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Reisen rund um die Welt

Newmarket

Uhrturm in Newmarket

Uhrturm in Newmarket

Östlich von Cambridge liegt Newmarket, die Hochburg des britischen Pferdesports. Im Norden der Stadt breiten sich weite Corrals aus, auf denen die Pferde täglich trainiert werden. Um die achtzig Pferderennen sollen im Jahr stattfinden, das nächste in der kommenden Woche.
Das einzig interessante, was wir in Newmarket fanden, ist der Uhrturm aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.

Packhorse Bridge

Packhorse Bridge

Noch ein Stück weiter östlich von Newmarket findet man in dem verträumten Ort Moulton eine alte, steinerne Brücke, die Packhorse Bridge. Sie wirkt heute etwas deplaziert, denn durch sie fließt schon länger kein Bach mehr. Das Bachbett liegt so tief, dass man eine Straße neben die Brücke gebaut hat, unter der der kleine Bach hindurchfließt. Außerdem haben jetzt breitere Fahrzeuge Platz für eine trockene Überquerung des Baches, wenigstens solange er kein Hochwasser führt. Die Brücke wurde vor ungefähr sechshundert Jahren aus Ziegeln und Feuerstein gebaut und sie belebte den Handel zwischen Bury St. Edmunds und Cambridge. Damals übernahmen Pferde den Transport. Eine Pferdekaravane konnte bis zu fünfzig Tiere zählen.
In Moulton selbst, wie in vielen weiteren Orten, wurden die alten Häuser
mit Klinkerziegeln, Sandstein und Feuerstein gebaut. Wir haben keine Ahnung, wo der ganze Feuerstein herkommt. Diese Bauweise konnten wir auch schon in der Normandie und der Bretagne bewundern.

Foster´s Mill

Foster´s Mill

Unsere Rundfahrt setzten wir über den Norden Newmarkets fort, bis wir auf Foster´s Mühle stießen. Zu der Mühle gehört auch ein Museum mit verschiedenen der Mühle angeschlossenen Nebengebäuden. Geöffnet ist das Museum nur Donnerstags und Sonntags für 4,- Pfund Eintritt. Heute war also geschlossen.

Anglesey Abbey ist ein weiteres Ausflugsziel. Es ist ein Herrenhaus mit einer Gartenanlage und einer Mühle, die für Besucher geöffnet sind. Der Eintritt kostet 12,95 Pfund, das sind 19,- Euro, wohlgemerkt pro Person. Damit liegt dieser Preis im mittleren Preissektor, was Eintrittspreise angeht. Das kann man einfach nicht ständig bezahlen, deshalb betrachteten wir das Haus auf einer Ansichtskarte, denn rund um die Anlage ist alles dicht bewachsen, keine Chance auch nur für einen kleinsten Blick.

Cambridge

Restaurant und Stellplatz

Restaurant und Stellplatz

Ist es wirklich nicht möglich, in England ohne Schirm vor die Türe zu gehen? Fast jeden Tag, seit wir hier sind, regnet es, auch wenn zwischendurch mal die Sonne rauskommt. Wider besseren Wissens besuchten wir heute Cambridge ohne Schirm und wurden bis auf die Haut nass. Gerade heute meinte der Regen recht kräftig und sehr ausdauernd sein zu müssen. Aber von vorne:
Wir stehen jetzt drei Nächte auf dem Stellplatz des „Missing Sock“, einem alternativen kleinen Restaurant in Stow com Quy, der jedoch alles notwendige für seine Campinggäste hat. Die Eigentümer Chris und Sandra sind sehr nett und geben gerne Tipps.

Busverkehr in Cambridge

Busverkehr in Cambridge

Nach Cambridge fuhren wir mit dem Auto zum P+R Parkplatz. Von dort aus fuhren wir mit dem Bus, zusammen kostete das 6,40 Pfund, in das Stadtzentrum. Cambridge zählt zu den schönsten Städten Englands, heißt es, besteht jedoch fast nur aus Universitäten. Eine Stadtmauer umgrenzt die Altstadt. Fast jeder fährt hier Fahrrad, es gibt nicht viele Autos. Die P+R sowie Linienbusse bringen die Nicht-Fahrradfahrer von A nach B.

St. John´s College

St. John´s College

Wir hielten uns an die nördliche Seite des Zentrums, wo sich die alten Colleges befinden. Wie an einer Schnur aufgefädelt, reihen sich von West nach Ost das Queens, Kings, Trinity und St. John´s College, dahinter fließt das Flüsschen Cam, an dessen anderem Ufer sich ein Park ausdehnt. Insgesamt kann Cambridge mit 31 Colleges aufwarten. Leider konnten wir keine der Anlagen richtig besichtigen, da bei Schulbetrieb der Zugang für Besucher untersagt ist. Trotzdem sind diese alten Bauten recht beeindruckend und haben zum Teil sehr schöne Eingangsportale.

Air Force Bar im "Eagle"

Air Force Bar im „Eagle“

In der Benet Street findet man das „Eagle“. Diesen Pub mit gibt es schon seit mindestens 1525. Seit dieser Zeit wird wohl auch schon warmes Bier serviert, wie es noch heute zu bekommen ist. Das „Eagle“ teilt sich in fünf Bar´s auf, die im alten englischen Stil daherkommen. In der „Air Force Bar“, in einem der Hinterzimmer, hielten sich die US-Soldaten auf. Ihnen wird in vielen Bildern und Memorabilien gedacht.

Bootsfahrt auf der Cam

Bootsfahrt auf der Cam

Eine Bootsfahrt auf dem Flüsschen Cam kostet ab 15,- Pfund pro Person. Dafür bekommt man die genannten Universitäten von der Hinterfront, mit ihren Gartenanlagen, zu sehen. Einige kleine Brücken werden unterquert. Dieses Vergnügen war uns jedoch zu teuer. Man kann auch einen Blick auf diese Ansichten vom Park aus werfen. Inzwischen hatte es zu regnen begonnen und es hörte nicht mehr auf. Die Regenwolke hielt sich hartnäckig über Cambridge, wie zum Hohn dafür, dass wir unseren Schirm nicht dabei hatten. Als wir pitschnass waren und uns irgendwo unterstellten, sagte auch noch ein Engländer: Welcome to England.
So mussten wir alle weiteren Unternehmungen, die wir geplant hatten, sausen lassen und wir fuhren zum „Missing Sock“ zurück, wo bisher noch kein Tropfen gefallen war.

 

Faversham

Shop der Sherpherd Neame Brauerei

Shop der Shepherd Neame Brauerei

Ein Informationsprospekt über Kent berichtet darüber, dass in der ältesten Brauerei England´s, der Shepherd Neame Brauerei, Führungen durchgeführt werden. Deshalb besuchten wir Faversham. Es ist nicht leicht, die Brauerei zu finden, weil sie nicht wirklich ausgeschildert ist. Den Shop, in dem Ticket für die Führungen verkauft werden, fanden wir dann auch noch irgendwann. Dort erzählte man uns jedoch, dass es keine Führungen für Privatleute gibt, nur für Gruppen, und die sind heute ausgebucht. Also keine Brauereibesichtigung mit Verkostung, schade.

Wohnhaus

Wohnhaus

So schlenderten wir ein wenig durch die Straßen, in denen ein kleiner Markt stattfand. Die kleinen Häuschen überall und die winzigen Lädchen, herzallerliebst. Ein Meeresarm führt durch Faversham. Auf ihm fuhren früher größere Waren- und Fischerboote. Heute findet man nur noch kleine private Boote.

Whistable

Whistable

Die Rundfahrt setzten wir über Whistable fort, wo wir am Hafen auch noch einmal einen Stopp einlegten. Dort befindet sich ein Shop mit Restaurant, in dem frischer Fisch und Austern aus der eigenen Bucht angeboten werden, ein Stück für 0,89 bis 1,00 Pfund. Ferienhäuser säumen den Strand, der in zwei großen Stufen zum Wasser abfällt. Die ganze Küste besteht nur aus gelb-rotem Kies. Die Tide beträgt hier mindestens fünf Meter und die Boote liegen bei Ebbe meist auf dem Trockenen.

Hampton

Hampton

Während sich in Whistable die Leute über den Haufen laufen, herrscht in Hampton Stille. Die Reste eines Holzanlegers ragen noch ins Meer, offshore steht ein Windpark. Ansonsten lässt es sich ganz in Ruhe schlendern.

in Herne Bay

in Herne Bay

In Sichtweite liegt Herne Bay, nicht viel mehr besucht, jedenfalls um diese Jahreszeit. Schöne Grünanlagen mit Palmen und exotischen Pflanzen laden zum entspannen ein. Ein hoher Uhrturm ziert das Ostende des Ortes.

Reculver

Reculver

Noch ein Stück weiter die Küste entlang, findet sich das Örtchen Reculver. Dort stehen die Reste eines Klosters. Zu dessen Füßen befand sich um 200 n.Ch. ein römisches Fort. Außer einer Wiese ist jedoch nicht zu sehen. Heinrich VIII. nahm das Kloster seinerzeit in Besitz, um zu zeigen: Hier bin ich der Chef.

 

Canterbury

Von P+R Parkplatz New Dover Road, für 3,- Pfund per Nacht, in denen ein Busticket ins Zentrum der Stadt inkludiert ist, erkundeten wir Canterbury. Ein deutscher Wohnmobilist riet uns davon ab, mit dem eigenen Auto zu fahren, es gäbe keine Parkplätze. Der Bus fährt alle paar Minuten und es ist bequem. Gesagt, getan.
Am Busbahnhof in Caterbury angekommen, besorgten wir uns im dortigen Ticketgebäude einen Stadtplan und schon ging es los.

 

St. Augustine Abbey

St. Augustine Abbey

Zuerst besuchten wir die St. Augustine´s Abbey, dank der English Heritage-Mitgliedschaft kostenlos. Es ist nicht mehr viel von der einstigen Pracht des ältesten und wichtigsten Klosters seiner Zeit zu sehen. Rekonstruktionszeichnungen stellen jedoch dar, wie das Ganze ausgesehen haben könnte.
598 legte der italienische Mönch Augustine den Grundstein für ein Kloster, um die Engländer zum Christentum zu bekehren. Aus diesem Grundstein entstand ein Angelsächsisches Kloster, in dem mehrere angelsächsische Könige und Erzbischöfe wirkten und bestattet wurden. Ende des 11. Jahrhunderts kamen die Normannen und zerstörten dieses Kloster, um ein viel größeres, ihren Vorstellungen entsprechendes Kloster zu errichten. Im 16. Jahrhundert kam König Heinrich VIII.. Seit dem 18. Jahrhundert verfällt das Kloster.

Canterbury

Canterbury

Nach diesem Besuch schlenderten wir kreuz und quer durch das Zentrum Canterburys, kehrten in einen Pub zum Pale Ale ein und spazierten ein Stück durch den Westgate-Park mit dem kleinen Flüsschen, auf dem flache Boote gestakt werden. Den Besuch der Kathedrale ließen wir aus. Das ganze Zentrum ist gut zu Fuß abzulaufen und es ist sehenswert. Viele kleine und geschäftige Gassen, Läden, Kneipen, Fachwerkhäuser und auch Lustiges haben wir entdeckt.

 

 

Deal

Kingsdown

Kingsdown

Für den letzten Tag in Whitfield planten wir eine Rundfahrt über Deal. Kurz vor Deal bogen wir nach Kingsdown ab, ein lohnender Abstecher. Der Ort ist kaum von Touristen besucht. Er ist klein, gemütlich und die kleinen Häuser verleihen ihm, wie wohl vielen englischen Dörfern einen besonderen Charme. Über einen versteckten Fußweg erreichten wir den kiesigen Strand. Es war gerade Ebbe und mehrere Leute suchten nach Napfschnecken für den Kochtopf. In dem reichlichen Grün im Gelände fanden wir wilden Fenchel. Den kannten wir schon aus den USA. Sofort sammelten wir einiges von dem leckeren, aromatischen Kraut zum Einfrieren und als Topping für unser Essen heute Abend. Napfschnecken und Fenchelgrün, das passt sicher auch gut zusammen. Leider fing es zu regnen an, so dass wir vom Sammeln der Napfschnecken Abstand nahmen.
Den Rückweg zum Auto nahmen wir über die Dorfstraße mit kleinen Läden.

Walmer Castle

Walmer Castle

Auf dem Weg nach Deal kamen wir an einem Castle vorbei, an dessen Zinnen Kanonen standen. Klaus´ Interesse war geweckt und wir besuchten das Walmer Castle. Der Eintritt sollte gut 11,- Pfund pro Person kosten, also gingen wir erst einmal soweit wir kamen. Der Weg führt über eine Brücke, die einen Wassergraben überspannt, weiter in den Festungshof, an der Teestube vorbei in den Verkaufsraum. Zwischen all den Prospekten für verschiedene Sehenswürdigkeiten Großbritanniens fiel mir einen Prospekt in die Hände, der uns eine riesen Einsparung bei den Eintrittsgeldern für Sehenswürdigkeiten bringen würde, die wirklich gepfeffert sind. Wir ließen uns von einer Dame weitere Details erklären und traten mit einer Jahresmitgliedschaft in den „English Heritage Club“ ein. Das bedeutet für uns, für 78,- Pfund Jahresbeitrag können wir vierhundert Sehenswürdigkeiten kostenlos besuchen und bekommen zu hunderten weiterer Sehenswürdigkeiten und Events verbilligten Eintritt. Die Investition des Jahresbeitrages amortisiert sich schon nach einem zweiten Besuch. Was will man mehr.

Walmer Castle Garten

Walmer Castle Garten

Also besichtigten wir „Walmer Castle and Gardens“ gleich von innen und stellten fest, dass diese Festung eine von vier Castles der Downs ist, die König Heinrich VIII. bauen ließ, um den damals wichtigsten Abschnitt der englischen Küste gegen Übergriffe der Franzosen und Spanier zu schützen. Dover Castle, Deal Castle und Sandown Castle gehörten mit zur Verteidigungslinie. Walmer Castle war dabei sozusagen der Kommandostützpunkt und wurde über dreihundert Jahre lang von Walmer Lords regiert. Die Grundrisse von Walmer und Sandown Castle sind gleich. Sie sehen wie vierblättrige Blumen aus, absolut symmetrisch angeordnet. In den Blütenblättern standen jede Menge Kanonen, in der Mitte lagen der Pulverkeller und der Brunnen. Die Wohnräume der Lords sind zu besichtigen, wie auch die Bastei und der Garten.

Pier von Deal

Pier von Deal

Durch Deal spazierten wir nur ein wenig, um dann in der Teestube auf dem Pierende einen englischen Tee mit Zucker und Milch zu trinken. Es regnete immer noch, so dass wir diesen Besuch kurz hielten.

Sandwich

Sandwich

Auf dem Weg zum letzten Ziel des Tages, Sandwich, hielten wir an einem Farm Shop. Es gibt sie also auch hier. Sehr schön, denn in ihnen lässt es sich gut und günstig einkaufen, frisch vom Erzeuger.
In Sandwich ging gerade ein französisches Wochenende zu Ende. Auf dem Platz vor dem Gildehaus und in den angrenzenden Straßen standen Buden mit französischen Erzeugnissen wie Käse, Wurst, Seife aus der Provence usw. Wir schlenderten ein wenig durch die Gassen und stießen auf Ossie´s Fish&Chip´s-Laden. Jetzt hielt uns nichts mehr, wir mussten unsere ersten originalen Fish&Chip´s essen. Paniertes Kabeljaufilet, mit ein wenig dunklen Essig gewürzt, und Pommes. Das war lecker, könnte man öfters essen. Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert, aber es war inzwischen schon später Nachmittag, so dass wir nach Whitfield zurückfuhren, mit jeder Menge neuen Eindrücken und Erlebnissen im Gepäck.

FeldfruchtWer bitte kann uns sagen, was das für eine Feldfrucht ist? Wir haben keine Ahnung.

 

 

 

Dover – Whitfield

Linksverkehr

Linksverkehr

Das erste Mal innerhalb unseres Lebens betraten wir am 09.06.2016 die Britischen Inseln. Von Dover aus fuhren wir gleich einen Campingplatz des Caravan Club an, namens „Black Horse Farm“in Densole nördlich von Folkestone, um erst einmal unsere Dinge zu richten und weitere Pläne für die nächsten Tage zu machen. Am Kanal herrschte eisiger Wind, jetzt sind die Temperaturen wieder angenehm. Der Platz ist groß, grün und aufgeräumt, überall hoppeln Kaninchen umher, die keine Scheu zeigen.

Straße vom Grundstück

Straße vom Grundstück

Da wir uns noch ein bisschen in der Gegend umsehen möchten, der Campingplatz jedoch trotz Mitgliedschaft im Caravan Club zu teuer ist, wechselten wir für die nächsten drei Nächte auf den „Aerial Farm CL“ in Whitfield. CL steht für Certificated Location, das sind Plätze, die günstiger sind und sich meist auf Privatgelände befinden. Der „Aerial Farm CL“ ist eine Wiese hinter dem Haus des Besitzers auf dem Lande, ebenfalls mit Kaninchen als heimliche Bewohner. Vor unserer Anreise telefonierten wir mit dem Besitzer, ob der Platz für unser großes Motorhome geeignet ist. Von der Hauptstraße jedoch abgebogen, führt eine einspurige, rechts und links hoch bewachsene Straße zum Grundstück. Das ist eng, aber machbar. Die Wiese ist dafür groß.

White Cliffs Dover

White Cliffs Dover

Gleich nach dem Mittag starteten wir mit dem Smart zum ersten Ausflug. Das Ziel: Die „White Cliffs“ von Dover. Nach dem Zahlen des Eintritts stellten wir das Auto ab und informierten uns im Visitorcenter. Es stehen verschiedene Wanderrouten an den Cliffs zur Auswahl. Die längste Route, die fast alle Leute nehmen, führt zum Leuchtturm. Wir brauchten für die Tour um die zwei Stunden, mit Stopps hier und da, um die überall wunderschönen Ausblicke auf den Fährhafen von Dover, den Ärmelkanal und die Steilküste mit ihren Kreidefelsen zu bewundern.

Leuchtturm Dover

Leuchtturm Dover

Im Leuchtturm befindet sich „Mrs. Knotts Tea Room“. Die Preise dort sind gepfeffert, aber man sollte sich unbedingt die Räumlichkeiten ansehen. Mit Eintrittskarte kann man den Leuchtturm besteigen und sich das Museum darinnen ansehen.
Der alte Leuchtturm und ein paar Häuser liegen hinter dichtem Grün unterhalb des neuen Leuchtturms, sind jedoch Privatgelände.
In den Klippen liegen die Überreste einer riesigen Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde in den siebziger Jahren zerstört. Seit 2012 wird ein Teil der Anlage wieder hergestellt, um sie den Besuchern zugänglich zu machen.

Whitfield Church

Whitfield Church

Ein Besuch von Whitfield lohnt kaum. Es gibt kein richtiges Zentrum und auch sonst hat die Stadt nicht viel zu bieten. Auf der Suche nach Einkaufsmöglichkeiten stießen wir auf die Superstores, in denen man alles bekommt, was man braucht. Jetzt sind wir für eine Weile mit allem Nötigen versorgt, außer Kaffee. Wir haben keinen gemahlenen Kaffee bekommen, sondern nur Kaffeebohnen oder Spezialkaffees für Automaten gefunden.
Die kleine Whitfield Church St. Peter´s ist einen kleinen Ausflug wert. Die Kirche ist zwar abgeschlossen, aber der kleine alte Friedhof ist recht seltsam.

Zur Fähre nach Calais

Bad Hersfeld

Bad Hersfeld

Nach der Abfahrt am 05.06.2016 in Dresden, wo wir sehr gut auf dem Stellplatz von Schaffer Mobil nahe Radebeul standen, lenkten wir unser Wohnmobil Richtung Calais. Der Zufall verschlug uns zum Übernachten nach Bad Hersfeld, an der A4, zum Parkplatz Wortreich, beim gleichnamigen Park in der Nähe des Klinikums. Bei einem kleinen Spaziergang erkundeten wir die Altstadt von Bad Hersfeld. Alte und neue Gebäude stehen nebeneinander und bilden viele verwinkelte Gassen. Das Kernstück der Altstadt ist verkehrsberuhigt, so dass man in aller Ruhe schlendern kann. Jede Menge Cafés, Kneipen und Restaurants mit Küchen vieler verschiedener Nationen laden zur Einkehr ein. Die ehemaligen Wortreich-Fabrikhallen sind aufgemöbelt und dienen heute als Fabrikdenkmal anderen Zwecken.

Unsere Route führte am nächsten Tag weiter über Frankfurt nach Saarbrücken. Durch eine Sperrung der A6 für Fahrzeuge über 3,5t waren wir gezwungen, eine Umleitung über die nördliche Autobahn von Saarbrücken zu fahren und landeten dort gleich in einem riesigen Stau. Zusammen mit einer Irrfahrt in Saarbrücken, wegen mangelnder Ausschilderung, fehlte uns am Ende eine Stunde, in der wir eigentlich schon hinter Metz sein wollten. Die Maut bereitete uns weitere Probleme. Inzwischen gibt es keine Kassierer mehr an den Stationen, sondern Automaten haben die Aufgaben übernommen. Wie der erste Mensch standen wir vor dem Automaten, der in zwei Etagen aufgebaut ist: untere Etage für die PKWs, obere Etage für LKWs und Busse. Nur Klaus kommt, wegen der Fensteranordnung des Wohnmobils, von seinem Sitz aus weder unten noch oben an die Bedienelemente. Das heißt, ich muss alle paar Kilometer aussteigen, mich auf die Zehenspitzen stellen und das Ticket ziehen oder bezahlen. Bloß gut, dass auf Frankreichs Autobahnen nicht viel Betrieb herrscht, so dass wir kaum ein Hindernis sind. Bei den ersten Versuchen, dem Automaten etwas zu entlocken, mussten wir uns Hilfe von anderen Autofahrern holen.
Kurz hinter Metz hatten wir uns einen Stellplatz ausgesucht. Da wir nicht genau wussten, wo der liegt, fuhren wir ziemlich ahnungslos durch die Gegend. Irgendwann, es war schon nach 20 Uhr, führte uns dann ein Stellplatzschild nach Les Islettes. Den schönen Stellplatz (7,-€) selbst fanden wir außerhalb des Ortes, einen Berg hinauf. Es war ein sehr langer und anstrengender Tag. Mit achtzig bis neunzig Stundenkilometern ist man eben sehr langsam unterwegs. Bloß gut, dass wir die Fähre für einen Tag später, den 09.06.2016, bestellt haben, sonst wäre es zeitlich sehr eng geworden.

Cambrai

Cambrai

Die nächste Station war der Stellplatz am alten Bahnhof in Marcoing, südlich von Cambrai.

Qye-Plage

Qye-Plage

Heute Abend stehen wir auf dem Stellplatz westlich von Gravelines, am Rande des Naturreservates Platier d`Qye. Es ist herrlich hier. Nach einem kräftigen Gewitterguss gestern Abend und einem durchwachsenen Tag ist der Nachmittag wolkenlos und schön geworden. Ein Spaziergang durch die Dünen und am Strand tut richtig gut. Im Wasser müssen große Kalmare schwimmen, denn überall liegen fünfundzwanzig Zentimeter lange Skelette auf dem Sand. Sonst hat der Strand, außer Muschelschalen nichts zu bieten. Nach der Belgischen Küste, der Normandie und der Bretagne stießen wir nun erneut auf Relikte des Atlantikwalls aus dem Zweiten Weltkrieg. Zurück am Stellplatz genießen wir die Abendstimmung und die Ruhe am Rande der Dünen.
Für morgen haben wir die Fähre von Calais nach Dover gebucht.

 

Ukranenland

Ansicht von der Uecker

Ansicht von der Uecker

Am Ortsrand von Torgelow (Mecklenburg-Vorpommern), direkt an der Uecker, liegt das Freilichtmuseum „Ukranenland“. In meinem Artikel „Endlich auf Tour“ berichtete ich schon einmal von den Ukranen. Von den Wikingern wurde dieses Volk Wenden genannt. Die Ukranen bewohnten ein großes Gebiet des heutigen Nordwestdeutschland.

Schmiede

Schmiede

Im Freilichtmuseum, zu dessen Bau 1991 der Grundstein gelegt wurde, erstanden Holzhäuser in Block-, Bohlen oder Flechtbauweise, allein auf Grundlage archäologischer Funde. Das Ukranenland wird durch haupt- und nebenberufliche Einwohner in Ukranengewändern belebt, die abwechselnd zeitweise in den Häusern leben. Die Besucher können in die Einraum-Häuser hineinsehen. Schlafen, Wohnen, Lagern, alles fand in diesem einen Raum statt. Eine Gemeinschaftsküche, Getreide- und Ölmühle, ein Backofen, eine Schmiede sowie ein Brunnen ergänzen das Dorf.
Viele Schulklassen haben das Ukranenland als Ausflugsziel auf dem Stundenplan. Dann haben die Kinder die Möglichkeit, Löffel zu schnitzen, Messer herzustellen, zu töpfern oder anderen handwerklichen Tätigkeiten nachzugehen.

Segelboot

Segelboot

Am Ufer der Uecker liegt ein Segelbootnachbau der Ukranen. Nach Anmeldung werden Ausflugsfahrten mit verschiedenen Booten angeboten.
Das Freilichtmuseum lädt zu einem längeren Aufenthalt ein, wer möchte, kann auch die Grillhütte nutzen. Wir können einen Besuch in dem absolut ruhig gelegenen, weil der Zivilisation entrückten, Dorf nur empfehlen.

Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Hauptstraße von Drewelow

Drewelow. Wo bitte liegt Drewelow? Da findet kein Tourist hin. Das Dorf liegt mitten im Nirgendwo südwestlich von Anklam. Dort hört man nur Vögel, Hühner und Hunde. Herrlich für den, der das liebt. Klaus jüngster Bruder hat dort mit seiner Familie ein Häuschen mit einem wunderschönen, großen und freien Grundstück. Unser Motorhome steht dort und harrt den Restarbeiten, die noch an ihm zu erledigen sind. Für die umfangreichste Arbeit saß ich fast einen Tag auf dem Dach und habe Luken und Hauben geputzt. Ich glaube, die haben in ihrem Leben noch nie eine Wäsche erfahren. Zudem überlegten wir, was wir mit dem Dach selbst machen können, denn es braucht unbedingt und dringend eine neue Schutzschicht. In Deutschland ist keine Pflege für Gummidächer zu bekommen. In Amerika kann man sie zwar bestellen, aber bekommt sie nicht nach Deutschland geliefert, weil die Lösungen als Gefahrgut gelten. Die Firma TSL kommt zwar an diese Pflegemittel heran, hat sie aber leider nicht mehr auf Lager und der nächste Container aus den USA kommt erst im Oktober. Bevor wir in das regenreiche Großbritannien fahren, muss irgendetwas auf die Gummihaut des Daches aufgebracht werden. Nach langer Recherche bestellten wir nun einen Tiefenpfleger von ArmorAll, den wir leider erst nächste Woche bekommen. Also müssen wir uns in Dresden, unserer nächsten Station darum kümmern. Es ist keine Dauerlösung, muss aber bis Oktober halten. Nun muss nur noch die defekte Abstützung repariert werden und das Motorhome zum TÜV.

riesige Felder

riesige Felder

Trotz der vielen Arbeiten und Besuche fanden wir auch Zeit für eine Wanderung um Drewelow herum. So oft wir schon hier waren, wir kamen noch nie dazu, uns in der Umgebung umzusehen.

Wasserburg Spantekow

Wasserburg Spantekow

Der Weg führte uns zuerst nach Spantekow, wo eine Wasserburg zu besichtigen ist. Die Bilder, die wir auf Tafeln sahen, versprachen ein schönes Erlebnis. Als wir dort ankamen, war der Eingang zum Burghof verschlossen. Eine Besichtigung ist wohl nach telefonischer Anmeldung bei den Eigentümern möglich. Die Burg ist so zugewachsen, dass man kaum noch die Gebäude erkennt. Der Wassergraben ist zum Teil trocken und die Brücke darüber, die einmal existierte, gibt es auch nicht mehr.

Wasserburg Müggenburg

Wasserburg Müggenburg

Enttäuscht setzten wir unseren Weg über Neuenburg nach Müggenburg fort. Dort erwarteten wir nach Auskünften ein Café sowie eine Turmbesteigung. Die Straße zwischen Neuenburg und Müggenburg besteht noch aus großen Granitpflastersteinen. Solche Straßen durchzogen Anfang des 19. Jahrhundert weite Teiles dieses Landstriches.
In Müggenburg begrüßten uns schottische Highlandrinder. Es war heiß und wir freuten uns nach zehn Kilometern Wanderung auf ein Eis. Das Tor zur Burg war verschlossen, kein Anzeichen für ein Café. Da kam der Besitzer heraus. Er war offensichtlich mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Er sagte uns, dass die Burg seit zwei Jahren für Besucher geschlossen ist, kein Eis, keine Turmbesteigung. Da kann man nichts machen. Nach Drewelow zurück waren noch zweieinhalb Kilometer zurückzulegen.

 

Endlich auf Tour

k-DSC04731Yippeeeh, nach vielen Schwierigkeiten sind wir endlich auf Tour! Erstes Ziel ist das Vulkangebiet Vogelsberg zwischen Gießen und Fulda, in dem es sich hervorragend urlauben lässt. Saubere Luft, sehr viel Natur, sehr viele Möglichkeiten, die Umgebung zu entdecken und wunderschöne Fachwerkhäuser zeichnen dieses Gebiet aus. Nach den letzten stressigen Wochen zu Hause war ein Besuch der Vulkantherme in Herbstein eine willkommene Wohltat. In der Sauna oder einem Bad im mehr als 30 Grad warmen Mineralwasser kann man die Seele baumeln lassen.
Anschließend bietet sich ein Besuch des tausend Jahre alten Herbstein an. Die sehr übersichtliche Altstadt ist noch heute von einer Stadtmauer mit mehreren Türmen umgeben. Viele der alten Fachwerkhäuser sind herausgeputzt, manche verfallen. Unter der nicht mehr erhaltenen Burg befindet sich ein großes unterirdisches Gängelabyrinth, welches die Besucher im Rahmen von Führungen erleben können. Die heutige Apotheke am Marktplatz ist das wahrscheinlich älteste Gebäude der Stadt. Vorher diente es als Amtshaus. Im Keller soll die Jahreszahl 1576 eingehauen sein.
Ein großzügiger Wohnmobilstellplatz direkt an der Therme lädt zum übernachten ein.

im Trassenmuseum

im Trassenmuseum

Zweite Station war das alle zwei Jahre zu Pfingsten stattfindende Trassentreffen in Deutzen bei Leipzig. Um die fünfundzwanzigtausend Leute waren in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts am „Jugendobjekt Erdgastrasse“ in der Sowjetunion beschäftigt. Davor gab es noch die „Drushbatrasse“. Erdgasleitungen wurden vom Nordmeer bis nach Mitteleuropa gebaut, in Verbindung mit Verdichterstationen und Wohnungsbau für die zukünftigen Betreiber der Leitungen sowie deren Angehörige. Klaus und ich waren von 1984 bis 1987 zuerst in Jefremow, südlich von Moskau, später im Permer Gebiet (Ural) in Gornosawodsk und Gremjatschinsk beim KKAB mit dem Verdichterbau beschäftigt. Es war eine seht interessante Zeit, die wir nicht missen möchten. Alle diejenigen, die Lust und Laune verspüren, treffen sich seit vielen Jahren bei den verschiedenen Trassentreffen. Das größte Treffen findet seit mehr als zehn Jahren in Deutzen statt. Es ist schön, die Kollegen aus den damaligen Tagen wiederzutreffen und über alte und neue Zeiten zu reden. Leider spielte in diesem Jahr das Wetter nicht mit, aber einer der alten Kollegen hatte ein großes Partyzelt und eine Heizkanone mitgebracht, so dass wir es gut aushalten konnten. Es hat jedenfalls wieder sehr viel Spaß gemacht.

Die nächsten vierzehn Tage werden wir in Klaus´ Heimat Anklam verbringen. Zum Teil müssen noch Kleinigkeiten am Motorhome erledigt werden. Verschiedene Dinge sind noch nicht so, wie sie sein sollen.

Oberuckersee

Oberuckersee

Auf dem Weg von Deutzen nach Anklam übernachteten wir auf dem Campingplatz in Warnitz am Oberuckersee. Mit dem großen Motorhome sind wir nicht so schnell unterwegs und aus mancher Strecke, die sonst an einem Tag gefahren wird, wird schnell eine Zweitagesetappe. In der Mitte des See´s befindet sich eine Insel, die wohl schon in der Steinzeit besiedelt war. Ungefähr im 6. Jh. kamen die Ukranen aus dem Karpatengebiet und nannten die Gegend ihr Eigen. Grabungen in den 1960er Jahren förderten eine Holzbrücke zutage, die das Ufer des See´s mit der Insel verband. Bei Torgelow gibt es das Ukranenland. Wir haben schon einiges davon gehört und wollen es auf dem Weg nach Dresden besuchen.

 

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