestärke
Natron und Speisestärke miteinander vermischen. Kokosöl erwärmen, damit es flüssig wird. Nach und nach etwas Öl in die Natron-Stärke-Mischung geben, bis eine cremige Masse entstanden ist. Fertig ist das neue Deo. Am besten in einen leeren Glastiegel, z.B. einer Gesichtscreme, abfüllen.

Während gekaufte Deo´s oft versagen, wirkt diese selbstgemachte Deo-Creme bei uns 100%ig. Dabei genügt eine Menge, die auf die Fingernagelspitze passt.

Kokosöl ist ein Naturprodukt und besitzt keine lange Haltbarkeit. Bitte daher mit äußerster Sauberkeit vorgehen und lieber des öfteren eine neue Dosis herstellen.

Parfüm

Rezeptvorschläge findet Ihr bei smarticular. Da muss jeder seinen Duft herausfinden. Wir haben uns von der letzten Reise nach Marokko ätherische Öle mitgebracht. Man kann für die Herstellung des eigenen Parfüms Alkohol (Weingeist 96%) verwenden. Wer Alkohol auf der Haut nicht verträgt, mischt das Öl statt mit Alkohol nur mit Wasser, allerdings lässt die Haltbarkeit dann zu wünschen übrig. Ich benutze die Ölkomposition mit einem Miniroller jetzt pur.

Unser derzeitiges Rezept:

3 Tr Orangenöl
10 Tr Jasminöl
10 Tr Rosenwasser
Bei der Zugabe des Wassers gilt die Regel 1 Teil Öl = 4 Teile Wasser, ist aber nicht zwingend. Das Parfüm in einen Glaszerstäuber abfüllen.

Gerade auf Reisen geht es um Gewicht und Umfang des Gepäcks. Eine tolle Idee, trotzdem das Lieblingsparfüm bei sich zu haben, ist ein kleiner nachfüllbarer Zerstäuber für die Tasche.

Mückenspray (für 300ml)
In den Masuren getestet und für wirksam befunden.

220 ml abgekochtes Wasser
80 ml klare Spirituose (z.B. Wodka mit mind. 40%)
9 Tr Teebaumöl*
27 Tr Lavendelöl*
Alles vermischen und in eine Sprayflasche füllen.

Auch hier kann man verschiedene Öle, wie Citronella, Lemongras oder Eukalytus, verwenden. Alle diese Düfte können Mücken vertreiben.

Wer eine längerfristige Lösung sucht, weil er vielleicht mehrere Wochen in Gebieten unterwegs ist, die die Mücken genauso lieben, dann habe ich folgenden Tipp. Funktioniert garantiert:
Apfelessig mit Honig mischen, ca. 2:1. Davon jeden Tag einen Schluck mit einem Glas Wasser verdünnt trinken. Mit dieser Kur sollte man aber schon drei Wochen vor dem „Mückentrip“ beginnen. Eure Ausdünstungen sind für den Menschen nicht wahrnehmbar, aber die Mücken halten Abstand. Ein sehr beruhigendes Gefühl. Man sollte die Kur solange machen, bis der Mückenalarm vorrüber ist.

Zahnpulver

Zahnpasta ist auch ein heikles Thema. Viele Rezepte sind mit Birkenzucker, eine sehr teure Zutat. Der Birkenzucker soll die Bakterien im Mund neutralisieren. Die gleiche Wirkung hat auch die Kernseife. Mein Rezept für selbstgemachtes Zahnpulver sieht deshalb so aus:

1 Tl Kernseife (in heißem Wasser aufgelöst)
1 Tl Natron (sehr fein gemahlen, bitte kein Kaiser-Natron, das ist zu grob und kann nicht fein genug gemahlen werden), besser ist Backpulver
1 El Salbei (sehr fein gemahlen, tut der Mundhöhle gut)
1-2 Tr Teebaumöl (desinfiziert und neutralisiert)
Alles gut miteinander vermischen und in ein sauberes kleines Gefäß füllen. Ich habe dafür einen leeren Cremetiegel 50ml genommen. Mit einem kleinen Spatel lässt sich die Zahncreme gut auf die Zahnbürste bringen.

Dieses Zahnpulver schäumt nicht. Nach einem halben Jahr Gebrauch stand ein Zahnarztbesuch an. Das Ergebnis des Checks war so gut wie nie vorher. Der Aufwand lohnt sich also.

Maske (Antifalten und Mineralien)

Magnesium-Brausetabletten, Milch oder Milchprodukt
Brausetabletten zerreiben und 1 Tl davon in die Milch, Sahne o.ä. geben. Wasser geht auch, aber die Milchprodukte steuern weitere Mineralien bei. Auflösen lassen, auftragen und nach 10-15min abspülen, danach eincremen. Einfacher und wirkungsvoller geht es kaum. 

Allzweckreiniger

1 Tl Natron
1 Tl geriebene Kernseife
1 Spritzer Zitronensaft
1 Tasse warmes Wasser
ein paar Tropfen Teebaumöl
Kernseife und Wasser in einen Topf geben und erwärmen, bis sich die Seife aufgelöst hat. Alle weiteren Zutaten zugeben, umrühren und abkühlen. Fertigen Reiniger in Sprühflasche abfüllen.

Essigreiniger

1 Teil Essigessenz und 5 Teile Wasser vermischen und in eine Flasche füllen

Ideal für Haushalte mit kalkhaltigem Wasser. Mit dem Essigreiniger löst sich der Kalk ganz einfach in nur gut 1 Minute.Während unserer Testphase stellten wir fest, dass es manchmal gegenüber den gekauften Mitteln ein klein wenig mehr Mühe macht, ans Ziel zu kommen. Wir finden jedoch, dass es ein sehr kleiner Preis für unsere Gesundheit ist. Der Geldbeutel freut sich jedenfalls auch.

Nach diesen von uns erfolgreich angewandten Rezepten, werden wir nach und nach neue Produkte ausprobieren. Über deren Erfolg werden wir später berichten.

 

Tierfotos auf Reisen

Im Laufe unserer letzten Reisejahre wuchs mein Interesse an der Tierfotografie. Das Hauptthema sind dabei die Vögel. Der Ursprung dieser Leidenschaft liegt in unserer Rundfahrt durch die USA, wo man einfach nicht an den vielen schönen, zum Teil farbenfrohen Vogelarten vorbeikommt. Vögel zu fotografieren ist meistens eine ziemliche Geduldsprobe, macht aber wirklich Spaß. Inzwischen haben wir weltweit schon viele Vogelarten vor die Linse bekommen. Die Vielfalt ist unglaublich und auf jeder unserer Reisen entdecken wir neue Vogelwelten.

In diesem Beitrag möchte ich jedoch andere Tierarten zeigen, die mindestens genauso interessant sind. Vor allem gibt es eine Tierart, von der ich sage: die brauche ich absolut nicht. Ich spreche von Spinnen. Ich habe vor nichts Angst, aber wenn mir eine Spinne zu nahe kommt, werde ich panisch. Deshalb bin ich besonders auf meine Spinnenfotos stolz. Eine außergewöhnliche Gruppe sind die kleinen bunten Dornenspinnen, die man sich einfach genauer ansehen muss. Beeindruckend sind die Seidenspinnen. Sie sind recht groß und es ist schon ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man durch einen Wald läuft, in dem in vier-fünf Metern Höhe jede Menge Spinnennetze hängen, die mehrere Meter Durchmesser haben.

Aber auch andere Tierarten können faszinieren, wie die Echsen. Ich bin keine Fachfrau für Echsen, daher gibt es die Bilder ohne Artenbezeichnung, aber mit Fundort. Bitte seht es mir nach.

Manchmal reizt es mich, den Tieren in die Augen zu schauen.

Insekten zählen auch nicht unbedingt zu meinen Lieblingstieren. Ihre Formen und Erscheinungsformen reichen jedoch von zauberhaft, wie bei Libellen, und skurril, wie bei Stabheuschrecken.

Nicht viel, aber trotzdem interessanten Stoff bieten die Krustentiere.

Neben den genannten Arten konnten wir weitere schöne Tierfotos machen. Mein Meisterstück ist dabei das Foto von einer Fledermaus. Es ist wirklich eine Herausforderung, will man eine Fledermaus in Aktion ablichten.

Eine reiche Artenvielfalt fanden wir im Baltikum.

Im Rahmen der Reisefotografie kann man keine professionellen Tierfotografien erwarten. Ich gebe mir jedoch die größte Mühe, möglichst gute Fotos zu schießen. Ich hoffe, Ihr verzeiht mir, wenn das ein oder andere Tierfoto nicht einwandfrei ist.

Macht Ihr auch ab und zu Tierfotos? Welche Tiere gefallen Euch und welche nicht? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

Wismar

Die alte Hanse-Stadt Wismar steht auf der UNESCO-Welterbeliste, und das mit Recht. Die gotischen Backsteinbauten, die alten Speicher- und Handelshäuser mit ihren Stufengiebeln, die Bauten aus der Zeit der schwedischen Herrschaft, die beeindruckenden Kirchen und der Alte Hafen sind einfach einen Besuch wert. Das schöne ist, dass die Altstadt in sich abgeschlossen ist. Vor allem der Marktplatz ist ein Spiegelbild einer jahrhundertelangen Geschichte, auf die ich hier nicht weiter eingehen möchte. Die kann man an vielen entsprechenden Stellen viel besser nachlesen. Ich möchte hier nur ein paar Bilder zeigen, um einen Eindruck von dieser attraktiven Stadt zu vermitteln und neugierig auf sie zu machen.

Wismar von oben – Aussicht von St. Georgen

Blickfang sind die zwei größten Kirchen Wismars. St. Georgen, ihr fehlt der Turm, und St. Marien, der das komplette Kirchenschiff fehlt. Bomben richteten 1945 diese Zerstörungen an. Beide Kirchen bieten die Möglichkeit, gegen eine Gebühr von 3,-€, Wismar von oben zu sehen. Die Eintrittsgelder und Spenden werden für den Wiederaufbau der Kirchen genutzt.

Details am Turm der St. Marien-Kirche

Wasserkunst – Dieser filigrane Bau wurde um das Jahr 16. Jahrhundert errichtet. Es ist das Brunnenhaus über einem unterirdischen Wasserreservoir. Aus verschiedenen Quellen gelangte das Wasser hierher und wurde dann an wichtige Wasserabnehmer, wie die Brauhäuser, verteilt.

Wasserkunst auf dem Marktplatz

Altes Gewölbe“ – am Ausgang des Mühlenbaches zum Alten Hafen, der sich hier „Runde Grube“ nennt, steht ein ziemlich verschrobenes Fachwerkhaus, ein echter Hingucker. Es ist eines der ältesten Häuser Wismars.

„Altes Gewölbe“

Brauhaus am Lohberg – schon im 15. Jahrhundert ist an dieser Stelle ein Brauhaus belegt. Das Fachwerkensemble mit Backsteinen ist außen, aber eher noch innen, sehr sehenswert.

Brauhaus am Lohberg

Glanzstücke der Backsteingotik:

Dankwartstraße 8 – stammt wohl aus der Zeit um 1430 und besticht durch eine sehr geringe Breite.

Archidiakonat – eines der schönsten gotischen Backsteinbauten der Stadt. Die Ursprünge stammen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.

Marktplatz – die wohl schönsten und beeindruckendsten Beispiele der Backsteingotik sind die Hotels „An der Wasserkunst“ und „Alter Schwede“ zieren den Marktplatz im Herzen der Wismarer Altstadt.

Die Altstadt wird jedoch von den alten Speicher- und Handelshäusern dominiert. Die meisten von Ihnen stammen aus Mitte bis Ende des 17. Jahrhunderts und erstrahlen fast alle dank Restauration in altem Glanz, oder sogar schöner.

Lübsche Straße

Lübsche Straße

Wassertor – das einzige von ursprünglich fünf Stadttoren, das bis in die heutige Zeit überdauert hat. Es war Teil der in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erbauten Stadtmauer. 1865 baute man die Stadtmauer zurück, nur das Wassertor blieb stehen.

Wassertor

Schweinsbrücke – sie ist zwischen der ABC-Straße und der Nikolaikirche zu finden und überspannt den Mühlenbach, der durch die untere Altstadt fließt. An den vier Ecken der Brücke erfreuen kleine, bronzene Schweinchen in verschiedenen Haltungen die Betrachter.

Schweinsbrücke

Caféshop „especial“ – Die kleine Kaffeerösterei befindet sich in der Sargmacherstraße. Sie kooperiert eng mit Kaffeefarmen in Nicaragua. Kein Wunder, denn der Besitzer der Rösterei stammt aus dem südamerikanischen Land. Er kauft seinen Kaffee aber auch in anderen Ländern der Welt. Der kleine Laden duftet intensiv nach Kaffee, denn in Abständen arbeitet die Röstmaschine direkt vor den Augen der begeisterten Kunden. Das Angebot an Kaffeesorten ist so groß, dass man sich nur durchprobieren kann.

Caféshop „especial“

Nosferatu – Das Grauen ging in Wismar um. 1921 drehte man an mehreren Stellen der Stadt den Horrorfilm „Nosferatu“. In den Boden der entsprechenden Stellen sind Erinnerungsplatten eingelassen.

Erinnerungstafel zum Film „Nosferatu“

Der Alte Hafen – Wir glauben, die meisten Wismargäste kommen wegen der leckeren Fischbrötchen, die von Kuttern im Alten Hafen aus verkauft werden. In der Nähe liegen die Ausflugsboote der Adler-Flotte am Kai. Besonderes Fahrvergnügen bietet die „Wissemara“, die Rekonstruktion einer Poeler Kogge aus dem 14. Jahrhundert.

Alter Hafen mit Fischkuttern

Störtebeker – Man weiß nicht, wo der berühmte Seefahrer Klaus Störtebeker wirklich geboren wurde. An einem Haus in der Speicherstraße weist jedoch ein Schild darauf hin, dass der Seefahrer 1368 hier das Licht der Welt erblickt haben soll. (kein Museum)

angebeliches Geburtshaus von Klaus Strötebeker

Phantechnikum – interaktives Museum rund um das Thema Verkehrstechnik zu Land, zu Wasser und in der Luft im Raum Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Themen wie Optik, Schweißtechnik und manches mehr ergänzen die sehr interessante Ausstellung.

Phantechnikum

Viele Straßennamen erinnern an die mittelalterliche Struktur der Stadt Wismar. Da sind die „ABC-Straße“, die „Bademutterstraße“, die „Sargmacherstraße“ und die „Speicherstraße“ zu finden. Das wohl meist fotografierte Straßennamensschild ist wohl das nachfolgende. Es war einmal eine sehr schmale Gasse.

Schwedenköpfe – Sie sind das Wahrzeichen von Wismar. Ihre Herkunft ist unbekannt. Irgendwann tauchten sie als Markierung der Hafeneinfahrt nach Wismar auf. Heute stehen sie an verschiedenen Stellen in der Stadt verteilt, oder prangen von Häuserfassaden. Sie sollen wohl die Stadt und ihren Hafen beschützen. Dieser hier steht vor dem Gymnasium.

Die Stadt Wismar hat also jede Menge Interessantes zu bieten und man sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen, um sie zu entdecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Beitragsnavigation