A+K Weltenbummler

Reisen rund um die Welt

Welche Reisetypen sind wir?

Elbrus (Kaukasus)

Elbrus (Kaukasus)

Wieder einmal ist zu einer interessanten Blogparade aufgerufen. Gerade noch im letzten Moment erfuhren wir davon und können uns daran beteiligen.

Florian vom flocblog möchte gern wissen, was für Reisetypen unsere schöne Welt erkunden. Er selbst ist Backpacker, wie viele andere Reisende auch. Gut, wir bewundern Backpacker, die durch ihre Art zu Reisen zu sehr intensiven Erlebnissen kommen. Uns ist es dann doch zu anstrengend, ständig die vielen Kilos wiegenden Rucksäcke zu schleppen. Deshalb haben wir uns für das Wohnmobil entschieden.

Wohnmobiltouren, selbst organisiert, selbst durchgeführt, überwiegen in den letzten Jahren bei unseren Reisen.
Das war jedoch nicht immer so. Manche Pauschalreise führte uns schon in schöne und ferne Länder. Meist waren diese günstig und es war einfach, sich um nichts weiter kümmern zu müssen. Allerdings haben wir vor Ort dann immer gesehen, dass wir durch Eigeninitiativen wie Rundfahrten, Mietauto, Bus- oder Bahnfahrten Ausflüge vor Ort unternehmen konnten. Den ganzen Tag am Strand liegen ist nicht unser Ding. Wird man dann zu Hause gefragt, was habt Ihr denn so gesehen, kann man nur antworten: den Strand, aber der war toll. Nee, danke. Wenn wir schon solche Reisen unternehmen, wollen wir auch so viel wie möglich von Land und Leuten mitbekommen.


Busrundreisen sind so gar nicht unser Ding. Stundenlang im Bus sitzen, hunderte Kilometer am Tag abspulen, an vielen interessanten Dingen vorbeifahren, das ist nicht wirklich erstrebenswert und meist überteuert. Wenn man dann am Ziel angekommen ist, sieht man die Sehenswürdigkeit vor lauter Leuten nicht.


Deshalb das Wohnmobil. Es bietet den Luxus, alles bei sich zu haben, was man benötigt, und anhalten zu können, wo man möchte. Man ist flexibel und mobil zugleich. Dabei sehen wir auch zu, eher die ruhigen Ecken anzufahren, möglichst viel Natur zu genießen. An manchen Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt gesehen haben muss, und die dann entsprechend überlaufen sind, kommen jedoch auch wir nicht vorbei. Hier können wir uns jedoch die beste Tageszeit für einen Besuch aussuchen.


Unsere Indienreise vor gut einem Jahr war noch einmal etwas anders. In Indien ist es nicht unbedingt angeraten, selbst mit dem Auto zu fahren. Deshalb buchten wir die Flüge und Hotels von zu Hause aus selbst. Für die Rajasthan-Rundfahrt mieteten wir vor Ort einen PKW mit Fahrer. Das hat sehr gut geklappt. Der Fahrer hielt auch mal außer der Reihe, wenn wir meinten, etwas am Straßenrand sehen zu wollen. Ansonsten konnten wir uns entspannt zurücklehnen. Alle anderen Ausflüge organisierten wir ebenfalls vor Ort, individuell und passend für uns.


Gelästert haben wir über die verschiedenen Urlaubs- und Reisetypen nie, gewundert allerdings schon manchmal. Jeder soll so reisen, wie er möchte. Jeder setzt seine Prioritäten eben anders. Das ist auch gut. Wie wäre es, wenn alle die gleichen Reisetypen wären? Da hätten wir gar nichts zu erzählen.

 

 

Reisepannen

Gerade habe ich ein interessantes Thema gefunden, über das ich auch gern schreiben möchte. Sabine vom Blog GeckoFootsteps ruft zur Blogparade „Reisepannen rund um den Globus“ auf. Dabei berichtet sie von ihren Pannen, die ihr auf den Reisen passiert sind. Da kommt schon eine Menge zusammen. Wir sind ebenfalls nicht von dem einen oder anderen unschönen Erlebnis verschont geblieben und möchte sie hier zum Besten geben:

Speyside, Tobago

Speyside, Tobago

Tobago: Klaus wollte unbedingt im Meer baden gehen, obwohl sich kein Einheimischer dort aufhielt. Keine fünf Minuten später kam er blutend aus dem Wasser. Einer seiner Finger war durch eine Koralle bis auf den Knochen aufgeschnitten. Es folgten eine Stunde Fahrt zum Krankenhaus, sechs Stunden Warten auf die Behandlung und eine Stunde Fahrt zurück zum Hotel.

Cebu

Cebu

Philippinen: An- und Abreise waren selbst organisiert. Der Hinflug nach Cebu hatte Verspätung, die Zollkontrolle dauerte ewig und die einzige Fähre an diesem Tag war weg. Ein netter Taxifahrer pendelte anschließend zwischen nationalem Flughafen und Hotel mit uns hin und her, weil wir nicht wussten, was wir machen sollten. Das Ergebnis: ein Tag in Cebu City mit dem Versuch, an neue Fährtickets zu kommen. Die eine Gesellschaft fuhr in den nächsten Tagen nicht, die Fähre einer anderen Gesellschaft war zur Reparatur und die dritte Gesellschaft fuhr erst am nächsten Tag. Gern gebrauchtes Schlagwort auf den Philippinen: tomorrow. Na wundervoll, irgendwann erreichten wir mit fast zwei Tagen Verspätung unser Ziel auf Mindanao.
Da wir lernfähig sind, besorgten wir uns rechtzeitig Fährtickets für die Rückfahrt. Am Tag der Abreise hielten wir somit die Tickets in der Hand, eine Fähre dazu fuhr jedoch an diesem Tag nicht. Mit Hilfe unserer Gastgeber tauschten wir die Tickets, natürlich nicht ohne Hindernisse, und fuhren anstatt nonstop nun mit einem Zwischenstopp zurück nach Cebu. Das nahm alles sehr viel Zeit in Anspruch. Während uns das auf der Hinfahrt relativ egal war, wartete nun das Flugzeug nach Hause nicht. Eine halbe Stunde vor Abflug trafen wir auf dem Flughafen ein. Die Anspannung unsererseits konnte nicht größer sein.

Schaden nach Reifenpanne

Schaden nach Reifenpanne

Kanada: Im Rahmen unserer eineinhalbjährigen Rundfahrt waren wir irgendwann auf dem Weg zum Land der 1000 Inseln am St-Lorenz-Strom unterwegs. Damals mit unserem eigenen Pickup-Truck mit Wohnauflieger. Kurz vor Gananoque ein lautes, undefinierbares Geräusch. Klaus sah in den Rückspiegel und sah Fetzen fliegen. Die Lauffläche eines Reifens hatte sich abgelöst und zerstörte dabei ein großes Stück des Unterboden des Aufliegers. Der Knall war so laut, dass eine Frau panisch aus einem Kilometer Entfernung zu uns kam und fragte, ob Sie helfen kann. Nach einigem Hin und Her traf irgendwann ein Polizist ein. Der zeigte uns, wo wir den Auflieger abstellen konnten, fuhr mit uns zu einer Werkstatt, um einen neuen Reifen zu besorgen, und brachte uns auch wieder zurück. Dann empfahl er uns einen RV-Service, um die Schäden am Auflieger reparieren zu lassen. Eine Woche brachten wir dort zu, bis alle Teile da und eingebaut waren. Gekostet hat uns die Reparatur den Reifenpreis und die Eigenbeteiligung von 1000,- $ bei der Versicherung, die den Rest der Rechnung beglich.
Dem nicht genug, fuhr nur kurze Zeit später eine junge Frau, die sich beim Fahren auf ihr Smartphone konzentrierte, an einer roten Ampel hinten in den Wohnauflieger hinein. Gott sei Dank gab das nur einen kleinen Schaden von 50,-$, auf dem wir letztlich sitzen blieben.

Platz ist in der kleinsten Hütte

Platz ist in der kleinsten Hütte

2001: Über ein Jahr nahm die Vorbereitung für eine fünfwöchige Wüstentour durch Algerien/Libyen in Anspruch, wie Geländewagen und Dachzelt kaufen, Visa beantragen und übersetzen lassen, Fährtickets besorgen und Tour planen. Drei Wochen vor Abfahrt, das Probepacken hatten wir gerade beendet, die Katastrophe. Der 9/11 machte einen dicken Strich durch unsere Reiserechnung. Alle Pläne wurden innerhalb von Minuten zunichte gemacht. Eine Fahrt durch diese arabischen Länder war ab dem Moment nicht mehr möglich. Was sollten wir tun? Campingurlaub im Oktober/November in Europa? Welche Ziele bleiben da noch? Unsere Wahl fiel auf Griechenland, wo wir eine wundervolle Rundfahrt erleben durften. Noch heute finden wir es sehr schade, dass die geplante Wüstentour nicht geklappt hat. Es war für uns eine einmalige Chance.

Ich könnte noch eine Weile so weiter machen. Dies hier sind nur die „größten Pannen“, ohne die wir gut hätten leben können, aber dann hätten wir nichts zu erzählen.

 

Motorhome für Reise ab 2016

Nachdem wir das letzte Motorhome in den USA zurück lassen mussten, weil es zu breit war, hieß es, auf die Suche nach einem anderen Motorhome zu gehen. Nach über einem Jahr Suche wurden wir in Köln fündig. Es ist ein Euro Liner, also ein amerikanisches Motorhome für den europäischen Markt gebaut. Alle Anschlüsse und Einrichtungen passen, nichts muss umgebaut werden. Ein paar individuelle Anpassungen und es kann los gehen. Mit einer Länge von gerade 9,60m sollte es weniger Platzprobleme in Europa geben. Hier ein paar Bilder:

 

 

Bloggertreffen zur CMT in Stuttgart

Bloggertreffen 2016

Bloggertreffen 2016

Nachdem ich kurz vor Weihnachten vom Bloggertreffen zur CMT (Camping Motor Touristik) in Stuttgart gehört hatte, fand ich es eine gute Idee, uns als A+K Weltenbummler auch einmal dort vorzustellen und wir ließen uns akkreditieren. Im letzten Jahr waren wohl um die fünfzig Blogger anwesend, während ihre Zahl diesmal nicht so hoch war. Den Großteil stellten Touristikfachleute, vor allem aus dem Raum Süddeutschland. Drei internationale Vertreter der Fremdenverkehrsämter Indiens, der Schweiz und Dänemarks komplettierten die Runde.
Nachdem sich jeder Teilnehmer kurz vorgestellt hatte, konnten ausgiebig Verbindungen geknüpft werden. Leider war weder ein Blogger dabei, den ich im Laufe der letzten eineinhalb Jahre im Internet kennenlernte, noch war einer der Anwesenden auf Großbritannien spezialisiert. Großbritannien wird das erste Ziel sein, welches wir beim Start unserer nächsten großen Reise ansteuern wollen. So setzten wir unsere ganzen Hoffnungen auf die Ausstellungshallen und wurden in einigen Dingen, was unsere Ausstattung betrifft, zumindest ideenmäßig fündig.
Die CMT ist eine der weltgrößten Reisemessen der Welt, mit Schwerpunkt auf Wohnmobilen.

Inzwischen haben wir ein Wohnmobil, müssen nun also nur noch die Reisevorbereitungen getroffen werden. Routenplanung, unabhängiges WIFI, Versicherung usw. Im Mai soll es dann losgehen, wenn nichts dazwischen kommt.

Da wir bisher noch nie in Stuttgart waren, fuhren wir schon am Samstag los, das Treffen fand am Sonntag statt. Ausgerechnet an diesem Wochenende wurde es Winter, mit Schnee und Kälte. Sowohl auf der Hinfahrt als auch auf der Rückfahrt hatten wir Glück und kamen auf den Straßen fast ungestört voran. Andere hatten dieses Glück nicht, wie aus dem Radio zu hören war.

Stuttgarter Rathaus

Stuttgarter Rathaus

Ein ausgedehnter Stadtbummel ist bei dem Wetter kaum möglich, deshalb beschränkten wir uns auf das Stadtzentrum. Schön ist anders, finden wir. Fast alle Gebäude sehen irgendwie gleich aus, viele Geschäfte, so gut wie keine Kneipen, um sich vielleicht bei einem Glühwein aufzuwärmen. In der Markthalle ist es viel zu eng, um sich die vielen leckeren Auslagen vernünftig ansehen zu können. Die Preise sind für einen Hunsrücker kaum erschwinglich. Die Parkgebühren sind ebenfalls nicht von schlechten Eltern.

Altes Schloss

Altes Schloss

Sehenswert sind nur das Alte Schloss, das Neue Schloss und der Schlossplatz. Leider hatten wir keine Gelegenheit, durch die Schlossgärten zu wandeln. Die Stiftskirche ist zwar von außen alt, aber im Inneren hat die Moderne Einzug gehalten.
Beim Verlassen Stuttgarts nach Süden führt eine Straße immer weiter den Berg hinauf und wir erkannten, dass das Stadtzentrum in einem tiefen Talkessel liegt. Auf der Rückfahrt am Sonntag hörten wir im Radio eine Durchsage, dass die Stadt Stuttgart ab Montag ein zweitägiges Fahrverbot für alle Benzinautos ausgesprochen hat. Dieses ist jedoch noch auf freiwilliger Basis. Eine extrem hohe Feinstaubbelastung macht diese Maßnahme erforderlich. Stuttgart kämpft durch seine Lage ständig mit der Umweltverschmutzung, zumindest, wenn der Wind nicht mitspielt.

 

Anklam und Usedom

Um Weihnachten herum besuchten wir einmal mehr die alte Heimat Anklam, kurz vor Usedom. Eine Tagestour führte uns auf die Insel Usedom, um die Ostsee zu sehen. In Ahlbeck spazierten wir durch die Straßen und an die Seebrücke, sowie am Strand entlang. Während sich im Sommer die Menschen drängen, ist es im Winter sehr erholsam, auch wenn das Wetter nicht immer mitspielt.

Restaurant Haithabu

Restaurant Haithabu

Im Zentrum Ahlbecks fanden wir das Restaurant Haithabu, in dem sich alles um Wikinger dreht. Vor kurzem erst sahen wir im Fernsehen eine Reportage über die Wikingersiedlung an der Schlei in Schleswig-Holstein. Haithabu war einst ein bedeutendes Handelzentrum der dänischen Wikinger. Um die 1000 Einwohner verschiedener Völker sollen in Haithabu gelebt haben. Ein Museum berichtet über die Ausgrabungen und die Geschichte des Ortes. Da wir schon in Schweden und Norwegen über die Wikingerkultur gestolpert waren, interessierte uns das Restaurant in Ahlbeck und wir kehrten ein. Stilecht werden die Gäste empfangen und bewirtet. Speisen und Getränke werden in Tongeschirr serviert, die Speisekarte ist sehenswert, das Essen ausgezeichnet. Wir können das Haithabu nur empfehlen.

Bansiner Strand

Bansiner Strand

Bei Bansin machten wir noch einen Abstecher zum Ostseestrand, hinter dem sich die bewaldete Steilküste erhebt. Hierher verirrt sich zur Winterzeit kaum jemand und man hat den Strand fast für sich alleine. Eine eigenartige Ruhe hüllt die Umgebung ein.

Spuren der Biberarbeit

Spuren der Biberarbeit

An der Peene bei Anklam fühlen sich die Biber wohl, die hier seit geraumer Zeit wieder leben. Ihre Zahl nimmt stetig zu. Wenn es ruhig ist, hat man gute Chancen, diese possierlichen Tiere zu beobachten. Die Spuren ihres Tuns sind überall zu sehen. Angenagte oder sogar gefällte Bäume, Holzspäne, Zweige und Wege zeigen unübersehbar ihre Anwesenheit an.

Pommernkogge "Ucra"

Pommernkogge „Ucra“

Im Stadthafen von Ückermünde ist ein Stück Vergangenheit aufgetaucht. In jahrelanger und mühevoller Handarbeit entstand in Torgelow eine Kogge. Dieses Segelschiff war im Mittelalter der gängige Handelsschiffstyp auf der Nord- und Ostsee. Die „Ucra“, so der Name der Pommernkogge, kam im Sommer 2015 nach Ückermünde, wo die restlichen Aufbauten montiert werden. Bald soll die „Ucra“ Touristen auf dem Stettiner Haff und der Ostsee durch die Wellen schippern.

 

 

Vielen Dank und liebe Grüße

k-DSC04573Wir wünschen allen unseren Lesern und Freunden unseres Blogs einen wunderschönen 4. Advent, ein fröhliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016.

Für uns war 2015 ein aufregendes Bloggerjahr. Wir möchten uns dafür bedanken, dass wir viele neue Blogger und Bloggerinnen kennenlernen durften. Ihr seid so unglaublich unterschiedlich, habt so viele Ideen für Eure Blogs, so viele verschiedene Arten zu Reisen und so viele Möglichkeiten, Eure Reisen zu verarbeiten. Es ist schön, bei Euch zu stöbern oder mit Euch zusammenzuarbeiten. Alle zusammen bereichert Ihr unser Reiseleben.

Für uns wird es hoffentlich im Frühjahr 2016 wieder auf große Reise gehen. Das erste große Ziel wird dabei Großbritannien sein. Dafür wollen wir uns den ganzen Sommer Zeit nehmen. Zum Winter hin werden wir uns nach Süden orientieren, vielleicht Spanien und Portugal. Dies sind alles neue Reiseziele für uns und wir sind jetzt schon gespannt auf das, was uns erwartet.

Bedanken möchten wir uns auch beim BOD Verlag, der inzwischen schon zehn unserer Reiseberichte als Taschenbuch und ebook herausgebracht hat. Xinxii hat weitere drei Reiseberichte als ebook veröffentlicht.
Alle zusammen findet Ihr in unserer Rubrik Reiseberichte.

 

 

Wie sähe meine Traumreise aus?

Beim Stöbern in anderen interessanten Reiseblogs bin ich auf Janinas und Katharinas Blog SOS-Fernweh gelandet. Sie stellen die Frage: Wie sähe meine Traumreise aus?

Dalmatische Inseln

Dalmatische Inseln

Inzwischen verreisen wir seit mehr als dreißig Jahren, soweit es unsere Verhältnisse zuließen. Per Pauschalreise oder auf eigene Faust mit Flugzeug, Auto oder Wohnmobil erkundeten wir schon einige schöne Ziele auf unserer Welt. Wie unsere Traumreise aussehen soll, diese Frage stellten wir uns nie, denn wir möchten so viele Länder, Landschaften und Menschen kennen lernen, wie uns möglich ist. Wie bei fast allen anderen Reisenden, standen uns zeitliche und finanzielle Limits im Weg, um unsere Reiseleidenschaft richtig ausleben zu können. Wenn wir von beidem unendlich viel zur Verfügung hätten, würden wir uns einfach auf den Weg machen, wobei der Weg das Ziel wäre. Am liebsten mit einem geräumigen Wohnmobil, mit dem man alles bei sich hat, was man braucht, Rückkehr offen.

Konkrete Ziele gibt es jedoch auch bei uns noch. Rundreisen durch Mittel- und Südamerika, durch China oder Japan oder auch durch Australien und Neuseeland, Tauchen in Belize und am Ningaloo Reef. Das sind die wichtigsten, die noch von vielen anderen Zielen wie Großbritannien, Südeuropa oder Westafrika gefolgt werden. Ohne zeitliche und finanzielle Limits würden wir uns dabei voll ausleben: Hubschrauberrundflüge oder Ballonfahrten, um die Welt von oben zu sehen, eine Übernachtung im Eishotel (nur ausnahmsweise kalt), hin und wieder auch mal in einem Luxushotel wohnen und verwöhnen lassen kann auch nicht schaden. Oh je, ich glaube, das werden wir nicht mehr alles schaffen, aber es gibt ja kein zeitliches Limit.

Das allerwichtigste auf allen unseren Reisen sollen ewiger Sonnenschein bei angenehmen Temperaturen von knapp 30 Grad, kristallklares Wasser ab 27 Grad und eine Welt sein, in der alle Menschen Freunde sind, offen und herzlich miteinander umgehen.

Gedeckter Tisch

Diese Wacholderdrossel ließ sich die Beeren der Eberesche direkt vor unserem Fenster schmecken.

k-DSC04568 - Kopie

Wacholderdrossel

 

 

Deutschlands längste Hängeseilbrücke

Deutschlands längste Hängeseilbrücke

Deutschlands längste Hängeseilbrücke

Eine geschätzte halbe Million Menschen aus ganz Deutschland, ein Verkehrschaos in Mörsdorf (Hunsrück) schlimmer als zur Rush-Hour in Berlin, eine wahre Völkerwanderung mit dem einen Ziel – die längste Hängeseilbrücke in Deutschland – 360m lang, 100m hoch über dem Mörsdorfer Bachtal.
Am 3. Oktober, also vor einer Woche wurde diese Brücke nach rund einem halben Jahr Bauzeit eröffnet. Da wir an diesem Wochenende nicht zuhause waren und wegen der Jahreszeit nicht mehr viel Zeit bleibt, um längere Wanderungen zu unternehmen, nutzten wir nun den vergangenen Sonntag und schönstes Herbstwetter, um uns die Brücke anzusehen. Um die Mittagszeit trafen wir in Mörsdorf ein und fanden nach langem Suchen endlich hinter dem Dorf, in der Nähe des Sportplatzes einen Parkplatz. Die angeblich reichlich vorhandenen Parkplätze waren wegen Überfüllung gesperrt und die Autos parkten schon einen Kilometer vor Mörsdorf an Feldwegen oder am Straßenrand. In Mörsdorf selbst, wo sich das Besucherzentrum befindet, wurde ein komplettes Parkverbot ausgewiesen. Als wir endlich, nachdem wir das erste Mal Nerven gelassen hatten, das Besucherzentrum erreichten, stellte sich heraus, dass es eigentlich eine Kneipe ist. Für die Besucher der Brücke liegt ein Faltprospekt aus, aus dem man jedoch kaum schlau wird.

am Brückenkopf

am Brückenkopf

Jetzt schlossen wir uns den Massen an Leuten an, die einer Prozession gleich, alle Richtung Hängeseilbrücke strömten. Nach einem 1,2 km langen Fußweg standen wir vor dem Bauwerk.

Brückenüberquerung

Brückenüberquerung

Die Brücke hat eine Tragkraft von 600 Leuten jeden Alters. Es sah aus, als wäre dieses Limit längst überschritten. Auf Grund meiner beruflichen Erfahrung weiß ich, dass in alle Bauwerke großzügige statische Sicherheiten eingerechnet sind. Dem vertrauend überquerten wir im stop-and-go-Gänsemarsch Deutschland längste Hängeseilbrücke, die am Boden nur so breit ist, dass zwei Leute aneinander vorbei kommen. Durch die große Belastung bewegte sich die Brücke sehr stark und die Halteseile hatten alle Hände voll zu tun.

Mörsdorfer Bachtal

Mörsdorfer Bachtal

Viele Leute beließen es beim Anblick der Brücke. Uns kam kurz vorm anderen Ende eine Frau entgegen, die meinte, dass sie die Überquerung nicht schafft. Plötzlich befand sie sich hinter mir, voller Panik und mit Schweiß auf der Stirn. Man sollte also schon ein bisschen ´was aushalten, wenn man die Brücke „bezwingen“ will.
Bei der Überquerung blieb allerdings nur wenig Zeit, die Brücke, das Tal und die herbstliche Färbung des Waldes im Sonnenlicht zu genießen.

Blick von unten

Blick von unten

Auf der Sosberger Seite angekommen, folgten wir dem Wanderweg unter der Brücke hindurch und durch das Tal zurück nach Mörsdorf. Ich hatte gehofft, dass wir wenigstens dort fast alleine wären, aber auch der zirka drei Kilometer lange Wanderweg war mehr als gut besucht. Ruhe und Wald genießen, Fehlanzeige. Stellenweise ging es auch hier nur im Gänsemarsch vorwärts. Der Geräuschpegel war enorm.

Wir haben schon viel erlebt, aber dieses Erlebnis kann man kaum noch toppen. Es war einfach nur eine einzige Katastrophe. Die Organisation der ganzen Sache ließ doch sehr zu wünschen übrig, auch wenn wir glauben, dass niemand mit solch einem Ansturm auf die Hängeseilbrücke gerechnet hat. Auf jeden Fall werden wir irgendwann noch einmal einen Anlauf nehmen, vielleicht haben wir dann mehr Glück und können uns auf dem Wanderweg „Geierlay“ erholen.

 
weitere Beiträge über Deutschland

 

USA als Reiseland

Beitrag für das Bloggerprojekt „Stadt, Land, Fluss“ von Ferngeweht

Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Die USA sind ein unglaubliches Reiseland, riesengroß und so abwechslungsreich, dass man wirklich sehr viel Zeit braucht, um wenigstens ein wenig davon kennenzulernen.

Manatee

Manatee

Am bekanntesten ist wohl der Sonnenstaat Florida. Bis auf ein paar wenige Tage im Jahr, an denen die Temperatur auch einmal unter Null fallen kann, ist es die meiste Zeit herrlich warm. Die unendlichen Sandstrände am Atlantik und am Golf von Mexico, sowie mondäne Badeorte, sind jedoch nicht alles, was Florida zu bieten hat. Die Everglades, die Key´s, der Weltraumbahnhof Cape Canaveral, unzählige glasklare Quellen, die Urwälder im Inneren des Landes und vor allem die Manatees machen den Sonnenstaat aus.

Die USA besitzen zwei Küsten. Die Ostküste ist ein einziger Sandstrand, der bis kurz vor Maine vom warmen Wasser des Golfstromes umspült wird. Dann übernimmt der kalte Labradorstrom die Regierung und das Baden macht keinen Spaß mehr. Dafür fühlen sich hier die Hummer wohl, die in der gut zweimonatigen Saison im Sommer überall für fast ein Taschengeld angeboten werden, lebend oder gekocht.

Highway No. 1

Highway No. 1

Die Westküste am kalten Nordpazifik ist meist rau und felsig. Dort fühlen sich Seelöwen, Robben und Seeelefanten wohl, Taschenkrebse sind hier die Delikatesse. Im Frühjahr und im Herbst ziehen Wale an der Küste entlang. Der Highway No. 1 führt immer an dieser Küste entlang und ermöglicht spektakuläre Aussichten.

Blue Ridge Mountains

Blue Ridge Mountains

Was haben die USA noch zu bieten? Gebirge, wie die hügeligen Appalachen im Osten, mit den berühmten Great Smoky Mountains und den Blue Ridge Mountains. Höher und kantiger sind die Rocky Mountains im Westen, die sich wie eine Barriere in Nord-Süd-Richtung durch das Land ziehen.

Riesenmammutbäume

Riesenmammutbäume

Im Kalifornischen Küstengebirge liegen die bekanntesten Nationalparks, in denen man die riesigen Mammutbäume findet. Es gibt sie in zwei Arten. Am Westhang der Sierra Nevada stehen die Gebirgs-Sequoias, die Riesenmammutbäume, die einen Stammdurchmesser von mehr als 6 Metern und eine Höhe von 95 Metern erreichen. Die Stämme des Küstenmammutbaumes, in den Küstenwäldern Nordwestkaliforniens beheimatet, sind nicht ganz so gewaltig, dafür erreichen diese Bäume eine Höhe von über 120 Metern. Es ist ein unglaubliches Gefühl, durch diese eiszeitlichen Redwoodwälder zu spazieren. Gegen diese Giganten sind unsere alten Eichen nur Streichhölzer.

Saguaros

Saguaros

Genauso faszinierend wie die Berge und Wälder sind die Wüsten der USA. Neben der Mojave-Wüste ist vor allem die südlich angrenzende Sonora-Wüste erlebenswert. Sie nimmt auf US-amerikanischem Boden Südostkalifornien sowie den Großteil Südarizonas ein. Die Sonora-Wüste ist eine relativ grüne Wüste und einer der artenreichsten Wüsten der Welt. Selbst ein wochenlanger Aufenthalt wird nicht langweilig, denn es ist eine lebhafte Wüste, in der sich immer wieder Überraschendes entdecken lässt. In einem kleinen Teil Südwestarizonas stehen die gewaltigen Saguarokakteen, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Die Tierwelt ist für eine Wüste üppig: Gila-Spechte, Haubenwachteln, Raben, Taranteln, verschiedene Reptilen sind nur eine kleine Auswahl. In der Dämmerung hört man oft Kojoten, die ein unglaubliches Laute-Repertoire haben.

Great Plains

Great Plains

Die große Mitte des Landes, sich östlich der Rocky Mountains ausdehnend, nehmen die Great Plains, die großen Ebenen ein, zumeist staubtrocken, fast baumlos und platt wie ein Pfannkuchen. Dieses Gebiet wird als Weiden für die unzähligen Rinder genutzt, wenn auch unverständlich bleibt, von was sie sich ernähren. Hin und wieder durchschneiden vom Wasser geschaffene Täler die Einöde. Sie sind nicht sehr tief und bieten einen geschützten Lebensraum mit mehr Grün, mit Flüssen und Seen.

Sümpfe

Sümpfe

Eine Landschaft für sich ist an der Küste der Südstaaten, von Texas bis nach Louisiana zu finden. Sümpfe, Treibhausklima mit um die 40 °C bei um die 85 % Luftfeuchtigkeit, Mücken und Alligatoren machen das Leben dort nicht gerade leicht. Trotzdem sollte man diese Landschaft auf keinen Fall auslassen, ist man in den USA unterwegs. Während die Propellerbootfahrten in den Everglades ein Massenevent sind, hat man in den Südstaaten die Wildnis fast für sich allein.

Route 66

Route 66

Was gibt es noch? Wer an die USA denkt, denkt auch an die Route 66, die Mutterstraße, ein Mythos. Es war die erste Straße, die den Osten des Landes mit dem Westen verband. Sie beginnt in Chicago und reicht bis Los Angeles. Auf der Route 66 zogen in der Wirtschaftskrise viele Menschen in der Hoffnung auf ein besseres Leben aus dem armen Osten oder aus der Staubschüssel Oklahoma in den verheißungsvollen Westen. Die originale Route 66 (historic Route 66) führte durch alle Dörfer und Städte, die auf ihrem Weg lagen. Bald baute man jedoch Umgehungsstraßen, die heutige Route 66, wobei der größte Teil der Straße durch eine gesichtslose Interstate ersetzt wurde.

Grand Canyon

Grand Canyon

Die Naturwunder: die bekanntesten sind die Niagara Fälle, der Grand Canyon und das Tal des Todes. Wenn man mit ihnen in Berührung kommt, fühlt man, wie winzig klein der Mensch ist. Es sind einfach nur grandiose Plätze, die man selbst gesehen haben muss. Es gibt keine Worte, um das zu beschreiben, was da vor einem liegt. Mindestens genauso sehenswert ist der Meteorkrater bei Winslow (Arizona). Er liegt mitten in einer einsamen Ebene, hat einen Durchmesser von 1,2 km und ist 180 m tief.

Chicago

Chicago

Die Städte der USA sind so verschieden, wie das Land selbst. New York, Washington, Miami lassen wir einmal außen vor. Los Angeles ist ein Moloch, Entschuldigung, aber außer Straßen, Autos, Häuser und Hollywood gibt es dort kaum etwas Sehenswertes. Städte, die uns begeistert haben, sind Chicago, Albuquerque und San Francisco. Da läuft das Leben sehr entspannt ab, sie haben Flair und man hat Muse, diese sehr unterschiedlichen Städte zu erkunden.

Die Menschen der USA haben uns genauso begeistert. Sie sind offen, freundlich, sehr hilfsbereit und haben immer ein Lächeln auf den Lippen. Wenn man durch dieses wunderbare, großzügige Land reist, fühlt man sich einfach nur aufgehoben und man ist fast traurig, es irgendwann wieder verlassen zu müssen. Leider können wir vom Nordwesten der USA noch nichts berichten, weil wir unsere Rundreise wegen der Einreisebestimmungen nach eineinhalb Jahren abbrechen mussten. Vielleicht dürfen wir irgendwann einmal diese Reise fortsetzen.

 

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